Ginza (銀座) (dt.)

Der Inbegriff einer Einkaufsstraße
oder auch: Namen, Namen, Namen!

Ginza Chūō Dōri / Harumi Dōri  (銀座中央通り/晴海通り)

Ginza Chūō Dōri / Harumi Dōri (銀座中央通り/晴海通り)

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Wer in Tōkyō an „Shopping“ oder eben auch nur an ganz profanes Einkaufen denkt, denkt „Ginza“, jedenfalls seit etwa 100 Jahren. Es gibt zwar eine Vielzahl anderer attraktive Einkaufsviertel, aber das Ginza-Viertel in Tōkyōs zentralem Stadtteil Chūō (中央区) ist und bleibt einer der Orte für den Konsumenten mit der gold- oder platinfarbenen Kreditkarte und den, der „bezahlen lässt“ – oder eben den Touristen aus Nah und Fern. Seit einiger Zeit ist die Chūō Dōri (中央通り) (die zentrale Straße), die das Viertel der Länge nach von Nordosten nach Südwesten durchläuft und die auch schlicht „die Ginza“ genannt wird, fest in chinesischer Kundenhand. Wer heute noch der Meinung ist, nicht zwischen Japanern und Chinesen unterscheiden zu müssen (oder zu können), dem sei ein Besuch hier ans Herz gelegt. Wer danach noch immer nicht zwischen Japanern und Festlandschinesen unterscheiden kann, ist entweder blind oder taub – oder beides. Verfeinerte Sitten und rücksichtsvolles Gebaren gehören sicher nicht zu den Kerntugenden im Land des Lächelns (das lt. Franz Lehar ja bekannt in China liegt).

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

Ginza Chūō Dōri (銀座中央通り)

Kein Grund hier nicht mal wenigstens einen Teil der großen Namen bildhaft zu präsentieren, die sich an dieser Straße der Konsumfreude angesiedelt haben. Sie können jeweils in der oberen Bildhälfte die Geschäfte bei Tage sehen und unten bei nächtlicher Beleuchtung. Diese Bilderauswahl ist übrigens beileibe keine vollständige – aber die Namen, die man auch dann noch kennen könnte, wenn man kein gewiefter Power-Shopper ist, wollte ich zumindest “eingefangen” haben.

Falls Sie danach zu der Erkenntnis gelangen sollten, dass sich ein abendlicher Besuch mehr lohnt, würde ich mich nicht zu Widerspruch hinreißen lassen. Klicken Sie auf die Bilder, um sie vergrößert anzuzeigen.

Burberry / Shiseido / Van Cleef & Arpels / Salvatore Ferragamo

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A&F / UniQlo / GU / Mikimoto / Apple

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Dior / Chaumet / Chanel / Dunhil / Tiffany

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Bulgari / Louis Vuitton / Prada / Fancl / Zara

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H&M / Yamaha / Montblanc / Swarowski

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Die Gegend von Ginza ist Resultat einer der ersten Landgewinnungsmaßnahmen im alten Edo. War hier vorher nur Sumpfland gewesen, konnte dieser Stadtteil schon im frühen 17. Jahrhundert besiedelt werden. Das Tokugawa Shōgunat ließ hier bereits 1612 eine Münzprägeanstalt errichten. Und davon leitet sich auch der Name „Ginza“ (銀座) ab – „gin“ (銀) steht für „Silber“ und „za“ (座) für den Platz/Sitz.

Wirklich beliebt wurde die Ginza aber erst, nachdem sie 1872 vollständig niedergebrannt war und u.a. von meinem „Lieblingsarchitekten“, Josiah Conder, komplett im pseudowestlichen Stil mit zweigeschossigen Backsteingebäuden wieder aufgebaut wurde.

Ginza um die Jahrhundertwende

Ginza um die Jahrhundertwende

Diese Gebäude haben die Wirren der Zeit (und offensichtlich auch die Erdbeben) nicht überdauert – und ich persönlich gehöre nicht zu denjenigen, die ihnen nachtrauern. Immerhin ist es dem Wirken von Herrn Conder zu verdanken, dass die oben bereits erwähnte Chūō Dōri („die Ginza“) mit 27 Metern heute doppelt so breit ist, wie die vergleichbaren Parallelstraßen und durchaus das Zeug zu einer „Prachtstraße“ hat, das sie allerdings, wie die Bilder vielleicht ein bisschen wiedergeben können, nur bei nächtlicher Beleuchtung wirklich ausleben können.

Mitsukoshi / Wako / Matsuya

Mitsukoshi / Wako / Matsuya

In Ginza sind es aber nicht nur die zahllosen Markengeschäfte, die entlang der Chūō Dōri ihre Flag-Stores eingerichtet haben, sondern auch unzählbar viele Boutiquen in den Seitenstraßen, des schachbrettartig angelegten Grundrisses des Viertels. Und mindestens ebenso berühmt ist Ginza als Vergnügungsviertel für die nicht gänzlich unbetuchten. Aber darauf will ich hier und heute nicht näher eingehen, da dieser Artikel ja in erster Linie den großen Namen entlang der Chūō Dōri gewidmet ist.

Wie man hinkommt:

Auch wenn mehrere U-Bahnlinien zur Ginza führen, ist natürlich die Tōkyō Metro Ginza-Linie (東京メトロ銀座線 / とうきょうメトロぎんざせん), die älteste U-Bahnlinie Tōkyōs, diejenige, die am prädestinierten ist, dorthin zu fahren. Ihre Station „Ginza“ (銀座 / ぎんざ) liegt direkt unter der zentralen Kreuzung von Chūō Dōri (中央通り / ちゅうおうどおり) und Harumi Dōri (晴海通り / はるみどおり). Aber die Tōkyō Metro Hibiya-Linie (東京メトロ日比谷線 / とうきょうメトロひびやせん) fährt natürlich die gleiche Station an. Nur einen Hauch ungünstiger liegen die Gleise der Tōkyō Metro Marunouchi-Linie (東京メトロ丸の内線 / とうきょうメトロまるのうちせん).
Wer partout mit Japan Rail anreisen möchte, steigt entweder in Yūrakuchō (有楽町 / ゆうらくちょう) aus und läuft in südöstlicher Richtung oder in Shimbashi (新橋 / しんばし) in nordöstlicher Richtung.

Besonderheit:

Samstags und sonntags verwandelt sich die Ginza von 12 Uhr bis 17 Uhr in ein Fußgängerparadies (wörtlich: 歩行者天国 / ほこうしゃてんごく), wenn die Hauptstraße für den Autoverkehr gesperrt wird.

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