Tottori Volkskunst-Museum (鳥取民芸美術館)

Schauen und Staunen dank Shōya Yoshida

Tottori Mingei Bijutsukan (鳥取民芸美術館)

Tottori Mingei Bijutsukan (鳥取民芸美術館)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Sie kennen Shōya Yoshida (吉田璋也 / よしだしょうや) nicht? Sie können mit dem Begriff „Volkskunst“ nichts anfangen? Damit befinden Sie sich zwar nicht unbedingt in guter Gesellschaft, aber Sie offenbaren damit nur Bildungslücken, die hiermit auf unterhaltsame Art und Weise geschlossen werden können.

Um das Volkskunst-Museum von Tottori (鳥取民芸美術館 / とっとりみんげいびじゅつかん), mit seinen über 5.000 Ausstellungsstücken, das hier vorgestellt werden soll, richtig zu verstehen, kommt man nicht ganz ohne Hintergrundwissen um seinen Gründervater Shōya Yoshida aus.

Yoshida, der am 17. Januar 1898 in der Stadt Tottori, der Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur, geboren wurde (gestorben am 13. September 1972), war Arzt und gilt in Japan als eine der Schlüsselfiguren der „Volkskunst“-Bewegung (民芸運動 / みんげいうんどう), die in den späten 1920er und 1930er Jahren von Sōetsu (Muneyoshi) Yanagi (柳宗悦 / やなぎむねよし) entwickelt worden war. Diese Bewegung wollte die Schönheit von traditionellen Gebrauchsgegenständen bewusst machen und sie somit auch vom Zeitgeschmack losgelöst wertschätzen. Yanagis Motto war hierbei: Gegenstände, die von einfachen Leuten hergestellt werden, sind über die Maßstäbe von „Schönheit“ und „Hässlichkeit“ erhaben.

Die Philosophie der Volkskunst-Bewegung ist nicht gänzlich frei eines „Geschmäckles“, da in ihr auch nationalistische Untertöne mitschwingen, die nicht von der Hand zu weisen sind und nicht nur aus dem zeitlichen Zusammenhang ihres Entstehens zu erklären sind.

Dessen ungeachtet ist z.B. Shōya Yoshida heute noch berühmt und geachtet für seine atemberaubend modernen und doch zeitlos wirkenden Designs, die von einzelnen Töpfermeistern bis heute gepflegt werde. Am bekanntesten ist sicher sein wegweisendes „ushinotoyaki“-(牛ノ戸焼 / うしのとやき)-Design, das auch heute noch modern wirkt. Seine Vorstellungen von schönen Gebrauchs-Töpferwaren lebt z.B. in den Werkstätten des „Inshū Nakaigama“ (因州中井窯 / いんしゅうなかいがま) in Nakai Kawaramachi, Tottori, weiter, wo diese gepflegt werden. Die Töpferwerkstatt wird heute in dritter Generation von Herrn Akira Sakamoto (坂本章 / さかもとあきら) geführt. Der dortige Meiler für die Keramikproduktion wurde von Toshiro Sakamoto (坂本俊郎 / さかもととしひろ) im Jahre 1945 errichtet und 1952 von Shōya Yoshida zur offiziellen Produktionsstätte für sein Design erklärt.

Hier ein paar Impressionen aus der Töpferwerkstatt:

Wer sich im Volkskunst-Museum in die rechten Stimmung dazu gebracht hat, kann gleich nebenan im „Takumi Kunsthandwerks-Laden“ (たくみ工芸店 / たくみこうぎてん) die gewonnene Inspiration in Konsum umsetzen. U.a. können die oben erwähnten Keramiken aus den Werkstätten von Akira Sakamoto auch hier erworben werden.

Adresse des Museums:

Tottori Folk Crafts Museum
651 Sakaemachi, Tottori-shi,
Tottori-ken 〒680-0831

〒680-0831
鳥取県鳥取市栄町651
鳥取民芸美術館

Öffnungszeiten des Museums:

Täglich außer mittwochs: 10 Uhr bis 17 Uhr
Geschlossen während der Neujahrsfeiertage und während Ausstellungswechsel.

Eintrittsgebühr:

Erwachsene: 500 Yen
Studenten: 300 Yen (Studentenausweis erforderlich)
Senioren ab 70 Jahren und Schüler: frei

Öffnungszeiten des Takumi Kunsthandwerks-Ladens:

Täglich außer mittwochs von 10 Uhr bis 18 Uhr
Geschlossen an den Neujahrsfeiertagen.

Adresse der Töpferwerkstatt „Inshū Nakaigama“ (因州中井窯)

Inshū Nakaigama
Nakai 243-5
Kawaramachi, Tottori-shi
Tottori-ken, 〒680-1224
http://nakaigama.jp

因州中井窯
〒680-1224鳥取県鳥取市河原町243-5
http://nakaigama.jp

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