Asakusa Sensō-ji (浅草寺)

Tōkyōs ältester und berühmtester Tempel  – oder: vom „Fang des Tages“ zur touristischen Berühmtheit
Tōkyō’s oldest and most famous temple  – or: from “catch of the day” to touristy fame
(Englischer Text folgt dem deutschen)
(English text follows the German text)
Senso-ji Map

Geschichtlicher Hintergrund:
Der Sensō-ji (浅草寺 / せんそうじ) in Tōkyōs nördlichem Stadtteil Asakusa (浅草) gehört zum Standardprogramm eines jeden Touristen – und das aus gutem Grund, denn er gehört zu den grandiosesten Bauwerken der Stadt und gleichzeitig auch noch den geschichts- und legendenträchtigsten. Der Sage nach haben nämlich zwei Fischer (die Hikonuma-Brüder) am frühen Morgen des 18. März 628 die Statue einer Bodhisattva Kannon aus dem Sumida-Fluss gefischt. Der damalige Ortsvorsteher soll die Heiligkeit der kleinen Statue sofort erkannt und einen kleinen Tempel für sie errichtet haben. Der erste Tempel wurde an der Stelle des heutigen Sensō-ji im Jahre 645 errichtet – kein Wunder also, dass er heute als der älteste Tempel der Stadt gilt. In der Kamakura-Zeit (1192-1333), ganz besonders aber seit den frühen Jahren des Tokugawa Shōgunats (frühes 17. Jahrhundert), als der Sensō-ji der Schutztempel des Tokugawa-Klans wurde, kam dem Tempel besondere Bedeutung zu. Und auch heute noch zählt der Sensō-ji jährlich mehr als 30 Millionen Besucher.

Wie viele andere wichtige Gebäude wurde auch der Sensō-ji während des 2. Weltkrieges schwer in Mitleidenschaft gezogen und erst im Jahre 1958 wieder errichtet (nun aber nicht mehr in der traditionellen Holzbauweise, sondern in Stahlbeton, um künftig auch Erdbeben besser gewachsen zu sein). Aus diesem Grund wurde im Jahre 2008 der 50. Jahrestag des Wiederaufbaus festlich begangen (die beigefügten Nachtaufnahmen entstanden während dieser Zeit).

Historic Background:
Surely, Sensō-ji (浅草寺 / せんそうじ) in Tōkyō’s Asakusa (浅草) district is part of every standard sightseeing tour in Tōkyō – and for good reason, as it’s one of the most magnificent buildings of the city and it’s loaded with history and legend. Myth has it that in the morning of March 18 in the year 628 the Hikonuma brothers, two fishermen, found a statue of a Bodhisattva Kannon in the nearby Sumida river. The district major immediately recognised that this tiny statue was of sacred nature. Soon the first temple was built in the year 645 – no wonder that Sensō-ji is regarded the oldest temple of Tōkyō.
Sensō-ji became more and more important during the Kamakura period (1192-1333) and during the early years of the Tokugawa shōgunate in particular (early 17th century), when Sensō-ji was made the tutelary temple of the Tokugawa clan. In our times Sensō-ji is one of the most busy tourist spots in the capital with more than 30 million visitors a year.

Like many other important buildings Sensō-ji was severely damaged during World War II. and could only be re-erected in 1958 (at that time the traditional wooden structure was replaced by reinforced concrete in order to enhance stability also to withstand the frequent earthquakes. In 2008 the 50-year-anniversary was celebrated with a festival (on which occasion the pictures below were taken).
Das Tempelgelände:
Man betritt das Tempelgelände durch das eindrucksvolle Kaminarimon (雷門 / かみなりもん / Donnertor) mit seiner riesigen roten Laterne und den beiden Schutzgöttern rechts und links…

The Compound:
You would usually enter Sensō-ji’s compound by passing the impressive Kaminarimon (雷門 / かみなりもん / Thunder Gate) with its gigantic red paper lantern and the two guardians….

Kaminarimon (雷門)

Kaminarimon (雷門)

Kaminarimon (雷門)

Kaminarimon (雷門)

…. und kommt so in die Nakamise-dōri (仲見世通り / なかみせどおり), wo sich allerlei Geschäfte seit dem frühen 18. Jahrhundert versammelt haben. Nachdem sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr westliche Einflüsse in Japan breit zu machen begannen, waren die zahlreichen Geschäfte geschlossen, abgerissen und in Backstein-Bauweise wieder errichtet worden. Zu dumm nur, dass diese Bauweise sich als hochgradig ungeeignet erwies, wenn es darum ging, Erdbeben Widerstand zu leisten. Während des großen Kantō-Erdbebens (1923) stürzten die meisten dieser Gebäude wieder ein und wurde 1925 erneut in Beton errichtet. Den 2. Weltkrieg haben allerdings auch diese Gebäude nicht überlebt. Heute lustwandelt man auf Gelände des Sensō-ji durch eine Nachkriegskonstruktion, die aber einer der großen touristischen Magneten der Stadt ist. Selbst die Tatsache, dass einige der ca. 90 Geschäfte nur touristischen Ramsch verkaufen, kann der ca. 300 Meter langen Flanierstraße ihren Charme nicht rauben. Auf keinen Fall sollte man es versäumen, an einem der „senbei“-(煎餅 / せんべい) Stände Halt zu machen und die frisch gerösteten Reiskräcker zu versuchen (ganz billig sind sie zwar nicht, dafür aber garantiert frisch).

…. thus entering the Nakamise-dōri (仲見世通り / なかみせどおり), a little street where, since the early 18th century, shops have gathered. During the last quarter of the 19th century western influences increased in Japan. And these influences did not stop a Nakamise-dōri. The shops were closed, the buildings demolished and re-erected in the fashionable “Western Style Brick”. This imported architecture may have pleased the eyes of the people at that time, unfortunately, it wasn’t really designed to withstand earthquakes. During the Great Earthquake (1923) most of these new buildings were distroyed. In 1925 the shops along the Nakamise-dōri were built again, this time in concrete. Nevertheless, also these buildings did not survive Word War II. – today we see a post-war reconstruction of Sensō-ji’s compound. Even though some of the 90 shops of the Nakamise-dōri may just sell touristy junk, it hasn’t lost its very particular charme. Don’t miss to sample some of the “senbei” (煎餅 / せんべい) – the rice-crackers here may not be the cheapest, but they are always fresh and very tasty.

Nakamise-dōri (仲見世通り)

Nakamise-dōri (仲見世通り)

Nakamise-dōri (仲見世通り)

Nakamise-dōri (仲見世通り)

Beeindruckender noch als das Kaminarimon (雷門) ist das Hōzōmon (宝蔵門 / ほうぞうもん) (Schatzhaus-Tor) am Ende der Nakamise-dōri, nach dessen Durchquerung…

Even more impressive than the Kaminarimon (雷門) is the Hōzōmon (宝蔵門 / ほうぞうもん) (Treasure Gate) which marks the northern end of Nakamise-dōri. Once you’ve passed this gorgeous gate…

Hōzōmon (宝蔵門)

Hōzōmon (宝蔵門)

Hōzōmon (宝蔵門)

Hōzōmon (宝蔵門)

… man die Haupthalle (Hondō /本堂 / ほんどう) des Sensō-ji, die weil sie die Kannonstatue beherbergt, auch „Kannondō“ (観音堂 / かんのんどう) genannt wird, erblickt. Hondō und Hōzōmon bilden zusammen mit der gewaltigen, 5-stöckigen Pagode ein Gebäudeensemble, wie man es auch in Japan nicht an jeder Straßenecke findet. Am besten man lässt den Sensō-ji einfach auf sich wirken – weder die Worte, noch die Bilder hier können auch nur ansatzweise die Atmosphäre dieser buddhistischen Anlage wiedergeben.

…. you’ll reach the main hall (Hondō /本堂 / ほんどう) of Sensō-ji, which is also called „Kannondō“ (観音堂 / かんのんどう), as it houses the tiny kannon statue mentioned above. Together with the Hōzōmon and the five-storied pagoda the main hall forms a quite exquisite ensemble which one find very often in Tōkyō or even the whole of Japan. Take your time and try to „feel“ Sensō-ji’s atmosphere – it is much more impressive than words or even pictures may suggest.

Hōzōmon (宝蔵門) - Pagoda

Hōzōmon (宝蔵門) – Pagoda

Sensō-ji (浅草寺) - Pagoda

Sensō-ji (浅草寺) – Pagoda

Hōzōmon (宝蔵門) - Pagoda

Hōzōmon (宝蔵門) – Pagoda

Hōzōmon (宝蔵門)

Hōzōmon (宝蔵門)

Hōzōmon (宝蔵門)

Hōzōmon (宝蔵門)

Hōzōmon (宝蔵門)

Hōzōmon (宝蔵門)

Hondō (本堂) / Kannondō (観音堂)

Hondō (本堂) / Kannondō (観音堂)

Hondō (本堂) / Kannondō (観音堂)

Hondō (本堂) / Kannondō (観音堂)

Hondō (本堂) / Kannondō (観音堂)

Hondō (本堂) / Kannondō (観音堂)

Übrigens:
Für die Freude des shintoistischen Glaubens befindet sich gleich nebenan auch noch der Asakusa-Schrein (浅草神社 / あさくさじんじゃ), der im Jahre 1649 unter dem Shōgun Tokugawa Iemitsu errichtet wurde.

By the way:
Friends of shinto believes will be pleased to read that Asakusa-Jinja (浅草神社 / あさくさじんじゃ), built in 1649 during Tokugawa Iemitsu’s shōgunate, can be found just next to Sensō-ji.

Und wie kommt man zum Sensō-ji (浅草寺)?
Am einfachsten mit den U-Bahnen der Ginza-Linie oder Asakusa-Linie; Haltestelle “Asakusa”.

How to get to Sensō-ji:
The easiest access is via the subway lines „Ginza“ and Asakusa“ which both stop as „Asakusa“ station.

Und für alle, die die Bilder noch mal ein bisschen größer sehen möchte, hier alles noch einmal zum Anklicken.
And for everyone who would like to magnify the pictures above, feel free to to click the icons below
:

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9 Responses to Asakusa Sensō-ji (浅草寺)

  1. moryce says:

    Wow, ist ja der Hammer – sehr schöner Eintrag und tolle Bilder! Da kann ich mich mit meinen Dreizeilern ja nur verstecken… 🙂

    • toomasu says:

      Da musst Du aber auch gerecht mit Dir selbst bleiben: Nachtaufnahmen von schweißtreibenden Dauerläufen kommen fotografisch nun mal nicht so gut ‘rüber.

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  7. […] Bahnhof: Leider gibt es keinen Bahnhof, der wirklich in der Nähe läge. Aber von den berühmten Tempelanlagen in Asakusa läuft man nur etwa 15 Minuten in nördlicher […]

  8. […] there is no railway or subway station located closely to the temple. However, if you walk from Asakusa’s large temple district in northern direction, it will take you just about 15 […]

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