U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette – updated

4. March 2017

Fahr’ U-Bahn & lerne Kanji dabei
Take the subway & learn your kanji

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (03/2017)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (03/2017)

Abschluss der Kampagne/Completion of the Campaign 2016/2017

Mit diesem Monat findet die im April vergangenen Jahres aufgelegte Serie von Benimm-Postern in den U-Bahnen Tōkyōs ihren Abschluss – wir alle hatten ein Jahr lang nicht nur die Möglichkeit, unser Benehmen zu verfeinern, sondern auch, unser Wissen um japanische Schriftzeichen bereichern können.

With this month’s poster the latest series of manner posters in Tōkyō’s subways (started in April last year) is being completed. For one year we all had the chance not only to refine our manners, but also to enlarge our knowledge of Japanese letters.

Wie wäre es damit, sich die mit dieser Kampagne vermittelten Lehrsätze noch mal in Erinnerung zu rufen?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette

How about a review of things you’ve learned during the course of this campaign?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette


Die Meiji Maru (明治丸)

24. February 2017

Eisernes Sinnbild für die Modernisierung Japans

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Aufgrund der großen Anzahl der verfügbaren englischsprachigen Quellen zu diesem Schiff, ist keine englischsprachige Version dieses Artikels vorgesehen.
Due to the numerous resources available in English about this ship, an English version of this posting is not planned (but let me know, should a translation make you happy…).

Die Meiji Maru (明治丸 / めいじまる) war ein in ihrer Zeit ungewöhnlich luxuriöses Schiff für die Versorgung von Leuchttürmen. Es war von der japanischen Regierung in Großbritannien in Auftrag gegeben worden, und im Jahr 1873 wurde ihr Kiel auf der Napier & Sons Werft in Govan (Glasgow) gelegt. Nach seiner Fertigstellung im November 1874 wurde es  1875 auf die Reise von Glasgow nach Yokohama geschickt, wo die Meiji Maru im Februar desselben Jahres ankam. Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war sie ein Zweimast-Toppsegelschoner von mehr als 1.000 Tonnen (brutto), einer Länge von 86,6 Metern und einer Breite von 9,1 Metern. Außerdem war sie ausgerüstet mit Doppelschiffsschrauben und zwei Dampfmaschinen mit 1.100 PS (ich habe auch Quellen gefunden, die von 1.530 PS sprechen), die das Schiff auf eine Geschwindigkeit von 11,5 Knoten brachten. Es war damals „state of the art“ und sollte auch auf den Meeren zeigen, dass Japan sich anschickte, sich zu einer modernen Nation zu entwickeln.

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Der Meiji Tennō (Mutsuhito, 1852-1912) war an Bord des Schiffes, als es zu seiner Einweihungsfahrt von Yokosuka (横須賀 / よこすか) nach Yokohama (横浜 / よこはま) in See stach (die beiden Städte liegen ungefähr 40 km Luftlinie von einander entfernt). Seinen Namen trägt das Schiff aus gutem Grund: Ebenso modern, wie das Schiff, wollte sich auch der Monarch geben, der die Regentschaft der Shōgune beendet und das Heft der Macht wieder in die eigenen Hände genommen hatte.

Der Kaiser, den bisher kaum ein Mensch zu sehen bekommen hatte, tat alles, um seine neu gewonnene Macht zu festigen. Besuchsfahrten in alle Winkel seines Reiches gehörten dazu und steigerten seine Popularität ungemein.
Auf seiner Tour durch den Nordosten der japanischen Hauptinsel und Hokkaidō ging Kaiser Meiji in Aomori (青森 / あおもり), Nordjapan, 1876 an Bord der Meiji Maru und segelte mit ihr nach Hakodate (函館 / はこだて) in Hokkaidō (北海道 / ほっかいどう) – beide Städte werden nur von der hier etwa 120 km breiten die Tsugaru-Straße (津軽海峡 /  つがるかいきょう) getrennt. Seine Reise endete am 20. Juli 1876 mit seiner Ankunft in Yokohama in der Präfektur Kanagawa (神奈川県 / かながわけん). Dieser Tag wird bis auf den heutigen Tag als „Tag des Meeres“ (海の日 / うみのひ) als Nationalfeiertag begangen.

Die Meiji Maru war für ungefähr 20 Jahre im Einsatz als Versorgungsschiff für Leuchttürme, bevor sie 1896 als Trainingsschiff für die Seefahrtsschule (東京商船学校 / とうきょうしょうせんがっこう) in Reiganjima ( 霊岸島 / れいがんじま), heute Shinkawa (新川 / しんかわ) im Tōkyōter Bezirk Chūō (中央区 / ちゅうおうく) vor Anker ging und schließlich bei der Verlegung der Schule nach Etchūjima (越中島 / えっちゅうじま) (1902) im Bezirk Kōtō (江東区 / こうとうく) dorthin umzog. Bereits 1897 war das Schiff ins Eigentum der Schule übergegangen und 1901 zu einem Dreimast-Vollschiff umgebaut worden, um von da an fest vor Anker zu verbleiben.
Die Seefahrtsschule wurde 1925 zur Seefahrts-Hochschule (東京高等商船学校 / とうきょうこうようしょうせんがっこう) und schließlich nach dem zweiten Weltkrieg (in Zwischenschritten) zum Etchūjima-Campus der heutigen Ozeanischen Hochschule Tōkyō (東京海洋大学 / とうきょうかいようだいがく).

Die Meiji Maru blieb „Klassenzimmer“ für die Ausbildung der jungen Seefahrer für ungefähr 50 Jahre bis 1945 und hat dabei über 5.000 junge Seeleute kommen und gehen sehen. Sie kenterte zweimal während verheerender Taifune (1911 und 1917), überstand aber das große Kantō-Erdbeben (1923) und die Luftangriffe der Alliierten im März 1945. Während beider Katastrophen diente das Schiff als Auffanglager für Opfer und hat sich dadurch einen besonderen Platz im Herzen der Einwohner des Kōtō-Bezirks (江東区 / こうとうく) gewonnen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden sowohl das Schiff, als auch die Schulgebäude von den Besatzungsmächten konfisziert. Das führte dazu, dass sich niemand mehr um die Meiji Maru kümmern konnte (andere Quellen sprechen davon, das Schiff sei von den Besatzungskräften als Kantine verwendet worden) und schließlich dazu, dass sie 1951 volllief und im Campus-See sank. Die Meiji Maru konnte aber geborgen werden und aus Anlass ihres 85. Jubiläums im Jahre 1960 wurde damit begonnen, sie zu restaurieren. Bei der Gelegenheit wurde sie auch an ihren heutigen Standort verbracht. Zu ihrem 100. Geburtstag im Jahre 1975 wurde erneut an der Wiederherstellung des Schiffes gearbeitet – unterstützt durch Spenden von Alumni der Hochschule und der Schiffsindustrie.

Die Meiji Maru ist das einzige Schiff Japans, das heute noch erhalten ist, das komplett aus Eisen hergestellt worden war (nicht, wie heute, aus Stahl). Seine Einzigartigkeit und seine historische Bedeutung schlugen sich im Mai 1978 in einer Anerkennung als wichtiges Kulturgut nieder.

Auch wenn das Schiff nach den letzten Renovierungsarbeiten (2015) schon von außen einen wirklich überwältigenden Eindruck macht, so ist doch sein Inneres von besonderem Interesse, denn es ist nicht nur das einzige Schiff, das über eine nur dem Kaiser vorbehaltene Kabine (schmückend „Thron / 御座所 / ごやしょ” genannt) verfügt, sondern auch über einen recht prächtig ausgestatteten Salon, der sicher nicht typisch für ein Versorgungsschiff gewesen sein mag.

Schauen Sie sich aber auch die historischen Gebäude auf dem Etchūjima-Campus der Ozeanischen Hochschule an. Das Hauptgebäude stammt aus dem Jahre 1932, als es ein ursprünglich hölzernes Schulgebäude ersetzte, das während des großen Kantō-Erdbebens niedergebrannt war. An diesem Campus sind die Abteilungen “Maritime Systems Engineering”, “Elektronik und Maschinenlehre” und “Logistics und Informatik” der Fakultät für Marine Ingenieurwissenschaften untergebracht.

Ozeanische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Außerdem befinden sich auf dem Gelände der Universität zwei Sternwarten, die hier im Juni 1903 errichtet wurden. Das erste von beiden soll das fortschrittlichste Teleskop des Orients seiner Zeit sein Eigen genannt haben. Beide wurden im Dezember 1997 als Kulturgüter anerkannt.

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Gleich nebenan befindet sich eine Gedenkstätte für Kapitän Genzaburō Kan (菅源三郎 / かんげんざぶろう) (1883-1942), der sich als Abgänger von dieser Hochschule und Kapitän der “Nagasaki Maru” einen Namen gemacht hat, als das Schiff im Jahre 1942 vor der Einfahrt in den Hafen von Nagasaki von Minen versenkt wurde und er tatsächlich erst als letzter Mann von Bord ging. Auch wenn man ihm seinerzeit keinerlei Schuld am Untergang der “Nagasaki Maru” geben konnte, fühlte er sich für den Tod von 13 getöteten und 26 vermissten Kameraden verantwortlich und brachte sich drei Tage später selbst um.

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学), Genzaburō Kan (菅源三郎)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学), Genzaburō Kan (菅源三郎)

Und wenn mir jetzt noch jemand erklären kann, warum japanische Schiffe immer “Maru” (丸 / まる) heißen, was ja eigentlich “Kreis” oder “Rund” bedeutet… Wikipedia bietet mehrere Erklärungen dafür, aber es wird ja hoffentlich auch eine richtige geben…

Adresse des Schiffes:

Meiji Maru
Etchūjima Campus of
Tōkyō University of Marine Science and Technology
2-1-6, Etchūjima, Koto-ku, Tōkyō

Telefon: 03-5245-7360

〒135-8533 東京都江東区越中島2-1-6
東京海洋大学 越中島キャンパス
明治丸

Öffnungszeiten:

Grundsätzlich dienstags und donnerstags, sowie an jedem ersten und dritten Samstag im Monat:
10 Uhr bis 16 Uhr (April bis September)
10 Uhr bis 15 Uhr (Oktober bis März)
Sonderöffnungen an zwei Sonntagen im November

Geschlossen vom 1. August bis 31. August.
Geschlossen vom 16. Dezember bis 15. Februar (gemäß Internetseite der Universität).

Für 2017 galten aber auch schon für die Monate Januar und Februar die oben genannte Regel grundsätzlich. Zusätzlich ist im März auch noch am Samstag, den 25.3, Sonntag, den 26.3 und Freitag, den 31.3. geöffnet.
Es wurde darauf hingewiesen, dass das Schiff von 10 Uhr bis 15 Uhr (letzter Einlass um 14.30 Uhr) besichtigt werden kann.

Während der Schließungszeiten im Winter kann das Schiff, solange der Campus geöffnet ist, von außen besichtigt werden. Für Gruppen von 10 und mehr Besuchern können aber auch in dieser Zeit Besichtigungen nach vorheriger Anmeldung durch geführt werden.

Eintritt frei

Ein weiteres historisches Schiff bei der Ozeanographischen Hochschule:

Wer noch mehr über historische Schiffe in Tōkyō erfahren möchte, für den ist der Shinagawa Campus der Ozeanografischen Universität Tōkyōs interessant, auf dessen Gelände sich z.B. auch die Unyō Maru (雲鷹丸 / うんようまる), ein in Japan gebautes Schulschiff aus dem Jahre 1909, befindet. Die Unyō Maru wurde über 20 Jahre auf 33 Fahrten in erster Linie für Seefangstudien eingesetz. Später diente es, wie die Meiji Maru, Trainingszwecken und wurde zuletzt von 2012 bis 2014 aufwändig restauriert.

Leider konnte ich keine Möglichkeit zur Besichtigung ausfindig machen. Hier ein paar optische Eindrück von dem Schiff, so wie es eben von außen gesehen werden kann:

Adresse:

Unyō Maru
Shinagawa-Campus of
Tōkyō University of Marine Science and Technology
4-5-7 Kōnan, Minato-ku
Tōkyō 108-0075

〒108-8477 東京都港区港南4-5-7
東京海洋大学品川キャンパス
雲鷹丸

Sie interessieren sich für Schiffe?

Dannn lohnt es sich natürlich immer, auch hier einmal vorbei zu schauen:

Yokohama: Hikawa Maru (氷川丸)
– Das bewegte Leben der „Königin des Pazifiks“


Ochanomizu (御茶ノ水) (Engl./dt.) (aktualisiert/updated)

20. February 2017

Wo der Shōgun einst seinen Tee trank
Where the Shōgun had his tea

Kanda Myōjin / 神田明神

Kanda Myōjin / 神田明神

Nur wenige moderne Städte dieser Welt verändern ihr Antlitz so rasant, wie Tōkyō dies tut. Mein Beitrag über die Umgebung von Ochanomizu (御茶ノ水 / おちゃのみず) hat sich mal wieder eine kleine Aktualisierung verdient. Schauen Sie doch mal wieder vorbei!

Ochanomizu (御茶ノ水)
– Wo der Shōgun einst seinen Tee trank

Only a few modern cities in this world are changing their appearance as swiftly and rapidly as Tōkyō does. My posting about the area around Ochanomizu (御茶ノ水 / おちゃのみず) has seen some small updates. Why don’t you have a look again?

Ochanomizu (御茶ノ水)
– Where the Shōgun had his tea

St. Nicholai / ニコライ堂

St. Nicholai / ニコライ堂


Ta’asobi at the Kitano Jinja (北野神社の田遊び)

14. February 2017

A Shintō ceremony that is not only time-honored, but also popular

Ta'asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta’asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

Since the very old days Shintō dieties are being worshipped in Japan, whenever the wellbeing or success of people or organisations is invoked. Ceremonies for rich fishing results or an abundant harvest are among them just as well.

Ta'asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta’asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta'asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta’asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

One of the most traditional ceremonies was held last Saturday (as every 11th of Febuary) in Tōkyō’s Itabashi district (板橋区 / いたばしく) – and once again it was the OAG (Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens) and its expert member, Luise Kahlow, that made the visit to this ceremony possible and ever so much more worth it:

The Ta’asobi (田遊び / たあそび) at the Kitano Shrine (北野神社 / きたのじんじゃ) (Tokumaru Kitano-Schrein / 徳丸北野神社 / とくまるきたのじんじゃ, to be exact) in Tokumaru Rokuchōme (徳丸六丁目 / とくまるろくちょうめ).

This almost 1 ½ hours lasting ceremony that became a registered cultural asset in 2007, has been performed for hundreds of years (the shrine itself is able to look back on a history of more than 1000 years). And if you witness these ritual actions, you may just as well gain the impression that these ceremonies haven’t been changed ever since.

The Ta’asobi consists of various acts/ceremonies that are designed to ask the dieties of harvest for their help:

  • Chōho shirabe (町歩調べ):
    Making sure of the rice fields’ locations and counting them
  • Ta uchi (田打ち):
    Preparing the paddy
  • Ta unai (田うない):
    Ploughing the paddy
  • Shiro kaki (代掻き):
    Ploughing and watering the paddy
  • Tane maki (種まき):
    Sowing the seeds (that was surely the longes ritual)
  • Tori oi (鳥追い):
    Driving the birds away (using the sasara (簓 / ささら)-ratchet)
  • Haru ta unai (春田うない):
    Ploughing the furrows

During a brief intermission, everyone on stage and in the audience was invited to a cup of “sacred sake” (o-miki / お神酒 / おみき).

  • Ueda shiro kaki (植田代掻き):
    Ploughing and watering the paddies with a cow; to show gratitude for the cow’s effords, air is fanned at it
  • Saotome (早乙女):
    Four planting girls with blades of rice (symbol: neelde- and plum twig); the girls are being thrown in the air (as a symbol for healthy grow of the girls as well as the rice plants)
  • Tarōji Yasume (田郎次やすめ):
    Man and paunched woman entertain the audience with jokes
  • Koma (駒):
    Wild colt
  • Shishi (獅子):
    The lion is supposed to drive away harmful insects and to bless the paddies
  • Hamaya (はま矢):
    Man with spears
  • Ine kari (稲刈り):
    Mowing the rice
  • Inemura tsumi (家むら積み):
    Arranging the sheaf

Have a look at the 12 minutes of cut together of the festive ceremony – and don’t be sad, if you cannot distinguish all the different rituals. But you’ll surely realise that the “saotome” is the part that provides most fun for the children.

Place of the Event:

Tokumaru Kitano-Schrein
6-34-3 Tokumaru
Itabashi-ku
Tōkyō 〒175-0083

徳丸北野神社
〒175-0083 東京都板橋区徳丸6-34-3

 

 


Ta’asobi am Kitano Jinja (北野神社の田遊び)

12. February 2017

Eine ebenso altehrwürdige wie volkstümliche Shintō-Zeremonie

Ta'asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta’asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

In Japan werden seit uralten Zeiten die shintōistischen Götter in Zeremonien anrufen, wenn es darum geht, sich ihr Wohlwollen und ihre Unterstützung zu sichern. Zeremonien für reichen Fischfang oder eine gute Ernte gehören natürlich auch dazu.

Ta'asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta’asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta'asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta’asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ein besonders „urige“ Zeremonie gab es am gestrigen Samstag (wie immer am 11. Februar) im Tōkyōter Stadtteil Itabashi (板橋区 / いたばしく) zu erleben – die OAG (Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens) und deren Expertin, Luise Kahlow, haben den Besuch erst ermöglicht und doppelt lohnend gemacht:
Das Ta’asobi (田遊び / たあそび) am Kitano-Schrein (北野神社 / きたのじんじゃ) (genauer: Tokumaru Kitano-Schrein / 徳丸北野神社 / とくまるきたのじんじゃ) in Tokumaru Rokuchōme (徳丸六丁目 / とくまるろくちょうめ).

Diese fast 1 ½-stündige Zeremonie, die seit 2007 als staatliches Kulturgut anerkannt ist, wird seit vielen Jahrhunderten aufgeführt (der Schrein selbst blickt auf eine über tausenjährige Geschichte zurück). Und beim Anblick der Zeremonie möchte man beinahe glauben, dass die Riten sich seit ewigen Zeiten nicht mehr geändert haben.

In mehreren Schritten wird hierbei um die Hilfe der Erntegeister gebittet:

  • Chōho shirabe (町歩調べ):
    Vergewissern, wo die Reisfelder sind und sie zählen
  • Ta uchi (田打ち):
    Feld vorbereiten
  • Ta unai (田うない):
    Ackerfurchen ziehen
  • Shiro kaki (代掻き):
    Pflügen und Wässern des Feldes
  • Tane maki (種まき):
    Samen säen (das war der eindeutig längste Ritus)
  • Tori oi (鳥追い):
    Vögel vertreiben (mit der sasara (簓 / ささら)-Ratsche)
  • Haru ta unai (春田うない):
    mit Hacke Ackerfurchen ziehen

Pause, in der unter den Zuschauen “heiliger Sake” (o-miki / お神酒 / おみき) verteilt wurde.

  • Ueda shiro kaki (植田代掻き):
    Pflügen und Wässern des Feldes mit Kuh; der Kuh zum Dank für die harte Arbeit Luft zufächeln
  • Saotome (早乙女):
    vier Reispflanzmädchen mit Reispflanze in der Hand (Symbol: Nadel- und Pflaumenzweig); in die Luft werfen der Mädchen (Symbol für gutes Wachstum der Kinder und der Reispflanzen)
  • Tarōji Yasume (田郎次やすめ):
    Mann und Weib mit dickem Bauch machen Späße mit dem Publikum
  • Koma (駒):
    wildes Fohlen
  • Shishi (獅子):
    Shishi soll Schädlinge verhindern, bringt Segen
  • Hamaya (はま矢):
    Mann mit Speeren
  • Ine kari (稲刈り):
    Reismahd
  • Inemura tsumi (家むら積み):
    Reisgarbe aufstellen

Schauen Sie sich einen 12-minütigen Zusammenschnitt der zeremoniellen Handlungen an – und seien Sie nicht traurig, wenn Sie die eine Zeremonie u.U. nicht von der anderen unterscheiden können. Das Saotome ist ganz eindeutig der Teil des Ritus, der zumindest den Kindern am meisten Spaß macht.

Ort der Veranstaltung:

Tokumaru Kitano-Schrein
6-34-3 Tokumaru
Itabashi-ku
Tōkyō 〒175-0083

徳丸北野神社
〒175-0083 東京都板橋区徳丸6-34-3

 

 


Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (dt.) (Teil 5)

10. December 2016

Japanisches Porzellan vom Feinsten
Die Toguri-Sammlungen: Die Original-Ausstellung
(戸栗コレクション1984・1985-revival-展)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Wenn Sie zu den aufmerksamen Lesern dieser Webseite gehören, erinnern Sie sich wahrscheinlich an die mannigfaltigen Artikel über die Ausstellungen feinen Porzellans im Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館 / とぐりびじゅつかん). Und falls Sie Ihr Erinnerungsvermögen auffrischen oder ganz einfach mehr darüber lernen möchten, schauen Sie doch einfach mal in die vorangegangenen Artikel:

Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 1)
Japanisches Porzellan vom Feinsten – Imari Ware
Der Ko-Kutani-Stil (古九谷展)

Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 2)
Japanisches Porzellan vom Feinsten – Imari Ware
Meisterstücke des Kakiemon- und Kinrande-Stils
(柿右衛門・古伊万里金襴手展)

Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 3)
Japanisches Porzellan vom Feinsten
Meisterstücke des Nabeshima Porzellans
(鍋島焼展)

Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 4)
Japanisches Porzellan vom Feinsten
Imari Ware – Die Pracht von Sometsuke
(古伊万里 – 染付の美展)

Wieder einmal hatte ich, dank Herrn Toguris (des Direktors des Museums) freundlicher Genehmigung, die Gelegenheit, einen Teil einer laufenden Ausstellung zu fotografieren, als die unvergleichliche Alice Gordenker eine ihrer nicht nur unterhaltsamen, sondern auch sehr lehrreichen Touren durch das Museum anbot (sie hat übrigens auch große Teile zum englischsprachigen Ursprungstext dieses Artikels beigetragen – und obwohl ich weiß, dass sie keinen Wert auf die lobende Erwähnung legt, soll dies schon der Ehrlichkeit wegen nicht verschwiegen werden).

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Bei der diesmaligen Ausstellung geht es ganz um die Neuinszenierung der ersten Ausstellung von Herrn Toguri (des Vaters des derzeitigen Direktors), die dieser in den Jahren 1984/1985 zusammengestellt hatte – noch bevor das heutige Gebäude des Toguri Kunstmuseums überhaupt errichtet worden war (Sie erinnern sich vielleicht: Dieses Haus wurde erst 1987 eröffnet). Da Herr Toguri aber schon seit über 20 Jahren die großartigsten Beispiele alter japanischer Porzellankunst gesammelt hatte, war es an der Zeit gewesen, diese auch einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Er fand in den Räumlichkeiten des kommunalen Shōtō Kunstmuseums (松濤美術館 / しょうとうびじゅつかん) des Stadtteils Shibuya den passenden Raum und Rahmen für seine Schätze.
Seine erste Ausstellung trug den Namen “Arita Ware from the Toguri Collection: Imari, Kakiemon, Nabeshima” und wurde dafür belobigt, dass ihre 108 Exponate sowohl die Internationalisierung, als auch die Vielfältigkeit früher japanischer Porzellanproduktion veranschaulichte. Und genau diese 108 Ausstellungsstücke werden derzeit wieder präsentiert. Wollen wir uns diese Schätze gemeinsam ansehen? Klicken Sie einfach auf die unten stehenden Miniaturen, um sie zu vergrößern und noch mehr Details bewundern zu können!

Treppe zu den Ausstellungsräumen

Imari Porzellan (Mitte des 17. Jahrhunderts)
Schale mit blattförmigem Rand, dekoriert mit einem Tiger- und Bambus-Design in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Sollte Ihnen dieser Tiger irgendwie bekannt vorkommen, muss Sie das nicht wundern. Der Tiger dieser Schale dient auch als offizielles Logo des Toguri Kunstmuseums.

AUSSTELLUNGSRAUM 1

#1
Imari Porzellan (Mitte des 17. Jahrhunderts)
Flasche, verziert mit einem Felsen- und Pfingstrosen-Design in Überglasur-Email

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Diese außergewöhnlich wertvolle Flasche ist völlig zu Recht das erste Schaustück dieser Ausstellung – sie war es auch, die das Deckblatt des Original-Ausstellungskatalogs von 1984 zieren durfte. Mit einer Höhe von 47 cm gehört sie zu den größten Flaschen, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts hergestellt wurden. Sie ist übrigens aus zwei Teilen gefertigt – einem oberen Teil und einem unteren, die zusammengefügt wurden (Sie können sicher die Zusammensetzung erkennen, die ich auf einem der unten stehenden Fotos markiert habe). Diese Technik nennt man “dōtsugi” (胴継ぎ / どうつぎ). Mit all ihrer Pracht und den reichhaltigen Verzierungen stellt sie ein typisches Beispiel von Porzellan, das für den Export hergestellt wurde, dar.

#6
Imari Porzellan (frühes 17. Jahrhundert)
Schale mit flachem Rand, dekoriert mit einer Landschaft mit Pavillon in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Hier haben wir ein sehr schönes Beispiel für “shoki imari“ (初期伊万里 / しょきいまり) – aus den frühen Tagen japanischer Porzellanherstellung. Die Basis/der Fuß (高大 / こうだい) dieser Schale ist auffallend klein – ein Hinweis darauf, dass die Porzellanproduktion noch immer in den Kinderschuhen steckte. Hätte man die Basis weiter gemacht, hätte die Gefahr bestanden, dass der mittlere Teil der Schale eingesunken und somit die Form ruiniert worden wäre.
Sie können feine Risse in der Glasur erkennen, die obendrein einen bläulichen Schimmer aufweist. Außerdem sind noch immer viele Mängel im Grundmaterial und sogar Fingerabdrücke des Porzellanmeisters auf der Rückseite zu erkennen.

#7
Imari Porzellan (frühes 17. Jahrhundert)
Schale, verziert mit einer Landschaft in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Ein weiteres Beispiel für “shoki imari“. Die bräunlichen Flecke auf der Oberfläche sind übrigens keine Zeichen von Abnutzung oder Verschmutzung. Sie sind schlicht und ergreifend Zeugnisse dafür, dass das Ausgangsmaterial für die Porzellanherstellung in diesen frühen Jahren noch mit Mängeln behaftet war (in diesem Fall waren es Rückstände von Eisen), die sich während des Brennvorgangs in braune Flecken verwandelt haben. Für viele Sammler machen aber gerade diese Imperfektionen den Charme von frühem Imari Porzellan aus. Oder, wie Herr Toguri meinte: “Der Anfang ist immer am wichtigsten!” Und weil Schalen wie diese den Beginn japanischer Porzellanproduktion dokumentieren, sammelte er seinerzeit auch besonders viele davon.
Im frühen 17. Jahrhundert waren Teller wie dieser absolute Luxusobjekte, die sich nur die oberen 10.000 leisten konnten.

#9
Imari Porzellan (frühes 17. Jahrhundert)
Teller mit flachem Rand, verziert mit  einer Wolke, einem Hasen und den Schriftzeichen “春白兎” (weißer Hase im Frühling) aus aufgesprühtem Blau und Weiß

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Das Design dieses Tellers wurde mit der so genannten “fukizumi“-(吹墨 / ふきずみ)-Technik ausgeführt, bei der Schablonen zum Einsatz kommen (in diesem Falle eine Schablone für den Hasen, eine für die Wolke und eine für das Banner). Um diese Schablonen wird “gosu“ (呉須 / ごず) (Kobaltblau) gesprüht – eine Technik, die bei frühem Imari Porzellan oft zum Einsatz kam.

#14
Imari Porzellan (Mitte des 17. Jahrhunderts)
Schale, dekoriert mit geometrischen Mustern und miteinander verbundenen Kreisen in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Gegen Mitte des 17. Jahrhundert wurden die Muster immer aufwändiger und feiner. Außerdem wurden die Werkstücke immer dünner und leichter. Und dafür gibt es einen historischen Grund: Politische Unruhen in China hatten die dortige Porzellanproduktion schwer in Mitleidenschaft gezogen. In den 1640er Jahren gab es politische Probleme, 1644 fiel die Ming Dynastie. Die großen Brennöfen von Jingdezhen zum Beispiel waren nicht mehr in der Lage, weiter zu produzieren. Die Umwälzungen waren der Auslöser für zwei große Veränderungen in der japanischen Porzellanherstellung:

Zum einen flohen viele chinesische Porzellanarbeiter aus China und übersiedelten nach Japan, wo sie ihr Handwerk unter friedlicheren Bedingungen fortsetzen konnten. Sie brachten natürlich auch bisher nur Chinesen bekannte Technologien und Fachwissen mit.

Und zum anderen waren die Holländer (seinerzeit die größten Porzellanimporteure Europas) nicht mehr in der Lage, ihren Porzellanbedarf in China zu decken und wendeten sich an die Japaner als alternative Lieferanten. Die erste dokumentierte Schiffsladung Porzellan aus Japan für Europa, die von den Holländern ausgeführt wurde, wurde 1659 an Bord genommen und beweist, dass hier nicht gekleckert, sondern geklotzt wurde: Sie bestand aus 50.000 Teilen!

#17
Imari Porzellan (Mitte des 17. Jahrhunderts)
Schale in der Form einer Kalebasse, dekoriert mit einem Landschafts-Design in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

#19
Imari Porzellan (Mitte des 17. Jahrhunderts)
Teller mit blattförmigem Rand, dekoriert mit einem Tiger- und Bambus-Design in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Diese interessante Form wurde geschaffen, indem das Basismaterial zunächst auf einer Drehscheibe ausgewalzt und dann auf eine Form gepresst wurde. Der wunderschöne Rand des Tellers ist mit einem bräunlichen Lack versehen, der sich “fuchisabi“ (縁銹 / ふちさび) nennt. Der weite Fuß des Werkstücks zeigt außerdem eindrucksvoll, welch sprunghafte Weiterentwicklung die japanische Porzellanfertigung in recht kurzer Zeit durchgemacht hat.

#32
Imari Porzellan (spätes 18. – frühes 19. Jahrhundert)
Eckige Flasche, verziert mit “europäischen Figuren” in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Schauen Sie sich die “europäischen Figuren” an den Seiten der Flasche einmal genauer an! Diese sollen eigentlich “holländisch” aussehen. Aber schon die Kopfbedeckungen machen mehr den Eindruck portugiesischer Mode des späten 18. Jahrhunderts. Die Kleidung sieht eher chinesisch als europäisch aus. Und barfuß laufende Europäer? Es ist anzunehmen, dass die Künstler nie in ihrem Leben einen Europäer zu Gesicht bekommen haben (man darf nicht vergessen: Japan war damals schon lange Zeit abgeschottet; ausländische Besucher hatten keinen Zutritt – sogar die holländischen Händler von Dejima hatten keine Möglichkeit, selbst auf “Einkaufstour” im Lande zu gehen).

#40
Imari Porzellan (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Flasche, dekoriert mit Pfingstrosen und Vögeln in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Diese Art großer Flaschen mit weitem Körper, die für den Export hergestellt wurde, nennt man manchmal auch “Gallipot” (was auf ihre Verwendung für die Aufbewahrung und den Transport von Medizin und Salben hinweist). Diese weist einen doppelten Rand am Flaschenhals auf, was wiederum darauf schließen lässt, dass hier ein Verschluss angebracht war. Der Hals der Flasche ist mit einem Schwertspitzen-Design versehen, während der restliche Körper mit Vögeln und großen Pfingstrosenblüten verziert ist. Im Fuß der Flasche befindet sich eine “I.C.”-Markierung, die wohl auf die Person hinweist, für die sie hergestellt wurde. Es ist möglich, dass dies die Initialen von Johannes Camphuijs sind (zu dieser Zeit neigten gebildete Personen dazu, ihre Namen zu latinisieren – und da es im lateinischen Alphabet kein “J” gibt, würde Camphuijs “I” verwendet haben), der zwischen 1671 und 1676 dreimal als “opperhoofd” oder “Chefunterhändler und Beamter” auf dem holländischen Handelsstützpunkt auf der Insel Dejima in Nagasaki stationiert war. Später diente Camphuijs auch noch als Generalgouverneur (sōtoku / 総督 / そうとく) der Niederländischen Ostindien-Company von 1684 bis 1691. In seiner Zeit in Japan entwickelte er ein großes Faible für alles Japanische und setzte seinen “japanischen Lebensstil” auch dann noch fort, als er Japan wieder verlassen hatte.

AUSSTELLUNGSRAUM 2

#44
Imari Porzellan (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Flasche mit kantiger Flanke, dekoriert mit einem Pfingstrosen-Design in Überglasur-Email

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Dieses und die nächsten beiden Exponate zeigen Formen und Designs, wie sie für den Export hergestellt wurden. Die Form dieser Flaschen ist besonders interessant, da sie einem auf dem Kopf (bzw. dem Griff) stehenden “chasen” (茶筅 / ちゃせん), einem Schneebesen aus Bambus ähnlich ist, der für die zeremonielle Zubereitung von grünem Pulvertee benutzt wird. Obwohl Flaschen wie diese hauptsächlich für den Export hergestellt wurden, befand sich die obige im Besitz des Fürsten Maeda von Kaga, was zeigt, dass diese Formen auch im Inland geschätzt wurden.

#45
Imari Porzellan (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Flasche, dekoriert mit Glyzinien in Überglasur-Email

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#46
Imari Porzellan (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)

Flasche mit kantiger Flanke, verziert mit einer Landschaft mit Pavillon in Unterglasur-Blau

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#50
Imari Porzellan (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Topf, dekoriert mit einem Landschaft- und Phönix-Design in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Leider war ich nicht in der Lage, bis auf den Boden dieses großen Topfes nach unten zu fotografieren, wo dieser besonders reizvoll mit einem Phönix mit langen Schwanzfedern und Schmetterlingen dekoriert ist. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass dieser Krug dafür gedacht war, ihn mit Wasser zu füllen – um z. B. darin Goldfische zu halten. Die Gestaltung der Innenseite ist mit besonderer Behutsamkeit vorgenommen worden, um den Eindruck zu erwecken, der Phönix und die Schmetterlinge schwebten im Wasser. Die Holländer importierten solche Gefäße allerdings auch, um in ihnen Speisen und Getränke zu kühlen.

#51
Imari Porzellan (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Krug, verziert mit Chrysanthemen und Pflaumen in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Der interessanteste Teil dieses Krugs befindet sich – abgewandt vom Betrachter – auf dessen Rückseite: Ein großes Loch in der Nähe des Bodens, das nachträglich wieder versiegelt wurde. An dieser Stelle muss sich irgendwann ein Zapfhahn befunden haben (der höchstwahrscheinlich in Europa angebracht worden ist – solche “Anbauten” wurden in Japan nicht vorgenommen).

#55
Imari Porzellan (spätes 17. – frühes 18. Jahrhundert)
Schale mit  Pfingstrosen-Design in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Diese Schüssel in der Form einer Barbier-Schale wurde ebenfalls für den Export hergestellt. Es ist unwahrscheinlich, dass sie auch tatsächlich als Barbier-Schale eingesetzt wurde (schon aufgrund ihres Gewichts wäre sie dafür nicht wirklich tauglich gewesen). Es ist eher davon auszugehen, dass sie z. B. in einem Barbier-Salon als Dekorationsmittel zum Einsatz kam.

#56
Imari Porzellan (spätes 17. – frühes 18. Jahrhundert)
Schale, verziert mit einem Blumen- und Vögel-Design in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Dieses Ausstellungsstück und das nächste sind besonders interessant – nicht nur, weil sie ausnehmend prachtvoll bemalt wurden, sondern auch, weil sie im Zentrum die “VOC”-Markierung tragen, die die “Niederländische Ostindien-Company” (Vereenigde Oostindische Compagnie) repräsentiert. Es handelt sich hierbei um typische Beispiele für Export-Ware. Es ist denkbar, dass diese Schalen in der Hauptniederlassung der Gesellschaft oder auf ihren Schiffen zum Einsatz gekommen sind.

#57
Imari Porzellan (spätes 17. – frühes 18. Jahrhundert)
Schale, verziert mit einem Pfirsich- und Zitronatzitrone-Design in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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#60
Imari Porzellan (spätes 17. – erste Hälfte des 18. Jahrhunderts)
Zylindrisches Gefäß mit einem knopfartigen Griff in Form eines Eichhörnchens auf dem Deckel, dekoriert mit Pflaumen und Pfingstrosen in Unterglasur Blau, Überglasur Email und Gold

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Schauen Sie sich die possierliche Darstellung des Eichhörnchens an – ein bestechendes Beispiel für ausgereifte Handwerkskunst. Vom “europäischen” Stil der Griffe lässt sich darauf schließen, dass auch dieses Werkstück für den Export hergestellt wurde.

#62
Imari Porzellan (spätes 17. – erste Hälfte des 18. Jahrhunderts)
Krug mit Deckel, verziert mit chinesischen Löwen-Hunden unter Pfingstrosen, Pflaumen und Chrysanthemen in Unterglasur-Blau und Überglasur Email und Gold

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Behälter in dieser Form werden “Duft-Krüge” (沈香壷 / じんこうつぼ) genannt und können an ihrer runden Form, ihrer hohen Flanke, einem erhöhten Hals mit vergleichsweise kleiner Öffnung und einem kuppelförmigen Deckel erkannt werden. Dieser Krug ist definitiv für den Export hergestellt worden, da es für derartig große Behältnisse keinen Markt in Japan gab. Er war dafür gedacht, nach Europa verschifft zu werden, um dort rein dekorativ zum Einsatz zu kommen. Da solche Werkstücke aus China oder Japan extrem teuer waren, dienten sie in erster Linie ihren wohlhabenden Besitzern dazu, ihren Status zu dokumentieren. In großen Häusern und Schlössern wurde seinerzeit mit “Porzellan-Kabinetten” regelrechter Prunk getrieben.
Bei diesem Behältnis handelt es sich um ein Beispiel für den “Kinrande-Stil” (金襴手様式 / きんらんでようしき). Der Name kommt von “Goldbrokat” (kinran / 金襴 / きんらん) – und weist schon darauf hin, dass es sich um besonders aufwändige Werkstücke handelt. Aber schauen Sie sich die üppigen Designs etwas genauer an! Sie werden feststellen, dass neben dem “sometsuke”-Blau nur wenige verschiedene Farben verwendet wurden und die Malereien vergleichsweise einfach sind – im Gegensatz zu den detaillierten und feinen Arbeiten auf den Exponaten weiter oben. Diese dekorativen Repräsentationsstücke wurden hergestellt, um von Weitem einen grandiosen Eindruck zu machen. Da sie nicht wirklich “benutzt” wurden, bestand kein Grund dafür, die Dekorationen zu filigran ausfallen zu lassen. Und das war wichtig, denn in den Jahren, in denen der Kinrande-Stil populär war, erfuhr die Porzellanherstellung in China eine Wiederbelebung. Und das bedeutete für die japanischen Hersteller, dass sie mit den Herstellungspreisen Chinas konkurrieren mussten, was die japanischen Künstler nach Wegen suchen ließ, den Produktionsprozess zu verschlanken und so die Kosten zu senken. Dabei halfen natürlich vergleichsweise einfache, sich wiederholende Muster, die Serien in größerer Stückzahl zuließen.

#65
Imari Porzellan (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Behältnis, “Kendi”, dekoriert mit chinesischem Löwen-Hund in Überglasur-Email

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Dieses Schütt-Gefäß mit Ausgusstülle aber ohne Griff wird “Kendi” genannt (das Wort stammt aus dem Malaysischen). In China wurden Gefäße dieser Art bereits seit dem 14. Jahrhundert hergestellt und fanden große Verbreitung in Südostasien, wo sie für Wasser und alkoholische Getränke genutzt wurden. Die Porzellanhersteller Aritas produzierten diese Gefäße ebenfalls für den Export. Bei diesem “Kendi” waren die Linien mit schwarzem Überglasur-Email ausgeführt, die im Laufe der Zeit aber zum größten Teil verschwunden sind, da schwarze Überglasur nicht zu den “haltbaren” zählte.

#66
Imari Porzellan (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Gießkanne, verziert mit einem Pfingstrosenrelief und Überglasur-Email

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#74
Imari Porzellan im Kakiemon-Stil (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Porzellanfigur einer Frau, verziert mit Überglasur-Email

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Hier und bei dem nächsten Ausstellungsstück sehen wir eine Version von Porzellanprodukten, die mit dem Kakiemon-Stil (柿右衛門様式 / かきえもんようしき), der in den 1670ern entwickelt wurde, in Verbindung gebracht werden können. Die Figuren von Menschen und Tieren werden im Japanischen “okimono” (置物 / おきもの) genannt und haben, wie das Wort nahelegt, rein dekorativen Charakter. Figurinen wie diese wurden in großer Stückzahl und basierend auf vorgefertigten Formen produziert. Meist unterschieden sie sich nur in Details und in der Bemalung. Da die Figuren hohl sind und sich die Luft im Innern während des Brennens ausdehnt, hatten sich die Töpfer einen Weg einfallen lassen müssen, wie sie ein Explodieren des Rohlings beim Brennen verhindern konnten. In diesem Falle wurde ein kleines Loch in der Mundöffnung der Figur gelassen, durch das der Luftdruck entweichen konnte.
Man sagt übrigens, dass diese Porzellanskulptur nach dem Vorbild einer berühmten Kurtisane geformt wurde.

#75
Imari Porzellan im Kakiemon-Stil (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Behältnis in der Form eines auf einem Go-Spielfeld sitzenden chinesischen Jungen, verziert mit Unterglasur-Blau und Überglasur-Email

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Wahrscheinlich ist die Kombination eines Go-Bretts mit einem darauf sitzenden Jungen durch die “hakamagi“-Zeremonie (袴着 / はかまぎ) inspiriert worden, die während der Edo-Zeit am fünften Geburtstag von Jungen ausgeführt wurde, um für deren Gesundheit und weiter gutes Wachstum zu beten. Zu dieser Zeremonie wurde der Junge erstmals in seinem Leben mit einer “hakama” (袴 / はかま), einer Art formeller Hose, bekleidet und auf ein Go-Brett gesetzt.

AUSSTELLUNGSRAUM 3

#79
Imari Porzellan (spätes 17. – frühes 18. Jahrhundert)
Schüssel, dekoriert mit Drachen, Wolken und Kreisen in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Schüssel dieser Form nennt man “kabuto-bachi“ (兜鉢 / かぶとばち), weil ihre tiefe, abgerundete Form und der flache Rand an einen japanischen Soldatenhelm (兜 / かぶと) erinnert. Die prächtigen Farben machen dieses Ausstellungsstück zu einem perfekten Beispiel für Imari Porzellan im Kinrande-Stil (金襴手様式 / きんらんでようしき).

#80
Imari Porzellan (spätes 17. – frühes 18. Jahrhundert)
Schale, dekoriert mit dem “unsterblichen Qin Gao” und sechs roten Kreisen in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Die Mitte dieser Schüssel ist mit einem Abbild des “unsterblichen Qin Gao” der Taoisten verziert, den man in Japan als Kinkō Sennin (琴高仙人 / きんこうせんにん) kennt, der auf einem großen Fisch “reitet”. Man erzählt sich die Legende, dass Kinkō Sennin auf der Flucht vor einem Drachen ins Wasser gesprungen ist und aus dessen Fluten auf dem Rücken eines großen Fisches reitend wieder auftauchte. Dieses Werkstück ist besonders sorgfältig gebrannt worden, denn das Porzellan ist ausnehmend gleichmäßig weiß und die Farben sind ungewöhnlich kräftig..

#82
Imari Porzellan (spätes 17. – frühes 18. Jahrhundert)
Schale, verziert mit dem einem Schriftzeichen (寿/ju = langes Leben) in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Diese Schalenform wird “komagata no hachi“ (独楽形の鉢 / こまがたのはち) oder “Kreisel-Form” genannt.

#89
Nabeshima Porzellan (spätes 17. – frühes 18. Jahrhundert)
Teller, dekoriert mit Symbolen für Schätze in Unterglasur-Blau

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Muster, die eine positive oder erfolgreiche Zukunft suggerierten, waren bei Nabeshima Porzellan (鍋島焼 / なべしまやき) besonders beliebt, da dieses ausschließlich als Tribut an den Shōgun und andere hochstehende Persönlichkeiten hergestellt wurde. Das “glückbringende Schätze”-Design (takarazukushi / 宝尽し / たからづくし) besteht aus möglichst vielen Glück verheißenden Symbolen. In seiner Form entspricht die Schale einem “mokuhai” (木杯 / もくはい), der flachen Trinkschale für Sake.

#91
Nabeshima Porzellan (spätes 17. – frühes 18. Jahrhundert)
Teller, verziert mit japanischen Ahornblättern und Wellen in Unterglasur-Blau und Überglasur-Email

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Wundern Sie sich nicht, wenn Sie hier zwei scheinbar identische Teller sehen. Sie sind nicht identisch! Sie sind Teil eines Services, das u. a. aus 20 Tellern dieser Größe und dieses Musters besteht, und zeigen sehr eindrücklich, wie ausgereift die Herstellungsmethoden für handbemaltes Porzellan zu dieser Zeit bereits waren. Sie müssen schon ganz genau hinsehen, um die geringen Abweichungen in der Bemalung festzustellen. Wie wir oben schon gelernt haben, war Nabeshima-Porzellan als Geschenk für den Shōgun gedacht. Und solche Geschenke konnte man nicht in Einzelstücken machen, sondern sie wurden immer als komplettes Service überreicht, bestehend aus zwei großen Schalen, 20 in der Größe, wie sie oben zu sehen sind (genannt “nanasun“ / 七寸 / ななすん), plus 20 etwas kleineren Tellern, 20 noch etwas kleineren und schließlich 20 Bechern – alle im gleichen Design. Und geschenkt wurde nicht etwa “nur” eines dieser 82-teiligen Sets, sondern gleich fünf Stück davon, jedes aus 82 Teilen bestehend. Über 400 Teile feinsten Porzellans hatten dann den Weg von den Produktionsstätten im fernen Südwesten Japans nach dem weit, weit entfernten Edo zurückzulegen.

#101
Nabeshima Porzellan (spätes 17. – frühes 18. Jahrhundert)
Schale, verziert mit einem Schneeflocken-Muster in Unterglasur-Blau und Seladon

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Mein Lieblings-Ausstellungsstück – nicht erst seit dieser Ausstellung.
In der Edo-Zeit machte ein Mann namens Doi Toshitsura (土井利位 / どいとしつら) eine überraschende Entdeckung, als er erstmals Schneeflocken unter einem Mikroskop betrachtete. Damals war diese importierte Technologie noch neu und schwer zu bekommen. Und natürlich hatte noch niemand vorher Schneeflocken dermaßen vergrößert betrachtet. Doi soll angeblich 20 Jahre auf das Studium der Erscheinungsformen von Schneeflocken verwendet haben – immer in einer Umgebung mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Dabei machte er detaillierte Zeichnungen der Kristalle. Und im Jahre 1832 veröffentlichte er 183 dieser Zeichnungen in einem Buch mit dem Titel “Sekka Zusetsu” (Eine bebilderte Erklärung der Schneeflocken) (雪華図説 / せっかずせつ) – der Auslöser für eine regelrechte Modewelle mit Schneeflockenmustern. Dieser Teller hier stammt natürlich aus der Zeit vor der Veröffentlichung dieses Buches. Auf ihm wurden die Schneeflocken noch im “traditionellen Stil” wiedergegeben. Die Maltechnik, die hier zur Anwendung kam, nennt man “somebokashi” oder “sometsuke no bokashi“ (染付の暈し / そめつけのぼかし), eine Technik, an die sich nur die geschicktesten Keramiker wagen.

#102
Nabeshima Porzellan (spätes 17. – frühes 18. Jahrhundert)
Schale, dekoriert mit Pfirsichen und einer Sammlung von “Schätzen” in Unterglasur-Blau und Seladon

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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#103
Nabeshima Porzellan (erste Hälfte des 18. Jahrhunderts)
Schale, dekoriert mit sieben Krügen in Unterglasur-Blau und Seladon

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Diese Schale wurde unter Anwendung der “sumihajiki“ (墨弾き / すみはじき)-Methode (Farb-Abweisungs-Methode) ausgeführt. Bei dieser Technik werden die feinen Linien der Muster mit Tinte vorgezeichnet und die Zwischenräume mit sometsuke (染付 / そめつけ)-Unterglasur ausgefüllt. Die Tinte verbrennt beim Brennen des Werkstücks rückstandslos und lässt die Linien in feinstem Weiß zum Vorschein kommen. Die Krüge, die auf dieser Schale dargestellt sind, haben zwar fast identische Formen, aber sind unterschiedlich verziert. Es gibt Schalen mit Darstellungen von zwei, drei oder fünf Krügen, aber auch außergewöhnlich geformte Schalen in der Form solcher Krüge.

#106
Nabeshima Porzellan (18. Jahrhundert)
Seladon-Teller mit blauem Glasur-Rand

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Dieses letzte Stück der Ausstellung veranschaulicht in besonderer Weise, was man “Schlichtheit & Stil” nennen möchte. Ein Teller, der noch nicht mal ansatzweise erkennen lässt, dass er bereits fast dreihundert Jahre alt ist.

In Tuchfühlung mit den kostbaren Kunstwerken:

Es ist schon so etwas wie eine “Tradition” geworden, dass bei den Führungen, die Alice Gordenker durch das Toguri-Kunstmuseum anbietet, am Ende ein ganz besonderer Höhepunkt auf die Teilnehmer wartet: die Möglichkeit, die seltenen Museumsstücke aus der Edo-Zeit ganz aus der Nähe anzusehen und zu fotografieren, ja auch in die Hand und “begreifen” zu dürfen. Das Ertasten der Oberflächen und Abwiegen des Gewichts solcher alten Werkstücke ist besonders eindrucksvoll, weil diese erst bei Berührung ihre kleinen Unebenheiten im Basismaterial und der Emaillierung offenbaren. Aber auch die Strukturen, die durch das Auftragen von Farben und Email hervorgerufen werden, eröffnen sich erst beim “Befühlen”.

Und diesmal wurden uns zwei Exponate zur Verfügung gestellt, die besonders für die Deutschen unter uns eindrucksvoll waren. Zunächst gab es eine Schale im feinsten Kakiemon-Stil zu sehen, die aus dem 17. Jahrhundert stammte. Und kurz darauf “zauberte” die Kuratorin, Frau Takeda, eine weitere Schale herbei, die fast genau das gleiche Design aufwies, lediglich etwas größer als das erste Exponat war. Was auf den ersten Blick wie eine “Zwillingsschwester” der ersten Schale aussah, stellte sich bei genauerer Betrachtung aber als plumpe (und auch ziemlich freche) “Fälschung” des japanischen Originals durch die Porzellanmeister von Meissen in Deutschland heraus – allerdings mindestens 50 Jahre später. Wo wir doch ständig davon sprechen, dass die Asiaten permanent europäisches Design stehlen…! Obwohl es den Porzellanmeistern in Meissen möglich war, ein viel weißeres Basismaterial herzustellen, so ist doch die unebene Oberfläche ihres Werkstücks noch nicht mal ansatzweise in der Lage, sich mit dem älteren japanischen Original zu messen. Und auch wenn die Bemalung der Schalen auf den ersten Blick fast identisch erscheint, lässt ein Blick auf die beiden abgebildeten Personen erkennen, dass die Maler in Meissen wahrscheinlich noch nie zuvor einen Asiaten gemalt (oder auch nur gesehen) hatten.

Auch wenn es nicht jeden Tag die Möglichkeit gibt, sich den kostbaren Kunstwerken so direkt zu nähern – ein Besuch des Museums lohnt sich auf jeden Fall.

Und falls Sie es in die laufende Ausstellung nicht mehr schaffen sollten – was wirklich schade wäre – ist es vielleicht eine gute Idee, sich die nächsten Ausstellungen schon einmal vorzumerken:

1. April bis 14. Mai 2017
Sonderausstellung zum 30. Jubiläum: Kakiemon

27. Mai bis 2. September 2017
Ko-Imari-Meisterstücke des 17. Jahrhunderts

15. September bis 15. Dezember 2017
Ko-Imari-Meisterstücke des 18. Jahrhunderts

7. Januar bis 21. März 2018
Schöne Glasuren des Ko-Imari-Porzellans

Adresse:

戸栗美術館
〒150-0046
東京都渋谷区松濤1-11-3

Toguri Bijutsukan (Toguri Kunstmuseum)
1-11-3 Shōtō, Shibuya-ku
Tōkyō 150-0046

Der Facebook-Link des Museums:

https://www.facebook.com/togurimuseum/

Die Internetseite des Museums:

http://www.toguri-museum.or.jp/english/

Öffnungszeiten:

Täglich (außer montags) von 10 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass um 16.30 Uhr).
Fällt ein Feiertag auf Montag, bleibt das Museum stattdessen am darauffolgenden Werktag geschlossen. Ebenfalls geschlossen während der Neujahrsfeiertage und während des Wechsels von Ausstellungen.

Eintrittsgebühr:

Erwachsene: 1.000 Yen
Oberschüler und Studenten: 700 Yen
Grund- und Mittelschüler: 400 Yen
Für Gruppen von 20 und mehr Besuchern wird ein Nachlass von 200 Yen pro Person gewährt.

Wie man hinkommt:

Es ist wahrscheinlich am einfachsten, das Museum vom Bahnhof von Shibuya aus anzusteuern. Dort halten mehrere Eisenbahn- und U-Bahnlinien.
Nehmen Sie den “Hachikō Ausgang“ (ハチ公口 / あちこうぐち), überqueren Sie die berühmte “Wimmel-Kreuzung” (スクランブル交差点 / すくらんぶるこうさてん) und halten Sie dann weiter in nördlicher Richtung auf das ebenfalls berühmte Kaufhaus “109“ zu, das sie an seiner rechten Seite passieren und sich weiter auf das “Bunkamura“ (文化村 / ぶんかむら) zu bewegen. Laufen Sie an der Südseite des Bunkamura vorbei und biegen Sie an seiner Südwest-Ecke nach rechts ab. Das Museum befindet sich in einem leicht bergauf liegenden Wohnviertel. Vom Bahnhof von Shibuya sollten Sie mindestens 15 Minuten Gehzeit kalkulieren.


Toguri Museum of Art (戸栗美術館) (Engl.) (Part 5)

8. December 2016

Japanese Porcelain at its Finest
The Toguri Collection: The Original Exhibition
(戸栗コレクション1984・1985-revival-展)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

A German version of this posting you can find here.
Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.

If you are one of those attentive readers of this website, you’ll probably remember the various postings related to exhibitions of fine porcelain at the Toguri Museum of Art (戸栗美術館 / とぐりびじゅつかん). Should you wish to refresh your memory or learn more about this most exquisite museum have a look at my previous articles:

Toguri Museum of Art (戸栗美術館) (Part 1)
Japanese Porcelain at its Finest

Toguri Museum of Art (戸栗美術館) (Part 2)
Japanese Porcelain at its Finest – Imari Ware
Masterpieces of the Kakiemon and Kinrande style
(柿右衛門・古伊万里金襴手展)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館) (Part 3)
Japanese Porcelain at its Finest
Masterpieces of Nabeshima Ware
(鍋島焼展)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館) (Part 4)
Japanese Porcelain at its Finest
Imari Ware – The Beauty of Sometsuke
(古伊万里 – 染付の美展)

Once again I had the opportunity to take pictures of parts of the current exhibition, thanks to Mr. Toguri, the museum’s director’s kind permission and another most entertaining and instructive tour provided by the incomparable Alice Gordenker (who also largely contributed to the narration of this positing – I know, she wanted me to have all the credit, but I have to be honest…).

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

And this time it is all about a revival of Mr. Toguri’s (the present director’s father) first exhibition in 1984 and 1985 – before the Toguri Museum of Art was even built (you may remember: the present building was only opened in 1987). But Mr. Toguri had already collected the most marvellous pieces for more than 20 years. It was time to show them! At the Shōtō Museum of Art (松濤美術館 / しょうとうびじゅつかん), a public museum run by Shibuya Ward, he found the proper place for his treasures.
His first exhibition was titled “Arita Ware from the Toguri Collection: Imari, Kakiemon, Nabeshima” and was praised for demonstrating both the internationalization and diversity in early Japanese porcelain through 108 works from Mr. Toguri’s collection. And exactly these 108 works of art are on display again in the currect exhibition. Shall we have a look together? Simply click on the miniatures seen below to enlarge them and to enjoy greater detail!

Staircase to the exhibition rooms

Imari ware (mid 17th century)
Dish with foliated rim, decorated with tiger and bamboo design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Should this lion look somewhat familiar to you, you shouldn’t be surprised. The tiger from this plate is exactly the one that is also used as the official logo of the Toguri Museum of Art.

First exhibition room

#1
Imari ware (mid 17th century)
Bottle, decorated with rock and peony design in overglaze enamels

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

This particularly precious bottle is very rightfully the first piece in this exhibition – it also graced the cover of the original exhibition catalogue of 1984. With its 47 cm of height, it is among the largest bottles produced in the mid-17th century. It is actually made of two pieces – a top piece and a bottom piece that are jointed together (see the fine line I’ve marked on one of the pictures). This technique is called “dōtsugi” (胴継ぎ / どうつぎ). With all its splendour and bold decoration, it is rather typical of early export ware.

#6
Imari ware (early 17th century)
Dish with flattened rim, decorated with landscape and pavillon design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

A very good example of “shoki imari“ (初期伊万里 / しょきいまり) – from the early days of Japanese porcelain production. The base (高大 / こうだい) of the dish is rather small – a tribute to the fact that making porcelain was still in its infancy in Japan. Had they made it any bigger, the middle portion inside would have sunk down.
Tiny cracks can be seen in the glaze, which has a bluish tint. Also it still shows lots of imperfections in the base material and even finger prints of the potter on the back of the plate.

#7
Imari ware (early 17th century)
Dish, decorated with landscape design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Here is another large plate of “shoki imari“. The brown spots on its surface are no signs of use or stains. They are simply showing the impurities in the base materials (in this case: traces of iron) that turned into brown spots during the process of firing. But to many collectors, such imperfections are part of the charm of early Imari ware. Or, as Mr. Toguri put it: „The beginning of anything is very important“, and because this sort of work was the beginning of Japanese porcelain, he collected quite a number of those pieces.
In their days, these were items of luxury and only to be owned and used by high-ranking people.

#9
Imari ware (early 17th century)
Dish with flattened rim, decorated with cloud, hare and character of “春白兎” (white hare in spring) design in sprayed blue and white

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

The design was executed using the “fukizumi“ (吹墨 / ふきずみ) technique, in which stencils (in the shape of the rabbit, the cloud and the banner) were applied to the surface and “gosu“ (呉須 / ごず) (cobalt blue) sprayed around them. This technique is often used in early Imari ware.

#14
Imari ware (mid 17th century)
Dish, decorated with geometric pattern and chained circles design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

By the middle of the 17th century designs became much more elaborate, detailed. Dishes are much thinner. And there is a historical reason for it: Political unrest in China disrupted the porcelain industry there. In the 1640s in China there were a lot of political problems, and in 1644 the Ming Dynasty fell. The great kilns at Jingdezhen, for example, were no longer able to produce. This political trouble caused two things that had a very big influence on Japanese porcelain. First of all, many Chinese porcelain workers fled China and emigrated to Japan where they could continue their craft in peace. They brought with them important new technology and designs.
The other important thing that happened is that the Dutch (who were the main importers for Europe) were no longer able to buy from China, so they turned to Japan as an alternative supplier. The first recorded shipment to Europe carried out by the Dutch dates from 1659. It also demonstrates that the Dutch were also interested in volume – more than 50,000 pieces were exported.

#17
Imari ware (mid 17th century)
Gourd-shaped dish, decorated with landscape design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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#19
Imari ware (mid 17th century)
Dish with foliated rim, decorated with tiger and bamboo design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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This intriguing shape was created by throwing the clay on a wheel first and pressing it onto a mold afterwards. The fluted rim’s beautiful brownish finish is called “fuchisabi“ (縁銹 / ふちさび). Also the wide foot of the dish impressively demonstrates the advancements made in porcelain production.

#32
Imari ware (late 18th – early 19th century)
Square bottle, decorated with European figures design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Have a look at the “European figures“ on the sides of the bottle. They are supposed to look “Dutch“. But starting with the hats, one might rather be reminded on Portuguese fashion of the late 18th century. The clothes look more Chinese than European. And Europeans walking barefoot? It is more likely that the painter who created the images had never seen a European in his life (remember: Japan was not open to visitors from abroad at that time – not even the Dutch traders from Dejima were allowed to do their own „shopping“).

#40
Imari ware (second half of the 17th century)
Bottle, decorated with peony and birds design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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This type of large bottle, with its very wide body, was made for export and is sometimes called a “gallipot.” It has a double rim at the top of the neck, and was used with a stopper for storing liquids. The neck portion is decorated with a sword-tip design, while the main body is embellished with birds and large peony blossoms. There is an “I.C.” mark within the foot, presumably the initials of the individual who placed the order. It is possible that these are the initials of Johannes Camphuijs (at the time educated people often Latinized their names – and as there is no “J“ in the Latin alphabet, Camphuijs would have used an “I“ instead), who between 1671 and 1676 was stationed three times as “opperhoofd”, or chief negotiator and officer, at the Dutch trading post at Dejima in Nagasaki. Camphuijs later served as the Governor-General (sōtoku / 総督 / そうとく) of the Dutch East Indies, from 1684 to 1691. He developed a great fancy for anything Japanese and continued a kind of “Japanese lifestlye” even after leaving Japan.

Second exhibition room

#44
Imari ware (second half of the 17th century)
Bottle with edged shoulder, decorated with peony design in overglaze enamels

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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This and the next two items are works that were made for export. The shape of these bottles is particularly interesting, it resembles an upside-down “chasen“ (茶筅 / ちゃせん), a bamboo whisk used in tea ceremony for preparing powdered green tea. Despite the fact that these bottles were mainly made for export, this one, however, was owned by Lord Maeda of Kaga, showing that there was also domestic appreciation.

#45
Imari ware (second half of the 17th century)
Bottle, decorated with wisteria in overglaze enamels

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#46
Imari ware (second half of the 17th century)

Bottle with edged shoulder, decorated with landscape and pavilion design in underglaze blue

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#50
Imari ware (second half of the 17th century)
Jar, decorated with landscape and phoenix design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Unfortunately, I was not able to take a picture of the inside bottom of the jar, as this is charmingly decorated with a long-tailed phoenix and butterflies. It is likely that this work was meant to be filled with water, like a gold-fish-jar, and the interior design was carefully planned so it could be enjoyed as seemingly floating up through the water. The Dutch imported vessels like this to be used for chilling of foods and drinks.

#51
Imari ware (second half of the 17th century)
Jar, decorated with chrysanthemum and plum design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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The most interesting part of this jar is actually in its back (turned away from the visitor): It has a large hole down near the bottom, that has been filled in. This is where at some point of time something like a spout or spigot had been attached (most likely in Europe, as this way of dressing up porcelain would not have been done in Japan).

#55
Imari ware (late 17th – early 18th century)
Dish, decorated with peony design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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This dish in the shape of a barberbowl was also made for export to Europe, but most likely not actually used in a barber shop (as it would have been too heavy for actual use), but an item for decoration.

#56
Imari ware (late 17th – early 18th century)
Dish, decorated with flower-and-bird design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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This and the next item are of particular interest – not just for their lavish design, but also for the “VOC“ mark in the centre, representing the “Dutch East Indies Company”. These are typical examples for dishes made for export. It is possible that these were used at the company’s headquarters or on one of their ships.

#57
Imari ware (late 17th – early 18th century)
Dish, decorated with peach and finger citron design in underglaze blue

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#60
Imari ware (late 17th – first half of the 18th century)
Cylindrical vessel with squirrel knobbed cover, decorated with plum and peony design in underglaze blue, overglaze enamels and gold

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Have a look at the cutely captured mannerisms of the squirrel – a wonderful example of refined craftsmanship. Judging by the European style handles, this piece was probably made to order for export.

#62
Imari ware (late 17th – first half of the 18th century)
Jar with cover, decorated with Chinese lion-dog under peony, plum and chrysanthemum design in underglaze blue, overglaze enamels and gold

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Vessels in this shape are called “scent jars“ (沈香壷 / じんこうつぼ) and are characterized by a round shape with high shoulder, a raised neck with small mouth, and a domed, hat-like lid. This definitely would have been made for export, for there was no market for anything this large in Japan. It would have gone to Europe, and used just for decoration. For show, really, because porcelain imported from China or Japan was very expensive and very much a status item. In great homes and castles, they were often displayed with many pieces together, in a so-called “porcelain cabinet.”
This is an example of the “Kinrande style” (金襴手様式 / きんらんでようしき). The name refers to brocade cloth (kinran / 金襴 / きんらん) – indicating particularly sumptuous works. But if you look at it carefully, you notice that it is made with only a few colors – sometsuke blue, and the designs are quite simplified compared to the delicate brushwork of the works above. These were made to look splendid from afar, but because they weren’t actually used, like a dish, they didn’t have to be very finely decorated. And that was important, because around this time, when the Kinrande-style was popular, the porcelain industry in China had been revived, and exports from China had started again. Which means the Japanese were facing price competition from China. So they were looking for ways to produce faster and at lower cost, and this sort of simplified, repeated design was well suited for larger-scale production.

#65
Imari ware (second half of the 17th century)
Vessel, Kendi, decorated with Chinese lion-dog design in overglaze enamels

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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This sort of pouring vessel, with a spout but no handle, is called a “kendi“, a word that comes from the Malay language. The Chinese began manufacturing this sort of vessel in the 14th century and they were widely used in Southeast Asia for water and alcoholic drinks. Japanese potters in Arita made them for export as well. On this “kendi“ outlines were painted in black overglaze, but much of that detail has worn off, as the black overglaze was not one of the durable ones.

#66
Imari ware (second half of the 17th century)
Ewer, decorated with peony design in relief and overglaze enamels

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#74
Imari ware in Kakiemon stye (second half of the 17th century)
Figure of woman, decorated with overglaze enamels

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Here we have a fine example of the Kakiemon style (柿右衛門様式 / かきえもんようしき), which developed around the 1670s. The Kakiemon style is characterized by asymmetrical yet well balanced designs with a lot of blank space to show off the fine white base that became possible then. Predominant is the use of red, and in fact a very beautiful red that was developed around this time. This and the next item show figurines that were also very typical for the Kakiemon style. First we have one of a woman, dressed in a very stylish kimono of the times, and after that you will see a young boy. These figures would have been made in separate pieces, in molds, and fitted together before they were fired and decorated. This means they are hollow inside. And that provided an extra challenge for the potters, as the air inside the figurine would expand during firing and would have made the works explode. Unless, there was a way for the air to escape. If you look closely at the figurine of the woman, you will notice a small hole at her mouth. Just big enough to let the hot air escape.

#75
Imari ware in Kakiemon style (second half of the 17th century)
Vessel in the shape of a Chinese boy, seated on a Go board, decorated in underglaze blue and overglaze enamels

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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The combination of a child and a Go board was most likely inspired by the “hakamagi“-ceremony (袴着 / はかまぎ) that was performed during the Edo period on a boy’s fifth birthday to pray for his continued health and growth. The ceremony involved dressing a boy for the first time in hakama (袴 / はかま), a kind of formal trousers, and placing him atop a Go board.

Third exhibition room

#79
Imari ware (late 17th – early 18th century)
Bowl, decorated with a dragon among clouds and circles design in underglaze blue, overglaze enamels and gold

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Bowls in this shape are called “kabuto-bachi“ (兜鉢 / かぶとばち), because the deep, rounded shape with flattened rim resembles a Japanese military helmet (兜 / かぶと). The gorgeous colours make this one a perfect example of Imari ware in the Kinrande style (金襴手様式 / きんらんでようしき).

#80
Imari ware (late 17th – early 18th century)
Bowl, decorated with a design of the immortal Qin Gao and six red circles in underglaze blue, overglaze enamels and gold

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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The center of this bowl is decorated with a design of the Daoist immortal Qin Gao, known in Japan as Kinkō Sennin (琴高仙人 / きんこうせんにん), straddling a large fish. Legend has it, that Kinkō Sennin jumped into the sea to escape a dragon and emerged from the waves riding a carp. This piece was particularly well-fired, as the porcelain base is beautifully white and the colors are rich and outstanding.

#82
Imari ware (late 17th – early 18th century)
Bowl, decorated with character (寿/ju = longevity) design in underglaze blue, overglaze enamels and gold

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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The shape of this bowl is known as “komagata no hachi“ (独楽形の鉢 / こまがたのはち) or “top-shaped bowl“.

#89
Nabeshima ware (late 17th – early 18th century)
Dish, decorated with collection of treasures design in underglaze blue

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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Designs that suggested a positive or successful future were especially favored for Nabeshima ware (鍋島焼 / なべしまやき), which was made exclusively as gifts of tribute to the Shōgun and other high-ranking officials. The “lucky treasures“ (takarazukushi / 宝尽し / たからづくし)-design seen here carries many such auspicious meanings, and thus was frequently used. The shape resembles the mokuhai (木杯 / もくはい), the flat drinking cup for sake.

#91
Nabeshima ware (late 17th – early 18th century)
Dish, decorated with Japanese maple leaves and waves design in underglaze blue and overglaze enamels

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Don’t be mistaken if you see two pictures of plates that seem to be identical. They are not! They are two of a set of 20 dishes of the same size and pattern that demonstrate the refinement achieved in the production of hand painted porcelain. You have to look were closely to find small differences in the pattern. You have learnt above, that Nabeshima ware was given as gifts for the Shōgun. And they never came as single pieces but always in large sets of the same design. One set would be two large dishes, then 20 in the size we see above (“nanasun“-size / 七寸 / ななすん), plus 20 in a smaller size, and 20 in a yet smaller size, and then 20 cups – all matching. And it wasn’t just one set of 82 matching pieces, it was 5 sets – each with 81 pieces. 400 pieces of beautiful, hand-made dishes, and all carried all the way to far, far away Edo!

#101
Nabeshima ware (late 17th – early 18th century)
Dish, decorated with snow flakes design in underglaze blue and celadon glaze

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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This is my all-time favourite!
In the Edo period a man named Doi Toshitsura (土井利位 / どいとしつら) made a startling discovery when he decided to look at snow under a microscope. At the time, this imported technology was still very new and rare, and no one had seen what snow looks like up close and personal. Doi spent the next 20 years studying snow crystals, working in subfreezing temperatures to make detailed drawings of individual snowflakes. In 1832, he published 183 of his drawings in a book called “Sekka Zusetsu” (A Pictorial Explanation of Snowflakes) (雪華図説 / せっかずせつ), which set off a huge fad for snowflake designs. This dish predated that – obviously – it presents snowflakes the older way. The technique used for painting the snowflakes is called “somebokashi” or “sometsuke no bokashi“ (染付の暈し / そめつけのぼかし), a technique only the most skilled potters dare to venture.

#102
Nabeshima ware (late 17th – early 18th century)
Dish, decorated with design of peaches and collection of treasures in underglaze blue and celadon glaze

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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#103
Nabeshima ware (first half of the 18th century)
Dish, decorated with seven jars design in underglaze blue and celadon glaze

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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This dish was executed using the “sumihajiki“ (墨弾き / すみはじき)-method (colour-resist method). In this technique, the fine lines of the pattern are drawn in ink, around which the sometsuke (染付 / そめつけ) underglaze is painted. The ink burns off during firing leaving white lines within the blue. The jars depicted on the dish are almost identical in shape but are decorated very differently. There are examples with two, three or five jars, as well as irregularly shaped dishes made in the shape of a jar.

#106
Nabeshima ware (18th century)
Celadon dish with blue glaze rim

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

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The last piece in the exhibition is the one that exemplifies what one might want to call “simplicity & style“. A dish that does by no means shows its age.

Touching the precious works of art:

As it is almost some sort of “tradition“ whenever Alice Gordenker provides a guided tour of the Toguri Museum of art, also this time one of the highlights was an opportunity to view, touch and photograph up close rare museum-quality examples of Japanese porcelain from the Edo Period. The physical sensation of actually touching such old porcelain is particularly impressive, as the older the works the more “tactible” their little imperfections in their making are -but also the texture created by applied colours and enamel and being able to recognise small details was – again – astonishing. And this time an impressive example was given – particularly impressive for the Germans among us. First a plate in the refined Kakiemon style was presented, dating back to the 17th century. And later on another plate was revealed, showing almost exactly the same design and just being a touch larger. What looked like a twin sister of the previous one, was, however, a rather blunt copy produced by Meissen in German – at least 50 years later. Talking about the Asians stealing European design all the time!… Even though the basis material for the plate allowed the people at Meissen to create a much “whiter“ white, the surface of the plate left much to be desired and could not remotely compete with the Japanese original. And even though the paintings seemed identical at first glance, looking a the depicted persons revealed that the painters at Meissen had obviously never painted (or even seen) an Asian face before.

Even though such an opportunity doesn’t come everyday – the museum is worthwhile seeing nevertheless.

And if you can’t make it to this exhibition – which would be a shame – why not taking note of the forthcoming ones:

April 1st – May 14th, 2017
30th Anniversary Special Exhibition: Kakiemon

May 27th – September 2nd, 2017
Ko-Imari Masterpieces of the 17th Century

September 15th – December 20th, 2017
Ko-Imari Masterpieces of the 18th Century

January 7th – March 21st, 2018
Beautiful Glazes in Ko-Imari Ware

Address:

戸栗美術館
〒150-0046
東京都渋谷区松濤1-11-3

Toguri Bijutsukan (Toguri Museum of Art)
1-11-3 Shōtō, Shibuya-ku
Tōkyō 150-0046

The museum’s facebook link:

https://www.facebook.com/togurimuseum/

The museum’s internet representation:

http://www.toguri-museum.or.jp/english/

Opening hours:

Daily (except Mondays) from 10 am to 5 pm (last entry at 4:30 pm).
Should Monday be a national holiday, the museum stays closed the next day. Also closed during the preparation of new exhibitions and during the new year holidays.

Admission fee:

Adults: 1,000 Yen
High school and university students: 700 Yen
Junior high school and elementary school students: 400 Yen
Discounts of 200 Yen per person for groups of 20 an more visitors

How to get there:

It is probably the easiest to approach the museum from Shibuya’s main station where various train lines and subway lines stop.
Take the “Hachikō Exit“ (ハチ公口 / あちこうぐち), cross the famous “Pedestrian Scramble“ (スクランブル交差点 / すくらんぶるこうさてん) and head north towards the just as famous department store “109“, leave it on your left side and walk towards the “Bunkamura“ (文化村 / ぶんかむら). Pass the Bunkamura on its south side and turn right at its southwestern corner. The museum is located in a rather residential area uphill. It will take you at least 15 minutes to get there from the station.