Ōme City – Mitake-san (青梅市・御岳山)

20. April 2018

Wanderschaft, Pilgerschaft und Kulturgüter

Mitake-san (御岳山)

Eine englische Version dieses Artikels ist in Planung.
An English version of this posting is being planned.

In meinem letzten Artikel habe ich auf die bunte Welt der handgemalten Filmplakate hingewiesen, die man in Ōme bestaunen kann:

Ōme City (青梅市)
– Cineasten aufgepasst!

Dass es dort aber weit mehr zu sehen und erleben gibt, hatte ich auch schon angedeutet. Es soll nicht bei Andeutungen bleiben.

Einer der im wahrsten Sinne “Höhepunkte” Ōmes ist der Hausberg der Stadt, der Mitake-san (御岳山 / みたけさん) (929 Meter), der in gewisser Weise immer ein bisschen mit dem Takao-san (高尾山 / たかおさん) konkurriert, weil auch der aus den innerstädtischen Bezirken Tōkyōs bequem zu erreichen ist. Der weiter im Süden gelegene Takao-san darf sich zwar sicher sein, mit mehr als 2 ½ Millionen Besuchern jedes Jahr unschlagbar zu sein, ist dafür aber auch nur 599 Meter hoch. Und während der Takao-san seine Gipfel-Kultstätten u.a. Tengu verdankt (天狗 / てんぐ), einem japanischen Fabelwesen, das (von seinem chinesischen Ursprung her), ein “Himmelhund” war, sich in Japan aber mit dem Shintō “vermischt” und hier menschliche Gestalt mit Krähenschnabel oder langer Nase angenommen hat, trifft man auf dem Mitake-san auf ganz ungewöhnliche Wolfs-Skulpturen.

Man könnte auch sagen: Während der Takao-san ein heiliger Berg des Shingon-Buddhismus ist – man denke nur an die große Klosteranlage des Yakuō-in Yūki-ji (薬王院有喜寺やくおういんゆうきじ), wird der Mitake-san ganz vom Shintō beherrscht – und sozusagen auch gekrönt, denn sein Gipfel wird von dem mächtigen Musashi Mitake Schrein (武蔵御岳神社 / むさしみたけじんじゃ) eingenommen. Dieser soll hier ein bisschen eingehender betrachtet werden.

Die Gipfelregion des Mitake-san ist ganz bequem mit der “Mitake Bergbahn” (御岳登山鉄道 / みたけとざんてつどう) zu erreichen (Details siehe unten). Diese “Mitake Tozan Railway” gehört zur Eisenbahngesellschaft Keiō Dentetsu (京王電鉄 / けいおうでんてつ) und überwindet zwischen der Talstation Takimoto (滝本 / たきもと) und der Bergstation in 831 Metern Höhe auf einer Strecke von etwas mehr als 1 km einen Höhenunterschied von 424 Metern. Angeblich ist die Bahn auch die steilste ihrer Art in Japan.

Natürlich steht der Berg auch dem gewieften Wanderer in seiner vollen Höhe zur Besteigung zur Verfügung. Aber auch die letzten 100 Höhenmeter von der Bergstation zum Musashi Mitake Jinja haben genug zu bieten, um den Ausflug hierher auch ohne ausgedehnte Wanderungen lohnend zu machen. Wer sich selbst moderate Fähigkeiten zum Treppensteigen attestieren kann, wird diese letzten hundert Höhenmeter spielend schaffen.

Mitake-san (御岳山)

Im Gebiet des Mitake-san gibt es mehrere sehenswerte Wasserfälle und einen interessanten “Stein-Garten” – da ich diese nicht besucht habe, muss ich mir an dieser Stelle Details dazu verkniefen.

Pilgerherbergen – Shukubō

Nach der Bergstation der Mitake Tozan Railway führt der gut befestigte Weg zunächst vorbei an einer ganzen Anzahl (37) privater Häuser und Pilgerherbergen. Diese Pilgerherbergen (shukubō / 宿坊 / しゅくぼう) gehören zu dem, was einen Besuch des Mitake-san besonders interessant macht, denn hier kann man nicht nur als Pilger übernachten, sondern auch als “normaler” Wandersmann (und Wandersfrauen natürlich auch).

Mitake-san (御岳山)

Die Häuser bieten verschiedene Ausstattungsstandards, sind in aller Regel mit Badeeinrichtungen versehen und servieren oft auch das übliche “Pilger-Essen” – ganz überwiegend vegetarisch (aber auch mit Fisch) – mit dem, was in der Region angebaut wird. Ein Aufenthalt in einem Shukubō sollte im Zusammenhang mit einem Pilgergang zum Schrein gesehen werden – während im Schrein in einer Shintō-Zeremonie der Geist des Gläubigen von den Unreinheiten des täglichen Lebens gereinigt wird, reinigt der Pilger im Shukubō das Äußere seines Körpers bei einem warmen Wannenbad und das Innere durch natürliche Speisen – zu denen natürlich auch der vorzügliche lokale Sake gehört.

Shintoistische Shukubō gelten auch als Orte der “Rückkehr in das normale Leben” nach einer Pilgerfahrt, weil es hier auch darum geht, sich zu unterhalten und mit anderen fröhlich zu sein (anders als bei buddhistischen Shukubō, die mehr “Dormitorien” und Ort der Lehre sind).

Anhand des Shukubō “Nanzansō” (南山壮 / なんざんそう), wie der Name schon suggeriert, im südlichen Teil unterhalb des Gipfels des Mitake-san gelegen, möchte ich dies ein bisschen illustrieren.

Allgemeine Bereiche des Shukubō “Nanzansō”

Zimmer “Zakuro” (Grantatapfel)

Abendessen

Frühstück

Wo Pilgerherbergen sind (und am Mitake-san gibt es mehr als 20 davon), sind religiöse Ort nicht weit – und hier ist es der oben bereits erwähnte Musashi Mitake Jinja. Eine Übernachtung im Shukubō mit einer Pilgerschaft zum Schrein zu verbinden, ist nicht nur eine hübsche Tradition, es ist auch unerhört praktisch, weil man auf diese Weise schon zur frühmorgendlichen Zeremonie auf dem Gipfel des Berges sein kann. Aber natürlich hängt das eine vom anderen nicht ab.

Der Musashi Mitake Jinja

Mitake-san (御岳山)

Den Musashi Mitake Jinja erreicht man vom letzten Torii vor dem Treppenaufgang zum Hauptgebäude des Schreins über angeblich 300 Stufen (ich habe sie nicht nachgezählt) – mehr als 10 Minuten benötigt man hierfür nicht.

Gehen Sie aber nicht achtlos über die Treppe – an drei Stellen sind “oni”  (鬼 / おに) – Dämonen – in die Stufen eingelassen.

Für den Aufstieg wird man mit einem – zumindest bei klarem Wetter – fantastischen Ausblick von der alten Musashi-Region im Osten (dort liegt heute Tōkyō) und Sagami im Süden (mit der weit geschwungenen Pazifikküste) und einer Schreinanlage belohnt, die man in der Großzügigkeit hier oben nicht erwartet hätte. Und an ganz klaren Tagen sind von hier aus auch die Wolkenkratzer Tōkyōs zu sehen.

Musashi Mitake Jinja (武蔵御岳神社)

Der Legende nach wurde der Schrein bereits im ersten vorchristlichen Jahrhundert unter dem Sujin-Tennō (崇神天皇 / すじんてんのう) gegründet. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Schreingründung auf das Jahr 735 n.Chr. (in der Mitte der Tenpyō-Zeit / 天平時代 / てんぴょうじだい), als der Shōmu-Tennō (聖武天皇 / しょうむてんのう) regierte, zurückgeht. Nach einem Brand im Jahre 1234 wurde der Schrein wieder aufgebaut und erlebte eine neuerliche Blüte mit dem Beginn der Edo-Zeit (frühes 17. Jahrhundert).
Der ursprünglich Ōmatonotsuno Tenjinsha (大麻止乃豆天神社 / おおまとのつのてんじんしゃ) genannte Schrein wurde in der Meijizeit, als es zu einer strikten Trennung zwischen Buddhismus und Shintōismus kam, zunächst in Mitake Daigongen (御嶽大権現 / みたけだいごんげん) umbenannt und dann in Mitake Jinja (御嶽神社 / みたけじんじゃ), bevor er 1952 seinen heutigen Namen, Musashi Mitake Jinja (武蔵御嶽神社 / むさしおんたけじんじゃ) verliehen bekam.

Wie oben schon erwähnt, hebt sich der Musashi Mitake Jinja auch dadurch von anderen Schreinen ab, dass er von “Oinu-sama” (heilige Hunde – d.h. vergöttlichte, japanische Wölfe (ōguchi no magami / 大口真神 / おおくちのまがみ) bewacht wird. Wolfsstatuen und -Bilder finden sich im Schrein an verschiedenen Stellen. Auch eine Legende des Schreins kündet von dem durchaus hilfreichen Wirken der Wölfe.

Musashi Mitake Jinja (武蔵御岳神社)

Der Musashi Mitake Jinja ist übrigens täglich von 9 Uhr bis 16 Uhr für Gebete und Zeremonien geöffnet.

Musashi Mitake Jinja – Daidai Kagura

Und unerwähnt dürfen natürlich auch die Kagura-Aufführungen im Musashi Mitake Jinja nicht bleiben. Wem der Begriff “Kagura” nichts sagt, findet in Wikipedia folgende kurze Erklärung:

Kagura (神楽 / かぐら) sind Aufführungen uralter Tänze und Musik im Shintō. Die Herkunft der Kagura geht der Legende nach auf Ame no Uzume zurück, die damit die Sonnen-Kami Amaterasu aus ihrer Höhle herausgelockt haben soll. In diesem Sinne ist der Zweck der Kagura die Beruhigung, Besänftigung und Erfreuung der Kami. Sie werden zu verschiedenen festlichen Gelegenheiten dargeboten. Traditionell werden Kagura seit der Muromachi-Zeit an Shintō-Schreinen von Miko, weiblichen Schrein-Bediensteten, aber auch männlichen Tänzern, in speziellen Gebäuden oder offenen Bühnen, den Kagura-den (神楽殿 / かぐらでん) aufgeführt.

Wer meinen Artikel über die furiose Iwami-Kagura-Aufführung in Arifuku Onsen gesehen hat, lernt hier die etwas traditionellere Form des Kagura kennen. Sie kommt mit weniger Effekten aus und versinnbildlicht mehr das der Kagura-Tradition zugrundeliegende Shintō-Zeremoniell. Das hier gepflegte Daidai Kagura (太々神楽 / だいだいかぐら) ist seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als immaterielles Kulturgut der Präfektur Tōkyō anerkannt.

Aufführungen in der Kagura-Halle sind in aller Regel am an jedem 4. Sonntag von Juni bis November um 20 Uhr zu sehen. Außerdem finden Aufführungen am 3. Sonntag im Juni und am “Feiertag des Sports” im Oktober (um den 10. Oktober – der Tag erinnert an die Eröffnung der olympischen Sommerspiele von 1964 in Tōkyō) um 11 Uhr statt.

Sehen Sie sich drei Tänze der Priester des Musashi Mitake Jinja genauer an:

Musashi Mitake Jinja – Schatzmuseum

Der prächtige Schrein bietet als Besonderheit in einer großen Pagode am Zugang zum Hauptschrein ein Schatzmuseum (wochenends und feiertags von 9:30 Uhr bis 16 Uhr geöffnet, Eintritt: 500 Yen), in dem u.a. auch alte Rüstungen zu bestaunen sind – ein Zeichen dafür, wie wichtig den Shōgunen der Kamakura-Zeit (1185–1333) und der Edo-Zeit (1603-1868) der Schrein war. Ganz besonders hervorzuheben ist hier ein Nationalschatz: eine Rüstung und das Schwert des 1205 einer Palastintrige zum Opfer gefallenen Oberhaupts des Hatakeyama-Clans, Shigetada Hatakeyama (畠山重忠 / はたけやましげただ).

Musashi Mitake Jinja (武蔵御岳神社)

Musashi Mitake Jinja (武蔵御岳神社)

Wie man nach Ōme kommt:

Aus dem inneren Stadtgebiet Tōkyōs kommt man mit Schnellzügen der JR Chūō-Linie/Ōme-Linie in weniger als einer Stunde von Shinjuku nach Ōme.

Wie man zum Mitake-san kommt:

Natürlich auf dem gleichen Weg, den man auch nach Ōme zurückgelegt hat. Die Bahnen der JR Ōme-Linie, die von Ōme in Richtung Okutama (奥多摩 / おくたま) weiterfahren, brauchen bis zur Bahnstation Mitake (御嶽 / みたけ) (lassen Sie sich von der japanischen Schreibweise nicht verwirren!) gerade mal 18 Minuten (Gesamtreisezeit ab Shinjuku, je nach gewählter Zugart: 1 ½ bis 2 Stunden).

Ein Shuttle-Bus, der 50 Meter links von der Bahnstation Mitake abfährt, bringt die Besucher in einer 10-minütigen Fahrt zwischen 7:30 Uhr morgens bis 18 Uhr abends zweimal stündlich zur Talstation „Takimoto“ der Mitake Tozan Railway.

Wem es mehr nach Wandern ist, kann auch zwei Stationen weiter fahren, nach Kori (古里 / こり). Hier beginnt ein Wanderweg, der in zwei bis zweieinhalb Stunden über den Ōtsukayama (大塚山 / おおつかやま) (920 Meter) zum Mitake-san führt.

Mitake Tozan Railway

Fahrpeise

(Die Webseite der Bergbahn wies zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels noch Preise von 2002 aus – hier sehen Sie die im März 2018 in Rechnung gestellten Preise.)

Einfache Strecke:
Erwachsene: 590 Yen (+100 Yen für den Sessellift ab der Bergstation)
Kinder: 300 Yen (+100 Yen für den Sessellift ab der Bergstation)

Hin- und Rückfahrt:
Erwachsene: 1.110 Yen (+190 Yen für den Sessellift ab der Bergstation)
Kinder: 560 Yen (+190 Yen für den Sessellift ab der Bergstation)

Fahrzeiten

Werktags, sonn- und feiertags von 7:30 Uhr morgens bis 18:30 Uhr zwei bis dreimal pro Stunde (in den Wintermonaten Dezember bis Februar überwiegend zweimal pro Stunde).

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Ōme City (青梅市)

14. April 2018

Cineasten aufgepasst!

Ōme – Filmplakate (Breakfast at Tiffany’s)

Die Stadt Ōme (青梅 / おうめ), die ganz im Westen der Metropol-Präfektur Tōkyō liegt, gehört vielleicht nicht zu den bekanntesten Orten Japans – aber sie ist deswegen ja gerade für diese Webseite um so interessanter.

Grundsätzliches über Ōme

Spätestens wenn man weiß, dass Ōme die „Patenschaft“ für die deutschen Besucher der olympischen und paralympischen Sommerspiele 2020 in Tōkyō übernommen hat, wird man als Deutscher hellhörig. Vielleicht war man es auch schon vorher, denn schließlich verbindet die Stadt seit 1965 auch eine Städtepartnerschaft mit Boppard am Rhein. Deswegen ist es wahrscheinlich nicht ganz so verwunderlich, wenn man erfährt, dass es – neben einer hervorragenden Sakebrauerei – in Ōme auch Rebstöcke aus Boppard gibt, aus denen ein leichter Riesling mit dem Namen „Drop of Boppard“ gekeltert wird.

Ōme (青梅) – “A Drop of Boppard” (ポッパルドの雫)

Mit ihren mehr als 135.000 Einwohnern und einer Fläche von über 103 qkm gehört sie zu den zwar flächenmäßig mittelgroßen der 26 Städte und 23 Sonderbezirke in der Präfektur Tōkyō, aber zu den eher kleinen, was die Einwohnerzahl anbelangt. Dafür liegt sie aber auch in einer reizvollen Gebirgslandschaft (der Hausberg Ōmes ist der Mitake-san (御岳山 / みたけさん), der es immerhin auf 929 Höhenmeter bringt) im Tal des Tama-Flusses (多摩川 / たまがわ), der in den Bergen der Nachbarpräfektur Yamanashi (山梨県 / やまなしけん) entspringt und 138 km später zwischen Tōkyō und Kawasaki, direkt am Stadtflughafen Tōkyōs (Haneda / 羽田 / はねだ) in die Bucht von Tōkyō mündet.

Retro, wohin das Auge blickt

In den kommenden Artikeln werde ich ein bisschen auf die landschaftlichen und spirituellen Reize Ōmes eingehen. Heute sei der gewiefte Cineast auf Ōme aufmerksam gemacht, denn die Stadt bietet für Spielfilm-Freaks beiderlei Geschlechts ein Schmankerl, das man andernorts wahrscheinlich vergeblich sucht. Bis vor gar nicht mal allzu vielen Jahren, war es in Japan noch durchaus üblich, auf Kinofilme mit handgemalten Plakaten aufmerksam zu machen. Diese auch in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts schon etwas schrullig wirkende Art der Werbung, ist inzwischen fast komplett verschwunden – die Straßen der Innenstadt Ōmes lassen diese alten Zeit neu entstehen.
Zu den aufwändig gemalten Filmplakaten gesellen sich auch Persiflagen auf dieselben – wer sich bei Spielfilmen aus alten Tagen ein bisschen auskennt (und es sind durchaus auch internationale Produktionen dabei), wird hier garantiert fündig. Eine kleine Auswahl gefällig?

Erkennen Sie die Originale?

Shōwa Retro-Artikel-Museum (昭和レトロ商品博物館 / しょうわレトロしょうひんはくぶつかん)

Das 1999 eröffnete Museum rundet sozusagen das Stadtbild mit einer umfangreichen Sammlung an Gebrauchsgütern aus der Shōwa-Zeit (1926-1989) ab – einer Zeit, der viele Japaner noch heute nachtrauern und die gerade in Fernsehserien bis zum Erbrechen wieder heraufbeschworen wird, weil zumindest die letzten dreißig Jahre diese Zeit sozusagen die „goldenen Jahre“ Japans waren. Das Museum beinhaltet ebenfalls eine Sammlung der obengenannten, handgemalten Filmplakate.

Ōme – Shōwa Retro-Artikel-Museum (青梅市・昭和レトロ商品博物館)

Ohne weiteres Wissen um das Leben in Japan in den 50er, 60er und 70er Jahre, bleibt die Ausstellung ein bisschen Panoptikum – aber wer in das damalige Lebensgefühl eintauchen möchte, ist hier sicher am richtigen Ort.

Öffnungszeiten des Shōwa-Museums:

Täglich, außer montags: 10 Uhr bis 17 Uhr (fällt ein Feiertag auf Montag, bleibt es am darauffolgenden Werktag geschlossen)

Eintrittsgeld für das Shōwa-Museum:

Erwachsene: 350 Yen
Kinder: 200 Yen

Adresse des Shōwa-Museums

65 Sumie-chō, Ōme-shi, Tōkyō-to 198-0084
〒198−0053 東京都青梅市住江町65

Wie man nach Ōme kommt:

Aus dem inneren Stadtgebiet Tōkyōs kommt man mit Schnellzügen der Chūō-Linie/Ōme-Linie in weniger als einer Stunde von Shinjuku nach Ōme.

Mehr über Ōme:

Ōme City – Mitake-san (青梅市・御岳山)
– Wanderschaft, Pilgerschaft und Kulturgüter


U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette – updated

6. April 2018

Kampagne/Campaign 2018/2019

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (04/2018)

Neues Geschäftsjahr – neue Benimm-Kampagne. Das gilt auch für den Beginn des neuen Geschäftsjahres am 1. April. Die Tokyo Metro bleibt ihrem Bemühen um die des Japanischen nicht Mächtigen treu. Die Stadt möchte sich eben auch auf dieser Ebene auf die steigende Anzahl ausländischer Touristen einstellen – und die olympischen Spiele von 2020 rücken ebenfalls immer näher. Freuen Sie sich also auf eine Kampagne, die uns alle dem richtigen Verhalten in der wimmelnden Masse wieder ein Stückchen Näher bringt!

A new business year – a new manner campaign. Why should it be different with the new business year starting on 1st of April this year? The Tokyo Metro is continuing its efforts for all those who don’t know that much about the Japanese language. The city is trying to cater for the increasing number of foreign tourists – and also the Olympics of 2020 are approaching. Enjoy the new campain that teaches us the proper manners, required to “function” in the ever-bustling crowd.

Bringen Sie sich mit den Benimm-Postern der vorangegangenen Monate und Jahre mal wieder auf den neuesten Stand!
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“!

Why don’t you bring yourself up to speed again by having a look at the manner posters of recent months and years?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“.


The Flower Market of Ōta (大田市場の「花市場」)

2. March 2018

Japan’s central wholesale market for flower auctions

Ōta Flower Market (大田市場の「花市場」)

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

It is more or less known that Japan has a somewhat different relationship with nature (in the cities some may come to the conclusion that one should rather say “no relationship with nature” – but that wouldn’t be a fair statement). And it is probably also no secret that flowers play an entirely different part in the daily life of the people, compared with those, let’s say, in Germany. Some may even be aware of the fact that the flowers’ price tag is usually in a rather “exorbitant” range.

As with vegetables, fruits and other groceries, also the quality standards for flowers are extremly high in Japan. “Immaculacy” that the magic word here. Ask Japanese for their opinion about products offered in European supermarkets – the honest ones will admit that they find the quality of fresh fruits and vegetables discraceful. Of course, one could challenge this attitude, but this is not the place to discuss the value (or rather the lack of it) of optically spotless vegetables. It is just mentioned here to demonstrate that some things are simply different in Japan.

The Japanese flower market is home to about 40,000 different kinds of flowers – and every year some two- to threethousand are being added. Japan is said to know the best methods for the creation of new flower varitions. At the same time, the integration of flowers into daily life, observing seasonal particularities is more or less a must. For more than a thousand years Japan has cultivated its approach towards flowers – finding its point of culmination in the high art of flower arrangement, ikebana.

And apart from all that, Japan ist one of the biggest producers of flowers. The county counts a many as 60,000 families occupied with growing flowers. Most of those establishments are, however – as large parts of the Japanese agricultural efforts – rather tiny (if compared with other global players) and therefore hardly competetive. While the portion of imported flowers was more or less stable in the range of single-digit percentages up until a few decades ago, it has in the meantime soared to 25% or more. With that, Japan is the third-larges importer of flowers – after the USA and the European Union.

The flower market of Tōkyō, located in the very south of the metropolis on a man-made island in the Ōta ward’s (大田区 / おおたく) Tōkai nichōme area (東海二丁目 / とうかいにちょうめ) (opened in September 1990), is the biggest in the country and, after the two gigantic flower markets in the Netherlands, the third-largest in the world. As far as the logistics are concerned it may not be state of the art, but the flower auctions that are being held here in the early morning hours have such a flair that laymen may mistake the location for the control centre of Cape Canaveral – and not for a place for dealing in one of the most beautiful things mother nature has to offer.

There are two large auction halls:

One is run by “Flower Auction Japan” (株式会社フラワーオークションジャパン / かぶしきがいしゃフラワーオークションジャパン), “FAJ” in short.

Flower Auction Japan (株式会社フラワーオークションジャパン) – Auction Hall

And the other one by “Ōta Floriculture Auction Co., Ltd.” (株式会社大田花き / かぶしきがいしゃおおたかき).

Ota Floriculture Auction Co., Ltd. (株式会社大田花き) – Auction System

And this good thing about it is: Once you’ve found the flower market (and this posting is hopefully helping you with that), the balconies for visitors and also the auction halls, you seem to be quite welcome as a visitor. In the areas dedicated to  vistors you can watch the market’s activities without disturbing the busy surroundings of the flower auctions. The auction halls may not always be accessible to visitors. While I was there, one was kindly asked to refrain from visiting the “Ota Floriculture Auction”.

The core of the flower market are the auction halls and, of corse, the centres for logistics, ensuring that that flowers not only find their way to the market, but also do those dealers who have bought them during the auctions:

While visiting the flower market, it is highly likely that you will be slightly confused by the mixture of bustling activity and the almost silence of the auctions. And maybe you will also realise (what you may have seen in the flower shops of Tōkyō already) that the colour preferences of the Japanese are slightly different from those in Western countries. There is a certain tendency towards pastel-coloured flowers.

The outer areas of the flower market (but still close to the actual trading) feature some flower shops run by the wholesalers for “professional” demand:

In close neighbourship to the flower market you will also find Tōkyō’s second biggest fish market, the fruits market and the vegetables market.

Address of the flower market:

2-2-1, Tōkai, Ōta-Ku, Tōkyō 143-0001, Japan

Opening hours:

On weekdays from the very early morning hours.

Auctions for cut flowers:
Monday, Wednesday and Friday from 7 am to 11 am

Auctions for pottet plants:
Tuesday and Thursday from 7:30 am to 9 am

(These times are just approximated times – depending on the season, auctions may end much earlier – try to be there between 7:30 am and 8 am to be on the safe side.)

Basically the market is open from 5 am to 3 pm (even though trading activities start as early as 2 am), but closed on Sundays and certain other days.

Open hours of the visitors’ centre:
On weekdays from 9 am to 12 am and from 1 pm to 4 pm (closed on Saturdays, Sundays and Holidays)

How to get there:

It the easist to take the Tōkyō Monorail (東京モノレール / とうきょうモノレール) to “Ryūtsū Center” (流通センター / りゅうつうセンター) (“Distribution Centre”). After leaving the station turn right and cross the canal alongside the Kannana Dōri (環七通り / かんななどおり) in eastern direction. After the bridge turn right into southern direction. The building of the flower market is decorated with a huge flower symbol on its roof (walking time from the station: about 10 minutes).

There are usually also taxis at the station “Ryūtsū Center” – turn left at the station’s gate and tell the taxi driver:
「大田市場の”花市場”」 / 「おおたしじょうの”はないちば」/ Ōta shijō no hana ichiba


Der Blumenmarkt von Ōta (大田市場の「花市場」)

25. February 2018

Japans zentraler Großhandelsmarkt für Blumenauktionen

Ōta Flower Market (大田市場の「花市場」)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Dass Japan einen besonderen Bezug zur Natur pflegt (in den Städten drängt sich der Verdacht auf, dass man eigentlich „keinen Bezug“ schreiben müsste – was natürlich nicht stimmt), ist bekannt. Und dass Blumen im japanischen Alltag eine ganz andere Rolle spielen als beispielsweise in Deutschland, ist sicher auch kein Geheimnis (wie auch die Tatsache, dass Blumen in Japan fast unerschwinglich teuer erscheinen).

Wie auch bei Gemüse, Obst und anderen Lebensmitteln, sind die Standards auch bei Blumen extrem hoch in Japan. Makellosigkeit ist hier in erster Linie gefragt. Das Warenangebot in deutschen Supermärkten wird von Japanern oft als Zumutung empfunden. Es soll an dieser Stelle nicht über Sinn und Unsinn dieser Haltung diskutiert werden. Sie wird nur erwähnt, um zu veranschaulichen, warum in Japan ein paar Dinge nun mal ein bisschen anders sind als anderswo.

Auf dem japanischen Blumenmarkt „tummeln“ sich ungefähr 40.000 verschiedene Sorten – und jährlich kommen zwei- bis dreitausend neue hinzu. Japan werden die besten Verfahren zur Entwicklung neuer Blumenvariationen nachgesagt. Gleichzeitig ist die jahreszeitliche Einbindung von Blumen in das tägliche Leben praktisch ein Muss. Seit mehr als tausend Jahren hat Japan seinen ganz besonderen Umgang mit Blumen kultiviert – seinen Höhepunkt findet diese Kultur nicht zuletzt in der hohen Kunst des Blumensteckens, des Ikebana.

Außerdem ist Japan selbst einer der großen Blumenproduzenten der Welt. Man zählt allein ca. 60.000 Familien, die sich mit der Aufzucht von Blumen beschäftigen (viele Betriebe sind allerdings – wie auch in vielen anderen Teilen japanischer Landwirtschaft – im globalen Vergleich regelrecht winzig und nicht nur deswegen kaum konkurrenzfähig). Während noch vor wenigen Jahrzehnten der Anteil an importierten Blumen im einstelligen Prozentbereich „dümpelte“, ist die Importquote längst auf über 25% gestiegen. Damit ist Japan der drittgrößte Importeur – nach den USA und der Europäischen Union.

Der Blumenmarkt, ganz im Südosten Tōkyōs auf einer der vielen künstlichen Inseln in der Bucht von Tōkyō im Stadtteil Ōta (大田区 / おおたく) und dort in Tōkai nichōme (東海二丁目 / とうかいにちょうめ) gelegen (eröffnet im September 1990), ist der größte des Landes und, nach den beiden Blumenmärkten in Holland, der drittgrößte der Welt. Er ist, was die Logistik rund um die Blumen anbelangt, ganz bestimmt nicht der modernste, aber die Auktionen, die hier in den frühen Morgenstunden durchgeführt werden, finden in einer Atmosphäre statt, die den Unbedarften doch eher an das Kontrollzentrum in Cape Canaveral erinnern dürften, als an den Handel mit einem der schönsten Dinge, die die Natur für uns hervorbringt.

Es gibt zwei große Auktionshallen:

Eine davon wird von “Flower Auction Japan” (株式会社フラワーオークションジャパン / かぶしきがいしゃフラワーオークションジャパン), abgekürzt „FAJ“ betrieben.

Flower Auction Japan (株式会社フラワーオークションジャパン) – Auction Hall

Die andere von “Ōta Floriculture Auction Co., Ltd.” (株式会社大田花き / かぶしきがいしゃおおたかき).

Ota Floriculture Auction Co., Ltd. (株式会社大田花き) – Auction System

Und was das Schöne daran ist: Wenn man den Blumenmarkt von Ōta erst mal gefunden hat (und dieser Artikel hilft hoffentlich dabei) und die für Besucher eingerichteten Balkone und Auktionshallen ausfindig gemacht hat, steht er wirklich allen Besuchern offen. Und sie können sich in dem geschäftigen Umfeld der Blumenauktionen auch bewegen, ohne den Geschäftsbetrieb zu beeinträchtigen. Die Autionshallen stehen den Besuchern allerdings nicht regelmäßig zur Besichtigung offen. Während meines Besuches war z.B. gebeten worden, vom Besuch der “Ota Floriculture Auction” Abstand zu nehmen.

Herzstück des Blumenmarktes sind die beiden Aktionshallen und natürlich die Logistikzentren, die für den An- und Abtransport der Blumen sorgen, die in den beiden Auktionshallen gehandelt wurden:

Sie werden wahrscheinlich auch über die fast unwirklich wirkende Mischung aus Geschäftigkeit und reibungslosem, ja bisweilen fast geräuschlosem Handel staunen. Und wahrscheinlich wird Ihnen auch auffallen (was Sie aber vielleicht auch schon aus den zahllosen Blumengeschäften in Japan kennen), dass die Farb-Präferenzen der Japaner ganz anders sind als beispielsweise in Europa. Die Tendenz geht hier ganz eindeutig mehr zu pastellfarbenen Tönen.

Am Rande des eigentlichen Handelsgeschehens, bieten einige der Großhändler auch Blumengeschäfte für den “professionellen” Bedarf:

In nächster Nachbarschaft zum Blumenmarkt befindet sich übrigens auch der zweitgrößte Fischmarkt Tōkyōs, der Obstmarkt und der Gemüsemarkt.

Adresse des Blumenmarktes:

2-2-1, Tōkai, Ōta-Ku, Tōkyō 143-0001, Japan

Öffnungszeiten:

Werktags ab den frühen Morgenstunden.

Schnittblumenversteigerungen montags, mittwochs und freitags 7 Uhr bis 11 Uhr morgens.
Topfpflanzenversteigerungen dienstags und donnerstags ab 7:30 Uhr bis 9 Uhr morgens.

(Diese Zeiten sind nur ungefähre Zeiten – je nach Saison enden die Versteigerungen auch schon früher – richten Sie sich auf ca. 7:30 Uhr bis 8 Uhr ein).

Der Markt ist grundsätzlich von 5 Uhr morgens bis 15 Uhr nachmittags geöffnet, allerdings sonntags und an ausgewählten Tagen geschlossen.

Öffnungszeiten des Besucherzentrums:
Wochentags von 9 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 16 Uhr (samstags, sonn- und feiertags geschlossen)

Wie man hinkommt:

Nehmen Sie am besten die Tōkyō Monorail (東京モノレール / とうきょうモノレール) nach „Ryūtsū Center“ (流通センター / りゅうつうセンター) („Verteilzentrum“). Nach dem Verlassen der Bahnstation halten Sie sich nach rechts und überqueren Sie mit der Kannana Dōri (環七通り / かんななどおり) den Wasserarm in östlicher Richtung und biegen Sie nach der Brücke gleich wieder nach rechts in südlicher Richtung ab. Das Gebäude des Blumenmarktes ist an dem Blumenemblem auf dem Dach zu erkennen (Gehzeit insgesamt ca. 10 Minuten).

An der Station „Ryūtsū Center“ stehen meist auch Taxis bereit (links neben dem Ausgang der Bahnstation). Sagen Sie dem Taxifahrer:
「大田市場の”花市場”」 / 「おおたしじょうの”はないちば」/ Ōta shijō no hana ichiba


U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette – updated

11. February 2018

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (02/2018)

Kampagne/Campaign 2017/2018

Seit April vergangenen Jahres kann man in den Stationen der Tōkyō Metro virtuelle Stempel sammeln – jeden Monat einen neuen für gutes Benehmen in den Bahnhöfen und Zügen. Wer sich in Japan nicht ganz so gut auskennt, wird sich vielleicht über das “Stempel”-Design ein bisschen wundern, aber hierzulande ist es durchaus üblich, dass man sich z.B. an Orten touristischen Interesses oder Bahnhöfen Stempelabdrücke zur Erinnerung an den Besuch machen kann.

Nächsten Monat gibt es den letzten “Stempel” zu sammeln!

Since April last year you can collect virtual stamps at the stations of the Tōkyō Metro – every month a different one for good manners at stations and on trains. Should you be less familiar with Japan, this “stamp” design may puzzle you a bit, but in Japan it is absolutely common to collect stamp imprints at locations like tourist attractions or train stations – as a souvenir of the visit.

And there is one more stamp do go!

Bringen Sie sich mit den Benimm-Postern der vorangegangenen Monate und Jahre mal wieder auf den neuesten Stand!
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“!

Why don’t you bring yourself up to speed again by having a look at the manner posters of recent months and years?
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette“.


Winter in Japan: Shinjuku Gyoen (新宿御苑) (Bilder/Pictures)

23. January 2018

Chaos für die einen – ein funkelndes Vergnügen für andere
Chaos for the ones – a sparkling delight for the others

Shinjuku Gyoen (新宿御苑)

Die Rundfunk- und Fernsehstationen waren gestern gar nicht müde darin geworden, Schneewarnungen für den Großraum Tōkyō auszugeben. Und in der Tat sind im Laufe des Nachmittags und in der Nacht selbst in der Innenstadt teilweise 20 und mehr Zentimeter der weißen Pracht gefallen. Und bevor die Sonne dem ganzen Zauber innerhalb weniger Stunden wieder ein Ende bereiten konnte, sind die folgenden Bilder gleich heute Vormittag entstanden.

The radio and TV stations were busy yesterday broadcasting snow warnings for the Greater Tōkyō. And in fact, during the afternoon and at night, even in the city center, some 20 or more centimeters of white splendor have fallen. And before the sun was able to put an end to all the magic within a few hours, the following pictures were taken this morning.

Bitte klicken Sie auf eine der Miniaturen im obenstehenden Mosaik, um eine Diashow zu starten.
Please click one of the miniatures in the mosaic above to start a slide show.

Zusatzinformation:
Dies ist ein Artikel der “Ohne Worte / Non-Verbal”-Serie – für Näheres zu dieser Serie siehe in der Navigationsleiste unter “Ohne Worte / Non-Verbal“.

Additional Information:
This is a posting of the “Ohne Worte / Non-Verbal” series – for more details on this series, please have a look at “Ohne Worte / Non-Verbal“ on the navigation bar.

Schauen Sie doch auch mal hier vorbei: / Why don’t you have a look at this one as well:

Winter in Tōkyō (東京の冬) (Bilder/Pictures)
– Weiße Pracht in Shinjukus Süden
– White splendour in Shinjuku’s south