U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette – updated

18. October 2017

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (10/2017)

Kampagne/Campaign 2017/2018

Seit April dieses Jahres kann man in den Stationen der Tōkyō Metro virtuelle Stempel sammeln – jeden Monat einen neuen für gutes Benehmen in den Bahnhöfen und Zügen. Wer sich in Japan nicht ganz so gut auskennt, wird sich vielleicht über das “Stempel”-Design ein bisschen wundern, aber hierzulande ist es durchaus üblich, dass man sich z.B. an Orten touristischen Interesses oder Bahnhöfen Stempelabdrücke zur Erinnerung an den Besuch machen kann.

Since April this year you can collect virtual stamps at the stations of the Tōkyō Metro – every month a different one for good manners at stations and on trains. Should you be less familiar with Japan, this “stamp” design may puzzle you a bit, but in Japan it is absolutely common to collect stamp imprints at locations like tourist attractions or train stations – as a souvenir of the visit.

Bringen Sie sich mit den Benimm-Postern der vorangegangenen Monate und Jahre mal wieder auf den neuesten Stand!
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“!

Why don’t you bring yourself up to speed again by having a look at the manner posters of recent months and years?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“.

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Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)

23. September 2017

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
Kurashiki (倉敷)
Zentsū-ji (善通寺)
Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Takamatsu (高松)

Am Morgen des dritten Reisetages erreichten wir Takamatsu (高松 / たかまつ), in der Präfektur Kagawa (香川県 / かがわけん), ebenfalls auf Shikoku gelegen. Die Hafenstadt ist mit über 400.000 Einwohnern die zweitgrößte auf Shikoku. Eine ihrer Hauptsehenswürdigkeiten ist – neben dem Hafen selbst – die Burgruine direkt daneben. Auf diese komme ich im nächsten Artikel noch zu sprechen. Bis zur Fertigstellung der Großen Seto-Brücke (瀬戸大橋 / せとおおはし) (von ihr wird weiter unten noch die Rede sein), die heute Takamatsu auf Shikoku mit der Präfektur Okayama (岡山県 / おかやまけん) auf der Hauptinsel Honshū (本州 / ほんしゅう) verbindet, war Takamatsu einer der wichtigen Fährhäfen zur Verbindung der beiden Landesteile. Völlig zurecht noch berühmter ist allerdings der Landschaftsgarten Ritsurin Kōen (栗林公園 / りつりんこうえん), der von meiner Berichterstattung auch nicht verschont bleiben soll.

Weil es hier ja in erster Linie um eine Kreuzfahrt mit der Asuka II geht, zunächst noch einmal ein paar Ansichten des im Hafen von Takamatsu eben doch etwas „malerischer“ liegenden Schiffes:

Mit einem gemieteten Wagen ging’s am Tag der Ankunft in Takamatsu zunächst einmal über die Große Seto-Brücke / Seto Ōhashi (瀬戸大橋 / せとおおはし) hinüber auf die japanische Hauptinsel Honshu, wo das malerische Kurashiki (倉敷 / くらしき) unser Ziel war. Aber beim Überqueren dieser Brücke, ist der Weg natürlich schon ein Teil des Ziels.

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Die Seto Ōhashi gehört mit einer Gesamtlänge von 13,1 km zu den beeindruckendsten des Landes. Man hat insgesamt 10 Jahre an dem gesamten Brückenkomplex gearbeitet (von 1978 bis 1988). Auf der Fahrt von der Präfektur Kagawa zur Präfektur Okayama befährt man folgende Brückenteile nacheinander:

Bannosu-Viadukt (番の州高架橋 / ばんのすこうかきょう)
Ein eher plump wirkendes Viadukt von 2.939 Metern Länge

Minami Bisan Seto-Brücke (南備讃瀬戸大橋 / みなみびさんせとおおはし)
Mit einer Gesamtlänge von 1.723 Meter und einer Spannweite von 1.100 Metern war sie von ihrer Eröffnung bis 1997 die fünftgrößte Hängebrücke der Welt. Sie bietet mit einer Duchfahrthöhe von 65 Metern auch größeren Schiffen Durchlass.

Kita Bisan Seto-Brücke (北備讃瀬戸大橋 / きたびさんせとおおはし)
Sie ist sozusagen die „kleine Schwester“ der zuvor befahrenen Hängebrücke und bringt es immerhin auf eine Gesamtlänge von 1.611 Metern bei einer Spannweite von 990 Meter (deswegen war sie bei ihrer Eröffnung auch „nur“ die elfgrößte Hängebrücke der Welt) – auch sie bietet eine Durchfahrthöhe von 65 Metern.

Yoshima-Viadukt (与島高架橋 / よしまこうかきょう)
Dieses wiederum etwas unansehnlichere Beton-Verbindungsstück mit einer Länge von 717 Metern führt über die gleichnamige Insel.

Yoshima Brücke (与島橋 / よしまばし)
Diese Stahlfachwerkbrücke führt zu der größten der von dem Brückenkomplex überquerten Inseln, Yoshima (与島 / よしま). Mit einer Länge von 877 Metern und eine Spannweite von 245 Metern gehört sie zu den „kleineren“. Allerdings befindet sich hier auch eine Abfahrt zu der auf Yoshima angelegten Raststätte, die wirklich atemberaubende Blicke auf die Brücke bietet.

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Iwakurojima-Brücke (岩黒島橋 / いわくろじまばし)
Mit einer Gesamtlänge von 792 Metern und einer Spannweite von 420 Meter, ist diese Schrägseilbrücke so etwas wie die Zwillingsschwester der sich weiter nördlich anschließenden Hitsuishijima Brücke. Bevor man diese erreicht, geht die Fahrt aber über das

Iwakurojima-Viadukt (岩黒島高架橋 / いわくろじまこうかきょう)
Mit seinen 93 Metern Länge ist es das Verbindungsstück zur

Hitsuishijima-Brücke (櫃石島橋 / ひついしじまばし)
Sie ähnelt der Iwakurojima-Brücke, wie erwähnt, wie ein Ei dem anderen.

Hitsuishijima-Viadukt (櫃石島高架橋 / ひついしじまこうかきょう)
Dieses Viadukt ist das zweitlängste des Brückenensembles mit einer Länge von 1.316 Metern.

Shimotsui-Seto-Brücke (下津井瀬戸大橋 / しもついせとおおはし)
Diese eindrucksvolle Hängebrücke mit einer Spannweite von 940 Metern und einer Gesamtlänge von 1.447 Metern stellt schließlich die Verbindung zum Festland Honshūs her. Da ihre Durchfahrthöhe „nur“ 31 Meter beträgt, ist sie für größere Schiffe nicht passierbar.

Lage der Seto Ōhashi:

Kurashiki (倉敷)

Auf so schnelle und komfortable Weise auf japanisches Festland gelangt, war es nicht mehr weit bis zum nächsten Etappenziel, der Stadt Kurashiki (倉敷 / くらしき) in der Präfektur Okayama (岡山県 / おかやまけん). Kurashiki ist nicht nur die Heimat von etwa einer halben Million Einwohner, sondern auch ein Touristenmagnet der besonderen Art. Hier haben sich während der Heian-Zeit (794 bis 1185) die Clans der Taira (平 / たいら) – auch bekannt als „Heike“ (平家 / へいけ) und der Minamoto (源 / いなもと) – bekannt auch als „Genji“ (源氏 / げんじ) – heftige Scharmützel geliefert. In der Edo-Zeit (1603-1868) unterstand die Gegend der direkten Kontrolle durch das Shōgunat.

Am bekanntesten ist Kurashiki aber für seine hervorragend erhaltenen Gebäude im Kura (倉 / くら) (Lagerhaus)-Stil aus dem 17. Jahrhundert im Bikan-Viertel (美観地区 / びかんちく) (wörtlich übersetzt: ästetisches Gebiet) der Stadt. Hier hat man schon vor Jahren dafür gesorgt, dass der historische Eindruck nicht durch die andernorts in Japan noch so zahlreich anzutreffenden oberirdischen Versorgungsleitungen verschandelt wird. Die alten, hölzernen Kura entlang eines Kanals sind weiß getüncht und teilweise mit schwarzen Kacheln versehen.

Hier findet der Kunstkenner auch Japans erstes Museum für westliche Kunst, das 1930 von Magosaburō Ōhara (大原 孫三郎 / おおはら まごさぶろう) eröffnete Ōhara Kunstmuseum (大原美術館 / おおはらびじゅつかん), dessen neoklassisches Gebäude im Innern mit Gemälden von El Greco, Monet, Matisse, Gauguin und Renoir ebenso punkten kann, wie mit zeitgenössischer asiatischer Kunst.
Wenn in Kurashiki die Touristenströme (einheimische ebenso wie solche aus Übersee) ganz besonders massiv auftreten, ist das wohl auch dem Umstand zu verdanken, dass es in Japan nicht mehr allzu viele alte Stadtkerne mit traditioneller Bebauung zu sehen gibt.

Lage des touristisch interessanten Teils Kurashikis:

Zurück auf Shikoku lag es nahe, einem weiteren, besonders geschichtsträchtigen Ort eine Aufwartung zu machen – Zentsūji (善通寺 / ぜんつうじ) in der Präfektur Kagawa (香川県 / かがわけん).

Zentsū-ji (善通寺)

Der kleine Ort mit ca. 40.000 Einwohnern wurde nach dem hier befindlichen, gleichnamigen buddhistischen Tempel benannt. Der Zentsū-ji (善通寺 / ぜんつうじ) ist nicht nur eine beeindruckende, weitläufige Tempelanlage, sondern auch der 75. von insgesamt 88 Tempeln des Shikoku-Pilgerweges (四国八十八箇所 / しこくはちじゅうはっかしょ). Aber damit nicht genug der historisch-religiösen Bedeutung! Hier befindet sich auch der Geburtsort des großen japanischen Religionsstifters, Kōbō Daishi (弘法大師 / こうぼうだいし) (eigentlich hieß er Kūkai / 空海 / くうかい) – dem Begründer des Shingon-Buddhismus (真言宗 / しんごんしゅう), der „Schule des wahren Wortes“.
Es existieren mehrere Variationen der Entstehungsgeschichte des Tempels. Das deutsche Wikipedia will uns z.B. glauben machen, dass Kōbō Daishi den Tempel um das Jahr 900 errichtet (als er schon seit fast 50 Jahren tot war!) hat, um darin seine Familie zu ehren. Die englische Ausgabe von Wikipedia schreibt den Tempel dem Vater Kōbō Daishis zu, der ihn im Jahre 813 errichtet haben soll.
Die Webseite des Tempels selbst spricht davon, dass es Kōbō Daishi selbst war, der von 807 bis 813 den Tempel gebaut und nach seinem Vater benannt hat. Gehen wir also einmal davon aus, dass der Tempel selbst am besten wissen wird, wie es um seine Entstehungsgeschichte bestellt ist.

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Jedenfalls dehnt sich die Tempelanlage über ein Areal von 45.000 Quadratmetern, aufgeteilt in ein östliches und ein westliches Gelände aus. Höhepunkt der Anlage (wenngleich historisch nicht das wichtigste Gebäude) ist natürlich die 45 Meter hohe, fünfstöckige Pagode, ein wichtiges Kulturgut Japans, bei deren Entstehungsgeschichte sich die öffentlich zugänglichen Quellen auch nicht so recht festlegen mögen.

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Besonders Wikipedia ist sich ganz offensichtlich nicht so ganz sicher, von welchen (falschen) Quellen es abschreiben soll: In der englischen Ausgabe spricht von von einer Wiederrichtung im Jahre 1884 (was dann auch in Baskisch und Französisch nachgeplappert wird), im Deutschen ist von einem kaiserlichen Erlass aus dem Jahre 1845 die Rede, der schließlich zur Fertigstellung im Jahre 1902 führte, und das japanische Wikipedia macht’s konsequent: Beginn der Konstruktionsarbeiten im Jahr 1854, Fertigstellung 1902 – gleichzeitig aber „Rekonstruktion“ im Jahr 1884 – suchen Sie sich ein Datum aus, das Ihnen am besten gefällt; der Tempel selbst behauptet jedenfalls, die Pagode sei von 1845 bis 1902 wiedererrichtet worden, nachdem sie, wie viele der maßgeblichen Tempelgebäude bei einem Großbrand im Jahre 1558 vernichtet worden waren.

Lage des Zentsū-ji:

Öffnungszeiten:

Das Tempelgelände ist jeden Tag geöffnet.
Die Haupthalle kann täglich von 7 Uhr bis 17 Uhr besucht werden.

Der Zutritt zum Tempelgelände ist frei.

Tagesabschluss: Dondon Großfeuerwerk

Zum Abschluss des dritten Tages der Kreuzfahrt gab es im Hafen von Takamatsu das „52. Sanuki Takamatsu Festival Dondon-Großfeuerwerk“ (第52回さぬき高松祭り花火大会どんどん高松 / だい52さぬきたかまたすまつりはなびたいかいどんどんたかまつ) am Hafen von Takamatsu zu bestaunen. In diesem Jahre sind angeblich 8.888 Feuerwerkskörper auf überaus effektvolle Art und Weise in den nächtlichen Himmel geschossen worden – und wir hatten sozusagen einen Logenplatz auf dem Balkon des Schiffes. Es werden wohl auch wieder an die 300.000 Zuschauer gewesen sein, die sich hierzu, wie im vergangenen Jahr zu diesem Spektakel am Strand und Hafenpark Takamatsus eingefunden hatten.

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise


Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)

17. September 2017

Yokohama (横浜)
Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Yokohama Ōsanbashi / Asuka II (横浜大さん橋/飛鳥II)

Unsere Reise beginnt im Hafen von Yokohama (横浜 / よこはま). Und das dortige Passagierterminal „Ōsanbashi“ (大さん橋国際客船ターミナル / おおさんばしこくさいきゃくせんたーみなる) allein ist schon die Reise wert (Sie müssen auch nicht extra an Bord eines Schiffes gehen, um dieses einzigartige Gebäude kennenzulernen). Das zwischen 1988 und 2002 errichtete neue Pier ist dafür ausgelegt, bis zu vier 30.000-Tonnen-Schiffe oder zwei 70.000-Tonnen-Schiffe gleichzeitig abzuwickeln. Sie werden sagen: Na, und was ist mit den noch größeren? Spätestens ab 90.000 Tonnen müssen diese Monsterkähne leider im weit weniger ansehnlichen Frachthafen abgefertigt werden, da ihnen die Durchfahrthöhe der Yokohama Bay Bridge (55 Meter) den Weg versperren würde (hier passt maximal die „Queen Elizabeth 2“ durch). Und auf Deck 12 der Asuka II hat man auch schon (fast) das Gefühl, nach dem unteren Deck der Brücke greifen zu können.

Hier aber zunächst einmal ein paar Eindrücke vom Passagierterminal in Yokohama, besagtem/r „Ōsanbashi“

Während der Fahrt von Yokohama nach Komatsushima (小松島 / こまつしま), dem Hafen, der am zweiten Tag angelaufen wurde, konnten die Decks der Asuka II bei herrlichstem Sonnenschein bestaunt werden:

Und nach der Ankunft im (allerdings wirklich nicht gerade schönen) Hafen von Komatsushima (小松島 / こまつしま) auf der Insel Shikoku (四国 / しこく) in der Präfektur Tokushima (徳島県 / とくしまけん) konnten wir die ersten Blicke auf das Schiff in seiner ganzen Majestät werfen.

Aber dafür hat man nicht den Pazifik befahren. Das Ziel und erste Highlight der Kreuzfahrt war das Awa Odori-Fest in Tokushima (徳島 / とくしま) in der gleichnamigen Präfektur. Wer meine Artikel über Awa Odori kennt, weiß, wovon ich hier spreche – schauen Sie vielleicht noch hier vorbei:

Kagurazaka Awa Odori (神楽坂阿波踊り)
– Sommerliche Ausgelassenheit mitten in Tōkyō

Kōenji Awa-Odori (高円寺阿波踊り)
Tōkyōs größtes Awa-Tanz-Festival – ausgelassener denn je

Aber der Awa Odori (阿波踊り / あわおどり) in Tokushima ist nun mal die „Mutter“ aller Awa Odori-Feste – und zudem noch das wahrscheinlich größte im ganzen Land. Es findet jedes Jahr vom 12. bis zum 15. Januar statt und zieht weit mehr als eine Million Besucher an. Der offiziellen Lesart nach ist der Awa Odori ein traditioneller Tanz, mit dem die Geister der Toten, die in dieser Zeit (Obon / 御盆 / おぼん) in ihre Heimatstädte zurückkehren, willkommen geheißen werden. Diese spezielle Form des volkstümlichen Straßentanzes geht auf das ausgehende 16. Jahrhundert zurück – angeblich erstmals aufgeführt zur Fertigstellung der Burg von Tokushima (徳島城 / とくしまじょう) 1587. Und wenn man sich den Tanz heute betrachtet, kann man sich schon vorstellen, dass er die Ausgelassenheit (na ja, vielleicht auch das Geschwipstsein) der damaligen Festlichkeit repräsentiert. Wenn Sie sich jetzt fragen, warum der Tanz dann nicht „Tokushima Odori“ hießt, gibt es eine ganz einfache Erklärung: Das, was wir heute „Präfektur Tokushima“ (徳島県 / とくしまけん) nennen, hieß bis 1868 „Provinz Awa“ (阿波国 / あわのくに).
Ein besonderes Erlebnis ist es natürlich, die Tanzgruppen von reservierten Plätzen auf Schauertribünen (1.800 Yen) beobachten zu können. Hier mischen sich „professionelle“ Gruppen, bei denen die Kombination aus Präzision und Geschmeidigkeit des Tanzes eine wahre Freude ist, mit eher laienhaften Gruppen, die einfach Spaß an der Freude haben. Viele Tanzgruppen werden von ihren Arbeitgebern unterstützt – und laufen dann natürlich auch nach Kräften Reklame für sie. Es gab sogar eine vergleichsweise große Tanzgruppe unseres Schiffes, der Asuka II, die sich aus Crew-Mitgliedern und Gästen zusammensetzte.

Die Aufnahmen, die Sie hier sehen können, entstanden während der ersten abendlichen Tanzzeit zwischen 18 Uhr und 20 Uhr.

Und wem statische Bilder dieses quirligen Tanzvergnügens nicht genug sind, kann sich hier meinen halbstündigen Mitschnitt der Gesamtveranstaltung anschauen:

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise

 


Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)

11. September 2017

Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (Takamatsu Hafen)

Asuka II (Takamatsu Hafen)

Japaner stehen nicht gerade in dem Ruf, Weltmeister im Urlaubmachen zu sein. Und diejenigen unter uns, die schon ein paar Jahre in Japan und mit Japanern leben, wissen, dass Urlaubmachen auch nicht unbedingt zum „guten Ton“ gehört, vielen sogar fast etwas peinlich ist, da berufsmäßige Emsigkeit nun mal das höchste aller Lebensideale darstellt (zumindest ist das der Nimbus, von dem man oft den Eindruck gewinnt, er werde wie eine Monstranz vor dem eigenen Tun und Lassen einher getragen).

Andererseits gibt es auch wahrscheinlich kein Land (von Deutschland vielleicht mal abgesehen), in dem Klischee und Wirklichkeit dann aber doch immer wieder so weit von einander abweichen, dass man Zweifel an beiden bekommen darf.

Langer Rede kurzer Sinn: Natürlich machen Japaner auch Urlaub! Und natürlich versuchen sie dabei, eine möglichst gute Zeit zu haben. Sie lassen sich nur vielleicht nicht ganz so viel Zeit dafür. Deswegen kann ich heute über eine Kreuzfahrt berichten, die in deutschen Augen vielleicht lächerlich kurz wirken mag, in Japan aber doch in die Kategorie „Jahresurlaub“ fällt. Es geht um eine Kreuzfahrt mit dem ganzen Stolz der japanischen Kreuzfahrtindustrie, mit der Asuka II (飛鳥II / あすかII), die vom 11. bis zum 16. August von Yokohama (横浜 / よこはま) nach Shikoku (四国 / しこく) und wieder zurück führte.

Wenden Sie sich nicht gleich gelangweilt ab unter dem Motto: „Kreuzfahrt? Kenn’ ich schon!“ Gerade wenn Sie sich als gewiefter Kreuzfahrer bezeichnen, werden Sie merken: Japanische Kreuzfahrten sind ein bisschen anders! Und wenn Sie mit Kreuzfahrten bisher nichts an der Mütze hatten, bekommen Sie im Laufe dieses Artikels vielleicht einen etwas anderen Blick auf diese Form des Reisens.

Werfen wir also zunächst einen Blick auf das Schiff, die Asuka II und vergleichen wir sie dabei mit ein paar anderen Schiffen (zum Vergrößern anklicken):

Die Zahlen führen einen ein bisschen aufs Glatteis, weil sie den Eindruck erwecken, als sei das Rennen für die Asuka II gelaufen. Schauen Sie aber genauer hin – und die Gegebenheiten an Bord untermauern eine eher gegenteilige Erkenntnis: Kein anderes der oben aufgeführten Schiffe bietet z.B. so viel „Platz pro Passagier“ wie die Asuka II. Dass die „Color Fantasy“ hier am schlechtesten abschneiden muss, liegt daran, dass sie kein Kreuzfahrtschiff, sondern ein (allerdings vergleichsweise luxuriöses) Fährschiff ist und nur deswegen in der Liste erscheint, weil ich sie kenne.

Die ursprüng­lich als „Crystal Harmony“ im Jahre 1990 für die Reederei „Crystal Cruises“ in Dienst gestellt worden (ihr fünf Jahre später in Dienst gestelltes Schwesterschiff, die „Crystal Symphony“ ist heute noch unter ihrem ursprünglichen Namen auf den Weltmeeren unterwegs). Bis 2015 war „Crystal Cruises“ ein Tochterunternehmen von Nippon Yūsen Kaisha (日本郵船会社 / 日本ズ失せんかいしゃ), kurz NYK genannt. Und seit Februar 2006 fährt das bei der Gelegenheit in „Asuka II“ umgetaufte Schiff für NYK direkt. Es gilt heute als das größte japanische Kreuzfahrtschiff.
Für Kreuzfahrer wahrscheinlich weniger interessant: Der Eigentümer des Schiffes, besagte NYK, ist eine der ältesten und größten Reedereien der Welt. Und was besonders den deutschen Leser und Globetrotter interessieren wird: Das ursprünglich von NYK betriebene, wesentlich kleinere Vorgängerschiff der „Asuka II“, die „Asuka“, ist derzeit als „Amadea“ für „Phoenix Reisen“ in Bonn unterwegs und hat es als neues „Traumschiff“ zu deutscher TV-Berühmtheit gebracht.

Und vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an dieses Kleinod brillanter Seefahrtsgeschichte von NYK, das in Yokohama vor Anker liegt und dort als Museum besichtigt werden kann:

Yokohama: Hikawa Maru (氷川丸)
– Das bewegte Leben der „Königin des Pazifiks“

So weit so gut. Und warum ist die Asuka II nun japanischer als andere Schiffe?

Nun, das fängt schon mit der Bordsprache auf der hier beschriebenen Kreuzfahrt an. Sie war Japanisch! Alle Hinweise (auch Sicherheitshinweise!) und Bordzeitungen werden auf Japanisch angeboten. Wer die Sprache nicht wenigstens ansatzweise in Schrift und Wort beherrscht, wird also nur eingeschränkte Freude am Aufenthalt an Bord haben. Und insofern darf es auch nicht verwundern, dass auch die Passagiere an Bord ganz überwiegend japanisch sind (außer mir waren nur zwei weitere „erkennbar“-nichtjapanische Fahrgäste an Bord).

Was man auf anderen Schiffen dieser Welt wahrscheinlich eher vergeblich sucht (oder erst ab einer bestimmten Kabinenklasse findet), gehört hier zum Standard in allen Kabinen: Washlet (für Nichtjapaner: Toilette mit eingebauter Dusche) und Badewanne. Und die typisch japanische Bäderanlage mit Waschplätzen und heißen Sitzbädern darf auf der Asuka II natürlich auch nicht fehlen, ja hat sogar sozusagen einen Logenplatz auf Deck 11. Innenkabinen gibt es an Bord der Asuka II nicht. Werfen wir einen Blick in das Innere der von mir bewohnten Kabinenklasse „E Balkon“ auf Deck 8 (dem „Horizon Deck“):

Auf hohem Standard bewegt sich auch die Organisation der Abläufe an Bord – wie immer, wenn es darum geht, etwas größere oder ganz große Menschenmengen zu „kanalisieren“, zeigt sich das besondere japanische Talent. „Reibungslosigkeit“ ist hier das Schlagwort.

Vergleichbar mit anderen Schiffen dürfte die große Anzahl an philippinischen Crewmitgliedern sein, die aber natürlich auch hier an die Bordsprache „Japanisch“ gebunden sind.

Bevor wir auf die Reise gehen, schauen wir uns doch mal an, mit welchen Einrichtungen das Schiff aufwartet (klicken Sie die Bilder an und lassen Sie sich weitere Informationen anzeigen).

Restaurants und Cafés: 

Asuka II – Restaurants

Lounges & Bars: 

Asuka II – Lounges & Bars

Entertainment: 

Asuka II – Entertainment

Zeitvertreib:

Asuka II – Zeitvertreib

Sport & Bewegung:

Asuka II – Sport & Bewegung

Entspannung & Körperpflege:

Asuka II – Entspannung & Körperpflege

Shopping:

Asuka II – Shopping

Kultur & Bildung:

Asuka II – Kultur & Bildung

Sonstiges:

Außerdem gibt es auf dem Hauptdeck (Deck 5) natürlich auch eine freundliche Reception (レセプション) an der wirklich atemberaubenden „Asuka Plaza“ (アスカプラザ) und ein „Medical Center“ (メディカルセンター) auf Deck 4, dem „Tender Deck“ (タンダーデッキ).

Haben Sie doch nicht genug Kleidung eingepackt? Auch das ist kein Problem. Auf allen Kabinendecks gibt 24 Stunden am Tag gratis zu benutzende Waschmaschinen (inkl. Waschmittel und Weichspüler), Trockner und Bügeleisen. Falls Sie bisher noch keinen Kontakt mit japanischen Waschmaschinen hatten: Das ist ihre Chance! Und glauben Sie mir: Sie werden Ihre Miele anschließend noch mehr zu schätzen wissen!

Wenn Sie sich diese Arbeit ersparen möchten, können Sie Ihre Kleidung natürlich auch in die bordeigene chemische Reinigung geben – die dann allerdings nicht gratis ist.

Nach meinem laienhaften Dafürhalten, ist für alles gesorgt, was zu einer komfortablen Reise gehört. Es kann also heißen: Leinen los! – Teil 2 nimmt Sie mit auf den Weg… Und dann gibt es auch weitere Bilder von der äußeren Erscheinung des Schiffs selbst.

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise


U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette – updated

1. July 2017

Kampagne/Campaign 2017/2018

Seit April dieses Jahres kann man in den Stationen der Tōkyō Metro virtuelle Stempel sammeln – jeden Monat einen neuen für gutes Benehmen in den Bahnhöfen und Zügen. Wer sich in Japan nicht ganz so gut auskennt, wird sich vielleicht über das “Stempel”-Design ein bisschen wundern, aber hierzulande ist es durchaus üblich, dass man sich z.B. an Orten touristischen Interesses oder Bahnhöfen Stempelabdrücke zur Erinnerung an den Besuch machen kann.

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U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette – updated

2. April 2017

Kampagne/Campaign 2017/2018

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (04/2017) (click to enlarge)

Auch mit dem Beginn des neuen Geschäftsjahres am 1. April ist die Tokyo Metro ihrem Bemühen um die des Japanischen nicht Mächtigen treu geblieben. Die Stadt möchte sich eben auch auf dieser Ebene auf die steigende Anzahl ausländischer Touristen einstellen – und die olympischen Spiele von 2020 rücken auch immer näher. Freuen Sie sich also auf eine Kampagne, die uns alle dem richtigen Verhalten in der wimmelnden Masse wieder ein Stückchen Näher bringt. Nur Kanji gibt es in diesem Jahr wohl kein zu lernen. Schade!

Also with the new business year starting on April 1st the Tokyo Metro is continuing its efforts for all those who don’t know that much about the Japanese language. The city is trying to cater for the increasing number of foreign tourists – and also the Olympics of 2020 are approaching. Enjoy the new campain that teaches us the proper manners, required to “function” in the ever-bustling crowd. Sadly, this new campain seems to do without teaching us about kanji.

Bringen Sie sich mit den Benimm-Postern der vorangegangenen Monate und Jahre mal wieder auf den neuesten Stand!
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U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette – updated

4. March 2017

Fahr’ U-Bahn & lerne Kanji dabei
Take the subway & learn your kanji

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (03/2017)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (03/2017)

Abschluss der Kampagne/Completion of the Campaign 2016/2017

Mit diesem Monat findet die im April vergangenen Jahres aufgelegte Serie von Benimm-Postern in den U-Bahnen Tōkyōs ihren Abschluss – wir alle hatten ein Jahr lang nicht nur die Möglichkeit, unser Benehmen zu verfeinern, sondern auch, unser Wissen um japanische Schriftzeichen bereichern können.

With this month’s poster the latest series of manner posters in Tōkyō’s subways (started in April last year) is being completed. For one year we all had the chance not only to refine our manners, but also to enlarge our knowledge of Japanese letters.

Wie wäre es damit, sich die mit dieser Kampagne vermittelten Lehrsätze noch mal in Erinnerung zu rufen?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette

How about a review of things you’ve learned during the course of this campaign?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette