Zenpukuji & Igusa Hachimangū – 善福寺/井草八幡宮

Architektonische Freiheit & shintōistische Stilsicherheit

An English version of this posting you can find here.
Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.

00 Igusa Hachimangu

Heute geht es mal wieder in eine Ecke Tōkyōs, die bei ausländischen Touristen weitestgehend unbekannt ist. Dafür darf man sich hier aber auch auf Schritt und Tritt selbst dabei ertappen, dass man denkt: Ja, so ist Japan wirklich!

Die Rede ist von den Vierteln Nishi Ogikita (西荻北 / にちおぎきた) und Zenpukuji (善福寺 / ぜんぷくじ) in Tōkyōs Suginami-Distrikt (杉並区 / すぎなみく), dem westlichsten der 23 Innenstadtbereiche. Wirkt der Bahnhof Nishi Ogikubo (西荻窪 / にしおぎくぼ), der Ausgangspunkt unserer heutigen Exkursion ist, noch recht “großstädtisch”, spürt man spätestens dann, wenn man ihn in nördlicher Richtung verlässt, dass man die Innenstadt Tōkyōs hinter sich gelassen hat. Wie auch in den anderen Stadtvierteln entlang der Chūō-Hauptline (中央本線 / ちゅうおうほんせん) von Japan Rail (JR), bildet das Gebiet rund um den Bahnhof von Nishi Ogikubo ein quirliges Geschäfts- und Einkaufsviertel. Die hiesige Einkaufsstraße, pardon, shōtengai (商店街 / しょうてんがい), ist noch ein bisschen gemütlicher, noch ein bisschen schrulliger als an den weiter stadteinwärts liegenden Bahnhöfen. Da das Gebiet nördlich des Bahnhofs fast ausschließlich Wohngebiet ist und hier in erster Linie Einfamilienhäusern stehen, muss man sich auch nicht wundern, wenn selbst in Bahnhofsnähe der Pomp internationaler Markengeschäfte fehlt. Dafür gibt es um so mehr „Uriges“ zu sehen. Wer alte Möbel und Kuriositäten aus aller Welt (vornehmlich aber aus Japan) sucht, ist hier richtig.

Nishi Ogikubo (西荻窪)

Nishi Ogikubo (西荻窪)

Nishi Ogikubo (西荻窪)

Nishi Ogikubo (西荻窪)

Nishi Ogikubo (西荻窪)

Nishi Ogikubo (西荻窪)

Der Weg zum wirklich bildschönen Schrein Igusa Hachimangū (井草八幡宮 / いぐさはちまんぐう) führt mitten durch das Wohngebiet. Anlass genug, uns japanische „Gebrauchsarchitektur“ mal ein bisschen genauer anzusehen. Wer japanische Großstädte für ungeplante (und offensichtlich auch nur schwerlich planbare) Monstren hält, erfährt hier, dass es „im Kleinen“ auch nicht anders aussieht. Architektonische Freiheit scheint hierzulande weit über städtebaulich-planerischen Vorschriften zu stehen. Man mag beim Anblick dieser „individuellen“ Häuser daran zweifeln, wie ausgerechnet in Japan die Harmonie Staatsräson werden konnte. Aber, wie überall in Japan, ist diese Harmonie nicht immer nur im Großen und Ganzen zu suchen (und zu finden), sondern eben oftmals mehr im Detail.

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Hier ein paar Bespiele für privates Wohnen, bzw. kleine Betriebe/Restaurants in den innenstädtischen Vororten Tōkyōs (ich weiß, das klingt paradox – aber Tōkyō ist nun mal so groß, dass es auch in relativ zentralen Lagen “Periferie” zu bieten hat):

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Zenpukuji (善福寺)

Im krassen Gegensatz zu dem scheinbar ziellos und sehr individuell wirkenden Bauen in den Wohngebieten steht die erhabene und doch schlichte Eleganz traditioneller und besonders sakraler Bauwerke. Nördlich des Bahnhofs Nishi Ogikubo befindet in nicht mal 1.500 Metern Entfernung (Luftlinie! – zu Fuß ca. 20 – 30 Minuten) ein solches Kleinod, der Igusa Hachimangū (井草八幡宮 / いぐさはちまんぐう). Dieser Schrein ist nicht nur für seine jährlichen Feste und Nō-Aufführungen berühmt, sondern auch für die alle fünf Jahre veranstalteten Festivals mit rituellem Reiter-Bogenschießen (yabusame / 流鏑馬 / やぶさめ). Und er gehört sicher zu den schönsten der Stadt.

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Igusa Hachimangū (井草八幡宮)

Nicht weit entfernt vom Igusa Hachimangū lockt übrigens der Zenpukuji Park (善福寺公園 / ぜんぷくじこうえん) zu einem gemütlichen Spaziergang entlang des zu zwei Seen verbreiterten Zenpukuji-Flusses (善福寺川 / ぜんぷくじがわ). Wer dort vergisst, dass er sich mitten in einer Multimillionen-Metropole befindet, leidet nicht etwa unter einer temporären Amnesie, sondern ist lediglich Opfer eines Zaubers, dem man in den Parks Tōkyōs durchaus mal erliegen kann. Der Park ist selbst im Winter u.a. auch ein Refugium für Wasser- und sonstige Vögel jeglicher Art. Und wenn der Eisvogel tatsächlich Sinnbild für eine intakte Natur ist, dann befindet man sich hier im Herzen der Natur – den gibt es hier nämlich auch.

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Zenpukuji Park (善福寺公園)

Wie man hinkommt:
Am einfachsten mit der JR Chūō-Linie (JR中央線 / JRちゅうおうせん) nach Nishi Ogikubo (西荻窪 / にしおぎくぼ). Den Bahnhof am Nordausgang verlassen und dann der kleinen Einkaufs- und Geschäftsstraße linker Hand für ca. 400 Meter in nordwestlicher Richtung folgen. An der nächsten Hauptstraße in nördlicher Richtung – wahlweise aber auch ganz einfach kreuz und quer durch das Wohngebiet.

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