Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)

23. September 2017

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
Kurashiki (倉敷)
Zentsū-ji (善通寺)
Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Takamatsu (高松)

Am Morgen des dritten Reisetages erreichten wir Takamatsu (高松 / たかまつ), in der Präfektur Kagawa (香川県 / かがわけん), ebenfalls auf Shikoku gelegen. Die Hafenstadt ist mit über 400.000 Einwohnern die zweitgrößte auf Shikoku. Eine ihrer Hauptsehenswürdigkeiten ist – neben dem Hafen selbst – die Burgruine direkt daneben. Auf diese komme ich im nächsten Artikel noch zu sprechen. Bis zur Fertigstellung der Großen Seto-Brücke (瀬戸大橋 / せとおおはし) (von ihr wird weiter unten noch die Rede sein), die heute Takamatsu auf Shikoku mit der Präfektur Okayama (岡山県 / おかやまけん) auf der Hauptinsel Honshū (本州 / ほんしゅう) verbindet, war Takamatsu einer der wichtigen Fährhäfen zur Verbindung der beiden Landesteile. Völlig zurecht noch berühmter ist allerdings der Landschaftsgarten Ritsurin Kōen (栗林公園 / りつりんこうえん), der von meiner Berichterstattung auch nicht verschont bleiben soll.

Weil es hier ja in erster Linie um eine Kreuzfahrt mit der Asuka II geht, zunächst noch einmal ein paar Ansichten des im Hafen von Takamatsu eben doch etwas „malerischer“ liegenden Schiffes:

Mit einem gemieteten Wagen ging’s am Tag der Ankunft in Takamatsu zunächst einmal über die Große Seto-Brücke / Seto Ōhashi (瀬戸大橋 / せとおおはし) hinüber auf die japanische Hauptinsel Honshu, wo das malerische Kurashiki (倉敷 / くらしき) unser Ziel war. Aber beim Überqueren dieser Brücke, ist der Weg natürlich schon ein Teil des Ziels.

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Die Seto Ōhashi gehört mit einer Gesamtlänge von 13,1 km zu den beeindruckendsten des Landes. Man hat insgesamt 10 Jahre an dem gesamten Brückenkomplex gearbeitet (von 1978 bis 1988). Auf der Fahrt von der Präfektur Kagawa zur Präfektur Okayama befährt man folgende Brückenteile nacheinander:

Bannosu-Viadukt (番の州高架橋 / ばんのすこうかきょう)
Ein eher plump wirkendes Viadukt von 2.939 Metern Länge

Minami Bisan Seto-Brücke (南備讃瀬戸大橋 / みなみびさんせとおおはし)
Mit einer Gesamtlänge von 1.723 Meter und einer Spannweite von 1.100 Metern war sie von ihrer Eröffnung bis 1997 die fünftgrößte Hängebrücke der Welt. Sie bietet mit einer Duchfahrthöhe von 65 Metern auch größeren Schiffen Durchlass.

Kita Bisan Seto-Brücke (北備讃瀬戸大橋 / きたびさんせとおおはし)
Sie ist sozusagen die „kleine Schwester“ der zuvor befahrenen Hängebrücke und bringt es immerhin auf eine Gesamtlänge von 1.611 Metern bei einer Spannweite von 990 Meter (deswegen war sie bei ihrer Eröffnung auch „nur“ die elfgrößte Hängebrücke der Welt) – auch sie bietet eine Durchfahrthöhe von 65 Metern.

Yoshima-Viadukt (与島高架橋 / よしまこうかきょう)
Dieses wiederum etwas unansehnlichere Beton-Verbindungsstück mit einer Länge von 717 Metern führt über die gleichnamige Insel.

Yoshima Brücke (与島橋 / よしまばし)
Diese Stahlfachwerkbrücke führt zu der größten der von dem Brückenkomplex überquerten Inseln, Yoshima (与島 / よしま). Mit einer Länge von 877 Metern und eine Spannweite von 245 Metern gehört sie zu den „kleineren“. Allerdings befindet sich hier auch eine Abfahrt zu der auf Yoshima angelegten Raststätte, die wirklich atemberaubende Blicke auf die Brücke bietet.

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Iwakurojima-Brücke (岩黒島橋 / いわくろじまばし)
Mit einer Gesamtlänge von 792 Metern und einer Spannweite von 420 Meter, ist diese Schrägseilbrücke so etwas wie die Zwillingsschwester der sich weiter nördlich anschließenden Hitsuishijima Brücke. Bevor man diese erreicht, geht die Fahrt aber über das

Iwakurojima-Viadukt (岩黒島高架橋 / いわくろじまこうかきょう)
Mit seinen 93 Metern Länge ist es das Verbindungsstück zur

Hitsuishijima-Brücke (櫃石島橋 / ひついしじまばし)
Sie ähnelt der Iwakurojima-Brücke, wie erwähnt, wie ein Ei dem anderen.

Hitsuishijima-Viadukt (櫃石島高架橋 / ひついしじまこうかきょう)
Dieses Viadukt ist das zweitlängste des Brückenensembles mit einer Länge von 1.316 Metern.

Shimotsui-Seto-Brücke (下津井瀬戸大橋 / しもついせとおおはし)
Diese eindrucksvolle Hängebrücke mit einer Spannweite von 940 Metern und einer Gesamtlänge von 1.447 Metern stellt schließlich die Verbindung zum Festland Honshūs her. Da ihre Durchfahrthöhe „nur“ 31 Meter beträgt, ist sie für größere Schiffe nicht passierbar.

Lage der Seto Ōhashi:

Kurashiki (倉敷)

Auf so schnelle und komfortable Weise auf japanisches Festland gelangt, war es nicht mehr weit bis zum nächsten Etappenziel, der Stadt Kurashiki (倉敷 / くらしき) in der Präfektur Okayama (岡山県 / おかやまけん). Kurashiki ist nicht nur die Heimat von etwa einer halben Million Einwohner, sondern auch ein Touristenmagnet der besonderen Art. Hier haben sich während der Heian-Zeit (794 bis 1185) die Clans der Taira (平 / たいら) – auch bekannt als „Heike“ (平家 / へいけ) und der Minamoto (源 / いなもと) – bekannt auch als „Genji“ (源氏 / げんじ) – heftige Scharmützel geliefert. In der Edo-Zeit (1603-1868) unterstand die Gegend der direkten Kontrolle durch das Shōgunat.

Am bekanntesten ist Kurashiki aber für seine hervorragend erhaltenen Gebäude im Kura (倉 / くら) (Lagerhaus)-Stil aus dem 17. Jahrhundert im Bikan-Viertel (美観地区 / びかんちく) (wörtlich übersetzt: ästetisches Gebiet) der Stadt. Hier hat man schon vor Jahren dafür gesorgt, dass der historische Eindruck nicht durch die andernorts in Japan noch so zahlreich anzutreffenden oberirdischen Versorgungsleitungen verschandelt wird. Die alten, hölzernen Kura entlang eines Kanals sind weiß getüncht und teilweise mit schwarzen Kacheln versehen.

Hier findet der Kunstkenner auch Japans erstes Museum für westliche Kunst, das 1930 von Magosaburō Ōhara (大原 孫三郎 / おおはら まごさぶろう) eröffnete Ōhara Kunstmuseum (大原美術館 / おおはらびじゅつかん), dessen neoklassisches Gebäude im Innern mit Gemälden von El Greco, Monet, Matisse, Gauguin und Renoir ebenso punkten kann, wie mit zeitgenössischer asiatischer Kunst.
Wenn in Kurashiki die Touristenströme (einheimische ebenso wie solche aus Übersee) ganz besonders massiv auftreten, ist das wohl auch dem Umstand zu verdanken, dass es in Japan nicht mehr allzu viele alte Stadtkerne mit traditioneller Bebauung zu sehen gibt.

Lage des touristisch interessanten Teils Kurashikis:

Zurück auf Shikoku lag es nahe, einem weiteren, besonders geschichtsträchtigen Ort eine Aufwartung zu machen – Zentsūji (善通寺 / ぜんつうじ) in der Präfektur Kagawa (香川県 / かがわけん).

Zentsū-ji (善通寺)

Der kleine Ort mit ca. 40.000 Einwohnern wurde nach dem hier befindlichen, gleichnamigen buddhistischen Tempel benannt. Der Zentsū-ji (善通寺 / ぜんつうじ) ist nicht nur eine beeindruckende, weitläufige Tempelanlage, sondern auch der 75. von insgesamt 88 Tempeln des Shikoku-Pilgerweges (四国八十八箇所 / しこくはちじゅうはっかしょ). Aber damit nicht genug der historisch-religiösen Bedeutung! Hier befindet sich auch der Geburtsort des großen japanischen Religionsstifters, Kōbō Daishi (弘法大師 / こうぼうだいし) (eigentlich hieß er Kūkai / 空海 / くうかい) – dem Begründer des Shingon-Buddhismus (真言宗 / しんごんしゅう), der „Schule des wahren Wortes“.
Es existieren mehrere Variationen der Entstehungsgeschichte des Tempels. Das deutsche Wikipedia will uns z.B. glauben machen, dass Kōbō Daishi den Tempel um das Jahr 900 errichtet (als er schon seit fast 50 Jahren tot war!) hat, um darin seine Familie zu ehren. Die englische Ausgabe von Wikipedia schreibt den Tempel dem Vater Kōbō Daishis zu, der ihn im Jahre 813 errichtet haben soll.
Die Webseite des Tempels selbst spricht davon, dass es Kōbō Daishi selbst war, der von 807 bis 813 den Tempel gebaut und nach seinem Vater benannt hat. Gehen wir also einmal davon aus, dass der Tempel selbst am besten wissen wird, wie es um seine Entstehungsgeschichte bestellt ist.

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Jedenfalls dehnt sich die Tempelanlage über ein Areal von 45.000 Quadratmetern, aufgeteilt in ein östliches und ein westliches Gelände aus. Höhepunkt der Anlage (wenngleich historisch nicht das wichtigste Gebäude) ist natürlich die 45 Meter hohe, fünfstöckige Pagode, ein wichtiges Kulturgut Japans, bei deren Entstehungsgeschichte sich die öffentlich zugänglichen Quellen auch nicht so recht festlegen mögen.

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Besonders Wikipedia ist sich ganz offensichtlich nicht so ganz sicher, von welchen (falschen) Quellen es abschreiben soll: In der englischen Ausgabe spricht von von einer Wiederrichtung im Jahre 1884 (was dann auch in Baskisch und Französisch nachgeplappert wird), im Deutschen ist von einem kaiserlichen Erlass aus dem Jahre 1845 die Rede, der schließlich zur Fertigstellung im Jahre 1902 führte, und das japanische Wikipedia macht’s konsequent: Beginn der Konstruktionsarbeiten im Jahr 1854, Fertigstellung 1902 – gleichzeitig aber „Rekonstruktion“ im Jahr 1884 – suchen Sie sich ein Datum aus, das Ihnen am besten gefällt; der Tempel selbst behauptet jedenfalls, die Pagode sei von 1845 bis 1902 wiedererrichtet worden, nachdem sie, wie viele der maßgeblichen Tempelgebäude bei einem Großbrand im Jahre 1558 vernichtet worden waren.

Lage des Zentsū-ji:

Öffnungszeiten:

Das Tempelgelände ist jeden Tag geöffnet.
Die Haupthalle kann täglich von 7 Uhr bis 17 Uhr besucht werden.

Der Zutritt zum Tempelgelände ist frei.

Tagesabschluss: Dondon Großfeuerwerk

Zum Abschluss des dritten Tages der Kreuzfahrt gab es im Hafen von Takamatsu das „52. Sanuki Takamatsu Festival Dondon-Großfeuerwerk“ (第52回さぬき高松祭り花火大会どんどん高松 / だい52さぬきたかまたすまつりはなびたいかいどんどんたかまつ) am Hafen von Takamatsu zu bestaunen. In diesem Jahre sind angeblich 8.888 Feuerwerkskörper auf überaus effektvolle Art und Weise in den nächtlichen Himmel geschossen worden – und wir hatten sozusagen einen Logenplatz auf dem Balkon des Schiffes. Es werden wohl auch wieder an die 300.000 Zuschauer gewesen sein, die sich hierzu, wie im vergangenen Jahr zu diesem Spektakel am Strand und Hafenpark Takamatsus eingefunden hatten.

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise

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Beautiful Women at the Yamatane Museum of Art (山種美術館)

3. September 2017

Shōen Uemura and Quintessential “Bijinga” – Paintings of Beautiful Women

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

In spring this year, I drew your attention to a special exhibition of the colourful world of flowers and blossoms at the Yamatane Museum of Art…

Tip: New Exhibition at the Yamatane Museum of Art (山種美術館)
– A World of Flowers – from the Rimpa School to Contemporary Art

… and today it is all about another marvellous exhibition that was opened on 29th August 2017 and that can be seen until 22nd October 2017. It is dedicated to the ultimate beauty of Japanese women (and the occasional shapeliness of the just as occasional man).

Before we have a closer look at the new exhibition, you may wish to make yourself accquainted (again) with the Yamatane Museum of Art (山種美術館 / やまたねびじゅつかん) and its prime genre of art, the “nihonga” (日本画 / にほんが):

Yamatane Museum of Art (山種美術館)
– Masterpieces demonstrate the continuation of an old Japanese tradition

Thanks to the Yamatane Museum of Art (special thanks to the Director and CEO of the Museum, Ms. Taeko Yamazaki and Ms. Takahashi and Ms. Noda of the Yamatane Museum of Art), I am again in the position to show you some of the highlights of the present exhibition (please click on the pictures in this posting to enlarge them and to enjoy further detail).

This time’s exhibition has its emphasis on works of Shōen Uemura (上村 松園 / うえむらしょうえん) (born on 23 April 1875 in Kyōto; deceased on 27 August 1949), the first female Japanese painter of national and international repute. She also was the first female painter at the Imperial Academy of Fine Arts, as well as the first woman to be awarded Japan’s prestigious Order of Culture. In 1944 she was appointed a court painter to the Imperial Household Agency. Many of her works are Important Cultural Assets (重要文化財 / じゅうようぶんかざい) of Japan. And even though the breathtaking beauty of her paintings would hardly support the assumption, during World War II she was an ardent partiot and nationalist.

The museum’s founder and first director, Taneji Yamazaki (山崎種二 / やまざきたねじ) (1893-1983) and Shōen Uemura had close ties. Thanks to their friendship, the museum’s collections comprise eighteen of her works – all of them can be admired in this exhibition. The works by artists other than Shōen include bijinga (paintings of beautiful women) by ukiyo-e artists. They include images of slender and elegant young women in fashionable kimono – each single of them would make a visit to the museum worthwhile.

I am showing you some examples here, but I have to admit: None of the photographs does any credit to these works of art. You should really go there and have a look for yourself!

Yamatane Museum of Art (山種美術館), Taeko Yamazaki (山崎妙子)

On 30th August 2017 the new exhibition was presented by the Director of the museum herself, Ms Taeko Yamazaki (山﨑妙子 / やまざきたえこ).

Shōen Uemura

( 上村松園) (1875 – 1949)

Firefly
Colour on silk,  Taishō period, 1913, Yamatane Museum of Art

Have a very close look! Can you find the firefly in the picture?

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Firefly (detail)

Here is a tip: Follow the direction the young lady is looking!
If you know a little bit about Japanese traditional clothing, you even know in with time of the day the scene is set. The young beauty is wearing her obi (the wide textile belt that keeps her kimono together) in the front. Which means: She is planning to go to sleep (otherwise she would wear it in the back) – and, of course, that’s also why she is preparing the mosquito-net in order to ensure a good night sleep, undisturbed by mosquitoes.

Already more than 100 years earlier, the great artist Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) used an astonishingly similar theme in his picture “Women Inside a Mosquito-net during a Thunderstorm”, that can now be found in the Gerhard Pulverer Collection befindet:

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿), “Women Inside a Mosquito-net during a Thunderstorm” (Gerhard Pulverer Collection)

Firefly
Colour on silk, Shōwa period, 1929, Yamatane Museum of Art

Here, again, you can give the photo a closer inspection. Try to find the firefly! How about following the young lady’s eyes… That worked to perfectly before.

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Firefly (detail)

This painting also served as an inspiration for one of the five pieces of Japanese confectionery that have been created for this exhibition and that can be purchased in the foyer of the museum.

Yamatane Museum of Art (山種美術館), Confectionery

Evening
Colour on silk, Shōwa period, 1935, Yamatane Museum of Art

Tedious Hours
Colour on silk, Shōwa period, 1941, Yamatane Museum of Art

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949): Tedious Hours

As in the paintings before, also observe the fine transparency of the hair decoration.

Scene from the Nō Play “Kinuta”
Colour on silk, Shōwa period, 1938, Yamatane Museum of Art

Based on the costume and especially on the hair style, one can tell that this painting shows a woman in the Tokugawa period (in this case: late 17th/early 18th century). In reference to the Nō Play “Kinuta” (a “kinuta” is a tool for washing/cleaning the textile of a kimono) the woman is a symbol of a wife, wearily awaiting the return of her husband, who hears her beating the “kinuta” from afar.

By the way: This is the only exhibit that can be photographed during regular visiting hours.

Eikyū Matsuoka

(松岡映丘) (1881 – 1938)

Saigū no Nyōgo, Poetess
Colour on silk, Shōwa period, ca. 1929 – 1932, Yamatane Museum of Art

Saigū no Nyōgo lived during Heian period (794–1185) and was the beautiful grandchild of the Emperor Daigo. She was renowned for her brilliant koto play and is regarded as one of the “Thirty-Six Immortal Poets” of the 11th century. Even though this painting was created less than hundred years ago, Matsuoka’s style resembles the paintings of those times long gone.

Kokei Kobayashi

(小林古径) (1883 – 1957)

River Breeze
Colour on silk, Taishō period, 1915, Yamatane Museum of Art

Kokei Kobayashi (小林古径) (1883 – 1957): River Breeze

Ningyū Koyatsu

(小谷津任牛) (1901 – 1966)

Evening, from “Morning and Evening” (The Tale of Tanabata”)
Colour on silk, Shōwa period, 1951, Yamatane Museum of Art

Ningyū Koyatsu (小谷津任牛) (1901 – 1966): “The Tale of Tanabata”

The background for this large folding screen is the “Legend of Tanabata” – ths story of a romantic love of a young cowboy and a weaver girl. They were allowed to meet only once a year – on the 7th day of the 7th month (otherwise, the young man would have diverted too much of the girl’s attention – attention she was supposed to pay to her loom). For the remainder of the year both youngsters were separated by our galaxy, the milkyway. And to make things even more galactic, the weaver girl was Orihimeboshi (織姫星 / おりひめぼし) literally: the star of the weaver princess – which is Vega in the constellation of Lyra. And the cowboy was Hikoboshi ( 彦星 / ひこぼし), Altair in the constellation of Aquila.

Does that story ring a bell? If so, that might be due to a 2015-posting on this website:

Asagaya Tanabata Festival (阿佐ヶ谷七夕祭り)
– Lots of colours and a tragic love in the universe

Eigetsu Kitazawa

(北沢映月) (1907 – 1990)

Deep in Thought
(Ichiyō Higuchi, a Meiji-period Woman Novelist)
Colour on paper, Shōwa period, 1973, Yamatane Museum of Art

Eigetsu Kitazawa (北沢映月) (1907 – 1990): Deep in Thought

The Meiji-period novelist and poet Ichiyō Higuchi held a deep affection for her teacher Tōsui Nakarai. One snowy day they were discussing novels at Tōsui’s home when the hour grew late. Tōsui urged Ichiyō to stay the night, saying he would sleep elsewhere. But Ichiyō said there was no need and made her way home.

Eigetsu chose to paint Ichiyō because she admired that ensitivity and sense of propriety, and depicted her with snow in the background and characters from her novels.

Should, by any chance, this face ring a bell in your memory, don’t be surprised. It is the same face that is gracing the 5.000-Yen-bill.

Togyū Okumura

(奥村土牛) (1889 – 1990)

Maiko, Apprentice Geisha
Colour on silk, Shōwa period, 1954, Yamatane Museum of Art

Meiji Hashimoto

(橋本明治) (1904 – 1991)

Maiko, Apprentice Geisha
Colour on silk, Shōwa period, 1976, Yamatane Museum of Art

Meiji Hashimoto (橋本明治) (1904 – 1991): Maiko, Apprentice Geisha

Also this painting inspired to one of special confectioneries created for this exhibition.

Yamatane Museum of Art (山種美術館), Confectionery

Utamaro Kitagawa

(喜多川歌麿) (1753?-1806)

Seven Beauties of the Gay Quarters: Shinohara of the Tsuruya
Large format, polychrome woodblock print on paper, Edo period, ca. 1794 – 1795, Yamatane Museum of Art

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) (1753?-1806): Seven Beauties of the Gay Quarters

The name of Utamaro Kitagawa sounds familiar to you – of course. Even if you are not an expert in Japanese paintings, you may remember a recent posting related to him:

Okada Museum of Art (岡田美術館)
– The reunification of three masterpieces by Utamaro Kitagawa

Shunsō Hishida

(菱田春草) (1894 – 1911)

Women Viewing Cherry Blossoms
Colour on silk, Meiji period, 1894, Yamatane Museum of Art

Shunsō Hishida (菱田春草) (1894 – 1911): Women Viewing Cherry Blossoms

Eisaku Wada

(和田英作) (1874 – 1959)

Girl in a Yellow Dress
Oil on canvas, Shōwa period, 1931, Yamatane Museum of Art

Eisaku Wada (和田英作) (1874 – 1959): Girl in a Yellow Dress

Terukata Ikeda

(池田輝方) (1883 – 1921)

Evening Shower
Colour on silk, Taishō period, 1916, Yamatane Museum of Art

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Evening Shower

After the Edo-period artist Itchō Hanabusa had created his paintings on the subject of “taking shelter from the rain”, it became a favourite theme for genre paintings depicting the lives of common people. The painting you can see above – it actually right side part of two large folding screen – shows six persons gathered in a shrine hall filled with votive plagues. The lightweight fabrics and cool colour combinations of their clothing suggest summer.

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Evening Shower

The second part of the folding screen (i.e. the left one) is dominated by a shrine gate (torii) and a gingkgo tree growing vigorously above it. You also see a young woman of the townsmen class in a privat conversation with a young man, perhaps a servant. Terukata Ikeda has captured, with rich lyricism, the complex patterns of human relationships that can come about by chance in momentary encounters.

Japanese Confectionery – matching the exhibition

And finally, let’s also have a look at the Japanese confectionery that was created to match the current exhibition.

Address of the Museum:

Yamatane Museum of Art
3-12-36 Hiro-o, Shibuya-ku
Tōkyō 150-0012

₸150-0012
東京都渋谷区広尾3-12-36
山種美術館

http://www.yamatane-museum.jp

Opening Hours of the Museum:

Open daily, except on Mondays (closed on the day after a national holiday) from 10:00 am to  5:00 pm (last admission at 4:30 pm).
Also closed during the New Year holidays (29 December – 2 January) and for exhibition installations.

This exhibition can be visited from 29th August 2017 to 22nd October 2017.

Admission Fees:

For the exhibition “Uemura Shōen and Quintessental Bijinga, Paintings of Beautiful Women”:

  • Adults: 1,000 Yen (800 Yen per person for groups of 20 or more visitors)
  • University and high school students: 800 Yen (700 Yen per person for groups of 20 or more visitors)
  • Middle school and younger children: free of charge
  • Disability ID Holders and one person accompanying them are admitted free of charge.
  • If you want to see the same exhibition once again, bring along your (regular) ticket from your first visit and you well receive a “repeater discount”.

How to get there:

Take the lines of Japan Rail (JR) or the Tōkyō Metro Hibiya line to Ebisu (恵比寿 / えびす) and head in eastern direction towards the Meiji Dōri (明治通り / めいじどおり). Cross the Meiji Dōri in north-eastern direction and follow the right side of the street for some hundred metres (passing the “Ebisu Prime Square” and the impressive building of “Papas Company”)..

And since you want to be a good citizen, here are some of the rules you want to adhere to, when you visit the Yamatane Museum of Art:

  • Do not touch the artworks and cases.
  • Hold the hand of young children.
  • Keep quite in the gallery.
  • Do not run in the gallery.
  • No photographing, video recording, or copying the artworks in the gallery.
  • When taking notes in the gallery, use pencils only – no pens, no ink.
  • Swith off your mobile phone in the gallery.
  • No eating or drinking in the gallery (that includes water, candy and chewing gums).
  • No smoking anywhere in the museum.

Schöne Frauen im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)

1. September 2017

Shōen Uemura und auserlesene “Bijinga” – Gemälde schöner Frauen

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Nachdem ich im Frühjahr auf eine Sonderausstellung zur bunten Welt der Blumen in Nihonga im Yamatane Kunstmuseum hingewiesen hatte…

Hinweis: Neue Ausstellung im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Eine Welt voller Blumen – von der Rimpa-Schule zu zeitgenössischer Kunst

… geht es in der am 29. August 2017 eröffneten (und noch bis zum 22. Oktober 2017 laufenden) Ausstellung über die ultimative Schönheit japanischer Frauen (und die gelegentliche Wohlgestalt des ebenso gelegentlichen japanischen Mannes).

Bevor ich darauf etwas näher eingehen, möchten Sie sich vielleicht noch einmal mit dem Yamatane Kunstmuseum (山種美術館 / やまたねびじゅつかん) und der dort in erster Linie anzutreffenden Kunstform der “Nihonga” (日本画 / にほんが) vertraut machen:

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Meisterwerke beweisen die Fortführung einer alten japanischen Tradition

Auch diesmal bin ich wieder dank des Yamatane Kunstmuseums (mein besonderer Dank gilt der Direktorin des Museums, Frau Taeko Yamazaki und ihre Mitarbeiterinnen, Frau Takahashi und Frau Noda) in der Lage, Ihnen hier ein paar der Höhepunkte der Ausstellung im Detail vorzustellen (klicken Sie die in diesem Artikel veröffentlichten Bilder an, um sie zu vergrößern und die feinen Details zu genießen).

Die diese Ausstellung dominierende Künstlerin, Shōen Uemura (上村 松園 / うえむらしょうえん) (geboren am 23. April 1875 in Kyōto; gestorben am 27. August 1949), war eine der ersten national und international bekannten japanischen Malerinnen. Sie war die erste weibliche Malerin in der Kaiserlichen Akademie der Künste, Trägerin des Kulturordens und stand unter der besonderen Förderung durch den Tennō bzw. des Kaiserlichen Hofamtes. Viele ihrer Werke im Nihonga-Stil gelten heute als Wichtige Kulturgüter Japans (重要文化財 / じゅうようぶんかざい). Und obwohl die atemberaubende Schönheit ihrer Bilder es kaum vermuten lassen würden, war sie während des 2. Weltkriegs doch auch glühende Patriotin und Nationalistin.

Der Gründer des Yamatane Kunstmuseums, Taneji Yamazaki (山崎種二 / やまざきたねじ) (1893-1983) und Shōen Uemura verband eine herzliche Freundschaft. So ist es auch zu erklären, dass das Museum heute im Besitz von achtzehn Werken der großen Meisterin ist. Diese sind komplett in der Ausstellung zu sehen – zusammen mit Gemälden schöner Frauen, die von anderen namhaften Künstlern (auch solchen, die sich mit “ukiyo-e” – Bilder einer fließenden Welt, oft auch vereinfacht “Farbholzschnitt” genannt – einen Namen macht haben)  stammen. Es sind diese meist farbfrohen Darstellungen graziler und eleganter Frauen, gekleidet in feinsten Kimono, die diese Ausstellung so besonders macht. Im Folgenden zeige ich Ihnen ein paar Beispiele, muss aber auch gestehen, dass die Fotografien den Charme der Bilder nicht einmal ansatzweise wiedergeben kann. Ich kann einen Besuch des Museums besten Gewissens ans Herz legen.

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館), Taeko Yamazaki (山崎妙子)

Und am 30. August 2017 wurde die neue Ausstellung der staunenden Öffentlichkeit von der Direktorin des Museums, Frau Taeko Yamazaki (山﨑妙子 / やまざきたえこ) persönlich vorgestellt.

Shōen Uemura

( 上村松園) (1875 – 1949)

Glühwürmchen
Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1913, Yamatane Kunstmuseum

Schauen Sie genau hin! Finden Sie das Glühwürmchen auf dem Bild?

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Glühwürmchen (Detail)

Ein Tipp: Folgen Sie der Blickrichtung der abgebildeten Schönen!
Wenn man ein bisschen was von traditioneller japanischer Kleidung versteht, kann man diesem Bild sogar ansehen, zu welcher Tageszeit seine Szene spielt. Die junge Frau trägt ihren Obi (der breite Stoffgürtel, der ihren Kimono zusammenhält) vorne. Sie schickt sich also wahrscheinlich an, zu Bett zu gehen (sonst trüge sie ihn hinten) – denn natürlich spannt sie das Moskitonetz für eine von Mücken ungestörte Nachtruhe auf.

Schon mehr als 100 Jahre zuvor hatte Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) ein verblüffend ähnliches Motiv seinem Bild “Frauen unter einem Moskitonetz während eines Gewitters”, das sich in der Gerhard Pulverer Collection befindet, benutzt:

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿), “Frauen unter einem Moskitonetz während eines Gewitters” (Gerhard Pulverer Collection)

Glühwürmchen
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1929, Yamatane Kunstmuseum

Auch hier können Sie wieder auf die Suche gehen. Finden Sie das Glühwürmchen! Versuchen Sie’s mal mit dem Trick vom vorangegangenen Bild!

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Glühwürmchen (Detail)

Dieses Bild hat übrigens auch als Inspiration für eines der fünf japanischen Konfekte gedient, die im Zusammenhang mit dieser Ausstellung im Foyer des Museums erworben werden können.

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館), Konfekt

Abend
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1935, Yamatane Kunstmuseum

Öde Stunden
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1941, Yamatane Kunstmuseum

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949): Öde Stunden

Wie auch bei den zuvor gezeigten Bildern, ist hier besonderes Augenmerk auf die anschauliche Darstellung der feinen Transparenz des Haarschmucks gelegt.

Szene aus dem Nō-Stück “Kinuta”
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1938, Yamatane Kunstmuseum

Anhand der Kleidung und insbesondere aufgrund der Haartracht, kann man erkennen, dass die Künstlerin eine Frau in der Tokugawa-Zeit darstellt (spätes 17./frühes 18. Jahrhundert). Sie referenziert in das Nō-Stück “Kinuta” (“Kinuta” ist Tuchwalkkeule, die früher zum Reinigen von Kimonostoffen benutzt wurde) und ist somit ein Sinnbild für die Sehnsucht einer Frau nach der Rückkehr ihres Gatten, der ihr Wäschenklopfen aus der Ferne hört.

Dieses ist übrigens das einzige Gemälde in der Ausstellung, das auch bei regulären Besuchen fotografiert werden darf.

Eikyū Matsuoka

(松岡映丘) (1881 – 1938)

Saigū no Nyōgo, Poetin
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, ca. 1929 – 1932, Yamatane Kunstmuseum

Saigū no Nyōgo lebte in der Heian-Zeit (794–1185) und war die bildschöne Enkelin des Kaisers Daigo. Sie war bekannt für ihr brillantes Koto-Spiel und gilt als eine der angesehensten Vertreterinnen japanischer Poesie dieser Zeit. Wenngleich vor weniger als hundert Jahren entstanden, zeigt das Bild Matsuokas den Stil der Heian-Zeit.

Kokei Kobayashi

(小林古径) (1883 – 1957)

Flussbrise
Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1915, Yamatane Kunstmuseum

Kokei Kobayashi (小林古径) (1883 – 1957): Flussbrise

Ningyū Koyatsu

(小谷津任牛) (1901 – 1966)

Abend, aus “Morgen und Abend” (“Legende von Tanabata”)
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1951, Yamatane Kunstmuseum

Ningyū Koyatsu (小谷津任牛) (1901 – 1966): “Legende von Tanabata”

Die “Legende von Tanabata” bildet den Hintergrund für dieses Kunstwerk – die Geschichte einer romantischen Liebe eines jungen Kuhhirten und einer jungen  Weberin, denen es nur einmal im Jahr, am 7. Tag des 7. Monats, gestattet, sich zu treffen (andernfalls hätte sich die Weberin zu sehr von ihrem Tagewerk ablenken lassen). Für den Rest des Jahres waren beide durch unsere Galaxie, die Milchstraße getrennt. Bei der Weberin handelte es sich um Orihimeboshi (織姫星 / おりひめぼし) wörtlich: Stern der Weberprinzessin – die Wega im Sternbild der Lyra. Und bei dem Kuhhirten um Hikoboshi ( 彦星 / ひこぼし) , Altair im Sternbild Aquila.

Und wenn bei dieser Geschichte Erinnerungsglocken bei Ihnen zu schwingen anfangen, dann ist es vielleicht dieses Artikels wegen, den ich vor zwei Jahren veröffentlicht habe:

Asagaya Tanabata Festival (阿佐ヶ谷七夕祭り)
– Bunte Farben und eine tragische Liebe im Universum

Eigetsu Kitazawa

(北沢映月) (1907 – 1990)

In Gedanken vertieft
(Ichiyō Higuchi, Schriftstellerin der Meiji-Zeit)
Farbe auf Papier, Shōwa-Zeit, 1973, Yamatane Kunstmuseum

Eigetsu Kitazawa (北沢映月) (1907 – 1990): In Gedanken vertieft

Die Meiji-zeitliche Schriftstellerin und Poetin Ichiyō Higuchi hatte eine tiefe Zuneigung für ihren Lehrer Nakarai. An einem schneereichen Tag diskutierten die beiden Romane im Haus ihres Lehrers, als es unbemerkt spät geworden war. Der Lehrer lud Ichiyō ein, die Nacht zu bleiben (er würde anderswo schlafen, meinte er), aber Ichiyō erwiderte, dass dazu kein Notwendigkeit bestehe und machte sich auf ihren Weg nach Hause.

Eigetsu Kitazawa entschied sich dafür, Ichiyo mit Schnee im Hintergrund und Charakteren aus ihren Romanen inmitten des Schnees zu malen, weil sie ihre Empfindsamkeit und ihren Sinn für Anstand bewunderte.

Sollte Ihnen das Gesicht unbestimmt bekannt vorkommen, dann hat das einen guten Grund: Es schaut uns auch vom 5.000-Yen-Geldschein an.

Togyū Okumura

(奥村土牛) (1889 – 1990)

Maiko, Geisha-Schülerin
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1954, Yamatane Kunstmuseum

Meiji Hashimoto

(橋本明治) (1904 – 1991)

Maiko, Geisha-Schülerin
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1976, Yamatane Kunstmuseum

Meiji Hashimoto (橋本明治) (1904 – 1991): Maiko, Geisha-Schülerin

Auch dieses Bild hat zu einer der oben erwähnten Süßigkeiten die passende Inspiration abgegeben.

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館), Konfekt

Utamaro Kitagawa

(喜多川歌麿) (1753?-1806)

Sieben Schönheiten im Vergnügungsviertel
Mehrfarben-Holzschnittdruck auf Papier, Edo-Zeit, ca. 1794 – 1795, Yamatane Kunstmuseum

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) (1753?-1806): Sieben Schönheiten im Vergnügungsviertel

Der Name kommt Ihnen natürlich aus guten Grund bekannt vor – auch wenn Sie kein Kenner der Materie sein, denn hier habe ich unlängst schon einmal von ihm geschrieben:

Okada Kunstmuseum (岡田美術館)
– Die Wiedervereinigung dreier Meisterwerke Utamaro Kitagawas

Shunsō Hishida

(菱田春草) (1894 – 1911)

Frauen beim Betrachten der Kirschblüte
Farbe auf Seide, Meiji-Zeit, 1894, Yamatane Kunstmuseum

Shunsō Hishida (菱田春草) (1894 – 1911): Frauen beim Betrachten der Kirschblüte

Eisaku Wada

(和田英作) (1874 – 1959)

Mädchen in gelbem Kleid
Ölfarbe auf Leinwand, Shōwa-Zeit, 1931, Yamatane Kunstmuseum

Eisaku Wada (和田英作) (1874 – 1959): Mädchen in gelbem Kleid

Terukata Ikeda

(池田輝方) (1883 – 1921)

Abendschauer
Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1916, Yamatane Kunstmuseum

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Abendschauer

Nachdem der Maler Itchō Hanabusa in der Edo-Zeit eine Serie von Bildern zum Thema “Zuflucht vor dem Regen” geschaffen hatte, wurde dies auch ein beliebtes Sujet für Bilder, die sich dem Leben der “normalen Leute” annahmen. Das hier zu sehende Werk besteht aus zwei Wandschirmen. Auf dem rechten (dem ersten, den Sie hier sehen können) sind sechs Personen in einer Votivtafelhalle zu sehen. Die leichten Stoffe der Kimono und die frischen Farben weisen darauf hin, dass Sommer ist.

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Abendschauer

Auf dem zweiten (eigentlich: dem linken) der beiden Wandschirme sind ein Torii (Schreintor) und ein Ginkgo-Baum zu sehen, unter dem sich eine junge Bürgersfrau mit einem jungen Mann in einem offensichtlich vertraulichen Gespräch befindet. Terukata hat hier die komplexen Muster menschlicher Beziehungen eingefangen, die durch zufällige Begegnungen zustande kommen können.

Japanisches Konfekt – passend zur Ausstellung

Und zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf die Kollektion japanischen Konfekts, die eigens für diese Ausstellung kreiert wurde.

Adresse des Museums:

Yamatane Museum of Art
3-12-36 Hiro-o, Shibuya-ku
Tōkyō 150-0012

₸150-0012
東京都渋谷区広尾3-12-36
山種美術館

http://www.yamatane-museum.jp

Öffnungzeiten des Museums:

Geöffnet täglich außer montags von 10 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass um 16.30 Uhr)
Fällt ein Nationalfeiertag auf Montag, bleibt das Museum stattdessen am folgenden Werktag geschlossen.
Diese Ausstellung kann vom 29. August 2017 bis zum 22. Oktober 2017 besucht werden.

Eintrittsgebühr:

Für die Ausstellung “Shōen Uemura und auserlesene “Bijinga” – Gemälde schöner Frauen” (Uemura Shōen and Quintessental Bijinga, Paintings of Beautiful Women):

Erwachsene: 1.000 [800] Yen
Oberschüler und Studenten: : 800 [700] Yen
Mittelschüler und Jüngere: freier Eintritt

*Die Beträge in Klammern beziehen sich auf Gruppen von 20 und mehr Personen, Eintrittskarten aus dem Vorverkauf und Besucher in Kimono.
*Inhaber von Behindertenausweisen und je eine Begleitperson: Eintritt frei.
*Wollen Sie dieselbe Ausstellung ein zweites Mal besuchen, bringen Sie bitte Ihr (reguläres) Ticket vom vorangegangenen Besuch mit. Mit Vorlage dieses Tickets erhalten Sie einen “Wiederholer-Rabatt”.

Wie man hinkommt:

Nehmen Sie die Bahnen von Japan Rail (JR) oder der Tōkyō Metro Hibiya-Linie nach Ebisu (恵比寿 / えびす) und halten Sie sich von dort in östlicher Richtung, um zur Meiji Dōri (明治通り / めいじどおり) zu gelangen. Überqueren Sie die Meiji Dōri in nordöstlicher Richtung und folgen Sie der rechten Straßenseite einige hundert Meter (sie kommen dabei am “Ebisu Prime Square” und dem eindrucksvollen Gebäude der “Papas Company” vorbei).

Und weil wir alle ja zivilisierte Zeitgenossen und -innen sein möchten, hier gleich noch ein paar Regeln, die beim Besuch des Museums zu beachten sind:

  • Berühren Sie die Ausstellungsstücke und Schaukästen nicht.
  • Halten Sie jüngere Kinder an der Hand.
  • Seien sie ruhig in der Galerie.
  • Rennen Sie in der Galerie nicht  umher.
  • Keine Fotografie, keine Videoaufnahmen, kein Kopieren der Ausstellungsstücke.
  • Wenn Sie sich in der Ausstellung Notizen machen möchten, bitte nur mit Bleistift – keine anderen Schreibwerkzeuge (Federhalter, Kugelschreiber etc.).
  • Schalten Sie Ihr Mobiltelefon in der Ausstellung aus.
  • Essen und Trinken sind in der Ausstellung nicht gestattet (das schließt auch Wasser, Süßigkeiten und Kaugummis mit ein).
  • Im Museum gilt absolutes Rauchverbot.

Toguri Museum of Art (戸栗美術館) – Tip

4. August 2017

Don’t miss the current exhibition!

Eine deutsche Version dieses Hinweises finden sie hier.
A German version of this tip you can find here.

Toguri Museum of Art: Imari Ware of the 17th Century

Since 27 Mai 2017 the Toguri Museum of Art (戸栗美術館) shows an – as always – exqisite collection of Japanese porcelain. The current exhibition that is open until 2 September 2017 shows the broad variety and the amazing development in the production of procelain in the Japan of the 17th century. It is a must for everyone who appreciates the particular charm of Japanese porcelain.

Toguri Museum of Art: Imari Ware of the 17th Century

For further information on the museum and details of previous exhibitions, have a look at the following postings:

 

Toguri Museum of Art (戸栗美術館) (Part 1)
– Japanese Porcelain at its Finest – Imari Ware
– The Ko-Kutani style
– (古九谷展)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館) (Part 2)
– Japanese Porcelain at its Finest – Imari Ware
– Masterpieces of the Kakiemon and Kinrande style
– (柿右衛門・古伊万里金襴手展)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館) (Part 3)
– Japanese Porcelain at its Finest
– Masterpieces of Nabeshima ware
– (鍋島焼展)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館) (Part 4)
– Japanese Porcelain at its Finest
– Imari Ware – The Beauty of Sometsuke
– (古伊万里 – 染付の美展)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館) (Part 5)
– Japanese Porcelain at its Finest
– The Toguri Collection: The Original Exhibition
– (戸栗コレクション1984・1985-revival-展)


Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) – Hinweis

4. August 2017

Verpassen Sie nicht die aktuelle Ausstellung!

Eine englische Version dieses Hinweises finden sie hier.
An English version of this tip you can find here.

Toguri Kunstmuseum: Imari Ware des 17. Jahrhunderts

Seit dem 27. Mai 2017 ist im Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) eine – wie immer – exquisite Sammlung japanischen Porzellans zu sehen. Die noch bis zum 2. September 2017 geöffnete Ausstellung zeigt das breite Spektrum und die stürmische Entwicklung, die die Fertigung von Porzellan im Japan des 17. Jahrhunderts genommen hat. Ein Muss für jeden, der den besonderen Charme japanischen Porzellans zu schätzen weiß.

Toguri Kunstmuseum: Imari Ware des 17. Jahrhunderts

Für weitere Informationen zum Museum und Details zu den vorangegangenen Ausstellungen, schauen Sie doch auch noch mal hier vorbei:

Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 1)
– Japanisches Porzellan vom Feinsten – Imari Ware
– Der Ko-Kutani-Stil (古九谷展)

Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 2)
– Japanisches Porzellan vom Feinsten – Imari Ware
– Meisterstücke des Kakiemon- und Kinrande-Stils
– (柿右衛門・古伊万里金襴手展)

Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 3)
– Japanisches Porzellan vom Feinsten
– Meisterstücke des Nabeshima Porzellans
– (鍋島焼展)

Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 4)
– Japanisches Porzellan vom Feinsten
– Imari Ware – Die Pracht von Sometsuke
– (古伊万里 – 染付の美展)

Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 5)
– Japanisches Porzellan vom Feinsten
– Die Toguri-Sammlungen: Die Original-Ausstellung
– (戸栗コレクション1984・1985-revival-展)


Okada Museum of Art (岡田美術館)

2. August 2017

The reunification of three masterpieces by Utamaro Kitagawa

Okada Museum of Art

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

It does not happen every day that one receives an exclusive invitation to the opening of a new exhibition at a notable museum. However, all those who belong the the eager readers of this website are somehow “used to” reading about such events. After all, the “Museums & Exhibitions“-section the “Navigate by Topic“-navigation of this website shows quite a number of such events and placea, like those related to the Teien Art Museum, the Toguri Museum of Art and the Yamatane Museum of Art.

Fukagawa no yuki<br /> 喜多川歌麿「深川の雪」江戸時代 享和2~文化3年(1802-06)頃 岡田美術館蔵)<br /> Shinagawa no tsuki<br /> (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」原本:江戸時代 天明8年(1788)頃 フリーア美術館蔵)<br /> Yoshiwara no hana<br /> 喜多川歌麿「吉原の花」江戸時代 寛政3~4年(1791-1792)頃 ワズワース・アセーニアム美術館蔵)

Shinagawa no tsuki (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」
原本:江戸時代 天明8年 (1788)頃 フリーア美術館蔵)
Yoshiwara no hana (喜多川歌麿「吉原の花」
江戸時代 寛政3~4年 (1791-1792)頃
ワズワース・アセーニアム美術館蔵)
Fukagawa no yuki (喜多川歌麿「深川の雪」
江戸時代 享和2~文化3年 (1802-06)頃
岡田美術館蔵)

On 27 July 2017 I had the opportunity to be present as a very special event, when the Okada Museum of Art (岡田美術館 / おかだびじゅつかん) showcased the triptych “setsugekka” (雪月花 / せつげっか), the probably most distingished masterpieces by Utamaro Kitagawa ( 喜多川歌麿 / きたがわうたまろ) (ca. 1753 – 1806), in a special exhibition. It was the first time since 1879 that these three paintings are being jointly presented to the public in Japan. We are talking about the following three grand works of art (please click the photos below to open them in a separate window and to enjoy more detail):

Shinagawa in the Moonlight (品川の月 / しながわのつき)
Painted about 1788
Dimensions: 147 x 319 cm
Freer Gallery of Art and Arthur M. Sackler Gallery, Smithsonian Institute, Washington D.C., USA

Shinagawa in the Moonlight (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」原本:江戸時代 天明8年(1788)頃 フリーア美術館蔵)

Cherry Blossoms in Yoshiwara (吉原の花 / よしわらのはな)
Painted about 1791 – 1792
Dimensions: 186,7 x 256,9 cm
Wadsworth Athenum Museum of Art, Hartford, Connecticut, USA
The Ella Gallup Sumner and Mary Catlin Sumner Collection Fund

Cherry Blossoms in Yoshiwara (喜多川歌麿「吉原の花」江戸時代 寛政3~4年(1791-1792)頃 ワズワース・アセーニアム美術館蔵)

Fukagawa in the Snow (深川の雪 / ふかがわのゆき)
Painted about 1802 – 1806
Dimensions: 198,8 x 341,1 cm
Okada Museum of Art

Fukagawa in the Snow (喜多川歌麿「深川の雪」江戸時代 享和2~文化3年(1802-06)頃 岡田美術館蔵)

A group of about 100 representatives of the press, media and the tourist industry were welcomed by the director of the Okada Museum of Art, Mr. Tadashi Kobayashi (小林忠 / こばやしただし). Mr. Kobayashi is not only a recognised art historian, but also the president of the “Internation Ukio-e Society” and the author of quite a number of books on art and its history.

Tochigi (栃木 / とちぎ), the place where the three masterpieces were created, was represented by Mr. Toshimi Suzuki (鈴木俊美 / すずきとしみ), the mayor of the City of Toshigi, who also addressed the invited media- and tourist representatives.

The Artist: Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿)

Utamaro Kitagawa is probably best known for his colourful woodblock prints. And among those, his pictures of beautiful women, created in the 90s of the 18th century, are certainly the most famous ones, even in our days. His pictures distinguish themselves from others of his time by displaying an unusual amount of emotions. However, the liberality and nudity of some of his pictures, for which he may be even more famous now, may not have shocked Utamaro Kitagawa’s contemporaries. The more negative labeling of pornography was something only Puritan visitors from the west attributed to his work, when they discovered it more than 50 years after the artist’s death.

Nevertheless, Utamaro Kitagawa and his work did come in conflict with the strict art rules of the Kansei reforms (1787 – 1793) when he dared to reproduce historical figures too clearly in his pictures. His imprisonment in 1804 represents one of the most infamous cases of censorship.

You may find yourself reminded on paintings by early French impressionists, when you see Utamaro Kitagawa’s pictures.  And that should not come as a surprise: Hardly any other Japanese painter had such a comprehensive influence on their style.

Probably a little less known: It was an art collector and -dealer of German origin, who – almost 100 years after Utamaro Kitagawa – essentially promoted knowledge on East Asian art to the West (mainly the Americas and Europe): Siegfried Bing (26 February 1838 – 9 June 1905).

But let’s have a closer look at those extraordinary pieces of Japanese art of painting…

The Works of Art in Detail

Shinagawa in the Moonlight (品川の月 / しながわのつき)

The first (i.e. oldest) work of art in this collection is a bit out of the ordinary, becauses its owner, the Freer Gallery of Art, as a matter of principle, does not loan any of its exhibits to other museums (and also does not accept loans by other museums). In order to show the three masterpieces in Japan, there was no other choice but to intricately procude a full-scale replica of the work. The original can be seen at the Freer Gallery of Art (there, however, in a frame).

The scene is in the second-story reception room of the famous restaurant and geisha house in Shinagawa, known as Dozō Sagami (土蔵相模 / どぞうさがみ) for its unusual architecture, looks almost like a stage setting. There are 19 women in the scene, and – if you look closely – you will also discover the shadow of a man on one of the paper walls. There can be no doubt: This is an evening of pleasures and enjoyment.

Cherry Blossoms in Yoshiwara (吉原の花 / よしわらのはな)

On this second painting you can find – all together – 52 women and children, going to and fro the tea houses that line the main street in the Yoshiwara pleasure quarters (the only ones approved by the government on the old days of Edo). The splendid garments of the courtesans vie with the beauty of the cherry blossoms in full bloom. In a second story room a group of samurai class women enjoy food and drink along with music and “flower hat dance” (花笠踊 / はながさおどり).

And there is another detail, the connoisseur may appreciate: In the tokonoma on the second floor (behind the musicians) a rather famous painting is depicted. It is the “Hotei with Chinese Children” by the popular Edo painter Itchō Hanabusa (英一蝶 / はなぶいっちょう) (1652 – 1724).

This second painting appears to be a satirical work poking fun at the sumptuary laws of the Kansei Reforms (寛政の改革 / かんせいのかいかく) of its days.

Fukagawa in the Snow (深川の雪 / ふかがわのゆき)

Here you can view the second story reception room of a large restaurant in Fukagawa, Edo’s premier geisha quarters. While some women in the scene are occupied with the preparation and distribution of food, the room is dominated by local geisha, known as tatsumi geisha (辰巳芸者 / たつみげいしゃ) in their gorgeous kimono. Have a closer look, and you will also find a child playing with a cat.

The trees in the inner courtyard are covered with snow. Utamaro Kitagawa presents a rich variety of genre scenes, from people looking out at the show to those gathered around a brazier escaping the cold to those immersed in a hand gesture game and another devoted to applying her makeup.
This painting was deemed to be lost for more than 60 years (rediscovered in February 2012). And only after cautious inspection and restoration it was to be seen again at the Okada Museum of Art in 2014.

There is one thing all three paintings have in common – in line with one of Utamaro Kitagawa’s own traditions – that also those scenes which would typically require the presence of men (it was men in the first place, who visited geisha houses for their entertainment), are being portayed by females only. If you know a little about the history of old Edo, you can tell from the attire of the persons in the pictures (by the way, it’s all together 99 persons), but also from kind of food that is being served, where the scene is being set. For example, the rather humble sole that is being served in Fukagawa, compared with the posh bream of Yoshiwara..

As the Japanese word “setsugekka” or “setsu getsu ka” (雪月花 / せつげっか) respectively suggests, the paintings are in line with a seasonal accord:
– “setsu” (雪 / せつ) = snow, i.e. winter
– “getsu” (月 / げつ) = moon, i.e. autumn
– “ka” (花 / か) = flower, i.e. spring
Obviously the sometimes extremely hot Japanese summer is – even for Japanese – so unbearable, that they just skip it (despite the fact that one very often is given the impression, that Japanese regard the joy and splendour of four seasons as something particular to their home country).

All three paintings were created in Tochigi (栃木 / とちぎ). And it was also there that they were exhibited together last in Japan in 1879. After that, their journey began, first to France (I have mentioned already the undeniable impact Utamaro Kitagawa’s oeuvre had on French impressionists), and finally the three paintings found their home in three collections stated above.

The Okada Museum of Art (岡田美術館)

In autumn 2013 this grand museum with its exquisit treasures and collections of Asian art was opened on the grounds of the former Kaikatei Hotel (開化亭ホテル / かいかていほてる) in Kowakudani (小涌谷 / こわくだに) in the Hakone region.

On a total building area of 7,700 sqm the museum offers state-of-the art exhibition rooms of a total floor space of about 5,000 sqm. This rather generous building houses mainly Japanese, Chinese and Korean works of art from ancient times to the present, collected by the business man Kazuo Okada (岡田和生) (according to the Forbes list one of the riches men in the world – having made his fortune with pachinko- and slot machines as well as casions).

The museum’s buildings are surrounded by beautiful gardens of about 15,000 sqm.

Of course, there is more to see at the Okada Museum of Art than those three gorgeous witnesses of old days – which will, by the way, only be on joint display until 29 October 2017 (don’t miss to see them side by side – a chance like this won’t come along anytime soon!) – but also rather impressive collections of fince porcelain, sculptures, scroll- and folding pictures from China, Korea and Japan. However, during the course of the press reception on 27 July 2017, these could only briefly be visited due to time constraints. Here are a few examples:

The Chocolate for the Exhibition

Okada Museum Chocolate by Naoki Miura

So to speak “suitable for the exhibition” the Japanese confiseur Naoki Miura (三浦直樹 / みうらなおき) created a collection of fine chocolate that treats the palate with eight different aroma combinations (tasting bits from left to right):

Okada Museum Chocolate by Naoki Miura

  1. gorgonzola / bacon
  2. purple potato / black sesame
  3. almond milk / dry apricot
  4. cream cheese / “berry rose”
  5. Japanese maron / matsutake (mushroom)
  6. pistachio / cinnamon
  7. white truffle / pumpkin
  8. yuzu / fresh basil

Those pralines, decorated with motives of the exhibition are being sold in sets of eight (4,800 Yen):

Relaxation for the feet, exhausted from the museum’s visit

Besides the gardens surrounding the museum, the fancy but cosy foot bath in black granite next to the entrance area of the main exhibition all, is quite an eye-catcher. The area of Hakone is particularly rich in natural hot spings. And here the thermal water will be soothing your worn-out feet at comfortable 40°C – while you can enjoy the view of Kotaro Fukui’s gigantic (12 x 30 metres) painting of the god of wind and the god of thunderstorm that is covering the complete main facade of the building (have a look at the picture at the top of this posting).

Okada Museum of Art

How to get there:

The most comfortable way to Hakone Yumoto (箱根湯本 / はこねゆもと) is taking the express trains “Romancecar” of the Odakyū line (小田急線 / おだきゅうせん) (they commute between Shinjuku and Hakone Yumoto). Travel time: about 90 minutes.
Should you wish to save a little money, and if time is not your prime issue, you may want to use the local and “normal” express trains of the Odakyū line.
If Japan Rail is your prime choice, go to Odawara station (小田原駅 / おだわらえき) which is also a shinkansen stop.

From Hakone Yumoto or Odawara respectively the Izu Hakone Bus brings right in front of the museum (bus-stop “Kowakien”) (about 20 minutes of travel time from Hakone Yumoto).

Opening hours:

Daily from 9 am to 5 pm (last entry: 4:30 pm).
(The museum may be closed occasionally during exhibition changes.)

Admission fees:

Adults and university students: 2,800 Yen
School studens (from elementary school): 1,800 Yen

There are discounts for groups of 10 and more people, disabled people and accomanying persons.
Parking lots and the foot washing are free of charge for visitors of the museum.

Visitors who wish to use the gardens and the foot washing only, may also use the museum’s parking lots – they will be charged 500 Yen after the first hour for every hour.

Admision fee for the garden: 300 Yen
Fee for the foot washing facilities: 500 Yen

Please observe that mobile phones, cameras and other recording devices of any kind may not be brought into the exhibition halls (lockers are available, free of charge).

One final word:

All photographs seen in this posting were taken with the Okada Museum of Art’s explicit and kind permission.

I wrote the name of the great artist Utamaro Kitagawa in the “Western” way: given name, family name. Usually, Utamaro Kitagawa is being referred to as simply “Utamaro”. But I didn’t want to be so presumptuous as to pretent I was on first name terms with the artist….


Okada Kunstmuseum (岡田美術館)

1. August 2017

Die Wiedervereinigung dreier Meisterwerke Utamaro Kitagawas

Okada Museum of Art

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Es passiert sicher nicht alle Tage, dass man von einem namhaften Museum zu einem exklusiven Besuch eingeladen wird. Wenn Sie zu den fleißigen Lesern dieser Webseite gehören, wundern Sie sich allerdings wohl weniger darüber – Einladungen dieser Art haben schließlich schon zu ausführlichen Berichten über z.B. das Teien Kunstmuseum, das Toguri Kunstmuseum und das Yamatane Kunstmuseum geführt (wie ein Blick in die Auswahl “Museen & Ausstellungen” in der Themen-Navigation dieser Webseite verrät).

Fukagawa no yuki<br /> 喜多川歌麿「深川の雪」江戸時代 享和2~文化3年(1802-06)頃 岡田美術館蔵)<br /> Shinagawa no tsuki<br /> (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」原本:江戸時代 天明8年(1788)頃 フリーア美術館蔵)<br /> Yoshiwara no hana<br /> 喜多川歌麿「吉原の花」江戸時代 寛政3~4年(1791-1792)頃 ワズワース・アセーニアム美術館蔵)

Shinagawa no tsuki (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」
原本:江戸時代 天明8年 (1788)頃 フリーア美術館蔵)
Yoshiwara no hana (喜多川歌麿「吉原の花」
江戸時代 寛政3~4年 (1791-1792)頃
ワズワース・アセーニアム美術館蔵)
Fukagawa no yuki (喜多川歌麿「深川の雪」
江戸時代 享和2~文化3年 (1802-06)頃
岡田美術館蔵)

Am 27. Juli 2017 hatte ich die Chance, einem ganz besonderen Event beizuwohnen, als das Okada Kunstmuseum (岡田美術館 / おかだびじゅつかん) das Triptychon „Setsugekka“ (雪月花 / せつげっか), die vielleicht herausragendsten Meisterwerke von Utamaro Kitagawa ( 喜多川歌麿 / きたがわうたまろ) (ca. 1753 – 1806) in einer Sonderausstellung der Öffentlichkeit präsentierte. Zum ersten Mal seit 1879 wird diese dreiteilige Gemäldeserie wieder gemeinsam dem interessierten Publikum zugänglich gemacht. Es handelt sich um folgende drei Kolossal-Gemälde (bitte klicken Sie die Fotos an, um sie in einem separaten Fenster in voller Auflösung zu betrachten):

Der Mond von Shinagawa (品川の月 / しながわのつき)
Entstanden etwa 1788
Abmessungen: 147 x 319 cm
Freer Gallery of Art and Arthur M. Sackler Gallery, Smithsonian Institute, Washington D.C., USA

Shinagawa in the Moonlight (原寸大高精細複製画) 喜多川歌麿「品川の月」原本:江戸時代 天明8年(1788)頃 フリーア美術館蔵)

Kirschblüten in Yoshiwara (吉原の花 / よしわらのはな)
Entstanden ca. 1791-1792
Abmessungen: 186,7 x 256,9 cm
Wadsworth Athenum Museum of Art, Hartford, Connecticut, USA
The Ella Gallup Sumner and Mary Catlin Sumner Collection Fund

Cherry Blossoms in Yoshiwara (喜多川歌麿「吉原の花」江戸時代 寛政3~4年(1791-1792)頃 ワズワース・アセーニアム美術館蔵)

Fukagawa im Schnee (深川の雪 / ふかがわのゆき)
Entstanden ca. 1802-1806
Abmessungen: 198,8 x 341,1 cm
Okada Museum of Art

Fukagawa in the Snow (喜多川歌麿「深川の雪」江戸時代 享和2~文化3年(1802-06)頃 岡田美術館蔵)

Eine etwa 100-köpfige Gruppe, bestehend aus Presse- und Tourismusvertretern, wurde vom Direktor des Okada Kunstmuseums, Herrn Tadashi Kobayashi (小林忠 / こばやしただし), persönlich willkommen geheißen. Herr Kobayashi ist nicht nur anerkannter Kunsthistoriker, sondern auch Präsident der „Internationalen Ukiyo-e Gesellschaft“ und Autor zahlreicher Fachbücher.

Und als Vertreter Tochigis (栃木 / とちぎ), des Entstehungsortes der drei Meisterwerke, richtete Herr Toshimi Suzuki (鈴木俊美 / すずきとしみ), der Bürgermeister der Stadt Tochigi, ein Grußwort an die Anwesenden.

Der Künstler: Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿)

Utamaro Kitagawa war in erster Linie für seine farbigen Holzschnitt-Drucke bekannt. Und unter diesen sind seine typischen Bilder schöner Frauen aus den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts heute noch berühmt. Seine emotionsgeladenen Bilder waren zu seiner Zeit außergewöhnlich. Allerdings wird deren Freizügigkeit zu seinen Lebzeiten weniger “Aufsehen” erregt haben, als später bei den westlichen Besuchern Japans – erst diese brachten sie mit eher negativ belegten Konzepten von Pornografie in Verbindung. Allerdings kamen Utamaro Kitagawa und sein Werk mit den strikten Kunstvorschriften der Kansei-Reformen (1787 – 1793) in Konflikt, als er sich erdreistete, historische Figuren zu deutlich erkennbar in seinen Bildern wiederzugeben. Seine Inhaftierung im Jahre 1804 stellt einen der berüchtigsten Fälle von Zensur dar.

Beim Betrachten der Bilder Utamaro Kitagawas wird man nicht selten an die frühen französischen Impressionisten erinnert. Und das kommt nicht von Ungefähr: Kaum ein japanischer Maler hatte so umfassenden Einfluss auf deren Stil.

Verwunderlicher vielleicht schon, dass es ein deutschstämmiger Kunstsammler und -händler war, der fast 100 Jahre nach Utamaro Kitagawa entscheidend dazu beigetragen hat, dass das westliche Ausland (namentlich Europa und die USA) mit ostasiatischer Kunst vertraut gemacht wurde: Siegfried Bing (26.2.1838 – 9.6.1905).

Schauen wir uns diese außergewöhnlichen Meisterwerke japanischer Malkunst etwas genauer an…

Die Kunstwerke im Detail

Der Mond von Shinagawa (品川の月 / しながわのつき)

Das erste (sprich: älteste) Werk dieser Sammlung fällt in der Ausstellung ein bisschen aus dem Rahmen, denn da die Freer Gallery of Art keines der Kunstwerke seiner Sammlungen verleiht (aber auch keine Leihgaben aufnimmt), konnte die „Dreisamkeit“ der Bilder in Japan nur durch die Anfertigung einer originalgetreuen Kopie hergestellt werden. Das Original ist in gerahmter Form in der Freer Gallery of Art zu sehen.
Auf dem Bild ist der Empfangsraum im 1. Stock eines berühmten Restaurants und Geisha-Hauses in Shinagawa zu sehen, das für seine ungewöhnliche Architektur bekannt war und Dozō Sagami (土蔵相模 / どぞうさがみ) genannt wurde. Die dargestellte, bühnenähnliche Szene zeigt 19 Frauen – und wer etwas genauer hinschaut, entdeckt auch die Silhouette eines rauchenden Mannes hinter einer Papierwand. Man erkennt auf den ersten Blick, dass die auf dem Bild Versammelten sich dem Genuss abendlicher Vergnügen hingeben.

Kirschblüten in Yoshiwara (吉原の花 / よしわらのはな)

Auf dem zweiten Bild sind insgesamt 52 Frauen und Kinder dargestellt, die sich auf der „Hauptstraße“ des alten Vergnügungsviertels Yoshiwara (dem einzigen amtlich lizenzierten Vergnügungsviertel im alten Edo) an und in einem Teehaus der Kirschblüte erfreuen. Die „Kurtisanen“ konkurrieren mit der Pracht der Kirschblüte durch ihre prächtigen Roben. Im Obergeschoss des Teehauses sind Damen aus der Samurai-Kaste zu sehen, die sich mit Musik und „Blumenhut-Tanz“ (花笠踊 / はながさおどり) unterhalten und dabei bewirten lassen. Dass hier eine Szene am Abend dargestellt wird, ist an den ebenfalls abgebildeten Lampions und Stehlampen zu erkennen.
Ein weiteres Detail, das den Kenner aufmerksam werden lässt: In der Tokonoma im 1. Obergeschoss des Hauses (hinter den Musikerinnen) ist das Gemälde des Künstlers Itchō Hanabusa (英一蝶 / はなぶいっちょう) (1652 – 1724) “Hotei mit chinesischen Kindern” zu sehen.
Dieses zweite Gemälde des Triptychons kann auch als Satire auf die „Gesetze gegen übertriebenen Luxus“ der Kansei Reformen (寛政の改革 / かんせいのかいかく) dieser Zeit aufgefasst werden.

Fukagawa im Schnee (深川の雪 / ふかがわのゆき)

Hier können wir einen Blick ins Obergeschoss eines Geisha-Hauses in einem der wichtigsten Geisha-Bezirke des alten Edo, Fukagawa, werfen. Während einige Frauen mit der Zubereitung und Verteilung von Speisen beschäftigt sind, beherrschen die Tatsumi Geisha (辰巳芸者 / たつみげいしゃ) mit ihren prächtigen Kimono die Szene. Schauen Sie genauer hin, und Sie werden auch ein Kind finden, das mit einer Katze spielt.
Die Bäume im Atrium des Hauses sind schneebedeckt. Utamaro Kitagawa zeigt hier die unterschiedlichsten Szenen: Geisha, die die Schneelandschaft im Garten betrachten, solche, die der Kälte der Jahreszeit entfliehen, indem sie sich um ein Kohlenbecken versammeln; eine andere Gruppe, die sich einem Handgestenspiel hingibt und schließlich eine Geisha, die mit dem Auftragen von Make-up beschäftigt ist.
Dieses Gemälde hatte für mehr als 60 Jahren als verschollen gegolten (wiederentdeckt im Februar 2012) und war 2014 nach behutsamen Untersuchungen und Restaurationen erstmals wieder im Okada Kunstmuseum zu sehen gewesen.

Gemeinsam ist allen drei Bildern – in guter Tradition Utamaro Kitagawas – dass auch in den Szenen, in denen üblicherweise Männer auftreten müssten (es waren ja in erster Linie Männer, die zur Unterhaltung durch Musik und Tanz die Teehäuser besuchten), Frauen abgebildet sind. Wer sich in der Geschichte des alten Edo etwas auskennt, kann z.B. an den abgebildeten Personen (alle drei Bilder zeigen übrigens zusammen 99 Personen), ja selbst an den dargereichten Speisen den Ort der Handlung „ablesen“. Als Beispiel sei hier genannt, die vergleichsweise einfache Scholle, die in Fukagawa gereicht wurde – verglichen mit der deutlich luxuriöseren Meerbrasse in Yoshiwara.

Wie der japanische Begriff „setsugekka“ bzw. „setsu getsu ka“ (雪月花 / せつげっか) schon suggeriert, decken die Gemälde einen jahreszeitlichen Rhythmus ab:
– „Setsu“ (雪 / せつ) = Schnee, sprich: Winter
– „Getsu“ (月 / げつ) = Mond, sprich: Herbst
– „Ka“ (花 / か) = Blumen, sprich: Frühling
Offensichtlich lässt sich daraus ablesen, dass selbst Japanern ihr bisweilen unerträglich heißer Sommer so unangenehm ist, dass sie ihn bei aller Faszination für die vier Jahreszeiten (in Japan gewinnt man oft den Eindruck, als sei es das einzige Land auf Erden, das dergleichen kenne) aussparen.

Alle drei Bilder wurden im japanischen Tochigi (栃木 / とちぎ) gemalt. Und es war auch dort, dass sie 1879 letztmals gemeinsam ausgestellt wurden. Von dort ging die Reise der Bilder nach Frankreich (Utamaro Kitagawas Einfluss auf die Kunst der französischen Impressionisten gilt – wie bereits erwähnt – als besonders nachhaltig) führte. Und schließlich landeten die drei Teile des großen Werks bei den drei obengenannten Museen.

Das Okada Kunstmuseum (岡田美術館)

Im Herbst 2013 wurde dieses große Museum mit vielen exquisiten östlichen Schätzen und Sammlungen auf dem Gelände des ehemaligen Kaikatei Hotels (開化亭ホテル / かいかていほてる) in Kowakudani (小涌谷 / こわくだに) in der Hakone-Region eröffnet.
Mit einer Gesamtfläche von ca. 7.700 qm verfügt das Museum über beeindruckende Ausstellungsräume mit insgesamt von rund 5.000 qm. Dieses großzügige Gebäude zeigt hauptsächlich japanische, chinesische und koreanische Kunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart, die von dem Geschäftsmann Kazuo Okada (岡田和生) (einem der reichsten Männer dieser Welt – er hat sein Vermögen übrigens mit Pachinko- und Glücksspielautomaten sowie Spielkasions gemacht) gesammelt wurden.
Die das Museum umgebenden Gärten erstrecken sich auf einem Areal von 15.000 qm.

Natürlich bestehen die Galerien des Okada Kunstmuseums nicht nur aus diesen drei prächtigen Zeugnissen alter Tage – diese werden übrigens nur noch bis zum 29. Oktober 2017 dort traulich vereint zu sehen sein (verpassen Sie die Chance nicht, diese drei Meisterwerke Seite an Seite betrachten zu können; sie kommt so schnell nicht wieder!) – sondern auch eine beachtliche Sammlung feinen Porzellans, chinesischer, koreanischer und japanischer Skulpturen, Roll- und Wandschirmbilder. Diese konnten allerdings aufgrund zeitlicher Einschränkungen während des Presseempfangs am 27. Juli 2017 nur am Rande in Augenschein genommen werden. Hier ein paar wenige Beispiele:

Die Schokolade zur Ausstellung

Okada Museum Chocolate by Naoki Miura

Sozusagen „passend zur Ausstellung“ hat der japanische Confisier Naoki Miura (三浦直樹 / みうらなおき) eine Schokoladenkollektion kreiert, die den Gaumen mit acht verschiedenen Aroma-Kombinationen verwöhnt (Verkostungs-Stücke von links nach rechts):

Okada Museum Chocolate by Naoki Miura

  1. Gorgonzola / Speck
  2. violette Süßkartoffel / schwarzer Sesam
  3. Mandelmilch / getrocknete Aprikose
  4. Frischkäse / „Berry Rose“
  5. japanische Marone / Matsutake
  6. Pistazie / Zimt
  7. weißer Trüffel / Kürbis
  8. Yuzu / frisches Basilikum

Die mit Motiven der Ausstellung versehenen Pralinés werden im schmucken 8er-Set angeboten (4.800 Yen):

Entspannung für die vom Museumsbesuch erlahmten Füße

Neben ausgedehnten Gartenanlagen, ist einer der Blickfänge die im Eingangsbereich des hochmodernen Museumskomplexes befindliche, schicke Fußwasch-Anlage in schwarzem Granit. Hakone ist reich an natürlichen Thermalquellen. Und das hier vorhandene Wasser sprudelt mit ca. 40°C in diese bequeme Anlage mit Blick auf das 12 x 30 Meter große Gemälde Kotaro Fukuis (auf dem ersten Bild dieses Artikels zu sehen), das den Wind- und den Donnergott darstellt und die gesamte Fassade des Hauptgebäudes einnimmt.

Okada Museum of Art

Wie man hinkommt:

Am bequemsten erreicht man den Bahnhof von Hakone Yumoto (箱根湯本 / はこねゆもと) mit den Expresszügen „Romancecar“ der Odakyū-Linie (小田急線 / おだきゅうせん) (diese verkehren zwischen Shinjuku und Hakone Yumoto). Fahrzeit ca. 90 Minuten.
Wer etwas Geld sparen möchte und wem es nicht so auf die Zeit ankommt, nimmt die lokalen und Schnellzüge der Odakyū-Linie.
Wer mit den Bahnen von Japan Rail anreisen möchte, steigt am Bahnhof Odawara (小田原駅 / おだわらえき), der auch Shinkansen-Haltestelle ist, aus.

Von Hakone Yumoto bzw. Odawara fährt der Izu Hakone Bus direkt bis vor das Museum (Bushaltestelle Kowakien) (ca. 20 Minuten Fahrzeit von Hakone Yumoto).

Öffnungszeiten:

Täglich geöffnet von 9 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass: 16.30 Uhr).
(Das Museum wird gelegentlich für Ausstellungswechsel geschlossen.)

Eintrittsgelder:

Erwachsene und Studenten: 2.800 Yen
Schüler (ab Grundschule): 1.800 Yen

Nachlässe für Gruppen von 10 und mehr Personen, Behinderte und Begleitpersonen.
Parkplätze und die Fußwasch-Einrichtung können von Museumsbesuchern gratis benutzt werden.

Besucher, die nur den Garten oder die Fußwascheinrichtung nutzen wollen, zahlen für den Parkplatz nach einer Stunde 500 Yen pro Stunde.

Eintrittsgeld für den Garten: 300 Yen
Nutzung der Fußwasch-Anlage: 500 Yen

Bitte beachten Sie, dass Mobiltelefone, Kameras und Aufzeichnungsgeräte jedweder Art nicht mit in die Ausstellungsräume genommen werden dürfen (Gratisschließfächer sind vorhanden).

Schlussbemerkung:

Die Fotografien der Ausstellungsstücke durfte ich mit freundlicher Genehmigung des Okada Kunstmuseums anfertigen.

Bei der Schreibung des Namens des großen Künstlers Utamaro Kitagawa habe ich die “deutsche” Schreibweise gewählt: Vorname, Nachname. Auch wenn man bei Utamaro Kitagawa gemeinhin von “Utamaro” spricht und schreibt, wollte ich mir nicht anmaßen, den Anschein zu erwecken, mit ihm auf “Du & Du” gestanden zu haben.