Automatische Erfrischung / Automated Refreshment

Getränkeautomaten in Japan
Vending Machines in Japan

(Der englische Text folgt dem deutschen)
(English text follows the German text)

00 Vending Machines

Was für den Alltag in Japan schon seit vielen Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden ist, wirkt in den Augen so manchen Europäers noch immer als ziemlich „exotisch“: Getränkeautomaten an wirklich jeder Straßenecke, in jeder Bahn- und U-Bahnstation. Und dabei stehen oft nicht einfach nur einsame Automaten in einer Ecke, sondern mitunter auch schon mal ganze Armeen. Die Auswahl ist so groß, dass sie auf den ersten Blick zu verwirren vermag. Und sie wird nicht übersichtlicher, wenn man bedenkt, dass die Automaten nicht nur Kaltgetränke, sondern auch Heißgetränke anbieten (je nach Jahreszeit überwiegen entweder die Kaltgetränke oder die Heißgetränke). Vom Erfrischungsgetränk, über Vitamin- und Joghurtgetränke, über Tees, bis hin zu den verschiedensten Kaffees.

Even though Japanese have been taking them for granted for a great number of years, in the eyes of most Europeans it still looks rather „exotic“: Vending machines for soft drinks on virtually every street corner, every train- or subway station. And they are not standing around in boring solitude, very often they come in groups of machines. There is such a vast range of different machines that one may have difficulties in making the right choice. And it’s not being made easier by the fact that the machines offer both, cold and hot drinks (depending on the season either more cold or more hot drinks). There is everything from the standard refreshment drink, to yoghurt drinks, vitamine drinks, all sorts of teas and coffees.

Letztere wurden bis vor ein paar Jahren überwiegend gesüßt und mit Milch angeboten; inzwischen kommen allerdings immer mehr Kaffees „schwarz“ in die Automaten. Und wenn man bei diesen Automaten von „Heißgetränken“ spricht, so ist das durchaus wörtlich zu nehmen: Manche Kaffeedosen werden so heiß ausgeworfen, dass die Hände sich freuen würden, wenn sie mit einer natürlichen Asbestbeschichtung versehen wären. In den (auch in Tōkyō) kalten Wintermonaten ein willkommener Handwärmer

The latter used to be strongly sweetened and whitened with lots of milk a few years ago. In the meantime the choice of purely black coffees has been increased. And „hot drinks“ from these vending machines really mean hot. Some of the canned coffees are so hot that you’d prefer to have your hands covered with asbestos. During the winter months (which are, by the way, also cold in Tōkyō), a welcome hand-warmer. No, and they don’t come with the American style warning: „The beverage you’re about to enjoy may be hot!“

Dafür sind Bier- und Sakeautomaten in den vergangenen Jahren seltener geworden, seit die 24 Stunden geöffneten „Convenience Stores“ (die es in der Stadt übrigens ebenfalls an jeder Straßenecke gibt) auch mit Lizenzen zum Verkauf alkoholischer Getränke ausgestattet wurden. Ebenfalls verschwunden sind die Automaten, die zu Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts den Automatenverkauf mit dem Slogan „no bending vending“ (sinngemäß: Verkauf ohne Bücken) furore machen wollten. Bei diesen Automaten wurden die Dosen und Flaschen in Brusthöhe „angeliefert“. Inzwischen kommt man beim Automateneinkauf um das Bücken aber nicht herum. Eine Übung, die Japanern ja ohnehin leicht fallen sollte.
Da es in Japan weder Dosen- noch Flaschenpfand gibt (Japaner entsorgen ihren Abfall auch ohne Pfand-Terror so, wie sich’s gehört), wird der Automatenverkauf auch nicht vor zusätzliche Hindernisse gestellt. Ein weiteres Indiz für die unvergleichliche Disziplin in Japan: Es geschieht praktisch nie, das man einen Automaten sieht, der Opfer von Vandalismus geworen wäre.

On the other hand the number of vending machines for beer and sake has seen a rapid decline in recent years, since also 24-hour convenience stores (which you’ll find on every corner as well – at least in the cities) also have been provided with licenses to sell liquor.
Also the vending machines which had entered the market in order to „revolutionize“ it with the slogan „no bending vending“ in the early 90ies of the last century seem to have vanished. Which is a shame, since they really delivered the bottles and cans in breast height. Now also Japanese vending machines are back to the good old days, i.e. you’ll have to bend down, if you want to get your drink. Well, Japanese are used to taking a bow, are they not?
And there can be no doubt about the extraordinary discipline of people in Japan: You’ll hardly ever see a vending machine that has been damaged by vandalism.

Übrigens sind die Getränke aus den Automaten landesweit nicht auffallend teurer als in den Geschäften – in der Regel kosten sie weniger als einen Euro. Mit Wechselgeld gibt es an diesen Automaten auch niemals Schwierigkeiten. Sie alle akzeptieren Münzgeld und Scheine, die meisten sogar die „Suica“ (mit der deutschen „GeldKarte“ vergleichbar – ursprünglich von Japan Rail für das „fahrscheinlose“ Bezahlen im Nahverkehr in Umlauf gebracht; mein Artikel zu dem Thema gibt weitere Informationen). Und auch wenn es letztendlich eine Geschmacksfrage bleibt, bin ich der Meinung, dass gerade die schwarzen Dosenkaffees in den letzten Jahren immer besser geworden sind.

By the way, drinks from vending machines are not considerably more expensive than those you’d buy in a store – most of them cost less than one Euro. And you’d also have no problems with change with these machines. They all accept coins, bills and the ever-popular „Suica“ (originally distributed by Japan Rain for automated train-fare payments; have a look at my article on the topic). And even though it’ll be a matter of taste, I’m still of the opinion that especially the back canned coffees have become better and better lately.

Im Folgenden zeige ich ein paar Automaten verschiedener Getränkehersteller. Das Angebot der Hersteller unterscheidet sich nicht wesentlich – letzten Endes entscheidet der persönliche Geschmack und nicht selten vielleicht auch die ansprechende Art der Verpackungsgestaltung.
Übrigens: blau markierte Getränke kommen kalt aus der Maschine, rot markierte heiß.

Below you’ll see some examples of vending machines of different beverage companies. There isn’t such a great difference in the products the companies offer – in the end it’ll be a matter of personal taste which ones you’ll like better, or the way the cans and bottles have been designed.
By the way: drinks marked with blue are sold cold, red ones hot.

Automaten der Firma Asahi / Asahi Vending Machines 01 Asahi

02 Asahi

03 Asahi

Automaten der Firma Coca Cola / Coca Cola Vending Machines

04 Coca Cola

05 Coca Cola

Automaten der Firma JT / JT Vending Machines

07 JT

08 JT

Automaten der Firma Kirin / Kirin Vending Machines

09 Kirin

10 Kirin

Automaten der Firma Sapporo / Sapporo Vending Machines

11 Sapporo

Automaten der Firma Suntory / Suntory Vending Machines

12 Suntory

Automaten der Firma Ito-en / Ito-en Vending Machines

15 Itoen

16 Itoen

Automaten der Firma Yakult / Yakult Vending Machines

14 Yakult

Zum Abschluss kommt noch ein Automat, der auch in Japan eher zu einer Seltenheit gehört: ein „Hot Menu“-Automat, an dem frisch zubereitete, heiße Speisen gezogen werden können.

And finally I would like to show another kind of vending machine that’s rather a rarity, even in Japan: A „Hot Menu“-machine from which you can buy freshly prepared hot food.

 17-Hot-Menue

Der oben abgebildete Automat bietet z.B.:

  1. 150 Gramm Pommes Frites zu 350 Yen
    Zubereitungsdauer 110 Sekunden
  2. Acht Takoyaki (Oktopusstücke in Teig) zu 420 Yen
    Zubereitungsdauer 120 Sekunden
  3. Zwei Nikuman („Dampfnudel“ mit Hackfleischfüllung), zwei Shumai (Nudeltaschen mit Fleischfüllung) zu 400 Yen
    Zubereitungszeit 95 Sekunden
  4. 230 Gramm gebratener Reis zu 420 Yen
    Zubereitungszeit 130 Sekunden
  5. Drei Reisbällchen (195 Gramm) zu 400 Yen
    Zubereitungszeit 120 Sekunden
  6. Zwei Hotdogs (140 Gramm) zu 420 Yen
    Zubereitungszeit 85 Sekunden

The vending machine in the picture above offers:

  1. 150 grams of French fries, 350 Yen
    time for preparation: 110 seconds
  2. Eight Takoyaki (pieces of octopus fritter), 420 Yen
    time for preparation: 120 seconds
  3. Two Nikuman (dumpling stuffed with minced meat), two Shumai (pasta dumplings with meat filling), 400 Yen
    time for preparation: 95 seconds
  4. 230 grams of fried rice, 420 Yen
    time for prepartion: 130 seconds
  5. Three Onigiri (rice balls, 195 grams), 400 Yen
    time for preparation: 120 seconds
  6. Two Hotdogs (140 grams), 420 Yen
    time for preparation: 85 seconds
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2 Responses to Automatische Erfrischung / Automated Refreshment

  1. Mechthild says:

    Welch schoener Blick auf die Annehmlichkeiten des Tokyoter Alltags! Wo gibt es denn die “Casual Frozen Foods”?

    • toomasu says:

      Diese Maschine habe ich neben dem Zugang zum Biergarten im Jingu Gaien gefunden. Ich hätte seinerzeit vielleicht auch mal das Angebot verkosten sollen. Aber vielleicht schaffen wir es nächsten Sommer ja mal in den Biergarten.

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