Ta’asobi am Kitano Jinja (北野神社の田遊び)

Eine ebenso altehrwürdige wie volkstümliche Shintō-Zeremonie

Ta'asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta’asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

In Japan werden seit uralten Zeiten die shintōistischen Götter in Zeremonien anrufen, wenn es darum geht, sich ihr Wohlwollen und ihre Unterstützung zu sichern. Zeremonien für reichen Fischfang oder eine gute Ernte gehören natürlich auch dazu.

Ta'asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta’asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta'asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ta’asobi (田遊び), Kitano Jinja (北野神社), Itabashi (板橋)

Ein besonders „urige“ Zeremonie gab es am gestrigen Samstag (wie immer am 11. Februar) im Tōkyōter Stadtteil Itabashi (板橋区 / いたばしく) zu erleben – die OAG (Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens) und deren Expertin, Luise Kahlow, haben den Besuch erst ermöglicht und doppelt lohnend gemacht:
Das Ta’asobi (田遊び / たあそび) am Kitano-Schrein (北野神社 / きたのじんじゃ) (genauer: Tokumaru Kitano-Schrein / 徳丸北野神社 / とくまるきたのじんじゃ) in Tokumaru Rokuchōme (徳丸六丁目 / とくまるろくちょうめ).

Diese fast 1 ½-stündige Zeremonie, die seit 2007 als staatliches Kulturgut anerkannt ist, wird seit vielen Jahrhunderten aufgeführt (der Schrein selbst blickt auf eine über tausenjährige Geschichte zurück). Und beim Anblick der Zeremonie möchte man beinahe glauben, dass die Riten sich seit ewigen Zeiten nicht mehr geändert haben.

In mehreren Schritten wird hierbei um die Hilfe der Erntegeister gebittet:

  • Chōho shirabe (町歩調べ):
    Vergewissern, wo die Reisfelder sind und sie zählen
  • Ta uchi (田打ち):
    Feld vorbereiten
  • Ta unai (田うない):
    Ackerfurchen ziehen
  • Shiro kaki (代掻き):
    Pflügen und Wässern des Feldes
  • Tane maki (種まき):
    Samen säen (das war der eindeutig längste Ritus)
  • Tori oi (鳥追い):
    Vögel vertreiben (mit der sasara (簓 / ささら)-Ratsche)
  • Haru ta unai (春田うない):
    mit Hacke Ackerfurchen ziehen

Pause, in der unter den Zuschauen “heiliger Sake” (o-miki / お神酒 / おみき) verteilt wurde.

  • Ueda shiro kaki (植田代掻き):
    Pflügen und Wässern des Feldes mit Kuh; der Kuh zum Dank für die harte Arbeit Luft zufächeln
  • Saotome (早乙女):
    vier Reispflanzmädchen mit Reispflanze in der Hand (Symbol: Nadel- und Pflaumenzweig); in die Luft werfen der Mädchen (Symbol für gutes Wachstum der Kinder und der Reispflanzen)
  • Tarōji Yasume (田郎次やすめ):
    Mann und Weib mit dickem Bauch machen Späße mit dem Publikum
  • Koma (駒):
    wildes Fohlen
  • Shishi (獅子):
    Shishi soll Schädlinge verhindern, bringt Segen
  • Hamaya (はま矢):
    Mann mit Speeren
  • Ine kari (稲刈り):
    Reismahd
  • Inemura tsumi (家むら積み):
    Reisgarbe aufstellen

Schauen Sie sich einen 12-minütigen Zusammenschnitt der zeremoniellen Handlungen an – und seien Sie nicht traurig, wenn Sie die eine Zeremonie u.U. nicht von der anderen unterscheiden können. Das Saotome ist ganz eindeutig der Teil des Ritus, der zumindest den Kindern am meisten Spaß macht.

Ort der Veranstaltung:

Tokumaru Kitano-Schrein
6-34-3 Tokumaru
Itabashi-ku
Tōkyō 〒175-0083

徳丸北野神社
〒175-0083 東京都板橋区徳丸6-34-3

 

 

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2 Responses to Ta’asobi am Kitano Jinja (北野神社の田遊び)

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