Ubara (鵜原) (Engl.)

31. July 2018

Remote beaches and more – or:
Enjoy a peaceful summer retreat!

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

Ubara Kaigan (鵜原海岸)

The small fishing village Ubara (鵜原 / うばら) is part of the city of Katsuura (勝浦 / かつうら) and is located at the shores of the Pacific Ocean on the southeastern coast of the Bōsō peninsula (房総半島 / ) in the Chiba prefecture (千葉県 / ちばけん), that has a joint border with Tōkyō about 80 km northwest from there.

Luckily, Ubara isn’t famous at all (despite the fact that it has all the elements needed for fame). And even though it can be conveniently reached by public transport, the trip from Tōkyō is rather time-consuming. Hence, it’s “lucky”, because that’s the place where you can escape the hustle and bustle of the big cities even on a Sunday.

If nothing else, the beaches of Ubara are worth a trip.

At least once a year (usually on the last or second-last weekend in July), when the great Ubara festival (Yasaka Jinja Festival) is being held, the little town is awaking in raucous celebration.

The festival reminds on the old days of the Edo era (1603 – 1868), when the regional feudal lords (Daimyō)  were bound to travel between the Edo (which we call Tōkyō in our days) and their territories on a regular basis (an “alternate attendance” system). Part of the festival represents such a Daimyō procession (大名行列 / だいみょうぎょうれつ), combined with the Shintō ceremony at the Yasaka shrine (八坂神社祭礼 / やさかじんじゃさいれい).

A spectacle that cannot be described in words and hardly documented in pictures – that’s why I took the little video below when I visited the festival last year.

This year’s festival was scheduled for 27th and 28th of July.

But Ubara is more than this solitary event in summer. The bay of Ubara offers – as seen above – not only one of the most beautiful beaches in this area, it is also surrounded by a breathtaking cliff landscape that is (maybe a slight exaggeration) called “Utopia” (鵜原理想郷 / うばらりそうきょう). This “Utopia” is connected to the eastern edge of the main beach of Ubara. It may very well be one of the most impressive coastal ares of the Bōsō peninsula.

Ubara Utopia (鵜原理想郷)

These cliffs are crossed by quite a number of tunnels – some for car traffic, others for pedestrians only (and accordingly narrow and dark). But the most impressive paths lead over the tops of the cliffs – expect the most stunning views!

Ubara (鵜原)

Furthermore, you will find a branch of the Museum for Natural History of the Chiba prefecture (千葉県立中央博物館分館海の博物館 / ちばけんりつちゅうおうはくぶつかんぶんかんかいのはくぶつかん) and right next to it – built in the crystal clear waters of the Pacific Ocean – the Underwater Observatory of Katsuura (海中展望塔 / かいちゅうてんぼうとう). Here you can witness life in the ocean without getting you feet wet.

Natural History Museum of Chiba (千葉県立中央博物館分館海の博物館)

Underwater Observatory (海中展望塔)

Opening hours of the Museum for Natural History:

Daily (except Monday): 9:00 am to 4:30 pm (if Monday is a national holiday, the museum will be closed on the following day instead).
Closed during the year-end and new year holidays.

Further information (English):

http://www2.chiba-muse.or.jp/www/UMIHAKU/contents/1520314774340/index.html

Admission fees for the Museum of Natural History:

Adults: 200 Yen
University students: 100 Yen
Free for children and adults of more than 64 years of age.

Opening hours of the Underwater Observatory:

Daily from 9:00 am to 6:00 pm (last entry: 5:30 pm) (April – October) (from November to March the observatory closes half an hour earlier)
Depending on weather conditions the observatory may be closed.

Further information can be found at the following website in English:

http://www.busena-marinepark.com/english/index.html

Admission fees for the Underwater Observatory:

Adults: 1,030 Yen
High school & university Students: 820 Yen
Children of 4 years of age or older: 420 Yen
There are discounts for groups.

How to get there:

From Tōkyō take the trains of Japan Rail via Chiba (千葉 / ちば) and Katsuura (勝浦 / かつうら) – journey time 2 to 2 ½ hours.
It may be worthwhile considering the express train “Wakashio” / わかしお of the Keiyō line (京葉線 / けいようせん) that starts from the underground platforms of Tōkyō station (journey time 1 ½ to 2 hours).

Advertisements

Ubara (鵜原) (dt.)

24. July 2018

Traumstrände  und mehr – oder:
Auf geht’s in die Sommerfrische!

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Ubara Kaigan (鵜原海岸)

Das kleine Fischerdorf Ubara (鵜原 / うばら) gehört zur Stadt Katsuura (勝浦 / かつうら) und liegt, direkt am Pazifischen Ozean, auf der Südostseite der Bōsō-Halbinsel (房総半島 / ) der Präfektur Chiba (千葉県 / ちばけん), die ca. 80 km weiter nordwestlich an Tōkyō grenzt.

Ubara ist glücklicherweise überhaupt nicht berühmt (obwohl es das Zeug dazu hätte) und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwar bequem, aber doch etwas zeitraubend zu erreichen – „glücklicherweise“ deswegen, weil man hier dem Gewimmel der Großstädte selbst an einem Sonntag noch entfliehen kann.

Nicht zuletzt des Strands wegen lohnt sich ein Ausflug hierher.

Einmal im Jahr (am letzten oder vorletzten Wochenende im Juli), wenn man hier das große Ubara Matsuri (Yasaka Jinja Matsuri) feiert, geht es aber auch hier hoch her.

Anlässlich dieses Volksfestes wird ein Daimyō-Umzug (大名行列 / だいみょうぎょうれつ) mit Shintōzeremonie des Yasaka-Schreins (八坂神社祭礼 / やさかじんじゃさいれい) veranstaltet, der heute noch an die Tage der Edo-Zeit (1603 bis 1868) erinnert, als die Fürsten und ihr Gefolge ihren Wohnsitz regelmäßig zwischen der Hauptstadt Edo (dem heutigen Tōkyō) und ihrer Heimat wechseln mussten.

Ein Spektakel, das man nicht mit Worten und schlecht mit Bildern beschreiben kann – und das ich deswegen im vergangenen Jahr in einem kleinen Video eingefangen habe.

Dieses Fest war in diesem Jahr (2018) für den 27. und 28. Juli geplant.

Ubara ist aber mehr als das solitäre Ereignis eines Festes im Sommer. Die Bucht von Ubara bietet, wie oben gesehen, nicht nur einen der schönsten Badestrände in der Umgebung, sondern auch eine atemberaubende Klifflandschaft, die sich – vielleicht etwas übertrieben – „Utopia“ (鵜原理想郷 / うばらりそうきょう) nennt. Diese schließt sich östlich an den Hauptstrand von Ubara an und gehört sicher zu den eindrucksvollsten Küstenabschnitten an der Bōsō-Halbinsel.

Ubara Utopia (鵜原理想郷)

Die Kliffs werden von zahlreichen Tunnels durchzogen – einige davon für den Autoverkehr, andere aber reine Flußgängertunnels (und entsprechend eng und dunkel). Aber die eindrucksvollsten Wege führen auf den Rücken der Felsen zu diversen, atemberaubenden Aussichtspunkten.

Ubara (鵜原)

Außerdem ist hier eine Niederlassung des Naturhistorischen Museums der Präfektur Chiba (千葉県立中央博物館分館海の博物館 / ちばけんりつちゅうおうはくぶつかんぶんかんかいのはくぶつかん) zu finden und gleich nebenan – direkt in die kristallklaren Fluten des Pazifiks gebaut – der „Unter-Wasser-Turm“ von Katsuura (海中展望塔 / かいちゅうてんぼうとう), der es erlaubt, die Unterwasserwelt sozusagen „trockenen Fußes“ zu erleben.

Natural History Museum of Chiba (千葉県立中央博物館分館海の博物館)

Underwater Observatory (海中展望塔)

Öffnungszeiten des Naturhistorischen Museums:

Täglich außer montags: 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr (fällt ein Feiertag auf Montag, bleibt das Museum am darauffolgenden Werktag geschlossen)
(geschlossen während der Jahresend- und Neujahrsfeiertage)

Weitergehende Informationen (englisch):

http://www2.chiba-muse.or.jp/www/UMIHAKU/contents/1520314774340/index.html

Eintrittsgebühr für das Naturhistorische Museum:

Erwachsene: 200 Yen
Universitäts-Studenten: 100 Yen
Gratis für Kinder und Erwachsene über 64 Jahre.

Öffnungszeiten des „Unter-Wasser-Turms“:

Täglich von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr (letzter Einlass: 17:30 Uhr) (von April bis Oktober – von November bis März schließt der Turm schon eine halbe Stunde früher)
Wetterbedingungen können dazu führen, dass der Turm geschlossen werden muss.

Näheres hierzu finden Sie auf folgender Webseite – in Englisch:

http://www.busena-marinepark.com/english/index.html

Eintrittsgelder für den „Unter-Wasser-Turm“:

Erwachsene: 1.030 Yen
Studenten (Hochschule/Universität): 820 Yen
Kinder über 4 Jahre: 420 Yen
Gruppen werden Rabatte eingeräumt

Wie man hinkommt:

Aus Tōkyō mit den Bahnen von Japan Rail über Chiba (千葉 / ちば) und Katsuura (勝浦 / かつうら) – Fahrzeit 2 bis 2 ½ Stunden.
U.U. kann es sich lohnen, den Schnellzug „Wakashio“ / わかしお der Keiyō-Linie (京葉線 / けいようせん) der von den unterirdischen Gleisen des Bahnhofs Tōkyō verkehrt zu nehmen (Fahrzeit 1 ½ bis 2 Stunden).


Yamatane Kunstmuseum – Wasserdarstellungen (山種美術館 – 水を描く)

23. July 2018

Entfliehen Sie der Sommerhitze – eine wahrlich “coole”
Ausstellung

An Engish version of this posting you can find here.
Eine englische Fassung dieses Artikels finden Sie hier.

Vielleicht bereiten Sie sich mal besser für ein Déjà-vu-Erlebnis vor! Es ist nämlich alles andere als unwahrscheinlich, dass Sie an dieser Stelle nicht zum ersten mal etwas über “Nihonga” (日本画 / にほんが) lesen. Und dafür gibt es einen guten Grund: Es gibt wahrscheinlich keinen besseren Ort, um diese spezielle Art japanischer Malerei zu genießen, als das Yamatane Kunstmuseum (山種美術館 / やまだねびじゅつかん). Schauen Sie sich doch (noch) einmal die vorangegangenen Artikel hierüber an – falls Sie ein bisschen mehr über “nihonga” erfahren oder einfach nur Ihr Erinnerungsvermögen etwas auffrischen möchten.

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Meisterwerke beweisen die Fortführung einer alten japanischen Tradition

Schöne Frauen im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Shōen Uemura und auserlesene “Bijinga” – Gemälde schöner Frauen

Hinweis: Neue Ausstellung im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Eine Welt voller Blumen – von der Rimpa-Schule zu zeitgenössischer Kunst

Hinweis: Themen-Ausstellung im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Zum 150. Jubiläum von Taikan Yokoyama ― Die Elite der Künstlerwelt Tōkyōs

Diesmal hat das Yamatane Kunstmuseum seine Ausstellung einem Thema gewidmet, das wie “für die Jahreszeit wie gemacht” erscheint: Wasser! All denjenigen, die glauben, die Sommerhitze in Tōkyō sei im Juli und August unerträglich, sei gesagt: Sie kennen nur nicht die richtigen Orte! Vom 14. Juli bis zum 7. September 2018 ist dieses Museum schlicht und ergreifend der Ort! Natürlich sind die Museumsräumlichkeiten auch klimatisiert, aber die aktuelle Ausstellung wird Sie noch mehr “erfrischen” – und zwar auf wirklich sehr angenehme Art und Weise.

“Wasser” ist natürlich auch in anderer Hinsicht ein wichtiges Thema. Und so ist es vielleicht gar kein Zufall, dass sich im September dieses Jahres die Wasserexperten aus aller Welt in Tokyo treffen, um am “International Water Associations’ World Water Congress & Exhibition” teilzunehmen.

Wie sich das für eine Ausstellung im Yamatane Kunstmuseum gehört, wurde auch für diese Ausstellung exquisite japanische Konfiserie kreiert, die von den Exponaten der Galerie inspiriert wurde. Auf dem untenstehenden Bild sehen sie von links nach rechts (anhand der Referenznummern können Sie sich das “ideengebende” Kunstwerk ansehen):

  • Hana-no Shizuku / Blumiger Tropfen (花の雫) (inspiriert von #49)
  • Shiranami / Weiße Welle (白波) (inspiriert von #23)
  • Konjaku / Gegenwart & Vergangenheit (今昔) (inspiriert von #47)
  • Suzuyaka / Cool/Erfrischend (涼やか) (inspiriert von #5)
  • Hatou / Riesenwelle (波涛) (inspiriert von #22)

Yamatane Bijutsukan – Exhibition Confectionery

Mehr Details zu den fünf “Ausstellungs-Köstlichkeiten” finden Sie zudem noch bei den untenstehenden Ansichten der einzelnen Ausstellungsstücke.

Ich werde nicht viele Worte über diese wunderbare Ausstellung verlieren, sondern die Gemälde für sich selbst sprechen lassen. Um die einzelnen Abbildungen zu vergrößern, klicken Sie diese bitte an. Aber verlassen Sie sich darauf: Die Originalgemälde, die Sie im Yamatane Kunstmuseum zu sehen bekommen, sind um Klassen eindrucksvoller als diese winzigen Fotografien! Ganz egal, ob Sie nun mentale oder physische Erfrischung suchen oder ganz einfach “Nihonga” mögen: Fangen Sie schon mal an, Ihren nächsten Besuch im Yamatane Kunstmuseum zu planen!

Die Ausstellung teil sich in drei Abteilungen auf:

***

Abteilung I:
Abbilder von Wellen und der Oberfläche des Wassers
(波と水面のイメージ
 )

Flüsse – fließendes Wasser (川―流れる水)

#1 Kristallklarer Fluss (清流)

Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, ca. 1927-33
Shunkyo Yamamoto (山本春挙) (1871-1933)

#2 Eine Fährfahrt im Frühling (渡頭の春)

Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, ca. 1935-43
Gyokudō Kawai (川合玉堂) (1873-1957)

#3 Kristallklarer Fluss (清渓放棹)

Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, ca. 1925
Hyakusui Hirafuku (平福百穂) (1877-1933)

#4 Der Fuji-Fluss (富士川)

Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1915
Shinkō Imamura (今村紫紅) (1880-1916)

#5 Brise am Fluss (河風)

Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1915
Kokei Kobayashi (小林古径) (1883-1957)

Dieses Gemälde hat zu der folgenden japanischen Konfiserie inspiriert:

Suzuyaka / Refreshing (涼やか)

#6 Die Schlucht von Oirase: Herbst (奥入瀬(秋))

Farbe auf Papier, Shōwa-Zeit, 1983
Gensō Okuda (奥田玄宗) (1912-2003)

 

Die Oberfläche des Wassers (水面の表現)

#8 Nachtansicht der acht szenischen Landschaften Kanazawas (武陽金沢八勝夜景・雪月花之内 月)

Großformatiger, mehrfarbiger Holzschnittdruck auf Papier, Edo-Zeit, 1857
Hiroshige Utagawa (歌川広重) (1797-1858)

#9 Grüner Teich (緑池)

Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, ca. 1927
Seihō Takeuchi (竹内栖鳳) (1864-1942)

#17 Feuerwerk im Wasser: Spirale (水花火(螺))

Farbe auf Seide, Heisei-Zeit, 2012
Masaaki Miyasako (宮廽正明) (*1951)

Das Meer – Dynamik der Wellen (海―波の躍動感 )

#20 Nasu no Yoichi (Munetaka) Der Versuch, einen schwimmenden Fächer mit einem Pfeil zu treffen: Szene aus Heike Monogatari (那須宗隆射扇図)

Farbe auf Seide, Meiji-Zeit, 1890
Tomoto Kobori (小堀鞆音) 1864-1931)

#21 Sommer-Meer (夏の海)

Farbe auf Papier, Shōwa-Zeit, ca. 1952
Taikan Yokoyama (横山大観) (1868-1958)

#22 Seelenwanderung (生々流転)

Farbe auf Papier, Shōwa-Zeit, 1944
Kansetsu Hashimoto (橋本関雪) (1883-1945)

Dieses Gemälde hat zu der folgenden japanischen Konfiserie inspiriert:

Hatou / Rogue Wave (波涛)

#23 Der Strudel von Naruto (鳴門)

Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1929
Ryūshi Kawabata (川端龍子) (1885-1966)

Dieses Gemälde hat zu der folgenden japanischen Konfiserie inspiriert:

Shiranami / Frothy Wave (白波)

#24 Der Strudel von Naruto (鳴門)

Farbe auf Papier, Shōwa-Zeit, 1959
Togyū Okumura (奥村土牛) (1889-1990)

***

Abteilung II:
Die dynamische Kraft von Wasserfällen
(滝のダイナミズム)

#26 Wasserfall-Betrachtung (高士観瀑図)

Farbe auf Papier, Edo-Zeit, 19. Jahrhundert
Chikkei Nakabayashi (中林竹渓) (1816-1867)

#28 Wasserfall (冷夢図)

Tinte und helle Farben auf Seide, Shōwa-Zeit, ca. 1927-33
Shunkyo Yamamoto (山元春挙 ) (1871-1933)

#29 Kiefern und Wasserfall (松間飛瀑)

Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, ca. 1942
Gyokudō Kawai (川合玉堂) (1873-1957)

#30 Nachi-Fälle (那智)

Farbe auf Papier, Shōwa-Zeit, 1958
Togyū Okumura (奥村土牛) (1889-1990)

#31 Wasserfall (白滝)

Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 20. Jahrhundert
Kyūjin Yamamoto (山本丘人) (1900-1986)

#34 Wasserfall (瀧)

Farbe auf Papier, Shōwa-Zeit, 1986
Chūsaku Ōyama (大山忠作) (1922-2009)

#35 Wasserfall (ウォーターフォール)

Farbe auf Papier, Heisei-Zeit, 1995
Hiroshi Seiju (千住博) (*1958)

#36 Fallende Farben (フォーリングカラーズ)

Farbe auf Papier, Heisei-Zeit, 2006
Hiroshi Seiju (千住博) (*1958)

***

Abteilung III:
Szenen mit Regen
(雨の情景)

#41 Acht Ansichten von Ōmi: Nächtlicher Regen in Karasaki (近江八景之内 唐崎夜雨)

 

 

Großformatige, mehrfarbige Holzschnittdrucke auf Papier, Edo-Zeit, ca. 1834
Hiroshige Utagawa I (歌川広重(初代)) (1797-1858)

#43 Fallende Ahornblätter im Regen (雨中楓之図)

Farbe auf Seide, Meiji-Zeit, 19. bis 20. Jahrhundert
Gyokushō Kawabata (川端玉章) (1842-1913)

#44 Landschaft im Regen (雨中山水)

Tinte auf Papier, Shōwa-Zeit, ca. 1932
Seihō Takeuchi (竹内栖鳳) (1864-1942)

#45 Herbstlandschaft mit bunten Ahornbäumen (渓雨紅樹)

Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1946
Gyokudō Kawai (川合玉堂) (1873-1957)

#46 Die Geräusche von Wasser und Regen (水声雨声)

Tinte und helle Farben auf Seide, Shōwa-Zeit, ca. 1951
Gyokudō Kawai (川合玉堂) (1873-1957)

#47 Eine Übernachtung in Yamashima: Szene aus Erzählungen aus vergangenen Tagen: Zufluchtsuche vor dem Regen (山科の宿のうち 雨やどり)

Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1918
Eikyū Matusoka (松岡映丘) (1881-1938)

Dieses Gemälde hat zu der folgenden japanischen Konfiserie inspiriert:

Konjaku / Past & Presence (今昔)

#49 Frühlingsregen (春雨)

Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, ca. 1917
Seiju Omoda ( 小茂田青樹) (1891-1933)

Dieses Gemälde hat zu der folgenden japanischen Konfiserie inspiriert:

Hana-no Shizuku / Floral Drop (花の雫)

#51 Felder und Berge, des Regens harrend (雨を呼ぶ山野)

Farbe auf Papier, Shōwa-Zeit, 1958
Kyūjin Yamamoto (山本丘人) (1900-1986)

#52 Berge im Regen (山澗雨趣)

Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1975
Gensō Okuda (奥田元宋) (1912-2003)

***

Und hier noch ein Blick auf das Ambiente im Yamatane Kunstmuseum:

Yamatane Museum of Art (山種美術館)

Yamatane Museum of Art (山種美術館)

Für weitergehende Informationen über das Museum besuchen Sie bitte eine der eingangs verlinkten früheren Veröffentlichungen.

Bitte beachten Sie:
Die deutschen Bezeichnungen der einzelnen Gemälde sind an die offiziellen englischen Bezeichnungen in der Ausstellung angelehnt.
Die in Alphabet geschriebenen Namen folgen der “westlichen” Schreibweise: “Rufname – Familienname” (die japanisch geschriebenen Namen der japanischen: “Familienname – Rufname).


Yamatane Museum of Art – Depicting Water (山種美術館 – 水を描く)

19. July 2018

Escaping the summer’s heat at a truly “cool” exhibition

A German version of this posting you can find here.
Eine deutsche Fassung dieses Artikels finden Sie hier.

Prepare youself for a déjà vu! Yes, it is probably not the first time that you are reading about “nihonga” (日本画 / にほんが) at this website. And there is a simple reason for it: There is – most likely – no better place for enjoying this very “Japanese” way of painting than the Yamatane Museum of Art (山種美術館 / やまだねびじゅつかん). Have a look at the previous postings, should you like to learn a bit more about “nihonga” or simply wish to refresh your memory.

Yamatane Museum of Art (山種美術館)
– Masterpieces demonstrate the continuation of an old Japanese tradition

Tip: New Exhibition at the Yamatane Museum of Art (山種美術館)
– A World of Flowers – from the Rimpa School to Contemporary Art

Beautiful Women at the Yamatane Museum of Art (山種美術館)
– Shōen Uemura and Quintessential “Bijinga” – Paintings of Beautiful Women

And there was another one – however in German only:

Hinweis: Themen-Ausstellung im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Zum 150. Jubiläum von Taikan Yokoyama ― Die Elite der Künstlerwelt Tōkyōs

This time, the Yamatane Museum of Art has dedicated its exhibition to a topic that is just “made for the season”: Water! For all those who think that Tōkyō’s summer-heat makes the city unbearable during the months of July and August, let me tell you: You just don’t know the right places! From 14 July to 7 September 2018 the museum is just the place! Of course, it’s air conditioned, but the current exhibition will “cool you down” even more – and in a most delightful way.

But “water” is an important topic in many ways. It just so happens that in this year’s September, water professionals from around the world will gather in Tokyo to participate in the International Water Associations’ World Water Congress & Exhibition.

And as customary for an exhibition at the Yamatane Museum of Art, also this exhibition comes with a collection of Japanese style confectionery inspired by the works of art. You see from left to right (the numbers hint at the exhibit number for easier reference):

  • Hana-no Shizuku / Floral Drop (花の雫) (inspired by #49)
  • Shiranami / Frothy Wave (白波) (inspired by #23)
  • Konjaku / Past & Presence (今昔) (inspired by #47)
  • Suzuyaka / Refreshing (涼やか) (inspired by #5)
  • Hatou / Rogue Wave (波涛) (inspired by #22)

Yamatane Bijutsukan – Exhibition Confectionery

You’ll also find more detailed views of the confectionery accompanying the inspirational paintings.

I’m not going to make too many words about this marvellous exhibition, but let the pictures speak for themselves. For enlarged views please click the respective picture. And, please take my word for it: The original paintings you are going to see at the Yamatane Museum of Art are by far more breathtaking than these tiny photographs! So, regardless if you are seeking mental or physical refreshment or simply love nihonga: start planning you next visit to the Yamatane Museum of Art!

The exhibition is divided into three Chapters:

***

Section I:
Images of Waves and the Water’s Surface
(波と水面のイメージ
 )

Rivers – Flowing Water (川―流れる水)

#1 Limpid Stream (清流)

Color on Silk, Shōwa Period, ca. 1927-33
Shunkyo Yamamoto (山本春挙) (1871-1933)

#2 A Ferry Crossing in Spring (渡頭の春)

Color on Silk, Shōwa Period, ca. 1935-43
Gyokudō Kawai (川合玉堂) (1873-1957)

#3 Limpid Stream (清渓放棹)

Color on Silk, Taishō Period, ca. 1925
Hyakusui Hirafuku (平福百穂) (1877-1933)

#4 The Fujigawa River (富士川)

Color on Silk, Taishō Period, 1915
Shinkō Imamura (今村紫紅) (1880-1916)

#5 River Breeze (河風)

Color on Silk, Taishō Period, 1915
Kokei Kobayashi (小林古径) (1883-1957)

This painting inspired the following Japanese confectionery:

Suzuyaka / Refreshing (涼やか)

#6 Oirase Ravine: Autumn (奥入瀬(秋))

Color on Paper, Shōwa Period, 1983
Gensō Okuda (奥田玄宗) (1912-2003)

 

Water’s Surfaces (水面の表現)

#8 Night View of Eight Scenic Spots at Kanazawa: Moon, from Snow, Moon, and Flower (武陽金沢八勝夜景・雪月花之内 月)

Large Format Polychrome Woodblock Print on Paper, Edo Period, 1857
Hiroshige Utagawa (歌川広重) (1797-1858)

#9 Green Pond (緑池)

Color on Silk, Shōwa Period, ca. 1927
Seihō Takeuchi (竹内栖鳳) (1864-1942)

#17 Fireworks into the Water: Spiral (水花火(螺))

Color on Silk, Heisei Period, 2012
Masaaki Miyasako (宮廽正明) (*1951)

The Sea – Dynamic Sensation of Waves (海―波の躍動感 )

#20 Nasu no Yoichi (Munetaka) Trying to Hit a Swimming Fan with an Arrow: Scene from the Tale of the Heike (那須宗隆射扇図)

Color on Silk, Meiji Period, 1890
Tomoto Kobori (小堀鞆音) 1864-1931)

#21 Summer Sea (夏の海)

Color on Paper, Shōwa Period, ca. 1952
Taikan Yokoyama (横山大観) (1868-1958)

#22 Metempsychosis (生々流転)

Color on Paper, Shōwa Period, 1944
Kansetsu Hashimoto (橋本関雪) (1883-1945)

This painting inspired the following Japanese confectionery:

Hatou / Rogue Wave (波涛)

#23 Maelstroms at Naruto (鳴門)

Color on Silk, Shōwa Period, 1929
Ryūshi Kawabata (川端龍子) (1885-1966)

This painting inspired the following Japanese confectionery:

Shiranami / Frothy Wave (白波)

#24 Maelstroms at Naruto (鳴門)

Color on Paper, Shōwa Period, 1959
Togyū Okumura (奥村土牛) (1889-1990)

***

Section II:
The Dynamism of Waterfalls
(滝のダイナミズム)

#26 Waterfall Viewing (高士観瀑図)

Color on Paper, Edo Period, 19th Century
Chikkei Nakabayashi (中林竹渓) (1816-1867)

#28 Waterfall (冷夢図)

Ink and Light Color on Silk, Shōwa Period, ca. 1927-33
Shunkyo Yamamoto (山元春挙 ) (1871-1933)

#29 Pines and Waterfall (松間飛瀑)

Color on Silk, Shōwa Period, ca. 1942
Gyokudō Kawai (川合玉堂) (1873-1957)

#30 Nachi Falls (那智)

Color on Paper, Shōwa Period, 1958
Togyū Okumura (奥村土牛) (1889-1990)

#31 Waterfall (白滝)

Color on Silk, Shōwa Period, 20th Century
Kyūjin Yamamoto (山本丘人) (1900-1986)

#34 Waterfall (瀧)

Color on Paper, Shōwa Period, 1986
Chūsaku Ōyama (大山忠作) (1922-2009)

#35 Waterfall (ウォーターフォール)

Color on Paper, Heisei Period, 1995
Hiroshi Seiju (千住博) (*1958)

#36 Falling Clours (フォーリングカラーズ)

Color on Paper, Heisei Period, 2006
Hiroshi Seiju (千住博) (*1958)

***

Section III:
Scenes with Rain
(雨の情景)

#41 Eight Views of Ōmi: Night Rain at Karasaki (近江八景之内 唐崎夜雨)

 

 

Large Format Polychrome Woodblock Print on Paper, Edo Period, ca. 1834
Hiroshige Utagawa I (歌川広重(初代)) (1797-1858)

#43 Falling Maple Leaves in Rain (雨中楓之図)

Color on Silk, Meiji Period, 19th to 20th Century
Gyokushō Kawabata (川端玉章) (1842-1913)

#44 Landscape in Rain (雨中山水)

Ink on Paper, Shōwa Period, ca. 1932
Seihō Takeuchi (竹内栖鳳) (1864-1942)

#45 Autumn Landscape with Colored Maple Trees (渓雨紅樹)

Color on Silk, Shōwa Period, 1946
Gyokudō Kawai (川合玉堂) (1873-1957)

#46 The Sounds of Water and Rain (水声雨声)

Ink and Light Color on Silk, Shōwa Period, ca. 1951
Gyokudō Kawai (川合玉堂) (1873-1957)

#47 A Stay in Yamashima: Scenes from the Tales of Times Now Past: Taking Shelter from the Rain (山科の宿のうち 雨やどり)

Color on Silk, Taishō Period, 1918
Eikyū Matusoka (松岡映丘) (1881-1938)

This painting inspired the following Japanese confectionery:

Konjaku / Past & Presence (今昔)

#49 Spring Rain (春雨)

Color on Silk, Taishō Period, ca. 1917
Seiju Omoda ( 小茂田青樹) (1891-1933)

This painting inspired the following Japanese confectionery:

Hana-no Shizuku / Floral Drop (花の雫)

#51 Fields and Mountains Awaiting Rain (雨を呼ぶ山野)

Color on Paper, Shōwa Period, 1958
Kyūjin Yamamoto (山本丘人) (1900-1986)

#52 Rainy Mountain (山澗雨趣)

Color on Silk, Shōwa Period, 1975
Gensō Okuda (奥田元宋) (1912-2003)

***

Have a look at the ambience at the Yamatane Museum of Art:

Yamatane Museum of Art (山種美術館)

Yamatane Museum of Art (山種美術館)

And for further information, please refer to the details given in the first posting on the Museum (links see above).

Please observe: The order of the names is “first name – family name” in English (the Japanese version follows the Japanese order: “family name – first name”)


Kasai Rinkai Kōen – Tōkyō Sea Life Park (葛西臨海公園 / 東京水族園) (überarbeitet/revised)

9. June 2018

Kasai Rinkai Kōen (葛西臨海公園)

Er gehört zu den Parks, die so weit draußen vor der Stadt liegen, dass man sie bisweilen aus den Augen verliert. Dabei ist der Küstenpark von Kasai (Kasai Rinkai Kōen / 葛西臨海公園) im Tōkyōter Stadtbezirk Edogawa (江戸川区 / えどがわく) ein dermaßen vielfältiges und (zumindest am Wochenende) auch beliebtes Naherholungsgebiet, dass es an der Zeit war, meinen Artikel von 2014 noch einmal zu überprüfen und zu ergänzen.

Lassen Sie sich einladen zu einem Spaziergang an den Gestaden der Bucht von Tōkyō!

Kasai Rinkai Kōen – Tōkyō Sea Life Park (葛西臨海公園 / 東京水族園)
– Maritimes Leben – hautnah erlebt

It is one of those parks that are located so far away from the centre of the city that one keeps on losing track of them. Which is a shame, because the coastal park of Kasai (Kasai Rinkai Kōen / 葛西臨海公園), located in Tōkyōs Edogawa ward (江戸川区 / えどがわく) has such a lot to offer and is (at least at weekends) such a popular recreational area that it was high time to revisit my posting of 2014 and complement it a bit further.

Feel invited for a stroll a the beaches of the Tōkyō Bay!

Kasai Rinkai Kōen – Tōkyō Sea Life Park (葛西臨海公園 / 東京水族園)
– Maritime life – an immediate experience

 


Hinweis: Themen-Ausstellung im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)

8. January 2018

Zum 150. Jubiläum von Taikan Yokoyama ― Die Elite der Künstlerwelt Tōkyōs

Taikan Yokoyama: Yanshan-Rolle (Yamatane Kunstmuseum)

Nicht zum ersten Mal möchte ich auf eine neue Ausstellung des Yamatane Kunstmuseums hinweisen – vorangegangene Hinweise und Details über das Museum finden Sie hier:

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Meisterwerke beweisen die Fortführung einer alten japanischen Tradition

Hinweis: Neue Ausstellung im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Eine Welt voller Blumen – von der Rimpa-Schule zu zeitgenössischer Kunst

Schöne Frauen im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Shōen Uemura und auserlesene “Bijinga” – Gemälde schöner Frauen

Dieses Mal gilt mein Hinweis einem Pionier moderner Nihonga-Malerei, Taikan Yokoyama* (横山大観 / よこやまたいかん) (1868-1958). In einer Sonderausstellung zum 150. Geburtstag und 60. Todestag des großen Künstlers, zeigt das Yamatane Kunstmuseum seine komplette Kollektion von Werken Yokoyamas.

Yokoyama war in eine Samurai-Familie in der Mito Domäne in der damaligen Hitachi-Provinz (heute Präfektur Ibaraki) geboren worden. Im Jahre 1889, die Familie war inzwischen verarmt und schlug sich mehr schlecht als recht mit Sakehandel durchs Leben, schrieb er sich in die erste Ausbildungsklasse der „Kunstakademie Tōkyō“ (東京美術学校 / とうきょうびじゅつがっこう) ein, wo er bei solchen Größen wie Kanzan Shimomura (下村観山), Shunsō Hishida (菱田春草), Gahō Hashimoto (橋本雅邦) und unter der Leitung von Tenshin Okakura (岡倉天心) unterrichtet wurde.

Im Jahre 1898 folgte er Okakura, der die Kunstakademie verlassen hatte (sprich: die Akademie hatte Okakuras künstlerischen Auffassungen nicht geteilt und sich deswegen von ihm getrennt), und beteiligte sich an dessen Gründung einer privaten Kunstschule, der „Japan Art Academy“ (日本美術院 / にほんびじゅついん), die er auch nach dessen Tod im Jahre 1913 am Leben zu erhalten maßgeblich mithalf.
Später gab er sich ganz der Schaffung innovativer Nihonga hin. In seinem Werk überschneiden sich Zeiten und Kulturen (japanische, ostasiatische und westliche) miteinander. Für die Entwicklung von Nihonga in der Meiji-Zeit steht er sozusagen symbolisch.

Besondere Wichtigkeit hat das Werk Yokoyamas für das Yamatane Kunstmuseum, weil dessen Gründer, Taneji Yamazaki, sich dem Künstler eng verbunden fühlte. Deswegen kann diese Ausstellung alle vierzig Werke Yokoyamas, die sich im Besitz des Museums befinden, erstmals seit 1966 wieder komplett präsentieren.

Auch die anderen Künstler, die in der Ausstellung zu sehen sind, pflegten enge Verbindungen zum Museumsgründer. Dazu gehören Kokei Kobayashi (小林古径), Yukihiko Yasuda (安田靫彦) und Seison Maeda (前田青邨). Deswegen bietet die Ausstellung eine einmalige Gelegenheit, die Entwicklung des modernen Nihonga, die von Yokoyama maßgeblich geprägt wurde, zusammen mit den Werken anderer führender Künstler der Tōkyōter Künstlerwelt zu betrachten.

Hier ein paar ausgewählte Werke, die mir freundlicherweise vom Yamate Kunstmuseum zur Verfügung gestellt wurden.

* Bitte beachten Sie, dass ich die Namen in der im Deutschen üblichen Reihenfolge „Vorname, Nachname“ belassen habe und auch die Künstler im übrigen Text mit ihrem Familiennamen nenne – im Japanischen wird grundsätzlich eher der Vorname verwendet; Taikan Yokoyama hat seine Bilder deswegen auch mit “Taikan” signiert.

Abschnitt 1:
Yokoyama als Pionier des Nihonga

Yanshan-Rolle (1910)
Tinte auf Papier

Taikan Yokoyama: Yanshan-Rolle (Yamatane Kunstmuseum)

Tao Yuan-ming (1913)
Tinte und Farbe auf Papier mit Blattgold

Taikan Yokoyama: Tao Yuan-ming (Yamatane Kunstmuseum)

Tao Yuan-ming war ein chinesischer Poet, der während der Zeit der “Sechs Dynastien” (3. bis 6. Jahrhundert n.Chr.) lebte und sich von seinem Beruf als Hofbeamter in seinen Heimatort für ein abgeschiedenes Leben zurückzog. Yokoyama hat eine besondere Vorliebe für Tao Yuan-ming und porträtierte ihn wiederholt. Dieses Gemälde bezieht sich auf ein berühmtes Gedicht Tao Yuan-mings (“Die Rückkehr”) und zeigt den Poeten bei Sonnenuntergang vor dem Stamm einer Kiefer, die nahenden Wolken über den Bergen und die in ihre Nester zurückkehrenden Vögel betrachtend. Dass Yokoyama hier mit den einfachen Formen der Rimpa-Schule experimentierte, kann an der Darstellung des Poeten erkannt werden.

Sakuemons Haus (1916)
Farbe auf Seide mit rückseitigem Blattgold

Taikan Yokoyama: Sakuemons Haus (Yamatane Museum of Art)

Auf diesem Bild erkennen wir einen Bauern, der nach seines Tages Arbeit in den Feldern nach Hause zurück kommt. Im Stall sehen wir sein Pferd, das offensichtlich den nahenden Herrn wahrgenommen hat. Yokoyama hat wiederholt Techniken angewandt, bei denen Objekte ohne gezeichnete Konturen erscheinen. Auf diese Weise hat er einerseits die Modernisierung von Nihonga vorangetrieben, gleichzeitig aber auch Stile gepflegt, die als vage und unklar kritisiert wurden. In der Taishō-Zeit (1912-1925) kehrte er jedoch zu traditionellen Stilen und Techniken zurück. In diesem Bild erinnert die Art und Weise, wie er Blätter gemalt hat, an die heutigen Manga, gleichzeitig referenziert das kräftige Grün des Laubes aber auch in die Lebendigkeit von Yamato-e (大和絵 / やまとえ), den Stil der Heian-Zeit (9. – 12. Jahrhundert).

Mt. Kisen (1919)
Farbe auf Papier

Taikan Yokoyama: Mt. Kisen (Yamatane Kunstmuseum)

Dieses Bild, von dem man glaubt, dass es eine Studie für einen zweiteiligen Wandschirm darstellt, zeigt den Berg Kisen in Uji (宇治 / うじ) südlich von Kyōto (in Gedichten eines Heian-zeitlichen Mönchs bekannt geworden). Die Ockerfarbe, die durch das rötliche Blattgold auf der Papierrückseite entsteht, ist Resultat der verwendeten Papierart (mit rötlichem Blattgold auf der Rückseite). Man geht davon aus, dass Yokoyama diese Technik angewandt hat, um den roten Farbton der Böden Kyōtos zum Ausdruck zu bringen.

Das Papier hierzu hatte Yokoyama eigens herstellen lassen. Dabei wurde die oberste Schicht des geschöpften Papiers nach dem Auftragen des Blattgoldes entfernt, um die Strahlkraft des durchscheinenden Schimmers zu erhöhen.

Uhu (1926)
Tinte und helle Farben auf Seide

Taikan Yokoyama: Uhu (Yamatane Kunstmuseum)

Shunsō Hishida (菱田春草) (1874-1911)
Rückkehr von einem Angelausflug (1901)
Farbe auf Seide

Shunsō Hishida: Rückkehr von einem Angelausflug (Yamatane Kunstmuseum)

Indem sie mit neuen Techniken experimentierten, schufen die Nihonga-Meister Bilder, auf denen die Ansichten ganz ohne mit Tusche gezeichneten Konturen dargestellt wurden. Statt dessen wurde viel mit ausdrucksstarken Schatten gearbeitet, um Atmosphäre und Lichteffekte zu erzeugen – ein Stil, der wie oben schon erwähnt, als vage und unklar kritisiert wurde. Dieses Bild von Hishida stammt aus dieser Zeit.

 

Abschnitt 2:
Die Essenz der Kunst Yokoyamas

Hirtenstar (1927)
Farbe auf Papier

Taikan Yokoyama: Hirtenstar (Yamatane Kunstmuseum)

Der Hirtenstar wird in China als glücksbringender Vogel geachtet. Auch Yokoyama hat diese Vogelart wiederholt gemalt. In diesem Beispiel wurde der Vogel, in einem Feigenbaum sitzend, in Sumi-Tinte ausgeführt.

Mt. Fuji, der heilige Berg (1937)
Farbe auf Seide

Taikan Yokoyama: Mt. Fuji, der heilige Berg (Yamatane Kunstmuseum)

Da dieses Bild das Werk Taikan Yokoyamas am besten repräsentiert, wurde es auch als “Eröffnungs-Bild” für diese Ausstellung gewählt. Beim Betreten der Ausstelllungsräume läuft man direkt auf es zu und hat so die drei Elemente, die man von diesem großen Maler Japans wissen sollte, direkt vor sich: Den Namen “Taikan” (mit dem er seine Bilder signierte), den Fuji (sein bevorzugtes Sujet) und Nihonga (die Stilrichtung, die er ganz maßgeblich mitgeprägt hat).

Frühlings-Fluss und Herbstfarben (1938)
Farbe auf Seide

Taikan Yokoyama: Frühlingsfluss und Herbstfarben (Yamatane Kunstsmuseum)

Frühlingsmorgen (1939)
Farbe auf Seide

Taikan Yokoyama: Frühlingsmorgen (Yamatane Kunstmuseum)

Wie auch auf diesem Bild, hat Yokoyama vorzugsweise die Blüten der Wildkirsche (山桜 / やまざくら) gemalt (dieser Kirschbaum trägt schon zur Blütezeit Blätter).

Göttlicher Geist: Mt. Fuji (1952)
Tinte und helle Farben auf Seide

Taikan Yokoyama: Göttlicher Geist: Mt. Fuji (Yamatane Kunstmuseum)

Dieses Bild war im Grunde Auslöser für die Eröffnung des Yamatane Kunstmuseums, da es dem Museumsgründer unter der Bedingungen von Taikan Yokoyama verkauft wurde, dass er ein Museum für Nihonga eröffnet. Der Fuji fesselte zeitgenössische und moderne Maler, genau wie die Maler der Heian-Zeit – als er mehr und mehr Gegenstand künstlerischer Betrachtung wurde. Yokoyama allein hat in seinem Leben mehr als zweitausend Bilder des Fuji geschaffen.

Abschnitt 3:
Die Elite der Künstlerwelt Tōkyōs

12
Kokei Kobayashi (小林古径) (1883-1957)
Ochsen (1943)
Farbe auf Papier

Kokei Kobayashi Kokei: Ochsen (Yamatane Kunstmuseum)

Yukihiko Yasuda (安田靫彦) (1884-1978)
Minamoto no Yoshitsune in Hiraizumi (1965)
Farbe auf Papier

Yukihiko Yasuda: Minamoto no Yoshitsune in Hiraizumi (Yamatane Kunstmuseum)

Kaii Higashiyama (東山魁夷) (1908-1999)
Jahresende (1968)
Farbe auf Papier

Kaii Higashiyama: Jahresende (Yamatane Kunstmuseum)

Higashiyama hat sich die Worte des Literaturnobelpreisträgers Yasunari Kawabata (川端康成 / かわばたやすなり) (1899-1972) zu Herzen genommen, als er dieses Gemälde – als Teil einer Serie von Gemälden über Kyōto –  schuf: “Male Kyōto jetzt, oder es wird verschwinden!”. Wir alle wissen, wie wahr diese Worte waren.

Der Blick fällt vom Dach des “Kyōto  Hotels” (heute “Hotel Ōkura”) auf die von Schnee bedeckten, traditionellen “machiya”-Häuser Kyōtos in der Neujahrsnacht. Der azurblaue Farbton dieses Bildes ist als “Higashiyama-Blau” bekannt. Man glaubt förmlich, das Geräusch des schweren Schneefalls hören zu können, ja vielleicht sogar den Klang der Tempelglocken in der Neujahrsnacht. Das “Markenzeichen” des Yamatane Kunstmuseums wurde übrigens von diesem Blauton inspiriert, der mit Mineralfarben erzeugt wurde, die Higashiyama besonders geliebt hat.

Dauer der Ausstellung:

3. Januar 2018 bis 25. Februar 2018

Öffnungszeiten:

10 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass: 16:30 Uhr)

(geschlossen am 9. Januar, 13. Februar und an Montagen, außer 8. Januar und 12. Februar)

Eintrittsgelder:

Erwachsene: 1.000 Yen
Schüler der Oberstufe und Studenten: 800 Yen
Kinder und Schüler bis zur Mittelstufe: Eintritt frei
Behinderte mit Ausweis und eine Begleitperson: Eintritt frei

Für Gruppen von 20 und mehr Personen, für im Vorverkauf erworbene Tickets, für wiederkehrende Besucher dieser Ausstellung und Besucher im Kimono werden Nachlässe gewährt.

 

Wenn Sie sich eingehender mit Leben und Werk Taikan Yokoyamas befassen möchten, ist sicher des Künstlers Wohnhaus in Tōkyō für Sie von Interesse (aber auch dann, wenn traditionelle japanische Wohnarchitektur Ihr Steckenpferd sein sollte):

Yokoyama Taikan Memorial Hall (横山大観記念館 / よこやまたいかんきねんかん)

1-4-24 Ikenohata, Taitō-ku, Tōkyō 〒110-0008

Eintrittsgebühr:

Erwachsene: 800 Yen
Schüler der Mittel- und Oberstufe: 650 Yen
Kinder und Grundschüler: 300 Yen
Behinderte: 650 Yen
Jahreskarte: 2.200 Yen

Öffnungzeiten:

10 Uhr bis 16 Uhr (letzter Einlass: 15 Uhr)

Das Gebäude ist grundsätzlich nur Donnerstag bis Freitag und an Feiertagen zu besichtigen. Da von dieser Regel aber auch abgewichen wird, schauen Sie vor einem Besuch des Museums vorsichtshalber auf dessen Webseite (leider nur auf Japanisch) nach. Längere Betriebsferien sind 2018 im Sommer (17.7.2018 bis 31.8.2018) und im Winter (25.12.2018 bis 11.1.2019) vorgesehen.


Teien Bijutsukan (庭園美術館) (ergänzt/supplemented)

4. December 2017

 

Tōkyō Metropolitan Teien Art Museum (東京都庭園美術館)

Für alle, denen Architektur und Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts am Herzen liegen – und hier ganz besonders das Art Déco – ist das Teien Kunstmuseum ein Muss. Und weil gerade unlängst wieder die Möglichkeit hatte, nicht nur die Räumlichkeiten der alten Prinzenresidenz, sondern auch die Ausstellungsräume und den herrlichen Garten mit seinem Teehaus (wichtiges Kulturgut Japans!) zu besuchen, haben meine beiden Artikel zu dem Thema ein paar Ergänzungen erfahren. Verwöhnen Sie sich mit einem kleinen Ausflug in die Welt des Art Déco – und falls Sie es nicht bis ins Teien Kunstmuseum schaffen sollten, klicken Sie doch wenigstens den untenstehenden Link an.

For all of you who care for the architecture and art of the first half of the 20th century – Art Deco in particular – the Teien Art Museum is a must. And because lately I had the chance not just to revisit the splendid rooms of the old princely residence, but also the exhibition halls and the gorgeous garden and its tea house (important cultural property of Japan), also my two postings regarding this museum needed to be supplemented. Spoil yourself with a little excursion into the world of Art Deco – and if you can’t make it to the Teien Art Museum itself, at least click on the link below.

Teien Kunstmuseum (庭園美術館) (German version)
– Art Déco vom Feinsten
Oder: Wo französische Lebensart auf japanische Handwerkskunst trifft

Hinweis: Neue Ausstellung im Teien Kunstmuseum (庭園美術館)(German version)
– Decoration never dies, anyway

Teien Art Museum (庭園美術館) (English version)
– Art Deco at its best
or: Where French savoir-vivre meets Japanese craftsmanship

Tip: New Exhibition at the Teien Art Museum (庭園美術館) (English version)
– Decoration never dies, anyway