Tōkyō – Old meets New (dt.)

Eine Kampagne der Metropolpräfektur

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Japaner – und nicht nur sie – sind davon überzeugt, dass es kein anderes Land auf der Welt gibt, in dem das Historische und das Moderne so sehr Hand in Hand gehen. Und ganz besonders Tōkyō hat diese Behauptung für sich entdeckt, um auf seine gerade mal 150-jährige Stadtgeschichte hinzuweisen (Tōkyō ist natürlich älter als 150 Jahre, aber vor 150 Jahren hieß es eben noch nicht Tōkyō, sondern Edo).

Ich will an dieser Stelle nicht darüber richten, ob diese viel besungene japanische Symbiose von Altem und Neuem mehr ist als eine geschickte Projektion eines Wunschtraumes (ein Nebeneinander von Alt und Neu wird jeder aus seinem Heimatland ebenso kennen). Ich will aber vier der Poster, die für die Kampagne im Zusammenhang mit dem Jubiläum der Stadt verbreiteten aufgreifen und wiedergeben.

Entdecken Sie für sich selbst, inwieweit hier eine nachvollziehbare „Paarung“ von Neuem und Altem gelungen ist. Den auf den Postern zu sehenden Protagonisten füge ich jeweils kurze Beschreibungen bei.

Ueno Hanazono Inari Jinja / Digital Art Museum

Tokyo – Old meets New (Ueno Hanazono Inari Jinja_Digital Art Museum)

Hanazono Inari Jinja, Tōkyō, Ueno (上野花園稲荷神社)

Einer der Schreine im großen Park von Ueno – berühmt für seine vielen Schreintore (torii / 鳥居)

Digital Art Museum, Tōkyō, Odaiba (デジタルアート ミュージアム)

Hier wird mit modernsten technischen Mitteln die Illusion einer farbenprächtigen, mehrdimensionalen Welt geschaffen.

Maneki Neko / Hello Kitty

Tokyo – Old meets New (Maneki Neko_Hello Kitty)

Maneki Neko (招き猫)

Maneki-neko, auch Manekineko („Winkende Katze“ oder „Winkekatze“), ist ein beliebter japanischer Glücksbringer in Gestalt einer aufrecht sitzenden Katze, die den Betrachter mit ihrer rechten oder linken Pfote herbeiwinkt.

Maneki-nekos sind heute besonders in Japan, China, Taiwan und Thailand beliebt und werden bevorzugt in Eingängen von Läden in Einkaufspassagen, Restaurants, Bordellen und Lotterien aufgestellt. Dort sollen sie mit ihrem unablässigen Winken Kunden anlocken. Auf Marktplätzen und Ausstellungen sollen sie finanzielles wie geschäftliches Glück bringen. In privaten Häusern werden sie gerne aufgestellt, um Wohlstand zu bringen und Unglück fernzuhalten. Ihre heutige Gestalt geht auf die Katzenrasse „Japanese Bobtail“ (japanische Stummelschwanzkatze) zurück; der japanischen Tradition zufolge ist die Maneki-neko die Wiedergeburt der Göttin der Gnade, Kannon (観音). Legenden und Anekdoten um glückbringende Katzen sind in Japan etwa seit Beginn der Edo-Zeit (1603–1867) überliefert.

Hello Kitty (ハローキティ)

Hello Kitty ist eine fiktive Figur der japanischen Firma Sanrio in Katzengestalt. Auf Deutsch bedeutet der englischsprachige Ausdruck Hello Kitty „Hallo Kätzchen“.

Die Figur Hello Kitty ist die stilisierte Darstellung einer kleinen weißen Katze, von der häufig nur der Kopf abgebildet ist. Sie trägt verschiedene, farbige Schleifen, Blumen oder Ähnliches am linken Ohr und hat keinen Mund. Die unter Lizenz vertriebenen zahlreichen Produkte der als Markenzeichen geschützten Figur sind exemplarisch für die japanische „kawaii“-Kultur („kawaii = niedlich).

Die Gestaltung der 1974 entworfenen Figur orientierte sich an der als Glücksbringer geltenden japanischen Stummelschwanzkatze.

Ukiyo-e / Hatsune Miku

Tokyo – Old meets New (Ukiyo-e_Hatsune Miku)

Ukiyo-e (浮世絵)

Ukiyo-e (japanisch 浮世絵, etwa „Bilder der fließenden Welt“) ist eine Sammelbezeichnung für ein bestimmtes Genre der japanischen Malerei und der japanischen Druckgrafik (illustrierte Bücher und Farbholzschnitte), das das Lebensgefühl und die Weltsicht des aufkommenden Bürgertums und der breiten Bevölkerungsmehrheit in den großen Städten Japans, insbesondere in Edo (Tōkyō), während der so genannten Edo-Zeit (1603–1867) widerspiegelt.

Hatsune Miku (初音ミく)

Hatsune Miku ist eine vom japanischen Mangaka und Illustrator Kei im Auftrag für Crypton Future Media entworfene virtuelle Figur. Sie wurde als Maskottchen der Software Hatsune Miku, einer von Crypton entwickelten künstlichen Gesangsstimme, die auf dem Software-Synthesizer Vocaloid2 aufbaut, im Jahr 2007 das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt und erreichte im weiteren Verlauf eine weitreichende Bekanntheit. So tauchte sie zunächst in von Fans erstellten Musikvideos auf Nico Nico Douga auf und wurde durch diverse Adaptionen zunehmend populär. Schließlich wurde Miku Hatsune als „eigenständiges Produkt“ vermarktet und durch zahlreiche Medien adaptiert. 2008 wurde Miku Hatsune zur ersten synthetischen Pop-Ikone und erhielt den Seiun-Preis in der freien Kategorie.

Nach Angaben von Crypton wurden bis 2013 über 100.000 Stücke mit der Stimme Miku Hatsunes veröffentlicht, 170.000 Videos mit ihr auf Youtube hochgeladen und etwa 1.000.000 Illustrationen mit ihr erstellt.

Kabuki / Robi

Tokyo – Old meets New (Kabuki_Robi)

Kabuki (歌舞伎)

Kabuki (jap. 歌舞伎 „Gesang, Tanz, Geschicklichkeit“) ist das traditionelle japanische Theater des Bürgertums der Edo-Zeit (1603–1867) und besteht aus Gesang, Pantomime und Tanz. Kabuki ist eine im Wesentlichen säkulare Kunstform und etwas weniger formell als das ältere, vom Shintōismus geprägte Nō-Theater. Kabuki wurde im Jahr 2005 in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit (seit 2008 Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit) aufgenommen.

Robi (ロビ)

Robi ist ein Roboter, der auf zwei Beinen läuft. Er ist 34 cm groß und wiegt ungefähr ein Kilogramm. Seine Bewegungen werden von 20 Servo-Motoren gesteuert. Ursprünglich war er als Bastelsatz der Firma „DeAgostini Japan“ geschaffen worden.

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