Tottori Folk Crafts Museum (鳥取民芸美術館)

5. March 2017

Have a look and be amazed – thanks to Shōya Yoshida

Tottori Mingei Bijutsukan (鳥取民芸美術館)

Tottori Mingei Bijutsukan (鳥取民芸美術館)

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

You don’t know Shōya Yoshida (吉田璋也 / よしだしょうや)? The term “folk crafts” doesn’t ring any bell? Well, with question marks like that on your minde you may not be in the best of companies, but you are just admitting to gaps in education that can easily and joyfully be closed by this little posting.

In order to really understand the Folk Crafts Museum of Tottori (鳥取民芸美術館 / とっとりみんげいびじゅつかん) and its more than 5,000 exhibits which is going to be introduced here, you need to know a bit about its “founding father”, Shōya Yoshida.

Yoshida, who was born on 17th January 1898 in the city of Tottori, the capital of the prefecture (he died on 13th September 1972), was a physician. In Japan he is regarded as one of the key figures when it comes to the “Folk Crafts” movement (民芸運動 / みんげいうんどう), that was developed in the late 20s and early 30s of the 20th century by Sōetsu (Muneyoshi) Yanagi (柳宗悦 / やなぎむねよし). The aim of this movement was to make the poeple aware of the beauty of traditional articles of daily use and to appreciate them beyond the prevailling taste of the time. Yanagi’s slogan was: objects created by average people rise above the criteria of “beauty” and “uglyness”.

The basic philosophy of the folk crafts movement is not entirely without a touch of a bad after taste, as it also encompasses also some nationalistic undertones that can neither be denied nor just explained with the main stream conception of society and history of its time.

Albeit, Shōya Yoshida is – among other things – still renowned in our days for his breathtaking designs that are modern and timeless at the same time. Some potters are still cultivating them. Probably the most famous of his pottery designs is the “ushinotoyaki”-(牛ノ戸焼 / うしのとやき) that still has such a modern touch that you might think it was invented just yesterday. Yoshidas perception of beautiful dishes for daily use is still living on, e.g. in the pottery workshops of the “Inshū Nakaigama” (因州中井窯 / いんしゅうなかいがま) in Nakai Kawaramachi, Tottori. The workshop’s head, Mr. Akira Sakamoto (坂本章 / さかもとあきら) in managing the place already in the third generation. The workshop’s kiln was built in 1945 by Toshiro Sakamoto (坂本俊郎 / さかもととしひろ) and became Shōya Yoshida’s official production site in 1952.

Here are some impressions from the pottery workshop::

If the visit to the folk crafts museum has put you in the right mood for shopping, just turn next door and pay the “Takumi Craft Shop” (たくみ工芸店 / たくみこうぎてん) a visit. There you can also buy the ceramic craft works coming from Akira Sakamoto’s workshop.

Address of the Museum:

Tottori Folk Crafts Museum
651 Sakaemachi, Tottori-shi,
Tottori-ken 〒680-0831

〒680-0831
鳥取県鳥取市栄町651
鳥取民芸美術館

Opening hours of the Museum:

Daily (except on Wednesdays): 10 am to 5 pm
Closed during the New Year holidays and during the installation of new exhibitions.

Admission fee:

Adults: 500 Yen
University students: 300 Yen (student ID necessary)
Seniors from 70 years of age and pupils: frei

Opening hours of the Takumi Craft Shop:

Daily (except on Wednesdays): 10 am to 6 pm
Closed during the New Year holidays.

Address of the pottery workshop and kiln “Inshū Nakaigama” (因州中井窯)

Inshū Nakaigama
Nakai 243-5
Kawaramachi, Tottori-shi
Tottori-ken, 〒680-1224
http://nakaigama.jp

因州中井窯
〒680-1224鳥取県鳥取市河原町243-5
http://nakaigama.jp

Further information about interesting places and venues in Tottori you can find here:

Kurayoshi (倉吉)
– The town of white walls and red roofs

Kotoura-chō (琴浦町)
– Stucco plasterers of the world – watch out!

Tottori Sand Museum (砂の美術館)
-Travel Around the World in Sand

Tottori: Wakasa (鳥取・若桜)
– A gem, hidden in the mountains

 


Tottori Volkskunst-Museum (鳥取民芸美術館)

3. March 2017

Schauen und Staunen dank Shōya Yoshida

Tottori Mingei Bijutsukan (鳥取民芸美術館)

Tottori Mingei Bijutsukan (鳥取民芸美術館)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Sie kennen Shōya Yoshida (吉田璋也 / よしだしょうや) nicht? Sie können mit dem Begriff „Volkskunst“ nichts anfangen? Damit befinden Sie sich zwar nicht unbedingt in guter Gesellschaft, aber Sie offenbaren damit nur Bildungslücken, die hiermit auf unterhaltsame Art und Weise geschlossen werden können.

Um das Volkskunst-Museum von Tottori (鳥取民芸美術館 / とっとりみんげいびじゅつかん), mit seinen über 5.000 Ausstellungsstücken, das hier vorgestellt werden soll, richtig zu verstehen, kommt man nicht ganz ohne Hintergrundwissen um seinen Gründervater Shōya Yoshida aus.


Yoshida, der am 17. Januar 1898 in der Stadt Tottori, der Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur, geboren wurde (gestorben am 13. September 1972), war Arzt und gilt in Japan als eine der Schlüsselfiguren der „Volkskunst“-Bewegung (民芸運動 / みんげいうんどう), die in den späten 1920er und 1930er Jahren von Sōetsu (Muneyoshi) Yanagi (柳宗悦 / やなぎむねよし) entwickelt worden war. Diese Bewegung wollte die Schönheit von traditionellen Gebrauchsgegenständen bewusst machen und sie somit auch vom Zeitgeschmack losgelöst wertschätzen. Yanagis Motto war hierbei: Gegenstände, die von einfachen Leuten hergestellt werden, sind über die Maßstäbe von „Schönheit“ und „Hässlichkeit“ erhaben.

Die Philosophie der Volkskunst-Bewegung ist nicht gänzlich frei eines „Geschmäckles“, da in ihr auch nationalistische Untertöne mitschwingen, die nicht von der Hand zu weisen sind und nicht nur aus dem zeitlichen Zusammenhang ihres Entstehens zu erklären sind.

Dessen ungeachtet ist z.B. Shōya Yoshida heute noch berühmt und geachtet für seine atemberaubend modernen und doch zeitlos wirkenden Designs, die von einzelnen Töpfermeistern bis heute gepflegt werde. Am bekanntesten ist sicher sein wegweisendes „ushinotoyaki“-(牛ノ戸焼 / うしのとやき)-Design, das auch heute noch modern wirkt. Seine Vorstellungen von schönen Gebrauchs-Töpferwaren lebt z.B. in den Werkstätten des „Inshū Nakaigama“ (因州中井窯 / いんしゅうなかいがま) in Nakai Kawaramachi, Tottori, weiter, wo diese gepflegt werden. Die Töpferwerkstatt wird heute in dritter Generation von Herrn Akira Sakamoto (坂本章 / さかもとあきら) geführt. Der dortige Meiler für die Keramikproduktion wurde von Toshiro Sakamoto (坂本俊郎 / さかもととしひろ) im Jahre 1945 errichtet und 1952 von Shōya Yoshida zur offiziellen Produktionsstätte für sein Design erklärt.

Hier ein paar Impressionen aus der Töpferwerkstatt:

Wer sich im Volkskunst-Museum in die rechten Stimmung dazu gebracht hat, kann gleich nebenan im „Takumi Kunsthandwerks-Laden“ (たくみ工芸店 / たくみこうぎてん) die gewonnene Inspiration in Konsum umsetzen. U.a. können die oben erwähnten Keramiken aus den Werkstätten von Akira Sakamoto auch hier erworben werden.

Adresse des Museums:

Tottori Folk Crafts Museum
651 Sakaemachi, Tottori-shi,
Tottori-ken 〒680-0831

〒680-0831
鳥取県鳥取市栄町651
鳥取民芸美術館

Öffnungszeiten des Museums:

Täglich außer mittwochs: 10 Uhr bis 17 Uhr
Geschlossen während der Neujahrsfeiertage und während Ausstellungswechsel.

Eintrittsgebühr:

Erwachsene: 500 Yen
Studenten: 300 Yen (Studentenausweis erforderlich)
Senioren ab 70 Jahren und Schüler: frei

Öffnungszeiten des Takumi Kunsthandwerks-Ladens:

Täglich außer mittwochs von 10 Uhr bis 18 Uhr
Geschlossen an den Neujahrsfeiertagen.

Adresse der Töpferwerkstatt „Inshū Nakaigama“ (因州中井窯)

Inshū Nakaigama
Nakai 243-5
Kawaramachi, Tottori-shi
Tottori-ken, 〒680-1224
http://nakaigama.jp

因州中井窯
〒680-1224鳥取県鳥取市河原町243-5
http://nakaigama.jp

Weitere Artikel über Orte und Einrichtungen in Tottori finden Sie hier:

Kurayoshi (倉吉)
– Die Stadt der weißen Mauern und roten Dächer

Kotoura-chō (琴浦町)
– Bayerische Stuckmeister, aufgepasst!

Tottori Sand-Museum (砂の美術館)
– Eine Weltreise in Sand

Tottori: Wakasa (鳥取・若桜)
– Schmuckstück, versteckt in den Bergen


Die Meiji Maru (明治丸)

24. February 2017

Eisernes Sinnbild für die Modernisierung Japans

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Aufgrund der großen Anzahl der verfügbaren englischsprachigen Quellen zu diesem Schiff, ist keine englischsprachige Version dieses Artikels vorgesehen.
Due to the numerous resources available in English about this ship, an English version of this posting is not planned (but let me know, should a translation make you happy…).

Die Meiji Maru (明治丸 / めいじまる) war ein in ihrer Zeit ungewöhnlich luxuriöses Schiff für die Versorgung von Leuchttürmen. Es war von der japanischen Regierung in Großbritannien in Auftrag gegeben worden, und im Jahr 1873 wurde ihr Kiel auf der Napier & Sons Werft in Govan (Glasgow) gelegt. Nach seiner Fertigstellung im November 1874 wurde es  1875 auf die Reise von Glasgow nach Yokohama geschickt, wo die Meiji Maru im Februar desselben Jahres ankam. Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war sie ein Zweimast-Toppsegelschoner von mehr als 1.000 Tonnen (brutto), einer Länge von 86,6 Metern und einer Breite von 9,1 Metern. Außerdem war sie ausgerüstet mit Doppelschiffsschrauben und zwei Dampfmaschinen mit 1.100 PS (ich habe auch Quellen gefunden, die von 1.530 PS sprechen), die das Schiff auf eine Geschwindigkeit von 11,5 Knoten brachten. Es war damals „state of the art“ und sollte auch auf den Meeren zeigen, dass Japan sich anschickte, sich zu einer modernen Nation zu entwickeln.

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Meiji Maru (明治丸)

Der Meiji Tennō (Mutsuhito, 1852-1912) war an Bord des Schiffes, als es zu seiner Einweihungsfahrt von Yokosuka (横須賀 / よこすか) nach Yokohama (横浜 / よこはま) in See stach (die beiden Städte liegen ungefähr 40 km Luftlinie von einander entfernt). Seinen Namen trägt das Schiff aus gutem Grund: Ebenso modern, wie das Schiff, wollte sich auch der Monarch geben, der die Regentschaft der Shōgune beendet und das Heft der Macht wieder in die eigenen Hände genommen hatte.

Der Kaiser, den bisher kaum ein Mensch zu sehen bekommen hatte, tat alles, um seine neu gewonnene Macht zu festigen. Besuchsfahrten in alle Winkel seines Reiches gehörten dazu und steigerten seine Popularität ungemein.
Auf seiner Tour durch den Nordosten der japanischen Hauptinsel und Hokkaidō ging Kaiser Meiji in Aomori (青森 / あおもり), Nordjapan, 1876 an Bord der Meiji Maru und segelte mit ihr nach Hakodate (函館 / はこだて) in Hokkaidō (北海道 / ほっかいどう) – beide Städte werden nur von der hier etwa 120 km breiten die Tsugaru-Straße (津軽海峡 /  つがるかいきょう) getrennt. Seine Reise endete am 20. Juli 1876 mit seiner Ankunft in Yokohama in der Präfektur Kanagawa (神奈川県 / かながわけん). Dieser Tag wird bis auf den heutigen Tag als „Tag des Meeres“ (海の日 / うみのひ) als Nationalfeiertag begangen.

Die Meiji Maru war für ungefähr 20 Jahre im Einsatz als Versorgungsschiff für Leuchttürme, bevor sie 1896 als Trainingsschiff für die Seefahrtsschule (東京商船学校 / とうきょうしょうせんがっこう) in Reiganjima ( 霊岸島 / れいがんじま), heute Shinkawa (新川 / しんかわ) im Tōkyōter Bezirk Chūō (中央区 / ちゅうおうく) vor Anker ging und schließlich bei der Verlegung der Schule nach Etchūjima (越中島 / えっちゅうじま) (1902) im Bezirk Kōtō (江東区 / こうとうく) dorthin umzog. Bereits 1897 war das Schiff ins Eigentum der Schule übergegangen und 1901 zu einem Dreimast-Vollschiff umgebaut worden, um von da an fest vor Anker zu verbleiben.
Die Seefahrtsschule wurde 1925 zur Seefahrts-Hochschule (東京高等商船学校 / とうきょうこうようしょうせんがっこう) und schließlich nach dem zweiten Weltkrieg (in Zwischenschritten) zum Etchūjima-Campus der heutigen Ozeanischen Hochschule Tōkyō (東京海洋大学 / とうきょうかいようだいがく).

Die Meiji Maru blieb „Klassenzimmer“ für die Ausbildung der jungen Seefahrer für ungefähr 50 Jahre bis 1945 und hat dabei über 5.000 junge Seeleute kommen und gehen sehen. Sie kenterte zweimal während verheerender Taifune (1911 und 1917), überstand aber das große Kantō-Erdbeben (1923) und die Luftangriffe der Alliierten im März 1945. Während beider Katastrophen diente das Schiff als Auffanglager für Opfer und hat sich dadurch einen besonderen Platz im Herzen der Einwohner des Kōtō-Bezirks (江東区 / こうとうく) gewonnen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden sowohl das Schiff, als auch die Schulgebäude von den Besatzungsmächten konfisziert. Das führte dazu, dass sich niemand mehr um die Meiji Maru kümmern konnte (andere Quellen sprechen davon, das Schiff sei von den Besatzungskräften als Kantine verwendet worden) und schließlich dazu, dass sie 1951 volllief und im Campus-See sank. Die Meiji Maru konnte aber geborgen werden und aus Anlass ihres 85. Jubiläums im Jahre 1960 wurde damit begonnen, sie zu restaurieren. Bei der Gelegenheit wurde sie auch an ihren heutigen Standort verbracht. Zu ihrem 100. Geburtstag im Jahre 1975 wurde erneut an der Wiederherstellung des Schiffes gearbeitet – unterstützt durch Spenden von Alumni der Hochschule und der Schiffsindustrie.

Die Meiji Maru ist das einzige Schiff Japans, das heute noch erhalten ist, das komplett aus Eisen hergestellt worden war (nicht, wie heute, aus Stahl). Seine Einzigartigkeit und seine historische Bedeutung schlugen sich im Mai 1978 in einer Anerkennung als wichtiges Kulturgut nieder.

Auch wenn das Schiff nach den letzten Renovierungsarbeiten (2015) schon von außen einen wirklich überwältigenden Eindruck macht, so ist doch sein Inneres von besonderem Interesse, denn es ist nicht nur das einzige Schiff, das über eine nur dem Kaiser vorbehaltene Kabine (schmückend „Thron / 御座所 / ごやしょ” genannt) verfügt, sondern auch über einen recht prächtig ausgestatteten Salon, der sicher nicht typisch für ein Versorgungsschiff gewesen sein mag.

Schauen Sie sich aber auch die historischen Gebäude auf dem Etchūjima-Campus der Ozeanischen Hochschule an. Das Hauptgebäude stammt aus dem Jahre 1932, als es ein ursprünglich hölzernes Schulgebäude ersetzte, das während des großen Kantō-Erdbebens niedergebrannt war. An diesem Campus sind die Abteilungen “Maritime Systems Engineering”, “Elektronik und Maschinenlehre” und “Logistics und Informatik” der Fakultät für Marine Ingenieurwissenschaften untergebracht.

Ozeanische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Außerdem befinden sich auf dem Gelände der Universität zwei Sternwarten, die hier im Juni 1903 errichtet wurden. Das erste von beiden soll das fortschrittlichste Teleskop des Orients seiner Zeit sein Eigen genannt haben. Beide wurden im Dezember 1997 als Kulturgüter anerkannt.

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学)

Gleich nebenan befindet sich eine Gedenkstätte für Kapitän Genzaburō Kan (菅源三郎 / かんげんざぶろう) (1883-1942), der sich als Abgänger von dieser Hochschule und Kapitän der “Nagasaki Maru” einen Namen gemacht hat, als das Schiff im Jahre 1942 vor der Einfahrt in den Hafen von Nagasaki von Minen versenkt wurde und er tatsächlich erst als letzter Mann von Bord ging. Auch wenn man ihm seinerzeit keinerlei Schuld am Untergang der “Nagasaki Maru” geben konnte, fühlte er sich für den Tod von 13 getöteten und 26 vermissten Kameraden verantwortlich und brachte sich drei Tage später selbst um.

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学), Genzaburō Kan (菅源三郎)

Ozeanographische Hochschule, Tōkyō (東京海洋大学), Genzaburō Kan (菅源三郎)

Und wenn mir jetzt noch jemand erklären kann, warum japanische Schiffe immer “Maru” (丸 / まる) heißen, was ja eigentlich “Kreis” oder “Rund” bedeutet… Wikipedia bietet mehrere Erklärungen dafür, aber es wird ja hoffentlich auch eine richtige geben…

Adresse des Schiffes:

Meiji Maru
Etchūjima Campus of
Tōkyō University of Marine Science and Technology
2-1-6, Etchūjima, Koto-ku, Tōkyō

Telefon: 03-5245-7360

〒135-8533 東京都江東区越中島2-1-6
東京海洋大学 越中島キャンパス
明治丸

Öffnungszeiten:

Grundsätzlich dienstags und donnerstags, sowie an jedem ersten und dritten Samstag im Monat:
10 Uhr bis 16 Uhr (April bis September)
10 Uhr bis 15 Uhr (Oktober bis März)
Sonderöffnungen an zwei Sonntagen im November

Geschlossen vom 1. August bis 31. August.
Geschlossen vom 16. Dezember bis 15. Februar (gemäß Internetseite der Universität).

Für 2017 galten aber auch schon für die Monate Januar und Februar die oben genannte Regel grundsätzlich. Zusätzlich ist im März auch noch am Samstag, den 25.3, Sonntag, den 26.3 und Freitag, den 31.3. geöffnet.
Es wurde darauf hingewiesen, dass das Schiff von 10 Uhr bis 15 Uhr (letzter Einlass um 14.30 Uhr) besichtigt werden kann.

Während der Schließungszeiten im Winter kann das Schiff, solange der Campus geöffnet ist, von außen besichtigt werden. Für Gruppen von 10 und mehr Besuchern können aber auch in dieser Zeit Besichtigungen nach vorheriger Anmeldung durch geführt werden.

Eintritt frei

Ein weiteres historisches Schiff bei der Ozeanographischen Hochschule:

Wer noch mehr über historische Schiffe in Tōkyō erfahren möchte, für den ist der Shinagawa Campus der Ozeanografischen Universität Tōkyōs interessant, auf dessen Gelände sich z.B. auch die Unyō Maru (雲鷹丸 / うんようまる), ein in Japan gebautes Schulschiff aus dem Jahre 1909, befindet. Die Unyō Maru wurde über 20 Jahre auf 33 Fahrten in erster Linie für Seefangstudien eingesetz. Später diente es, wie die Meiji Maru, Trainingszwecken und wurde zuletzt von 2012 bis 2014 aufwändig restauriert.

Leider konnte ich keine Möglichkeit zur Besichtigung ausfindig machen. Hier ein paar optische Eindrück von dem Schiff, so wie es eben von außen gesehen werden kann:

Adresse:

Unyō Maru
Shinagawa-Campus of
Tōkyō University of Marine Science and Technology
4-5-7 Kōnan, Minato-ku
Tōkyō 108-0075

〒108-8477 東京都港区港南4-5-7
東京海洋大学品川キャンパス
雲鷹丸

Sie interessieren sich für Schiffe?

Dannn lohnt es sich natürlich immer, auch hier einmal vorbei zu schauen:

Yokohama: Hikawa Maru (氷川丸)
– Das bewegte Leben der „Königin des Pazifiks“


Tottori (鳥取): Wakasa (若桜) (Engl.)

21. February 2017

A gem, hidden in the mountains

Wakasa, Kura Dōri (若桜・蔵通り)

Wakasa, Kura Dōri (若桜・蔵通り)

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

At the end of non-electrified the railroad “Wakasa line” (若桜鉄道 / わかさてつどう), that is still regularly serviced by an old steam locomotive, you’ll find the town center of Wakasa (若桜 / わかさ), a village that, with quite a number of hamlets, streches out into the nearby valleys. It is surrounded by densely wooded mountains with peaks between 1,200 and 1,500 metres and is located about 30 km southeast of the prefecture’s capital, Tottori (鳥取市 / 鳥取市).

The little town never really gained historic significance, but in the old days its abundance of wood brought some splendor to it. From the Kamakura era (1185-1333) it is known, that Wakasa’s wood was brought down to the sea shore via the mountain rivers and shipped to Kamakura from there. During the Edo period (1603-1868) the cultivation of rice was intensified to meet the growing population’s demand. The plentifulness of the mountains’ waters offered the perfect foundation for it. But they also were the cause for terrible floodings (especially in 1815 and 1888).

Today Wakasa is mainly known for its steam locomotive, but also for its particularly delicious radish.

The tracks of the “Wakasa line” are just 19.2 km long. But since 1 Dec. 1930 they connect the town with the station of Kōge (郡家駅 / こうげえき) in Yazu (八頭町 / やずちょう) and from there it’s just a short ride to the prefectural capital. Until 1974 also freight was transported on this line, but in our days, it is just used for passenger trains. I’m writing so much about this railway, because Wakasa is particularly proud of its old steam engine type JNR class C12, of which between 1932 and 1947 as many as 282 were built. The specimen you can see here was built in the year Shōwa 13 (i.e. 1938) and is fully functional. Compared with that, the diesel locomotive from the 70s of last century, which you can also see here (type JNR class DD16), looks almost modern. People here are also very proud of their old railway turntable from 1930 that is still in operation today.

Location of Wakasa station:

However, even if you think that visiting Japan just for the sake of historic railways is not worth the trip (the more contemporary trains of Japan may in fact be much more impressive), you haven’t come to the wrong place at Wakasa. This little town is among the most charming ones, and – praise the lord – not one of those terribly obstructed ones.

There are two streets in walking distance from the station I would like to draw your attention to:

The Kura Dōri (蔵通り / くらどおり).

This rather romantic street is nestled between a long row of old warehouses (蔵 / くら) and the temple district of Shimomachi (下町 / しもまち) and its particularly quaint Buddhist temples Shōei-ji (正栄寺 / しょうえいじ) and Saihō-ji (西方寺 / さいほうじ), that look much older than the other buildings of Wakasa.

Wakasa, Saihō-ji (若桜・西方寺)

Wakasa, Saihō-ji (若桜・西方寺)

This part of town is the “result” of a devasting fire that happened in 1885 and destroyed major parts of it. Considering the consequence of the previous style of buildings and housing the construction of fire-proof “kura” was forced (not unlike what happened in Kawagoe around the same time). Also for the larger buildings of temples it became a regulation to leave more distance between the buildings and to the next street.

And something that might also find your interest: The whole Kura Dōri has been equipped with water nozzles in its pavement. These nozzles spray hot spring water onto the pavement, to keep it free from snow and ice in winter.

Parallel to the Kura Dōri runs

the Kariya Dōri (カリヤ通り / かりやどおり).

This is the main street of Wakasa so to speak. It gains its charm from its well preserved old town houses, quite a number of long established businesses and – among other things – a sake brewery. The cosiness of this street also is a result of the strict building code that was enforced after the big fire from 1885. One of the most breathtaking features are the streams of water flowing on either side of the street. In front of some house these water channels have been widened to form basins, some houses even used the streams to supply fresh water to basins in their entrances. And that is where the families keep gorgeous carps (they are, perhaps, so gorgeous, because they are generously stuffed with kitchen waste…).

Three of the buildings at the Kariya Dōri are worth a closer look:

First, let’s take a look at the tiny “Shōwa Toy Museum” (昭和おもちゃ館 / しょうわおもちゃかん):

It may not be a museum of international reputation, but if you are looking for toys, household tools and electric appliances of the Shōwa era (1926-1989) or if rummage around for old fashioned sweets is your thing, this is the place you might want to consider.

Open daily (except Tuesday) from 10 am to 5 pm.
Admisstion fee: adults: 200 Yen / children up to 12 years of age: 100 Yen.

Location of the Shōwa Toy Museums:

Are you interested in Japanese sake? Then pay a visit to the “Ōta Sake Brewery” (太田酒造場 / おおたしゅぞうじょう). This sake brewery that was founded in 1909 takes advantage of the high quality spring waters of Wakasa and still abides by the principle of “quality, not quantity” – annual production is limited to 10,000 standard bottles (1.8 liters = 一升瓶 / いっしょうびん).

The brand name of the brewery is known beyond the borders of the prefecture: “Benten Musume” (辨天娘 / べんてんむすめ).
And yet, in 1992 it looked like the final nail was put in the brewery’s coffin, when it became impossible to recruit enough sake brewers to continue production – due to the dramatic decrease in rural population. Only in 2002 production could be resumed, starting with a meagre 1,080 litres of sake.
Since 2010 the brewery is so proud of the fact that it uses local ingredients only, that it puts the name of every contributing rice farmer on its bottles.
Usually, I don’t engage in clumsy promotion of products on this website, but the brewer’s family was of such a hospitable nature, that I feel compelled to make an exception from the rule.

Location of the Ōta Sake-Brauerei:

Doesn’t sightseeing make you hungy? Well, then it’s time for a little something. Why not trying the “Dining Café Arata” (ダイニングカフェー新 / あらた) – assuming you love pork, because that’s the specialty of the place. The restaurant is splendidly accomodated by a particularly gorgeous but traditional town house.

Location of the restaurant “Arata”:

Diving into times even longer passed is an old Buddhist temple that also belongs to the community of Wakasa: The Fudōin Iwayadō (不動院岩屋堂 / ふどういんいわやどう), that dates back to the year 806 when it was founded as part of a larger temple compound (there are also sources mentioning that it was built in the Muromach period (1333-1392)). It is also reported that this temple was the only part that survived during severe destruction in 1581 (Hideyoshi Toyotomi’s invasion of Inaba). In the 50s of last century extensive restoration work was undertaken, and finally the temple was registered as an important cultural asset of the country. Furthermore, it is amoung the 100 most popular buildings of the prefecture. And there is a good an obvious reason for it: Its location! It was fitted into a cave 13 metres above the ground. Isn’t that extraordinary?!

But also have a look at the details: The Fudōin Iwayadō is also home to a small wooden statue that was carved centuries ago. Legend has it that it was Kōbō-Daishi (the founder of Shingon Buddhism) himself who carved it (hence, it must be more than 1,200 years old). It is said, that this little statue was miraculously spared when the temple was devastated, because it represent the God of Fire. Twice a year (on March 28 and July 28) holy fires (goma / 護摩 / ごま) are being held here, when the statue is displayed in public.

Right next to the Fudōin Iwayadō you’ll pass the also rather romanticly placed Iwaya Jinja (岩屋神社 / いわやじんじゃ) in front of a steep and rocky wall and surrounded by old trees. Just have a look at that mossy approach to the main building of the shrine.

Location of the Fudōin Iwayadō:

Don’t you agree: When in Tottori, there are quite a number of reasons for some side trips – especially, when it comes to this easy-to-reach village in the mountains. I’m sure you’ll fall for its charm and the hospitality of its inhabitants.

And if this has triggered some interest in Tottori in you, why don’t you have a look here:

Kurayoshi (倉吉)
– The town of white walls and red roofs

Kotoura-chō (琴浦町)
– Stucco plasterers of the world – watch out!

Tottori Sand Museum (砂の美術館)
-Travel Around the World in Sand

Tottori Folk Crafts Museum (鳥取民芸美術館)
– Have a look and be amazed – thanks to Shōya Yoshida


Tottori (鳥取): Wakasa (若桜) (dt.)

19. February 2017

Schmuckstück, versteckt in den Bergen

Wakasa, Kura Dōri (若桜・蔵通り)

Wakasa, Kura Dōri (若桜・蔵通り)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Am Ende einer nicht elektrifizierten Bahnlinie, der „Wakasa Bahn“ (若桜鉄道 / わかさてつどう), die regelmäßig auch noch von einer alten Dampflok bedient wird, befindet sich der Ortskern von Wakasa (若桜 / わかさ), einer Gemeinde, die sich, verteilt auf einzelne Ortsflecken, in mehrere Täler erstreckt. Umgeben von Bergen mit einer Höhe zwischen 1200 und 1500 Metern und gut 30 km südöstlich von der Stadt Tottori entfernt.

Geschichtliche Bedeutung hat das Städtchen nie erlangt, es aber in alten Tagen mit seinem Holzreichtum zu einer gewissen Stattlichkeit gebracht. Aus der Kamakura-Zeit (1185-1333) ist bekannt, dass Holz und Reis den Fluss hinab ans Meer gebracht und von dort verschifft wurde. Während der Edo-Zeit (1603-1868) wurde der Reisanbau intensiviert – der Wasserreichtum der Gebirgslandschaft bildete die ideale Grundlage dafür, sorgte aber auch für teilweise verheerende Überschwemmungen (namentlich in den Jahren 1815 und 1888). Heute ist Wakasa in erster Linie für seine Dampflok, aber auch für seinen besonders leckeren Rettich berühmt.

Die 19,2 km lange Strecke der „Wakasa Bahn“ verbindet seit dem 1. Dezember 1930 Wakasa mit dem Bahnhof Kōge (郡家駅 / こうげえき) in Yazu (八頭町 / やずちょう) und von dort mit der Hauptstadt der Präfektur. Bis 1974 wurden auch Güter auf dieser Strecke transportiert, heute verkehren nur noch Personenzüge. Ich gehe etwas genauer auf diese Bahnstrecke ein, weil die Gemeinde besonders stolz auf ihre alte Dampflok der Baureihe JNR Class C12 ist, von denen zwischen 1932 und 1947 ganze 282 Stück gebaut wurden. Das hiesige Exemplar stammt aus dem Jahr Shōwa 13 (lies und sprich: 1938) und ist voll funktionstüchtig. Dagegen wirkt die aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts stammende, ebenfalls eher museale Diesellok aus der Baureihe JNR Class DD16 fast schon modern. Besonders stolz ist mal auch auf eine Drehscheibe aus den Anfangsjahren der Eisenbahn und das historische Bahnhofsgebäude, das noch aus dem Jahre 1930 erhalten ist und bis heute genutzt wird.

Lageplan des Bahnhofs von Wakasa:

Wer aber der Meinung sein sollte, man müsse historischer Eisenbahnen wegen nicht unbedingt nach Japan reisen (die modernen Eisenbahnbetriebe sind hier ja auch wesentlich eindrucksvoller), ist in Wakasa dennoch nicht fehl am Platze. Der Ort gehört nämlich auch zu den eher beschaulichen und – Göttin sei Dank – nicht verbauten. Zwei Straßen im Zentrum (und in Bahnhofsnähe) möchte ich hervorheben:

Die Kura Dōri (蔵通り / くらどおり).

Sie verläuft direkt zwischen einer langen Reihe alter Lagerhäuser (蔵 / くら) und dem Tempelviertel von Shimomachi (下町 / しもまち) mit den besonders altertümlich wirkenden buddhistischen Tempeln Shōei-ji (正栄寺 / しょうえいじ) und Saihō-ji (西方寺 / さいほうじ), die wesentlich älter wirken, als die restliche Bebauung Wakasas.

Wakasa, Saihō-ji (若桜・西方寺)

Wakasa, Saihō-ji (若桜・西方寺)

Dieses Viertel haben wir heute sozusagen einem Großbrand im Jahre 1885 zu „verdanken“, dem Großteile der Stadt zum Opfer gefallen waren. Danach wurde der Bau von Gebäude im feuerfesten „Kura“-Stil forciert (ähnlich, wie das ja auch in Kawagoe geschehen ist). Auch für die Tempelgebäude war großzügiger Abstand von einander und der nächsten Straße vorgeschrieben.

Auffallend auch: Die Kura Dōri ist durchgängig mit Wasserdüsen im Pflaster versehen, über die im Winter heißes Quellwasser versprüht wird, das die Straße schnee- und eisfrei hält.

Parallel zur Kura Dōri verläuft

Die Kariya Dōri (カリヤ通り / かりやどおり).

Und die ist sozusagen die Hauptstraße der kleinen Stadt mit gut erhaltenen, alten Stadthäusern, einer Vielzahl alt eingesessener Geschäfte und u.a. auch einer Sakebrauerei. Auch die Bebauung dieser Straße geht auf die strikten Bauregeln zurück, die nach dem verheerenden Großbrand von 1885 erlassen worden waren. Eines der atemberaubendsten „features“, das in dem Zusammenhang entstanden ist, sind allerdings die Wasserläufe rechts und links der Fahrbahn, die vor einigen Häuser zu Becken verbreitert wurden, ja deren Wasser teilweise sogar in die Eingangsbereiche der Häuser geleitet wird, wo man u.a. prächtige Karpfen hält (die sich besonders über Essensreste vom in den Becken gespülten Geschirr freuen).

Drei der Gebäude in der Kariya Dōri möchte ich hervorheben:

Da ist zunächst das kleine „Shōwa Spielzeug-Museum“ (昭和おもちゃ館 / しょうわおもちゃかん):

Kein Museum von Weltruf, aber wenn Sie sich für Spielsachen, Haushaltsgeräte und Elektronik der Shōwa-Zeit (1926-1989) interessieren und in einem altmodischen Süßigkeitenladen kramen wollen, sind Sie hier richtig.

Geöffnet täglich außer dienstags von 10 Uhr bis 17 Uhr.
Eintritt: Erwachsene: 200 Yen / Kinder bis einschließlich 12 Jahre: 100 Yen.

Lageplan des Shōwa Spielzeug-Museums:

Sie interessieren sich für Sake? Dann statten Sie der „Ōta Sake-Brauerei“ (太田酒造場 / おおたしゅぞうじょう) einen Besuch ab. Diese im Jahr 1909 gegründete Brauerei profitiert von der besonders hohen Qualität des Brauwassers und arbeitet auch heute noch nach der Maxime „Klasse statt Masse“ – die Produktion beschränkt sich auf eine Menge, die gerade mal für 10.000 Standardflaschen (1,8 Liter = 一升瓶 / いっしょうびん) ausreicht.

Über die Präfekturgrenzen hinaus bekannt ist der Markenname der Ōta-Brauerei: „Benten Musume“ (辨天娘 / べんてんむすめ).
Dabei schien das Schicksal der Brauerei schon 1992 besiegelt, als man (aufgrund des drastischen Bevölkerungsrückgangs in der ländlichen Gemeinde) nicht mehr genügend Sake-Braumeister zur Aufrechterhaltung der Produktion fand und diese einstellen musste. Erst 2002 konnte die Produktion wieder mit zunächst 1.080 Litern Sake aufgenommen werden.
Und seit 2010 ist man so stolz darauf, seinen Sake nur mit lokalen Ingredienzien herzustellen, dass man auch die Namen der Reisbauern auf seinen Sakeflaschen mit angibt.
Ich mache sonst ja eher keine plumpe Reklame auf dieser Seite – aber die Brauerfamilie war dermaßen gastfreundlich, dass ich mich zu einer Ausnahme hingerissen fühle.

Lageplan der Ōta Sake-Brauerei:

Und da Sightseeing ja bekanntlich hungrig macht, gönnen Sie sich einen kleinen Imbiss, z.B. im “Dining Café Arata” (ダイニングカフェー新 / あらた) – Voraussetzung ist, sie mögen Schweinefleisch, denn das ist die Spezialität des Hauses. Das Restaurant ist in einem ganz besonders prächtigen und gut ausgestatteten, traditionellen Stadthaus untergebracht.

Lageplan des Restaurants “Arata”:

Ebenfalls auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich der besonders mystisch wirkende Tempel Fudōin Iwayadō (不動院岩屋堂 / ふどういんいわやどう), der auf eine Gründung im Jahre 806 zurückgeht und bis ins Mittelalter Teil eines größeren Temple-Ensembles war (wobei andere Quellen von einer Errichtung in der Muromachi-Zeit (1333-1392) sprechen). Es wird gesagt, dass er als einziges Gebäude die Zerstörungen des Jahres 1581 (Hideyoshi Toyotomis Überfall auf Inaba) überstanden hat. In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde umfangreich restauriert und das Bauwerk 1953 als wichtiges Kulturgut des Landes anerkannt. Außerdem gehört er zu den 100 populärsten Gebäuden der Präfektur. Und das aus gutem Grund, denn schon der Umstand, dass er in 13 Metern Höhe in eine Höhle eingepasst wurde, macht ihn bemerkenswert.

Aber beachten Sie auch die Details: Der Fudōin Iwayadō ist auch die Heimstätte einer kleinen, hölzernen Statue, die vor Jahrhunderten geschnitzt wurde. Der Legende nach war es Kōbō-Daishi (der Gründer des Shingon Buddhism) selbst, der sie geschaffen hat (d.h. sie ist über 1.200 Jahre alt). Außerdem erzählt man sich, dass diese kleine Statue auf wundersame Weise die Zerstörungen der Vergangenheit überdauert hat, weil sie die Gottheit des Feuers repräsentiert. Zweimal jährlich (jeweils am 28. März und 28. Juli) werden hier heilige Feuerrituale (goma / 護摩 / ごま) durchgeführt und die Statue bei der Gelegenheit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Direkt rechts neben dem Fudōin Iwayadō kommt man am nicht weniger verträumt unter hohen Bäumen und vor einer steilen Felsfand stehenden Iwaya Jinja (岩屋神社 / いわやじんじゃ) vorbei – der schon aufgrund seines surreal wirkenden, grün bemoosten Zugangs ungewöhnlich wirkt.

Lageplan des Fudōin Iwayadō:

Wenn Sie in Tottori sind, sollten Sie also ein paar Gründe haben, einen Abstecher in dieses leicht zu erreichende Gebirgsdorf zu machen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie sich seinem Charme und der Freundlichkeit seiner Bewohner kaum entziehen können werden.

Und wenn Sie an weiteren Orten und Einrichtungen in Tottori interessiert sind, schauen Sie doch auch mal hier vorbei:

Kurayoshi (倉吉)
– Die Stadt der weißen Mauern und roten Dächer

Kotoura-chō (琴浦町)
– Bayerische Stuckmeister, aufgepasst!

Tottori Sand-Museum (砂の美術館)
– Eine Weltreise in Sand

Tottori Volkskunst-Museum (鳥取民芸美術館)
– Schauen und Staunen dank Shōya Yoshida


Tottori Sand Museum (砂の美術館) (Engl.)

20. January 2017

Travel Around the World in Sand

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

It is not entirely unlikely that you have heard of the Great Dunes of Tottori (and even if you have never heard of them, you may have read about them in one of my recent postings when I was mentioning Kaori Mizumori’s “Tottori Sakyū” – which just means “Tottori Dunes”). I am going to tell you more about them in the near future.

However, the “Sand Museum” right next the dunes seems to be less famous. And, I have to admit, when I first heard about this museum my image of it was a rather tacky and touristy one. How wrong I was! Believe it or not: The Sand Museum is quite something!

The Sand Museum (砂の美術館 / すなのびじゅつかん) of Tottori (鳥取 / とっとり) has its own slogan: “Travel Around the World in Sand”.  And it has abided by this motto since its foundation in 2006 (until 2012 it was housed in temporary buildings – and since then in the spacious hall that was built for it) in quite a variety of ways. The grand exhibitions of giant and yet delicate sand sculptures are changing every year and are usually devoted to one particular region on the globe. So far the following topics have been covered:

  • Italia/Renaissance (2006/2007)
  • World Heritage of Asia (2008)
  • Austria (2009)
  • Africa (2010)
  • United Kingdom (2012)
  • Southeast Asia (2013)
  • Russia (2014
  • Germany (2015).

During my visit to Tottori I had the chance to see the last exhibition that was dealing with the South American continent, its history, its nature and its culture (exhibition period: April 16, 2016 to January 31, 2017). I would like to get into a little more detail about this exhibition, while taking the official descriptions given for each exhibit into consideration.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The grand sculptures to be seen at the Sand Museum are actually (and really!) just made of sand and water – other substances (e.g. to increase stability) are not being used. A rough description of the process of preparing the sculptures can be seen on the picture below (click to enlarge).

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

And should you want to know the artists behind this magnificent works of art, have a look, here they are:

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

But let’s have a closer look at the exhibits. Click on the images to enlarge them and to enjoy them in greater detail – you’ll find out: They are really amazing!

1) Animals of the Amazon

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The region of the Amazon forms the largest rain forest of the world. It covers an area that stretches from Brazil to nine countries and accounts for half of all the rain forests of the earth. With that the Amazon Basin is the “green lung” of the world, and might deliver as much as a third of our planet’s oxygen. The thick forests with their humid environment are the perfect habitat for all sorts of animals.
The aquatic and land animals of South America have adapted to their specific environments during the course of evolution. Top of the food circle is the jaguar – it is not only a fast hunter, but is also able to follow its prey up into the trees. The sand sculpture shows the sleek cat of prey, but also the exotic toco toucan with a beak so beautiful that it is even called “jewel”, and the colorful Macaw are drawing their circles in the sky. Also in our days there are still new species being discovered in the Amazon Basin – the treasure chest of the world’s living creatures.

2) Iguazú Falls and the Indios

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

Since my first trip to South America the Falls of Iguazú are – for me – among the most impressive places on the face of this earth. They are also being considered the largest in the world. Have a look at a photo I took during that trip:

Iguazú Falls

Iguazú Falls

The Falls of Iguazú transport 65,000 tons of water – every second! These water masses are cascading gigantic walls of rocks and moisten the tropical rain forest in their area. Here is were Indios live together with their animals and plants. They have collected exquisit knowledge about life in these forests over hundreds of years and have adapted to the dangers that lurking from the jungle. The Idio’s hammocks are as much part of their “survival techniques” (as they protect them from insects living on the ground) as their weapons, e.g. bow and arrow.
The various tribes distinguish themselves by jewelry in their noses and ears, but also by characteristic folk costumes. Even though the Indio people were dramatically decreased during the “Age of Discovery” and its western invasions, there are tribes remaining until the present day. Recently Indios have continued to develop their original culture again, surrounded and influenced by the rich nature under the rainbows of the Falls of Iguazú.

3) Coffee Cultivation and Salto Ángel

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

During the first half of the 18th century coffee and its cultivation techniques were brought by the Europeans to South America, via the West Indies and the Carribean Islands. Before long coffee became one of the major economic factors for some of South America’s countries. Tropical areas with changing seasons with lots of rain and dry periods are the perfect environment for growing coffee. And coffee grown in the highlands is supposed to be of particularly high quality. The Guayana highlands stretch over six countries in the northern part of South America. One of the best known areas for coffee cultivation is the Salto Ángel in Venezuela. The sand sculpture shows coffee workers in the highlands with Salto Ángel in the background.

4) Modern Architecture in Brazil

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The new capital of Brazil was founded 1960 in the Brazilian highland: Brasilia. The plan to relocate the capital actually dated back to the days of the Portuguese colonial period – but it took 200 years until it eventually was put into reality. While building this town from scratch, there was a strong will to sweep away old images and to create a new Brazil. Major buildings of the city like the National Congress Building or the Metropolitan Cathedral of Brasilia were designed by Oscar Niemeyer. The usage of curves and geometry is characteristic of the design. This neo-futuristic architecture expresses the thoughts of the people looking toward a new Brazil and a bright future.

5) Machu Picchu – City in the Sky

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

Machu Picchu is located on the top of a mountain 2,430 metres above sea level over the Urubama valley in southeast Peru. The city had been lost (or unknown) for a long time – only about 100 years ago, it was re-discovered by the US-American archeologist Hiram Bingham when he was exploring this area (at least that’s the official version of Macchu Picchu’s discovery). Nowadays this mystical city is world famous. And since it cannot be seen from the foot of the mountain, but only from above, it is called “City in the Sky”.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

It was part of the Inca empire that flourished in Cusco, Peru. The terraced fields that account for about the half of the five square kilometres large area were used as agricultural land, while the approximately 200 buildings were used as temples, palaces and residents. But since the Inca civilization did not have letters or other ways of documenting its culture and history, it is veiled in mystery when and for what purpose the buildings were constructed.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

In present times, the city is a major tourism spot in South America and attracts crowds of tourists that search for its mysterious stone ruins and beautiful scenery. In 1983, Machu Picchu and the historic district of Cusco were registered as world heritage.

6) The Townscape of Cusco

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

Cusco, the capital of the Inca empire, is located in a highland 3,400 metres above sea level – hence, 1,000 higher than Machu Picchu, the “City in the Sky”. It is said that the footprint of the city’s historic centre resembles the shape of a puma, if seen from above. The reddish brown of the roofs’ tiles dominate the city’s apprearance.
Together with the mighty walls built by the Inca they tell us about the city’s shape in those old days.

The Plaza de Armas (located in the centre of the city – as in most of the South American cities) and the Santo Domingo church that was built on the foundation of the Qurikancha Temple from the Inca period, let us feel the appearance during the Spanish colonization period.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

It is assumed that the Inca empire with Cusco in the center was built by the Quechua, an indigenous people of the Andes with colorful folk costumes characteristic for them. Also the traditional folklore music is originated in the Andes and its representative song “El Condor Pasa” is probably the one almost everybody in the world knows.

7) Lake Titicaca and its Native People

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

Lake Titicaca, the largest in South America, is located at the border between Peru and Bolivia. Almost at the centre of the Andes, up in a height of 3,812 metres, there is no higher place on earth where you can actually do shipping. Besides the “Island of the Sun”, the core of the legendary empire of the Inca, the lake has quite a number of islands that are home to different ethnic groups. One of those are the Uros who are living on floating islands made of a local kind of bulrush. Through the centuries the people learned to cultivate this kind of plants which were necessary for building and maintaining those islands. The blue of the sky and the water provides a lively contrast with the yellow of the islands and the blue and red  the traditional costumes of the Uros. If you look at them today, you might feel transported into a painting.

8) The Cathedral of Santiago de Chile

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The cathedral of Santiago de Chile is not only the biggest, but also the main church of the Roman Catholic country. The grand neoclassic building melts perfectly into the historic scenery of the surrounding Plaza de Armas. Its present appearance is the result of various reconstructions which became necessary to heal damage done by earthquakes.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The sculptures in the cathedral, the tall columns and the gorgeously decorated ceiling stunned me when I visited Santiago de Chile in 1988. The grandeur of the church and its peacefully quiet interior form a breathtaking contrast to the lively atmosphere on the Plaza de Armas. For the people of Santiago this is a very special place.

You don’t know Santiago de Chile’s magnificent cathedral? Here it is – as seen back in 1988:

9) Discovery of the New World

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The middle of the 15th century marks the beginning of the age of discoveries. Spices and other exotic goods were rather precious in Europe at that time, as the (mainly) Portugese had to ship them around Africa from Asia. The Spanish had the idea of looking for a short-cut in western direction – as suggested by Christopher Columbus. That, in the end, led to the fact that he and his men landed at the South American “West Indies” in 1492 – the “New World” was discovered. The Europeans colonised the largest parts of the American continent. One could say that this was the “turing point” in the history of America, that been populated by its native inhabitants only. The Spanish explored the South American continent and finally discovered the unknown world of the empire of the Inca.

10) The Inca Emprie

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The Inca originated from a tribe of Quechua indios around the year 1200 AD. Step by step they conquered the neighbouring regions and countries – and by the middle of the 15th century their empire covered an area that is now occupied by Peru, Bolivia, Ecuador and Chile. During its “golden era” it was home to 80 different people and had a total population of about 16 million. The Inca worshipped the sun and their emperor was believed to be the incarnation of the sun – the supreme authority in all religious and political matters. With the death of the 13th emperor, Atahualpas, a steady decline of the empire began which, eventually, led to its complete collaps.

In recent years the old Inca ceremonies are being revived as folk festivals. Its events try to re-create the glory of the colourful life of the Inca.

11) The Search for Gold

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The “Conquistadores” in the days of discovery had big dreams and phantasies of treasures of gold and silver, to be found on the bottom of lakes, of buildings and complete villages decorated with gold. Their hunger for gold was stronger than the dangers travel brought in those days. Without disclosing their true ambitions of conquest, they got in touch with the Indios.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

For the Indios their first contact with people with white skin was quite a challenge. On the one hand they were cautious. On the other hand, the fact that their supreme divine being was of white skin as well, puzzled them. That may also explain why the invasions by the “Conquistadores”, led by Pizarro were so successful. Spanish soldiers with state-of-the-art weaponry followed. The Indio’s simple weapons were no match for them. The massacres that were committed during the course of the occupation of the continent are among the most horrible in the history of mankind.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

Virtually nothing of the Indio’s culture and civilisation remained. But Spain acquired the gold of the new continent, flourished under the influence of this huge fortune and developed into a superpower.

12) The Legendary Town of “El Dorado”

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The myth, that there was a “land of gold on the other side of the ocean” had attracted both, explorers and adventurers alike. But there is an actual root to this myth – it is founded on secret ceremonies that were practiced until the 16th century in the mountainous region of the Andes.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

Deep in the valleys of the Andes in Colombia, at the lake Guatavita, the chief of the Indios used to cover his body with gold dust and took a ritual bath in the lake, in order to pray to the gods and to offer them treasures. Tales of treasures on the ground of the lake, of glittering dust of gold were passed on from generation to generation for centuries and turned in to the famous tale of “El Dorado”, the country of legendary gold.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

Later, when the Spanish conquerors came into the country, they were – of course – particularly keen in uncovering the treasure. In their imagination South America was a world full of gold, and they had a firm believe that they would get tremendously rich in no-time. No way was too long, no path to steep to stop them.

The tale of “El Dorado” that put everybody under its spell has become part of human history and is living on in numerous mysteries.

13) The Propagation of the Christan Faith

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

With Columbus’ discovery of the New World a chapter in human history was opened that was everything but beneficial to the indiginous people of the continent: the propagation of the Christian Faith. Order was given by the Pope in Rome in the 15th century to disseminate the Christian Belief and to regain power in such regions where it had been lost before. The missionaries from the “Old World” were driven by the eagerness and the belief that they not only had the right to spread their alleged superior culture, but were also obliged to convert non-Christians to their belief. Any refusal or resistance was deemed a declaration of war – even if the indigenous people could not even understand the language of this missionaries. Further, the missionary works were justified by preaching the teaching of Christianity to the converted people and pushing the colonization in the name of protection. Thus, Christianity spread over all parts of the continent and the number of the indigenous people decreased steadily. In present days, the westernization of South America has reached a proceeded state and 70% of the people are Christians.

14) Statue of the Reedemer of Corcovado

For a long time, Brazil was a Portguese colony, until it became independent in 1822. Even in our days this is event of proud memories for the Brazilian people. To remember the cenentary of this happy event the erection of the statue of the Redeemer was commissioned and finally completed in 1931.

As the majority of the inhabitants of Rio de Janeiro are of Christian faith, most of them have a deep affection to the statue. With its “open arms” it is a symbol for the all-encompassing spirit of hospitality and togetherness of the people of the world.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The gigantic statue lends mental support to the people and is watching the city of Rio de Janeiro (one of the most beautiful locations for a city – at least to my mind) from the top of the Corcovado.

15) Carnival in Rio de Janeiro

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The world famous Carnival in Rio de Janeiro is being celebrated every year, and it is said to date back to the year 1723. It was the Portuguese settlers that brought the carnival tradition from their home country. In Rio it melted with the Samba rhythms of the slave workers.
The Samba parade, the most important element of the carnival, is a competition. The best teams that made it through the semi-finals compete with each other..

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The dancers are called “passista” – they wear gorgeous feather costumes and show lots of naked skin. As the dances are individual plays, the dancers need improvisational talent and expressive power. The showy and thrilling Carnival in Rio is an expression of the positive Brazilian traits and the passion of the people. This festival developed together with Brazil, that in 2016 finally was the hosting country of the first Olympic Summer Games on the South American continent.

16) Monoliths: God Statues Standing Beside the Ruins

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

This statue of a god, the original made from one single piece of rock, was – even though it wasn’t even the greatest in the exibition – the one that had the most tremendous impact on me. The original of the statue is located in the World Heritage of  Tiwanaku – where I personally got “acquainted” with it many years ago. The advanced civilization of Tiwanaku flourished in the highlands of Bolivia, near Lake Titicaca for more than 12 centuries from its foundation in the 3rd century BC.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The formidable techniques for stone-constructions led to such extraordinary buildings as the “Sun Gate” and the other buildings on the grounds of Tiwanaku – they even influenced the Inca culture that blossomed much later. The statues and walls of the ancient city are covered with displays of man-like creatures, symbols of cats, snakes, condors and geometric lines. One might actually think that the statues have guarded the temple’s ground for all those millennia.

Do you want to compare the sand sculpture with the “real thing”? I’ll give you the opportunity:
Below see the “original” made of stone as well as the original “Sun Gate” of Tiwanaku (or Tiahuanaku – depending on which kind of writing you prefer) mentioned above, as I saw them on the occasion of my visit in 1988.

17) Inca Trail and Andean Nature

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

The Inca trail was built during the time of the Inca empire. It starts at Cusco and, with a length of more then 40,000 km it reaches all the corners oft the gigantic empire. It actually was the “network” that made it possible for the Inca government to stay in touch with all regions and to impart information as well as orders. And as it also was the main route for the transportation of goods, it played a significant role in the development of the empire. Llamas, the symbol animal of the Andes, provided the major mode of transportation. These animals are just like made for this terrain: They are enduring, they can carry heavy loads and they are used to the thin air in great heights. The Andes are also the habitat for various other animals – just to mention the condor, the puma and the Andean mountain cat. The condor might be the one that plays the most important role among all those animals, as it was regarded a sacred animal in local myths. Also the condor might be called the symbol animal of the Andes.

Should the pictures of the sand sculptures have impressed you, please keep in mind: These grand works of art are by far more impressive in reality.
The first three months of this year will be needed to turn down the old sculptures and to build the new ones for the next exihibition. And that will be opened on April 15, 2017 under the motto of “United States of America”. You’ll be able to see this year’s exhibition until January 3, 2018. Don’t miss it!

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand Museum (鳥取砂の美術館)

Address of the museum:

The Sand Museum
2083-17 Yuyama, Fukube-chō
Tottori 〒689-0105

鳥取砂丘 砂の美術館
〒689-0105 鳥取県鳥取市福部町湯山

Opening Hours:

Daily from 9 am to 6 pm (last entry. 5:30 pm)

Admission fee:

Adults: 600 Yen
Student (elementary school to high school): 300 Yen
(There are discounts for groups)

How to get there:

I’ll limit myself to a journey by train – those approaching the area by airplane will (most likely) land at the nearby airport of Tottori. And those who travel to Tottori by car, will be equipped with a navigation system.

From the Hiroshima (広島)/Okayama (岡山) Region

From Okayama station (岡山駅) take the “Super Inaba” Limited Express to Tottori Station (鳥取駅) and head for the Tottori Sand Dunes Information Center “Sandpal” there.
From Tottori city it’s about 20 minutes by taxi.

The train from Okayama takes about 2 hours.

From the Keihanshin (京阪神) (Kyōto-Ōsaka-Kōbe) Region

Take the “Super Hakuto” Limited Express to Tottori (鳥取) and head for the Tottori Sand Dunes Information Center “Sandpal” there.
From Tottori city it’s about 20 minutes by taxi.

The train from Ōsaka takes about 2 hours and 40 minutes.

Should you wish to learn more about the fascinating Tottori prefecture, why don’t you also have a look at the following:

Kurayoshi (倉吉)
– The town of white walls and red roofs

Kotoura-chō (琴浦町)
– Stucco plasterers of the world – watch out!

Tottori: Wakasa (鳥取・若桜)
– A gem, hidden in the mountains

Tottori Folk Crafts Museum (鳥取民芸美術館)
– Have a look and be amazed – thanks to Shōya Yoshida


Tottori Sand-Museum (砂の美術館) (dt.)

19. January 2017

Eine Weltreise in Sand

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting  you can find here.

Vielleicht haben Sie schon einmal etwas von den Sanddünen von Tottori gehört (und wenn Sie noch nie davon gehört haben, dann haben Sie in meinem meiner letzten Artikel davon gelesen, als ich Kaori Mizumoris “Tottori Sakyū” erwähnte – was übersetzt nun mal “Tottori Sanddüne” heißt). Ich werde zu gegebener Zeit hiervon auch noch berichten.

Dass es gleich neben den grandiosen Sanddünen aber auch noch ein “Sand-Museum” gibt, ist wahrscheinlich eher unbekannt. Ich gebe zu: Als ich davon hörte, konnte ich mir zunächst auch nicht vorstellen, dass es sich dabei nicht um touristisches Blendwerk handeln würde. Wie sollte ich mich geirrt haben! Das Sand-Museum ist nämlich schlicht und ergreifend ein Erlebnis.

Das Sand-Museum (砂の美術館 / すなのびじゅつかん) von Tottori hat sich ein vielversprechendes Motto gegeben: “Travel Around the World in Sand”. Und diesem Motto wurde es seit seiner Gründung im Jahre 2006 (zunächst in provisorischen Gebäuden, seit 2012 in der großen Halle, die es jetzt beherbergt) auf mannigfaltige Art und Weise gerecht. In jährlich wechselnden Ausstellungen werden die unterschiedlichsten Weltgegenden in Form von aufwändigen und gleichzeitig sehr filigranen und kunstvollen Sandskulpturen dargestellt. Bisher hat man sich folgenden Themen gewidmet:

  • Italien/Renaissance (2006/2007)
  • Weltkulturerbe Asiens (2008)
  • Österreich (2009)
  • Africa (2010)
  • Vereinigtes Königreich (2012)
  • Südostasien (2013)
  • Russland (2014
  • Deutschland (2015).

Während der Zeit meines Besuches konnte noch die letzte Ausstellung besichtigt werden, die den südamerikanischen Kontinent, seine Geschichte und seine Kultur zum Hintergrund hatte (Ausstellungszeitraum: 16.4.2016 bis 3.1.2017). Und auf diese Ausstellung möchte ich hier, mich an den Original-Ausstellungsbeschreibungen orientierend, etwas näher eingehen.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Die grandiosen Skulpturen, die im Sand-Museum zu sehen sind, bestehen übrigens tatsächlich nur aus Sand und Wasser – weitere Hilfsmittel, um z.B. die Stabilität weiter zu erhöhen, kommen nicht zum Einsatz. Einen kurzen Abriss über die grundsätzlichen Verfahren können Sie dem unten stehenden Bild entnehmen.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Und wenn Sie wissen möchten, wer die Kunstwerke aus Sand geschaffen hat, hier sind alle Sandkünstler auf einem Bild versammelt:

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Aber schauen wir uns die grandiosen Ausstellungsstücke im Detail an. Klicken Sie auf die Bilder, um sie zu vergrößern und staunen Sie mit mir über die faszinierenden Details:

1) Tiere des Regenwaldes

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Das Amazonasgebiet ist Heimat des größten tropischen Regenwaldes der Erde. Über Brasilien hinaus erstreckt er sich über neun Länder und repräsentiert die Hälfte des Regenwaldbestandes der Welt. Damit ist das Amazonasbecken so reich an Grün, dass man davon ausgeht, dass allein hier ein Drittel des Sauerstoffs der Erde produziert wird. Die dicht beieinander stehenden Bäume und der feuchte Untergrund sind der perfekte Lebensraum für Tiere.
Die Wasser- und Landtiere Südamerikas haben sich im Laufe der Evolution in perfekter Weise an diese Umgebung angepasst. An der Spitze des Nahrungsmittelkette steht der Jaguar, der nicht nur sehr gewandt durch das Dickicht streifen, sondern auch auf Bäume klettern kann. Hier auch zu sehen, der Tukan, dessen wuchtiger, aber wunderschöner Schnabel auch „Juwel“ genannt wird, und der prächtige Ara. Noch immer werden im Amazonasgebiet neue Tierarten entdeckt – die Schatzkiste der Lebenwesen der Welt.

2) Die Indios an den Wasserfällen von Iguazú

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Seit meiner ersten Reise durch Südamerika gehören die Wasserfälle von Iguazú für mich zum Eindrucksvollsten, was es auf dieser Welt zu sehen gibt. Sie gelten außerdem als die größten der Welt. Hier ein Bild von meiner ersten Südamerikareise:

Iguazú Falls

Iguazú Falls

Über sie stürzen sich jede Sekunde 65.000 Tonnen Wasser in die Tiefe und sorgen für tropische Feuchte in den umgebenden Wäldern, wo Indios zusammen mit ihren Tieren und Pflanzen leben. Basierend auf dem über Jahrhunderte gesammelten Wissen, haben die Menschen ihr Leben auf verschiedenste Weise den Gefahren, die ihm aus dem Urwald drohen, angepasst. Die Hängematten die die Indios z.B. nutzen, um sich vor Insekten am Boden zu schützen, gehören zu den an die Umgebung angepassten „survival techniques“, genau wie der Einsatz ihrer Waffen, wie z.B. Pfeil und Bogen. Die einzelnen Stämme unterscheiden sich durch Nasen- und Ohrenschmuck und charakteristische Trachten. Obwohl die Jahre der Eroberung durch den Westen die indigene Bevölkerung drastisch reduziert haben, gibt es auch heute noch Stämme, die auf traditionelle Weise in den Wäldern leben. Und dabei entwickeln sie ihre eigene Kultur weiter – beeinflusst durch die üppige Natur und die prächtigen Regenbögen über den Wasserfällen von Iguazú.

3) Kaffeeanbau in Salto Ángel

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts führten die Europäer – über die Westindischen Inseln und die Karibik – Kaffee und seine Anbautechniken in Südamerika ein. Es dauerte nicht lange, bis Kaffee zu einem maßgeblichen Wirtschaftsfaktor für die Länder Südamerikas wurde. Tropische Gebiete mit regnerischen und trockenen Jahreszeiten eignen sich hervorragend für den Kaffeeanbau. So ist der Kaffee, der im Hochland angebaut wird, von einer besonders hohen Qualität. Das Guayana Hochland erstrecken sich über sechs Länder im nördlichen Teil von Südamerika. Dort ist besonders Salto Ángel in Venezuela weithin bekannt. Die Sandskulptur zeigt Arbeiter im südameikanischen Hochland mit Salto Ángel im Hintergrund.

4) Moderne Architektur in Brasilien

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

1960 wurde Brasiliens neue Hauptstadt “Brasilia” in der Wildnis des brasilianischen Hochladens gegründet. Die Idee, die basilianische Hauptstadt zu verlegen, stammte noch aus portugiesischer Kolonialzeit – aber es dauerte 200 Jahre, bis sie umgesetzt wurde. Man wollte mit dem Bau dieser neuen Stadt mit Althergebrachtem brechen und das Bild eines gänzlich neuen Brasilien schaffen. Die wichtigsten Gebäude der Stadt, wie z.B. das Gebäude des Nationalkongresses oder der Kathedrale von Brasilia wurden von Oscar Niemeyer entworfen. Charakteristisch für sein neofuturistisches Design ist die Verwendung von Kurven und geometrischen Linien. Es ist Ausdruck für den damals hoffnungsfrohen Ausblick der Menschen in eine strahlende Zukunft.

5) Machu Picchu – Stadt im Himmel

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Machu Picchu liegt auf einer Höhe von 2430 Metern auf einem Bergrücken entlang des Urubamba-Tals im Südosten von Peru. Erst der amerikanische Archäologe Hiram Bingham, der die Gegend vor 100 Jahren erforschte, wurde auf die Existenz von Machu Picchu aufmerksam (so jedenfalls die offizielle Lesart) – heute ist sie auf der ganzen Welt berühmt. Da die Stadt vom Fuß des Berges, auf dem sie liegt, unsichtbar ist, sondern nur vom Himmel aus gesehen werden kann, heißt Machu Picchu die “Stadt im Himmel”.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Es war Teil des Inka-Reiches, das in Cusco in Peru zu seiner größten Blüte kam. Die terrassierten Felder, die etwa die Hälfte der fünf Quadratkilometer großen Fläche einnehmen, wurden als landwirtschaftliche Flächen genutzt. Die Stadt selbst bestand aus etwa 200 Gebäuden: Tempel, Paläste und Wohngebäude. Da die Inka keine Schrift kannten und auch bildhafte Aufzeichnungen nicht existieren, ist es bis heute ein Rätsel, wann und aus welchem Anlass die Gebäude errichtet wurden.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Heute ist Machu Picchu einer der größten Touristenmagnete Südamerikas. 1983 wurde sowohl Machu Picchu als auch die historische Altstadt von Cusco als Weltkulturerbe anerkannt.

6) Die Stadtlandschaft Cuscos

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Cusco, die Hauptstadt des Inkareiches, liegt im Hochland auf einer Höhe von 3400 Metern und damit sogar noch einmal 1000 Meter höher als Machu Picchu. Man sagt, der Grundriss der Altstadt entspreche dem eines von oben gesehenen Pumas. Das rötliche Braun der Dächer beherrscht das ganze Stadtbild. Zusammen mit der mächtigen Stadtmauer, die während der Inka-Periode gebaut wurde, geben sie Aufschluss über die Ausdehnung der Stadt zu Inka-Zeiten.

Die Plaza de Armas (wie bei südamerikanischen Städten üblich, an einem zentralen Punkt der Stadt gelegen) und die Kirche Santo Domingo erinnern auch heute noch an die spanische Kolonialzeit.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Man geht davon aus, dass Cusco im Zentrum des Inka-Reiches von den Quechua, einem indigenenVolk der Anden gegründet wurde. Ihre charakteristischen Volkstrachten, aber auch die traditionelle Folklore-Musik der Anden ist durch das Lied “El Condor Pasa” weltweit bekannt gemacht worden.

7) Der Titicaca-See und seine Eingeborenen

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Der Titicacasee, der größte See Südamerikas, liegt an der Grenze zwischen Peru und Bolivien. Fast in der Mitte der Anden auf einer Höhe von 3812 Metern über dem Meeresspiegel, ist er auch der höchstgelegene Ort der Welt, an dem Schifffahrt vorzufinden ist. Angefangen mit der “Insel der Sonne”, die als der heilige Ursprung des Inka-Reiches verehrt wird, gibt es viele Inseln in diesem See, auf denen verschiedene ethnischen Gruppen leben. Dazu gehören auch die Uros, die auf ungewöhnlichen schwimmenden Insel aus Schilf-Bündeln wohnen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden Techniken entwickelt, die es den Menschen ermöglichten, diese Inseln durch den gezielten Anbau von im See wachsenden Pflanzen zu errichten. Das Blau des Himmels und des Sees, das Gelb der schwimmenden Inseln und fröhliche Rot und Blau der traditionellen Gewänder der Uros – sie alle bilden auch heute noch einen optischen Eindruck, den man fast ins Reich fantasievoller Gemälde verweisen möchte.

8) Die Stadt-Kathedrale von Santiago de Chile

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Die Kathedrale von Santiago de Chile ist die größte und Hauptkirche des katholischen Landes. Das stattliche, neoklassizistische Bauwerk, verschmilzt förmlich mit der historischen Altstadtkulisse um die Plaza de Armas. Ihr heutiges Erscheinungsbild verdankt sie mehreren baulichen Eingriffen, die aufgrund von Erdbebeneinwirkungen erforderlich wurden.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Die Skulpturen der Kathedrale, die von Säulen getragene hohe, reich verzierte Decke, haben mich bei einem Besuch im Jahre 1988 förmlich überwältigt. Gleichzeitig bietet die Stille der Kirche einen atemberaubenden Kontrast zum quirligen Leben auf der ihr vorgelagerten Plaza de Armes. Für die Chilenen ist dieser Ort wohl einer der wichtigsten.

Sie kennen Santiago de Chile und seine Kathedrale nicht? So sah das mächtige Bauwerk 1988 aus:

9) Die Entdeckung der neuen Welt

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Die Mitte des 15. Jahrhunderts markierte den Beginn des Zeitalters der Entdeckungen. Damals waren Gewürze in Europa sehr kostbar, da viele von ihnen von den Portugiesen auf dem Seewege rund um Afrika aus Asien herangeschafft werden mussten. Die Spanier kamen auf die Idee, diese Weltregion auf einer Westroute, die von Christoph Kolumbus vorgeschlagen worden war, schneller zu erreichen. Das führte bekanntlich dazu, dass er 1492 im sogenannten südamerikanischen „Westindien“ ankam – die „Neue Welt“ war entdeckt. Europa machte sich beide Teile des amerikanischen Kontinents Untertan. Man kann sagen, dass dies ein großer Wendepunkt in der Geschichte des Kontinents war, der bis dahin nur von Ureinwohnern bevölkert worden war. Bald erkundeten die Spanier den südamerikanischen Kontinent und entdeckten dabei die bis dahin unbekannten Territorien des Inkareiches.

10) Das Inka-Reich

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Ursprünglich stammten die Inkas aus einem Stamm der Quechua-Indianer um das Jahr 1200. Ihre Herrschaft dehnte sich nach und nach auf die umliegenden Länder aus, und Mitte des 15. Jahrhunderts erstreckte sich ihr Reich auf das Gebiet, das heute von Peru, Bolivien, Ecuador und Chile bedeckt wird. In dieser goldenen Zeit der Inka bestand das riesige Reich aus 80 verschiedenen Völkern und hatte eine Gesamtbevölkerung von 16 Millionen. Das Volk verehrte die Sonne, und der Kaiser, der als Inkarnation der Sonne galt, war die oberste Instanz in allen religiösen und politischen Angelegenheiten. Aber mit dem Tod Atahualpas, des 13. Kaisers, begann der Staat zu zerfallen, bis das Inka-Reich sich schließlich gänzlich auflöste.

Erst vor wenigen Jahren wurden die Zeremonien zur Anbetung des Sonnengottes als volkstümliches Fest wiederbelebt. Die Veranstaltungen versuchen, uns die Glorie und das bunte Leben im Inka-Reich vor Augen zu führen.

11) Die Suche nach Gold

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Die „Conquistadores“ im Zeitalter der Entdeckungsreisen hatten große Träume von goldenen und silbernen Schätzen, die in Seen versunken waren, von goldverzierten Gebäuden in goldenen Dörfern. Getrieben von Gefühlen der Hoffnung, aber auch der Unsicherheit traten sie ihre Entdeckungsreisen in eine unbekannte Welt an. Ihre wahren Eroberungsabsichten verheimlichend, traten die „Conquistadores“ den Indios gegenüber.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Für die Indios war diese erste Begegnung mit Menschen mit weißer Haut eine Herausforderung. Einerseits waren sie vorsichtig, andererseits auch verwirrt, weil das weiße Aussehen einem ihrer höchsten Götter ähnelte. Vor diesem Hintergrund sind die Invasionen der „Conquistadores“, die von Pizarro geführt wurden, zu verstehen. Bewaffnete spanischen Soldaten folgten, die mit ihren hoch entwickelten Feuerwaffen den Indios haushoch überlegen waren. Diese Invasion gilt besonders durch die Massaker, die von den Eroberern verübt wurden, auch heute noch als eine der schrecklichsten der Menschheitsgeschichte.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Von der Indio-Gesellschaft überlebte praktisch nichts. Andererseits bereicherte sich Spanien an den Schätzen des neuen Kontinents, blühte unter dem Einfluss des riesigen Vermögens auf und entwickelte sich zu einer Supermacht.

12) Die legendäre Stadt „El Dorado“

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Das Gerücht, dass da „ein goldenes Land auf der anderen Seite des Ozeans“ läge, zog viele Entdecker und Glücksritter an. In der Tat hat dieses Gerücht seine Wurzeln in einer geheimen Zeremonie, die bis zum 16. Jahrhundert in der Anden-Region existierte.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tief in den Anden-Tälern von Kolumbien, am Guatavita-See, bestäubte der Häuptling der Indios seinen ganzen Körper mit Goldstaub, um anschließend in den See zu steigen, um so den Göttern im Gebet Schätze darzubringen. Erzählungen von versunkenen Schätzen im See, von glitzerndem Goldstaub wurden über die Jahrhunderte mündlich weitergegeben und verwandelten sich im Laufe der Geschichte zur Sage von „El Dorado“, dem Land des sagenhaften Goldes.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Später, als die Entdecker und Eroberer aus Spanien landeten, waren sie natürlich gierig darauf, diesen Goldschatz zu heben. In ihrer Vorstellung kamen sie in eine Welt des Goldes, und der Glaube daran, hier im Nu steinreich werden zu können, hat sie selbst die beschwerlichen Steige der Anden erklimmen lassen.

Die Legende von „El Dorado“, die jeden in ihren Bann zog, ist Teil der Geschichte geworden, lebt allerdings bis heute mit ihren zahllosen Mysterien weiter.

13) Die Verbreitung des christlichen Glaubens

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Mit der Entdeckung der neuen Welt durch Kolumbus begann die alles andere als segensreiche Geschichte der Christianisierung Südamerikas. Im 15. Jahrhundert befahl der Papst in Rom, den christlichen Glauben zu verbreiten und verloren gegangene Glaubensgebiete zurückzuerobern. In der westlichen Welt jener Zeit wurden die Missionare von dem Eifer angetrieben, dass sie nicht nur das Recht hatten, ihre angebliche überlegene Zivilisation zu verbreiten, sondern sogar die Pflicht, Personen aus anderen Kulturen zu bekehren. Die Verweigerung der Bekehrung galt als Kriegserklärung, und für die indigenen Völker, die noch nicht einmal die Sprache der Missionare verstehen konnten, mussten alle Übergriffe als Eroberungen im Namen der Mission aufgefasst werden. Die Missionare rechtfertigten ihr Treiben mit der Notwendigkeit, die Lehre Christi verbreiten zu müssen und drängten gleichzeitig zur Kolonisierung als Ausdruck des Schutzes für die Eroberten. So verbreitete sich das Christentum über alle Teile des Kontinents und die Zahl der Ureinwohner sank stetig. In unseren Tagen hat die Verwestlichung Südamerikas ein fortgeschrittenes Stadium erreicht – 70 % der Menschen gelten als Christen.

14) Die Erlöser-Statue von Corcovado

Brasilien war für lange Zeit eine portugiesische Kolonie, bis es 1822 unabhängig wurde. Die Erlangung der Unabhängigkeit ist auch heute noch ein unvergessliches und stolzes Ereignis für die Menschen. Zu Erinnerung an den 100. Jahrestag der Unabhängigkeit wurde (allerdings erst im Jahre 1931) die Christus-Erlöser-Statue errichtet. Die überwiegend christliche Bevölkerung von Rio de Janeiro zeigt bis auf den heutigen Tag einen tiefen Glauben und Zuneigung für diese Statue. Ihre weit geöffneten Hände drücken die Wärme und Herzlichkeit aus, die von den Menschen auf der ganzen Erde gefühlt wird.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Diese riesige Statue schwebt in den blauen Himmel gilt vielen Menschen als ist eine große emotionale Unterstützung und wacht vom Corcovado herab über die Stadt.

15) Karneval in Rio

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Der Karneval von Rio de Janeiro in Brasilien findet jedes Jahr statt, und seine Wurzeln sollen bis ins Jahr 1723 zurückgehen. Die portugiesischen Siedler hatten aus ihrer Heimat die Tradition des Karnevals mitgebracht, die hier mit Samba-Rhythmen der schwarzen Sklavenarbeiter verschmolz. Die Samba-Parade, das wichtigste Ereignis des Karnevals, ist ein Wettbewerb, bei dem die Teams, die sich in einer Vorrunde qualifiziert haben, gegeneinander konkurrieren.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Die Tänzerinnen werden „Passista“ genannt und tragen Federkostüme, die viel nackte Haut zeigen. Da die Tänze einzelne Schaustücke sind, sind improvisatorische Talente und Ausdruckskraft Grundvoraussetzung für die Teilnahme der Tänzerinnen und Tänzer. Der bombastische und aufregende Karneval von Rio ist Ausdruck eines positiven Lebensgefühls und der Leidenschaft der Menschen. Das Fest hat sich zusammen mit Nation weiterentwickelt – nicht umsonst wurden hier 2016 die ersten Olympischen Sommerspiele auf dem südamerikanischen Kontinent ausgerichtet.

16) Monolithen – Götterstatuen in Ruinen

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Diese Götterstatue, die aus einem einzigen Stück Felsen gehauen wurde, war, obwohl sie beileibe nicht das größte Ausstellungsstück der Ausstellung war, das vielleicht eindrucksvollste für mich. Das Original dieser Götterstatue steht nämlich im Weltkulturerbe von Tiwanaku – wo ich sie vor vielen Jahren „persönlich kennenlernen“ durfte. Die Hochkultur von Tiwanaku florierte im Hochland von Bolivien nahe dem Titicaca See für mehr als 12 Jahrhunderte seit ihrer Gründung im 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Die anspruchsvollen Steinbautechniken für den Bau des berühmten „Sonnentors“ und der anderen Gebäude auf dem Tempelgelände sollen die spätere Inkakultur beeinflusst haben. Die Statuen und Wände der Ruinenstadt sind mit Darstellungen von menschenähnlichen Figuren, Symbolen von Katzen, Schlangen, Condoren und geometrischen Linien überzogen. Es kann ja sein, dass die hier stehenden Monolithen den Tempel all die Jahrtausende bewacht und beschützt haben.

Zum Vergleich: Das steinerne “Original” der oben abgebildeten Sandskulptur und das im Text erwähnte “Sonnentor” von Tiwanaku (bzw. Tiahuanaku – je nachdem, welche Schreibweise des Ortsnamens Sie bevorzugen), wie ich sie auf meiner Südamerikareise 1988 gesehen habe.

17) Anden-Pfade und Natur der Anden

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Der Inka-Pfad wurde während der Zeit des Inkareiches erbaut. Beginnend in Cusco, hat er eine Gesamtlänge von über 40.000 km und erstreckt sich durch das ganze riesige Land. Er bildete ein Verkehrsnetz, das es ermöglichte, in alle Ecken Landes Anweisungen und Informationen zu übermitteln. Und da er auch der Transportweg für Waren war, er eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Reiches. Llamas, die charakteristischen Tiere der Anden, wurden für den Massentransport auf dem Inka-Pfad eingesetzt. Diese Tiere haben nicht nur unendlich viel Ausdauer, sie sind auch an den geringen Sauerstoffgehalt auf den Höhenwegen gewöhnt und können über weite Strecken große Lasten tragen. Außerdem sind die Anden der Lebensraum für verschiedene andere Tiere, wie den Anden-Kondor, den Puma oder die Anden-Bergkatze. Von diesen Tieren spielt der Kondor anscheinend auch in den lokalen Mythen eine wichtige Rolle als heiliges Tier. Man könnte ihn auch als ein Symbol für die Natur der Anden bezeichnen.

Wenn Sie diese Sandskulpturen beeindruckt haben sollten, dann bedenken Sie: Diese großartigen Kunstwerke sind in Wirklichkeit natürlich noch um ein Vielfaches eindrucksvoller. Die ersten drei Monate des Jahres werden nun benötigt, die alte Ausstellung zu entfernen und die neue aufzubauen. Sie wird unter dem Motto “United States of America” stehen und am 15. April 2017 ihre Pforten öffnen und dann bis zum 3. Januar 2018 zu sehen sein.

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Tottori Sand-Museum (鳥取砂の美術館)

Adresse des Museums:

The Sand Museum
2083-17 Yuyama, Fukube-chō
Tottori 〒689-0105

鳥取砂丘 砂の美術館
〒689-0105 鳥取県鳥取市福部町湯山

Öffnungszeiten:

Täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr (letzter Einlass: 17.30 Uhr)

Eintrittsgebühr:

Erwachsene: 600 Yen
Schüler (Grundschule bis Oberstufe): 300 Yen
(Nachlässe für Gruppen werden ebenfalls angeboten)

Wie man hinkommt:

Ich beschränke mich hier auf eine Anreise mit der Bahn – Flugreisende werden ggf. ohnehin ganz in der Nähe auf dem Flughafen von Tottori ankommen. Und diejenigen, die mit dem eigenen Wagen anreisen, werden dies sicher ohnehin mit Navigationssystem tun.

Aus der Region Hiroshima (広島)/Okayama (岡山)

Vom Bahnhof Okayama (岡山駅) nehmen Sie den “Super Inaba” Limited Express nach Tottori Station (鳥取駅) und wenden sich dort an das Tottori Sand Dunes Information Center “Sandpal”. Mit dem Taxi sind Sie aus der Stadt Tottori ungefähr 20 Minuten unterwegs.

Die Zugfahrt von Okayama dauert etwa 2 Stunden

Aus dem Keihanshin (京阪神) (Kyōto-Ōsaka-Kōbe)-Gebiet

Nehmen Sie den “Super Hakuto” Limited Express nach Tottori (鳥取) und wenden Sie sich dort an das Tottori Sand Dunes Information Center “Sandpal”. Aus der Stadt Tottori braucht ein Taxi ca. 20 Minuten.

Die Zugfahrt von Ōsaka nimmt etwa 2 Stunden und 40 Minuten in Anspruch.

Und wenn Sie an weiteren Orten und Einrichtungen in Tottori interessiert sind, schauen Sie doch auch mal hier vorbei:

Kurayoshi (倉吉)
– Die Stadt der weißen Mauern und roten Dächer

Kotoura-chō (琴浦町)
– Bayerische Stuckmeister, aufgepasst!

Tottori: Wakasa (鳥取・若桜)
– Schmuckstück, versteckt in den Bergen

Tottori Volkskunst-Museum (鳥取民芸美術館)
– Schauen und Staunen dank Shōya Yoshida