Nikkō Tamozawa Goyōtei – 日光田母沢御用邸

In der Sommerfrische des Kaisers
The Emperor’s Summer-Resort
(Der englische Text folgt dem deutschen)
(The English text follows the German Text)

Nikkō ist wohl am bekanntesten für seine grandiosen Bauwerke aus der frühen Zeit des Tokugawa Shōgunats (frühes 17. Jahrhundert). Nicht umsonst wurden diese 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO erhoben. Trotzdem soll hier ein ganz anderer Schatz dieser kleinen Stadt ca. 140 km nördlich von Tōkyō beleuchtet werden.

Man hat heute nicht viele Möglichkeiten in Japan, in eine Atmosphäre kaiserlichen Lebens einzutauchen. Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass man als Normalsterblicher je seinen Fuß in den Kaiserpalast oder die Residenz des Kronprinzen in Tōkyō setzen wird. Der Zutritt zum Kaiserpalast in Kyōto unterliegt einem strikten Reglement. Und obwohl während der Meiji-Zeit (1867-1912) mehrere kaiserliche Residenzen im Land errichtet wurden, befinden sich heute nur noch sehr wenige davon im Besitz des kaiserlichen Haushaltes. Glücklicherweise ist aber ein Schmuckstück unter den ehemaligen kaiserlichen Residenzen im Jahre 2000 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden, nachdem man den ganzen Komplex einer umfassenden Renovierung unterzogen hatte: Das Tamozawa Goyōtei (日光田母沢御用邸 / にっこうたもざわごようてい) in Nikkō (日光 / にっこう), das mit Fug und Recht als einer der schönsten Profanbauten Japans bezeichnet werden kann.

Eingang / Entrance

Eingang / Entrance

Eingang / Entrance

Eingang / Entrance

Nikkō gains most of its fame from its grandiose buildings of the early days of the Tokugawa shōgunate (early 17th century). For good reason they have been registered as UNESCO World Heritage in 1999. Neverthelss, this story is about another treasure of the small city 140 kilometres up north from Tōkyō.

There aren’t too many places where one can dive into at least a glimpse of imperial life in Japan. There is little chance only to ever enter the Imperial Palace or the Crown Prince’s Residence in Tōkyō. Access to the Imperial Palace in Kyōto is regulated. Even though quite a number of Imperial Residences were built during the Meiji-era (1867-1912), only very few of them are still in the possession of the Imperial Household. Luckily, one of the gems of former Imperial Residences was handed over to the public in the year 2000, after the whole complex had undergone a thorough restoration: The Tamozawa Goyōtei (日光田母沢御用邸 / にっこうたもざわごようてい) in Nikkō (日光 / にっこう). It surely is one of the most beautiful secular buildings of Japan.

Innerer Garten / Inner Garden

Innerer Garten / Inner Garden

Billard-Zimmer / Billiard Rooom

Billard-Zimmer / Billiard Room

Es klingt vielleicht ein bisschen unpassend, aber wir haben es wahrscheinlich der angegriffenen Gesundheit des Taishō-Tennō (大正天皇 / たいしょうてんのう) (1879-1926) zu verdanken, dass dieser atemberaubend schöne Palast errichtet wurde, als er noch Kronprinz Yoshihito (嘉仁 / よしひと) hieß. Der Taishō-Tennō war der 123. Kaiser Japans und der zweite nach der Meiji-Restauration (1867-1912). Von Kindesbeinen an litt der junge Prinz unter einer angeschlagenen Gesundheit, nachdem er gleich nach der Geburt an einer Hirnhautentzündung erkrankt war. Ausflüge in eine der kaiserlichen Residenzen waren mehr als medizinische Notwendigkeit. In der Öffentlichkeit wurde er nur höchst selten gesehen und zog sich 1919 vollständig zurück. Von da an wurden die Staatsgeschäfte von seinem Sohn, Hirohito (裕仁 / ひろひと), als Prinzregent (摂政 / せっしょう) geführt. Nach dem Tod seines Vaters ging Hirohito als Shōwa-Tennō (昭和天皇 / しょうわてんのう) und 124. Kaiser Japans in die Geschichte ein (1926-1989).

It may sound a bit improper, but it’s the poor health of the Taishō-Tennō (大正天皇 / たいしょうてんのう) (1879-1926) we have to thank for that this magnificent imperial residence was built, when he was still Crown Prince Yoshihito (嘉仁 / よしひと). The Taishō-Tennō was the 123th Emperor of Japan and the second after the Meiji-Restoration (1867-1912). From his childhood days the prince was plagued with poor health after having survived cerebral meningitis. Trips to one of the imperial residences was more than a medical necessity. As an emperor he was only very rarely seen in public. From 1919 his son, Hirohito (裕仁 / ひろひと), was acting as regent (摂政 / せっしょう). After his father’s death in 1926 Hirohito became the Shōwa-Tennō (昭和天皇 / しょうわてんのう) (1926-1989), the 124th Emperor of Japan.

Audienz-Saal des Kaisers / Imperial Audience Chamber

Audienz-Saal des Kaisers / Imperial Audience Chamber

In den Gemächern des Kaisers / In the Emperor's Chambers

In den Gemächern des Kaisers / In the Emperor's Chambers

Studierzimmer des Kaisers / The Emperor's Study

Studierzimmer des Kaisers / The Emperor's Study

Gebets-Raum / Worship Room

Gebets-Raum / Worship Room

Die kaiserliche Residenz in Nikkō wurde zwar 1899 für den damaligen Kronprinzen errichtet, aber der Komplex bindet auch noch wesentlich ältere Gebäudeteile mit ein. So war z.B. das Herzstück des Palastes schon 1898 von der ehemaligen Edo-Residenz des Kishu Tokugawa Shōguns, der 1872 in die kaiserliche Villa von Akasaka umgewandelt worden war, hierher gebracht worden. Auf dem Areal der kaiserlichen Residenz von Nikkō hatte sich auch die Villa des Bankiers Kobayashi Nempo befunden, die ebenfalls in den Komplex integriert wurde.
Übrigens hat man auch in den Gebäudeteilen, die vom Shōgun-Palast in Edo übernommen worden waren, alle Symbole shōgunaler Macht durch die des Kaisers, die Chrysantheme, ersetzt. Überall dort, wo man nicht schnell genug Ersatz für die metallenen Zierbolzen und Beschläge hatte schaffen können, war das Stockrosen-Symbol der Tokugawa-Shōgune  kurzerhand mit der kaiserlichen Chrysantheme „überdeckt“ worden (siehe unten).

Symbole der Macht / Symbols of Power

Symbole der Macht / Symbols of Power

Weitere Gebäudeteile wurden während der Meiji- und der Taishō-Zeit (1901 – 1917) errichtet. Deswegen gilt die Residenz heute als einzige der kaiserlichen Villen, die das Feinste traditioneller, japanischer Architektur auf harmonische Art und Weise in sich vereinigt: repräsentative Architektur aus der Zeit der Shōgune, aus der Zeit der Meiji Restauration und den modernen Zeiten der Taishō-Ära – gediegene Schlichtheit und vollendeter Stil wohin auch immer man seinen Blick richtet. Das alles auf einer Fläche von 4.471 qm, verteilt auf 106 Räume (von denen früher aber allein 83 von der kaiserlichen Entourage belegt wurden, wenn der Kaiser zu Besuch kam – und der Taishō-Tennō schien die Sommerfrische in Nikkō ganz besonders zu genießen.).

Der Komplex als solcher teilt sich grob auf in die Gemächer des Kaisers und die der Kaiserin (natürlich getrennt!) im Süden der Villa und den Räumlichkeiten des Hofstaates in den nördlichen Gebäudeteilen.

Schlafzimmer des Kaisers / The Emperor's Bedroom

Schlafzimmer des Kaisers / The Emperor's Bedroom

Wohnzimmer des Kaisers / The Emperor's Living Room

Wohnzimmer des Kaisers / The Emperor's Living Room

The Imperial Residence in Nikkō was built for the Crown Prince in 1899. However, it consists of much older parts. In 1898 the core of the palace was brought here from the Edo-residence of the Kishu Tokugawa shōguns, which had been converted into the Imperial “Akasaka Rikyū” in 1872. But also the villa of the banker Kobayashi Nempo, on which grounds the residence was built, had been integrated into the complex.
By the way: The parts of the building which had served as the shōgun’s residence in Edo had been cleared of all „Tokugawa“ symbols and replaced by the imperial “chrysanthemum” symbol. Obviously, there wasn’t time (or material) to replace all the gorgeous metal ornaments. In some cases the hinges’ or decorative pins’ shōgunale hollyhock-symbol was just covered by imperial chrysanthemum elements (see picture above).

Further buildings were added during the Meiji- and Taishō era (1901 – 1917). Hence, the whole complex harmoniously combines the finest of Japanese traditional architecture of three different eras: representative buildings of the Shōgunale era, the era of the Meiji Restoration and the modern times of the Taishō-era – simplicity and style, wherever you look. And all that distributed over an areal of 4,471 sqm, covering 106 rooms (of which 83 were reserved for the imperial entourage when the Emperor came for a visit – and the  Taishō-Tennō seemed to be particularly fond of his residence in Nikkō).

Roughly speaking, the whole residence is divided into the chambers of the Emperor and the Empress (which are separated – naturally!) in the south of the complex and the accommodation for the Imperial Household in the northern part.

In den Gemächern des Kaisers / In the Emperor's Chambers

In den Gemächern des Kaisers / In the Emperor's Chambers

In den Gemächern der Kaiserin / In the Empress' Chambers

In den Gemächern der Kaiserin / In the Empress' Chambers

Das Badezimmer der Kaiserin / The Empress' Bathroom

Das Badezimmer der Kaiserin / The Empress' Bathroom

Der Palast ist umgeben von einer sehr gepflegten, weitläufigen Parkanlage, die sich auf einem Areal von 39.390 qm ausbreitet, die von den ursprünglich 107.000 qm übrig geblieben sind.
Übrigens hat der jetzige Kaiser seine Kindheitstage am Ende des Zweiten Weltkrieges (ab 1943) hier verbracht, weil man ihn in Nikkō vor den Bombardements Tōkyōs sicherer wähnte. Dennoch ist das Palastareal mit umfangreichen Bunkeranlagen „unterkellert“ – überall im Garten kann man die Abgänge zum Luftschutzbunker sehen.

In den Gemächern der Kaiserin / In the Empress' Chambers

In den Gemächern der Kaiserin / In the Empress' Chambers

In den Gemächern der Kaiserin / In the Empress' Chambers

In den Gemächern der Kaiserin / In the Empress' Chambers

The palace is surrounded by a well-kept, spacious park that covers an areal of 39,390 sqm, remaining of the originally 107,000 sqm of imperial grounds.
By the way: The present Emperor spent the days of his childhood at the end of World War II here (from 1943), in order to rescue him from the thread of Tōkyō’s air raids. Nevertheless, the whole area of the imperial villa and its garden seem to be based on a huge bunker system – everywhere in the garden exit-/entrance-stairs to the bunkers can be found.

Tamozawa Imperial Villa: Blick in den Garden / Garden View

Tamozawa Imperial Villa: Blick in den Garden / Garden View

Tamozawa Imperial Villa, Garten / Garden

Tamozawa Imperial Villa, Garten / Garden

Tamozawa Imperial Villa, Garten / Garden

Tamozawa Imperial Villa, Garten / Garden

Tamozawa Imperial Villa, Garten / Garden

Tamozawa Imperial Villa, Garten / Garden

Wie man hinkommt:
Nach der Ankunft in Nikkō Tōbu Bahnhof oder Nikkō JR Bahnhof am einfachsten mit einem der Busse in Richtung „Chuzenji Lake“, Haltestelle “Tamozawa”.

Adresse:
Nikkō Tamozawa Imperial Villa Memorial Park
8-27 Honcho
Nikkō-shi
Tochigi-ken, 321-1434

Tel. +81 288 53 6767
Fax +81 288 53 6777

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: 9:00 bis 17:00 Uhr (letzter Einlass: 16:00 Uhr)
November bis März: 9:00 bis 16:30 Uhr (letzter Einlass: 16:00 Uhr)

Geschlossen an Dienstagen (geöffnet an Dienstagen, auf die ein Nationalfeiertag fällt – dann geschlossen mittwochs)
Geschlossen vom 29.12. bis 1.1. jeden Jahres

Eintritt:
Erwachsene (inkl. Schüler der High School): 500 Yen (400 Yen für Gruppen von 20 und mehr Personen)
Schüler (Grundschule und Mittelstufe): 250 Yen (200 Yen für Gruppe von 20 und mehr Personen)

Ticket / Eintrittskarte

Ticket / Eintrittskarte

How to get there:
Take one of the busses for „Chuzenji Lake“ from the bus stations right in front of Nikkō Tōbu Station or Nikkō JR Station, bus stop “Tamozawa”.

Address:
Nikkō Tamozawa Imperial Villa Memorial Park
8-27 Honcho
Nikkō-shi
Tochigi-ken, 321-1434

Tel. +81 288 53 6767
Fax +81 288 53 6777

Opening Hours:
April to October: 9:00 a.m. – 5:00 p.m. (last entry: 4:00 p.m.)
November to March: 9:00 a.m. – 4:30 p.m. (last entry: 4:00 p.m.)

Closed on Tuesdays (if Tuesday is a national holiday, closed on Wednesdays instead)
Closed from December 29th to January 1st.

Admission Fee:
Adults (incl. High school students): 500 Yen (400 Yen for groups of 20 persons or more)
Students (Elemetary and Junior High school): 250 Yen (200 Yen for groups of 20 persons or more)

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