Hakone (箱根) – Ein Kurzurlaub (1)

Die Anreise

Zu den beliebtesten Ausflugszielen für den großstadtgeplagten Bewohner von Tōkyō zählt der Nationalpark von Hakone – eigentlich: Fuji-Hakone-Izu-Nationalpark (富士箱根伊豆国立公園 / ふじはこねいずこくりつこうえん) – der knapp 100 km südwestlichen von Tōkyō in der Nachbarprovinz Kanagawa (神奈川 / かながわ) liegt. Hier, in einem kleinen Vorgebirge unweit des Fuji-san (富士山), gibt es nicht nur eine hübsche Landschaft zu bestaunen, sondern auch besonders viele heiße Thermalquellen und entsprechend viele Ryokan (旅館 / りょかん) – Hotels im japanischen Stil.

Und um die geht es in dieser kleinen Serie von Artikeln: um das Wohnen und die Verpflegung in einem solchen Ryokan, und natürlich auch um das Baden in den heißen Mineralwasserquellen.

Vor das entspannende Vergnügen haben die Götter natürlich die Anreise gestellt. Vorzugsweise legt man die Strecke mit der Bahn zurück. Selbst auch das ist, was andere Bahnunternehmen nur noch als Werbeslogan kennen, aber in der Realität längst hinter sich gelassen haben: Urlaub von Anfang an! Am bequemsten kommt man vom Tōkyōter Bahnhof Shinjuku (新宿 / しんじゅく) mit den komfortablen Schnellzügen der Odakyū Dentetsu K.K. (小田急電鉄株式会社 / おだきゅうでんてつかぶしきかいしゃ), kurz: Odakyū-Linie, nach Hakone Yumoto (箱根湯本 / はこねゆもと). Was viele wahrscheinlich gar nicht wissen: „Odakyū“ ist eine Kurzform für „Odawara Schnellzug“ (小田原急行 / おだわらきゅうこう).
Hakone Yumoto ist sozusagen das „Tor zum Nationalpark Hakone“. Von hier erreicht man alle Winkel des Gebiets mit Bergbahnen und Bussen (und natürlich auch mit dem Auto).

Die Schnellzüge der Odakyū-Linie heißen „Romancecar“ (wobei die Aussprache dem Katakana-Englischen „ロマンスカー“ folgt: sprich: „romansukaa“) und sind wirklich sehr komfortabel. Die Fahrt von Shinjuku nach Hakone Yumoto dauert gut 1 ½ Stunden und kostet in dieser Variante 2.020 Yen (für die einfache Strecke) pro Person. In den Zügen gibt es ausschließlich reservierte Sitze.

Werfen wir zunächst einen Blick auf meine unlängst benutzen Fahrkarten:

Oben die beiden Fahrkarten für die Hinfahrt (links das Ticket zum Normalpreis von 1.150 Yen für die einfache Strecke, rechts das Zusatz-Ticket für den Schnellzug zum Preis von 870 Yen für die einfache Strecke). Und unten die beiden Fahrkarten für die Rückfahrt.

Ticket: Shinjuku - Hakone - Shinjuku

Ticket: Shinjuku - Hakone - Shinjuku

Und nun schauen wir uns noch ein paar der Schnellzüge an, die auf dieser Strecke verkehren oder verkehrten. Zunächst die älteste Bauart des „Romancecar“, die mir noch von eigener Benutzung bekannt ist: Die Bauart 3100 NSE, die im Jahre 1963 in Dienst gestellt und erst 2000 aus dem Verkehr gezogen wurde.

Romancecar 3100 NSE (1963-2000)

Romancecar 3100 NSE (1963-2000)

Die Bauart 3100 NSE hatte sich offensichtlich sehr bewährt. Erst im Dezember 1980 wurde die Bauart 7000 LSE in Dienst gestellt, die auch heute noch unterwegs ist.

Romancecar 7000 LSE (seit 1980)

Romancecar 7000 LSE (seit 1980)

Romancecar 7000 LSE (seit 1980)

Romancecar 7000 LSE (seit 1980)

Romancecar 7000 LSE (seit 1980)

Romancecar 7000 LSE (seit 1980)

Im Dezember 1987 folgte die Bauart 10000 HiSE, die sich äußerlich gar nicht mal so gravierend von ihrer Vorgängerversion unterscheidet und im Innern ähnlich komfortabel ausgestattet ist.

Romancecar 10000 HiSE (seit 1987)

Romancecar 10000 HiSE (seit 1987)

Die Bauart 20000 RSE, die im März 1991 ihren Weg auf die Schienen fand, habe ich selbst bisher noch nie benutzt. Deswegen gibt es von dieser Bauart auch keine Bilder hier.

Im März 1996 folgten die Züge der Bauart 30000 EXE, die äußerlich zu den weniger „futuristischen“ gehören, aber von der inneren Ausstattung her den anderen Bahnen kaum nachstehen.

Romancecar 30000 EXE (seit 1996)

Romancecar 30000 EXE (seit 1996)

Romancecar 30000 EXE (seit 1996)

Romancecar 30000 EXE (seit 1996)

Im März 2005 leistete sich die Odakyū-Linie die vielleicht schicksten aller bisher auf ihrem Netz fahrenen Züge, die „Romancecar 50000 VSE“.

Romancecar 50000 VSE (seit 2005)

Romancecar 50000 VSE (seit 2005)

Romancecar 50000 VSE (seit 2005)

Romancecar 50000 VSE (seit 2005)

Romancecar 50000 VSE (seit 2005)

Romancecar 50000 VSE (seit 2005)

Romancecar 50000 VSE (seit 2005)

Romancecar 50000 VSE (seit 2005)

Romancecar 50000 VSE (seit 2005)

Romancecar 50000 VSE (seit 2005)

Das bisher jüngste Kind in der Reihe der „Romancecar“ ist die im März 2008 in Dienst gestellte Baureihe „60000 MSE“

Romancecar 60000 MSE (seit 2008)

Romancecar 60000 MSE (seit 2008)

Romancecar 60000 MSE (seit 2008)

Romancecar 60000 MSE (seit 2008)

Romancecar 60000 MSE (seit 2008)

Romancecar 60000 MSE (seit 2008)

Romancecar 60000 MSE (seit 2008)

Romancecar 60000 MSE (seit 2008)

Der bisher immer sehr provinziell wirkende Bahnhof von Hakone Yumoto wurde 2009 komplett erneuert. Bei der Ankunft empfängt uns eine moderne, freundliche Bahnhofshalle.

Bahnhof Hakone Yumoto (箱根湯本駅)

Bahnhof Hakone Yumoto (箱根湯本駅)

Das Ziel unserer kleinen Reise ist heute Miyanoshita (宮ノ下 / みやのした) im Gebiet des Hakone Nationalparks. Und dorthin bringt uns, direkt von unserem Romancecar-Zielbahnhof Hakone Yumoto (箱根湯本 / はこねゆもと) die Hakone-Tozan-Linie (箱根登山鉄道線 / はこねとざんてつどうせん) – wer sie bei sich trägt, kann diese Bergbahn mit seiner Suica- oder Pasmo-Karte benutzen. Ansonsten gibt es natürlich auch hier Fahrkartenautomaten, die den U-Bahn-Automaten Tōkyōs sehr ähneln. Die Bedienung sollte also keine allzu große Herausforderung bedeuten.

Hakone-Tozan Linie (箱根登山鉄道線)

Hakone-Tozan Linie (箱根登山鉄道線)

Die teilweise sehr betagten Züge der Bergbahn (auch heute noch sind Bahnen in Betrieb, die 1950 in Dienst gestellt wurden – modernere, klimatisierte, natürlich auch) gehören zum „abenteuerlichen“ Teil der Reise, da die Bahn aus eigener Kraft Steigungen von bis zu 8% und Kurven mit einem Radius von gerade mal 30 Metern überwinden muss. Um auf kürzerer Strecke von 108 Metern Seehöhe in Hakone Yumoto in 553 Meter Seehöhe in Gora (強羅 / ごうら) zu kommen, ändert die Bahn in einem Zick-Zack-Kurs ihre Fahrtrichtung an drei Punkten bis Miyanoshita. Außerdem überquert sie Schluchten, schlängelt sich durch dichte Wälder (im späten Frühjahr ist die Strecke teilweise gesäumt von ganzen Meeren von Hortensienblüten) und liefert uns schließlich nach einer halben Stunde unterhaltsamer Fahrt in einer Höhe von 448 Metern nach drei Stationen in Miyanoshita ab (Fahrpeis: 260 Yen).

Hakone-Tozan Linie (箱根登山鉄道線)

Hakone-Tozan Linie (箱根登山鉄道線)

Siehe auch:
Hakone (箱根) – Ein Kurzurlaub (2)

Das Ryokan (旅館)          
Hakone (箱根) – Ein Kurzurlaub (3)
Das Wohnen
       
Hakone (箱根) – Ein Kurzurlaub (4)
Das Essen

Advertisements

4 Responses to Hakone (箱根) – Ein Kurzurlaub (1)

  1. moryce says:

    Wow, was für tolle Züge! Wie jämmerlich unsere Deutsche Bahn dagegen aussieht…

  2. […] auch: Hakone (箱根) – Ein Kurzurlaub (1) Die Anreise    Hakone (箱根) – Ein Kurzurlaub (3) (In Vorbereitung) Das Wohnen     Hakone (箱根) […]

  3. […] auch: Hakone (箱根) – Ein Kurzurlaub (1) Die Anreise     Hakone (箱根) – Ein Kurzurlaub (2) Das Ryokan (旅館)     Hakone (箱根) – Ein […]

  4. […] gerecht werden will. (Siehe auch die drei anderen Artikel dieser kleinen Tetralogie: „Die Anreise“, „Das Ryokan“, „Das […]

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: