Die Meiji Maru (明治丸)

24. February 2017

Eisernes Sinnbild für die Modernisierung Japans

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Aufgrund der großen Anzahl der verfügbaren englischsprachigen Quellen zu diesem Schiff, ist keine englischsprachige Version dieses Artikels vorgesehen.
Due to the numerous resources available in English about this ship, an English version of this posting is not planned (but let me know, should a translation make you happy…).

Die Meiji Maru (明治丸 / めいじまる) war ein in ihrer Zeit ungewöhnlich luxuriöses Schiff für die Versorgung von Leuchttürmen. Es war von der japanischen Regierung in Großbritannien in Auftrag gegeben worden, und im Jahr 1873 wurde ihr Kiel auf der Napier & Sons Werft in Govan (Glasgow) gelegt. Nach seiner Fertigstellung im November 1874 wurde es  1875 auf die Reise von Glasgow nach Yokohama geschickt, wo die Meiji Maru im Februar desselben Jahres ankam. Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war sie ein Zweimast-Toppsegelschoner von mehr als 1.000 Tonnen (brutto), einer Länge von 86,6 Metern und einer Breite von 9,1 Metern. Außerdem war sie ausgerüstet mit Doppelschiffsschrauben und zwei Dampfmaschinen mit 1.100 PS (ich habe auch Quellen gefunden, die von 1.530 PS sprechen), die das Schiff auf eine Geschwindigkeit von 11,5 Knoten brachten. Es war damals „state of the art“ und sollte auch auf den Meeren zeigen, dass Japan sich anschickte, sich zu einer modernen Nation zu entwickeln.

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Der Meiji Tennō (Mutsuhito, 1852-1912) war an Bord des Schiffes, als es zu seiner Einweihungsfahrt von Yokosuka (横須賀 / よこすか) nach Yokohama (横浜 / よこはま) in See stach (die beiden Städte liegen ungefähr 40 km Luftlinie von einander entfernt). Seinen Namen trägt das Schiff aus gutem Grund: Ebenso modern, wie das Schiff, wollte sich auch der Monarch geben, der die Regentschaft der Shōgune beendet und das Heft der Macht wieder in die eigenen Hände genommen hatte.

Der Kaiser, den bisher kaum ein Mensch zu sehen bekommen hatte, tat alles, um seine neu gewonnene Macht zu festigen. Besuchsfahrten in alle Winkel seines Reiches gehörten dazu und steigerten seine Popularität ungemein.
Auf seiner Tour durch den Nordosten der japanischen Hauptinsel und Hokkaidō ging Kaiser Meiji in Aomori (青森 / あおもり), Nordjapan, 1876 an Bord der Meiji Maru und segelte mit ihr nach Hakodate (函館 / はこだて) in Hokkaidō (北海道 / ほっかいどう) – beide Städte werden nur von der hier etwa 120 km breiten die Tsugaru-Straße (津軽海峡 /  つがるかいきょう) getrennt. Seine Reise endete am 20. Juli 1876 mit seiner Ankunft in Yokohama in der Präfektur Kanagawa (神奈川県 / かながわけん). Dieser Tag wird bis auf den heutigen Tag als „Tag des Meeres“ (海の日 / うみのひ) als Nationalfeiertag begangen.

Die Meiji Maru war für ungefähr 20 Jahre im Einsatz als Versorgungsschiff für Leuchttürme, bevor sie 1896 als Trainingsschiff für die Seefahrtsschule (東京商船学校 / とうきょうしょうせんがっこう) in Reiganjima ( 霊岸島 / れいがんじま), heute Shinkawa (新川 / しんかわ) im Tōkyōter Bezirk Chūō (中央区 / ちゅうおうく) vor Anker ging und schließlich bei der Verlegung der Schule nach Etchūjima (越中島 / えっちゅうじま) (1902) im Bezirk Kōtō (江東区 / こうとうく) dorthin umzog. Bereits 1897 war das Schiff ins Eigentum der Schule übergegangen und 1901 zu einem Dreimast-Vollschiff umgebaut worden, um von da an fest vor Anker zu verbleiben.
Die Seefahrtsschule wurde 1925 zur Seefahrts-Hochschule (東京高等商船学校 / とうきょうこうようしょうせんがっこう) und schließlich nach dem zweiten Weltkrieg (in Zwischenschritten) zum Etchūjima-Campus der heutigen Ozeanischen Hochschule Tōkyō (東京海洋大学 / とうきょうかいようだいがく).

Die Meiji Maru blieb „Klassenzimmer“ für die Ausbildung der jungen Seefahrer für ungefähr 50 Jahre bis 1945 und hat dabei über 5.000 junge Seeleute kommen und gehen sehen. Sie kenterte zweimal während verheerender Taifune (1911 und 1917), überstand aber das große Kantō-Erdbeben (1923) und die Luftangriffe der Alliierten im März 1945. Während beider Katastrophen diente das Schiff als Auffanglager für Opfer und hat sich dadurch einen besonderen Platz im Herzen der Einwohner des Kōtō-Bezirks (江東区 / こうとうく) gewonnen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden sowohl das Schiff, als auch die Schulgebäude von den Besatzungsmächten konfisziert. Das führte dazu, dass sich niemand mehr um die Meiji Maru kümmern konnte (andere Quellen sprechen davon, das Schiff sei von den Besatzungskräften als Kantine verwendet worden) und schließlich dazu, dass sie 1951 volllief und im Campus-See sank. Die Meiji Maru konnte aber geborgen werden und aus Anlass ihres 85. Jubiläums im Jahre 1960 wurde damit begonnen, sie zu restaurieren. Bei der Gelegenheit wurde sie auch an ihren heutigen Standort verbracht. Zu ihrem 100. Geburtstag im Jahre 1975 wurde erneut an der Wiederherstellung des Schiffes gearbeitet – unterstützt durch Spenden von Alumni der Hochschule und der Schiffsindustrie.

Die Meiji Maru ist das einzige Schiff Japans, das heute noch erhalten ist, das komplett aus Eisen hergestellt worden war (nicht, wie heute, aus Stahl). Seine Einzigartigkeit und seine historische Bedeutung schlugen sich im Mai 1978 in einer Anerkennung als wichtiges Kulturgut nieder.

Auch wenn das Schiff nach den letzten Renovierungsarbeiten (2015) schon von außen einen wirklich überwältigenden Eindruck macht, so ist doch sein Inneres von besonderem Interesse, denn es ist nicht nur das einzige Schiff, das über eine nur dem Kaiser vorbehaltene Kabine (schmückend „Thron / 御座所 / ごやしょ” genannt) verfügt, sondern auch über einen recht prächtig ausgestatteten Salon, der sicher nicht typisch für ein Versorgungsschiff gewesen sein mag.

Schauen Sie sich aber auch die historischen Gebäude auf dem Etchūjima-Campus der Ozeanischen Hochschule an. Das Hauptgebäude stammt aus dem Jahre 1932, als es ein ursprünglich hölzernes Schulgebäude ersetzte, das während des großen Kantō-Erdbebens niedergebrannt war. An diesem Campus sind die Abteilungen “Maritime Systems Engineering”, “Elektronik und Maschinenlehre” und “Logistics und Informatik” der Fakultät für Marine Ingenieurwissenschaften untergebracht.

Ozeanische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Außerdem befinden sich auf dem Gelände der Universität zwei Sternwarten, die hier im Juni 1903 errichtet wurden. Das erste von beiden soll das fortschrittlichste Teleskop des Orients seiner Zeit sein Eigen genannt haben. Beide wurden im Dezember 1997 als Kulturgüter anerkannt.

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Gleich nebenan befindet sich eine Gedenkstätte für Kapitän Genzaburō Kan (菅源三郎 / かんげんざぶろう) (1883-1942), der sich als Abgänger von dieser Hochschule und Kapitän der “Nagasaki Maru” einen Namen gemacht hat, als das Schiff im Jahre 1942 vor der Einfahrt in den Hafen von Nagasaki von Minen versenkt wurde und er tatsächlich erst als letzter Mann von Bord ging. Auch wenn man ihm seinerzeit keinerlei Schuld am Untergang der “Nagasaki Maru” geben konnte, fühlte er sich für den Tod von 13 getöteten und 26 vermissten Kameraden verantwortlich und brachte sich drei Tage später selbst um.

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学), Genzaburō Kan (菅源三郎)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学), Genzaburō Kan (菅源三郎)

Und wenn mir jetzt noch jemand erklären kann, warum japanische Schiffe immer “Maru” (丸 / まる) heißen, was ja eigentlich “Kreis” oder “Rund” bedeutet… Wikipedia bietet mehrere Erklärungen dafür, aber es wird ja hoffentlich auch eine richtige geben…

Adresse des Schiffes:

Meiji Maru
Etchūjima Campus of
Tōkyō University of Marine Science and Technology
2-1-6, Etchūjima, Koto-ku, Tōkyō

Telefon: 03-5245-7360

〒135-8533 東京都江東区越中島2-1-6
東京海洋大学 越中島キャンパス
明治丸

Öffnungszeiten:

Grundsätzlich dienstags und donnerstags, sowie an jedem ersten und dritten Samstag im Monat:
10 Uhr bis 16 Uhr (April bis September)
10 Uhr bis 15 Uhr (Oktober bis März)
Sonderöffnungen an zwei Sonntagen im November

Geschlossen vom 1. August bis 31. August.
Geschlossen vom 16. Dezember bis 15. Februar (gemäß Internetseite der Universität).

Für 2017 galten aber auch schon für die Monate Januar und Februar die oben genannte Regel grundsätzlich. Zusätzlich ist im März auch noch am Samstag, den 25.3, Sonntag, den 26.3 und Freitag, den 31.3. geöffnet.
Es wurde darauf hingewiesen, dass das Schiff von 10 Uhr bis 15 Uhr (letzter Einlass um 14.30 Uhr) besichtigt werden kann.

Während der Schließungszeiten im Winter kann das Schiff, solange der Campus geöffnet ist, von außen besichtigt werden. Für Gruppen von 10 und mehr Besuchern können aber auch in dieser Zeit Besichtigungen nach vorheriger Anmeldung durch geführt werden.

Eintritt frei

Ein weiteres historisches Schiff bei der Ozeanographischen Hochschule:

Wer noch mehr über historische Schiffe in Tōkyō erfahren möchte, für den ist der Shinagawa Campus der Ozeanografischen Universität Tōkyōs interessant, auf dessen Gelände sich z.B. auch die Unyō Maru (雲鷹丸 / うんようまる), ein in Japan gebautes Schulschiff aus dem Jahre 1909, befindet. Die Unyō Maru wurde über 20 Jahre auf 33 Fahrten in erster Linie für Seefangstudien eingesetz. Später diente es, wie die Meiji Maru, Trainingszwecken und wurde zuletzt von 2012 bis 2014 aufwändig restauriert.

Leider konnte ich keine Möglichkeit zur Besichtigung ausfindig machen. Hier ein paar optische Eindrück von dem Schiff, so wie es eben von außen gesehen werden kann:

Adresse:

Unyō Maru
Shinagawa-Campus of
Tōkyō University of Marine Science and Technology
4-5-7 Kōnan, Minato-ku
Tōkyō 108-0075

〒108-8477 東京都港区港南4-5-7
東京海洋大学品川キャンパス
雲鷹丸

Sie interessieren sich für Schiffe?

Dannn lohnt es sich natürlich immer, auch hier einmal vorbei zu schauen:

Yokohama: Hikawa Maru (氷川丸)
– Das bewegte Leben der „Königin des Pazifiks“


Ginza (銀座) (Engl.)

22. November 2014

Shopping street epitomised
or: Names, names, names!

Ginza Chūō Dōri / Harumi Dōri  (銀座中央通り/晴海通り)

Ginza Chūō Dōri / Harumi Dōri (銀座中央通り/晴海通り)

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

If one thinks of “shopping” in Tōkyō, one automatically thinks of “Ginza” – at least that’s how it has been for the last 100 years. Even though there is quite a number of districts with most attractive shopping opportunities, the Ginza (銀座 / ぎんざ)quarter in Tōkyō’s central Chūō district (中央区 / ちゅうおうく) still remains one of those places for consumers with gold- or platinum-coloured credit cards and those how have others pay on their behalf – and tourists from near or far just as well. For quite a while the Chūō Dōri (中央通り / ちゅうおうどおり) (the central street), that crosses the quarter from northeast to southwest and that is usually simply called “the Ginza”, has been conquered by shoppers from China. Should you still be of the opinion that there is no need to differentiate between Japanese and Chinese (or not to be able to tell the one from the other), a visit to the Ginza might be an eye-opening experience for you. You need to be blind or deaf – or both – if you cannot realise that there is a fine difference between Japanese and Chinese. Refined behaviour and respectful consideration of others may not be among the virtues in “the Land of Smiles” (which, at least according to Franz Lehar, is to be found in China).

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

But that is no reason for not presenting the big names that mark the buildings on both sides of this street of joy of consumtion. The pictures below will show you the daytime impression in the upper half, and the nighttime illumination in the lower one. This collection of impressions is not a complete one at all – but I tried to capture at least those names which should be known to fairly everybody, even those who don’t call themselves “power shoppers”.

Should you come to the conclusion that a visit to the Ginza in the evening hours would be more rewarding, I wouldn’t be the one to object.
Click on the pictures to enlarge them

Burberry / Shiseido / Van Cleef & Arpels / Salvatore Ferragamo

Burberry / Shiseido / Van Cleef & Arpels / Salvatore Ferragamo

A&F / UniQlo / GU / Mikimoto / Apple

A&F / UniQlo / GU / Mikimoto / Apple

Dior / Chaumet / Chanel / Dunhil / Tiffany

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Bulgari / Louis Vuitton / Prada / Fancl / Zara

Bulgari / Louis Vuitton / Prada / Fancl / Zara

H&M / Yamaha / Montblanc / Swarowski

H&M / Yamaha / Montblanc / Swarowski

The area of Ginza is the result of one of the first reclamation projects of the old city of Edo. Previously this area had been a swamp. But already in the early 17th century the first houses could be built here. The Tokugawa Shōgunate had its silver-coin mint erected here 1612. And that’s what the Name “Ginza” (銀座) derives from – “gin” (銀) means “silver” and “za” (座) means seat/location.

But the Ginza came to popularity only after it had completely burnt down in 1872 and was re-built in a pseudo-western style with brick buildings – amongst others by my “dearest” architect of those days, Josiah Conder.

Ginza um die Jahrhundertwende

Ginza at the turn of the century

These buildings haven’t survived the troubles of times (and obviously weren’t best-suited for earthquakes) – and I’m not one of those who mourn them. But after all, as a rare exception I may praise even Josiah Conder, as it was thanks to his efforts that the Chūō Dōri (“the Ginza”) was broadened to 27 metres – double of the streets that run parallel to it. It has everthing that makes it a boulevard – but one that is at its best during the hours of evening illumation, as the pictures may indicate.

Mitsukoshi / Wako / Matsuya

Mitsukoshi / Wako / Matsuya

But it is not only the big names and flag stores along the Chūō Dōri that shape the character of it. It is also the confusingly large number of boutiques in the side streets in the checkered outline of this district. And the Ginza is also famous for its enterainment establishments for the not-too-poor. But that’s not the topic of this posting that is mainly dedicated to the names, names, names on both sides of the Chūō Dōri.

How to get there:

Even tough the Ginza can be approached by more than one subway line, the Tōkyō Metro Ginza line (東京メトロ銀座線 / とうきょうメトロぎんざせん), the oldest of Tōkyō’s subway lines, is the one that is practically predestined to bring you there. Its “Ginza” station (銀座 / ぎんざ) is located directly beneath the central crossing of the Chūō Dōri (中央通り / ちゅうおうどおり) and the Harumi Dōri (晴海通り / はるみどおり).
Nevertheless, the Tōkyō Metro Hibiya line (東京メトロ日比谷線 / とうきょうメトロひびやせん) brings you there as well. Just a touch less conveniently located is the station of the Tōkyō Metro Marunouchi line (東京メトロ丸の内線 / とうきょうメトロまるのうちせん).
And should you insist to come here by Japan Rail, you can either leave the train at Yūrakuchō (有楽町 / ゆうらくちょう) and walk in southeastern direction or in Shimbashi (新橋 / しんばし) and head northeast.

Specialty:

On Saturdays and Sundays from noon to 7 pm the Ginza is being transformed into a “pedestrians’ paradise” (literally: 歩行者天国 / ほこうしゃてんごく), when the main street is closed off to road traffic.


Ginza (銀座) (dt.)

15. November 2014

Der Inbegriff einer Einkaufsstraße
oder auch: Namen, Namen, Namen!

Ginza Chūō Dōri / Harumi Dōri  (銀座中央通り/晴海通り)

Ginza Chūō Dōri / Harumi Dōri (銀座中央通り/晴海通り)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Wer in Tōkyō an „Shopping“ oder eben auch nur an ganz profanes Einkaufen denkt, denkt „Ginza“, jedenfalls seit etwa 100 Jahren. Es gibt zwar eine Vielzahl anderer attraktive Einkaufsviertel, aber das Ginza-Viertel in Tōkyōs zentralem Stadtteil Chūō (中央区) ist und bleibt einer der Orte für den Konsumenten mit der gold- oder platinfarbenen Kreditkarte und den, der „bezahlen lässt“ – oder eben den Touristen aus Nah und Fern. Seit einiger Zeit ist die Chūō Dōri (中央通り) (die zentrale Straße), die das Viertel der Länge nach von Nordosten nach Südwesten durchläuft und die auch schlicht „die Ginza“ genannt wird, fest in chinesischer Kundenhand. Wer heute noch der Meinung ist, nicht zwischen Japanern und Chinesen unterscheiden zu müssen (oder zu können), dem sei ein Besuch hier ans Herz gelegt. Wer danach noch immer nicht zwischen Japanern und Festlandschinesen unterscheiden kann, ist entweder blind oder taub – oder beides. Verfeinerte Sitten und rücksichtsvolles Gebaren gehören sicher nicht zu den Kerntugenden im Land des Lächelns (das lt. Franz Lehar ja bekannt in China liegt).

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

Kein Grund hier nicht mal wenigstens einen Teil der großen Namen bildhaft zu präsentieren, die sich an dieser Straße der Konsumfreude angesiedelt haben. Sie können jeweils in der oberen Bildhälfte die Geschäfte bei Tage sehen und unten bei nächtlicher Beleuchtung. Diese Bilderauswahl ist übrigens beileibe keine vollständige – aber die Namen, die man auch dann noch kennen könnte, wenn man kein gewiefter Power-Shopper ist, wollte ich zumindest “eingefangen” haben.

Falls Sie danach zu der Erkenntnis gelangen sollten, dass sich ein abendlicher Besuch mehr lohnt, würde ich mich nicht zu Widerspruch hinreißen lassen. Klicken Sie auf die Bilder, um sie vergrößert anzuzeigen.

Burberry / Shiseido / Van Cleef & Arpels / Salvatore Ferragamo

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A&F / UniQlo / GU / Mikimoto / Apple

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Dior / Chaumet / Chanel / Dunhil / Tiffany

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Bulgari / Louis Vuitton / Prada / Fancl / Zara

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H&M / Yamaha / Montblanc / Swarowski

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Die Gegend von Ginza ist Resultat einer der ersten Landgewinnungsmaßnahmen im alten Edo. War hier vorher nur Sumpfland gewesen, konnte dieser Stadtteil schon im frühen 17. Jahrhundert besiedelt werden. Das Tokugawa Shōgunat ließ hier bereits 1612 eine Münzprägeanstalt errichten. Und davon leitet sich auch der Name „Ginza“ (銀座) ab – „gin“ (銀) steht für „Silber“ und „za“ (座) für den Platz/Sitz.

Wirklich beliebt wurde die Ginza aber erst, nachdem sie 1872 vollständig niedergebrannt war und u.a. von meinem „Lieblingsarchitekten“, Josiah Conder, komplett im pseudowestlichen Stil mit zweigeschossigen Backsteingebäuden wieder aufgebaut wurde.

Ginza um die Jahrhundertwende

Ginza um die Jahrhundertwende

Diese Gebäude haben die Wirren der Zeit (und offensichtlich auch die Erdbeben) nicht überdauert – und ich persönlich gehöre nicht zu denjenigen, die ihnen nachtrauern. Immerhin ist es dem Wirken von Herrn Conder zu verdanken, dass die oben bereits erwähnte Chūō Dōri („die Ginza“) mit 27 Metern heute doppelt so breit ist, wie die vergleichbaren Parallelstraßen und durchaus das Zeug zu einer „Prachtstraße“ hat, das sie allerdings, wie die Bilder vielleicht ein bisschen wiedergeben können, nur bei nächtlicher Beleuchtung wirklich ausleben können.

Mitsukoshi / Wako / Matsuya

Mitsukoshi / Wako / Matsuya

In Ginza sind es aber nicht nur die zahllosen Markengeschäfte, die entlang der Chūō Dōri ihre Flag-Stores eingerichtet haben, sondern auch unzählbar viele Boutiquen in den Seitenstraßen, des schachbrettartig angelegten Grundrisses des Viertels. Und mindestens ebenso berühmt ist Ginza als Vergnügungsviertel für die nicht gänzlich unbetuchten. Aber darauf will ich hier und heute nicht näher eingehen, da dieser Artikel ja in erster Linie den großen Namen entlang der Chūō Dōri gewidmet ist.

Wie man hinkommt:

Auch wenn mehrere U-Bahnlinien zur Ginza führen, ist natürlich die Tōkyō Metro Ginza-Linie (東京メトロ銀座線 / とうきょうメトロぎんざせん), die älteste U-Bahnlinie Tōkyōs, diejenige, die am prädestinierten ist, dorthin zu fahren. Ihre Station „Ginza“ (銀座 / ぎんざ) liegt direkt unter der zentralen Kreuzung von Chūō Dōri (中央通り / ちゅうおうどおり) und Harumi Dōri (晴海通り / はるみどおり). Aber die Tōkyō Metro Hibiya-Linie (東京メトロ日比谷線 / とうきょうメトロひびやせん) fährt natürlich die gleiche Station an. Nur einen Hauch ungünstiger liegen die Gleise der Tōkyō Metro Marunouchi-Linie (東京メトロ丸の内線 / とうきょうメトロまるのうちせん).
Wer partout mit Japan Rail anreisen möchte, steigt entweder in Yūrakuchō (有楽町 / ゆうらくちょう) aus und läuft in südöstlicher Richtung oder in Shimbashi (新橋 / しんばし) in nordöstlicher Richtung.

Besonderheit:

Samstags und sonntags verwandelt sich die Ginza von 12 Uhr bis 17 Uhr in ein Fußgängerparadies (wörtlich: 歩行者天国 / ほこうしゃてんごく), wenn die Hauptstraße für den Autoverkehr gesperrt wird.


Mondinsel, Triumphschrei und sonniges Meer

23. August 2012

Tsukishima, Kachidoki und Harumi
– Die „älteren“ unter Tōkyōs künstlichen Inseln

(You’ll find an English version under: “Moon Island, a Shout of Victory and Sunny Sea“)

Tōkyō Bay Panorama

Tōkyō Bay Panorama

Dass Wohnraum in Japan Raritätsstatus hat, ist ja weithin bekannt. Dass man in Tōkyō deswegen angeblich in Hasenställen und Wohnkapseln wohnt, auch. Wie alle Klischees, die es von Japan gibt, haben natürlich auch diese ihre Berechtigung – aber sie bleiben Klischees, die die Realität nur sehr verzerrt wiedergeben.

Um Platz zu schaffen, hat man schon zu Zeiten der Tokugawa Shōgune (1603-1868) in der Bucht von Tōkyō (damals: Edo) ein vergleichsweise ambitioniertes Landgewinnungsprogramm auf der Agenda gehabt. Die größten Stadtgebiete östlich und südlich des Kaiserpalastes, wo sich heute wichtige Zentren der Stadt befinden, sind in dieser Zeit dem Meer abgerungen worden.

Aber auch in der Meiji-Zeit (1868-1912) ging es mit der Landgewinnung weiter. Beispielsweise Tsukishima (月島 / つきしみあ), die „Mondinsel“, wurde 1892 fertig gestellt, der südliche Teil der Insel, Kachidoki (勝どき / かちどき) (wörtlich kann man das mit „Triumphgeschrei“ übersetzen) zwei Jahre später. Wobei der Name „Tsukishima“ ein schönes Beispiel dafür abgibt, wie man im Japanischen Namen „aufhübschen“ kann, ohne deren Klang zu verändern. Ursprünglich soll „Tsukishima“ nämlich „築島” geschrieben worden sein, was auch „Tsukishima“ gelesen wird, aber „künstliche Insel“ bedeutet. Heute schreibt man die Insel „月島”, was „Mondinsel“ bedeutet und natürlich viel poetischer klingt.

Südöstlich von Tsukishima hat man den Stadtteil „Harumi“ (晴海 / はるみ) dem Meer abgerungen – und 1937 auch so benannt. Diese drei Inselteile sind Ziel unseres heutigen Rundganges – und unterschiedlicher könnten sie kaum sein.

Kachidoki, Harumi Dōri

Kachidoki, Harumi Dōri

Wir beginnen unseren Rundgang am U-Bahnhof „Kachidoki“ (勝どき / かちどき) der Toei Ōedo-Linie, der in der Nähe des Kanals zwischen Tsukishima und Kachidoki liegt. Die Station über den Ausgang A3 verlassend, halten wir uns aber gleich in südöstlicher Richtung auf der rechten Seite der Harumi Dōri (晴海通り / はるみどうり). Die Harumi Dōri verbindet die Insel Harumi (晴海 / はるみ) über Kachidoki mit dem „festländischen“ Stadtteil Tsukiji (築地 / つきじ), wo sich der berühmte Fischmarkt befindet, und den weiter südöstlich gelegenen, neueren Inseln. Und weil wir es oben schon gelernt haben, wissen wir bereits: im Namen von Tsukiji wird noch das „築” verwendet, weswegen man den Stadtteil auch mit „gewonnenes Land“ übersetzen könnte – sprich: auch dieses Land gab’s bis ins 18. Jahrhundert hinein noch nicht.

Entlang der Harumi Dōri sind auf Tsukishima/Kachidoki in den letzten Jahren mehrere gigantische Wohn- und Bürotürme entstanden, die, wie wir später noch sehen werden, das Gesicht der Insel einem gravierenden Wandel unterziehen.

Harumi: Blick nach Toyosu/View to Toyosu

Harumi: Blick nach Toyosu/View to Toyosu

Kachidoki, Harumi & Toyosu

Kachidoki, Harumi & Toyosu

Unser Ziel ist Harumi (晴海 / はるみ), die südlichste, der noch zum zentralen Stadtteil Chūō-ku (中央区 / ちゅうおうく) gehörenden Inseln, deren Name sich so hübsch mit „sonniges Meer“ übersetzen lässt . Hier befand sich früher das internationale Handelszentrum (kokusai bōeki sentā / 国際貿易センター / こくさいぼうえきセンター). Im südlichen Teil der Insel, der unser Ziel ist, ist heute aber eigentlich nur noch der Harumi Futō Park (晴海ふ頭公園 / はるみふとうこうおえん) und das Harumi Passagier-Terminal (晴海客船ターミナル / はるみきゃくせんターミナル) nennenswert. Ansonsten wird der Inselteil durch Brachland (das als Ausbildungsgelände für die Polizei und die Feuerwehr genutzt wird) gekennzeichnet und die auch hier weiter vorrückenden Wohnhochhäuser.

Harumi Futō Park

Harumi Futō Park

Harumi Futō Park: Tōkyō Rainbow Bridge

Harumi Futō Park: Tōkyō Rainbow Bridge

Harumi Futō Park: Tōkyō Rainbow Bridge

Harumi Futō Park: Tōkyō Rainbow Bridge

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Tōkyō Tower

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Tōkyō Tower

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Das Harumi Passagier-Terminal ist eigentlich ein Anachronismus in sich: Das heutige Terminal stammt aus dem Jahre 1991 und wurde seinerzeit mit großem Pomp aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Hafens eröffnet. Dessen ungeachtet steht es die meiste Zeit des Jahres ungenutzt an der Südspitze der Insel, weil sich nur vergleichsweise selten ein Passagierschiff hierher verirrt. Im August 2012 waren es z.B. nur zwei Schiffe (MS Club Harmony, MS Nippon Maru), im September 2012 gar nur eines (MS Silver Shadow). Der ca. 40 km weiter südlich gelegene Hafen von Yokohama ist offensichtlich der für Kreuzfahrtschiffe attraktivere. Allerdings hat man vom Terminalgebäude in  Harumi einen geradezu fantastischen Blick in die Bucht von Tōkyō (siehe ganz oben) – und genau deswegen sind wir ja auch hier.

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Tōkyō Skyline

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Tōkyō Skyline

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Toyosu

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Toyosu

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Toei Bus Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Toei Bus Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Auf dem Rückweg vom Passagierterminal habe ich einen kleinen Abstecher zu den Doppeltürmen der „The Tōkyō Towers“ (ザ・東京・タワーズ) in Kachidoki gemacht (der noch höhere, schlanke Turm auf dem Bild unten gehört zu einer Müllverbrennungsanlage). Mit ihren 58. Stockwerken gelten sie derzeit noch als zweithöchste Wohntürme des Landes. Hier können seit Januar 2008 auf einer Gesamtwohnfläche von über 383.000 Quadratmetern 8.000 Menschen komfortabel wohnen – einige von ihnen werden aber im März 2011 wenig Freude an ihren hoch gelegenen Wohnungen gehabt haben, als während der Erdbeben die Aufzüge aus Sicherheitsgründen immer wieder mal ihren Betrieb einstellen mussten. Die beiden Türme sind architektonisch ja nun beileibe keine Schmuckstücke, aber die Fassadengestaltung ist doch immerhin so gelungen, dass die Doppeltürme bei Fahrten durch die Bucht von Tōkyō oder über die Rainbow Bridge immer wieder den Blick auf sich ziehen.

Kachidoki "The Tōkyō Towers"

Kachidoki “The Tōkyō Towers”

Kachidoki "The Tōkyō Towers"

Kachidoki “The Tōkyō Towers”

Kachidoki "The Tōkyō Towers", Seaside Annex

Kachidoki “The Tōkyō Towers”, Seaside Annex

Kachidoki "The Tōkyō Towers"

Kachidoki “The Tōkyō Towers”

Kachidoki "The Tōkyō Towers"

Kachidoki “The Tōkyō Towers”

Kachidoki "The Tōkyō Towers" & Tōkyō Sky Tree

Kachidoki “The Tōkyō Towers” & Tōkyō Sky Tree

Kachidoki

Kachidoki

Wieder zurück auf Tsukishima geht es nun in ein Viertel, das mir besonders ans Herz gewachsen ist, weil es unverhofft ein Bild von Tōkyō zeigt, wie es heute nicht mehr gar so oft vorgefunden werden kann. Schade natürlich, dass auch dieses Viertel in seinem Bestand durchaus bedroht ist: Die Gässchen rechts und links der Nishinakadōri (西仲通り / にしなかみせどうり) in Tsukishima sanchōme (月島三丁目 / つきしまさんちょうめ). Die dicht bei dicht stehenden Einfamilienhäuser zeigen auch heute noch, wie beengt aber auch urig früher generell in Tōkyō gewohnt wurde. Bebauungen dieser Art sind natürlich schon aus brandschutztechnischer Hinsicht heute nicht mehr üblich – aber diese freundlich-schrullige Gegend ist seit meinem ersten Besuch vor vier Jahren ohnehin sichtbar kleiner geworden, nachdem die Wohntürme das Bild der Insel mehr und mehr dominieren.

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Eine Attraktion ist aber die Nishinakadōri selbst. Hier reiht sich ein Restaurant unter den überdachten Trottoirs an das andere. Und die weitaus meisten dieser Restaurants bieten eine Spezialität, die aus Tōkyō stammt und für die Tsukishima berühmt ist: Monjayaki (もんじゃ焼き / もんじゃやき). Wer das berühmte Okonomiyaki (御好み焼き / おこのみやき)  aus Ōsaka und Hiroshima kennt, kann sich so ungefähr vorstellen, um was es sich bei Monjayaki handelt. Auch Monjayaki wird auf der heißen Stahlplatte zubereitet, ist insgesamt aber flüssiger und sieht – mit Verlaub gesagt – auf den ersten Blick nicht besonders appetitlich aus. Die Grundzutaten bestehen aus Mehl, Kartoffeln, Ei, Kohl, Wasser und Fischbouillon und werden durch die Zugabe von Fleisch, Fisch, Gemüse etc. aufpeppt. Da die Masse auch beim Brutzeln auf der heißen Platte nicht wirklich „fest“ wird, isst man sie mit kleinen Spateln von außen nach innen direkt von der Platte. Und trotz des eher wenig appetitlichen Aussehens, ist Monjayaki nicht nur wirklich lecker, sondern auch eine überaus kommunikative Köstlichkeit, weil man sie sich in aller Regel selbst am Tisch zubereiten kann. Besonders charmant sieht die Nishinakadōri natürlich abends aus, wenn sie sich besonders bei jungen Leuten großer Beliebtheit erfreut, die sich diese nicht ausgesprochen kostspielige Köstlichkeit gönnen.

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri (Polizeistation/Police Station)

Tsukishima, Nishinakadōri (Polizeistation/Police Station)

Tsukishima, Monjayaki

Tsukishima, Monjayaki

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

Wie man hinkommt:

  • Mit der Toei Ōedo-Linie (都営大江戸線 / とえいおおえどせん) nach Kachidoki (勝どき / かちどき) oder Tsukishima (月島 / つきしま).
  • Mit der Tōkyō Metro Yūrakuchō-Linie (東京メトロ有楽町線 / とうきょうメトロゆうらくちょうせん) nach Tsukishima (月島 / つきしま).
  • Nach Harumi gibt es keine U-Bahnverbindung – Busse verkehren aber auch regelmäßig zum Harumi Passagier-Terminal (z.B. die Toei Bus-Linie Nr. 5 vom Bahnhof Tōkyō kommend)

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– Früheste Landgewinnung & Rezessionsbekämpfung durch Beton


Moon Island, a Shout of Victory and Sunny Sea

23. August 2012

Tsukishima, Kachidoki and Harumi
– The “older ones“ among Tōkyō’s man-made islands

(Eine deutschsprachige Version finden Sie unter: “Mondinsel, Triumphschrei und sonniges Meer“)

Tōkyō Bay Panorama

Tōkyō Bay Panorama

It’s widely known that housing space is a rarity in Japan. It’s also said that people live in rabbit hutches and capsules in Tōkyō. Like with all of the other cliches that flourish when it comes to Japan, also these have true core – but they remain what they are: cliches and they paint a rather distorted picture of reality.

In order to create more living space, even at the era of the Tokugawa Shōgunes (1603-1868) there was a rather ambitious land reclamation programme in Tōkyō Bay (at that time: Edo Bay). The largest parts of the city in the east and the south of the Imperial Palace, which house some of the most important centres of the city, were reclaimed from the sea at that time.

But also during the Meiji period (1868-1912) the land reclamation was continued. For example, Tsukishima (月島 / つきしみあ), the „Moon Island“, was completed in 1892 and the southern part, Kachidoki (勝どき / かちどき) (which can be literally translated as “Shout of Victory“) two years later.

Also the name ”Tsukishima“ provides a beautiful example for how names can be „glamorized“ in Japanese, without changing their spoken sound: Even though the island has been named “Tsukishima“ right from the beginning, it is said that, originally, the kanji “築島” were used which are also read “Tsukishima“, but man „man-made island“. Nowadays Tsukishima is written “月島” which means “Moon Island“. And, quite frankly, that sounds much more poetic, doesn’t it?

In the southeast of Tsukishima the “Harumi” (晴海 / はるみ) district was reclaimed from the Tōkyō Bay and named that way in 1937. The three island parts named so far are our distinations for our walk today – and they couldn’t be more different.

Kachidoki, Harumi Dōri

Kachidoki, Harumi Dōri

Let’s start our walk at the subway station “Kachidoki“ (勝どき / かちどき) of the Toei Ōedo line, which is located not far from the canal between Tsukishima and Kachidoki. While we leave the station via exit A3, we head in southeastern direction on the right side of the Harumi Dōri (晴海通り / はるみどうり). The Harumi Dōri connects the island Harumi (晴海 / はるみ) via Kachidoki with the “onshore” district of Tsukiji (築地 / つきじ) – home of the biggest fish market in the world – and the newer islands further in the southeast. And because we’ve learned about that kind thing already above, we know already: since the Japanese way of writing “Tsukiji” uses the kanji “築” one could translate its name with “reclaimed land” – or, with other words: also this land did not exist until this 18th century.

During recent years a lot of gigantic apartment- and office towers have been built Alongside the Harumi Dōri on Tsukishima and Kachidoki. And, as we are going to see later, they are going to seriously change the face of this part of Tōkyō.

Harumi: Blick nach Toyosu/View to Toyosu

Harumi: Blick nach Toyosu/View to Toyosu

Kachidoki, Harumi & Toyosu

Kachidoki, Harumi & Toyosu

Our first destination is Harumi (晴海 / はるみ), the southernmost island in the bay which still belongs to Tōkyō’s central district Chūō-ku (中央区 / ちゅうおうく). The Name “Harumi” can also be translated rather poetically with “Sunny Sea”. There used to be the International Trade Centre (kokusai bōeki sentā / 国際貿易センター / こくさいぼうえきセンター) on this island. The southern part of Harumi, which is our destination, has only two “real” points of interest left: The Harumi Futō Park (晴海ふ頭公園 / はるみふとうこうおえん) and the Harumi Passenger Terminal (晴海客船ターミナル / はるみきゃくせんターミナル). Apart from that, this part of Harumi is mostly waste land (utilised as training grounds for the police and the fire fighters) which is eaten bit by bit by advancing building activities, hence, further gigantic apartment towers.

Harumi Futō Park

Harumi Futō Park

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Tōkyō Tower

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Tōkyō Tower

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal

The Harumi Passenger Terminal is – in a way – an anachronism. The present terminal was opened in 1991 with great pomp on the occasion of the 50th birthday of the port. Despite this, the terminal is hardly ever used during the course of a year, because there are only very few ocean liners who accidentally make it to Tōkyō. For example, in August 2012 it was just two ships (MS Club Harmony, MS Nippon Maru), in September 2012 even only one ship (MS Silver Shadow) landing here. The port of Yokohoma, some 40 km further south seems to be more attractive for cruise liners. However, from the Harumi Futō Park and the Harumi terminal one has an almost spectacular view of Tōkyō Bay (see at the top of this posting) – and that’s exactly the reason why we are here today.

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Tōkyō Skyline

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Tōkyō Skyline

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Toyosu

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Toyosu

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Toei Bus Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal & Toei Bus Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal

Harumi Passagier/Passenger Terminal

On my way back from the passenger terminal I took a little detour to the twin towers called „The Tōkyō Towers“ (ザ・東京・タワーズ) in Kachidoki. They are still the second tallest apartment buildings in the country (the even taller tower on the right of the twin towers on the picture below belongs to a waste incineration plant). Since January 2008 the complex is able to provide ample living space for about 8.000 people – distributed over 58. floors in each tower and all together more than 383,000 square metres of space. May be some of the inhabitants may have had little fun only living here in March 2011 when the elevators had to be put out of service from time to time for security reasons durning the long row of earthquakes. Architecturally these both towers may not be a gem, but they design of the facades is quite eye-catching when you cross Tōkyō Bay or the Rainbow Bridge.

Kachidoki "The Tōkyō Towers"

Kachidoki “The Tōkyō Towers”

Kachidoki "The Tōkyō Towers"

Kachidoki “The Tōkyō Towers”

Kachidoki "The Tōkyō Towers", Seaside Annex

Kachidoki “The Tōkyō Towers”, Seaside Annex

Kachidoki "The Tōkyō Towers"

Kachidoki “The Tōkyō Towers”

Kachidoki "The Tōkyō Towers"

Kachidoki “The Tōkyō Towers”

Kachidoki "The Tōkyō Towers" & Tōkyō Sky Tree

Kachidoki “The Tōkyō Towers” & Tōkyō Sky Tree

Kachidoki

Kachidoki

Back on Tsukishima we are visiting a quarter of the island which is particularly dear to me, because it still offers a picture of the “old Tōkyō” that cannot be found to often any longer. Naturally, it’s a bit of a shame that this quarter may have been like that for the longest time, as the giant living towers are gaining ground. It’s the little alleys on the left and right of the Nishinakadōri (西仲通り / にしなかみせどうり) in Tsukishima sanchōme (月島三丁目 / つきしまさんちょうめ) I’m talking about. The close-packed one-family-houses show how cramped but also homey living used to be in most parts of the city. Modern fire protection laws wouldn’t allow this way of building development any longer, but this friendly-cranky neighbourhood is anyway getting smaller and smaller as I had to realise when I compared my impressions with a visit to this area four years ago.

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Tsukishima sanchōme

Yet another attraction is the Nishinakadōri itself. This street is lined by a long row of restaurants on both sides. And most of these restaurants offer a Tōkyō specialty for which Tsukishima is famous: monjayaki (もんじゃ焼き / もんじゃやき). If you know the famous “okonomiyaki” (御好み焼き / おこのみやき) from Ōsaka and Hiroshima, you’ll have a rough picture of what “monjayaki” is all about. Also monjayaki is being prepared on a hot steel plate, but is all together more “liquid”. And – if you pardon the expression – it doesn’t look particularly appetising at a first glance. The basic ingredients are flour, potato, egg, cabbage and fish stock. And they are “enhanced” by meat, fish and/or vegetables. Since all these ingredients don’t really gain a firm consistency during the course of frying it’s eaten directly from the steel plate by using a little spattle. It may not look to yummy, but monjayaki is not only delicious, it is also a most “communicative” delicacy, as usually everyone has to cook it him/herself at the table.

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri (Polizeistation/Police Station)

Tsukishima, Nishinakadōri (Polizeistation/Police Station)

Tsukishima, Monjayaki

Tsukishima, Monjayaki

The Nishinakadōri looks particularly charming during the evening hours and seems to be quite popular with young people who enjoy this rather inexpensive dish.

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

Tsukishima, Nishinakadōri

How to get there:

  • Take the Toei Ōedo line (都営大江戸線 / とえいおおえどせん) to Kachidoki (勝どき / かちどき) or Tsukishima (月島 / つきしま) or
  • Take the Tōkyō Metro Yūrakuchō line (東京メトロ有楽町線 / とうきょうメトロゆうらくちょうせん) to Tsukishima (月島 / つきしま).
  • There is no subway connection to Harumi directly, but there is a regular bus route to the Harumi Passenger Terminal (e.g. Toei bus line no. 5 coming from Tōkyō Station).