Makuhari Messe (幕張メッセ) (dt.)

Japans zweitgrößtes Messezentrum vor den Toren der großen Stadt

Makuhari Messe (幕張メッセ)

Makuhari Messe (幕張メッセ)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Auch wenn das vielen vielleicht gar nicht bewusst ist, aber Messen sind tatsächliche eine deutsche Domäne. Die beiden größten Messeplätze der Welt (nach Hallenkapazität) sind in Deutschland zu finden (Hannover, Frankfurt). Die beiden größten Messeplätze Japans sind im direkten Umfeld von Tōkyō angesiedelt:

Tōkyō Big Sight (東京ビッグサイト / とうきょうびっぐさいと) auf der Tōkyō vorgelagerten und u.a. über die Rainbow Bridge (レインボーブリッジ) erreichbare, künstliche Insel Odaiba (お台場 / おだいば) ist mit einer Hallenkapazität von 81.000 qm der größte japanische Messeplatz.

Makuhari Messe (幕張メッセ / まくはりめっせ), etwa eine halbe Bahnstunde vom Bahnhof Tōkyō entfernt, in der Nachbarpräfektur Chiba (千葉県 / ちばけん) an der Bucht von Tōkyō (東京湾 / とうきょうわん) gelegen, ist mit 72.000 qm (bzw. 75.000 qm – je nach Quelle, die man hierzu befragt) Hallenkapazität der zweitgrößte Messeort des Landes. Und um diesen soll es hier und heute gehen.

Beide Tōkyō-nahen Komplexe sind natürlich atemberaubende Beispiele hochmoderner, beeindruckender Architektur, aber zumindest ein Vergleich der Kapazitäten an Ausstellungsfläche gibt Aufschluss über die Relationen: Die Hannovermesse bietet 463.000 qm, die Messe Frankfurt 366.000 qm Hallenkapazität.

Das heißt aber natürlich nicht, dass deswegen Makuhari weniger „sehenswert“ sein könnte als andere Messeorte dieser Welt. Im Gegenteil! Makuhari weiß durch einen vergleichsweisen „Charme“ zu punkten (ja, ich weiß, das Attribut „Charme“ in einen Kontext mit Messegeländen zu setzen, ist gewagt). Außerdem ist ihre Lage direkt an den Gestaden der Bucht von Tōkyō natürlich auch ein Schmankerl.

Hier ein paar Eindrücke von den drei großen Komplexen des Messegeländes, den Hallen 1 bis 8, den Hallen 9 bis 11, der Event-Hall und der „Makuhari Center“ genannten Konferenz-Halle:


Der Zugang zu den Hallen führt u.a. durch den „World Business Garten“ (ワールドビジネスガーデン), eine langgestreckte Parkanlage mit einem künstlichen Wasserlauf und Fontänen – und „Kunst“ selbstverständlich auch.

Neben den eigentlichen Messegebäuden wird das in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts aus dem Boden gestampfte und 1989 eröffnete Areal natürlich auch von Hotels, Gastronomie und Einkaufstempeln beherrscht. Am auffallendsten sind die Gebäude des Hotels New Otani, des APA Hotel & Resort, des Hotel Francs und des Manhattan Hotels. Und der Name „QVC“ wird ja auch Lesern außerhalb Japans etwas sagen.

Was man hier weniger erwarten würde, ist ein hübscher japanischer Landschaftsgarten, der Mihama-en (見浜園 / みはまえん), der die Hotels mit dem Meer verbindet. Für 100 Yen kann man sich hier von Gartenbaukunst im japanischen Stil verwöhnen lassen (ich selbst musste während meines Besuches in Makuhari leider auf den Besuch des Gartens verzichten).

Und all diejenigen, die weder Messebetrieb, noch Gastronomie/Hotellerie oder Shopping im Sinn haben, zieht es direkt ans Meer, wo man an der Bucht von Tōkyō einen weitläufigen Park, den Kaihin Kōen (海浜公園 / かいひんこうえん) angelegt hat, der über eine Düne direkt zum Meer führt. Dieser Park war damals, als er angelegt wurde, sicher ein Schmuckstück. Heute wirkt er etwas „in die Jahre gekommen“, wie man so schön sagt, sprich: leicht ungepflegt und zugewuchert – man kann es auch positiv ausdrücken: tropisch eben!

Wer des Japanischen halbwegs mächtig ist, kann den Hinweisschildern am Zugang zum „Strand“ entnehmen, dass dieser keine Badegelegenheit darstellt.

Makuhari Beach (幕張の浜)

Makuhari Beach (幕張の浜)

Folglich darf es wahrscheinlich auch nicht verwundern, dass der Strand keinerlei Pflege erfährt und man sich erst mal den Weg durch angespültes Treibgut bahnen muss, wenn man in Wassernähe kommen möchte. Aber schon des Blicks auf die auf der anderen Seite der Buch von Tōkyō gelegenen Stadt wegen, ist der Abstecher hierher (bei klarer Sicht) durchaus lohnend. An klaren Tagen kann von hier sogar der Fuji-san gesehen werden, der sich dann besonders majestätisch aus dem Meer hebt (auf den untenstehenden Bildern ist dies leider nur mit etwas Fantasie erkennbar – so klare Tage erlebt man in aller Regel auch nicht im Hochsommer, sondern eher im Winter).

Am Nordende des Strandes beherrscht das QVC Marine Field (QVCマリンフィールド), ein mit einem (katastrophal verregneten) Konzert Madonnas („Blond Ambition Tour“) im Jahre 1990 eröffnetes Baseball- und Rugby-Stadion, das 30.000 Zuschauer fasst.

Makuhari QVC Marine Field (幕張QVCマリンフィールド)

Makuhari QVC Marine Field (幕張QVCマリンフィールド)

Wie man hinkommt:

Am direktesten kommt man mit der JR Keiyō-Linie (JR京葉線 / けいようせん) vom Bahnhof Tōkyō direkt nach Kaihin Makuhari (海浜幕張 / かいひんまくはり) – ein Schnellzug schafft das in 30 Minuten (derzeit 550 Yen).

Andere Bahnhöfe sind nur dann empfehlenswert, wenn Sie entweder gewillt sind, ca. 20 Minuten zu Fuß zu laufen oder einen Bus zu nehmen. Ganz ohne Umsteigen kommt man z.B. mit der Sōbu-Linie direkt aus den westlichen und zentralen Stadtteilen Tōkyōs nach Makuhari (幕張 / まくはり), z.B. von Shinjuku in 58 Minuten für 640 Yen (bzw. 637 Yen bei Benutzung einer Suica). Dieser Bahnhof liegt allerdings fast 3 km nordöstlich des Messegeländes und ca. 3,5 km vom Strand entfernt; der Weg führt durch ein recht nichtssagendes Gewerbe- und Shoppinggebiet. Aber falls Sie sich schon hierhin verirrt haben sollten, dann schauen Sie sich doch wenigstens den recht hübschen Akiba Schrein (秋葉神社 / あきばじんじゃ) an, der direkt an der Bahnlinie steht.

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