Tōkyō Skyline / Rainbow Bridge (Bilder/Pictures)

14. December 2017

Ein atemberaubender Geheimtipp für den Abend
A breathtaking insider tip for the evening

Tōkyō Skyline

Manchmal scheut man sich davor, Höhepunkte der Stadt, die (noch) nicht vom Millionenpublikum überrannt werden, auf eine Webseite zu setzen – aber in diesem Fall führt daran kein Weg vorbei. Details zur Tōkyō Skyline und der Rainbow Bridge finden Sie hier:

Tōkyō Rainbow Bridge (東京レインボーブリッジ)
– Der beste Ort, um die Skyline Tōkyōs zu bewundern

Sometimes one hesitates to share a highlight of the city which is (not yet) overrun by millions of visitors on a website – but in this case there is simply no other way. Details of the skyline of Tōkyō and the Rainbow bridge can be found here:

Tōkyō Rainbow Bridge (東京レインボーブリッジ)
– The best place to admire Tōkyō’s skyline

Aber genießen Sie einfach die untenstehenden Bilder – klicken Sie in das Mosaik, um sich eine Diashow anzuschauen!

But now, just enjoy the pictures below – click into the mosaic and have them presented as a slide show!

Zusatzinformation:
Dies ist ein Artikel der “Ohne Worte / Non-Verbal”-Serie – für Näheres zu dieser Serie siehe in der Navigationsleiste unter “Ohne Worte / Non-Verbal“.

Additional Information:
This is a posting of the “Ohne Worte / Non-Verbal” series – for more details on this series, please have a look at “Ohne Worte / Non-Verbal“ on the navigation bar.

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Teien Bijutsukan (庭園美術館) (ergänzt/supplemented)

4. December 2017

 

Tōkyō Metropolitan Teien Art Museum (東京都庭園美術館)

Für alle, denen Architektur und Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts am Herzen liegen – und hier ganz besonders das Art Déco – ist das Teien Kunstmuseum ein Muss. Und weil gerade unlängst wieder die Möglichkeit hatte, nicht nur die Räumlichkeiten der alten Prinzenresidenz, sondern auch die Ausstellungsräume und den herrlichen Garten mit seinem Teehaus (wichtiges Kulturgut Japans!) zu besuchen, haben meine beiden Artikel zu dem Thema ein paar Ergänzungen erfahren. Verwöhnen Sie sich mit einem kleinen Ausflug in die Welt des Art Déco – und falls Sie es nicht bis ins Teien Kunstmuseum schaffen sollten, klicken Sie doch wenigstens den untenstehenden Link an.

For all of you who care for the architecture and art of the first half of the 20th century – Art Deco in particular – the Teien Art Museum is a must. And because lately I had the chance not just to revisit the splendid rooms of the old princely residence, but also the exhibition halls and the gorgeous garden and its tea house (important cultural property of Japan), also my two postings regarding this museum needed to be supplemented. Spoil yourself with a little excursion into the world of Art Deco – and if you can’t make it to the Teien Art Museum itself, at least click on the link below.

Teien Kunstmuseum (庭園美術館) (German version)
– Art Déco vom Feinsten
Oder: Wo französische Lebensart auf japanische Handwerkskunst trifft

Hinweis: Neue Ausstellung im Teien Kunstmuseum (庭園美術館)(German version)
– Decoration never dies, anyway

Teien Art Museum (庭園美術館) (English version)
– Art Deco at its best
or: Where French savoir-vivre meets Japanese craftsmanship

Tip: New Exhibition at the Teien Art Museum (庭園美術館) (English version)
– Decoration never dies, anyway


Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 5)

6. October 2017

Die Heimreise

Asuka II (飛鳥II)

Abschied von Takamatsu

Nach diesem gestrafften Besichtigungsprogramm stand am Nachmittag des vierten Tages der Abschied vom Hafen von Takamatsu an, der in wirklich „klassischer“ Art und Weise über die Bühne ging. Alle, die sich am Promenadedeck des Schiffes zur Abfahrt eingefunden hatten, wurden mit bunten Luftschlangen ausgestattet, die dann hinunter zu den Besuchern auf dem Pier geworfen werden konnten. Diese hielten das Schiff dann – zumindest symbolisch – anhand dieser Streifen von der Abfahrt ab.

Natürlich haben die über 44.000 PS der Maschine der Asuka II ein leichtes Spiel gegen ein paar hundert Papierstreifen – aber ein sehenswertes Schauspiel ist das allemal.

Akashi-Kaikyō-Brücke (明石海峡大橋)

Am Abend passierten wir dann die Akashi-Kaikyō-Brücke (明石海峡大橋 / あかしかいきょうおおはし), die Kōbe (神戸 / こうべ) auf der Honshū-Seite mit Awajishima (淡路島 / あわじしま), der Insel zwischen Shikoku (四国 / しこく) und Honshū (本州 / ほんしゅう) verbindet.

Waren die Brücken, die wir zwei Tage zuvor zu sehen bekommen hatten, schon gewaltig, legt diese hier noch mal eine Schippe drauf, denn sie ist mit einer Stützweite von 1.991 Metern die längste Hängebrücke der Welt. Ursprünglich war die Spannweite „nur“ mit 1.990 Metern geplant gewesen. Während der Bauarbeiten ereignet sich aber das große Erdbeben von Kōbe (17. Januar 1995), das die Insel Awajishima fast einen Meter vom Festland entfernte – der Bauplan erfuhr also noch mal eine geringfügige Änderung. Die Stützpfeiler sind fast 300 Meter hoch. Für den Autoverkehr stehen übrigens zweimal drei Fahrspuren zur Verfügung – und im Schnitt verkehren 23.000 Fahrzeuge täglich über die Brücke.

Hachijōjima (八丈島)

Vorbei an den Inseln Hachijōjima (八丈島 / はちじょうじま) und Hachijō Kojima (八丈小島 / はちじょうこじま), die, wenngleich weit draußen im Pazifik liegend (knapp 300 km von Tōkyō entfernt) zu Tōkyō gehören, ging’s schließlich bis zum Morgen des sechsten Tages zurück nach Yokohama, wo natürlich auch das Ausschiffen genauso reibungslos über die Bühne ging, wie das bei einem japanischen Kreuzfahrtschiff erwartet werden kann.

Die komplette Kreuzfahrt auf einen Blick

Asuka II – Kreuzfahrtverlauf 11.8.-16.8.2017

Und, wie sicher war nun das Schiff?

Wie es sich für ein modernes Kreuzfahrtschiff gehört, ist die Asuka II mit den unterschiedlichsten Rettungssystemen ausgestattet – die offensichtlichsten davon möchte ich hier kurz vorstellen. Zu den Unerlässlichkeiten bei einer Kreuzfahrt gehört natürlich die Rettungsübung, die gleich nach der Abfahrt stattfand. In unserem Fall fand diese, aufgrund schlechten Wetters beim Auslaufen aus dem Hafen von Yokohama, nicht im Freien, sondern im “Club 2100” statt. Hier hatten sich die Passagiere, die sich im Ernstfall den Rettungsbooten 9 und 10 zugeteilt worden wären, zur Erklärung der Rettungsprozeduren (nur auf Japanisch!) einzufinden.

Asuka II – Seenotübung im Club 2100

Die Rettungsboote Nr. 9 und 10 gehören zu den vier größeren der Asuka II und sind auf je 150 Passagiere ausgelegt. Daneben gibt es noch einmal vier leicht kleinere Rettungsboote, die maximal 132 Passagiere aufnehmen können und zwei weitere mit einem Fassungsvermögen von je 60 Personen. Wer mitgerechnet hat, weiß: Das reicht schon mal für 1.248 Personen. Mit anderen Worten: Das reicht schon mal für alle Passagiere und den ganz überwiegenden Teil der Besatzung.

Hinzu kommen noch mindestens 12 Rettungs-Schlauchboote (ich habe die Gesamtzahl leider nicht gezählt), die auch noch einmal je 25 Personen aufnehmen können. Das macht dann also summa summarum insgesamt mindestens 1.548 Plätze auf Rettungsbooten. Außerdem stehen auf dem Promenadendeck auch noch Kisten mit zusätzlichen Schwimmwesten zur Verfügung.

An dieser Stelle wird auch klar: Wenn es wirklich um Leben und Tod geht, ist man doch nicht auf Kenntnis der japanischen Sprache angewiesen. Die Beschreibungen der Rettungseinrichtungen sind selbstverständlich zweisprachig gehalten.

Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, sollte doch eigentlich auch dem Wasserscheuesten inzwischen die Argumente gegen eine Kreuzfahrt abhanden gekommen sein…

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)


Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)

30. September 2017

Die Burg von Takamatsu (高松城)
Ritsurin Kōen (栗林公園)

Der vierte Tag der Kreuzfahrt brachte ein Erkundung der näheren Umgebung mit sich. Hier stand als erstes auf dem Programm:

Die Burg von Takamatsu (高松城)

Die Burg von Takamatsu (高松城)

Die Burg, die sich auch „Tamamo Castle“ (玉藻城 / たまもじょう) genannt wird, geht auf ein Lehen an Chikamasa Ikoma (生駒親正 / いこまちかまさ) aus dem Jahre 1587 zurück, das ihm von Hideyoshi Toyotomi (豊臣秀吉 / とよとみひでよし) gewährt worden war. Sie galt außerdem als eine von Japans drei größten Wasserburgen.

Im darauffolgenden Jahr begann Ikoma mit dem Bau der Festungsanlage, bei der offensichtlich nur spekuliert werden kann, wer für deren Architektur verantwortlich zeichnete (Takatora Todo, Yoshitaka Kuroda oder Tadaoki Hosokawa stehen zur Auswahl). Takamatsu blieb für 54 Jahre unter der Regentschaft der Ikoma, bis diese nach Yajima in der Provinz Dewa (出羽国 / でわのくに) (in der heutigen Präfektur Akita / 秋田県 / あきたけん) versetzt wurden. 1642 übernahm Yorishige Matsudaira (松平頼重 / まつだいらよりしげ) die Burg mit einem jährlichen Einkommen von 120.000 koku (1 koku entspricht in etwa 180 Litern Reis, bzw. ursprünglich einmal knapp 280 Liter – die Menge Reis, die als ausreichend angesehen wurde, einen Menschen für ein Jahr zu ernähren) – 12 mal mehr, als die Ikoma in Yajima bekamen. Von da an blieb die Burg für 228 Jahre im Besitz der Matsudaira bis zum zweiten Jahr der Meiji-Restauration (1869).

1644 hatte Yorishige Matsudaira eine Renovierung angemahnt, 1670 war auch der Hauptturms der Burg (天守閣 / てんしゅかく) erneuert. Nach 1671 wurde begonnen, den östlichen Teil der Festungsanlage (東の丸 / ひがしのまる) und den nördlichen Teil der Befestigungsanlage (北の丸 / きたのまる) neu zu errichten und schließlich von der zweiten Generation der Matsudaira, von Yoritsune Matsudaira fertiggestellt. Bei der Gelegenheit wurde auch das Haupttor vom Süden in den Südwesten verlegt und der Palast, der sowohl Regierungssitz als auch Residenz war, im San-no maru errichtet.

Die Burg von Takamatsu (高松城)

Die Burg von Takamatsu (高松城)

In der Edozeit war die Burg von drei Wassergräben umgeben (die die Anlage an drei Seiten schützten – die Nordflanke der Burg grenzte direkt an die See – das ist heute nicht mehr der Fall, da im Norden der Burg schon in der Meiji-Zeit Land aufgeschüttet wurde; heute wird das Wasser für die Gräben unter der Straße hindurch zugeführt), und das komplette Areal der Festung belief sich auf 660.000 Quadratmeter. In der frühen Meiji-Zeit wurde der äußere Graben zugeschüttet. Und als die Gegend mehr und mehr dem urbanen Lebensraum zugeführt wurde, wurde auch der mittlere Graben nach und nach geschlossen. So bleiben vom ehemaligen Burgareal heute nur noch 80.000 Quadratmeter übrig. Die Burg gehört seit 1954 der Stadt Takamatsu und wurde 1955 als nationaler historischer Ort anerkannt.

Interessant ist vielleicht noch, dass der Honmaru (本丸 / ほんまる) (der Bergfried der Burg) nur über die hölzerne Saya-Brücke (鞘橋 / さやばし) zu erreichen ist – und auch in alten Tagen war. Man hätte also nur die Brücke opfern müssen und hätte sich im Bergfried unangreifbar gemacht. Die ursprünglich nicht überdachte Brücke muss irgendwann vor 1823 ein Dach erhalten haben. Außerdem sagt man, dass die alte Saya-Brücke 1884 durch eine neue ersetzt wurde, als man die Burg schleifte – seither ruht die Brücke auf Steinpfeilern (früher Holzpfeilern). 1971 wurde die Brücke, die inzwischen stark verwittert war, ersetzt – und das geschah teilweise nach 2006 auch noch einmal, als die Festungsmauern des Bergfrieds abgetragen und erneuert wurden. Seit 2011 ist diese Grundmauer wieder in neuwertiger Schönheit zu sehen.

Lage der Burg:

Öffnungszeiten:

April und Mai: 5:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Juni bis August: 5:30 Uhr bis 19 Uhr
September: 5:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Oktober: 6 Uhr bis 17.:30 Uhr
November: 6:30 Uhr bis 17 Uhr
Dezember und Januar: 7 Uhr bis 17 Uhr
Februar: 7 Uhr bis 17:30 Uhr
März: 6:30 Uhr bis 18 Uhr

(Bitte beachten Sie, dass das Osttor von April bis September von 7 Uhr bis 18 Uhr und von Oktober bis März von 8:30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet ist.)

Eintrittsgeld:

Erwachsene (ab 16 Jahren): 200 Yen
(Gruppen von 20 und mehr Personen: 140 Yen)
Kinder (6 bis 16 Jahre): 100 Yen
(Gruppen von 20 und mehr Personen: 70 Yen)
Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt.

Jahreskarten (Erwachsene, ab 16 Jahren): 1.200 Yen
Jahreskarten (Kinder, 6 bis 16 Jahre): 600 Yen

Von der Burg von Takamatsu sind es glücklicherweise nur ein paar Minuten mit der Bahn bis zu einem der größten Highlights dieser Region, dem Ritsurin Kōen (栗林公園 / りつりんこうえん) – von der gleichnamigen Bahnstation läuft man keine 10 Minuten.

Ritsurin Kōen (栗林公園)

Takamatsu – Ritsurin Kōen (高松・栗林公園)

Der Ritsurin Park (wörtlich übersetzt: Kastanienwäldchen-Park), der unter den als besonderes Kulturdenkmal des Landes ausgezeichneten Landschaftsgärten die größte Fläche besitzt (750.000 qm), kombiniert auf raffinierte Weise sechs Teiche mit 13 künstlich angelegten Bergen im Hintergrund. Als Anlage diente seit der frühen Edo-Zeit den Feudalherrschern zum Spazieren und Genießen unterschiedlicher Szenerien. Kein Wunder also, dass der Ritsurin Kōen mit seiner geschickten Flächennutzung und seinen Pflanzen- und Steinarrangements durch eine besondere Eleganz besticht.

Takamatsu – Ritsurin Kōen (高松・栗林公園)

Er ist reich an Landschaftsbildern, die sich der jeweiligen Jahreszeit anpassen – wie z.B. der Pflaumen- und Kirschblüte im Frühling, der Schwertlinien und Lotos im Sommer, dem Ahorn im Herbst und den Kamelien im Winter. Die hier blühenden Blumen bringen die abwechslungsreiche Schönheit, die auch als „mit jedem Schritt einen neue Landschaft“ bezeichnet wird, noch mehr zur Geltung.

Es wird angenommen, dass die Entstehung des Parks in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit der Anlage eines Gartens im südwestlichen Teil (in der Nähe von Shōfuda) durch die ansässige, einflussreiche Familie Satō begann . Anschließend erfolgte um das Jahr 1625 die Gestaltung des Bereiches um den südlichen See (南湖 / なんこ) (der auch heute noch den wahrscheinlich eindrucksvollsten Teil des ganzen Gartens ausmacht) durch den Feudalherrn von Sanuki (讃岐国 / さぬきのくに), Takatoshi Ikoma (生駒高俊 / いこまたかとし) und wurde im Jahre 1642 von dem neu ernannten Feudalherrscher Yorishige Matsudaira (松平頼重 / まつだいらよりしげ) (einem älteren Bruder von Mitsukuni Tokugawa / 徳川光圀 / とくがわみつくに) weitergeführt. Die Namen sind Ihnen ja von der weiter oben beschriebenen Burg schon bekannt.

In den folgenden 100 Jahren, bis zum fünften Herrscher aus dem Geschlecht der Matsudaira (Yoritaka Matsudaira / 松平頼恭 / まつだいら よりたか), nahmen die Machthaber wiederholt Ausbesserungsarbeiten vor und führten den Park 1745 zu seiner Vollendung. Der Park wurde über einen Zeitraum von 228 Jahren und elf Generationen hinweg bis zur Meji-Restauration von Matsudaira-Herrschern als Nebenresidenz genutzt.

1871 wurde das Lehen Takamatsu abgeschafft, und der Park ging in den Besitz der neu gebildeten Regierung über. Am 16. März 1875 wurde der Park als Präfekturbesitz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und besteht in dieser Form bis heute.

D.h. man hat schon seine Zweifel an dem „seit 1875 bis heute“, denn der ganze Park ist in einem dermaßen peinlich sauberen Zustand, dass man eher den Eindruck gewinnen könnte, er sei gestern erst erschaffen worden.

Takamatsu – Ritsurin Kōen – Hokko (高松・栗林公園・北湖)

Wie oben erwähnt, zählt der Garten zu den „Orten besonderer landschaftlicher Schönheit Japans (日本の特別名勝 / にほんのとくべつめいしょう) – seit 1953.

Wie man hinkommt:

Mit der Kotohira-Linie (琴平線 / ことひらせん) der Takamatsukotohira Eisenbahn (高松琴平電気鉄道 / たかまつことひらでんてつどう) – etwas „griffiger“ auch „Kotoden Kotohira-Linie“ (琴電琴平線 ことでんことひらせん) genannt – z.B. von der Station Takamatsu-Chikkō (高松築港駅 / たかまつちっこうえき) (direkt neben der Burg von Takamatsu) drei Stationen nach Ritsurin Kōen (栗林公園 / りつりんこうえん).

Takamatsu – Ritsurin Kōen – Touristenbüro (高松・栗林公園)

Öffnungszeiten:

Täglich geöffnet

Dezember und Januar: 7 Uhr bis 17 Uhr
Februar: 7 Uhr bis 17:30 Uhr
März: 6:30 Uhr bis 18 Uhr
April, Mai, September: 5:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Juni, Juli, August: 5:30 Uhr bis 19 Uhr
Oktober: 6 Uhr bis 17:30 Uhr
November: 6:30 Uhr bis 17 Uhr

Eintrittsgeld:

Erwachsene: ¥410/adult (bei Gruppen von 20 oder mehr Personen: ¥320)
Kinder: ¥170 (bei Gruppen von 20 oder mehr Personen: ¥140)
Mehrfachkarten: ¥4.100 für 11 Eintrittskarten
Jahreskarte: ¥2.570 (pro Person)
Jahreskarte: ¥5.140 (für max. drei Personen)

Freier Eintritt: 1. Januar (Neujahrstag), 16. März (Eröffnungs-Jahrestag)

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise


Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)

23. September 2017

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
Kurashiki (倉敷)
Zentsū-ji (善通寺)
Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Takamatsu (高松)

Am Morgen des dritten Reisetages erreichten wir Takamatsu (高松 / たかまつ), in der Präfektur Kagawa (香川県 / かがわけん), ebenfalls auf Shikoku gelegen. Die Hafenstadt ist mit über 400.000 Einwohnern die zweitgrößte auf Shikoku. Eine ihrer Hauptsehenswürdigkeiten ist – neben dem Hafen selbst – die Burgruine direkt daneben. Auf diese komme ich im nächsten Artikel noch zu sprechen. Bis zur Fertigstellung der Großen Seto-Brücke (瀬戸大橋 / せとおおはし) (von ihr wird weiter unten noch die Rede sein), die heute Takamatsu auf Shikoku mit der Präfektur Okayama (岡山県 / おかやまけん) auf der Hauptinsel Honshū (本州 / ほんしゅう) verbindet, war Takamatsu einer der wichtigen Fährhäfen zur Verbindung der beiden Landesteile. Völlig zurecht noch berühmter ist allerdings der Landschaftsgarten Ritsurin Kōen (栗林公園 / りつりんこうえん), der von meiner Berichterstattung auch nicht verschont bleiben soll.

Weil es hier ja in erster Linie um eine Kreuzfahrt mit der Asuka II geht, zunächst noch einmal ein paar Ansichten des im Hafen von Takamatsu eben doch etwas „malerischer“ liegenden Schiffes:

Mit einem gemieteten Wagen ging’s am Tag der Ankunft in Takamatsu zunächst einmal über die Große Seto-Brücke / Seto Ōhashi (瀬戸大橋 / せとおおはし) hinüber auf die japanische Hauptinsel Honshu, wo das malerische Kurashiki (倉敷 / くらしき) unser Ziel war. Aber beim Überqueren dieser Brücke, ist der Weg natürlich schon ein Teil des Ziels.

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Die Seto Ōhashi gehört mit einer Gesamtlänge von 13,1 km zu den beeindruckendsten des Landes. Man hat insgesamt 10 Jahre an dem gesamten Brückenkomplex gearbeitet (von 1978 bis 1988). Auf der Fahrt von der Präfektur Kagawa zur Präfektur Okayama befährt man folgende Brückenteile nacheinander:

Bannosu-Viadukt (番の州高架橋 / ばんのすこうかきょう)
Ein eher plump wirkendes Viadukt von 2.939 Metern Länge

Minami Bisan Seto-Brücke (南備讃瀬戸大橋 / みなみびさんせとおおはし)
Mit einer Gesamtlänge von 1.723 Meter und einer Spannweite von 1.100 Metern war sie von ihrer Eröffnung bis 1997 die fünftgrößte Hängebrücke der Welt. Sie bietet mit einer Duchfahrthöhe von 65 Metern auch größeren Schiffen Durchlass.

Kita Bisan Seto-Brücke (北備讃瀬戸大橋 / きたびさんせとおおはし)
Sie ist sozusagen die „kleine Schwester“ der zuvor befahrenen Hängebrücke und bringt es immerhin auf eine Gesamtlänge von 1.611 Metern bei einer Spannweite von 990 Meter (deswegen war sie bei ihrer Eröffnung auch „nur“ die elfgrößte Hängebrücke der Welt) – auch sie bietet eine Durchfahrthöhe von 65 Metern.

Yoshima-Viadukt (与島高架橋 / よしまこうかきょう)
Dieses wiederum etwas unansehnlichere Beton-Verbindungsstück mit einer Länge von 717 Metern führt über die gleichnamige Insel.

Yoshima Brücke (与島橋 / よしまばし)
Diese Stahlfachwerkbrücke führt zu der größten der von dem Brückenkomplex überquerten Inseln, Yoshima (与島 / よしま). Mit einer Länge von 877 Metern und eine Spannweite von 245 Metern gehört sie zu den „kleineren“. Allerdings befindet sich hier auch eine Abfahrt zu der auf Yoshima angelegten Raststätte, die wirklich atemberaubende Blicke auf die Brücke bietet.

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Iwakurojima-Brücke (岩黒島橋 / いわくろじまばし)
Mit einer Gesamtlänge von 792 Metern und einer Spannweite von 420 Meter, ist diese Schrägseilbrücke so etwas wie die Zwillingsschwester der sich weiter nördlich anschließenden Hitsuishijima Brücke. Bevor man diese erreicht, geht die Fahrt aber über das

Iwakurojima-Viadukt (岩黒島高架橋 / いわくろじまこうかきょう)
Mit seinen 93 Metern Länge ist es das Verbindungsstück zur

Hitsuishijima-Brücke (櫃石島橋 / ひついしじまばし)
Sie ähnelt der Iwakurojima-Brücke, wie erwähnt, wie ein Ei dem anderen.

Hitsuishijima-Viadukt (櫃石島高架橋 / ひついしじまこうかきょう)
Dieses Viadukt ist das zweitlängste des Brückenensembles mit einer Länge von 1.316 Metern.

Shimotsui-Seto-Brücke (下津井瀬戸大橋 / しもついせとおおはし)
Diese eindrucksvolle Hängebrücke mit einer Spannweite von 940 Metern und einer Gesamtlänge von 1.447 Metern stellt schließlich die Verbindung zum Festland Honshūs her. Da ihre Durchfahrthöhe „nur“ 31 Meter beträgt, ist sie für größere Schiffe nicht passierbar.

Lage der Seto Ōhashi:

Kurashiki (倉敷)

Auf so schnelle und komfortable Weise auf japanisches Festland gelangt, war es nicht mehr weit bis zum nächsten Etappenziel, der Stadt Kurashiki (倉敷 / くらしき) in der Präfektur Okayama (岡山県 / おかやまけん). Kurashiki ist nicht nur die Heimat von etwa einer halben Million Einwohner, sondern auch ein Touristenmagnet der besonderen Art. Hier haben sich während der Heian-Zeit (794 bis 1185) die Clans der Taira (平 / たいら) – auch bekannt als „Heike“ (平家 / へいけ) und der Minamoto (源 / いなもと) – bekannt auch als „Genji“ (源氏 / げんじ) – heftige Scharmützel geliefert. In der Edo-Zeit (1603-1868) unterstand die Gegend der direkten Kontrolle durch das Shōgunat.

Am bekanntesten ist Kurashiki aber für seine hervorragend erhaltenen Gebäude im Kura (倉 / くら) (Lagerhaus)-Stil aus dem 17. Jahrhundert im Bikan-Viertel (美観地区 / びかんちく) (wörtlich übersetzt: ästetisches Gebiet) der Stadt. Hier hat man schon vor Jahren dafür gesorgt, dass der historische Eindruck nicht durch die andernorts in Japan noch so zahlreich anzutreffenden oberirdischen Versorgungsleitungen verschandelt wird. Die alten, hölzernen Kura entlang eines Kanals sind weiß getüncht und teilweise mit schwarzen Kacheln versehen.

Hier findet der Kunstkenner auch Japans erstes Museum für westliche Kunst, das 1930 von Magosaburō Ōhara (大原 孫三郎 / おおはら まごさぶろう) eröffnete Ōhara Kunstmuseum (大原美術館 / おおはらびじゅつかん), dessen neoklassisches Gebäude im Innern mit Gemälden von El Greco, Monet, Matisse, Gauguin und Renoir ebenso punkten kann, wie mit zeitgenössischer asiatischer Kunst.
Wenn in Kurashiki die Touristenströme (einheimische ebenso wie solche aus Übersee) ganz besonders massiv auftreten, ist das wohl auch dem Umstand zu verdanken, dass es in Japan nicht mehr allzu viele alte Stadtkerne mit traditioneller Bebauung zu sehen gibt.

Lage des touristisch interessanten Teils Kurashikis:

Zurück auf Shikoku lag es nahe, einem weiteren, besonders geschichtsträchtigen Ort eine Aufwartung zu machen – Zentsūji (善通寺 / ぜんつうじ) in der Präfektur Kagawa (香川県 / かがわけん).

Zentsū-ji (善通寺)

Der kleine Ort mit ca. 40.000 Einwohnern wurde nach dem hier befindlichen, gleichnamigen buddhistischen Tempel benannt. Der Zentsū-ji (善通寺 / ぜんつうじ) ist nicht nur eine beeindruckende, weitläufige Tempelanlage, sondern auch der 75. von insgesamt 88 Tempeln des Shikoku-Pilgerweges (四国八十八箇所 / しこくはちじゅうはっかしょ). Aber damit nicht genug der historisch-religiösen Bedeutung! Hier befindet sich auch der Geburtsort des großen japanischen Religionsstifters, Kōbō Daishi (弘法大師 / こうぼうだいし) (eigentlich hieß er Kūkai / 空海 / くうかい) – dem Begründer des Shingon-Buddhismus (真言宗 / しんごんしゅう), der „Schule des wahren Wortes“.
Es existieren mehrere Variationen der Entstehungsgeschichte des Tempels. Das deutsche Wikipedia will uns z.B. glauben machen, dass Kōbō Daishi den Tempel um das Jahr 900 errichtet (als er schon seit fast 50 Jahren tot war!) hat, um darin seine Familie zu ehren. Die englische Ausgabe von Wikipedia schreibt den Tempel dem Vater Kōbō Daishis zu, der ihn im Jahre 813 errichtet haben soll.
Die Webseite des Tempels selbst spricht davon, dass es Kōbō Daishi selbst war, der von 807 bis 813 den Tempel gebaut und nach seinem Vater benannt hat. Gehen wir also einmal davon aus, dass der Tempel selbst am besten wissen wird, wie es um seine Entstehungsgeschichte bestellt ist.

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Jedenfalls dehnt sich die Tempelanlage über ein Areal von 45.000 Quadratmetern, aufgeteilt in ein östliches und ein westliches Gelände aus. Höhepunkt der Anlage (wenngleich historisch nicht das wichtigste Gebäude) ist natürlich die 45 Meter hohe, fünfstöckige Pagode, ein wichtiges Kulturgut Japans, bei deren Entstehungsgeschichte sich die öffentlich zugänglichen Quellen auch nicht so recht festlegen mögen.

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Besonders Wikipedia ist sich ganz offensichtlich nicht so ganz sicher, von welchen (falschen) Quellen es abschreiben soll: In der englischen Ausgabe spricht von von einer Wiederrichtung im Jahre 1884 (was dann auch in Baskisch und Französisch nachgeplappert wird), im Deutschen ist von einem kaiserlichen Erlass aus dem Jahre 1845 die Rede, der schließlich zur Fertigstellung im Jahre 1902 führte, und das japanische Wikipedia macht’s konsequent: Beginn der Konstruktionsarbeiten im Jahr 1854, Fertigstellung 1902 – gleichzeitig aber „Rekonstruktion“ im Jahr 1884 – suchen Sie sich ein Datum aus, das Ihnen am besten gefällt; der Tempel selbst behauptet jedenfalls, die Pagode sei von 1845 bis 1902 wiedererrichtet worden, nachdem sie, wie viele der maßgeblichen Tempelgebäude bei einem Großbrand im Jahre 1558 vernichtet worden waren.

Lage des Zentsū-ji:

Öffnungszeiten:

Das Tempelgelände ist jeden Tag geöffnet.
Die Haupthalle kann täglich von 7 Uhr bis 17 Uhr besucht werden.

Der Zutritt zum Tempelgelände ist frei.

Tagesabschluss: Dondon Großfeuerwerk

Zum Abschluss des dritten Tages der Kreuzfahrt gab es im Hafen von Takamatsu das „52. Sanuki Takamatsu Festival Dondon-Großfeuerwerk“ (第52回さぬき高松祭り花火大会どんどん高松 / だい52さぬきたかまたすまつりはなびたいかいどんどんたかまつ) am Hafen von Takamatsu zu bestaunen. In diesem Jahre sind angeblich 8.888 Feuerwerkskörper auf überaus effektvolle Art und Weise in den nächtlichen Himmel geschossen worden – und wir hatten sozusagen einen Logenplatz auf dem Balkon des Schiffes. Es werden wohl auch wieder an die 300.000 Zuschauer gewesen sein, die sich hierzu, wie im vergangenen Jahr zu diesem Spektakel am Strand und Hafenpark Takamatsus eingefunden hatten.

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise


Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘)

10. August 2017

The Sahara, in the middle of Japan?

Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘)

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

Sand, as far as the eye can see – high dunes – azure skies – deep blue sea. These are the ingredients that, mixed together in the right proportion, make a place that you may imagine in many places around the world. But – most likely – not in Japan.

Well, I’ve told you some months ago that there is a lot to be seen in Tottori prefecture (鳥取県 / とっとりけん) – things that one might not expect in this rather remote part of the country (check the links at the end of this posting). The Sand Dunes of Tottori (鳥取砂丘 / とっとりさきゅう) are certainly among those surprising places, even though they were already mentioned in the posting for the nearby Sand Museum of Tottori (砂の美術館 / すなのびじゅつかん).

Tottori SandDunes (鳥取砂丘) – Entrace area

But talking about them and seeing them in nature are things that are worlds apart – or, as in this case, separated be the most impressive sand dunes Japan has to offer. The sheer size of the area is remarkable: 16 km from west to east and more than 2 km from south to north. However, to conclude that there is uninterrupted landscape of dunes of more than 30 square kilometres, would cut the story a bit too short. Until the end of World War II the area that was covered by sand was about double as large as it is today. And there is a simple reason for it: It became inevitable to focus more on an agricultural use of the scarce land, hence also the dunes were, step by step, transformed in to farmland. Even parts of Tottori’s largest city, its capital Tottori City (鳥取市 / とっとりし) have been built on grounds that originally belonged to the sand dunes.

Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘)

Actually, what is called “Tottori Sand Dunes” nowadays, is (more or less) a rather small part of the geological system, it’s “just” the “Hamasaka Dune” (浜坂砂丘 / はまさかさきゅう), which, by itself, has the breathtaking latitude of 545 hectare (i.e. 5.45 sqkm). And this part of the Tottori Sand Dunes also includes the most colossal dunes of them all, which is called “horse’s back” (馬の背 / うまのせ). That is exactly the place, where most of the visitors trudge through the sands.

Partially surrounded by the dune is the so called “Oasis” (オアシス), an area of about 5430 sqm that also includes a lake (or rather a puddle). Its waters are usually about 1.4 metres deep. Differences in height are up to 90 meters in the complete expanse of the dunes. So, don’t be fooled by the diminutive size of these pictures. The actual landscape is by far more impressive!

But where do all those masses of sand come from, that don’t seem to belong to this part of the world? Well, one could just say: The sand had lots of time to accumulate. About 100,000 years, to be precise. It all began with the fact that 100,000 years ago in the region of the city of Tottori the sea level was quite some metres higher than today, forming a large bay where lots of sediments accumulated. During the Ice Age, when the sea levels sank dramatically, those sediments emerged as sandy islands in the sea. On those islands wind-borne sand settled down. The numerous active volcanoes of the region, first of all the nearby Daisen (大山 / だいせん) contributed largely to that process by adding lots of volcanic ashes.

After the Ice Age sea levels rose again, old dunes vanished into the sea, but also new masses of sand accumulated right in this area – among others, washed up be the nearby Sendai river (千代川 / せんだいがわ). When sea levels began to sink again, the old dunes and the new ones merged – and since then the landscape has remained in a state of constant change. The dunes became larger and larger. However, due to reforestation and river regulation the natural supply of sand has been interrupted. In our days the dunes are no longer growing.

As untouched as the sand landscape may look like, it keeps on being threatened by various influences. In the 70s of the last century plants not indigenous to the region kept spreading. These plants were about to harm the natural movement dunes have to have. Hence, in the 80s those plants were eradicated by using herbicides. But before long it was realised that herbicides are not the solution for natural environments. Since 2004 every year thousands of volunteers are engaged in weeding – and also in cleaning the dunes from the trash visitors left behind. That may the price Tottori’s prime tourist attaction has to pay – already a few years ago about two million visitors were counted every year.

Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘)

All those who need more than just “desert feeling” may find some further attraction (at least during the main season) by riding a camel (1,300 Yen per person for a short ride) or by riding on a horse-drawn buggy. As far as the other activities that are being offered here are concerned (paragliding, sandboarding), it shall be everybody’s own decision, whether a wonder of nature requires some further thrill or not.

How to get there:

Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘) – Layout

At Tottori station’s bus terminal you can take e.g. the “Loop Kirinjishi Bus” or a Bus of the “Sakyū-Linie” from bus stop “0”. It takes about 20 to 25 minutes from the station to the dunes.

For taxis to the sand dunes, you have to expect about 2,000 to 2,500 yen per route.

Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘) – Parking Area / Entrance

Google-Maps:

The song for the dunes:

Kaori Mizumori (水森かおり / みずもりかおり) and her big hit “Tottori Sakyū” (Tottori Sand Dunes) (鳥取砂丘):

Other places in Tottori you should not miss:

Kotoura-chō (琴浦町)
– Stucco plasterers of the world – watch out!

Kurayoshi (倉吉)
– The town of white walls and red roofs

Tottori Sand Museum (砂の美術館)
-Travel Around the World in Sand

Tottori: Wakasa (鳥取・若桜)
– A gem, hidden in the mountains

Tottori Folk Crafts Museum (鳥取民芸美術館)
– Have a look and be amazed – thanks to Shōya Yoshida


Sanddünen von Tottori (鳥取砂丘)

9. August 2017

Die Sahara, mitten in Japan?

Tottori Sanddünen (鳥取砂丘)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Sand, soweit das Auge reicht – hoch aufgetürmte Dünen – azurblauer Himmel – tiefblaues Meer. Das sind in etwa die Zutaten, die – richtig gemischt – einen Ort ergeben, den man sich an vielen Orten dieser Welt vorstellen könnte. Aber ganz gewiss nicht in Japan.

Dass es in der Präfektur Tottori (鳥取県 / とっとりけん) einiges zu sehen gibt, was man in dieser etwas entlegeneren Weltgegend nicht vermuten würde, hatte ich vor ein paar Monaten schon angekündigt (weiterführende Links siehe am Ende dieses Artikels). Die Dünen von Tottori (鳥取砂丘 / とっとりさきゅう) gehören ganz bestimmt dazu. Und im Zusammenhang mit dem Sand-Museum von Tottori (砂の美術館 / すなのびじゅつかん) hatte ich ja auch schon auf sie hingewiesen.

Tottori Sanddünen (鳥取砂丘) – Eingangsbereich

Aber, sie zu erwähnen und sie in natura zu sehen – dazwischen liegen Welten, oder, wie in diesem Fall: die beeindruckendsten Sanddünen, die Japan kennt. Schon allein ihre flächenmäßige Ausdehnung ist beachtlich: 16 km von Westen nach Osten und gut 2 km von Süden nach Norden. Von diesen Abmessungen gleich auf eine Dünenlandschaft von über 30 Quadratkilometern zu schließen, griffe allerdings zu kurz. Die ursprünglich wesentlich ausgedehnteren unberührten Sandlandschaften, die bis kurz nach dem 2. Weltkrieg noch mehr als doppelt so weitläufig waren wie heute, wurden im Zuge des Zwangs, den Boden anderweitig zu nutzen, zum allergrößten Teil in Acker- und Weideland umgewandelt. Teile der größten Stadt der Präfektur, ihrer Hauptstadt Tottori (鳥取市 / とっとりし) sind auf ehemaligem Dünengrund gebaut.

Tottori Sanddünen (鳥取砂丘)

Im Grunde ist der Teil des Dünensystems, der heute als „Tottori-Düne“ bekannt ist, die „Hamasaka-Düne“ (浜坂砂丘 / はまさかさきゅう), die es immerhin auf eine atemberaubende Ausdehnung von 545 Hektar (lies und sprich: 5,45 qkm) bringt. Teil dieses Abschnitts ist die gewaltigste Düne des gesamten Gebietes, die Pferderücken-(馬の背 / うまのせ)-Düne. Und hier ist es auch, wo die Touristen staunenden Auges durch den Sand stapfen. Teilweise umschlossen von dieser Düne wird die sogenannte oder auch „Oasis“ (オアシス), die sich über 5430 qm ausdehnt und deren See üblicherweise mehr als 1,40 Meter tief ist. Höhenunterschiede im Dünenbereich betragen übrigens bis zu 90 Metern. Lassen Sie sich von der Mickrigkeit der Bilder hier nicht in die Irre leiten: Der Anblick ist in natura um Klassen eindrucksvoller!

Aber woher kommen diese ganzen Sandmassen, die sich hier wie ein regelrechter Fremdkörper ausnehmen? Nun, man könnte es kurz fassen: Der Sand hatte Zeit, sich hier niederzulassen. Genau genommen 100.000 Jahre. Das begann damit, dass vor 100.000 Jahren der Meeresspiegel einige Meter höher war als heute, die Gegend um die Stadt Tottori eine Bucht war und sich dort Sedimente abgelagert haben. Als der Meeresspiegel während der Eiszeit dramatisch sank, tauchten diese Sedimente als Sandinseln aus dem Meer auf. Auf ihnen sammelte sich Flugsand. Und die zahlreichen Vulkane der Region – allen voran der Daisen (大山 / だいせん), im Süden der Präfektur gelegen – trugen ihr Scherflein durch reichlich Vulkanasche bei. Nach der Eiszeit stieg der Meeresspiegel erneut an, die alten Dünen versanken mehr und mehr, allerdings wurden in dieser Region auch neue Sandmassen – u.a. auch vom nahegelegenen Fluss Sendai (千代川 / せんだいがわ) – angeschwemmt. Als die Meeresspiegel wieder sanken, vereinigten sich die alten Dünen mit neuen Dünen – die Landschaft blieb einer ständigen Veränderung unterworfen, die Dünen wurden dabei immer gewaltiger. Allerdings wurde in den letzten Jahren, bedingt durch Wiederaufforstung und Flussregulierungen, der natürliche Nachschub an Sand unterbrochen, weshalb die Dünen heute nicht mehr wachsen.

Die so unantastbar aussehende Sandlandschaft wird aber auch von anderen Einflüssen bedroht. So kam es in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vermehrt zu einer Ausbreitung ursprünglich nicht zur Dünenlandschaft gehörender Pflanzen, die die natürlich Bewegungen des Sandes bedrohten. Wurde in den 80er Jahren noch rüde mit Unkrautvernichter dagegen vorgegangen, hat sich inzwischen die Einsicht Bahn gebrochen, dass auch hierauf kein Segen liegt. Seit 2004 wird von Freiwilligen Unkraut von Hand gejätet – ebenso regelmäßig sorgen Freiwillige dafür, dass die Dünnen von den Hinterlassenschaften ihrer Besucher befreit werden. Denn natürlich sind die Dünen von Tottori ein Touristenmagnet – es sind inzwischen wohl mehr als die vor ein paar Jahren gezählten zwei Millionen Besucher, die alljährlich der Faszination dieser Landschaft erliegen.

Tottori Sanddünen (鳥取砂丘)

Wem das Wüsten-Feeling noch nicht stark genug ist, bekommt zumindest während der Hauptreisezeiten vielleicht bei einem Ausritt mit den hier gehaltenen Kamelen sein Quantum voll (pro Person 1.300 Yen für einen kurzen Ritt). Außerdem kann man mit Pferdewagen durch die Dünen fahren. Die weiteren Aktivitäten (Paragliding und Sandboarding) seien hier nur erwähnt – das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er ein einmaliges Naturerlebnis durch zusätzlichen Nervenkitzel verstärken möchte oder nicht.

Wie man hinkommt:

Tottori Sanddünen (鳥取砂丘) – Lageplan

Am Bahnhof von Tottori können Sie vom Busterminal z.B. den „Loop Kirinjishi Bus“ oder einen Bus der „Sakyū-Linie“ von Bussteig „0“ nehmen. Die Fahrten dauern ca. 20 bis 25 Minuten.

Für Taxifahrten zu den Sand-Dünen müssen Sie mit ca. 2.000 bis 2.500 Yen pro Strecke rechnen.

Tottori Sanddünen (鳥取砂丘) – Parkplatz/Eingang

Google-Maps:

Das Lied zur Düne:

Kaori Mizumori (水森かおり / みずもりかおり) mit ihrem großen Hit “Tottori Sakyû” (Tottori Düne) (鳥取砂丘):

Andere Orte, die Sie in Tottori nicht verpassen sollten:

Tottori Sand-Museum (砂の美術館)
– Eine Weltreise in Sand

Tottori Volkskunst-Museum (鳥取民芸美術館)
– Schauen und Staunen dank Shōya Yoshida

Tottori: Wakasa (鳥取・若桜)
– Schmuckstück, versteckt in den Bergen

Kurayoshi (倉吉)
– Die Stadt der weißen Mauern und roten Dächer

Kotoura-chō (琴浦町)
– Bayerische Stuckmeister, aufgepasst!