Yasukuni-Jinja (靖國神社)

Ein berühmter Stein des Anstoßes
Shrine of Scandalous Fame
(Der englische Text folgt dem deutschen)
(English text follows the German text)

Yasukuni-Jinja (靖国神社) - copper plated roof

Yasukuni-Jinja (靖国神社) – copper plated roof

Der Yasukuni-Schrein (靖国神社 / やすくにじんじゃ), dessen Name soviel bedeutet wie „Schrein des friedlichen Landes“ gehört sicher zu den berühmtesten Schreinen Japans, auch wenn er – besonders im Ausland – zu eher zweifelhafter Berühmtheit gelangt ist (dazu später mehr). In diesem Jahr feiert er sein 140-jähriges Jubiläum.

The name Yasukuni-Shrine (靖国神社 / やすくにじんじゃ) means “shrine of a peaceful country“. It is certainly one of the most famous shrines of Japan, even though – especially in foreign countries – it has gained rather doubtful fame (more about that later). This year Yasukuni-Shrine is celebrating its 140th anniversary.

Yasukuni-Jinja (靖国神社) 2nd & 1st Gate

Yasukuni-Jinja (靖国神社) 2nd & 1st Gate

Übrigens lautet die offizielle Schreibweise des Schreinnamens noch immer „靖國神社“. Vermutlich soll durch die Verwendung des in Japan nicht mehr gebräuchlichen Kanjis für „Land“ (國 / くに / kuni) die Erinnerung daran aufrecht erhalten werden, dass der Meiji-Tennō (明治天皇, 122. Kaiser Japans, * 3.11.1852 in Kyōto; † 30.7.1912 in Tōkyō) die Inspiration für den Namen einer alten, chinesischen Überlieferung (der Zuo-Chronik aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert) entnommen hat.

By the way: The official way to write the shine’s name is still “靖國神社“. Probably also because the use of the old kanji for “country” (國 / くに / kuni) is a reference to the Meiji-Tennō (明治天皇, 122nd Emperor of Japan, * 3rd Nov. 1852 in Kyōto; † 30th July 1912 in Tōkyō), who took the name for the shrine from an inspiration he gained from a classic Chinese text (Zuo Zhuan of the 4th century B.C.).

Yasukuni-Jinja (靖国神社) 3rd Gate

Yasukuni-Jinja (靖国神社) 3rd Gate

Hier, im Zentrum Tōkyōs (Chiyoda-ku) werden seit Restauration des Kaisertums (1868) die Seelen der Helden (英霊 / えいれい) der Bürgerkriege der frühen Jahre neu installierter kaiserlicher Macht ebenso verehrt, wie die gefallenen Soldaten der Kriege der Neuzeit und des 2. Weltkrieges. Er hat außerdem einen Sonderrang unter den shintōischen Schreinen inne.

Since the days of the restoration of the Empire (1868) the souls of Japan’s Heroes (英霊 / えいれい) of the civil war that broke out in conjunction with the restoration, as well as as the dead of the wars of the late 19th and early 20th century, including World War II, are enshrined in this sacred place in the centre of Tōkyō (Chiyoda-ku). The Yasukuni-Shrine also forms a rank of its own among the shintō shrines.

Yasukuni-Jinja (靖国神社)

Yasukuni-Jinja (靖国神社)

Zu den verlustreichsten Kriegen des jungen Kaiserreiches gehörten z.B. der Russisch-Japanische Krieg (1904–1905), der offiziell 88.429 Opfer forderte, die Besetzung der Mandschurei (1931), die mit 17.176 zu Buche schlug, der zweite Japanisch-Chinesischer Krieg (1937–1945) mit 191.243 Opfern und nicht zuletzt der Zweite Weltkrieg (von Japans Kriegseintritt 1941 bis zur Kapitulation im August 1945), der 2.133.885 Opfer forderte.

The young empire got itself involved in some military conflicts that cost many thousands of soldiers’ and civilians’ lives. The most lossy ones were: The Russian-Japanese war (1904–1905), during which 88,429 victims were counted, the occupation of Manchuria (1931), taking 17,176 lives, the Second Japanese-Chinese war (1937–1945) with 191,243 victims and last but not least World War II (1941 – 1945), with 2,133,885 victims.

Yasukuni-Jinja (靖国神社) Assembly Hall

Yasukuni-Jinja (靖国神社) Assembly Hall

Urspünglich im Jahre 1869 mit dem Namen „Tōkyōter Schrein der Vaterlandsmärtyrer“ (東京招魂社 / とうきょうしょうこんしゃ) gegründet, wurde er erst 1879 vom Meiji-Tennō zum „Yasukuni-Schrein“ umgewidmet. Allerdings liegen auf dem Schreingelände (wie auch an den übrigen Schreinen des Landes) keine Toten begraben – hier „wohnen“ lediglich die Seelen der Gefallenen, knapp 2,5 Millionen „Märtyrer des Vaterlands“, in einer untrennbaren „Gemeinschaft der Seelen“. Und durch die Verehrung im Yasukuni-Schrein ist ihnen automatisch alles verziehen, was sie sich vielleicht einmal zu Lebzeiten an Üblem haben vorwerfen lassen müssen. Ihr offizielles Register wird im Reijibo Hōanden (霊璽簿奉安殿 / れいじぼほうあんでん), geschrieben auf handgefertigtem Papier, aufbewahrt.

When founded in 1869, the shrine was named “Tōkyō’s Shrine of Martyrs“ 東京招魂社 / とうきょうしょうこんしゃ). But later, in 1879 it was renamed “Yasukuni-Shrine” by the Meiji-Tennō. However, just like in all the other shrines of the country, there are no buried bodies on the grounds of shrine. It’s the “souls” of the dead of war – almost 2,5 million – that are ensrined here in an inseparable unity of souls. The enshrinement in the Yasukuni-Shrine also purifies the souls of all their sins, which the living person may have made him/herself guilty of. There is an official register kept in the Reijibo Hōanden (霊璽簿奉安殿 / れいじぼほうあんでん), keeping track of each and every soul, written on handmade paper.

Yasukuni-Jinja (靖国神社) / Shinchi Teien (神池庭園)

Yasukuni-Jinja (靖国神社) / Shinchi Teien (神池庭園)

Die Trennung von Staat und Religion nach dem 2. Weltkrieg führte dazu, dass der Yasukuki Schrein zu einer unabhängigen, religiösen Organisation (独立宗教法人 / どくりつしゅうきょうほうじん) umformiert wurde (damit war einerseits sichergestellt, dass sie nicht säkularisiert werden musste, andererseits aber auch nicht mehr staatlicher Kontrolle unterlag). Rechtsgerichtete und nationalistische Kräfte haben sich seither immer wieder dafür eingesetzt, den Schrein zu einer nationalen Gedenkstätte zu erheben, weil für sie dort die Herrlichkeit der für das Vaterland gefallenen Helden ihre Heimat hat. Viele der in den ehemals von Japan besetzten Gebieten Asiens Lebende sehen das ganz anders (weniger nationalistisch eingestellte Japaner übrigens ebenso), weil hier eben auch die Seelen derjenigen „verehrt“ werden, die es als Kriegsverbrecher zu verabscheuungswürdiger Berühmtheit gebracht haben. Auch der Showa Tennō – der dritte Kaiser der Neuzeit, 1926-1989 – und der jetzige Kaiser, Akihito, weiger(te)n sich, den Schrein zu besuchen, nachdem dort 1978 über 1.000 vor dem „Internationalen Militärgerichtshof für den Fernen Osten“ (極東国際軍事裁判 / きょくとうこくさいぐんじさいばん) zu Kriegsverbrechern Erklärte „beigesetzt“ worden waren.
Übrigens erfahren hier nicht nur z.B. die Kamikaze-Flieger besondere Ehrung durch Statuen, sondern auch die Armee-Hunde, Brieftauben und Pferde, die dem Militär hilfreich gedient haben.

Due to the strict segregation of state and church which was imposed on Japan after World War II, Yasukuni-Shrine was made a privately funded religious institution (独立宗教法人 / どくりつしゅうきょうほうじん), ensuring that it didn’t have to become a secular government entity. Right-wing an nationalists have repeatedly tried to have Yasukuni-Shrine made a national memorial, as they worship the glory of the victims of war enshrined here. Especially those who have suffered from the Japanese occupation (as well as Japanese of less nationalist conviction) have a rather different point of view, as among those victims of war are also more than 1,000 souls of convicted war criminals of the “International Military Tribunal for the Far East ” (極東国際軍事裁判 / きょくとうこくさいぐんじさいばん).
By the way: not only e.g. kamikaze pilots are honored here with statues, but also army dogs, carrier pigeons and horses that have served the military diligently.

Kein Wunder also, dass der Yasukuni-Schrein für viele Jahre beständiger „Stein des Anstoßes“ in den Beziehungen zwischen Japan und z.B. China war (Schreinbesuche der Premierminister – ob nun als private oder offizielle Besuche deklariert – gerieten regelmäßig zum Politikum).

Small wonder that the Yasukuni-Shrine has frequently caused diplomatic complications between Japan and e.g. China (each visit to the shrine paid by a prime minister of Japan – regardless if private or official ones – roused and uproar of protest).

Beim Schreinbesuch aber bitte nicht die Schönheit der Anlage über den politischen Verstrickungen vergessen! Ganz besonders sehenswert ist auch der 1999 erneuerte Garten aus der frühen Meiji-Zeit, der Shinchi Teien (神池庭園 – Bild siehe oben), der sich auf der Nordwestseite des Schreingeländes befindet und zu den schönsten der Stadt zählt.
Nicht nur in den Herbstmonaten erstrahlt dieser in den leuchtendsten Farben – und in der Kirschblütenzeit gilt das Gelände des Yasukuni-Schreins als beliebtes Ausflugsziel.

But please, don’t forget the beauty of the place over the political complications when visiting the Yasukuni-Shrine! Of particular beauty is Shinchi Teien (神池庭園 – see picture above), a garden of the early days of the Meiji-era which is located in the north-eastern corner of the shrine’s grounds. It was renewed in 1999 and is one of the most charming in the city.
Not only the months of autumn grace the shrine’s precinct with bright colours – during the cherry blossom season Yasukuni-Shrine’s grounds are a very popular place of excursion.

Yasukuni-Jinja (靖国神社) - Lucky Charm Corner

Yasukuni-Jinja (靖国神社) – Lucky Charm Corner

Yasukuni-Jinja (靖国神社)

Yasukuni-Jinja (靖国神社)

Auf dem Schreingelände befindet sich auch das 1882 gegründete Kriegsmuseum (遊就館 / ゆうしゅうかん), in dem übrigens auch daran erinnert wird, dass Japan 1941 durch die USA in den Krieg gezwungen wurde. Ein Hinweis dafür, dass hier mit der eigenen Geschichte anders umgegangen wird, als dies z.B. bei anderen Unterlegenen des 2. Weltkriegs der Fall war und ist. Auch bei der Dokumentation anderer militärischer Aktionen des Kaiserreiches ist es dem Museum in erster Linie ein Anliegen, die Leistungen der jungen Nation zu betonen – ein kritischer Umgang mit den Auswirkungen solcher militärischer Einsätze sollte hier nicht erwartet werden. Es ist nachvollziehbar, dass vielen Opfern der imperialen Bestrebungen Japans das Museum wie eine Verhöhnung der erduldeten Leiden erscheint. Dennoch vertritt der Schrein seine Ansichten mit großer Offenheit, ohne sich veranlasst zu sehen, sie durch Forderungen von außen einer „Weichspülung“ zu unterziehen.

On the grounds of Yasukuni-Shrine there is also the War Museum (遊就館 / ゆうしゅうかん) which was founded in 1882. The museum also reminds visitors that Japan was forced into war in 1941 by the United States of America, disclosing its way of looking at history and revealing that it handles its roots and consequences in a different way than other defeated of World War II. Also when documenting other military action of the Empire, it’s the museum’s utmost concern to praise the achievements of the young nation – a critical assessment of the historic background should not be expected here. One may appreciate that victims of Japan’s imperial ambitions regard the museum’s exhibitions as mockery of their sufferings. However, it is also characteristic for the shrine that it handles its opinion with astonishing openness and that it doesn’t see any reason to soften its announcements in order to suit outside demand.

Yasukuni-Jinja (靖国神社) / Yasukuni-Jinja (靖国神社) - War Museum

Yasukuni-Jinja (靖国神社) / Yūshūkan (遊就館) – War Museum

Yasukuni Kaikan / Archive

Yasukuni Kaikan / Archive

Öffnungszeiten:
Das Schreingelände ist frei zugänglich.

Kriegsmuseum:
Täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr
Während des Mitama Festivals (13.-16. Juli) von 9 Uhr- bis 21 Uhr

Hinweis: Ende Juni und Ende Dezember bleibt das Museum für einige Tage geschlossen.

Eintrittspreise (Kriegsmuseum):
Erwachsene: 800Yen
Studenten: 500 Yen
Schüler der Mittel- und Oberstufe: 300 Yen
Schüler der Grundschule: 100 Yen

Opening Hours:
Yasukuni-Shrine’s precinct is generally open to the public.

War Museum:
Daily 9 a.m. – 5 p.m.
During the Mitama festival (13th -16th July) 9 a.m. – 9 p.m.
Please observe: End of June and end of December the museum will be closed for a couple of days.

Admission Fee (War Museum):
Adults: 800Yen
University students: 500 Yen
High/Junior High School students: 300 Yen
Elementary and middle-school students: 100 Yen

Wie man zum Schrein kommt:
Am besten mit den U-Bahnlininen der Toei Shinjuku-Linie, der Mamboku-Linie oder der Yūrakuchō-Linie zur Station Ichigaya (市ヶ谷) (Ausgang A4), bzw. mit der JR Chūō/Sōbu-Linie nach Ichigaya Bahnhof (市ヶ谷駅), Ausgang zur Südseite der Yasukuni Dōri.

How to get there:
The easiest way is by subway with the Toei Shinjuku line, the Mamboku line or the Yūrakuchō line to Ichigaya station (市ヶ谷) (exit A4), or take the JR Chūō/Sōbu line to Ichigaya station (市ヶ谷駅), take the exit to the south side of Yasukuni Dōri.

Yasukuni-Jinja (靖国神社)

Yasukuni-Jinja (靖国神社)

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6 Responses to Yasukuni-Jinja (靖國神社)

  1. […] der Japan Rail (JR) zum Bahnhof Ichigaya (市谷 / いちがや) und von dort ca. 300 Meter bis zum Yasukuni-Schrein (靖国神社 / やすくにじんじゃ)  und dort auf der anderen Seite der Yasukuni Dōri (靖国通り / […]

  2. […] rund um den Yasukuni-Schrein (靖国神社 / やすくにじんじゃ) an der Yasukui Dōri (靖国通り / […]

  3. […] of the cherry tree blossoms around the Yasukuni-Shrine (靖国神社 / やすくにじんじゃ) at the Yasukuni Dōri (靖国通り / […]

  4. […] (渋谷区 / しぶやく) übertroffen (und dem sozusagen „außer Konkurrenz laufenden“ Yasukuni Jinja (靖国神社 / やすくにじんじゃ) im Stadtteil Chiyoda (千代田区 / […]

  5. […] (渋谷区 / しぶやく) – and the somewhat “not running in this competition” Yasukuni Jinja (靖国神社 / やすくにじんじゃ) in the city’s Chiyoda district (千代田区 / […]

  6. […] Yasukuni Jinja (靖国神社) (Engl./dt.) – Ein berühmter Stein des Anstoßes – Shrine of scandalous fame […]

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