Jōren-ji (乗蓮寺) / Tōkyō Daibutsu (東京大仏)

Tōkyōs große Buddha-Statue

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Jōren-ji (乗蓮寺) – Tōkyō Daibutsu (東京大仏)

Wenn in Japan über große Buddhastatuen gesprochen wird, denken viele an den im Freien sitzenden Daibutsu (大仏) in Kamakura oder seinen noch mächtigeren „Bruder” in Nara. Dass Tōkyō aber seinen eigenen Daibutsu hat, wissen nicht ganz so viele. Und der ist mit gewaltigen 13 Metern Höhe sogar der drittgrößte des Landes. Er residiert auf dem Gelände des Jōren-ji (乗蓮寺 / じょうれんじ) im nordwestlichen Stadtteil Itabashi (板橋 / いたばし) und ist, obwohl (und vielleicht weil) man über ihn in vielen Reiseführern wenig oder auch gar nichts lesen kann, mehr als einfach nur einen Ausflug wert.

Die vielleicht etwas längere Anfahrt und der kleine Fußmarsch (den der Fußkranke natürlich auch durch eine Busfahrt abkürzen kann) zum Jōren-ji und seinem Daibutsu lohnen auf jeden Fall, denn die gesamte Tempelanlage ist sehenswert. Sie gehört zu meinen Lieblingsorten in Tōkyō; ein Platz für alle, die nicht nur etwas Hübsches sehen, sondern auch die Seele baumeln lassen wollen. Zudem kann der Jōren-ji auf eine – im wahrsten Sinne des Wortes – bewegte Vergangenheit zurück blicken. Er wurde vor ungefähr 800 Jahren während der Kamakura-Periode (1185 bis 1333) an der stark frequentierten Nakasendo Fernstraße gegründet, was dafür sorgte, dass er im ganzen Land bekannt wurde.

Während der Edo-Zeit (1603 bis 1868) war der Jōren-ji ein bevorzugter Ruheort der Tokugawa Shōgune. Noch heute werden dort elegante Tische und Geschirr aus dieser Zeit aufbewahrt.

Jōren-ji (乗蓮寺) - Tōkyō Daibutsu 東京大仏)

Jōren-ji (乗蓮寺) – Tōkyō Daibutsu (東京大仏)

Als die alte Fernstraße durch einen modernen Expressway ersetzt wurde (1973), musste der komplette Tempel an einen neuen Ort (den jetzigen) verlegt werden. Man entschied sich für das Areal, auf dem einst die Burg von Akatsuka gestanden hatte, einen Ort schwerer Gefechte in alten Zeiten. Nördlich des Tempelgeländes befindet sich der öffentliche Park “Akatsuka Jōshi Kōen” (赤塚城址公園 / あかつかじょうしこうえん) auf einem Hügel, der auch heute noch erahnen lässt, welche Ausmaße die einstige Burg gehabt haben muss:

Um die Geister der hier gefallenen Soldaten zu beruhigen, stellte man 1977 den großen Buddha auf. Er soll ursprünglich mal goldfarben gewesen sein – davon ist heute nichts mehr zu sehen. Er ist wirklich sehr ebenmäßig graphitfarben, fast schwarz. Die 22 Tonnen der Skulptur strahlen Ruhe und Ausgeglichenheit aus.

Tōkyō Daibutsu / 東京大仏

Tōkyō Daibutsu (東京大仏)

Tōkyō Daibutsu / 東京大仏

Tōkyō Daibutsu (東京大仏)

Tōkyō Daibutsu / 東京大仏

Tōkyō Daibutsu (東京大仏)

Auf dem Gelände des  Jōren-ji sind u.a. auch die sieben Glücksgötter (Shichifukujin / 七福神 / しちふくじん) zu finden.

Jōren-ji (乗蓮寺) - Shichifukujin (七福神)

Jōren-ji (乗蓮寺) – Shichifukujin (七福神)

Außerdem einen ganz besonders fröhlichen Hotei und die etwas gruselig wirkende Statute des “Dämons der Geduld”.

Hotei

Hotei (布袋)

Jōren-ji (乗蓮寺) - Demon of Patience

Jōren-ji (乗蓮寺) – Demon of Patience

Die gepflegte Tempelanlage ziert ein kleiner Teich, in dem die wohl „frechsten” Karpfen der Stadt wohnen – schon allein das Nahen eines Besuchers nehmen sie zum Anlass, förmlich aus dem Wasser zu springen. Mitten in dem von einem Fels-Landschaftsgarten umgebenen Teich thront ein goldener Schrein auf einer kleinen Insel.

Aber natürlich ist auch das Hauptgebäude des Tempels ein kleines (na ja, nicht ganz so kleines…) Schmuckstück:

Und der Rest des gepflegten Tempelgeländes sollte bei aller Großartigkeit der Hauptsehenswürdigkeiten nicht vergessen werden:

 

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji (乗蓮寺)

Wie kommt man zum Tōkyō Daibutsu?
Am besten mit der U-Bahnlinie Fukutoshin (副都心線) bzw. der ab Ikebukuro die gleiche Strecke befahrenden Yūrakuchō-Linie (有楽町線 / ゆうらくちょうせん) in Richtung Wakōshi (和光市 / わこうし) bis Chikatetsu Akatsuka (地下鉄赤塚 / ちかてつ あかつか). Hier nimmt man den nordöstlichen Ausgang (Zugende) und biegt gleich bei nächster Gelegenheit in nördlicher Richtung (i.e. nach links) von der  Kawagoe Kaido (川越街頭 / かわごえかいとう) in die Akatsuka Chūō Dōri (赤塚中央通り / あかつかちゅうおうどおり) ab. Nach ca. 100 Metern überquert man die Schienen der Tōbu Tōjō-Linie (東武東上線) an der Station Shimo-Akatsuka (下赤塚 / しもあかつか) und folgt weiter der Akatsuka Chūō Dōri, bis man nach ca. 1,5 km von einem Schild in Richtung Akatsuka Botanical Garden (板橋区立赤塚植物園) gewiesen wird – auf diesem Weg kommt man rechter Hand auch am Tempel und dem Tōkyō Daibutsu (東京大仏) vorbei.

Auf dem Weg dorthin kommt man kurz vor dem Tōkyō Daibutsu auf einer leichten Anhöhe an der sehenswerten Tempelanlage des Shōgetsu-in vorbei, die einen Abstecher lohnt.

Shōgetsu-in (松月院)

Shōgetsu-in (松月院)

Shōgetsu-in (松月院)

Shōgetsu-in (松月院)

Shōgetsu-in (松月院)

Shōgetsu-in (松月院)

Öffnungszeiten des Jōren-ji:
April bis September: 8 Uhr bis 16.30 Uhr
Oktober bis März: 8 Uhr bis 16 Uhr
Eintritt frei

Auch ganz in der Nähe:

Botanischer Garten von Akatsuka (板橋区立赤塚植物園)
Öffnungszeiten:
März bis November: 9 Uhr bis 16.30 Uhr
Dezember bis Februar: 9 Uhr bis 16 Uhr
Eintritt frei

Akatsuka Botanical Garden (赤塚植物園)

Akatsuka Botanical Garden (赤塚植物園)

2 Responses to Jōren-ji (乗蓮寺) / Tōkyō Daibutsu (東京大仏)

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