Yakiniku (焼肉 / やきにく) – Korean Barbecue

Japanische Variante eines koreanischen Nationalgerichts
Japanese version of a Korean national dish

(Der englische Text folgt dem deutschen)
(English text follows the German text) 

Yakiniku (焼肉) at Chōshunkan (焼肉長春館)

Yakiniku (焼肉) at Chōshunkan (焼肉長春館)

Diejenigen, die glauben, in Japan werde wenig Fleisch gegessen (was, verglichen mit den Bergen, die z.B. in Deutschland vertilgt werden, ja auch stimmt), vergessen, dass mit der Meiji-Restauration und der damit einhergehenden Öffnung des Landes im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts auch die Esskultur in Japan bereichert wurde. Das Koreanische Barbecue (korean.: gogi gui / 고기구이) fand auch in Japan viele Freunde, wurde adaptiert, dem Geschmack des Landes angepasst und fürderhin „yakiniku“ (焼肉 / やきにく) genannt. Dabei heißt „yakiniku“ nichts anderes als „gegrilltes Fleisch“.

Das Fleisch wird in mundgerechten, marinierten, dünnen Streifen oder Scheiben serviert und am Tisch gegrillt. Viele Restaurants haben dazu Gasgrills fest in die Gasttische montiert. Andere bedienen sich mobiler Gas- oder Lavagrills. In jedem Fall gehört das eigenständige Zubereiten am Tisch zu den kommunikativsten, unterhaltsamsten Arten der Nahrungsaufnahme.

All those who are of the impression that Japanese eat only little meat (which, in fact, they do, compared with the loads of meat my dear Germans usually eat), sometimes forget that with the opening of the country during the Meiji-restoration (mainly during the last quarter of the 19th century) also the cuisine of Japan was enriched. Korean barbecue (Korean.: gogi gui / 고기구이) found a lot of friends in Japan, was adapted, adjusted to the country’s taste and was now called „yakiniku“ (焼肉 / やきにく). „Yakiniku“ simply means „grilled meat“.

The marinated meat is served in bite-sized, thin slices and grilled at the table. Many yakiniku-restaurants have gas-grills installed in their tables, others provide mobile gas- or lava grills. In any case, since everyone has to prepare his/her own meat, it’s one of the most communicative and entertaining ways to have a meal. 

karubi (カルビ) / rōsu (ロース)

karubi (カルビ) / rōsu (ロース)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

tan (タン) / Rinderzunge / Beef Tongue

tan (タン) / Rinderzunge / Beef Tongue

Während man in Korea verschiedene Fleischsorten zum „gogi gui“ reicht, überwiegt in Japan das Rindfleisch beim „yakiniku“. Zu den Standards gehören:

karubi“ (カルビ): von breiten Fettäderchen durchzogenes Rippenfleisch vom Rind (ohne Knochen), dessen Bezeichnung sich von dem koranischen „galbi“ (갈비) ableitet (in Korea ist allerdings auch das Fleisch anderer Tiersorten üblich).
Eher selten sieht man in Japan „hone-tsuki-karubi“ (骨付きカルビ / ほねつきカルビ) – Rippenfleisch am Knochen. „Karubi“ (wie auch „rōsu“) wird in einer Marinade aus Sojasoße, ein Art süßen Sakes, genannt „mirin“ (味醂 / みりん), Knoblauch, Schalotten und anderen Zutaten eingelegt. Zusätzlich kann man das gegrillte Fleisch in eine ähnliche Soße tunken, um das Aroma und den Geschmack noch intensiver zu machen.

rōsu“ (ロース): eigentlich „rōsuniku“ (ロース肉 / ロースにく); die Bezeichnung ist die japanische Adaption des englischen „roast“. Das Fleisch ist besonders fein gemasert und wird aus Lenden- und Schulterstücken geschnitten

tan“ (タン): Rinderzunge; die Bezeichung leitet sich von dem englischen Wort „tongue“ (Zunge) ab. Die oft hauchdünn geschnittenen Scheiben sind meist nur mit Pfeffer und Salz bestreut und werden nach dem Braten in Zitronensaft getunkt.

Übrigens: Anders als in Korea, wird man es in japanischen „yakiniku“-Restaurants selten erleben, dass das Fleisch bei Tisch mit einer Schere geschnitten wird. Zum Wenden des Grillgutes können kleine Zangen zur Verfügung gestellt werden – aber grundsätzlich lässt sich alles Gereichte ganz unkompliziert mit Essstäbchen bewältigen.

While Koreans fancy all sorts of meat with their „gogi gui“, Japanese usually eat beef for „yakiniku“. Among the „standards“ are:

karubi“ (カルビ): Short beef ribs, usually served without bones. The name comes from the Korean word „galbi“ (갈비) – other than in Korea, Japanese usually expect beef „karubi“ only. On rather rare occasions one also sees „hone-tsuki-karubi“ (骨付きカルビ / ほねつきカルビ) – galbi on the bone. „Karubi“ (as well as „rōsu“) is marinated with soy-sauce, a kind of sweet sake, called „mirin“ (味醂 / みりん)), garlic, shallot and other ingredients. Additionally the meat can be dipped in the same kind of sauce after preparation in order to intensify the flavor and taste.

rōsu“ (ロース): actually „rōsuniku“ (ロース肉 / ロースにく); the name comes from the English word „roast“. It’s the more delicately marbled meat consisting of loin and chuck slices.

tan” (タン) – from the English word “tongue”, in this case beef tounge. Usually the tongue comes in very thin slices, sprinkled with little salt and pepper and is often served with lemon juice to dip the meat in.

By the way: Cutting meat with scissors, as done in Korea, is not standard practice in yakiniku restaurants in Japan. Some restaurants also provide little tongs to handle the meat. But in general all food served can be managed perfectly with the usual chopsticks. 

Yakiniku Chōshunkan (焼肉長春館)

Yakiniku Chōshunkan (焼肉長春館)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

tan / タン / Rinderzunge / Beef Tongue

tan / タン / Rinderzunge / Beef Tongue

tan / タン / Rinderzunge / Beef Tongue

tan / タン / Rinderzunge / Beef Tongue

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Yakiniku (焼肉 / やきにく)

Damit das Essen besonders schön koreanisch wird, darf man z.B. auf „gimchi“ (japanisch: キムチ, koreanisch: 김치) nicht verzichten. Hierbei handelt es sich um zusammen mit (u.a.) Knoblauch und Chilischoten fermentiertes Gemüse (hauptsächlich Chinakohl), das in seiner koreanischen Heimat sicher um einige Stufen schärfer serviert wird als in Japan.

Nicht minder koreanisch-traditionell ist „Bibimbap“ (korean.: 비빔밥). Der Name steht für nichts anderes als „gemischten Reis“ oder „gemischte Mahlzeit“ und besteht aus einer Schale mit warmem Reis, überdeckt mit gedünstetem Gemüse, Ei, Rindfleischstreifen und anderen Zutaten. In Japan wird „bibimbap“ gern auch mit Pilzen, Karotten- und Rettichstreifen serviert. Wichtig ist: Bevor man sich diesen Gaumengenuss gönnen kann, muss er gut vermischt werden – so mancher Kindertraum wird hier wahr, weil man sich endlich mal ungestraft das Essen so vermischen darf, wie sonst nie.

To put an extra Korean touch to your meal, don’t forget to order „gimchi“ (Jap.: キムチ, Korean: 김치). Gimchi consists of Chines cabbage fermented with garlic and chili. And I guess it’s much more spicy in the country of its origin than in Japan.

Just as popular is a dish called „bibimbap“ (Korean: 비빔밥) which means nothing else but „mixed rice“ or „mixed meal“. It usually consists of a bowl of rice topped with sautéed and seasoned vegetables, (in Japan: a light) chili pepper paste, egg, slices of beef and other ingredients. In Japan you very often see it with mushrooms, carrots and sliced radish. The most important thing: before you dig-in, the content of the bowl needs to be stirred thoroughly. Some childhood-dream may come true, as finally you are actually required to make „a mess“ of your food. 

Bibimbap (Korean: 비빔밥)

Bibimbap (Korean: 비빔밥)

gimchi (Japan.: キムチ / Korean.: 김치)

gimchi (Japan.: キムチ / Korean.: 김치)

gimchi (Japan.: キムチ / Korean.: 김치)

gimchi (Japan.: キムチ / Korean.: 김치)

Salat / salad

Salat / salad

Die Bilder stammen übrigens aus einem unserer Lieblings-Yakiniku-Restaurants, dem

Chōshunkan (焼肉長春館)
3-8-10 Shinjuku
Shinjuku-ku
Tōkyō 160-0022
http://www.choushunkan.co.jp/yakiniku

Das Lokal verfügt zwar über ganz besonders effektive Dunstabzüge über den Tischgrills, man sollte trotzdem nicht erwarten, “taufrisch” aus dem Restaurant zu kommen. Praktisch: Jacken und Mäntel können entweder in Kästen unter den Sitzen verstaut werden, oder es werden große Plastiksäcke verteilt, in denen man seine Textilien geruchsdicht verpacken kann.

The pictures were taken at one of our favorite yakiniku restaurants, the
Chōshunkan (焼肉長春館)
3-8-10 Shinjuku
Shinjuku-ku
Tōkyō 160-0022
http://www.choushunkan.co.jp/yakiniku

Each table of the restaurant is equipped with most effective fume hoods. Neverthlesse, don’t expect to leave the place “as fresh as morning dew”. Convenient: Jakets and coats can be stored in boxes beneath the seats, or you’ll be provided with big plastic bags to protect your clothes from the garlic smell.

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2 Responses to Yakiniku (焼肉 / やきにく) – Korean Barbecue

  1. moryce says:

    Uiuiui, das sieht aber alles lecker aus!
    Ich hatte mir eigentlich auch vorgenommen, heute Abend mal wieder Fleisch zuzubereiten – am besten ein paar dicke Steaks. Allerdings müsste ich dafür noch einkaufen gehen, bevor ich ins Büro fahre. Ob das was wird…
    Wordpress stellt Dir ja lustige Links auf die Seite:
    “Possibly related posts: (automatically generated)
    o Katherine Hiegl adopting a Korean baby”

    🙂

    Viele Grüße

  2. toomasu says:

    Das mit dem “adopting a Korean baby” fand ich auch ganz lustig. Ob da jemand “Rindfleisch” mit “Kindfleisch” verwechselt hat……

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