Die Meiji Maru (明治丸)

24. February 2017

Eisernes Sinnbild für die Modernisierung Japans

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Aufgrund der großen Anzahl der verfügbaren englischsprachigen Quellen zu diesem Schiff, ist keine englischsprachige Version dieses Artikels vorgesehen.
Due to the numerous resources available in English about this ship, an English version of this posting is not planned (but let me know, should a translation make you happy…).

Die Meiji Maru (明治丸 / めいじまる) war ein in ihrer Zeit ungewöhnlich luxuriöses Schiff für die Versorgung von Leuchttürmen. Es war von der japanischen Regierung in Großbritannien in Auftrag gegeben worden, und im Jahr 1873 wurde ihr Kiel auf der Napier & Sons Werft in Govan (Glasgow) gelegt. Nach seiner Fertigstellung im November 1874 wurde es  1875 auf die Reise von Glasgow nach Yokohama geschickt, wo die Meiji Maru im Februar desselben Jahres ankam. Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war sie ein Zweimast-Toppsegelschoner von mehr als 1.000 Tonnen (brutto), einer Länge von 86,6 Metern und einer Breite von 9,1 Metern. Außerdem war sie ausgerüstet mit Doppelschiffsschrauben und zwei Dampfmaschinen mit 1.100 PS (ich habe auch Quellen gefunden, die von 1.530 PS sprechen), die das Schiff auf eine Geschwindigkeit von 11,5 Knoten brachten. Es war damals „state of the art“ und sollte auch auf den Meeren zeigen, dass Japan sich anschickte, sich zu einer modernen Nation zu entwickeln.

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Der Meiji Tennō (Mutsuhito, 1852-1912) war an Bord des Schiffes, als es zu seiner Einweihungsfahrt von Yokosuka (横須賀 / よこすか) nach Yokohama (横浜 / よこはま) in See stach (die beiden Städte liegen ungefähr 40 km Luftlinie von einander entfernt). Seinen Namen trägt das Schiff aus gutem Grund: Ebenso modern, wie das Schiff, wollte sich auch der Monarch geben, der die Regentschaft der Shōgune beendet und das Heft der Macht wieder in die eigenen Hände genommen hatte.

Der Kaiser, den bisher kaum ein Mensch zu sehen bekommen hatte, tat alles, um seine neu gewonnene Macht zu festigen. Besuchsfahrten in alle Winkel seines Reiches gehörten dazu und steigerten seine Popularität ungemein.
Auf seiner Tour durch den Nordosten der japanischen Hauptinsel und Hokkaidō ging Kaiser Meiji in Aomori (青森 / あおもり), Nordjapan, 1876 an Bord der Meiji Maru und segelte mit ihr nach Hakodate (函館 / はこだて) in Hokkaidō (北海道 / ほっかいどう) – beide Städte werden nur von der hier etwa 120 km breiten die Tsugaru-Straße (津軽海峡 /  つがるかいきょう) getrennt. Seine Reise endete am 20. Juli 1876 mit seiner Ankunft in Yokohama in der Präfektur Kanagawa (神奈川県 / かながわけん). Dieser Tag wird bis auf den heutigen Tag als „Tag des Meeres“ (海の日 / うみのひ) als Nationalfeiertag begangen.

Die Meiji Maru war für ungefähr 20 Jahre im Einsatz als Versorgungsschiff für Leuchttürme, bevor sie 1896 als Trainingsschiff für die Seefahrtsschule (東京商船学校 / とうきょうしょうせんがっこう) in Reiganjima ( 霊岸島 / れいがんじま), heute Shinkawa (新川 / しんかわ) im Tōkyōter Bezirk Chūō (中央区 / ちゅうおうく) vor Anker ging und schließlich bei der Verlegung der Schule nach Etchūjima (越中島 / えっちゅうじま) (1902) im Bezirk Kōtō (江東区 / こうとうく) dorthin umzog. Bereits 1897 war das Schiff ins Eigentum der Schule übergegangen und 1901 zu einem Dreimast-Vollschiff umgebaut worden, um von da an fest vor Anker zu verbleiben.
Die Seefahrtsschule wurde 1925 zur Seefahrts-Hochschule (東京高等商船学校 / とうきょうこうようしょうせんがっこう) und schließlich nach dem zweiten Weltkrieg (in Zwischenschritten) zum Etchūjima-Campus der heutigen Ozeanischen Hochschule Tōkyō (東京海洋大学 / とうきょうかいようだいがく).

Die Meiji Maru blieb „Klassenzimmer“ für die Ausbildung der jungen Seefahrer für ungefähr 50 Jahre bis 1945 und hat dabei über 5.000 junge Seeleute kommen und gehen sehen. Sie kenterte zweimal während verheerender Taifune (1911 und 1917), überstand aber das große Kantō-Erdbeben (1923) und die Luftangriffe der Alliierten im März 1945. Während beider Katastrophen diente das Schiff als Auffanglager für Opfer und hat sich dadurch einen besonderen Platz im Herzen der Einwohner des Kōtō-Bezirks (江東区 / こうとうく) gewonnen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden sowohl das Schiff, als auch die Schulgebäude von den Besatzungsmächten konfisziert. Das führte dazu, dass sich niemand mehr um die Meiji Maru kümmern konnte (andere Quellen sprechen davon, das Schiff sei von den Besatzungskräften als Kantine verwendet worden) und schließlich dazu, dass sie 1951 volllief und im Campus-See sank. Die Meiji Maru konnte aber geborgen werden und aus Anlass ihres 85. Jubiläums im Jahre 1960 wurde damit begonnen, sie zu restaurieren. Bei der Gelegenheit wurde sie auch an ihren heutigen Standort verbracht. Zu ihrem 100. Geburtstag im Jahre 1975 wurde erneut an der Wiederherstellung des Schiffes gearbeitet – unterstützt durch Spenden von Alumni der Hochschule und der Schiffsindustrie.

Die Meiji Maru ist das einzige Schiff Japans, das heute noch erhalten ist, das komplett aus Eisen hergestellt worden war (nicht, wie heute, aus Stahl). Seine Einzigartigkeit und seine historische Bedeutung schlugen sich im Mai 1978 in einer Anerkennung als wichtiges Kulturgut nieder.

Auch wenn das Schiff nach den letzten Renovierungsarbeiten (2015) schon von außen einen wirklich überwältigenden Eindruck macht, so ist doch sein Inneres von besonderem Interesse, denn es ist nicht nur das einzige Schiff, das über eine nur dem Kaiser vorbehaltene Kabine (schmückend „Thron / 御座所 / ごやしょ” genannt) verfügt, sondern auch über einen recht prächtig ausgestatteten Salon, der sicher nicht typisch für ein Versorgungsschiff gewesen sein mag.

Schauen Sie sich aber auch die historischen Gebäude auf dem Etchūjima-Campus der Ozeanischen Hochschule an. Das Hauptgebäude stammt aus dem Jahre 1932, als es ein ursprünglich hölzernes Schulgebäude ersetzte, das während des großen Kantō-Erdbebens niedergebrannt war. An diesem Campus sind die Abteilungen “Maritime Systems Engineering”, “Elektronik und Maschinenlehre” und “Logistics und Informatik” der Fakultät für Marine Ingenieurwissenschaften untergebracht.

Ozeanische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Außerdem befinden sich auf dem Gelände der Universität zwei Sternwarten, die hier im Juni 1903 errichtet wurden. Das erste von beiden soll das fortschrittlichste Teleskop des Orients seiner Zeit sein Eigen genannt haben. Beide wurden im Dezember 1997 als Kulturgüter anerkannt.

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Gleich nebenan befindet sich eine Gedenkstätte für Kapitän Genzaburō Kan (菅源三郎 / かんげんざぶろう) (1883-1942), der sich als Abgänger von dieser Hochschule und Kapitän der “Nagasaki Maru” einen Namen gemacht hat, als das Schiff im Jahre 1942 vor der Einfahrt in den Hafen von Nagasaki von Minen versenkt wurde und er tatsächlich erst als letzter Mann von Bord ging. Auch wenn man ihm seinerzeit keinerlei Schuld am Untergang der “Nagasaki Maru” geben konnte, fühlte er sich für den Tod von 13 getöteten und 26 vermissten Kameraden verantwortlich und brachte sich drei Tage später selbst um.

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学), Genzaburō Kan (菅源三郎)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学), Genzaburō Kan (菅源三郎)

Und wenn mir jetzt noch jemand erklären kann, warum japanische Schiffe immer “Maru” (丸 / まる) heißen, was ja eigentlich “Kreis” oder “Rund” bedeutet… Wikipedia bietet mehrere Erklärungen dafür, aber es wird ja hoffentlich auch eine richtige geben…

Adresse des Schiffes:

Meiji Maru
Etchūjima Campus of
Tōkyō University of Marine Science and Technology
2-1-6, Etchūjima, Koto-ku, Tōkyō

Telefon: 03-5245-7360

〒135-8533 東京都江東区越中島2-1-6
東京海洋大学 越中島キャンパス
明治丸

Öffnungszeiten:

Grundsätzlich dienstags und donnerstags, sowie an jedem ersten und dritten Samstag im Monat:
10 Uhr bis 16 Uhr (April bis September)
10 Uhr bis 15 Uhr (Oktober bis März)
Sonderöffnungen an zwei Sonntagen im November

Geschlossen vom 1. August bis 31. August.
Geschlossen vom 16. Dezember bis 15. Februar (gemäß Internetseite der Universität).

Für 2017 galten aber auch schon für die Monate Januar und Februar die oben genannte Regel grundsätzlich. Zusätzlich ist im März auch noch am Samstag, den 25.3, Sonntag, den 26.3 und Freitag, den 31.3. geöffnet.
Es wurde darauf hingewiesen, dass das Schiff von 10 Uhr bis 15 Uhr (letzter Einlass um 14.30 Uhr) besichtigt werden kann.

Während der Schließungszeiten im Winter kann das Schiff, solange der Campus geöffnet ist, von außen besichtigt werden. Für Gruppen von 10 und mehr Besuchern können aber auch in dieser Zeit Besichtigungen nach vorheriger Anmeldung durch geführt werden.

Eintritt frei

Ein weiteres historisches Schiff bei der Ozeanographischen Hochschule:

Wer noch mehr über historische Schiffe in Tōkyō erfahren möchte, für den ist der Shinagawa Campus der Ozeanografischen Universität Tōkyōs interessant, auf dessen Gelände sich z.B. auch die Unyō Maru (雲鷹丸 / うんようまる), ein in Japan gebautes Schulschiff aus dem Jahre 1909, befindet. Die Unyō Maru wurde über 20 Jahre auf 33 Fahrten in erster Linie für Seefangstudien eingesetz. Später diente es, wie die Meiji Maru, Trainingszwecken und wurde zuletzt von 2012 bis 2014 aufwändig restauriert.

Leider konnte ich keine Möglichkeit zur Besichtigung ausfindig machen. Hier ein paar optische Eindrück von dem Schiff, so wie es eben von außen gesehen werden kann:

Adresse:

Unyō Maru
Shinagawa-Campus of
Tōkyō University of Marine Science and Technology
4-5-7 Kōnan, Minato-ku
Tōkyō 108-0075

〒108-8477 東京都港区港南4-5-7
東京海洋大学品川キャンパス
雲鷹丸

Sie interessieren sich für Schiffe?

Dannn lohnt es sich natürlich immer, auch hier einmal vorbei zu schauen:

Yokohama: Hikawa Maru (氷川丸)
– Das bewegte Leben der „Königin des Pazifiks“

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Ashigara (足柄) (dt.)

21. February 2016

Kanagawa macht’s schon wieder: Ein Tag voller Kultur & Natur am Fuße des Fuji-san

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Mt. Fuji (富士山)

Mt. Fuji (富士山)

Falls Sie bereits den Artikel über meinen Ausflug nach “Manazuru“ kennen, haben Sie schon eine gewisse Vorstellung von dem, was Sie hier erwartet, weil es sich um eine weitere Exkursion handelt, die von der unvergleichlichen Alice Gordenker organisiert wurde. Und falls Sie zu den aufmerksamen Lesern dieser Webseite gehören, sollte der Name in Ihren Ohren (ähm, Augen) einen gewissen Klang haben. Sie war es nämlich auch, die sozusagen hinter den Kulissen gewirkt hat, als ich meine Artikel über das “Toguri Kunstmuseum“, das Projekt “Amputierte Venus” und das “Teien Kunstmuseum“ schrieb. Und Alice Gordenkers eigenen Blog finden Sie natürlich auch in meiner Blogroll.

Wie auch seinerzeit in Manazuru, kam die Tour nach Ashigara durch eine tatkräftige Unterstützung durch die Präfektur Kanagawa zustande, die damit auch versuchen möchte, mehr ausländische Touristen auf ihr Gebiet zu locken. Und man kann nicht anders, als sich dazu bekennen: “Die machen das wirklich gut!”

Startpunkt für den 1-Tages-Ausflug war:
Shin Matsuda (新松田 / しんまつだ) (1) in der Präfektur Kanagawa

Falls Ihnen dieser Kartenausschnitt nicht genug Einzelheiten über die Tagesroute unserer Exkursion vermitteln sollte, werfen Sie doch mal einen Blick auf das untenstehende Bild einer “etwas angereicherten” Karte aus Googlemaps (klicken Sie das Bild zum Vergrößern an) – die in der Karte eingezeichnet Punkte/Nummern finden Sie im Verlauf des Textes wieder – sie bezeichnen die Stationen, die wir eingelegt haben:

Ashigara Excursion Map

Ashigara Übersichtsplan der Exkursion

Sie haben noch nie von Ashigara gehört? Nun, das sollte Sie nicht gleich in die Verzweiflung stürzen, denn, obwohl diese Gegend in Kanagawa auf eine lange und wichtige Historie zurückblicken kann, gehört sie doch nicht zu den Orten Japans, die auf dem Reiseplan von Otto Normaltourist stehen (von Ottilie Normaltouristin ganz zu schweigen). Aber schon an der Tatsache, dass durch Ashigara uralte Landstraßen verlaufen – älter als die berühmte Tōkaidō (東海道 / とうかいどう) – und dass es so nahe bei der alten Burg-Stadt Odawara (小田原 / おだわら) und der noch älteren ehemaligen Hauptstadt Japans, Kamakura (鎌倉 / かまくら) (12. bis 14. Jahrhundert) liegt, kann man ermessen, dass es hier auch heutzutage noch eine Vielzahl an geschichtsträchtigen Orten und Bräuchen gibt.

Und wenn Sie sich ein bisschen in japanischen Legenden auskennen, wird es Ihnen etwas sagen, wenn hier erwähnt wird, dass Kintaro (金太郎 / きんたろう) hier im Jahre 956 n.Chr. geboren wurde. Aber Sie müssen sich auch nicht in Grund und Boden schämen (will sagen: Sie dürfen trotzdem mit mir auf die Reise gehen), wenn Sie davon keine Ahnung hatten.

Discover Another Kanagawa: Ashigara

Discover Another Kanagawa: Ashigara

(2) Monzō Bauernhaus (古民家文蔵 / こみんかもんぞう)

Monzō Farm House (古民家文蔵), Aizome (藍染) Workshop

Monzō Farm House (古民家文蔵), Aizome (藍染) Workshop

Dieses traditionelle, reetgedeckte Bauernhaus (etwa 100 Jahre alt) war das erste Ziel unseres Ausfluges, wo wir auch gleich mit einem ganz besonderen Aspekt japanischer Kultur in Berührung kamen: Aizome (藍染 / あいぞめ) – Indigo-Färberei. Wer hätte je gedacht, dass man innerhalb kürzester Zeit lernen kann, ein Tuch zu färben und sich sein eigenes tenugui (手拭い / てぬぐい) – ein traditionelles japanisches Hand- oder Taschentuch – herzustellen? Ich jedenfalls nicht! Aber die Ergebnisse des knapp einstündigen Workshops konnten sich wirklich sehen lassen – mehr noch: Sie waren regelrecht erstaunlich. Besonders, wenn man bedenkt, dass das alles nur auf ein paar “grünen Blättern” und viel Wasser beruht (falls Sie mir die groteske Simplifizierung erlauben).

Das Monzō-Haus ist auch Heimat einer NRO, die wunderschönen alten Kimono (着物 / きもの) aus der Taishō-Zeit (大正時代 / たいしょうじだい) und der Shōwa-Zeit (昭和時代 / しょうわじだい) ein Zuhause gibt. Einige der hier zu sehenden Stücke sind bereits über 75 Jahre alt. Außerdem kann man hier alte Kimono erwerben und zu anderen Gegenständen des täglichen Gebrauchs umgearbeitete Stoffe von obi (帯 / おび) (Kimonogürtel) und Kimono.

Und während die von unserer Gruppe gefärbten tenugui in der Sonne trockneten…

Monzō Farm House (古民家文蔵), Aizome (藍染) Workshop

Monzō Farm House (古民家文蔵), Aizome (藍染) Workshop

…ging’s auf zum nächsten Ziel in unserem Progamm – dem nur “um die Ecke” liegenden

(3) Seto Yashiki (瀬戸屋敷 / せとやしき)

Seto Yashiki (瀬戸屋敷)

Seto Yashiki (瀬戸屋敷)

Dieses zweite traditionelle Haus war mit seinen 300 Jahren nicht nur deutlich älter als das Monzō-Haus, sondern auch auffallend prächtiger. Kein Wunder, denn es war früher das Haus des Dorfvorstehers, des nanushi (名主 / なぬし). Schon allein dessen reetgedecktes Dach macht einen Unterschied – und einen recht eindrucksvollen noch dazu. Jeder, der schon einmal traditionelle japanische Bauern- und Dorfhäuser besucht hat, weiß um den stillen Charme dieser Gebäude.

In Vorbereitung auf das “Hina Matsuri” (雛祭り / ひなまつり), das Puppen-Festival (am 3. März, dem “Mädchen-Tag”), hatte man das Erdgeschoss des Hauptgebäudes mit großen, stufigen Regalen, die mit rotem Stoff überzogen waren, geschmückt und darauf die dekorativen Puppen, “hina ningyō” (雛人形 / ひなにんぎょう), aufgebaut. Diese Puppen stellen den Kaiser, die Kaiserin, deren Hofstaat samt Dienern und Musikanten in traditionellen Roben aus der Heian Zeit (794–1185) dar. Das Fest als solches hat ursprünglich mal dem Verjagen missliebiger Geister gedient.

Man erzählt sich, dass japanische Mädchen ganz verrückt nach diesen Püppchen und Figürchen sind, obwohl sie absolut nicht zum Spielen da sind und nur auf ihren Podesten “bewundert” werden dürfen.

Und, wie bei jedem anderen, guten, alten Aberglauben, gilt auch für das Aufstellen der Hina-Puppen ein striktes Reglement: Werden diese Puppen nicht direkt nach dem Puppen-Festival wieder weggepackt, droht der Tochter des Hauses eine erst sehr späte Vermählung.

Wie dem auch sei, wir hatten natürlich Glück mit unserem Besuch, denn schon eine Woche später würden die Besucher, die zum Bewundern der prächtigen Arrangements kommen würden, förmlich gewimmelt haben.

Einer der vielen Höhepunkte dieses Tages war allerdings auch eine außergewöhnliche Teeverkostung im kura (蔵/ くら) (Lagerhaus) des Anwesens, wo auch Kreidezeichnungen von lokalen Künstlern ausgestellt wurden.

Der Anbau von Tee in Ashigara ist eine relativ neue Tradition. Als das Land nach dem großen Erdbeben von 1923 brach lag, hoffte man, es durch Teeanbau zu revitalisieren. Heute gehören die Teesorten, die in Ashigara wachsen, zu den besten des Landes.

Und obwohl ich mir eingebildet hatte, schon ein bisschen was von japanischem grünem Tee zu verstehen, sollte diese Teeverkostung zu einem wahren Augenöffner werden. Ein Tee-Somelier des örtlichen Teeverbandes führte uns durch den Prozess dreier verschiedener Arten der Teezubereitung.

1. Aufguss:
Die trockenen Teeblätter wurden in eine Teeschale mit Deckel gegeben. Ein winziger Schluck heißen Wassers wurde in einen kleinen Krug geschüttet und dort auf etwa Körpertemperatur abgekühlt (will sagen: ca. 40°C – ja, ja, ja, ich weiß, dass die Körpertemperatur der meisten Menschen etwas niedriger ist). Diese kleine Menge lauwarmen Wassers wurde um die Teeblätter gegossen, mit dem Deckel abgedeckt und der Tee dann für etwa zwei Minuten ziehen lassen.

Das Ergebnis war ein umwerfend intensives Getränk, das – während man die Teeblätter mit dem Deckel zurückhielt – direkt aus der Teeschale getrunken werden konnte. Es gebricht mir an dem Wortschatz, der notwendig wäre, den Geschmack und das Aroma dieses ersten Aufgusses zu beschreiben – ein leicht süßlicher Geschmack mit diversen Pflanzenaromen. Das japanische Wort “umami” war dasjenige, das diese geschmackliche Sensation am besten wiedergab – ich erkläre das Wort weiter unten.

2. Aufguss:
Diesmal wurde wiederum eine kleine Menge heißen Wassers auf ca. 50°C abgekühlt und dann über die gleichen Teeblätter vom ersten Aufguss gegeben. Nach einer Ziehzeit von etwa einer Minute konnte der neue Aufguss verkostet werden. Dieser vereinigte den überwältigenden Gaumengenuss des ersten Aufgusses mit feinen Aromen, die nun auch sehr stark an “Tee” erinnerten..

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

3. Aufguss:
Diesmal wurde eine etwas großzügiger bemessene Menge heißen Wasser auf die Teeblätter gegeben und direkt getrunken. Nach dem dritten Aufguss bewahrte der Tee sein besonderes und sehr ausgeprägtes Aroma und seinen Duft. Zusammen mit einer japanischen Süßigkeit (gefüllt mit roten, süßen Bohnen, die aber nicht zu süß waren), war das ein purer Genuss (und japanischer grüner Tee ohne japanische Süßigkeit wäre ja auch gar nicht gegangen…).

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

Aber wir waren damit noch nicht am Ende einer Reihe von Geschmacksexplosionen gekommen! Nachdem der Tee getrunken und die Süßigkeit gegessen waren, wurde uns geheißen, nun auch noch die Teeblätter aus der Teeschale zu essen. Was zunächst wie ein verschrobener Scherz klang, stellte sich als neuerliche Geschmackssensation heraus. Wenn man die Teeblätter mit einigen Tropfen Sojasoße oder Sojasoße mit Essig überträufelte, ergab sich noch einmal eine ganz neue Geschmacksdimension. Langer Rede kurzer Sinn: Wenn Sie einen hochwertigen grünen Tee genießen, werfen Sie die Teeblätter anschließend nicht weg – sie machen sich immer noch hervorragend als Salat!

Bei der Beschreibung der geschmacklichen Wahrnehmung während des Teeverkostens wurde immer wieder (wie oben schon erwähnt) auf das Wort “umami” (旨味 / うまみ) zurückgegriffen. Im Japanisches stellt dieses einen fünften Grundgeschmack – neben süß, sauer, salzig und bitter – dar. Vor ungefähr hundert Jahren wusste auch noch kein Japaner um dieses “umami”. In den letzten Jahren ist es allerdings regelrecht “modern” geworden (besonders seit japanisches Essen auf der Welt so weitreichende Anerkennung gefunden hat). Übersetzen lässt sich das Wort eigentlich nicht – das Wörterbuch nennt “guter Geschmack”, was aber nur eine gar zu wörtliche Übersetzung des so universell eingesetzten Wortes zu sein scheint. Ich habe keine Ahnung, ob es diese “Geschmackskategorie” tatsächlich gibt, aber wenn es sie gibt, war sie dem verkosteten Tee und seinen Varianten zweifellos zuzuordnen.

Bevor wir den nächsten Punkt auf unserem Tagesplan angingen, wurden wir erst mal mit leckeren, handgemachten “sato-ben (郷弁 / さとべん) – Lunch-Boxen mit jeder Menge Gemüse und anderen regionalen Gaumengenüssen – verwöhnt.

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Sato-ben (郷弁)

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Sato-ben (郷弁)

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Sato-ben (郷弁)

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Sato-ben (郷弁)

(4) Soga no Bairin (曽我梅林 / そがのばいりん)

Der Soga no Bairin (曽我梅林 / そがのばいりん) (Pflaumenhain von Soga) in der Nähe von Odawara (小田原 / おだわら) war nicht nur der perfekte Ort, um noch mehr japanische Kultur einzuatmen, sondern auch, um die ersten Anzeichen eines nahenden Frühlings zu genießen.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war natürlich das “Yabusame” (流鏑馬 / やぶさめ) (Reiter-Bogenschießen). Das Yabusame hier in Soga geht auf eine der drei großen Rache-Legenden Japans zurück, auf das “Soga Monogatari” (曽我物語 / そがものがたり), oder “Die Rache der Soga Bürder”. Die Sage stammt aus einem mittelalterlichen Text, der “Azuma Kagami” (吾妻鏡 oder 東鑑 / あずまかがみ), oder “Der Spiegel des Ostens” genannt wird. Er entstand nach 1266 n.Chr. als eine Chronik der Geschichte des Kamakura Shōgunats. In dieser Geschichte spüren die Brüder Soga Gorō und Soga Jūrō den Mörder ihres Vaters auf und nehmen Rache, indem sie ihn umbringen. Die Handlung dieser Geschichte bildet die Grundlage für alle nur denkbare Erzählformen – sie findet ihre Verwendung z.B. auch im kabuki (歌舞伎 / かぶき) und im bunraku (文楽 / ぶんらく) (japanisches Puppenspiel). Allerdings soll die Sage auf ein tatsächliches historisches Vorkommnis zurückgehen.

Das Reiter-Bogenschießen wird auf einer 240 Meter langen Rennbahn mit drei in regelmäßigem Abstand verteilten Zielscheiben veranstaltet und ist heute mehr ein zeremonielles Ereignis als ein sportliches. Auch wenn es seine Urspünge in den Kampfkünsten hat, wurde es nach dem 2. Weltkrieg auf seine Shintō-Ursprünge “reduziert” und besteht heute zunächst einmal aus einer kunstvollen Zeremonie mit Shintō-Priestern und dem anschließenden rituellen Bogenschießen. Jedermann, dem Shintōzeremonien nicht gerade sein “täglich Brot” sind (und wem wären sie das?) wird sich der ganz besonderen Ausstrahlung, der von den historischen Kostümen und Rüstungen ausgeht, kaum entziehen können. Das Yabusame in Soga wird übrigens im “Takeda-Stil” (武田流 / たけだりゅう) ausgeführt – falls dieses Detail für Sie von Interesse sein sollte.

Schauen Sie sich die Bogenschützen in ihren mittelalterlichen Kostümen, die Rüstungen der Soldaten und die Gewänder der Stallburschen an! Ein Fest für das Auge des Betrachters (und wahrscheinlich hochgradig unbequem zu tragen für die Mitwirkenden).

Ich gebe gern zu, dass es mir nicht gelungen ist, das eigentliche Bogenschießen in wirklich eindrucksvoller Weise einzufangen – aber klicken Sie sich in schneller Abfolge durch die untenstehenden Bilder, um zumindest einen Eindruck vom Bewegungsablauf zu bekommen…

Aber der Soga no Bairin ist ohnehin einen kleinen Umweg wert – auch ohne das Bogenschießen, das nur einmal im Jahr am 11. Februar stattfindet, am “Nationalfeiertag der Staatsgründung” (建国記念の日 / けんこくきねんのひ),  der daran erinnert, dass der erste Kaiser Japans, der Jinmu Tennō (神武天皇 / じんむてんのう) im Jahre 660 v.Chr. den Thron bestieg (wir sind ja alle viel zu jung, um uns noch von persönlichem Erleben an diesen glorreichen Tag erinnern zu können…).

Es würde nämlich wirklich eine langwierige Suche erfordern, falls Sie einen zweiten Ort finden wollten, an dem 35.000 Pflaumenbäume blühen. Der frühe Februar war – zumindest in diesem Jahr – vielleicht noch ein bisschen zu früh, um die Bäume in voller Blüte zu sehen – aber eindrucksvoll war sie auch so. Die Pflaumenblüten sind so zart, so zerbrechlich und ihr Kampf gegen die Kräfte der Natur so viel eindrucksvoller als der der Kirschblüten (etwa 1 1/2 Monate später), dass ich eigentlich dazu tendiere, die Pflaumenblüte viel mehr wertzuschätzen. Ihre demütige Bescheidenheit scheint Japan viel besser zu repräsentieren als die überladene Pracht der Kirschblüte.

An Feiertagen, wie dem 11. Februar, findet man überall im Hain Buden, in denen lokale Spezialitäten (namentlich natürlich solche, die aus den hier wachsenden Pflaumen hergestellt werden) und traditionelle Imbisse angeboten werden.

Und sollten Pflaumenblüten nicht ausreichen, Ihren Bedarf an Herrlichkeit zu befriedigen, schauen Sie einfach nach Westen und lassen Sie sich von einem Blick auf die Erhabenheit des Fuji-san (富士山 / ふじさん) – Japans heiligen Bergs – überwältigen. Er bildete übrigens auch den Hintergrund für das Bogenschießen und die Shintō-Zeremonie.

Yabusame (流鏑馬)

Yabusame (流鏑馬)

Soga no Bairin (曽我梅林), Mt. Fuji (富士山)

Soga no Bairin (曽我梅林), Mt. Fuji (富士山)

(5) Ishii Jōzō (石井醸造 / いしいじょうぞう) in Ōimachi (大井町 / おおいまち)

Was wäre ein Ausflug in die Präfektur Kanagawa (神奈川県 / かながわけん) ohne den Besuch einer Sakebrauerei? Hier, wo das Land von den klaren Quellwassern aus der Bergregion um den Fuji-san verwöhnt wird, werden einige der köstlichsten Sakes dieses Landes gebraut. Und eine davon war die Ishii Sakebrauerei (Ishii Jōzō (石井醸造 / いしいじょうぞう) in Ōimachi (大井町 / おおいまち).

Deren Sake nennt sich völlig zurecht “Stolz von Soga” (Soga no homare / 曽我の譽 / そがのほまれ) – die lokalen Sake-Kenner sprechen in den höchsten Tönen von ihm (bedauerlicherweise ist der Sake außerhalb der Präfektur nicht zu haben). Die Brauerei wird inzwischen von der sechsten Generation der Ishii-Familie betrieben (seit 1870). Das Sakebrauen hat im Winter Hochsaison, da der Prozess nach niedrigen Umgebungstemperaturen verlangt. In der Zeit ist es schon seit jeher Tradition, dass Sake-Arbeiter aus dem Norden, aus der Präfektur Iwate (岩手県 / いわてけん) hierher kommen, um die Sakeherstellung zu unterstützen – nach wie vor ist das Brauen von Sake eine ziemlich arbeitsintensive Angelegenheit – und wir hatten die Chance uns das alles mit eigenen Augen anzusehen (ich bin leider kein Experte im Sakebrauen – werfen Sie also bitte nicht mit Steinen nach mir, sollte die untenstehende Bilderfolge die Schritte, die bei der Sakerherstellung zu gehen sind, nicht akkurat wiedergeben).

Zusätzlich zu den traditionellen Sake-Produkten, stellt man bei Ishii Jōzō auch einen besonders vorzüglichen Pflaumenwein (梅酒 / うめしゅ) her. Anders als die oft auf Shōchū-(gebrannter Schnaps aus Reis oder Süßkartoffeln)–und-viel-Zucker-Basis hergestellen Pflaumenweine, wird hier Sake verwendet, was den Pflaumenwein besonders fruchtig, aber auch in angenehmer Weise “nicht-so-süß” macht. Und natürlich kommen nur die guten Pflaumen aus Soga zur Verarbeitung.

Auch sehr zu empfehlen: die in Sake eingelegten Pflaumen! Auch wenn man kein Freund der in Japan so beliebten sauer eingelegten Pflaumen (umeboshi / 梅干 / うめごし) ist, wird man sich für diese begeistern können.

Unser Besuch in der Sakebrauerei umfasste auch eine überaus unterhaltsame und lehrreiche Sake-Verkostung – schon nach wenigen Schlucken dieser Gaumenkitzler verwandelte sich die ganze Gruppe in einen ziemlich ausgelassenen Haufen. Wenn es eine deutsche Gruppe gewesen wäre, hätte man die Brauerei sicher mit Gesang “erfreut” – “Warum ist es am Rhein so schön?” passt ja überall…

Schauen Sie sich doch mal an, was man uns zur Verkostung geboten hat:

Ginjō Shu (吟醸酒 / ぎんじょうしゅ) (日本酒度+3~+4), 15 bis 16 Vol.% Alkohol

Ishii Jōzō (石井醸造)

Ishii Jōzō (石井醸造)

Shiboritate (Genshu) (絞り立て / しぼりたて) (原酒 / げんしゅ) (日本酒度+4~+6) ein frisch gebrauter, ungefilterter Sake mit wuchtig-fruchtigen und trotzdem trockenen 19 bis 21 Vol.% Alkohol

Ishii Jōzō (石井醸造)

Ishii Jōzō (石井醸造)

Orizake (おり酒 / おりざけ) ein Sake in einem seiner frühen Fertigungsstadien – mit dem Federweißen beim Wein zu vergleichen – immer noch trüb von der Hefe und leicht moussierend

Ishii Jōzō (石井醸造)

Ishii Jōzō (石井醸造)

Umeshu (梅酒 / うめしゅ) (12 bis 13 Vol.% Alkohol), das ist der Pflaumenwein, den ich oben erwähnte

Ishii Jōzō (石井醸造)

Ishii Jōzō (石井醸造)

(6) Shasui no taki (洒水の滝 / しゃすいのたき) in Yamakita (山北町 / やまきたまち)

Nachdem wir uns mit Sake verwöhnt hatten, war ein kleiner Spaziergang genau die richtige “Medizin”, um den Kopf wieder ein bisschen klarer zu bekommen. Der “Shasui no Taki” (洒水の滝 / しゃすいのたき), Shasui-Wasserfall, war ein mit viel Gespür ausgewähltes Ziel dafür – auch wenn der Ort wahrscheinlich im frühen Sommer mit viel Grün und mehr Wasser noch viel atemberaubender aussieht. Da wir gerade aus der Welt des Sake (酒) kamen, lag es nahe, das erste Schriftzeichen des Wasserfalls (洒) damit zu verwechseln – was ein einziger Strich mehr oder weniger bei japanischen Schriftzeichen alles ausmachen kann… Was aber viel wichtiger ist: Der Shasui no Taki gilt als einer der 100 berühmtesten Wasserfälle Japans und ist als solcher auch 1990 vom Umweltministerium gelistet worden (er ist übrigens die Nummer 31 auf dieser Liste), nachdem eine landesweite Abstimmung durchgeführt worden war. Außerdem zählt er noch zu den 50 schönsten Landschaften der Präfektur Kanagawa (veröffentlicht vom Touristenbüro Kanagawas im Jahre 1979).

Beim Shasui no Taki handelt es sich eigentlich um drei Wasserfälle, die über eine Gesamthöhe von 90 Metern die Felswand heruntergestürzt kommen. Der eindrucksvollste der drei Fälle ist der obere mit einer Fallhöhe von 69 Metern – und das ist auch der Teil des Wasserfalls, der von der kleinen roten Brücke aus, bis zu der der Waldweg führt, am besten bewundert werden kann.

Auf dem Weg zum Shasui no Taki kommt man u.a. auch an dem recht sehenswerten Wald-Tempel Saishō-ji (最勝寺 / さいしょうじ) vorbei. Hier gibt es nicht nur eine Schule für japanische Trommeln (taiko / 太鼓 / たいこ), sondern auch eine beachtliche Anzahl an Jizō (地蔵 / じぞう), kleine Statuen von Jizō-bosatsu oder Kṣitigarbha, die an “mizuko” (水子 / みずこ) (Fehlgeburten und abgetriebene Föten) erinnern, bzw. deren Geister beschwichtigen sollen.

Wie man hinkommt:

Der Ausgangspunkt unserer Tour (Shin Matsuda / 新松田 / しんまつだ) ist am leichtesten von Shinjuku (新宿駅 / しんじゅくえき) aus mit den Nahverkehrs- und Expresszügen der Odakyū-Linie (小田急線 / おだきゅうせん) zu erreichen. Wer sich ein bisschen verwöhnen möchte, nimmt einen der “Romancecars” (ロマンスカー) der  Odakyū-Linie – die kosten zwar ein paar hundert Yen mehr, sind dafür aber auch unvergleichlich bequemer.

Fahrtdauer (in Abhängigkeit vom gewählten Zug): 1 Stunde bis 1 1/2 Stunden.
Fahrtkosten (die natürlich auch von der gewählten Zugklasse abhängen): 780 Yen bis 1.470 Yen (Stand: Februar 2016)

Wenn Sie Ihre Tour vom Bahnhof Tōkyō aus beginnen möchten, können Sie auch den Shinkansen (新幹線 / しんかんせん) nach Odawara ( 小田原 / おだわら) nehmen und dort in die Odakyū-Linie (小田急線 / おだきゅうせん) umsteigen (Fahrtrichtung: Shinjuku).

Fahrtdauer: Shinkansen: 35 Minuten / Odakyū-Linie: 8 Minuten
Fahrtkosten: 3,440 Yen (inkl. Shinkansen und Odakyū-Linie) (Stand: Februar 2016)

Ashigara Tour Group

Ashigara Tour-Gruppe

Fanden Sie diesen Artikel interessant? Hier ist mehr über Ashigara:

Minami Ashigara (南足柄)
– Und wieder ein Tag voller Abenteuer und Erfahrungen in Kanagawa


Ashigara (足柄) (Engl.)

19. February 2016

Kanagawa does it again: A day of culture and nature at the foot of Mt. Fuji

A German version of this posting you can find here.
Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.

Mt. Fuji (富士山)

Mt. Fuji (富士山)

If you know my posting regarding my trip to “Manazuru“, you will have a pretty good idea of what you are about to experience here, as this is yet another trip organised by the incomparable Alice Gordenker – and if you have read this blog carefully, the name may sound familiar to you, as she was also “behind the scenes” by organising and leading the excursions, when I wrote my articles on the “Toguri Museum of Art“, on the project of “Amputee Venus” and the “Teien Art Museum“. Also you will find Alice Gordenker’s blog in my blogroll.

As in Manazuru, the Kanagawa prefecture was sponsoring the tour, as they are aiming at attracting more foreign tourists. And, one feels compelled to add: They are doing a very nice job with these tours.

Starting point for the whole one-day-trip was Shin Matsuda (新松田 / しんまつだ) (1) in the Kanagawa prefecture

If you feel that this map doesn’t quite show you enough details of the route we took during this excursion, here is an image of a slightly enhanced version of Google maps (click to enlarge) – the numbers in the map refer to destinations described in this posting:

Ashigara Excursion Map

Ashigara Excursion Map

You have never heard of Ashigara? Well, don’t be surprised – despite the fact that the area as a long and important history, it’s not one of those locations on every tourist’s itinerary. But the fact that important old roads cross the land – older than the Tōkaidō (東海道 / とうかいどう) – and that it is so close to the old castle city Odawara (小田原 / おだわら) and the even older capital of Japan, Kamakura (鎌倉 / かまくら) (12th to 14th century), make it far less surprising that also in our days it has lots of interesting spots to offer. And if you know a bit about Japanese legends, it will tell you something, that Kintaro (金太郎 / きんたろう) was born here in 956 A.D. – but you don’t have to consider yourself as “in bad company”, if you don’t know.

Discover Another Kanagawa: Ashigara

Discover Another Kanagawa: Ashigara

(2) Monzō Farm House (古民家文蔵 / こみんかもんぞう)

Monzō Farm House (古民家文蔵), Aizome (藍染) Workshop

Monzō Farm House (古民家文蔵), Aizome (藍染) Workshop

This traditional farm house (about 100 years old) was the first location where we got in touch with a rather particular aspect of Japanese culture: Aizome (藍染 / あいぞめ) – indigo dyeing. Who would have thought that one can learn how to dye a cloth and to actually make one’s own tenugui (手拭い / てぬぐい) – a traditional Japanese towel or handkerchief? I certainly hadn’t! But the results of the workshop were rather astonishing ones. And all that from some “green leaves” and lots of water (if I may take the liberty of describing it in this simplified way).

The Monzō House is also home to an NGO that works to rehome fine old kimono (着物 / きもの) from the Taishō (大正時代 / たいしょうじだい) and Shōwa (昭和時代 / しょうわじだい) eras. Some of the pieces are 50 or even 75 years old. They sell old kimono, but also refashion obi (帯 / おび) and kimono into handbags.

And while our hand-made tenugui were drying in the sun…

Monzō Farm House (古民家文蔵), Aizome (藍染) Workshop

Monzō Farm House (古民家文蔵), Aizome (藍染) Workshop

we went on to the next location on our itinerary – just around the corner, the

(3) Seto Yashiki (瀬戸屋敷 / せとやしき)

Seto Yashiki (瀬戸屋敷)

Seto Yashiki (瀬戸屋敷)

This second traditional house is even older than the first one – 300 years, and quite a bit fancier because it is the traditional home of the nanushi (名主 / なぬし) or village headman. The thatched roof alone is making all the difference – and an impressive one, too. Everyone who has visited traditional Japanese farm- and village-houses knows about the quiet charm of such buildings.

In preparation for the “Hina Matsuri” (雛祭り / ひなまつり), the Doll’s Festival (3 March, “Girls’ Day”), the ground floor of the building was decorated with large stair-scaffolds, covered with red cloths for the display of ornamental dolls, “hina ningyō” (雛人形 / ひなにんぎょう), representing the Emperor, Empress, attendants, and musicians in traditional court dress of the Heian period (794–1185 A.D.). Originally the festival was deemed to drive out evil spirits.

I’ve heard the story that Japanese girls have a particular fancy for these dolls – even though they are not to be played with, but just “admired”.

And, as with any good old superstition, also with this one strikt rules need to be observed: If the dolls are not taken down immediately after the festival, this will result in a late marriage of the daughter of the house.

Anyway, we were lucky, because a week later – or so – the house would have been crawling with people, admiring the gorgeous doll arrangements.

One of the highlights of the tour was a rather fancy tea tasting in the kura (蔵/ くら) (storage house) of the estate which also was the place for a chalk drawing exhibition of local people.

Growing tea in Ashigara is a rather new tradition. It was started after the Great Kantō Earthquake (1923) in order to re-vitalise the area. Today teas grown in Ashigara are among the best in the country. And even though I thought I knew a little about Japanese green tea, this one was an eye-opener. A tea somelier of the tea association explained the tea to us and guided us through the process of the different kinds of tea brew.

1st brew:
The tea leaves were put in a tea cup with a lid. A very small amout of hot water was put in a pitcher and cooled down there until it reached about body temperature (i.e. about 40°C – yes, yes, yes, I know, most people’s body temperature is a touch lower). These few drops of lukewarm water were poured around the tea leaves. After waiting for two minutes the extraordinarily impressive brew could be enjoyed by drinking directly from the cup, holding the tea leaves back with the cup’s lid. Words fail me to describe the taste of this first brew. It did not even remotely taste like tea. It was slighly sweet taste of a multitude of vegetable aromas. The word “umami” was the one to describe the taste – see an explanation below.

2nd brew:
This time a small amout of water was cooled down to about 50°C and then the tea was brewed for about one minute. The result was a combination of the palatal sensation of the first brew and the fine aroma of green tea.

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

3rd brew:
A slightly more generous amout of hot water was poored onto the tea leaves directly and the tea drunk right away. Even after this third brew from the same tea leaves the tea maintained a very distinct aroma and smell. Together with some sweets (Japanese green tea without Japanese sweets simply doesn’t work), this was pure enjoyment.

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Tea Tasting

But another highlight was yet to come: At the end of the tasting we could actually eat the tea leaves from the cup. They were a soft, flavourful delight. If combined with a little bit of soy sauce or soy sauce with vinegar, these leaves opened yet another dimension of taste. In short: If you enjoy high quality green tea, don’t throw the leaves away after brewing – they make the perfect salad!

During the tea tasting we learned that this is all about “umami” (旨味 / うまみ), which is regarded as the “fifth basic taste” – in addition to “sweet”, sour”, “salty” and “bitter”. A hundred years ago, even Japanese didn’t know about “umami”, however the word became quite fashionable recently (especially in connection with the world-wide appreciation for Japanese food). One could translate it with “pleasant savory taste”. I don’t know, if this really is a “category of taste”, but if it is, the tea we tasted obviously belonged to it.

Before we moved on to the next point on our itinerary, we had a chance to enjoy hand-made “sato-ben (郷弁 / さとべん) – lunch boxes with lots of local vegetables and other palatal delights.

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Sato-ben (郷弁)

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Sato-ben (郷弁)

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Sato-ben (郷弁)

Seto Yashiki (瀬戸屋敷), Sato-ben (郷弁)

(4) Soga no Bairin (曽我梅林 / そがのばいりん)

The Soga no Bairin (曽我梅林 / そがのばいりん) (plum trea grove of Soga) near Odawara (小田原 / おだわら) was the perfect place for not only inhaling some Japanese culture and tradition, but also to enjoy the first signs of the approaching spring. Yet another highlight of the tour was the “Yabusame” (流鏑馬 / やぶさめ) (horseback archery). The one here in Soga is related to one of three most famous revenge stories of Japan: the Soga Monogatari (曽我物語 / そがものがたり), or “The Tale of the Soga Brothers”. It comes from a mediaval text called “Azuma Kagami” (吾妻鏡 or 東鑑 / あずまかがみ), the “Mirror of the East”, that was compiled after 1266 and chronicles events of the Kamakura Shogunate. In this story Soga Gorō and Soga Jūrō, who sought out their father’s murderer and avenge their father by killing him. The story has been told and retold, in a variety of forms, including kabuki (歌舞伎 / かぶき) and bunraku (文楽 / ぶんらく) (puppet plays). But it is based on a supposed-to-be true historical incident.

The horse archery is carried out on a 240 metres long track and is rather a ceremonial event than a sportive one. Even though it has its origins in martial arts, after World War II. it has been reduced to its Shintō sources and consists of a elaborate ceremony with Shintō priests and the ritual archery afterwards. For anybody who is not familiar with Shintō ceremonies (and who is?), the event draws its very particular charm from the period costumes all participants are wearing. In this case the dress code follows the “Takeda style” (武田流 / たけだりゅう) of horseback archery.

Have a look at the archers medieval costumes, the armour of the soldiers and the outfit of the grooms – a feast for the eyes (and most likely not the most comfortable thing to wear).

Maybe I wasn’t able to catch this in the most impressive way – but have alook at the pictures below in fast succession and see the archers move….

But the Soga no Bairin is always worth a detour – aside from the once-a-year opportunity of the Yabusame, which is held always on February 11 – the national holiday for the “Commemoration of the Founding of the Nation” (建国記念の日 / けんこくきねんのひ), when the first Emperor of Japan, the Jimmu Tennō (神武天皇 / じんむてんのう) ascended the throne in the year 660 B.C. (we are all far too young to have witnessed it personally…).

You’ll have to exercise some extensive search, if you are to find another place that offers 35,000 plum trees. Early February might be a touch too early for a visit (at least it was in this year), but the plum trees’ blossoms are a joy in any case. They are so delicate, so fragile and their fight against the forces of nature is so much more impressive than the blossoms of the cherry trees (one and a half months later), that I tend to appreciate the plum blossoms far more – their humble modesty seems to represent Japan far better than the overbearing glory of the famous cherry blossoms.

On a day like that you’ll find small booths that sell local goods (particularly those made of local plums) and tradional snacks.

And if the plum blossoms don’t satisfy your need for glory, have a look to the West and enjoy the majesty of Mt. Fuji (富士山 / ふじさん) – Japans sacred mountain also formed the backdrop for the archery event and ceremony.

Yabusame (流鏑馬)

Yabusame (流鏑馬)

Soga no Bairin (曽我梅林), Mt. Fuji (富士山)

Soga no Bairin (曽我梅林), Mt. Fuji (富士山)

(5) Ishii Jōzō (石井醸造 / いしいじょうぞう) in Ōimachi (大井町 / おおいまち)

What would an outing to this part of Kanagawa prefecture (神奈川県 / かながわけん) be, without visiting a sake brewery? Here, where the earth is blessed with the clear waters from the Mt. Fuji area, some of the most delicious sakes of the country are being brewed. And one of those breweries is the Ishii Sake Brewery (Ishii Jōzō (石井醸造 / いしいじょうぞう) in Ōimachi (大井町 / おおいまち).

Their sake is very rightfully called “Pride of Soga” (Soga no homare / 曽我の譽 / そがのほまれ) – and local connoisseurs speak highly of it (unfortunately, it is not to be had outside the prefecture). The brewery is now run by the sixth generation of the Ishii family. The high season for sake brewing is winter, as the process requires cool temperatures. During this time it has been a long tradition that sake workers come down from Iwate prefecture (岩手県 / いわてけん), just for the work of producing sake, as sake brewing is still a rather labour-intensive process. And we had the chance to see it all with our own eys (I’m not an expert in sake brewing – so, please be gentle with me, should the order of the pictures not acurately represent the production process).

In addition to the traditional sake produkts the Ishii Jōzō also produces a most delicate plum wine (梅酒 / うめしゅ). In contrast to the often  shōchū-based plum wines, here sake is used as a basis, resulting in afruity and delightflully not-so-sweet wine, made from the plums from Soga.

Or have a taste of the sake-soaked plums – even if you don’t like the sour plums (umeboshi / 梅干 / うめごし) Japan is famous for, you’ll love these ones. Our visit to the brewery included a most entertaining sake tasting – a few gulps of those delights for the taste-buds, and the whole group turned into quite a happy bunch.

Have a look at the liquors we sampled:

Ginjō Shu (吟醸酒 / ぎんじょうしゅ) (日本酒度+3~+4), 15 to 16 vol. % alcohol

Ishii Jōzō (石井醸造)

Ishii Jōzō (石井醸造)

Shiboritate (Genshu) (絞り立て / しぼりたて) (原酒 / げんしゅ) (日本酒度+4~+6) a freshy brewed, unfiltered sake with hefty 19 to 21 vol.% alcohol

Ishii Jōzō (石井醸造)

Ishii Jōzō (石井醸造)

Orizake (おり酒 / おりざけ) a very early stage of sake, still cloudy from the yeast and very slightly sparkling

Ishii Jōzō (石井醸造)

Ishii Jōzō (石井醸造)

Umeshu (梅酒 / うめしゅ) (12 to 13 vol. % alcohol)“, the one I was mentioning above.

Ishii Jōzō (石井醸造)

Ishii Jōzō (石井醸造)

(6) Shasui no taki (洒水の滝 / しゃすいのたき) in Yamakita (山北町 / やまきたまち)

After having endulged in sake, a little walk was just the perfect way to clear our heads. The “Shasui no Taki” (洒水の滝 / しゃすいのたき), Shasui-Waterfall, was – even though the spot will be more breathtaking in early summer – a well-selected destination. Just coming from the world of sake (酒), one might confuse the first kanji of the waterfall’s name (洒) with the one for sake – but it has one stroke less. Anyway, and much more importantly, the Shasui no Taki is regarded as one of the 100 famous waterfalls of Japan and has been listed as such in 1990 by the Ministry of Environment and Forestry (actually: it’s number 31 on the list) after votes taken from all over the country. It also ist one of the 50 most beautiful landscapes of Kanagawa Prefeture (as published by the tourist agency of Kanagawa in 1979).

It is actually three waterfalls, with a total height of fall of 90 metres – the most impressive part is covered by the top fall with a length of 69 metres, and that is the one that can be seen best from a small red bridge at the bottom of the cascade.

En route to the Shasui no Taki one passes a rather pretty temple in the forest, the Saishō-ji (最勝寺 / さいしょうじ). It is home to a drum- (taiko / 太鼓 / たいこ)-school and a place for a large number of Jizō (地蔵 / じぞう), small statues of the Jizō-bosatsu or Kṣitigarbha to remember and appease “mizuko” (水子 / みずこ) (babies who have miscarried or were aborted).

How to get there:

The starting point of our tour (Shin Matsuda / 新松田 / しんまつだ) can most easily be reached from Shinjuku station (新宿駅 / しんじゅくえき) with local and rapid trains of the Odakyū line (小田急線 / おだきゅうせん). And if you want to give you that special treat you deserve, take one of the Odakyū line’s “Romancecars” (ロマンスカー) – that’ll cost you a few hundred yen extra, but is infinitely more comfortable.

Travel time (depending on your train selection): 1 hour to 1 1/2 hours.
Train fare (of course, also depending on your train selection): 780 Yen to 1.470 Yen (as per February 2016)

If your trip is supposed to start from Tōkyō, you may as well take a Shinkansen (新幹線 / しんかんせん) to Odawara ( 小田原 / おだわら) and change to the Odakyū line (小田急線 / おだきゅうせん) from there (bound for Shinjuku).

Travel time: Shinkansen: 35 minutes / Odakyū line: 8 minutes
Train fare: 3,440 Yen (incl. Shinkansen and Odakyū line) (as per February 2016)

Ashigara Tour Group

Ashigara Tour Group

Did you enjoy this posting? There is more about Ashigara here:

Minami Ashigara (南足柄)
– And yet another day of adventure and experience in Kanagawa


Manazuru (真鶴) (Engl.)

11. October 2015

A day at the seaside – nature, art, palatal pleasures and more

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

It is in the nature of the city slicker to develop a certain yearning for some “green” around her/him, for some “nature” and for a little solitude. Fortunately, at least the Tōkyōite doesn’t have to leave this yearning unsatisfied, as the megalopolis is practically surrounded by charming places to visit and unexpected gems of nature – and many of them have “one-day-trip” written all over them.

One of them is the wonderful pensinsula of Manazuru (真鶴 / まなづる) (which can be casually translated with “crane”, but which is also the name of the white-naped crane), roughly two hours by train from Tōkyō, charmingly located at the Sagami Bay (相模湾 / さがみわん), in the Kanagawa prefecture (神奈川県 / かながわけん), not too far from its capital, Yokohama (横浜 / よこはま).

It is about time that I told you a little about the day which I had the joy of spending there recently. And by doing so, I wouldn’t mind, if you got tempted yourself to put this pretty place on your itinerary. The trip was organised by the incomparable Alice Gordenker – and if you have read this blog carefully, the name may sound familiar to you, as she was also “behind the scenes” by organising and leading the excursions, when I wrote my articles on the “Toguri Museum of Art“, on the project of “Amputee Venus” and the “Teien Art Museum“. Also you will find Alice Gordenker’s blog in my blogroll.

In this particular case the Kanagawa prefecture was sponsoring the tour, as they are aiming at attracting more foreign tourists.

But let’s go back to the cape of Manazuru – and back to when it was created:
The peninsula emerged from volcanic activity around 150 million years ago (unfortunately, I am unable to furnish you with pictures of those events, as even I was too young 150 million years ago to be able to take pictures…). The grounds of the area are rather stony and mountainous and provide little base for farming. In the old days people were living from fishing and quarries – signs of the latter can be found almost everywhere alongside the coast. The castles of Odawara (小田原 / おだわら) and Tōkyō (東京 / とうきょう) – formerly Edo (江戸 / えど) – made use of this high quality andesite (a volcanic rock) which is called “komatsu ishi” (小松石 / こまついし) around here. But also today this kind of stone is rather popular in gardening. However, the quarries date back into even older times – already as early as in the Kamakura era (鎌倉時代 / かまくらじだい) in the 12th century, stone was broken directly at the coastline, as transportation via ship was much easier and much more efficient than carrying the heavy loads overland.

In our days only a few people can still make their living from working in the quarries and/or fishing. Like in other rural disctricts, also Manazuru’s population as declined – from more than 10,000 to about 8,000. People have moved closer to where work/business can be found, to urban areas in the Kantō region (関東地方 / かんとうちほう). Nevertheless, recently also some “U-turn”-tendency, a “back to nature”-approach can be witnessed, of which Manazuru and its splendid location could benefit.

Manazuru (真鶴)

Manazuru (真鶴)

In order to gain an overview of the peninsula as a whole, nothing could have been more appropriate than chartering a boat. And that’s exactly what we did. The 30-minute “Discovery Cruise“, which is offered once an hour (except during the winter months) wasn’t just great fun, it also provided more understanding for the particular topography of the cape. Most likely, you’ll have just as much fun with the seagulls that usually follow the boat – begging for food – but don’t forget to pay some attention to the rocks of the pensinsula and its impenetrable forest. And last, but not at all the least, there are the mystic rocks at the southeastern tip of the peninsula, called “Mitsu Ishi“ (三ツ石 / みついし) – a sacred place of the Shintō religion. The two biggest of the andesite monoliths are connected by a “divine rope”, a “shimenawa” (注連縄 / しめなわ) adorned with sacred paper strips, called “gohei” (御幣 / ごへい). The main rock also carries a shining red “torii” (鳥居 / とりい) – a Shintō gate – and a small shrine in the same blazing red.