Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)

17. September 2017

Yokohama (横浜)
Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Yokohama Ōsanbashi / Asuka II (横浜大さん橋/飛鳥II)

Unsere Reise beginnt im Hafen von Yokohama (横浜 / よこはま). Und das dortige Passagierterminal „Ōsanbashi“ (大さん橋国際客船ターミナル / おおさんばしこくさいきゃくせんたーみなる) allein ist schon die Reise wert (Sie müssen auch nicht extra an Bord eines Schiffes gehen, um dieses einzigartige Gebäude kennenzulernen). Das zwischen 1988 und 2002 errichtete neue Pier ist dafür ausgelegt, bis zu vier 30.000-Tonnen-Schiffe oder zwei 70.000-Tonnen-Schiffe gleichzeitig abzuwickeln. Sie werden sagen: Na, und was ist mit den noch größeren? Spätestens ab 90.000 Tonnen müssen diese Monsterkähne leider im weit weniger ansehnlichen Frachthafen abgefertigt werden, da ihnen die Durchfahrthöhe der Yokohama Bay Bridge (55 Meter) den Weg versperren würde (hier passt maximal die „Queen Elizabeth 2“ durch). Und auf Deck 12 der Asuka II hat man auch schon (fast) das Gefühl, nach dem unteren Deck der Brücke greifen zu können.

Hier aber zunächst einmal ein paar Eindrücke vom Passagierterminal in Yokohama, besagtem/r „Ōsanbashi“

Während der Fahrt von Yokohama nach Komatsushima (小松島 / こまつしま), dem Hafen, der am zweiten Tag angelaufen wurde, konnten die Decks der Asuka II bei herrlichstem Sonnenschein bestaunt werden:

Und nach der Ankunft im (allerdings wirklich nicht gerade schönen) Hafen von Komatsushima (小松島 / こまつしま) auf der Insel Shikoku (四国 / しこく) in der Präfektur Tokushima (徳島県 / とくしまけん) konnten wir die ersten Blicke auf das Schiff in seiner ganzen Majestät werfen.

Aber dafür hat man nicht den Pazifik befahren. Das Ziel und erste Highlight der Kreuzfahrt war das Awa Odori-Fest in Tokushima (徳島 / とくしま) in der gleichnamigen Präfektur. Wer meine Artikel über Awa Odori kennt, weiß, wovon ich hier spreche – schauen Sie vielleicht noch hier vorbei:

Kagurazaka Awa Odori (神楽坂阿波踊り)
– Sommerliche Ausgelassenheit mitten in Tōkyō

Kōenji Awa-Odori (高円寺阿波踊り)
Tōkyōs größtes Awa-Tanz-Festival – ausgelassener denn je

Aber der Awa Odori (阿波踊り / あわおどり) in Tokushima ist nun mal die „Mutter“ aller Awa Odori-Feste – und zudem noch das wahrscheinlich größte im ganzen Land. Es findet jedes Jahr vom 12. bis zum 15. Januar statt und zieht weit mehr als eine Million Besucher an. Der offiziellen Lesart nach ist der Awa Odori ein traditioneller Tanz, mit dem die Geister der Toten, die in dieser Zeit (Obon / 御盆 / おぼん) in ihre Heimatstädte zurückkehren, willkommen geheißen werden. Diese spezielle Form des volkstümlichen Straßentanzes geht auf das ausgehende 16. Jahrhundert zurück – angeblich erstmals aufgeführt zur Fertigstellung der Burg von Tokushima (徳島城 / とくしまじょう) 1587. Und wenn man sich den Tanz heute betrachtet, kann man sich schon vorstellen, dass er die Ausgelassenheit (na ja, vielleicht auch das Geschwipstsein) der damaligen Festlichkeit repräsentiert. Wenn Sie sich jetzt fragen, warum der Tanz dann nicht „Tokushima Odori“ hießt, gibt es eine ganz einfache Erklärung: Das, was wir heute „Präfektur Tokushima“ (徳島県 / とくしまけん) nennen, hieß bis 1868 „Provinz Awa“ (阿波国 / あわのくに).
Ein besonderes Erlebnis ist es natürlich, die Tanzgruppen von reservierten Plätzen auf Schauertribünen (1.800 Yen) beobachten zu können. Hier mischen sich „professionelle“ Gruppen, bei denen die Kombination aus Präzision und Geschmeidigkeit des Tanzes eine wahre Freude ist, mit eher laienhaften Gruppen, die einfach Spaß an der Freude haben. Viele Tanzgruppen werden von ihren Arbeitgebern unterstützt – und laufen dann natürlich auch nach Kräften Reklame für sie. Es gab sogar eine vergleichsweise große Tanzgruppe unseres Schiffes, der Asuka II, die sich aus Crew-Mitgliedern und Gästen zusammensetzte.

Die Aufnahmen, die Sie hier sehen können, entstanden während der ersten abendlichen Tanzzeit zwischen 18 Uhr und 20 Uhr.

Und wem statische Bilder dieses quirligen Tanzvergnügens nicht genug sind, kann sich hier meinen halbstündigen Mitschnitt der Gesamtveranstaltung anschauen:

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise

 

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Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)

11. September 2017

Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (Takamatsu Hafen)

Asuka II (Takamatsu Hafen)

Japaner stehen nicht gerade in dem Ruf, Weltmeister im Urlaubmachen zu sein. Und diejenigen unter uns, die schon ein paar Jahre in Japan und mit Japanern leben, wissen, dass Urlaubmachen auch nicht unbedingt zum „guten Ton“ gehört, vielen sogar fast etwas peinlich ist, da berufsmäßige Emsigkeit nun mal das höchste aller Lebensideale darstellt (zumindest ist das der Nimbus, von dem man oft den Eindruck gewinnt, er werde wie eine Monstranz vor dem eigenen Tun und Lassen einher getragen).

Andererseits gibt es auch wahrscheinlich kein Land (von Deutschland vielleicht mal abgesehen), in dem Klischee und Wirklichkeit dann aber doch immer wieder so weit von einander abweichen, dass man Zweifel an beiden bekommen darf.

Langer Rede kurzer Sinn: Natürlich machen Japaner auch Urlaub! Und natürlich versuchen sie dabei, eine möglichst gute Zeit zu haben. Sie lassen sich nur vielleicht nicht ganz so viel Zeit dafür. Deswegen kann ich heute über eine Kreuzfahrt berichten, die in deutschen Augen vielleicht lächerlich kurz wirken mag, in Japan aber doch in die Kategorie „Jahresurlaub“ fällt. Es geht um eine Kreuzfahrt mit dem ganzen Stolz der japanischen Kreuzfahrtindustrie, mit der Asuka II (飛鳥II / あすかII), die vom 11. bis zum 16. August von Yokohama (横浜 / よこはま) nach Shikoku (四国 / しこく) und wieder zurück führte.

Wenden Sie sich nicht gleich gelangweilt ab unter dem Motto: „Kreuzfahrt? Kenn’ ich schon!“ Gerade wenn Sie sich als gewiefter Kreuzfahrer bezeichnen, werden Sie merken: Japanische Kreuzfahrten sind ein bisschen anders! Und wenn Sie mit Kreuzfahrten bisher nichts an der Mütze hatten, bekommen Sie im Laufe dieses Artikels vielleicht einen etwas anderen Blick auf diese Form des Reisens.

Werfen wir also zunächst einen Blick auf das Schiff, die Asuka II und vergleichen wir sie dabei mit ein paar anderen Schiffen (zum Vergrößern anklicken):

Die Zahlen führen einen ein bisschen aufs Glatteis, weil sie den Eindruck erwecken, als sei das Rennen für die Asuka II gelaufen. Schauen Sie aber genauer hin – und die Gegebenheiten an Bord untermauern eine eher gegenteilige Erkenntnis: Kein anderes der oben aufgeführten Schiffe bietet z.B. so viel „Platz pro Passagier“ wie die Asuka II. Dass die „Color Fantasy“ hier am schlechtesten abschneiden muss, liegt daran, dass sie kein Kreuzfahrtschiff, sondern ein (allerdings vergleichsweise luxuriöses) Fährschiff ist und nur deswegen in der Liste erscheint, weil ich sie kenne.

Die ursprüng­lich als „Crystal Harmony“ im Jahre 1990 für die Reederei „Crystal Cruises“ in Dienst gestellt worden (ihr fünf Jahre später in Dienst gestelltes Schwesterschiff, die „Crystal Symphony“ ist heute noch unter ihrem ursprünglichen Namen auf den Weltmeeren unterwegs). Bis 2015 war „Crystal Cruises“ ein Tochterunternehmen von Nippon Yūsen Kaisha (日本郵船会社 / 日本ズ失せんかいしゃ), kurz NYK genannt. Und seit Februar 2006 fährt das bei der Gelegenheit in „Asuka II“ umgetaufte Schiff für NYK direkt. Es gilt heute als das größte japanische Kreuzfahrtschiff.
Für Kreuzfahrer wahrscheinlich weniger interessant: Der Eigentümer des Schiffes, besagte NYK, ist eine der ältesten und größten Reedereien der Welt. Und was besonders den deutschen Leser und Globetrotter interessieren wird: Das ursprünglich von NYK betriebene, wesentlich kleinere Vorgängerschiff der „Asuka II“, die „Asuka“, ist derzeit als „Amadea“ für „Phoenix Reisen“ in Bonn unterwegs und hat es als neues „Traumschiff“ zu deutscher TV-Berühmtheit gebracht.

Und vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an dieses Kleinod brillanter Seefahrtsgeschichte von NYK, das in Yokohama vor Anker liegt und dort als Museum besichtigt werden kann:

Yokohama: Hikawa Maru (氷川丸)
– Das bewegte Leben der „Königin des Pazifiks“

So weit so gut. Und warum ist die Asuka II nun japanischer als andere Schiffe?

Nun, das fängt schon mit der Bordsprache auf der hier beschriebenen Kreuzfahrt an. Sie war Japanisch! Alle Hinweise (auch Sicherheitshinweise!) und Bordzeitungen werden auf Japanisch angeboten. Wer die Sprache nicht wenigstens ansatzweise in Schrift und Wort beherrscht, wird also nur eingeschränkte Freude am Aufenthalt an Bord haben. Und insofern darf es auch nicht verwundern, dass auch die Passagiere an Bord ganz überwiegend japanisch sind (außer mir waren nur zwei weitere „erkennbar“-nichtjapanische Fahrgäste an Bord).

Was man auf anderen Schiffen dieser Welt wahrscheinlich eher vergeblich sucht (oder erst ab einer bestimmten Kabinenklasse findet), gehört hier zum Standard in allen Kabinen: Washlet (für Nichtjapaner: Toilette mit eingebauter Dusche) und Badewanne. Und die typisch japanische Bäderanlage mit Waschplätzen und heißen Sitzbädern darf auf der Asuka II natürlich auch nicht fehlen, ja hat sogar sozusagen einen Logenplatz auf Deck 11. Innenkabinen gibt es an Bord der Asuka II nicht. Werfen wir einen Blick in das Innere der von mir bewohnten Kabinenklasse „E Balkon“ auf Deck 8 (dem „Horizon Deck“):

Auf hohem Standard bewegt sich auch die Organisation der Abläufe an Bord – wie immer, wenn es darum geht, etwas größere oder ganz große Menschenmengen zu „kanalisieren“, zeigt sich das besondere japanische Talent. „Reibungslosigkeit“ ist hier das Schlagwort.

Vergleichbar mit anderen Schiffen dürfte die große Anzahl an philippinischen Crewmitgliedern sein, die aber natürlich auch hier an die Bordsprache „Japanisch“ gebunden sind.

Bevor wir auf die Reise gehen, schauen wir uns doch mal an, mit welchen Einrichtungen das Schiff aufwartet (klicken Sie die Bilder an und lassen Sie sich weitere Informationen anzeigen).

Restaurants und Cafés: 

Asuka II – Restaurants

Lounges & Bars: 

Asuka II – Lounges & Bars

Entertainment: 

Asuka II – Entertainment

Zeitvertreib:

Asuka II – Zeitvertreib

Sport & Bewegung:

Asuka II – Sport & Bewegung

Entspannung & Körperpflege:

Asuka II – Entspannung & Körperpflege

Shopping:

Asuka II – Shopping

Kultur & Bildung:

Asuka II – Kultur & Bildung

Sonstiges:

Außerdem gibt es auf dem Hauptdeck (Deck 5) natürlich auch eine freundliche Reception (レセプション) an der wirklich atemberaubenden „Asuka Plaza“ (アスカプラザ) und ein „Medical Center“ (メディカルセンター) auf Deck 4, dem „Tender Deck“ (タンダーデッキ).

Haben Sie doch nicht genug Kleidung eingepackt? Auch das ist kein Problem. Auf allen Kabinendecks gibt 24 Stunden am Tag gratis zu benutzende Waschmaschinen (inkl. Waschmittel und Weichspüler), Trockner und Bügeleisen. Falls Sie bisher noch keinen Kontakt mit japanischen Waschmaschinen hatten: Das ist ihre Chance! Und glauben Sie mir: Sie werden Ihre Miele anschließend noch mehr zu schätzen wissen!

Wenn Sie sich diese Arbeit ersparen möchten, können Sie Ihre Kleidung natürlich auch in die bordeigene chemische Reinigung geben – die dann allerdings nicht gratis ist.

Nach meinem laienhaften Dafürhalten, ist für alles gesorgt, was zu einer komfortablen Reise gehört. Es kann also heißen: Leinen los! – Teil 2 nimmt Sie mit auf den Weg… Und dann gibt es auch weitere Bilder von der äußeren Erscheinung des Schiffs selbst.

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise


Okada Museum of Art (岡田美術館)

2. August 2017

The reunification of three masterpieces by Utamaro Kitagawa

Okada Museum of Art

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

It does not happen every day that one receives an exclusive invitation to the opening of a new exhibition at a notable museum. However, all those who belong the the eager readers of this website are somehow “used to” reading about such events. After all, the “Museums & Exhibitions“-section the “Navigate by Topic“-navigation of this website shows quite a number of such events and placea, like those related to the Teien Art Museum, the Toguri Museum of Art and the Yamatane Museum of Art.

Fukagawa no yuki<br /> 喜多川歌麿「深川の雪」江戸時代 享和2~文化3年(1802-06)頃 岡田美術館蔵)<br /> Shinagawa no tsuki<br /> (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」原本:江戸時代 天明8年(1788)頃 フリーア美術館蔵)<br /> Yoshiwara no hana<br /> 喜多川歌麿「吉原の花」江戸時代 寛政3~4年(1791-1792)頃 ワズワース・アセーニアム美術館蔵)

Shinagawa no tsuki (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」
原本:江戸時代 天明8年 (1788)頃 フリーア美術館蔵)
Yoshiwara no hana (喜多川歌麿「吉原の花」
江戸時代 寛政3~4年 (1791-1792)頃
ワズワース・アセーニアム美術館蔵)
Fukagawa no yuki (喜多川歌麿「深川の雪」
江戸時代 享和2~文化3年 (1802-06)頃
岡田美術館蔵)

On 27 July 2017 I had the opportunity to be present as a very special event, when the Okada Museum of Art (岡田美術館 / おかだびじゅつかん) showcased the triptych “setsugekka” (雪月花 / せつげっか), the probably most distingished masterpieces by Utamaro Kitagawa ( 喜多川歌麿 / きたがわうたまろ) (ca. 1753 – 1806), in a special exhibition. It was the first time since 1879 that these three paintings are being jointly presented to the public in Japan. We are talking about the following three grand works of art (please click the photos below to open them in a separate window and to enjoy more detail):

Shinagawa in the Moonlight (品川の月 / しながわのつき)
Painted about 1788
Dimensions: 147 x 319 cm
Freer Gallery of Art and Arthur M. Sackler Gallery, Smithsonian Institute, Washington D.C., USA

Shinagawa in the Moonlight (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」原本:江戸時代 天明8年(1788)頃 フリーア美術館蔵)

Cherry Blossoms in Yoshiwara (吉原の花 / よしわらのはな)
Painted about 1791 – 1792
Dimensions: 186,7 x 256,9 cm
Wadsworth Athenum Museum of Art, Hartford, Connecticut, USA
The Ella Gallup Sumner and Mary Catlin Sumner Collection Fund

Cherry Blossoms in Yoshiwara (喜多川歌麿「吉原の花」江戸時代 寛政3~4年(1791-1792)頃 ワズワース・アセーニアム美術館蔵)

Fukagawa in the Snow (深川の雪 / ふかがわのゆき)
Painted about 1802 – 1806
Dimensions: 198,8 x 341,1 cm
Okada Museum of Art

Fukagawa in the Snow (喜多川歌麿「深川の雪」江戸時代 享和2~文化3年(1802-06)頃 岡田美術館蔵)

A group of about 100 representatives of the press, media and the tourist industry were welcomed by the director of the Okada Museum of Art, Mr. Tadashi Kobayashi (小林忠 / こばやしただし). Mr. Kobayashi is not only a recognised art historian, but also the president of the “Internation Ukio-e Society” and the author of quite a number of books on art and its history.

Tochigi (栃木 / とちぎ), the place where the three masterpieces were created, was represented by Mr. Toshimi Suzuki (鈴木俊美 / すずきとしみ), the mayor of the City of Toshigi, who also addressed the invited media- and tourist representatives.

The Artist: Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿)

Utamaro Kitagawa is probably best known for his colourful woodblock prints. And among those, his pictures of beautiful women, created in the 90s of the 18th century, are certainly the most famous ones, even in our days. His pictures distinguish themselves from others of his time by displaying an unusual amount of emotions. However, the liberality and nudity of some of his pictures, for which he may be even more famous now, may not have shocked Utamaro Kitagawa’s contemporaries. The more negative labeling of pornography was something only Puritan visitors from the west attributed to his work, when they discovered it more than 50 years after the artist’s death.

Nevertheless, Utamaro Kitagawa and his work did come in conflict with the strict art rules of the Kansei reforms (1787 – 1793) when he dared to reproduce historical figures too clearly in his pictures. His imprisonment in 1804 represents one of the most infamous cases of censorship.

You may find yourself reminded on paintings by early French impressionists, when you see Utamaro Kitagawa’s pictures.  And that should not come as a surprise: Hardly any other Japanese painter had such a comprehensive influence on their style.

Probably a little less known: It was an art collector and -dealer of German origin, who – almost 100 years after Utamaro Kitagawa – essentially promoted knowledge on East Asian art to the West (mainly the Americas and Europe): Siegfried Bing (26 February 1838 – 9 June 1905).

But let’s have a closer look at those extraordinary pieces of Japanese art of painting…

The Works of Art in Detail

Shinagawa in the Moonlight (品川の月 / しながわのつき)

The first (i.e. oldest) work of art in this collection is a bit out of the ordinary, becauses its owner, the Freer Gallery of Art, as a matter of principle, does not loan any of its exhibits to other museums (and also does not accept loans by other museums). In order to show the three masterpieces in Japan, there was no other choice but to intricately procude a full-scale replica of the work. The original can be seen at the Freer Gallery of Art (there, however, in a frame).

The scene is in the second-story reception room of the famous restaurant and geisha house in Shinagawa, known as Dozō Sagami (土蔵相模 / どぞうさがみ) for its unusual architecture, looks almost like a stage setting. There are 19 women in the scene, and – if you look closely – you will also discover the shadow of a man on one of the paper walls. There can be no doubt: This is an evening of pleasures and enjoyment.

Cherry Blossoms in Yoshiwara (吉原の花 / よしわらのはな)

On this second painting you can find – all together – 52 women and children, going to and fro the tea houses that line the main street in the Yoshiwara pleasure quarters (the only ones approved by the government on the old days of Edo). The splendid garments of the courtesans vie with the beauty of the cherry blossoms in full bloom. In a second story room a group of samurai class women enjoy food and drink along with music and “flower hat dance” (花笠踊 / はながさおどり).

And there is another detail, the connoisseur may appreciate: In the tokonoma on the second floor (behind the musicians) a rather famous painting is depicted. It is the “Hotei with Chinese Children” by the popular Edo painter Itchō Hanabusa (英一蝶 / はなぶいっちょう) (1652 – 1724).

This second painting appears to be a satirical work poking fun at the sumptuary laws of the Kansei Reforms (寛政の改革 / かんせいのかいかく) of its days.

Fukagawa in the Snow (深川の雪 / ふかがわのゆき)

Here you can view the second story reception room of a large restaurant in Fukagawa, Edo’s premier geisha quarters. While some women in the scene are occupied with the preparation and distribution of food, the room is dominated by local geisha, known as tatsumi geisha (辰巳芸者 / たつみげいしゃ) in their gorgeous kimono. Have a closer look, and you will also find a child playing with a cat.

The trees in the inner courtyard are covered with snow. Utamaro Kitagawa presents a rich variety of genre scenes, from people looking out at the show to those gathered around a brazier escaping the cold to those immersed in a hand gesture game and another devoted to applying her makeup.
This painting was deemed to be lost for more than 60 years (rediscovered in February 2012). And only after cautious inspection and restoration it was to be seen again at the Okada Museum of Art in 2014.

There is one thing all three paintings have in common – in line with one of Utamaro Kitagawa’s own traditions – that also those scenes which would typically require the presence of men (it was men in the first place, who visited geisha houses for their entertainment), are being portayed by females only. If you know a little about the history of old Edo, you can tell from the attire of the persons in the pictures (by the way, it’s all together 99 persons), but also from kind of food that is being served, where the scene is being set. For example, the rather humble sole that is being served in Fukagawa, compared with the posh bream of Yoshiwara..

As the Japanese word “setsugekka” or “setsu getsu ka” (雪月花 / せつげっか) respectively suggests, the paintings are in line with a seasonal accord:
– “setsu” (雪 / せつ) = snow, i.e. winter
– “getsu” (月 / げつ) = moon, i.e. autumn
– “ka” (花 / か) = flower, i.e. spring
Obviously the sometimes extremely hot Japanese summer is – even for Japanese – so unbearable, that they just skip it (despite the fact that one very often is given the impression, that Japanese regard the joy and splendour of four seasons as something particular to their home country).

All three paintings were created in Tochigi (栃木 / とちぎ). And it was also there that they were exhibited together last in Japan in 1879. After that, their journey began, first to France (I have mentioned already the undeniable impact Utamaro Kitagawa’s oeuvre had on French impressionists), and finally the three paintings found their home in three collections stated above.

The Okada Museum of Art (岡田美術館)

In autumn 2013 this grand museum with its exquisit treasures and collections of Asian art was opened on the grounds of the former Kaikatei Hotel (開化亭ホテル / かいかていほてる) in Kowakudani (小涌谷 / こわくだに) in the Hakone region.

On a total building area of 7,700 sqm the museum offers state-of-the art exhibition rooms of a total floor space of about 5,000 sqm. This rather generous building houses mainly Japanese, Chinese and Korean works of art from ancient times to the present, collected by the business man Kazuo Okada (岡田和生) (according to the Forbes list one of the riches men in the world – having made his fortune with pachinko- and slot machines as well as casions).

The museum’s buildings are surrounded by beautiful gardens of about 15,000 sqm.

Of course, there is more to see at the Okada Museum of Art than those three gorgeous witnesses of old days – which will, by the way, only be on joint display until 29 October 2017 (don’t miss to see them side by side – a chance like this won’t come along anytime soon!) – but also rather impressive collections of fince porcelain, sculptures, scroll- and folding pictures from China, Korea and Japan. However, during the course of the press reception on 27 July 2017, these could only briefly be visited due to time constraints. Here are a few examples:

The Chocolate for the Exhibition

Okada Museum Chocolate by Naoki Miura

So to speak “suitable for the exhibition” the Japanese confiseur Naoki Miura (三浦直樹 / みうらなおき) created a collection of fine chocolate that treats the palate with eight different aroma combinations (tasting bits from left to right):

Okada Museum Chocolate by Naoki Miura

  1. gorgonzola / bacon
  2. purple potato / black sesame
  3. almond milk / dry apricot
  4. cream cheese / “berry rose”
  5. Japanese maron / matsutake (mushroom)
  6. pistachio / cinnamon
  7. white truffle / pumpkin
  8. yuzu / fresh basil

Those pralines, decorated with motives of the exhibition are being sold in sets of eight (4,800 Yen):

Relaxation for the feet, exhausted from the museum’s visit

Besides the gardens surrounding the museum, the fancy but cosy foot bath in black granite next to the entrance area of the main exhibition all, is quite an eye-catcher. The area of Hakone is particularly rich in natural hot spings. And here the thermal water will be soothing your worn-out feet at comfortable 40°C – while you can enjoy the view of Kotaro Fukui’s gigantic (12 x 30 metres) painting of the god of wind and the god of thunderstorm that is covering the complete main facade of the building (have a look at the picture at the top of this posting).

Okada Museum of Art

How to get there:

The most comfortable way to Hakone Yumoto (箱根湯本 / はこねゆもと) is taking the express trains “Romancecar” of the Odakyū line (小田急線 / おだきゅうせん) (they commute between Shinjuku and Hakone Yumoto). Travel time: about 90 minutes.
Should you wish to save a little money, and if time is not your prime issue, you may want to use the local and “normal” express trains of the Odakyū line.
If Japan Rail is your prime choice, go to Odawara station (小田原駅 / おだわらえき) which is also a shinkansen stop.

From Hakone Yumoto or Odawara respectively the Izu Hakone Bus brings right in front of the museum (bus-stop “Kowakien”) (about 20 minutes of travel time from Hakone Yumoto).

Opening hours:

Daily from 9 am to 5 pm (last entry: 4:30 pm).
(The museum may be closed occasionally during exhibition changes.)

Admission fees:

Adults and university students: 2,800 Yen
School studens (from elementary school): 1,800 Yen

There are discounts for groups of 10 and more people, disabled people and accomanying persons.
Parking lots and the foot washing are free of charge for visitors of the museum.

Visitors who wish to use the gardens and the foot washing only, may also use the museum’s parking lots – they will be charged 500 Yen after the first hour for every hour.

Admision fee for the garden: 300 Yen
Fee for the foot washing facilities: 500 Yen

Please observe that mobile phones, cameras and other recording devices of any kind may not be brought into the exhibition halls (lockers are available, free of charge).

One final word:

All photographs seen in this posting were taken with the Okada Museum of Art’s explicit and kind permission.

I wrote the name of the great artist Utamaro Kitagawa in the “Western” way: given name, family name. Usually, Utamaro Kitagawa is being referred to as simply “Utamaro”. But I didn’t want to be so presumptuous as to pretent I was on first name terms with the artist….


Okada Kunstmuseum (岡田美術館)

1. August 2017

Die Wiedervereinigung dreier Meisterwerke Utamaro Kitagawas

Okada Museum of Art

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Es passiert sicher nicht alle Tage, dass man von einem namhaften Museum zu einem exklusiven Besuch eingeladen wird. Wenn Sie zu den fleißigen Lesern dieser Webseite gehören, wundern Sie sich allerdings wohl weniger darüber – Einladungen dieser Art haben schließlich schon zu ausführlichen Berichten über z.B. das Teien Kunstmuseum, das Toguri Kunstmuseum und das Yamatane Kunstmuseum geführt (wie ein Blick in die Auswahl “Museen & Ausstellungen” in der Themen-Navigation dieser Webseite verrät).

Fukagawa no yuki<br /> 喜多川歌麿「深川の雪」江戸時代 享和2~文化3年(1802-06)頃 岡田美術館蔵)<br /> Shinagawa no tsuki<br /> (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」原本:江戸時代 天明8年(1788)頃 フリーア美術館蔵)<br /> Yoshiwara no hana<br /> 喜多川歌麿「吉原の花」江戸時代 寛政3~4年(1791-1792)頃 ワズワース・アセーニアム美術館蔵)

Shinagawa no tsuki (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」
原本:江戸時代 天明8年 (1788)頃 フリーア美術館蔵)
Yoshiwara no hana (喜多川歌麿「吉原の花」
江戸時代 寛政3~4年 (1791-1792)頃
ワズワース・アセーニアム美術館蔵)
Fukagawa no yuki (喜多川歌麿「深川の雪」
江戸時代 享和2~文化3年 (1802-06)頃
岡田美術館蔵)

Am 27. Juli 2017 hatte ich die Chance, einem ganz besonderen Event beizuwohnen, als das Okada Kunstmuseum (岡田美術館 / おかだびじゅつかん) das Triptychon „Setsugekka“ (雪月花 / せつげっか), die vielleicht herausragendsten Meisterwerke von Utamaro Kitagawa ( 喜多川歌麿 / きたがわうたまろ) (ca. 1753 – 1806) in einer Sonderausstellung der Öffentlichkeit präsentierte. Zum ersten Mal seit 1879 wird diese dreiteilige Gemäldeserie wieder gemeinsam dem interessierten Publikum zugänglich gemacht. Es handelt sich um folgende drei Kolossal-Gemälde (bitte klicken Sie die Fotos an, um sie in einem separaten Fenster in voller Auflösung zu betrachten):

Der Mond von Shinagawa (品川の月 / しながわのつき)
Entstanden etwa 1788
Abmessungen: 147 x 319 cm
Freer Gallery of Art and Arthur M. Sackler Gallery, Smithsonian Institute, Washington D.C., USA

Shinagawa in the Moonlight (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」原本:江戸時代 天明8年(1788)頃 フリーア美術館蔵)

Kirschblüten in Yoshiwara (吉原の花 / よしわらのはな)
Entstanden ca. 1791-1792
Abmessungen: 186,7 x 256,9 cm
Wadsworth Athenum Museum of Art, Hartford, Connecticut, USA
The Ella Gallup Sumner and Mary Catlin Sumner Collection Fund

Cherry Blossoms in Yoshiwara (喜多川歌麿「吉原の花」江戸時代 寛政3~4年(1791-1792)頃 ワズワース・アセーニアム美術館蔵)

Fukagawa im Schnee (深川の雪 / ふかがわのゆき)
Entstanden ca. 1802-1806
Abmessungen: 198,8 x 341,1 cm
Okada Museum of Art

Fukagawa in the Snow (喜多川歌麿「深川の雪」江戸時代 享和2~文化3年(1802-06)頃 岡田美術館蔵)

Eine etwa 100-köpfige Gruppe, bestehend aus Presse- und Tourismusvertretern, wurde vom Direktor des Okada Kunstmuseums, Herrn Tadashi Kobayashi (小林忠 / こばやしただし), persönlich willkommen geheißen. Herr Kobayashi ist nicht nur anerkannter Kunsthistoriker, sondern auch Präsident der „Internationalen Ukiyo-e Gesellschaft“ und Autor zahlreicher Fachbücher.

Und als Vertreter Tochigis (栃木 / とちぎ), des Entstehungsortes der drei Meisterwerke, richtete Herr Toshimi Suzuki (鈴木俊美 / すずきとしみ), der Bürgermeister der Stadt Tochigi, ein Grußwort an die Anwesenden.

Der Künstler: Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿)

Utamaro Kitagawa war in erster Linie für seine farbigen Holzschnitt-Drucke bekannt. Und unter diesen sind seine typischen Bilder schöner Frauen aus den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts heute noch berühmt. Seine emotionsgeladenen Bilder waren zu seiner Zeit außergewöhnlich. Allerdings wird deren Freizügigkeit zu seinen Lebzeiten weniger “Aufsehen” erregt haben, als später bei den westlichen Besuchern Japans – erst diese brachten sie mit eher negativ belegten Konzepten von Pornografie in Verbindung. Allerdings kamen Utamaro Kitagawa und sein Werk mit den strikten Kunstvorschriften der Kansei-Reformen (1787 – 1793) in Konflikt, als er sich erdreistete, historische Figuren zu deutlich erkennbar in seinen Bildern wiederzugeben. Seine Inhaftierung im Jahre 1804 stellt einen der berüchtigsten Fälle von Zensur dar.

Beim Betrachten der Bilder Utamaro Kitagawas wird man nicht selten an die frühen französischen Impressionisten erinnert. Und das kommt nicht von Ungefähr: Kaum ein japanischer Maler hatte so umfassenden Einfluss auf deren Stil.

Verwunderlicher vielleicht schon, dass es ein deutschstämmiger Kunstsammler und -händler war, der fast 100 Jahre nach Utamaro Kitagawa entscheidend dazu beigetragen hat, dass das westliche Ausland (namentlich Europa und die USA) mit ostasiatischer Kunst vertraut gemacht wurde: Siegfried Bing (26.2.1838 – 9.6.1905).

Schauen wir uns diese außergewöhnlichen Meisterwerke japanischer Malkunst etwas genauer an…

Die Kunstwerke im Detail

Der Mond von Shinagawa (品川の月 / しながわのつき)

Das erste (sprich: älteste) Werk dieser Sammlung fällt in der Ausstellung ein bisschen aus dem Rahmen, denn da die Freer Gallery of Art keines der Kunstwerke seiner Sammlungen verleiht (aber auch keine Leihgaben aufnimmt), konnte die „Dreisamkeit“ der Bilder in Japan nur durch die Anfertigung einer originalgetreuen Kopie hergestellt werden. Das Original ist in gerahmter Form in der Freer Gallery of Art zu sehen.
Auf dem Bild ist der Empfangsraum im 1. Stock eines berühmten Restaurants und Geisha-Hauses in Shinagawa zu sehen, das für seine ungewöhnliche Architektur bekannt war und Dozō Sagami (土蔵相模 / どぞうさがみ) genannt wurde. Die dargestellte, bühnenähnliche Szene zeigt 19 Frauen – und wer etwas genauer hinschaut, entdeckt auch die Silhouette eines rauchenden Mannes hinter einer Papierwand. Man erkennt auf den ersten Blick, dass die auf dem Bild Versammelten sich dem Genuss abendlicher Vergnügen hingeben.

Kirschblüten in Yoshiwara (吉原の花 / よしわらのはな)

Auf dem zweiten Bild sind insgesamt 52 Frauen und Kinder dargestellt, die sich auf der „Hauptstraße“ des alten Vergnügungsviertels Yoshiwara (dem einzigen amtlich lizenzierten Vergnügungsviertel im alten Edo) an und in einem Teehaus der Kirschblüte erfreuen. Die „Kurtisanen“ konkurrieren mit der Pracht der Kirschblüte durch ihre prächtigen Roben. Im Obergeschoss des Teehauses sind Damen aus der Samurai-Kaste zu sehen, die sich mit Musik und „Blumenhut-Tanz“ (花笠踊 / はながさおどり) unterhalten und dabei bewirten lassen. Dass hier eine Szene am Abend dargestellt wird, ist an den ebenfalls abgebildeten Lampions und Stehlampen zu erkennen.
Ein weiteres Detail, das den Kenner aufmerksam werden lässt: In der Tokonoma im 1. Obergeschoss des Hauses (hinter den Musikerinnen) ist das Gemälde des Künstlers Itchō Hanabusa (英一蝶 / はなぶいっちょう) (1652 – 1724) “Hotei mit chinesischen Kindern” zu sehen.
Dieses zweite Gemälde des Triptychons kann auch als Satire auf die „Gesetze gegen übertriebenen Luxus“ der Kansei Reformen (寛政の改革 / かんせいのかいかく) dieser Zeit aufgefasst werden.

Fukagawa im Schnee (深川の雪 / ふかがわのゆき)

Hier können wir einen Blick ins Obergeschoss eines Geisha-Hauses in einem der wichtigsten Geisha-Bezirke des alten Edo, Fukagawa, werfen. Während einige Frauen mit der Zubereitung und Verteilung von Speisen beschäftigt sind, beherrschen die Tatsumi Geisha (辰巳芸者 / たつみげいしゃ) mit ihren prächtigen Kimono die Szene. Schauen Sie genauer hin, und Sie werden auch ein Kind finden, das mit einer Katze spielt.
Die Bäume im Atrium des Hauses sind schneebedeckt. Utamaro Kitagawa zeigt hier die unterschiedlichsten Szenen: Geisha, die die Schneelandschaft im Garten betrachten, solche, die der Kälte der Jahreszeit entfliehen, indem sie sich um ein Kohlenbecken versammeln; eine andere Gruppe, die sich einem Handgestenspiel hingibt und schließlich eine Geisha, die mit dem Auftragen von Make-up beschäftigt ist.
Dieses Gemälde hatte für mehr als 60 Jahren als verschollen gegolten (wiederentdeckt im Februar 2012) und war 2014 nach behutsamen Untersuchungen und Restaurationen erstmals wieder im Okada Kunstmuseum zu sehen gewesen.

Gemeinsam ist allen drei Bildern – in guter Tradition Utamaro Kitagawas – dass auch in den Szenen, in denen üblicherweise Männer auftreten müssten (es waren ja in erster Linie Männer, die zur Unterhaltung durch Musik und Tanz die Teehäuser besuchten), Frauen abgebildet sind. Wer sich in der Geschichte des alten Edo etwas auskennt, kann z.B. an den abgebildeten Personen (alle drei Bilder zeigen übrigens zusammen 99 Personen), ja selbst an den dargereichten Speisen den Ort der Handlung „ablesen“. Als Beispiel sei hier genannt, die vergleichsweise einfache Scholle, die in Fukagawa gereicht wurde – verglichen mit der deutlich luxuriöseren Meerbrasse in Yoshiwara.

Wie der japanische Begriff „setsugekka“ bzw. „setsu getsu ka“ (雪月花 / せつげっか) schon suggeriert, decken die Gemälde einen jahreszeitlichen Rhythmus ab:
– „Setsu“ (雪 / せつ) = Schnee, sprich: Winter
– „Getsu“ (月 / げつ) = Mond, sprich: Herbst
– „Ka“ (花 / か) = Blumen, sprich: Frühling
Offensichtlich lässt sich daraus ablesen, dass selbst Japanern ihr bisweilen unerträglich heißer Sommer so unangenehm ist, dass sie ihn bei aller Faszination für die vier Jahreszeiten (in Japan gewinnt man oft den Eindruck, als sei es das einzige Land auf Erden, das dergleichen kenne) aussparen.

Alle drei Bilder wurden im japanischen Tochigi (栃木 / とちぎ) gemalt. Und es war auch dort, dass sie 1879 letztmals gemeinsam ausgestellt wurden. Von dort ging die Reise der Bilder nach Frankreich (Utamaro Kitagawas Einfluss auf die Kunst der französischen Impressionisten gilt – wie bereits erwähnt – als besonders nachhaltig) führte. Und schließlich landeten die drei Teile des großen Werks bei den drei obengenannten Museen.

Das Okada Kunstmuseum (岡田美術館)

Im Herbst 2013 wurde dieses große Museum mit vielen exquisiten östlichen Schätzen und Sammlungen auf dem Gelände des ehemaligen Kaikatei Hotels (開化亭ホテル / かいかていほてる) in Kowakudani (小涌谷 / こわくだに) in der Hakone-Region eröffnet.
Mit einer Gesamtfläche von ca. 7.700 qm verfügt das Museum über beeindruckende Ausstellungsräume mit insgesamt von rund 5.000 qm. Dieses großzügige Gebäude zeigt hauptsächlich japanische, chinesische und koreanische Kunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart, die von dem Geschäftsmann Kazuo Okada (岡田和生) (einem der reichsten Männer dieser Welt – er hat sein Vermögen übrigens mit Pachinko- und Glücksspielautomaten sowie Spielkasions gemacht) gesammelt wurden.
Die das Museum umgebenden Gärten erstrecken sich auf einem Areal von 15.000 qm.

Natürlich bestehen die Galerien des Okada Kunstmuseums nicht nur aus diesen drei prächtigen Zeugnissen alter Tage – diese werden übrigens nur noch bis zum 29. Oktober 2017 dort traulich vereint zu sehen sein (verpassen Sie die Chance nicht, diese drei Meisterwerke Seite an Seite betrachten zu können; sie kommt so schnell nicht wieder!) – sondern auch eine beachtliche Sammlung feinen Porzellans, chinesischer, koreanischer und japanischer Skulpturen, Roll- und Wandschirmbilder. Diese konnten allerdings aufgrund zeitlicher Einschränkungen während des Presseempfangs am 27. Juli 2017 nur am Rande in Augenschein genommen werden. Hier ein paar wenige Beispiele:

Die Schokolade zur Ausstellung

Okada Museum Chocolate by Naoki Miura

Sozusagen „passend zur Ausstellung“ hat der japanische Confisier Naoki Miura (三浦直樹 / みうらなおき) eine Schokoladenkollektion kreiert, die den Gaumen mit acht verschiedenen Aroma-Kombinationen verwöhnt (Verkostungs-Stücke von links nach rechts):

Okada Museum Chocolate by Naoki Miura

  1. Gorgonzola / Speck
  2. violette Süßkartoffel / schwarzer Sesam
  3. Mandelmilch / getrocknete Aprikose
  4. Frischkäse / „Berry Rose“
  5. japanische Marone / Matsutake
  6. Pistazie / Zimt
  7. weißer Trüffel / Kürbis
  8. Yuzu / frisches Basilikum

Die mit Motiven der Ausstellung versehenen Pralinés werden im schmucken 8er-Set angeboten (4.800 Yen):

Entspannung für die vom Museumsbesuch erlahmten Füße

Neben ausgedehnten Gartenanlagen, ist einer der Blickfänge die im Eingangsbereich des hochmodernen Museumskomplexes befindliche, schicke Fußwasch-Anlage in schwarzem Granit. Hakone ist reich an natürlichen Thermalquellen. Und das hier vorhandene Wasser sprudelt mit ca. 40°C in diese bequeme Anlage mit Blick auf das 12 x 30 Meter große Gemälde Kotaro Fukuis (auf dem ersten Bild dieses Artikels zu sehen), das den Wind- und den Donnergott darstellt und die gesamte Fassade des Hauptgebäudes einnimmt.

Okada Museum of Art

Wie man hinkommt:

Am bequemsten erreicht man den Bahnhof von Hakone Yumoto (箱根湯本 / はこねゆもと) mit den Expresszügen „Romancecar“ der Odakyū-Linie (小田急線 / おだきゅうせん) (diese verkehren zwischen Shinjuku und Hakone Yumoto). Fahrzeit ca. 90 Minuten.
Wer etwas Geld sparen möchte und wem es nicht so auf die Zeit ankommt, nimmt die lokalen und Schnellzüge der Odakyū-Linie.
Wer mit den Bahnen von Japan Rail anreisen möchte, steigt am Bahnhof Odawara (小田原駅 / おだわらえき), der auch Shinkansen-Haltestelle ist, aus.

Von Hakone Yumoto bzw. Odawara fährt der Izu Hakone Bus direkt bis vor das Museum (Bushaltestelle Kowakien) (ca. 20 Minuten Fahrzeit von Hakone Yumoto).

Öffnungszeiten:

Täglich geöffnet von 9 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass: 16.30 Uhr).
(Das Museum wird gelegentlich für Ausstellungswechsel geschlossen.)

Eintrittsgelder:

Erwachsene und Studenten: 2.800 Yen
Schüler (ab Grundschule): 1.800 Yen

Nachlässe für Gruppen von 10 und mehr Personen, Behinderte und Begleitpersonen.
Parkplätze und die Fußwasch-Einrichtung können von Museumsbesuchern gratis benutzt werden.

Besucher, die nur den Garten oder die Fußwascheinrichtung nutzen wollen, zahlen für den Parkplatz nach einer Stunde 500 Yen pro Stunde.

Eintrittsgeld für den Garten: 300 Yen
Nutzung der Fußwasch-Anlage: 500 Yen

Bitte beachten Sie, dass Mobiltelefone, Kameras und Aufzeichnungsgeräte jedweder Art nicht mit in die Ausstellungsräume genommen werden dürfen (Gratisschließfächer sind vorhanden).

Schlussbemerkung:

Die Fotografien der Ausstellungsstücke durfte ich mit freundlicher Genehmigung des Okada Kunstmuseums anfertigen.

Bei der Schreibung des Namens des großen Künstlers Utamaro Kitagawa habe ich die “deutsche” Schreibweise gewählt: Vorname, Nachname. Auch wenn man bei Utamaro Kitagawa gemeinhin von “Utamaro” spricht und schreibt, wollte ich mir nicht anmaßen, den Anschein zu erwecken, mit ihm auf “Du & Du” gestanden zu haben.


Ōfuna Kannon-ji (大船観音寺) (Engl.)

9. May 2017

Enlightenment aide without abdomen

Ōfuna Kannon-ji (大船観音寺)

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

Of course, I’m aware of the fact that it could be regarded as disrespectful to link a Bodhisattva to something that sounds more like a vaudeville act, but in the case of the Kannon statue of Ōfuna (大船 / おおふな) one feels almost compelled to do so.

It is highly likely that many of those who travel to Kamakura, coming from Yokohama or Tōkyō, have seen the enormous statue while passing Ōfuna station (at least those who were lucky enough to have a window seat on the right side of the train). She is sitting enthroned on the top the lush green of a hill on the west side of the station. Neverthess, it is just as likely, that only a few of those travelling to Kamakura have taken the time for a small detour to the Kannon statue – despite the fact that it is absolutely worth it!

Ōfuna Kannon-ji (大船観音寺)

The history of the Kannon statue of Ōfuna is a rather short one – nevertheless it is not completely free of contradictory details (most of which may be due to faulty translations and calculations).
The idea of such a statue goes back to an initiative of the honorable Mr. Kaneko, Mr. Tōyama and Mr. Hanada, who, in February 1927, called for a convention for the erection of such a grand statue and for the collection of the funds needed for it: 150,000 Yen for the statue as such and additional 50,000 Yen for additional buildings.

Construction work started on 14 April 1929 – and the aim was to build the greatest Kannon in all of Japan. And here is were data gets a little obscure. The numbers of the envisaged height of the sculpture range fom 40 metres to 330 metres (even in various language versions of the website of temple itself – obviously the conversion from Japanese “shaku” to western “metres” is something of a challenge).
But, as a matter of fact, the original blueprints of the construction had to be altered due to the conditions of the foundation soil. In the end the whole plan was scrapped in 1934 in conjunction with the worlds financial crisis and a new focus that was required due to Japan’s new imperial ambitions.

It was only after World War II, in 1953, when the plan to build such a grand sculpture was revived by founding a new “Ōfuna Kannon Society“. The foundation stone was laid on 18 May 1957, and already on 28 April 1960 the opening ceremony could be held. The gigantic statue we can see today is completely “hand made” – the reinforced concrete was built without the use of modern machinery. The concrete surface has been covered and sealed with ecru white colour. With a total height of 25 metres and a total weight of 1,900 tons, it is almost a miracle that this statue seems to float over the forest and the hill it is standing on.

Between 1969 and 1970 an additional memorial for the Kanagawa prefecture’s victims of the atomic bombs in Hiroshima and Nagasaki was erected beneath the Kannon. Since 1990 the eternal flames from the memorials in Hiroshima and Nagasaki were brought here and has been burning ever since. Also fragments of buildings destroyed in the hypocentres of the atomic explosions in the two devastated cities can be seen here.

In 1979 the “Ōfuna Kannon Society“ decided to convert into a religious organisation, which finally came to pass when it was made part of the Sōtō sect of Japanese Zen Buddhism (the largest of the three main schools of Japanese Buddhism) on 20 November 1981. The Sōji-ji in Yokohama is the principal of the Kannon-ji.

But it is not just the impressive exterior of the statue that should be of interest. The interior is no less worth a look. Some years ago the “inside” of the state was converted into a small and rather modern museum, where lots of information can be gathered about the statue and its history.

Addresse of the Ōfuna Kannon-ji:

1-5-3 Okamoto
Kamakura-shi
Kanagawa-ken
₸247-0072

〒247-0072
神奈川県鎌倉市岡本1-5-3

Location of the Ōfuna Kannon-ji:

How to get there:

If you come from Tōkyō or Yokohama you have all the choices Japan Rail has to offer: the Tokaido mainline, the Shōnan-Shinjuku line, the Keihin-Tōhoku line, the Yokosuka line – they all bring you to Ōfuna station (大船 / おおふな). Approaching Ōfuna coming from Enoshima (江の島 / えのしま) you can even treat yourself with the ride on the Shōnan Monorail (a “floating” or overhead railway).

Admission fees:

Adults (from high school): 300 Yen
Children (from elementary school): 100 Yen
Pre-school cildren: fee
There are discounts for goups of 20 and more people.

Opening hours:

Daily from 9 am to 5 pm (last entry: 4.30 pm).


Ōfuna Kannon-ji (大船観音寺) (dt.)

7. May 2017

Die Erleuchtungshelferin ohne Unterleib

Ōfuna Kannon-ji (大船観音寺)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass es respektlos ist, eine Bodhisattva gedanklich in die Nähe einer Varieté-Attraktion zu rücken, aber im Falle der Kannon-Statue von Ōfuna (大船 / おおふな) drängt sich einem dieses Wortspiel förmlich auf.

Wahrscheinlich kennen viele diese gigantische Statue von Bahnfahrten von Yokohama oder Tōkyō nach Kamakura, auf denen man am Bahnhof Ōfuna dieselbe mit ein bisschen Glück (sofern man auf der richtigen Zugseite – der rechten – sitzt) erblicken kann. Sie thront förmlich im Grün eines Hügels westlich des Bahnhofs. Ebenso wahrscheinlich ist aber, dass kaum einer der vielen Besucher Kamakuras je den kleinen Abstecher zur Kannon-Statue auf sich genommen hat – dabei lohnt der sich wirklich!

Ōfuna Kannon-ji (大船観音寺)

Die Geschichte der Kannon-Statue von Ōfuna ist vergleichsweise kurz – dafür aber trotzdem nicht frei von Widersprüchen (wovon wahrscheinlich ein paar sich mit fehlerhaften Übersetzungen erklären lassen).
Die Statue geht auf die Initiative der Herrn Kaneko, Tōyama und Hanada zurück, die im Februar 1927 eine Versammlung zur Errichtung einer solchen Kannon-Statue einberufen hatten, um 150.000 Yen für das Bauwerk als solches zu sammeln und zusätzliche 50.000 Yen für die weiteren Einrichtungen auf dem Areal. Die Bauarbeiten begannen am 14. April 1929 – und man schickte sich an die größte Kannon Japans zu errichten. Die Größenangaben der geplanten Statue schwanken zwischen 40 und 330 Metern (selbst auf den verschiedenen Sprachversionen der Webseite des Tempels selbst – hier mag es zu Unstimmigkeiten bei der Umrechnung von japanischen „shaku“ in westliche „Meter“ gekommen sein).
Fakt ist aber, dass die ursprünglichen Baupläne aufgrund der Beschaffenheit des Baugrunds geändert werden mussten und die Bauaktivitäten im Zuge der Weltfinanzkrise und kriegerischen Bestrebungen Japans 1934 schließlich komplett zum Erliegen kamen.

Nach dem Kriege wurde der Plan, eine Kannon-Statue zu errichten, erst 1953 wieder aufgenommen und die „Ōfuna Kannon Gesellschaft“ neu gegündet. Die Grundsteinlegung fand am 18. Mai 1957 statt, und schon am 28. April 1960 konnte die Statue der Öffentlichkeit übergeben werden. Diese heutige Statue besteht aus gegossenem Beton, der komplett per Hand verarbeitet wurde. Die Oberfläche wurde mit naturweißer, wasserabweisender Farbe versiegelt. Mit einer Gesamthöhe von 25 Metern und einem Gesamtgewicht von 1900 Tonnen, ist es fast schon ein Wunder, mit welcher Leichtigkeit und Erhabenheit sich das Antlitz der Kannon über den bewaldeten Hügel erhebt.

Zwischen 1969 und 1970 wurde auch noch ein zusätzlicher Gedenkort für die Atombombenopfer der Präfektur Kanagawa zu Füßen der Statue eingerichtet, an dem seit 1990 die „ewige Flamme“ der Gedenkstätten von Hiroshima und Nagasaki brennt und wo auch zwei Steine von Gebäuden in den Hypozentren der Bombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki zu sehen sind.

Die „Ōfuna Kannon Gesellschaft“ entschloss sich im Jahre 1979, sich in eine religiöse Vereinigung umzuwandeln, was am 20. November 1981 mit der Aufnahme in die Sōtō Sekte, der größten der drei Hauptrichtungen des japanischen Zen-Buddhismus, geschah – formal gehört der Kannon-ji heute zum Sōji-ji in Yokohama.

Sehenswert ist aber nicht nur das überwältigende Äußere dieser Statue, sondern auch deren Innenraum, der vor einigen Jahr in ein kleines Museum mit Tempel umgestaltet wurde. Hier kann einiges über die Entstehungsgeschichte des Tempels nachgelesen werden.

Adresse des Ōfuna Kannon-ji:

1-5-3 Okamoto
Kamakura-shi
Kanagawa-ken
₸247-0072

〒247-0072
神奈川県鎌倉市岡本1-5-3

Lage des Ōfuna Kannon-ji:

Wie man hinkommt:

Von Tōkyō oder Yokohama mit den diversen Linien von Japan Rail (Tokaido Hauptlinie, Shōnan-Shinjuku Linie, Keihin-Tōhoku Linie, Yokosuka Linie) zum Bahnhof Ōfuna (大船 / おおふな). Von Enoshima (江の島 / えのしま) aus führt auch die Shōnan Monorail (eine Schwebebahn) direkt nach Ōfuna.

Eintrittsgebühr:

Erwachsene (ab Oberschüler): 300 Yen
Kinder (ab Grundschüler): 100 Yen
Kinder im Vorschulalter: frei
Gruppen von 20 und mehr Personen erhalten Vergünstigungen.

Öffnungszeiten:

Täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass um 16.30 Uhr).


Minami Ashigara (南足柄) (Engl.)

19. November 2016

And yet another day of adventure and experience in Kanagawa

Daiyūzan Saijōji (大雄山最乗寺)

Daiyūzan Saijōji (大雄山最乗寺)

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

If you are one of those attentive readers of this website, words like “Kanagawa”, “Ashigara” and last but not least “Alice Gordenker” may do more than just ring a bell. Excursions off the beaten tracks of average tourists in Tōkyō’s neighbouring prefecture Kanagawa (神奈川 / かながわ) are inevitably turned into highlights, if and when they are being organised by the thoughtful people of Kanagawa’s tourism office and the incomparable Alice Gordenker. And here is yet another example proving this statement!

Previously, in spring this year, a trip had introduced to us the splendour of the more eastern and northern parts of Ashigara (足柄 / あしがら). Perhaps, you would like to refresh your memory? The scales will fall from your eyes, if you click here:

Ashigara (足柄)
– Kanagawa does it again: A day of culture and nature at the foot of Mt. Fuji

This time it’s more about the southern part of Ashigara (hence the title of this posting: “Minami Ashigara”, that is: South Ashigara), which is located in direct vicinity of the northern edge of Hakone (箱根 / はこね) and its giant vulcanic crater in the Fuji-Hakone-Izu National Park (富士箱根伊豆国立公園 / ふじはこねいずこくりつこうえん).

The map above doesn’t quite match the route of the tour in question, but it’ll give you an idea of where it all took place.

Starting point of the excursion was the railway station of Odawara (小田原駅 / おだわらえき)…

Odawara Station (小田原駅)

Odawara Station (小田原駅)

… and from there the following three locations were approached by bus:

  1. Yagurasawa (矢倉沢 / やぐらさわ) in the northern part of the Hakone Geo Park.
  2. Daiyūzan Saijōji (大雄山最乗寺 / だいゆうざんさいじょうじ), the mystic temple, right in the centre of Minami Ashigara.
  3. Only Yuu (おんりーゆー) the spa place with hot mineral springs in the mids of a particularly unspoilt forest (this omious “Yuu” is, by the way, a malapropism of the Japanese word for warm water, “yu” (湯 / ゆ).

Each of those destination would have been worth an individual trip – but on that very special day we had the opportunity to enjoy all three of them in just one set.

The main theme or motto of the excursion was – and now, hold your breath: “Me Byo“. Well, I know, you probably don’t have the faintest idea of what this may mean. It is (yet another) strange transcription of a Japanese word: “未病 / みびょう”, which some of you may already know from the area of “kanpō medicine” (the Japanese herb medicine, based on Chinese medicine). Literally speaking, the word “未病” means something like “not/not yet being sick” and describes the condition of the human body and/or psyche between perfect health and sickness. Simply speaking, “Me Byo” aims at the avoidance of sickness, by exercising a “healthy lifestyle”: fresh air, exercise, healthy food, relaxation. Exactly what we were going to practise during the course of this excursion.

And there was a good reason for chosing this motto: The Kanagawa prefecture has committed itself to “Me Byo” and is aiming at more than just prophylaxis.

1. Yagurasawa (矢倉沢 )

The village of Yagurasawa (矢倉沢 / やぐらさわ), calmly nestled in a romantic landscape, may – at a first glance – look like one of those settlements that have been forgotten during the course of our modern times (after all, in Japan “rural depopulation” and “urbanisation” are two words that have found their most impressive manifestation in the ever-growing metropolis of Tōkyō – whilst the number of total population of Japan is on a remarkable decline). In fact the “great times” of Yagurasawa may be over – those times when important roads were named after it: The  Yagurasawa Ōkan (矢倉沢往還 / やぐらさわおうかん) (country roud of Yagurasawa) was one of the important routes between the capital city of Edo and the emperor’s residence city of Kyōto. As the story goes, the country road of Yagurasawa was mainly used by those who wanted to avoid the trouble of permenant ceremonial greeting of travelling dignitaries that used another main route between the two cities, the Tōkaidō (東海道 / とうかいどう).

Yagurasawa (矢倉沢)

Yagurasawa (矢倉沢)

Yagurasawa’s population is less than 300 people in our days – but these people have decided to develop a positive attitude towards rural life and to show that it can be quite an alternative to the temptations of the big cities. In this area, where tangerines are growing in lush plantations, where a particularly aromatic green tea is picked and where quite a variety of agricultural products are being offered, also new ways of making village life popular are being tried.

One of the examples are the chrysanthemum fields that can be seen everywhere. Eight years ago the residents started to plant whole “seas of chrystenthemums” on fields that are – temporarily or indefinitely – not tilled any longer. That does not only look rather pretty, but it also keeps away the wild boars (they obviously don’t really appreciate to smell of chrysenthemums). Wild boars have become quite some problem in these parts, since they are not hunted any longer (there is nobody left hunting them) and enjoy a lively reproduction, causing trouble for the vegetation and agriculture especially.

However, there is good reason for the beauty of the landscape around Yagurasawa, as the village is located in an area of geological peculiarity. It is part of the Hakone Geo Park – and this is where three of the tectonic plates of our planet hit each other (the Eurasian Plate, the North American Plate and the Filipino Plate), ensuring an “eventful life” (if one looks at it from an geological point of few). Mount Fuji is towering in the neighbourhood, and the gigantic crater of the Hakone National Park next door are the witnesses of grand vulcanic activity. And the countless earthquakes that shake this region of Japan impressively document that our maps are still in a state of permanent change.

However, the mountains around Ashigara represent a geological particularity that produces the most surprising discoveries (well, surprising for those who haven’t had a look into those peculiarites).
About one to two million years ago, this was still the ground of an ocean (back then I was too young – and digital cameras were yet to be developed; hence, I don’t have “real” pictures of that…). So, it shouldn’t come as a surprise that one can still find fossilised sea shells in the mountains.

Under the pressure coming from the Filipino Plate, an island (which we know as “Izu Peninsula” in our days) was pushed agains the Japanese mainland. The ocean’s waters disappeared about 700,000 to one million years ago.

During the course of further movements in the tectonic plates a large pocket of magma was encapsulated and during the last 400,000 years moved to upper rock formations. After forceful eruptions 200,000 years, 80,000 years and 60,000 years ago this rather unusual magma formation has been brought to the day’s light.

2. Daiyūzan Saijōji (大雄山最乗寺)

The Daiyūzan Saijōji (大雄山最乗寺 / だいゆうざんさいじょうじ) has a very special place among the Buddhist temples of Japan, as it is one of the most important of the Sōtō sect (曹洞宗 / そうとうしゅう) of Japanese Zen Buddhism. Already the myth of the temple’s foundation is so adventurous that I don’t want to keep it a secret:

One of the most influencial Zen masters of the Sōtō sect, Emyō Ryōan (了庵慧明 / りょうあんえみょう) (1337 to 1411), who was born in Isehara (just around the corner), was educated in various notable temples and by just as notable masters in various regions of Japan. He was already in his 50s, when he returned to his hometown. As it happened, one day a giant eagle grabbed his “kesa” (the stole of a priest’s robe) which he had put out for drying. The eagle flew into the near mountains of Ashigara – and Emyō Ryōan followed him. Eventually, he found the stole hanging on a branch of a large pine tree. He sat down under his pine tree and started to meditate. Suddenly, the stole was gripped by a gust and blown off the tree, landing directly on his left shoulder (just were the stole belonged). Emyō Ryōan took this occurrence as a sign, as a command to erect a temple for mediation on that very spot.

Also closely connected with this temple and Emyō Ryōan is Dōryō Daisatta (道了大薩埵 / どうりょうだいさった), previously a disciple of Emyō Ryōan, and also the one who played a leading role in the erection of the temple. He was said to possess superhuman powers.

The day after Emyō Ryōan’s death (28.3.1411) the Zen monk Dōryō became the protector of the temple – in a transformation that sounds even more fantastic than the founding legend of the temple itself: His body was engulfed in flames, from which he emerged as a winged being, holding a rope in one of his hands and a twisted stick in the other, riding on a white fox.

He promised all those who prayed to him earnestly a life without sickness – promised it and disappeared in Eastern direction and was never seen again (at least not as a monk). Some belive that Dōryō had attained eternal life and that he still has his protective hands over the Saijōji and its worshippers. Furthermore, he is said to be a re-incarnation of the 11-faced cannon (十一面観音 / じゅういちめんかんのん) and is also being honoured as “Tengu” (天狗 / てんぐ) (a mythical creature with a peckered face whose name derives from the Chinese “dog of heaven” and is said to hatch from eggs). Hence, the eager worshipper has a multitude of appearances to direct his or her prayers to.

One of the particular identifying features of the Saijōji, however, is its surrounding nature. The temple is located in the centre of Japan’s largest forest of cedar trees – roughly 20,000 specimen that have been grown here over a period of time of more than 500 years. The extremely humid climate in this area catered for a lush moss vegetation – not only the trees are covered with moss, but also most of the buildings. This unusual “touch of green” lends a mystical atmosphere to the temple’s grounds.

Let’s have a closer look at some of the more than 30 halls and buildings of the temple (most of the buildings we can see today were built during the course of the last 60 years – after the last devastating fire at the Saijōji):

Hondō (本堂 / ほんどう), the main hall

Sōdō (僧堂 / そうどう), the meditation hall

Tahō pagoda (多宝塔 / たほうとう), is a pagoda with a square foundation and a round first story. It is one of the oldest buildings on the temple’s grounds, as it was built in 1863.

Gokū bridge (御供橋 / ごくうばし) belongs to the 100 most remarkable bridges in the Kanagawa prefecture.

Daiyūzan Saijōji (大雄山最乗寺), Gokūbashi (御供橋), Kekkaimon (結界門)

Daiyūzan Saijōji (大雄山最乗寺), Gokūbashi (御供橋), Kekkaimon (結界門)

Kekkai gate (結界門 / けっかいもん) protects the inner precinct of the temple towards its south side and is being guarded by two particularly impressive Tengu (天狗 / てんぐ).

After passing the Kekkai gate and climing the 77 stairs of a steep staircase, one reaches the Goshinden (御真殿 / ごしんでん), which one could translate with “hall of purity”, which is also called Myōgakuhōden (妙覚宝殿 / みょうがくほうでん).

Tall Geta ( 高下駄 / たかげた), which you will find directly next to the Goshinden/ Myōgakuhōden – offerings that seem to be especially popular with companies in the transport business, but also with couples that seek married life free of stress and quarrel.

And last but not least the Hokuunkaku (白雲閣 / はくうんかく), the “Hall of the White Cloud” on the northern edge of the temple’s grounds, where we had the chance to enjoy typical “temple food”, the so-called “shōjin ryōri” (精進料理 / しょうじんりょうり) – a feast for every vegetarian, as it does without any animal products, not fish, no meat. But it also impressively demonstrated that such food doesn’t have to be bland at all. Additionally, and guided by a monk, we were introduced to the mysteries of meditative ingestion and ritual cleaning of rice bowls.

One of the highlights of the visit to the Saijōji was practicing a Zen-Buddhist meditation exercise (zazen / 座禅 / ざぜん) – again guided by one of the temple’s monks. Even though it wasn’t much more than a taster session, it was able to provide at least a glimpse of what may be accomplished by means of meditation. Those participants whose bones were flexible enough were shown three seating positions on meditation cushions typical for zazen – for those with less resilient joints small stools were provided.

But there are more “active” and definitely more noisy ways of internalisation and meditation: We were able to watch a group of people, completely immersed in the creation of astonishingly accomplished works of woodcraft.

How to get there:

Take the Izu-Hakone Railway Daiyūzan line from Odawara to the Daiyūzan (大雄山 / だいゆうざん) terminal. The train runs five times every hour (21 minutes of travel time) and costs 270 Yen per person.

From the Daiyūzan terminal take the bus of the Izu-Hakone line (nos. 31 or 33) from bus stop no 1. It takes about 10 minutes to the last stop at Dōryōson (道了尊 / どうりょうそん). Fare: 270 Yen.

(all details as per November 2016)

3. Only Yuu (おんりーゆー)

Only Yuu (おんりーゆー)

Only Yuu (おんりーゆー)

The motto of the public spa resort “Only Yuu” (おんりーゆー) is: “Modern “TOJI*” Style Healing Spa – Ashigara Hot Springs: Relax your mind, body and soul in a serene natural setting” – hence it aims at providing the stressed city slicker with everything he or she may need for that long overdue timeout. (*TOJI = 湯治 / とうじ = spa treatment)

It is really located in the middle of a remote forest – there couldn’t be a sharper contrast to the concrete jungle of the megalopolis. And there it was, where our day trip found its truly relaxing completion. As (almost) everywhere in Japan baths were to be taken divided by gender – but all the other activities could be carried out jointly.

„Only Yuu“ is offering to following ot its guests:

Tōji Furo (湯治風呂 / とうじふろ) healing baths in 38°C warm spring water (pH 9.5), that is supposed to be a special treat for a tender skin and natural beauty, but also promotes blood circulation and is said to help with various ailments (skin problems, chronic female disorders, diabetes, high blood pressure, gout, constipation and, and, and…). Baths can be taken in large outside basins made of natural stone or basins provided inside.

Zanmai Koza (三昧講座 / ざんまいこうざ)-relaxation lessons with “zazen” (see above), calligraphy, loosing-up exercises and stretching exercises.

Kakure-za (隠れ座 / かくれざ), relaxation room with tatami mats.

Esute & Massaaji (エステ&マッサージ) Beauty & Massage – an experience of Japanese beauty care and massage before or after your bath.

Furthermore, there is also a restaurant and a coffee shop – we all know the appetite and thirst that come from extended baths.

And if you are in for an even longer bath experience, you might even consider staying overnight (details see below).

How to get there:

Take the Izu-Hakone Railway Daiyūzan line from Odawara to the Daiyūzan (大雄山 / だいゆうざん) terminal. The train runs five times every hour (21 minutes of travel time) and costs 270 Yen per person.

There are complimentary shuttle busses from Daiyūzan to the spa at 10:30 am, 11:30 am, 12:30 pm and 1:30 pm (there are also later shuttles each hour between 4:10 pm and 7:10 pm, which require prior registration). Also for the way back to Daiyūzan station there are complimentary shuttles at 9:50 am, 10:50 am, 11:50 am, 3:30 pm, 4:30 pm, 7:30 pm and 6.30 pm.
Similar services are also available at Kaisei station (開成 / かいせい) of the Odakyū line (小田急線 / おだきゅうせん).

(all details as per November 2016)

Charges:

General entry fee for the spa:

Adults: 1,940 Yen
Children: 972 Yen
A “samue” (作務衣 / さむえ)-set (consisting of casual wear in the style of Buddhist monk’s working garment ), sandals, two towels are included for the use during the say at the “Only Yuu”.

Overnight stay:

12,960 Yen per person
Price includes the use of all spa facilities as well as two meals.

As a special highlight you can also indulge in a special “35.5 hours relaxation”-plan: If you arrive at the “Only Yuu” when it opens in the morning (10 am), combine your stay with an overnight stay and check out upon closure of the spa on the next day (9:30 pm), you’ll have a total of 35.5 hours of utter relaxation (however, the room you stay in overnight is only available from 7 pm on the arrival day to noon on the departure day).

Private Bath:

Private spa suites can be reserved for 3,240 Yen an hour.

(all details as per November 2016)

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Also have a look at another special Kanagawa tour provided by Alice Gordenker:

Manazuru (真鶴)
– A day at the seaside – nature, art, palatal pleasures and more