Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (dt.) (Teil 2)

Japanisches Porzellan vom Feinsten
Imari Ware – Meisterstücke des Kakiemon- und Kinrande-Stils
(柿右衛門・古伊万里金襴手展)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Unter dem Titel “Die ersten 100 Jahre japanischen Porzellans” zeigt das Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館 / とぐりびじゅつかん), ein privates Museum im Shōtō-Viertel von Shibuya, das im Jahre 1987 eröffnet wurde und das sich ganz auf Porzellan konzentriert, in diesem Jahr folgende Serie von vier Sonderausstellungen:

Im ersten Teil meiner kleinen Serie von Artikeln über das Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館 / とぐりびじゅつかん) haben Sie bereits ein paar grundsätzliche Dinge über die Geschichte des japanischen Porzellans und das Museum als solches kennengelernt. Falls Sie hier heute zum ersten Mal sein sollten (oder falls Ihr Erinnerungsvermögen nur noch Stückwerk zutage fördert – gerade beim Thema “Porzellan” wollen wir ja Bruch vermeiden…), schauen Sie sich doch (noch einmal) den vorangegangenen Artikel an:

Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 1) (Engl.)
– Japanisches Prozellan vom Feinsten – Imari Ware
Der Ko-Kutani-Stil (古九谷展)

Während wir uns beim ersten Mal exquisite Beispiele des sogenannten “Ko-Kutani” (古九谷)-Stils angesehen haben, geht es dieses mal um die “Kakiemon-” (柿右衛門) und “Kinrande-(金襴手)-Stile des Imari-(伊万里)-Prozellans.

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Toguri Museum of Art (戸栗美術館)

Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts konnten die Töpfer von Arita ihre Fertigungstechniken immer mehr verbessern und verfeinern. Das führte auch dazu, dass die Werkstücke immer filigraner, sprich: dünner wurden und das Basismaterial für das Porzellan immer heller und gleichmäßiger wurde – dieses makellose Weiß wird im Japanischen nigoshide (濁手) genannt. Außerdem entwickelten sie einen Stil mit besonders farbenfrohem Dekor, das von kräftigen Rottönen dominiert wurde. Mit diesen beiden Innovationen waren sie in der Lage, besonders filigrane Teller und Schalen, aber auch Prozellanfiguren von Frauen im Kimono herzustellen, die so ganz dem Geschmack der westlichen Vorstellungen von fernöstlicher Schönheit entsprachen. Dies der Anfang des Porzellanstils, der heute als “Kakiemon”-(柿右衛門)-Stil genannt wird.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts/mit Beginn des 18. Jahrhunderts, als China, das zuvor als Lieferant feiner Porzellanwaren aufgrund von Unruhen im Lande über lange Zeit ausgefallen war, wieder an Stabilität gewann, erwuchs den Töpfern von Arita eine scharfe Konkurrenz. Auf diese antworteten sie damit, chinesische Designs zu adaptieren und die Produktion auf größere Stückzahlen auszulegen. Der daraus resultierende “Kinrande”-(金襴手)-Stil des Imari-Porzellans ist gekennzeichnet durch symmetrische und sich wiederholende Muster, die sich besonders für die Massenproduktion eigneten. Allerdings zeichnet er sich auch durch prächtiges Dekor mit reichlich Gold auf Email und dem typischen Unterglasur-Blau. Besonders in Europa liebte man diese großen, über die Maßen dekorativen Schalen und Gefäße, um mit ihnen die Paläste des Adels und der Königshäuser zu verzieren. Während dieser Zeit gelangte auch der Stand der Handelstreibenden Japans durch eine vergleichsweise lange Zeit innerer Stabilität zu beachtlichem Wohlstand – auch sie fanden im wertvollen Porzellan im Kindrande-Stil ein Mittel, ihren gesellschaftlichen Stand zum Ausdruck zu bringen.

In der hier beschriebenen Ausstellung wurden etwa 80 Meisterwerke des Imari-Porzellans ausgewählt, die zwischen der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden sind. Und einige davon können Sie sich auf den untenstehenden Fotos schon mal ansehen. Aber glauben Sie mir: Fotos sind ein armseliger Ersatz für “das Echte”! Dennoch, wenn “besser als nichts” Ihre Devise ist, dann klicken Sie auf die Fotos, um diese in einer vergrößerten Version anzuschauen.

Gleich zum Anfang: Was ist macht eigentlich den Kakiemon-Stil aus? Hier ist ein perfektes Beispiel:

#1
Schale in Blattform mit zwei Kranichen

Diese Schale ist perfekt, weil sie alle fünf Voraussetzungen erfüllt, die charakteristisch für den Kakiemon-Stil sind:

  1. Für die Form wird eine Pressform benutzt. Das Material wird zunächst auf einer Töpferscheibe in eine Grundform gebracht und anschließend auf eine Form aus Ton gedrückt; überschüssiges Material wird entfernt. Vasen und Krüge wurden aus mehr als einem Werkstück geformt.
  2. “Nigoshide” – milchig-weißes Basismaterial. D.h. besondere Sorgfalt wurde sowohl auf das Grundmaterial, als auch auf die klare Glasur verwendet, um es zu keinerlei Verunreinigungen kommen zu lasen (die noch einige der Ausstellungsstücke in der vorangegangenen Ausstellung kennzeichneten)
  3. Viel “Hintergrund” und wenig “Design”, um das makellos weiße Grundmaterial nicht zu “erschlagen”, sondern nur durch Design hervorzuheben. Japanische Ästhetik kennt das Konzept der “Schönheit der Leere” (余白の美 / よはくのび).
  4. Farbenfrohes Design mit viel leuchtendem Rot, das die weiße Basis noch weißer und heller erscheinen lässt.
  5. Gekonnt abgerundet mit einer braunen Glasur um den Rand des Werkstücks – im Japanischen “fuchisabi” genannt.

Dabei ist es nicht nur so, dass das Werkstück durch seine Schönheit besticht, auch seine Rückseite erzählt ganze Romane. Schauen Sie mal genauer hin! Sehen Sie das Loch am oberen Rand? Als man dieses Loch einer genaueren Untersuchung unter dem Mikroskop unterzog, kam zutage, dass es erst nachträglich gebohrt wurde. Höchst wahrscheinlich sogar, nachdem der Teller Japan bereits verlassen hatte, um ihn als Dekoration an die Wand hängen zu können (was in Japan völlig unüblich war).

#2
Teller mit zehneckigem Rand, verziert mit einem Tiger, Bambus und Pflaumendesign

Ein weiteres perfektes Beispiel für den Kakieman-Stil!
Dieser Teller ist übrigens in drei verschiedenen Größen mit identischem Design zu sehen – was darauf schließen lässt, dass das Porzellan für den Export nach Europa bestimmt war, um dort eine festliche Tafel zu zieren.

#3
Porzellanfigur einer Frau

Eine Version von Porzellanprodukten, die mit dem Kakiemon-Stil in Verbindung gebracht werden können, sind Figuren von Menschen und Tieren. Sie werden im Japanischen “okimono” (置物 / おきもの) genannt und haben, wie das Wort nahelegt, rein dekorativen Charakter. Figurinen wie diese wurden in großer Stückzahl und basierend auf vorgefertigten Formen produziert. Meist unterschieden sie sich nur in Details und in der Bemalung. Da die Figuren hohl sind und sich die Luft im Innern während des Brennens ausdehnt, hatten sich die Töpfer einen Weg einfallen lassen müssen, wie sie ein Explodieren des Rohlings beim Brennen verhindern konnten. In diesem Falle wurde ein kleines Loch in der Mundöffnung der Figur gelassen, durch das der Luftdruck entweichen konnte.
Man sagt übrigens, dass diese Porzellanskulptur nach dem Vorbild einer berühmten Kurtisane geformt wurde.

#4
Schale, verziert mit einem Blumen- und Vögel-Design auf Unterglasur-Blau mit Überglasur-Email und Gold

Große Schalen wie diese können wir heute noch in vielen Museen und Schlössern in Europa sehen. Sie waren eindeutig  und in ansehnlicher Stückzahl für den Export hergestellt worden, stellten aber in erster Linie Luxusprodukte dar, die für Könige und den Adel dar. Da sie für die Dekoration großer Räume in Palästen gedacht waren, mussten sie groß sein – die Designs waren es eben so, und die Farbgebung besonders prächtig, damit die Kunstwerke auch schon aus größerer Entfernung bewundert werden konnten und “Eindruck” machten. Die reichliche Verwendung von Gold verstärkte den prächtigen Eindruck noch.
Bei dieser großartigen Schale wurden die schwarzen Linien (wir erinnern uns: Schwarz ist eine der weniger “haltbaren” Farben) wahrscheinlich durch eine darüber aufgetragene Schicht Lila geschützt.

#7
Gefäß, Kendi, verziert mit einem chinesischen “Löwen-Hund” mit Überglasur-Email

Dieses Gefäß mit Tülle aber ohne Griff nennt man “kendi” – ein Wort aus der malaiischen Sprache kommt. Chinesen hatten bereits im 14. Jahrhundert damit begonnen, solche Gefäße herzustellen, die in Südostasien eine weite Verbreitung fanden – zum Trinken von Wasser, aber auch von alkoholischen Getränken. Japanische Töpfer aus Arita stellten sie natürlich auch für den Export her, weswegen sich auch heute noch viele Exemplare von Imari-Porzellan aus dieser Zeit finden. Dieses sehr farbenfrohe Stück, mit besonders schönen Zinnoberrot-Akzenten und der verbreiterten Tülle ist mit Wolkenmustern verziert. Überall sind schwarze Linien über der Glasur zu sehen, die leider teilweise bereits unter Abnutzung gelitten haben (wir erinnern uns: Schwarz ist eine am wenigsten haltbaren Porzellanfarben.

#12
Flasche, dekoriert mit chinesischen Jungen und herbstlichem Gras-Design mit Überglasur-Email

Hierbei handelt es sich um ein frühes Bespiel des Kakiemon-Stils – produziert für den Export. Schauen Sie sich den Hintergrund genauer an! Das Grundmaterial ist immer noch leicht bläulich/gräulich und zeigt noch nicht das perfekte Weiß späterer Werkstücke (ok, ich gebe es zu, auf den Bildern kann man das so genau auch wieder nicht erkennen – aber ich habe es eingangs ja schon erwähnt: Schauen Sie sich die Kunstwerke vor Ort an!.

#16
Teller, dekoriert mit einem Paar Wachteln (鶉 / うずら) unter einem bogenförmig geschwundenen Bambushalm, Pflaumenblüten und Hirse in Überglasur-Email

Dieses ist ein ganz besonders feines Beispiel für den seinen Zenit erricht habenden Kakiemon-Stil. Das Auge wird beim betrachten förmlich in die Mitte des Tellers gezogen, wo ein Paar Wachteln unter einem bogenförmig geschwungenen Bambushalm, Pflaumenbaum und Hirse abgebildet ist – unter kunstvoller Aussparung der edlen, weißen “nigoshide” Fläche und eingerahmt durch den rostbraunen Abschluss, des fuchisabi (Rand des Tellers). Hier kann man deutlich erkennen, welche Vollendung der Kakiemon-Stil bei feinen Linien und filigranen Details erfahren hat. Die Farbgebung ist exzellent und meisterhaft ausgeführt. Und die hohe Qualität des milchweißen “nigoshide”-Basismaterial reflektiert das Licht in einer Weise, dass die Farben der bunten Emails noch lebendiger erscheinen. Besonders die schwarzen Linien um die Federn auf dem Rücken der Vögel, zu akzentuieren und das Gelb der Bauchfedern sind von fast schon unglaublicher Feinheit.

#21
Eckige Flasche, dekoriert mit herbstlichen Blumen in Überglasur-Email

#22
Ein Paar chinesische Löwen-Hunde, Shishi (獅子 / しし), dekoriert mit Überglasur Email

#23
Porzellanfigur eines Hahns, dekoriert mit Überglasur-Email

Diese Porzellanfigur eines jungen Hahns ist besonders farbenfroh, mit strahlendem Rot für den Kamm und Federn in Rot, Blau, Grün, Gelb und Schwarz – auf einer reinen, weißen Basis. Dreidimensionale Stücke wie diese wurden basierend auf Tonformen hergestellt, die das Herausarbeiten besonders feiner Details (z.B. einen realistischen Schnabel, Beine und Federn). Das “Burghley House” in England (bekannt u.a. auch aus internationalen Filmproduktionen wie “Stolz und Vorurteil” oder “Der Da Vinci Code”) darf seine Sammlungen mit einem ähnlichen Hahn verzieren.

#25
Gefäß im Stile eines Insekten-Korbs mit Deckel, dekoriert mit Überglasur-Email

#28
Teller, dekoriert mit einem Blumen- und Vogel-Design in Unterglasur-Blau, Überglasur-Emails und Gold

#30
Mokkō-förmige Teller, dekoriert mit Kiefernbäumen, Bambus, Pflaumenblüten und einem herbstlichen Blumendesign in Unterglasur-Blau und Überglasur-Email

Raum Nummer 2 – Kinrande-Stil

In diesem Raum sind besonders große Schalen und Gefäße zu sehen, die fast ausschließlich für den Export hergestellt wurden. Sie wurden in den Palästen der Adeligen Europas zur Schau gestellt – in großen Sälen, wo sie die Aufmerksamkeit des Besuchers nur mit Größe und aufwändigen Designs wecken konnten. Und offensichtlich war reichlich Gold auch ein Element, das die Kunstwerke um so luxuriöser erscheinen ließ.

#39
Krug mit Deckel, dekoriert mit chinesischem Löwen-Hund und einem Design aus Pfingstrosen, Pflaumen und Chrysanthemen in Unterglasur-blau, Überglasur-Email und Gold

Dieses Gefäß ist das größte in der ganzen Ausstellung – und es hatte wahrscheinlich gar keinen praktischen Nutzen – vom dekorativen einmal abgesehen. Auch wenn seine Form an fernöstliche Gefäße, die man gemeinhin “Ingwertopf” (ginger jar) nennt, erinnert, wird es wohl zu groß für die Aufbewahrung von Lebensmitteln gewesen sein; außerdem schließt der Deckel nur unzureichend.

#40
Zylindrisches Gefäß mit einem Deckelknopf in Form eines Eichhörnchens, dekoriert mit Pflaumenblüten- und Pfingstrosen-Design in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

#41
Schale, dekoriert mit Blumendesign in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

Diese ungewöhnlich geformte Schale mit einer mittelgroßen, halbrunden Aussparung am unteren Rand, nennt man eine “Barbier-Schale” oder “Rasur-Schale” und wurde für den Export nach Europa hergestellt. Dieses Exemplar hat zwei Löcher am oberen Rand, durch die ein Band gezogen werden konnte, um die Schale zu dekorativen Zwecken an die Wand zu hängen. Die Form der Schale stellt eine Kopie der Metallschalen dar, die tatsächlich von Barbieren in Europa verwendet wurde (die halbrunde Aussparung wurde dabei während der Rasur unter dem Kinn des Kunden platziert). Diese dekorative Schale war natürlich nicht nur zu kostbar für einen praktischen Gebrauch, sondern dafür auch schlicht und ergreifend zu schwer.
In der Mitte ist die Schale mit einem peppigen Blumendesign verziert, umgeben von einem dichten Muster aus Blättern, das in “sometsuke”-(染付 / そめつけ)-Unterglasur-Blau ausgeführt und mit Gold verziert ist. Darüber wurde ein Design von Pfingstrosenblüten in rotem Überglasur-Email gemalt. Entlang des Randes sind Chrysanthemen zu sehen, und die Unterseite ist an drei Stellen mit blühenden Pflaumenzweigen verziert.
Außerdem ist auf der Unterseite noch die Markierung, die eine Stütze während des Brennvorgangs hinterlassen hat, zu sehen.

#43
Porzellanfigur eines Mannes, “machishū“ (町衆 / まちしゅう), dekoriert in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

Die beiden Figuren, die als Ausstellungsstücke 43 und 44 gezeigt werden, lassen erahnen, wie sich die Fertigungsverfahren gegen Ende des 17. Jahrhunderts/Anfang des 18. Jahrhunderts veränderten, als nicht nur China wieder in die Großproduktion von Porzellan einstieg, sondern auch Töpfer im deutschen Meissen einen Weg fanden, Porzellan herzustellen. Die japanischen Hersteller waren gezwungen, ihre Herstellungskosten zu senken und die Produktionsgeschwindigkeit zu erhöhen. Wenn Sie diese beiden Figuren mit dem Ausstellungsstück Nr. 3 vergleichen, werden Sie feststellen, dass diese neueren Figurinen auffallend weniger filigran gearbeitet sind.

#43/44 Toguri Museum of Art (戸栗美術館), Imari (伊万里)

#43/44 Toguri Museum of Art (戸栗美術館), Imari (伊万里)

#44
Porzellanfigur eines Jungen, “wakashū (若衆 / わかしゅう), dekoriert in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email un Gold

#48
Schüssel, dekoriert mit einem Drachen- und Phönix-Design in Unterglasur-Blau, Überglasur-Emial und Gold

#49
Schüssel, dekoriert mit einem Drachen- und Phönix-Design in Unterglasur-Blau, Überglasur-Emial und Gold

Dieses Ausstellungsstück ist eines von mehreren, die mit “Hinweisen” auf historisches, chinesisches Porzellan versehen sind – in diesem Falle sieht es so aus, als stamme die Schüssel aus der Zeit der Ming Dynastie (大明嘉靖年製 / だいみんかせいねんせい). Allerdings sind diese auf der Unterseite des Gefäßes angebrachten “historischen Hinweise” nicht als Zeichen rücksichtslosen Plagiatierens zu sehen, sondern als Ehrung der klassischen chinesischen Töpfer und ihrer Kunstfertigkeit.

#50
Chrysanthemen-förmige Schüssel, verziert mit Drachen, Blüten und geometrischen Mustern in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

#51
Schale, mit “Drachen & Wolken”-Innendekoration und Blüten-Verzierungen außen in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

#52
Schale, dekoriert mit fünf Schiffen und europäischen aussehenden Figuren in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

Wenn Ihnen diese Schale bekannt vorkommen sollte, wundern Sie sich nicht! Sie ziert auch die eingangs abgebildete Eintrittskarte des Museums.

#53
Schüssel, verziert mit einem Schriftzeichen (壽, Langlebigkeit) und Blütenmustern; außen Drachen, Phönix und glückverheißende Objekte in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

#56
Schüsselchen mit Deckel, verziert mit roten Punkten und filigranem Muster in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

#57
Achteckige Schüsselchen, verziert mit Phönix- und Blütenmustern in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

#58
Stapelschalen, verziert mit Kranichen und Schildpatt-Muster in Überglasur-Email und Gold

#60
Achteckiger Teller, dekoriert mit einem Paar Wachteln und Hirse in Unterlasur-Blau

#63
Schale, dekoriert mit einem Blumenkorb in Unterglasur-Blau

#64
Schale, verziert mit einem Zitrusfrüchte-Design in Unterglasur-Blau

Hierbei handelt es sich um ein schönes Beispiel für einen Gegenstand, der speziell für den Export hergestellt wurde (was man andernfalls meist auch von der Form her bestimmen kann, wenn diese “nicht japanisch” ist). Schauen Sie sich die Mitte der Schale an! Das dort zu sehende Zeichen bedeutet “VOC” – und das wiederum steht für “Verenigde Oostindische Compagnie”. Mit anderen Worten, sie ist wohl von der Holländischen Ostindien-Gesellschaft in Auftrag gegeben worden, um z.B. in den Räumen der Hauptniederlassung der Firma oder in deren Außenposten in Batavia benutzt zu werden.

#67
Schale in Blattform, dekoriert mit einem Felsen und Paulownien in Überglasur-Email

#68
Schale, verziert mit einem Drachen- und Blüten-Design in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

#69
Teller mit regelmäßigem Muster in Unterglasur-Blau und Überglasur-Email

#70
Schale, dekoriert mit Pfeil und Bogen in Unterglasur-Blau, Überglasur-Email und Gold

Wie schon in meinem ersten Artikel über das Toguri Kunstmuseum erwähnt: Lassen Sie sich bitte nicht von der Vielzahl der Bilder auf dieser Seite verwirren – Fotografieren ist in dem Museum grundsätzlich nicht gestattet. Diese Bilder durften mit einer Sondergenehmigung anlässlich einer Sonderführung gemacht werden, die von Alice Gordenker (in Zusammenarbeit mit der “Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde” in Tōkyō) und dem Direktor des Toguri Kunstmuseums, Herrn Osamu Toguri (戸栗修 / とぐりおさむ) am 9. Dezember 2015 durchgeführt wurde.

Einer der Höhepunkte dieser Sonderführung war auch wieder die Möglichkeit, einige der wertvollen Exponate aus der Edo-Zeit nicht nur von Nahem betrachten und fotografieren zu dürfen, sondern sie auch berühren zu können. Die Oberflächen mit ihren kleinen Unebenheiten, den von den Farben und der Emaille hervorgerufenen Strukturen mit den Fingern “erspüren” und “begreifen” zu können, war ein einzigartiges Erlebnis. Auch kleinste Details bei der Betrachtung aus den Nähe zu erkennen, eröffnete neue Einblicke in die Welt des Porzellans. Solche Möglichkeiten bieten sich einem nicht jeden Tag – aber das Museum ist auch ohne sie mehr als einfach nur sehenswert.

Adresse:

戸栗美術館
〒150-0046
東京都渋谷区松濤1-11-3

Toguri Bijutsukan (Toguri Kunstmuseum)
1-11-3 Shōtō, Shibuya-ku
Tōkyō 150-0046

Der Facebookauftritt des Museums:
https://www.facebook.com/togurimuseum

Der Internetauftritt des Museums:
http://www.toguri-museum.or.jp/english/

Öffnungszeiten:

Täglich (außer montags) von 10 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass um 16.30 Uhr).
Fällt ein Feiertag auf Montag, bleibt das Museum stattdessen am darauffolgenden Werktag geschlossen. Ebenfalls geschlossen während der Neujahrsfeiertage und während des Wechsels von Ausstellungen.

Eintrittsgebühr:

Erwachsene: 1.000 Yen
Oberschüler und Studenten: 700 Yen
Grund- und Mittelschüler: 400 Yen
Für Gruppen von 20 und mehr Besuchern wird ein Nachlass von 200 Yen pro Person gewährt.

Wie man hinkommt:

Es ist wahrscheinlich am einfachsten, das Museum vom Bahnhof von Shibuya aus anzusteuern. Dort halten mehrere Eisenbahn- und U-Bahnlinien.
Nehmen Sie den “Hachikō Ausgang“ (ハチ公口 / あちこうぐち), überqueren Sie die berühmte “Wimmel-Kreuzung” (スクランブル交差点 / すくらんぶるこうさてん) und halten Sie dann weiter in nördlicher Richtung auf das ebenfalls berühmte Kaufhaus “109“ zu, das sie an Ihrer linken Seite zurücklassen und sich weiter auf das “Bunkamura“ (文化村 / ぶんかむら) zu bewegen. Laufen Sie an der Südseite des Bunkamura vorbei und biegen Sie an seiner Südwest-Ecke nach rechts ab. Das Museum befindet sich in einem leicht bergauf liegenden Wohnviertel. Vom Bahnhof von Shibuya sollten Sie mindestens 15 Minuten Gehzeit kalkulieren.

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5 Responses to Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (dt.) (Teil 2)

  1. […] deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier. A German version of this posting you can find […]

  2. […] Imari Ware – Masterpieces of the Kakiemon and Kinrande (柿右衛門・古伊万里金襴手展) (6. Oktober 2015 – 23. Dezember 2015) […]

  3. […] Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 2) (dt.) Japanisches Porzellan vom Feinsten -Imari Ware Meisterstücke des Kakiemon- und Kinrande-Stils (柿右衛門・古伊万里金襴手展) […]

  4. […] Imari Ware – Masterpieces of the Kakiemon and Kinrande style (柿右衛門・古伊万里金襴手… (6. Oktober 2015 – 23. Dezember 2015) […]

  5. […] Toguri Kunstmuseum (戸栗美術館) (Teil 2) Japanisches Porzellan vom Feinsten – Imari Ware Meisterstücke des Kakiemon- und Kinrande-Stils (柿右衛門・古伊万里金襴手展) […]

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