Rikugien – 六義園

Herbstillumination in Tōkyōs Prunkstück

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Rikugien (六義園)

Rikugien (六義園)

Die Vielzahl an Artikeln und Bildern über Parks und Gärten in Tōkyō, die sich derzeit auf dieser Webseite versammeln, hat ihren Grund: Der Herbst ist und bleibt nun mal die grandioseste Jahreszeit in Tōkyō – nicht nur, weil sie wettermäßig stabiler ist als die Zeit der fragilen Kirschblüte.

Einen der vielleicht schönsten Gärten der Stadt möchte ich heute sozusagen in einer „Sonderausgabe“ vorstellen, nämlich in abendlicher Illumination. Dabei muss man wissen, dass die Chance, einen städtischen Garten nach dem frühen Abend betreten zu dürfen, Seltenheitswert hat – so etwas gibt es nur während der Kirschblüte (Ende März) und zur besten Zeit der Herbstlaubfärbung (Ende November bis Anfang Dezember). Auch wenn man nachts natürlich nicht sonderlich viel von der bildschönen Landschaftsgestaltung in dem Garten erkennen kann, so kann man (frau übrigens auch) sich dem Reiz nächtlicher und überwiegend sehr effektvoller Beleuchtung doch nicht entziehen.

Bitte klicken Sie auf eine der Miniaturen im obenstehenden Mosaik, um eine bildschirmfüllende Diashow zu starten.

Dieser nach den Grundsätzen der Waka-Dichtkunst gestaltete Garten nahm seine Ursprünge im Jahr 1702 unter dem 5. Tokugawa Shōgun, Tsunayoshi (綱吉 / つなよし), der das damals noch außerhalb der Stadt liegende Areal seinem engen Vertrauten, Yanagisawa Yoshiyasu (柳沢・吉保 / やなぎさわ・よしやす), überlassen hatte. Er gilt heute (zusammen mit dem Koishikawa Kōrakuen / 小石川後楽園 / こいしかわこうらくえん) als typisches Beispiel für die Schönheit der Gärten der Edo-Zeit.

Wie auch andere Parks im Besitz adeliger Familien, ging dieser Garten in der frühen Meiji-Zeit (Ende des 19. Jahrhunderts) in den Besitz des Gründers von Mitsubishi (三菱 / みつびし), Iwasaki Yataro (岩崎・弥太郎 / いわさき・やたろ), bzw. dessen Familie über und wurde sein zweiter Wohnsitz. 1938 vermachte die Iwasakai-Familie auch diesen Park der Stadt Tōkyō, die ihn noch im gleichen Jahr der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Aufgrund seiner herausragenden Schönheit wurde der Garten im Jahr 1953 als „wichtiges Kulturgut“ anerkannt. Gleichzeitig gilt er als „ausgezeichnete Sehenswürdigkeit“ Japans.

Bitte klicken Sie auf eine der Miniaturen im obenstehenden Mosaik, um eine bildschirmfüllende Diashow zu starten.

Neben dem großflächigen Teich in der Mitte des knapp 9 Hektar großen Gartens gehören drei Teehäuser (eines davon bewirtschaftet), diverse Brücken, Inseln, ein Wasserfall und verschiedene Landschaften zu den Höhepunkten im Rikugien. Außerdem stehen zwei traditionelle japanische Gebäude zur Verfügung, die im Ganzen oder raumweise gemietet werden können, das Shinsen-tei (心泉亭 / しんせんてい) und das Gishun-tei (宜春亭 / ぎしゅんてい) – letzteres dient in erster Linie für Teezeremonien.

Adresse:

6-16-3 Hon-Komagome, Bunkyō-ku, Tōkyō 113-0021

Wie man hinkommt:

Tōkyō Metro Namboku-Linie (東京メトロ南北線 / とうきょうメトロなんぼくせん) bis zum Bahnhof Komagome (駒込 / こまごめ), Ausgang 2, und dann für 350 Meter der Hongō-Dōri (本郷通り / ほんごうどうり) in südlicher Richtung entlang der Parkmauern folgen.

Oder mit der Toei Mita-Linie (都営三田線 / とえいみたせん) bis zur Station Sengoku (千石 / せんごく), Ausgang A4. Überqueren Sie die Hakusan-Dōri (白山通り / はくさんどうり) in östlicher Richtung und laufen Sie knapp 600 Meter in östlicher Richtung die linke Straßenseite der Shinobazu-Dōri (不忍通り / )しのばずどうり) bis zur Kreuzung mit der Hongō-Dōri (本郷通り / ほんごうどうり) – die Kreuzung ist mit „上冨土前”ausgeschildert. Hier wenden Sie sich nach links und nach ca. 30 Metern wieder nach links und erreichen nach weiteren 30 Metern den Zugang zum Rikugien.

JR Yamanote-Linie (JR山手線 / JRやまのてせん) ebenfalls bis zum Bahnhof Komagome (駒込 / こまごめ), Südausgang (南口 / みなみぐち). Überqueren Sie die Hongō-Dōri (本郷通り / ほんごうどうり) in westlicher Richtung und folgen Sie ihrem Verlauf für 250 Meter.

Der Eingang zum Rikugien befindet sich an der Südostecke des Parks – nur während Zeiten besonderen Besucherandrangs (z.B. während der Kirschblüte und der Herbstsaison) ist auch der Eingang an der Nordostecke des Parks geöffnet.

Öffnungszeiten:

Täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass um 16.30 Uhr)
Geschlossen während der Neujahrsfeiertage, 29. Dezember bis 1. Januar.

Eintrittsgebühr:

Erwachsene*: 300 ¥
Senioren (65 Jahre und älter): 150 ¥
Kinder bis einschl. Grundschulalter: frei
*Mittelschüler aus Tōkyō bzw. von Tōkyōter Schulen: Frei

Für Gruppen von 20 oder mehr Personen gibt es einen Nachlass von 20% auf die Eintrittsgebühr.

Mietpreise für die Teehäuser:

Shinsen-tei (心泉亭 / しんせんてい):
Alle Räume zusammen (max. 25 Personen): 4.800 Yen
Die Räume „Matsu-no ma“ (松の間 / まつのま) und „Tsutsuji-no ma“ (つつじの間 / つつじのま) zusammen (max. 17 Personen): 3.600 Yen
Der Raum „Momiji-no ma“ (もみじの間 / もみじのま) (max. 8 Personen): 1.200 Yen

Gishun-tei (宜春亭 / ぎしゅんてい):
Räume für Tee-Zeremonien (max. 5 Personen): 7.400 Yen

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3 Responses to Rikugien – 六義園

  1. M. Schmitt says:

    Danke für den Bericht. Die Bilder sind wirklich beeindruckend.
    Gruß aus Frankfurt
    M. Schmitt

    • toomasu says:

      Hallo Schmitt-san!
      Ja, der Herbst ist in Tokyo wirklich atemberaubend schön. Da fällt es schon extrem leicht, zu vergessen, dass man sich in der größten Metropole der Welt befindet. Vielen Dank für den Kommentar!
      Viele Grüße aus dem herbstlich-sonnigen Tokyo!

  2. […] German version of this posting you can find here. Eine deutsche Version dieses Artikels finden […]

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