Bahnhof Shinjuku (新宿駅)

Keiner auf der Welt ist geschäftiger

Shinjuku Eki (新宿駅(

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Obwohl der Bahnhof Shinjuku (新宿駅 / しんじゅくえき) nicht der „Hauptbahnhof“ Tōkyōs ist (als dieser gilt gemeinhin der Bahnhof Tōkyō (東京駅 / とうきょうえき), so ist er doch der geschäftigste der Stadt. Nicht nur der Stadt, sondern des Landes, ja, der ganzen Welt. Und das, obwohl er nicht mal der „größte Bahnhof Japans“ ist (als „größtes Bahnhofsgebäude der Welt“ ist der Hauptbahnhof von Nagoya  (名古屋駅 / なごやえき) seit 2002 im Guinness Buch der Weltrekorde verzeichnet). Grund genug, sich diesen Bahnhof auch einmal ein bisschen näher anzuschauen, auch wenn es hier keine atemberaubende Architektur, sondern nur pure “Funktion” zu bestaunen gibt.

Hier steigen täglich über drei Millionen Menschen in fast unzählbar vielen U-Bahn- und Bahnlinien ein oder um. Während der morgendlichen Rush Hour gibt es hier hin und wieder tatsächlich noch die weltberühmten „Pusher“ zu sehen, die dafür sorgen, dass die Bahnen ihren sekundengenau getakteten Fahrplan einhalten können – auch in einen überfüllten Waggon passen immer noch ein paar Fahrgäste ‘rein….

Übrigens halten nur wenige Fernzüge am Bahnhof von Shinjuku und kein einziger Shinkansen (新幹線 / しんかんせん) – trotzdem ist es der vielleicht wichtigste Bahnhof in der ganzen Stadt, wie oben erwähnt, der geschäftigste allemal.

West-Eingang/Ausgang des Bahnhofs

Auch wenn das Bahnhofsgebäude selbst wenig spektakulär ist und schon ein bisschen „in die Jahre gekommen“ wirkt und die überdachten Bahnsteige in der überwiegenden Mehrzahl im Freien liegen, ist der Bahnhof schon aufgrund der 16 Bahngleise nur für den Durchgangsverkehr der verschiedenen Linien von Japan Rail (JR) beeindruckend. Übrigens gibt Japan Rail für das vergangene Jahr an, dass in Shinjuku täglich eine Dreiviertelmillion Menschen nur in die Züge ihrer Linien eingestiegen sind (sprich: diejenigen, die in Shinjuku umsteigen, bzw. die Bahnen anderer Eisenbahngesellschaften nutzen, sind hier nicht mitzählt). Zum Vergleich: Der für den Fernverkehr wesentlich wichtigere Bahnhof Tōkyō bringt es auf „nur“ gut 400.000 einsteigende Passagiere. Der Hauptbahnhof in Frankfurt bringt es übrigens auf durchschnittlich 350.000 Reisende am Tag (aber hier sind umsteigende Passagiere sicher mitgezählt)

Ost-Eingang/Ausgang des Bahnhofs

Unter den Gleisen des JR-Teils des Bahnhofs verbinden drei breite Tunnelanlagen die Bahnhofsgebäude auf der Westseite (von hier gelangt man direkt ins Wolkenkratzerviertel von Shinjuku) und der Ostseite (hier liegt das Geschäfts- und Vergnügungsviertel von Shinjuku). Und um diese aus ihrem „bescheidenen“ Untergrunddasein zu führen, sollen diese wahrscheinlich geschäftigsten Fußgängertunnel der Welt hier mit ein paar Bildern gewürdigt werden.

In den unterirdischen Verbindungsgängen zu den Gleisen der JR-Linien

Dass die Tunnels derzeit einer Renovierung unterzogen werden, ist auf den Bildern zu erkennen. Dennoch gilt: Die Beschilderung wirkt nur auf den ersten Blick verwirrend. Die meisten Linien sind anhand eines Farbcodes zu erkennen, fast alle Beschriftungen sind in japanischen und alphabetischen Schriftzeichen vorhanden. Natürlich muss man nicht besonders minderbemittelt sein, um sich in einem solchen Bahnhof zu verlaufen, aber verglichen mit z.B. den meisten deutschen Bahnhöfen ist die Orientierung auffallend einfach. Und, was natürlich auch nicht vergessen werden darf: Die Züge fahren hier tatsächlich so, wie’s im Fahrplan steht. D.h. im Nahverkehr fahren sie so oft, dass man sich um einen Fahrplan nicht zu kümmern braucht.

 Hinweistafeln/Wegweiser

Und verhungern muss hier natürlich auch kein Mensch. Auf den Bahnsteigen, in den Durchgängen und in den Vorhallen gibt es Imbissbuden und Cafés für jeden Geschmack und (fast) jeden Geldbeutel.

Kiosks und Imbissbuden

Auch wenn es viele Ausländer gibt, die den Bahnhof von Shinjuku meiden, weil er ihnen zu “unübersichtlich” erscheint, besteht gar kein Grund, sich vor ihm zu fürchten – es ist ja auch kein Beinbruch, wenn man sich mal ein bisschen verläuft. Der Bahnhof ist ein – allerdings recht großer – Mikrokosmos für sich selbst, der durchaus als “Erlebnis” bezeichnet werden darf.

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One Response to Bahnhof Shinjuku (新宿駅)

  1. […] deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier. A German version of this posting you can find […]

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