U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette – updated

2. April 2017

Kampagne/Campaign 2017/2018

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (04/2017) (click to enlarge)

Auch mit dem Beginn des neuen Geschäftsjahres am 1. April ist die Tokyo Metro ihrem Bemühen um die des Japanischen nicht Mächtigen treu geblieben. Die Stadt möchte sich eben auch auf dieser Ebene auf die steigende Anzahl ausländischer Touristen einstellen – und die olympischen Spiele von 2020 rücken auch immer näher. Freuen Sie sich also auf eine Kampagne, die uns alle dem richtigen Verhalten in der wimmelnden Masse wieder ein Stückchen Näher bringt. Nur Kanji gibt es in diesem Jahr wohl kein zu lernen. Schade!

Also with the new business year starting on April 1st the Tokyo Metro is continuing its efforts for all those who don’t know that much about the Japanese language. The city is trying to cater for the increasing number of foreign tourists – and also the Olympics of 2020 are approaching. Enjoy the new campain that teaches us the proper manners, required to “function” in the ever-bustling crowd. Sadly, this new campain seems to do without teaching us about kanji.

Bringen Sie sich mit den Benimm-Postern der vorangegangenen Monate und Jahre mal wieder auf den neuesten Stand!
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“!

Why don’t you bring yourself up to speed again by having a look at the manner posters of recent months and years?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“.


U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette – updated

4. March 2017

Fahr’ U-Bahn & lerne Kanji dabei
Take the subway & learn your kanji

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (03/2017)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (03/2017)

Abschluss der Kampagne/Completion of the Campaign 2016/2017

Mit diesem Monat findet die im April vergangenen Jahres aufgelegte Serie von Benimm-Postern in den U-Bahnen Tōkyōs ihren Abschluss – wir alle hatten ein Jahr lang nicht nur die Möglichkeit, unser Benehmen zu verfeinern, sondern auch, unser Wissen um japanische Schriftzeichen bereichern können.

With this month’s poster the latest series of manner posters in Tōkyō’s subways (started in April last year) is being completed. For one year we all had the chance not only to refine our manners, but also to enlarge our knowledge of Japanese letters.

Wie wäre es damit, sich die mit dieser Kampagne vermittelten Lehrsätze noch mal in Erinnerung zu rufen?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette

How about a review of things you’ve learned during the course of this campaign?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette


Die Meiji Maru (明治丸)

24. February 2017

Eisernes Sinnbild für die Modernisierung Japans

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Aufgrund der großen Anzahl der verfügbaren englischsprachigen Quellen zu diesem Schiff, ist keine englischsprachige Version dieses Artikels vorgesehen.
Due to the numerous resources available in English about this ship, an English version of this posting is not planned (but let me know, should a translation make you happy…).

Die Meiji Maru (明治丸 / めいじまる) war ein in ihrer Zeit ungewöhnlich luxuriöses Schiff für die Versorgung von Leuchttürmen. Es war von der japanischen Regierung in Großbritannien in Auftrag gegeben worden, und im Jahr 1873 wurde ihr Kiel auf der Napier & Sons Werft in Govan (Glasgow) gelegt. Nach seiner Fertigstellung im November 1874 wurde es  1875 auf die Reise von Glasgow nach Yokohama geschickt, wo die Meiji Maru im Februar desselben Jahres ankam. Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war sie ein Zweimast-Toppsegelschoner von mehr als 1.000 Tonnen (brutto), einer Länge von 86,6 Metern und einer Breite von 9,1 Metern. Außerdem war sie ausgerüstet mit Doppelschiffsschrauben und zwei Dampfmaschinen mit 1.100 PS (ich habe auch Quellen gefunden, die von 1.530 PS sprechen), die das Schiff auf eine Geschwindigkeit von 11,5 Knoten brachten. Es war damals „state of the art“ und sollte auch auf den Meeren zeigen, dass Japan sich anschickte, sich zu einer modernen Nation zu entwickeln.

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Der Meiji Tennō (Mutsuhito, 1852-1912) war an Bord des Schiffes, als es zu seiner Einweihungsfahrt von Yokosuka (横須賀 / よこすか) nach Yokohama (横浜 / よこはま) in See stach (die beiden Städte liegen ungefähr 40 km Luftlinie von einander entfernt). Seinen Namen trägt das Schiff aus gutem Grund: Ebenso modern, wie das Schiff, wollte sich auch der Monarch geben, der die Regentschaft der Shōgune beendet und das Heft der Macht wieder in die eigenen Hände genommen hatte.

Der Kaiser, den bisher kaum ein Mensch zu sehen bekommen hatte, tat alles, um seine neu gewonnene Macht zu festigen. Besuchsfahrten in alle Winkel seines Reiches gehörten dazu und steigerten seine Popularität ungemein.
Auf seiner Tour durch den Nordosten der japanischen Hauptinsel und Hokkaidō ging Kaiser Meiji in Aomori (青森 / あおもり), Nordjapan, 1876 an Bord der Meiji Maru und segelte mit ihr nach Hakodate (函館 / はこだて) in Hokkaidō (北海道 / ほっかいどう) – beide Städte werden nur von der hier etwa 120 km breiten die Tsugaru-Straße (津軽海峡 /  つがるかいきょう) getrennt. Seine Reise endete am 20. Juli 1876 mit seiner Ankunft in Yokohama in der Präfektur Kanagawa (神奈川県 / かながわけん). Dieser Tag wird bis auf den heutigen Tag als „Tag des Meeres“ (海の日 / うみのひ) als Nationalfeiertag begangen.

Die Meiji Maru war für ungefähr 20 Jahre im Einsatz als Versorgungsschiff für Leuchttürme, bevor sie 1896 als Trainingsschiff für die Seefahrtsschule (東京商船学校 / とうきょうしょうせんがっこう) in Reiganjima ( 霊岸島 / れいがんじま), heute Shinkawa (新川 / しんかわ) im Tōkyōter Bezirk Chūō (中央区 / ちゅうおうく) vor Anker ging und schließlich bei der Verlegung der Schule nach Etchūjima (越中島 / えっちゅうじま) (1902) im Bezirk Kōtō (江東区 / こうとうく) dorthin umzog. Bereits 1897 war das Schiff ins Eigentum der Schule übergegangen und 1901 zu einem Dreimast-Vollschiff umgebaut worden, um von da an fest vor Anker zu verbleiben.
Die Seefahrtsschule wurde 1925 zur Seefahrts-Hochschule (東京高等商船学校 / とうきょうこうようしょうせんがっこう) und schließlich nach dem zweiten Weltkrieg (in Zwischenschritten) zum Etchūjima-Campus der heutigen Ozeanischen Hochschule Tōkyō (東京海洋大学 / とうきょうかいようだいがく).

Die Meiji Maru blieb „Klassenzimmer“ für die Ausbildung der jungen Seefahrer für ungefähr 50 Jahre bis 1945 und hat dabei über 5.000 junge Seeleute kommen und gehen sehen. Sie kenterte zweimal während verheerender Taifune (1911 und 1917), überstand aber das große Kantō-Erdbeben (1923) und die Luftangriffe der Alliierten im März 1945. Während beider Katastrophen diente das Schiff als Auffanglager für Opfer und hat sich dadurch einen besonderen Platz im Herzen der Einwohner des Kōtō-Bezirks (江東区 / こうとうく) gewonnen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden sowohl das Schiff, als auch die Schulgebäude von den Besatzungsmächten konfisziert. Das führte dazu, dass sich niemand mehr um die Meiji Maru kümmern konnte (andere Quellen sprechen davon, das Schiff sei von den Besatzungskräften als Kantine verwendet worden) und schließlich dazu, dass sie 1951 volllief und im Campus-See sank. Die Meiji Maru konnte aber geborgen werden und aus Anlass ihres 85. Jubiläums im Jahre 1960 wurde damit begonnen, sie zu restaurieren. Bei der Gelegenheit wurde sie auch an ihren heutigen Standort verbracht. Zu ihrem 100. Geburtstag im Jahre 1975 wurde erneut an der Wiederherstellung des Schiffes gearbeitet – unterstützt durch Spenden von Alumni der Hochschule und der Schiffsindustrie.

Die Meiji Maru ist das einzige Schiff Japans, das heute noch erhalten ist, das komplett aus Eisen hergestellt worden war (nicht, wie heute, aus Stahl). Seine Einzigartigkeit und seine historische Bedeutung schlugen sich im Mai 1978 in einer Anerkennung als wichtiges Kulturgut nieder.

Auch wenn das Schiff nach den letzten Renovierungsarbeiten (2015) schon von außen einen wirklich überwältigenden Eindruck macht, so ist doch sein Inneres von besonderem Interesse, denn es ist nicht nur das einzige Schiff, das über eine nur dem Kaiser vorbehaltene Kabine (schmückend „Thron / 御座所 / ごやしょ” genannt) verfügt, sondern auch über einen recht prächtig ausgestatteten Salon, der sicher nicht typisch für ein Versorgungsschiff gewesen sein mag.

Schauen Sie sich aber auch die historischen Gebäude auf dem Etchūjima-Campus der Ozeanischen Hochschule an. Das Hauptgebäude stammt aus dem Jahre 1932, als es ein ursprünglich hölzernes Schulgebäude ersetzte, das während des großen Kantō-Erdbebens niedergebrannt war. An diesem Campus sind die Abteilungen “Maritime Systems Engineering”, “Elektronik und Maschinenlehre” und “Logistics und Informatik” der Fakultät für Marine Ingenieurwissenschaften untergebracht.

Ozeanische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Außerdem befinden sich auf dem Gelände der Universität zwei Sternwarten, die hier im Juni 1903 errichtet wurden. Das erste von beiden soll das fortschrittlichste Teleskop des Orients seiner Zeit sein Eigen genannt haben. Beide wurden im Dezember 1997 als Kulturgüter anerkannt.

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Gleich nebenan befindet sich eine Gedenkstätte für Kapitän Genzaburō Kan (菅源三郎 / かんげんざぶろう) (1883-1942), der sich als Abgänger von dieser Hochschule und Kapitän der “Nagasaki Maru” einen Namen gemacht hat, als das Schiff im Jahre 1942 vor der Einfahrt in den Hafen von Nagasaki von Minen versenkt wurde und er tatsächlich erst als letzter Mann von Bord ging. Auch wenn man ihm seinerzeit keinerlei Schuld am Untergang der “Nagasaki Maru” geben konnte, fühlte er sich für den Tod von 13 getöteten und 26 vermissten Kameraden verantwortlich und brachte sich drei Tage später selbst um.

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学), Genzaburō Kan (菅源三郎)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学), Genzaburō Kan (菅源三郎)

Und wenn mir jetzt noch jemand erklären kann, warum japanische Schiffe immer “Maru” (丸 / まる) heißen, was ja eigentlich “Kreis” oder “Rund” bedeutet… Wikipedia bietet mehrere Erklärungen dafür, aber es wird ja hoffentlich auch eine richtige geben…

Adresse des Schiffes:

Meiji Maru
Etchūjima Campus of
Tōkyō University of Marine Science and Technology
2-1-6, Etchūjima, Koto-ku, Tōkyō

Telefon: 03-5245-7360

〒135-8533 東京都江東区越中島2-1-6
東京海洋大学 越中島キャンパス
明治丸

Öffnungszeiten:

Grundsätzlich dienstags und donnerstags, sowie an jedem ersten und dritten Samstag im Monat:
10 Uhr bis 16 Uhr (April bis September)
10 Uhr bis 15 Uhr (Oktober bis März)
Sonderöffnungen an zwei Sonntagen im November

Geschlossen vom 1. August bis 31. August.
Geschlossen vom 16. Dezember bis 15. Februar (gemäß Internetseite der Universität).

Für 2017 galten aber auch schon für die Monate Januar und Februar die oben genannte Regel grundsätzlich. Zusätzlich ist im März auch noch am Samstag, den 25.3, Sonntag, den 26.3 und Freitag, den 31.3. geöffnet.
Es wurde darauf hingewiesen, dass das Schiff von 10 Uhr bis 15 Uhr (letzter Einlass um 14.30 Uhr) besichtigt werden kann.

Während der Schließungszeiten im Winter kann das Schiff, solange der Campus geöffnet ist, von außen besichtigt werden. Für Gruppen von 10 und mehr Besuchern können aber auch in dieser Zeit Besichtigungen nach vorheriger Anmeldung durch geführt werden.

Eintritt frei

Ein weiteres historisches Schiff bei der Ozeanographischen Hochschule:

Wer noch mehr über historische Schiffe in Tōkyō erfahren möchte, für den ist der Shinagawa Campus der Ozeanografischen Universität Tōkyōs interessant, auf dessen Gelände sich z.B. auch die Unyō Maru (雲鷹丸 / うんようまる), ein in Japan gebautes Schulschiff aus dem Jahre 1909, befindet. Die Unyō Maru wurde über 20 Jahre auf 33 Fahrten in erster Linie für Seefangstudien eingesetz. Später diente es, wie die Meiji Maru, Trainingszwecken und wurde zuletzt von 2012 bis 2014 aufwändig restauriert.

Leider konnte ich keine Möglichkeit zur Besichtigung ausfindig machen. Hier ein paar optische Eindrück von dem Schiff, so wie es eben von außen gesehen werden kann:

Adresse:

Unyō Maru
Shinagawa-Campus of
Tōkyō University of Marine Science and Technology
4-5-7 Kōnan, Minato-ku
Tōkyō 108-0075

〒108-8477 東京都港区港南4-5-7
東京海洋大学品川キャンパス
雲鷹丸

Sie interessieren sich für Schiffe?

Dannn lohnt es sich natürlich immer, auch hier einmal vorbei zu schauen:

Yokohama: Hikawa Maru (氷川丸)
– Das bewegte Leben der „Königin des Pazifiks“


Tottori (鳥取): Wakasa (若桜) (Engl.)

21. February 2017

A gem, hidden in the mountains

Wakasa, Kura Dōri (若桜・蔵通り)

Wakasa, Kura Dōri (若桜・蔵通り)

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

At the end of non-electrified the railroad “Wakasa line” (若桜鉄道 / わかさてつどう), that is still regularly serviced by an old steam locomotive, you’ll find the town center of Wakasa (若桜 / わかさ), a village that, with quite a number of hamlets, streches out into the nearby valleys. It is surrounded by densely wooded mountains with peaks between 1,200 and 1,500 metres and is located about 30 km southeast of the prefecture’s capital, Tottori (鳥取市 / 鳥取市).

The little town never really gained historic significance, but in the old days its abundance of wood brought some splendor to it. From the Kamakura era (1185-1333) it is known, that Wakasa’s wood was brought down to the sea shore via the mountain rivers and shipped to Kamakura from there. During the Edo period (1603-1868) the cultivation of rice was intensified to meet the growing population’s demand. The plentifulness of the mountains’ waters offered the perfect foundation for it. But they also were the cause for terrible floodings (especially in 1815 and 1888).

Today Wakasa is mainly known for its steam locomotive, but also for its particularly delicious radish.

The tracks of the “Wakasa line” are just 19.2 km long. But since 1 Dec. 1930 they connect the town with the station of Kōge (郡家駅 / こうげえき) in Yazu (八頭町 / やずちょう) and from there it’s just a short ride to the prefectural capital. Until 1974 also freight was transported on this line, but in our days, it is just used for passenger trains. I’m writing so much about this railway, because Wakasa is particularly proud of its old steam engine type JNR class C12, of which between 1932 and 1947 as many as 282 were built. The specimen you can see here was built in the year Shōwa 13 (i.e. 1938) and is fully functional. Compared with that, the diesel locomotive from the 70s of last century, which you can also see here (type JNR class DD16), looks almost modern. People here are also very proud of their old railway turntable from 1930 that is still in operation today.

Location of Wakasa station:

However, even if you think that visiting Japan just for the sake of historic railways is not worth the trip (the more contemporary trains of Japan may in fact be much more impressive), you haven’t come to the wrong place at Wakasa. This little town is among the most charming ones, and – praise the lord – not one of those terribly obstructed ones.

There are two streets in walking distance from the station I would like to draw your attention to:

The Kura Dōri (蔵通り / くらどおり).

This rather romantic street is nestled between a long row of old warehouses (蔵 / くら) and the temple district of Shimomachi (下町 / しもまち) and its particularly quaint Buddhist temples Shōei-ji (正栄寺 / しょうえいじ) and Saihō-ji (西方寺 / さいほうじ), that look much older than the other buildings of Wakasa.

Wakasa, Saihō-ji (若桜・西方寺)

Wakasa, Saihō-ji (若桜・西方寺)

This part of town is the “result” of a devasting fire that happened in 1885 and destroyed major parts of it. Considering the consequence of the previous style of buildings and housing the construction of fire-proof “kura” was forced (not unlike what happened in Kawagoe around the same time). Also for the larger buildings of temples it became a regulation to leave more distance between the buildings and to the next street.

And something that might also find your interest: The whole Kura Dōri has been equipped with water nozzles in its pavement. These nozzles spray hot spring water onto the pavement, to keep it free from snow and ice in winter.

Parallel to the Kura Dōri runs

the Kariya Dōri (カリヤ通り / かりやどおり).

This is the main street of Wakasa so to speak. It gains its charm from its well preserved old town houses, quite a number of long established businesses and – among other things – a sake brewery. The cosiness of this street also is a result of the strict building code that was enforced after the big fire from 1885. One of the most breathtaking features are the streams of water flowing on either side of the street. In front of some house these water channels have been widened to form basins, some houses even used the streams to supply fresh water to basins in their entrances. And that is where the families keep gorgeous carps (they are, perhaps, so gorgeous, because they are generously stuffed with kitchen waste…).

Three of the buildings at the Kariya Dōri are worth a closer look:

First, let’s take a look at the tiny “Shōwa Toy Museum” (昭和おもちゃ館 / しょうわおもちゃかん):

It may not be a museum of international reputation, but if you are looking for toys, household tools and electric appliances of the Shōwa era (1926-1989) or if rummage around for old fashioned sweets is your thing, this is the place you might want to consider.

Open daily (except Tuesday) from 10 am to 5 pm.
Admisstion fee: adults: 200 Yen / children up to 12 years of age: 100 Yen.

Location of the Shōwa Toy Museums:

Are you interested in Japanese sake? Then pay a visit to the “Ōta Sake Brewery” (太田酒造場 / おおたしゅぞうじょう). This sake brewery that was founded in 1909 takes advantage of the high quality spring waters of Wakasa and still abides by the principle of “quality, not quantity” – annual production is limited to 10,000 standard bottles (1.8 liters = 一升瓶 / いっしょうびん).

The brand name of the brewery is known beyond the borders of the prefecture: “Benten Musume” (辨天娘 / べんてんむすめ).
And yet, in 1992 it looked like the final nail was put in the brewery’s coffin, when it became impossible to recruit enough sake brewers to continue production – due to the dramatic decrease in rural population. Only in 2002 production could be resumed, starting with a meagre 1,080 litres of sake.
Since 2010 the brewery is so proud of the fact that it uses local ingredients only, that it puts the name of every contributing rice farmer on its bottles.
Usually, I don’t engage in clumsy promotion of products on this website, but the brewer’s family was of such a hospitable nature, that I feel compelled to make an exception from the rule.

Location of the Ōta Sake-Brauerei:

Doesn’t sightseeing make you hungy? Well, then it’s time for a little something. Why not trying the “Dining Café Arata” (ダイニングカフェー新 / あらた) – assuming you love pork, because that’s the specialty of the place. The restaurant is splendidly accomodated by a particularly gorgeous but traditional town house.

Location of the restaurant “Arata”:

Diving into times even longer passed is an old Buddhist temple that also belongs to the community of Wakasa: The Fudōin Iwayadō (不動院岩屋堂 / ふどういんいわやどう), that dates back to the year 806 when it was founded as part of a larger temple compound (there are also sources mentioning that it was built in the Muromach period (1333-1392)). It is also reported that this temple was the only part that survived during severe destruction in 1581 (Hideyoshi Toyotomi’s invasion of Inaba). In the 50s of last century extensive restoration work was undertaken, and finally the temple was registered as an important cultural asset of the country. Furthermore, it is amoung the 100 most popular buildings of the prefecture. And there is a good an obvious reason for it: Its location! It was fitted into a cave 13 metres above the ground. Isn’t that extraordinary?!

But also have a look at the details: The Fudōin Iwayadō is also home to a small wooden statue that was carved centuries ago. Legend has it that it was Kōbō-Daishi (the founder of Shingon Buddhism) himself who carved it (hence, it must be more than 1,200 years old). It is said, that this little statue was miraculously spared when the temple was devastated, because it represent the God of Fire. Twice a year (on March 28 and July 28) holy fires (goma / 護摩 / ごま) are being held here, when the statue is displayed in public.

Right next to the Fudōin Iwayadō you’ll pass the also rather romanticly placed Iwaya Jinja (岩屋神社 / いわやじんじゃ) in front of a steep and rocky wall and surrounded by old trees. Just have a look at that mossy approach to the main building of the shrine.

Location of the Fudōin Iwayadō:

Don’t you agree: When in Tottori, there are quite a number of reasons for some side trips – especially, when it comes to this easy-to-reach village in the mountains. I’m sure you’ll fall for its charm and the hospitality of its inhabitants.

And if this has triggered some interest in Tottori in you, why don’t you have a look here:

Kurayoshi (倉吉)
– The town of white walls and red roofs

Kotoura-chō (琴浦町)
– Stucco plasterers of the world – watch out!

Tottori Sand Museum (砂の美術館)
-Travel Around the World in Sand

Tottori Folk Crafts Museum (鳥取民芸美術館)
– Have a look and be amazed – thanks to Shōya Yoshida


Tottori (鳥取): Wakasa (若桜) (dt.)

19. February 2017

Schmuckstück, versteckt in den Bergen

Wakasa, Kura Dōri (若桜・蔵通り)

Wakasa, Kura Dōri (若桜・蔵通り)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Am Ende einer nicht elektrifizierten Bahnlinie, der „Wakasa Bahn“ (若桜鉄道 / わかさてつどう), die regelmäßig auch noch von einer alten Dampflok bedient wird, befindet sich der Ortskern von Wakasa (若桜 / わかさ), einer Gemeinde, die sich, verteilt auf einzelne Ortsflecken, in mehrere Täler erstreckt. Umgeben von Bergen mit einer Höhe zwischen 1200 und 1500 Metern und gut 30 km südöstlich von der Stadt Tottori entfernt.

Geschichtliche Bedeutung hat das Städtchen nie erlangt, es aber in alten Tagen mit seinem Holzreichtum zu einer gewissen Stattlichkeit gebracht. Aus der Kamakura-Zeit (1185-1333) ist bekannt, dass Holz und Reis den Fluss hinab ans Meer gebracht und von dort verschifft wurde. Während der Edo-Zeit (1603-1868) wurde der Reisanbau intensiviert – der Wasserreichtum der Gebirgslandschaft bildete die ideale Grundlage dafür, sorgte aber auch für teilweise verheerende Überschwemmungen (namentlich in den Jahren 1815 und 1888). Heute ist Wakasa in erster Linie für seine Dampflok, aber auch für seinen besonders leckeren Rettich berühmt.

Die 19,2 km lange Strecke der „Wakasa Bahn“ verbindet seit dem 1. Dezember 1930 Wakasa mit dem Bahnhof Kōge (郡家駅 / こうげえき) in Yazu (八頭町 / やずちょう) und von dort mit der Hauptstadt der Präfektur. Bis 1974 wurden auch Güter auf dieser Strecke transportiert, heute verkehren nur noch Personenzüge. Ich gehe etwas genauer auf diese Bahnstrecke ein, weil die Gemeinde besonders stolz auf ihre alte Dampflok der Baureihe JNR Class C12 ist, von denen zwischen 1932 und 1947 ganze 282 Stück gebaut wurden. Das hiesige Exemplar stammt aus dem Jahr Shōwa 13 (lies und sprich: 1938) und ist voll funktionstüchtig. Dagegen wirkt die aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts stammende, ebenfalls eher museale Diesellok aus der Baureihe JNR Class DD16 fast schon modern. Besonders stolz ist mal auch auf eine Drehscheibe aus den Anfangsjahren der Eisenbahn und das historische Bahnhofsgebäude, das noch aus dem Jahre 1930 erhalten ist und bis heute genutzt wird.

Lageplan des Bahnhofs von Wakasa:

Wer aber der Meinung sein sollte, man müsse historischer Eisenbahnen wegen nicht unbedingt nach Japan reisen (die modernen Eisenbahnbetriebe sind hier ja auch wesentlich eindrucksvoller), ist in Wakasa dennoch nicht fehl am Platze. Der Ort gehört nämlich auch zu den eher beschaulichen und – Göttin sei Dank – nicht verbauten. Zwei Straßen im Zentrum (und in Bahnhofsnähe) möchte ich hervorheben:

Die Kura Dōri (蔵通り / くらどおり).

Sie verläuft direkt zwischen einer langen Reihe alter Lagerhäuser (蔵 / くら) und dem Tempelviertel von Shimomachi (下町 / しもまち) mit den besonders altertümlich wirkenden buddhistischen Tempeln Shōei-ji (正栄寺 / しょうえいじ) und Saihō-ji (西方寺 / さいほうじ), die wesentlich älter wirken, als die restliche Bebauung Wakasas.

Wakasa, Saihō-ji (若桜・西方寺)

Wakasa, Saihō-ji (若桜・西方寺)

Dieses Viertel haben wir heute sozusagen einem Großbrand im Jahre 1885 zu „verdanken“, dem Großteile der Stadt zum Opfer gefallen waren. Danach wurde der Bau von Gebäude im feuerfesten „Kura“-Stil forciert (ähnlich, wie das ja auch in Kawagoe geschehen ist). Auch für die Tempelgebäude war großzügiger Abstand von einander und der nächsten Straße vorgeschrieben.

Auffallend auch: Die Kura Dōri ist durchgängig mit Wasserdüsen im Pflaster versehen, über die im Winter heißes Quellwasser versprüht wird, das die Straße schnee- und eisfrei hält.

Parallel zur Kura Dōri verläuft

Die Kariya Dōri (カリヤ通り / かりやどおり).

Und die ist sozusagen die Hauptstraße der kleinen Stadt mit gut erhaltenen, alten Stadthäusern, einer Vielzahl alt eingesessener Geschäfte und u.a. auch einer Sakebrauerei. Auch die Bebauung dieser Straße geht auf die strikten Bauregeln zurück, die nach dem verheerenden Großbrand von 1885 erlassen worden waren. Eines der atemberaubendsten „features“, das in dem Zusammenhang entstanden ist, sind allerdings die Wasserläufe rechts und links der Fahrbahn, die vor einigen Häuser zu Becken verbreitert wurden, ja deren Wasser teilweise sogar in die Eingangsbereiche der Häuser geleitet wird, wo man u.a. prächtige Karpfen hält (die sich besonders über Essensreste vom in den Becken gespülten Geschirr freuen).

Drei der Gebäude in der Kariya Dōri möchte ich hervorheben:

Da ist zunächst das kleine „Shōwa Spielzeug-Museum“ (昭和おもちゃ館 / しょうわおもちゃかん):

Kein Museum von Weltruf, aber wenn Sie sich für Spielsachen, Haushaltsgeräte und Elektronik der Shōwa-Zeit (1926-1989) interessieren und in einem altmodischen Süßigkeitenladen kramen wollen, sind Sie hier richtig.

Geöffnet täglich außer dienstags von 10 Uhr bis 17 Uhr.
Eintritt: Erwachsene: 200 Yen / Kinder bis einschließlich 12 Jahre: 100 Yen.

Lageplan des Shōwa Spielzeug-Museums:

Sie interessieren sich für Sake? Dann statten Sie der „Ōta Sake-Brauerei“ (太田酒造場 / おおたしゅぞうじょう) einen Besuch ab. Diese im Jahr 1909 gegründete Brauerei profitiert von der besonders hohen Qualität des Brauwassers und arbeitet auch heute noch nach der Maxime „Klasse statt Masse“ – die Produktion beschränkt sich auf eine Menge, die gerade mal für 10.000 Standardflaschen (1,8 Liter = 一升瓶 / いっしょうびん) ausreicht.

Über die Präfekturgrenzen hinaus bekannt ist der Markenname der Ōta-Brauerei: „Benten Musume“ (辨天娘 / べんてんむすめ).
Dabei schien das Schicksal der Brauerei schon 1992 besiegelt, als man (aufgrund des drastischen Bevölkerungsrückgangs in der ländlichen Gemeinde) nicht mehr genügend Sake-Braumeister zur Aufrechterhaltung der Produktion fand und diese einstellen musste. Erst 2002 konnte die Produktion wieder mit zunächst 1.080 Litern Sake aufgenommen werden.
Und seit 2010 ist man so stolz darauf, seinen Sake nur mit lokalen Ingredienzien herzustellen, dass man auch die Namen der Reisbauern auf seinen Sakeflaschen mit angibt.
Ich mache sonst ja eher keine plumpe Reklame auf dieser Seite – aber die Brauerfamilie war dermaßen gastfreundlich, dass ich mich zu einer Ausnahme hingerissen fühle.

Lageplan der Ōta Sake-Brauerei:

Und da Sightseeing ja bekanntlich hungrig macht, gönnen Sie sich einen kleinen Imbiss, z.B. im “Dining Café Arata” (ダイニングカフェー新 / あらた) – Voraussetzung ist, sie mögen Schweinefleisch, denn das ist die Spezialität des Hauses. Das Restaurant ist in einem ganz besonders prächtigen und gut ausgestatteten, traditionellen Stadthaus untergebracht.

Lageplan des Restaurants “Arata”:

Ebenfalls auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich der besonders mystisch wirkende Tempel Fudōin Iwayadō (不動院岩屋堂 / ふどういんいわやどう), der auf eine Gründung im Jahre 806 zurückgeht und bis ins Mittelalter Teil eines größeren Temple-Ensembles war (wobei andere Quellen von einer Errichtung in der Muromachi-Zeit (1333-1392) sprechen). Es wird gesagt, dass er als einziges Gebäude die Zerstörungen des Jahres 1581 (Hideyoshi Toyotomis Überfall auf Inaba) überstanden hat. In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde umfangreich restauriert und das Bauwerk 1953 als wichtiges Kulturgut des Landes anerkannt. Außerdem gehört er zu den 100 populärsten Gebäuden der Präfektur. Und das aus gutem Grund, denn schon der Umstand, dass er in 13 Metern Höhe in eine Höhle eingepasst wurde, macht ihn bemerkenswert.

Aber beachten Sie auch die Details: Der Fudōin Iwayadō ist auch die Heimstätte einer kleinen, hölzernen Statue, die vor Jahrhunderten geschnitzt wurde. Der Legende nach war es Kōbō-Daishi (der Gründer des Shingon Buddhism) selbst, der sie geschaffen hat (d.h. sie ist über 1.200 Jahre alt). Außerdem erzählt man sich, dass diese kleine Statue auf wundersame Weise die Zerstörungen der Vergangenheit überdauert hat, weil sie die Gottheit des Feuers repräsentiert. Zweimal jährlich (jeweils am 28. März und 28. Juli) werden hier heilige Feuerrituale (goma / 護摩 / ごま) durchgeführt und die Statue bei der Gelegenheit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Direkt rechts neben dem Fudōin Iwayadō kommt man am nicht weniger verträumt unter hohen Bäumen und vor einer steilen Felsfand stehenden Iwaya Jinja (岩屋神社 / いわやじんじゃ) vorbei – der schon aufgrund seines surreal wirkenden, grün bemoosten Zugangs ungewöhnlich wirkt.

Lageplan des Fudōin Iwayadō:

Wenn Sie in Tottori sind, sollten Sie also ein paar Gründe haben, einen Abstecher in dieses leicht zu erreichende Gebirgsdorf zu machen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie sich seinem Charme und der Freundlichkeit seiner Bewohner kaum entziehen können werden.

Und wenn Sie an weiteren Orten und Einrichtungen in Tottori interessiert sind, schauen Sie doch auch mal hier vorbei:

Kurayoshi (倉吉)
– Die Stadt der weißen Mauern und roten Dächer

Kotoura-chō (琴浦町)
– Bayerische Stuckmeister, aufgepasst!

Tottori Sand-Museum (砂の美術館)
– Eine Weltreise in Sand

Tottori Volkskunst-Museum (鳥取民芸美術館)
– Schauen und Staunen dank Shōya Yoshida


U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette – updated

3. December 2016

Fahr’ U-Bahn & lerne Kanji dabei
Take the subway & learn your kanji

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (12/2016)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (12/2016)

Kampagne/Campaign 2016/2017

Seit letztem April bekommen wir in den U-Bahnen Tokyos nicht nur gutes Benehmen im öffentlichen Schienenverkehr beigebracht, sondern werden auch in die Geheimnisse der japanischen Schrift und Sprache eingeführt.

Since last April Tokyo’s subways are not only teaching us their usual lessons in good manners in public transport, but also introduce us to the miracles of the Japanese way of writing and the Japanese language..

Bringen Sie sich mit den Benimm-Postern der vorangegangenen Monate und Jahre mal wieder auf den neuesten Stand!
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“!

Why don’t you bring yourself up to speed again by having a look at the manner posters of recent months and years?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“.


U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette – updated

3. July 2016
U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (07/2016)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (07/2016)

Kampagne/Campaign 2016/2017

Nachdem schon im April die Vermutung nahe lag, dass die neue Benimm-Kampagne der Tokyo Metro nicht nur die frühere Sitte englischer Texte wieder aufnimmt, sondern uns allmonatlich auch ein Kanji näherbringen würde, hat sich diese Vermutung inzwischen in Gewissheit verwandelt.

Back in April already it seemed to be more than guesswork that the new manner campaign of the Tokyo Metro would not only include text in English, but also add a little lesson one might call “one kanji a month”. By now this assumption has been proven to be a fact.

Bringen Sie sich mit den Benimm-Postern der vorangegangenen Monate und Jahre mal wieder auf den neuesten Stand!
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“!

Why don’t you bring yourself up to speed again by having a look at the manner posters of recent months and years?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“.