Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)

17. September 2017

Yokohama (横浜)
Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Yokohama Ōsanbashi / Asuka II (横浜大さん橋/飛鳥II)

Unsere Reise beginnt im Hafen von Yokohama (横浜 / よこはま). Und das dortige Passagierterminal „Ōsanbashi“ (大さん橋国際客船ターミナル / おおさんばしこくさいきゃくせんたーみなる) allein ist schon die Reise wert (Sie müssen auch nicht extra an Bord eines Schiffes gehen, um dieses einzigartige Gebäude kennenzulernen). Das zwischen 1988 und 2002 errichtete neue Pier ist dafür ausgelegt, bis zu vier 30.000-Tonnen-Schiffe oder zwei 70.000-Tonnen-Schiffe gleichzeitig abzuwickeln. Sie werden sagen: Na, und was ist mit den noch größeren? Spätestens ab 90.000 Tonnen müssen diese Monsterkähne leider im weit weniger ansehnlichen Frachthafen abgefertigt werden, da ihnen die Durchfahrthöhe der Yokohama Bay Bridge (55 Meter) den Weg versperren würde (hier passt maximal die „Queen Elizabeth 2“ durch). Und auf Deck 12 der Asuka II hat man auch schon (fast) das Gefühl, nach dem unteren Deck der Brücke greifen zu können.

Hier aber zunächst einmal ein paar Eindrücke vom Passagierterminal in Yokohama, besagtem/r „Ōsanbashi“

Während der Fahrt von Yokohama nach Komatsushima (小松島 / こまつしま), dem Hafen, der am zweiten Tag angelaufen wurde, konnten die Decks der Asuka II bei herrlichstem Sonnenschein bestaunt werden:

Und nach der Ankunft im (allerdings wirklich nicht gerade schönen) Hafen von Komatsushima (小松島 / こまつしま) auf der Insel Shikoku (四国 / しこく) in der Präfektur Tokushima (徳島県 / とくしまけん) konnten wir die ersten Blicke auf das Schiff in seiner ganzen Majestät werfen.

Aber dafür hat man nicht den Pazifik befahren. Das Ziel und erste Highlight der Kreuzfahrt war das Awa Odori-Fest in Tokushima (徳島 / とくしま) in der gleichnamigen Präfektur. Wer meine Artikel über Awa Odori kennt, weiß, wovon ich hier spreche – schauen Sie vielleicht noch hier vorbei:

Kagurazaka Awa Odori (神楽坂阿波踊り)
– Sommerliche Ausgelassenheit mitten in Tōkyō

Kōenji Awa-Odori (高円寺阿波踊り)
Tōkyōs größtes Awa-Tanz-Festival – ausgelassener denn je

Aber der Awa Odori (阿波踊り / あわおどり) in Tokushima ist nun mal die „Mutter“ aller Awa Odori-Feste – und zudem noch das wahrscheinlich größte im ganzen Land. Es findet jedes Jahr vom 12. bis zum 15. Januar statt und zieht weit mehr als eine Million Besucher an. Der offiziellen Lesart nach ist der Awa Odori ein traditioneller Tanz, mit dem die Geister der Toten, die in dieser Zeit (Obon / 御盆 / おぼん) in ihre Heimatstädte zurückkehren, willkommen geheißen werden. Diese spezielle Form des volkstümlichen Straßentanzes geht auf das ausgehende 16. Jahrhundert zurück – angeblich erstmals aufgeführt zur Fertigstellung der Burg von Tokushima (徳島城 / とくしまじょう) 1587. Und wenn man sich den Tanz heute betrachtet, kann man sich schon vorstellen, dass er die Ausgelassenheit (na ja, vielleicht auch das Geschwipstsein) der damaligen Festlichkeit repräsentiert. Wenn Sie sich jetzt fragen, warum der Tanz dann nicht „Tokushima Odori“ hießt, gibt es eine ganz einfache Erklärung: Das, was wir heute „Präfektur Tokushima“ (徳島県 / とくしまけん) nennen, hieß bis 1868 „Provinz Awa“ (阿波国 / あわのくに).
Ein besonderes Erlebnis ist es natürlich, die Tanzgruppen von reservierten Plätzen auf Schauertribünen (1.800 Yen) beobachten zu können. Hier mischen sich „professionelle“ Gruppen, bei denen die Kombination aus Präzision und Geschmeidigkeit des Tanzes eine wahre Freude ist, mit eher laienhaften Gruppen, die einfach Spaß an der Freude haben. Viele Tanzgruppen werden von ihren Arbeitgebern unterstützt – und laufen dann natürlich auch nach Kräften Reklame für sie. Es gab sogar eine vergleichsweise große Tanzgruppe unseres Schiffes, der Asuka II, die sich aus Crew-Mitgliedern und Gästen zusammensetzte.

Die Aufnahmen, die Sie hier sehen können, entstanden während der ersten abendlichen Tanzzeit zwischen 18 Uhr und 20 Uhr.

Und wem statische Bilder dieses quirligen Tanzvergnügens nicht genug sind, kann sich hier meinen halbstündigen Mitschnitt der Gesamtveranstaltung anschauen:

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise

 

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Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)

11. September 2017

Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (Takamatsu Hafen)

Asuka II (Takamatsu Hafen)

Japaner stehen nicht gerade in dem Ruf, Weltmeister im Urlaubmachen zu sein. Und diejenigen unter uns, die schon ein paar Jahre in Japan und mit Japanern leben, wissen, dass Urlaubmachen auch nicht unbedingt zum „guten Ton“ gehört, vielen sogar fast etwas peinlich ist, da berufsmäßige Emsigkeit nun mal das höchste aller Lebensideale darstellt (zumindest ist das der Nimbus, von dem man oft den Eindruck gewinnt, er werde wie eine Monstranz vor dem eigenen Tun und Lassen einher getragen).

Andererseits gibt es auch wahrscheinlich kein Land (von Deutschland vielleicht mal abgesehen), in dem Klischee und Wirklichkeit dann aber doch immer wieder so weit von einander abweichen, dass man Zweifel an beiden bekommen darf.

Langer Rede kurzer Sinn: Natürlich machen Japaner auch Urlaub! Und natürlich versuchen sie dabei, eine möglichst gute Zeit zu haben. Sie lassen sich nur vielleicht nicht ganz so viel Zeit dafür. Deswegen kann ich heute über eine Kreuzfahrt berichten, die in deutschen Augen vielleicht lächerlich kurz wirken mag, in Japan aber doch in die Kategorie „Jahresurlaub“ fällt. Es geht um eine Kreuzfahrt mit dem ganzen Stolz der japanischen Kreuzfahrtindustrie, mit der Asuka II (飛鳥II / あすかII), die vom 11. bis zum 16. August von Yokohama (横浜 / よこはま) nach Shikoku (四国 / しこく) und wieder zurück führte.

Wenden Sie sich nicht gleich gelangweilt ab unter dem Motto: „Kreuzfahrt? Kenn’ ich schon!“ Gerade wenn Sie sich als gewiefter Kreuzfahrer bezeichnen, werden Sie merken: Japanische Kreuzfahrten sind ein bisschen anders! Und wenn Sie mit Kreuzfahrten bisher nichts an der Mütze hatten, bekommen Sie im Laufe dieses Artikels vielleicht einen etwas anderen Blick auf diese Form des Reisens.

Werfen wir also zunächst einen Blick auf das Schiff, die Asuka II und vergleichen wir sie dabei mit ein paar anderen Schiffen (zum Vergrößern anklicken):

Die Zahlen führen einen ein bisschen aufs Glatteis, weil sie den Eindruck erwecken, als sei das Rennen für die Asuka II gelaufen. Schauen Sie aber genauer hin – und die Gegebenheiten an Bord untermauern eine eher gegenteilige Erkenntnis: Kein anderes der oben aufgeführten Schiffe bietet z.B. so viel „Platz pro Passagier“ wie die Asuka II. Dass die „Color Fantasy“ hier am schlechtesten abschneiden muss, liegt daran, dass sie kein Kreuzfahrtschiff, sondern ein (allerdings vergleichsweise luxuriöses) Fährschiff ist und nur deswegen in der Liste erscheint, weil ich sie kenne.

Die ursprüng­lich als „Crystal Harmony“ im Jahre 1990 für die Reederei „Crystal Cruises“ in Dienst gestellt worden (ihr fünf Jahre später in Dienst gestelltes Schwesterschiff, die „Crystal Symphony“ ist heute noch unter ihrem ursprünglichen Namen auf den Weltmeeren unterwegs). Bis 2015 war „Crystal Cruises“ ein Tochterunternehmen von Nippon Yūsen Kaisha (日本郵船会社 / 日本ズ失せんかいしゃ), kurz NYK genannt. Und seit Februar 2006 fährt das bei der Gelegenheit in „Asuka II“ umgetaufte Schiff für NYK direkt. Es gilt heute als das größte japanische Kreuzfahrtschiff.
Für Kreuzfahrer wahrscheinlich weniger interessant: Der Eigentümer des Schiffes, besagte NYK, ist eine der ältesten und größten Reedereien der Welt. Und was besonders den deutschen Leser und Globetrotter interessieren wird: Das ursprünglich von NYK betriebene, wesentlich kleinere Vorgängerschiff der „Asuka II“, die „Asuka“, ist derzeit als „Amadea“ für „Phoenix Reisen“ in Bonn unterwegs und hat es als neues „Traumschiff“ zu deutscher TV-Berühmtheit gebracht.

Und vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an dieses Kleinod brillanter Seefahrtsgeschichte von NYK, das in Yokohama vor Anker liegt und dort als Museum besichtigt werden kann:

Yokohama: Hikawa Maru (氷川丸)
– Das bewegte Leben der „Königin des Pazifiks“

So weit so gut. Und warum ist die Asuka II nun japanischer als andere Schiffe?

Nun, das fängt schon mit der Bordsprache auf der hier beschriebenen Kreuzfahrt an. Sie war Japanisch! Alle Hinweise (auch Sicherheitshinweise!) und Bordzeitungen werden auf Japanisch angeboten. Wer die Sprache nicht wenigstens ansatzweise in Schrift und Wort beherrscht, wird also nur eingeschränkte Freude am Aufenthalt an Bord haben. Und insofern darf es auch nicht verwundern, dass auch die Passagiere an Bord ganz überwiegend japanisch sind (außer mir waren nur zwei weitere „erkennbar“-nichtjapanische Fahrgäste an Bord).

Was man auf anderen Schiffen dieser Welt wahrscheinlich eher vergeblich sucht (oder erst ab einer bestimmten Kabinenklasse findet), gehört hier zum Standard in allen Kabinen: Washlet (für Nichtjapaner: Toilette mit eingebauter Dusche) und Badewanne. Und die typisch japanische Bäderanlage mit Waschplätzen und heißen Sitzbädern darf auf der Asuka II natürlich auch nicht fehlen, ja hat sogar sozusagen einen Logenplatz auf Deck 11. Innenkabinen gibt es an Bord der Asuka II nicht. Werfen wir einen Blick in das Innere der von mir bewohnten Kabinenklasse „E Balkon“ auf Deck 8 (dem „Horizon Deck“):

Auf hohem Standard bewegt sich auch die Organisation der Abläufe an Bord – wie immer, wenn es darum geht, etwas größere oder ganz große Menschenmengen zu „kanalisieren“, zeigt sich das besondere japanische Talent. „Reibungslosigkeit“ ist hier das Schlagwort.

Vergleichbar mit anderen Schiffen dürfte die große Anzahl an philippinischen Crewmitgliedern sein, die aber natürlich auch hier an die Bordsprache „Japanisch“ gebunden sind.

Bevor wir auf die Reise gehen, schauen wir uns doch mal an, mit welchen Einrichtungen das Schiff aufwartet (klicken Sie die Bilder an und lassen Sie sich weitere Informationen anzeigen).

Restaurants und Cafés: 

Asuka II – Restaurants

Lounges & Bars: 

Asuka II – Lounges & Bars

Entertainment: 

Asuka II – Entertainment

Zeitvertreib:

Asuka II – Zeitvertreib

Sport & Bewegung:

Asuka II – Sport & Bewegung

Entspannung & Körperpflege:

Asuka II – Entspannung & Körperpflege

Shopping:

Asuka II – Shopping

Kultur & Bildung:

Asuka II – Kultur & Bildung

Sonstiges:

Außerdem gibt es auf dem Hauptdeck (Deck 5) natürlich auch eine freundliche Reception (レセプション) an der wirklich atemberaubenden „Asuka Plaza“ (アスカプラザ) und ein „Medical Center“ (メディカルセンター) auf Deck 4, dem „Tender Deck“ (タンダーデッキ).

Haben Sie doch nicht genug Kleidung eingepackt? Auch das ist kein Problem. Auf allen Kabinendecks gibt 24 Stunden am Tag gratis zu benutzende Waschmaschinen (inkl. Waschmittel und Weichspüler), Trockner und Bügeleisen. Falls Sie bisher noch keinen Kontakt mit japanischen Waschmaschinen hatten: Das ist ihre Chance! Und glauben Sie mir: Sie werden Ihre Miele anschließend noch mehr zu schätzen wissen!

Wenn Sie sich diese Arbeit ersparen möchten, können Sie Ihre Kleidung natürlich auch in die bordeigene chemische Reinigung geben – die dann allerdings nicht gratis ist.

Nach meinem laienhaften Dafürhalten, ist für alles gesorgt, was zu einer komfortablen Reise gehört. Es kann also heißen: Leinen los! – Teil 2 nimmt Sie mit auf den Weg… Und dann gibt es auch weitere Bilder von der äußeren Erscheinung des Schiffs selbst.

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise


Beautiful Women at the Yamatane Museum of Art (山種美術館)

3. September 2017

Shōen Uemura and Quintessential “Bijinga” – Paintings of Beautiful Women

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

In spring this year, I drew your attention to a special exhibition of the colourful world of flowers and blossoms at the Yamatane Museum of Art…

Tip: New Exhibition at the Yamatane Museum of Art (山種美術館)
– A World of Flowers – from the Rimpa School to Contemporary Art

… and today it is all about another marvellous exhibition that was opened on 29th August 2017 and that can be seen until 22nd October 2017. It is dedicated to the ultimate beauty of Japanese women (and the occasional shapeliness of the just as occasional man).

Before we have a closer look at the new exhibition, you may wish to make yourself accquainted (again) with the Yamatane Museum of Art (山種美術館 / やまたねびじゅつかん) and its prime genre of art, the “nihonga” (日本画 / にほんが):

Yamatane Museum of Art (山種美術館)
– Masterpieces demonstrate the continuation of an old Japanese tradition

Thanks to the Yamatane Museum of Art (special thanks to the Director and CEO of the Museum, Ms. Taeko Yamazaki and Ms. Takahashi and Ms. Noda of the Yamatane Museum of Art), I am again in the position to show you some of the highlights of the present exhibition (please click on the pictures in this posting to enlarge them and to enjoy further detail).

This time’s exhibition has its emphasis on works of Shōen Uemura (上村 松園 / うえむらしょうえん) (born on 23 April 1875 in Kyōto; deceased on 27 August 1949), the first female Japanese painter of national and international repute. She also was the first female painter at the Imperial Academy of Fine Arts, as well as the first woman to be awarded Japan’s prestigious Order of Culture. In 1944 she was appointed a court painter to the Imperial Household Agency. Many of her works are Important Cultural Assets (重要文化財 / じゅうようぶんかざい) of Japan. And even though the breathtaking beauty of her paintings would hardly support the assumption, during World War II she was an ardent partiot and nationalist.

The museum’s founder and first director, Taneji Yamazaki (山崎種二 / やまざきたねじ) (1893-1983) and Shōen Uemura had close ties. Thanks to their friendship, the museum’s collections comprise eighteen of her works – all of them can be admired in this exhibition. The works by artists other than Shōen include bijinga (paintings of beautiful women) by ukiyo-e artists. They include images of slender and elegant young women in fashionable kimono – each single of them would make a visit to the museum worthwhile.

I am showing you some examples here, but I have to admit: None of the photographs does any credit to these works of art. You should really go there and have a look for yourself!

Yamatane Museum of Art (山種美術館), Taeko Yamazaki (山崎妙子)

On 30th August 2017 the new exhibition was presented by the Director of the museum herself, Ms Taeko Yamazaki (山﨑妙子 / やまざきたえこ).

Shōen Uemura

( 上村松園) (1875 – 1949)

Firefly
Colour on silk,  Taishō period, 1913, Yamatane Museum of Art

Have a very close look! Can you find the firefly in the picture?

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Firefly (detail)

Already more than 100 years earlier, the great artist Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) used an astonishingly similar theme in his picture “Women Inside a Mosquito-net during a Thunderstorm”, that can now be found in the Gerhard Pulverer Collection befindet:

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿), “Women Inside a Mosquito-net during a Thunderstorm” (Gerhard Pulverer Collection)

Firefly
Colour on silk, Shōwa period, 1929, Yamatane Museum of Art

Here, again, you can give the photo a closer inspection. Try to find the firefly!

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Firefly (detail)

This painting also served as an inspiration for one of the five pieces of Japanese confectionery that have been created for this exhibition and that can be purchased in the foyer of the museum.

Yamatane Museum of Art (山種美術館), Confectionery

Evening
Colour on silk, Shōwa period, 1935, Yamatane Museum of Art

Tedious Hours
Colour on silk, Shōwa period, 1941, Yamatane Museum of Art

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949): Tedious Hours

Scene from the Nō Play “Kinuta”
Colour on silk, Shōwa period, 1938, Yamatane Museum of Art

By the way: This is the only exhibit that can be photographed during regular visiting hours.

Eikyū Matsuoka

(松岡映丘) (1881 – 1938)

Saigū no Nyōgo, Poetess
Colour on silk, Shōwa period, ca. 1929 – 1932, Yamatane Museum of Art

Saigū no Nyōgo lived during Heian period (794–1185) and was the beautiful grandchild of the Emperor Daigo. She was renowned for her brilliant koto play and is regarded as one of the “Thirty-Six Immortal Poets” of the 11th century. Even though this painting was created less than hundred years ago, Matsuoka’s style resembles the paintings of those times long gone.

Kokei Kobayashi

(小林古径) (1883 – 1957)

River Breeze
Colour on silk, Taishō period, 1915, Yamatane Museum of Art

Kokei Kobayashi (小林古径) (1883 – 1957): River Breeze

Ningyū Koyatsu

(小谷津任牛) (1901 – 1966)

Evening, from “Morning and Evening” (The Tale of Tanabata”)
Colour on silk, Shōwa period, 1951, Yamatane Museum of Art

Ningyū Koyatsu (小谷津任牛) (1901 – 1966): “The Tale of Tanabata”

The background for this large folding screen is the “Legend of Tanabata” – ths story of a romantic love of a young cowboy and a weaver girl. They were allowed to meet only once a year – on the 7th day of the 7th month (otherwise, the young man would have diverted too much of the girl’s attention – attention she was supposed to pay to her loom). For the remainder of the year both youngsters were separated by our galaxy, the milkyway. And to make things even more galactic, the weaver girl was Orihimeboshi (織姫星 / おりひめぼし) literally: the star of the weaver princess – which is Vega in the constellation of Lyra. And the cowboy was Hikoboshi ( 彦星 / ひこぼし), Altair in the constellation of Aquila.

Does that story ring a bell? If so, that might be due to a 2015-posting on this website:

Asagaya Tanabata Festival (阿佐ヶ谷七夕祭り)
– Lots of colours and a tragic love in the universe

Eigetsu Kitazawa

(北沢映月) (1907 – 1990)

Deep in Thought
(Ichiyō Higuchi, a Meiji-period Woman Novelist)
Colour on paper, Shōwa period, 1973, Yamatane Museum of Art

Eigetsu Kitazawa (北沢映月) (1907 – 1990): Deep in Thought

The Meiji-period novelist and poet Ichiyō Higuchi held a deep affection for her teacher Tōsui Nakarai. One snowy day they were discussing novels at Tōsui’s home when the hour grew late. Tōsui urged Ichiyō to stay the night, saying he would sleep elsewhere. But Ichiyō said there was no need and made her way home.

Eigetsu chose to paint Ichiyō because she admired that ensitivity and sense of propriety, and depicted her with snow in the background and characters from her novels.

Togyū Okumura

(奥村土牛) (1889 – 1990)

Maiko, Apprentice Geisha
Colour on silk, Shōwa period, 1954, Yamatane Museum of Art

Meiji Hashimoto

(橋本明治) (1904 – 1991)

Maiko, Apprentice Geisha
Colour on silk, Shōwa period, 1976, Yamatane Museum of Art

Meiji Hashimoto (橋本明治) (1904 – 1991): Maiko, Apprentice Geisha

Also this painting inspired to one of special confectioneries created for this exhibition.

Yamatane Museum of Art (山種美術館), Confectionery

Utamaro Kitagawa

(喜多川歌麿) (1753?-1806)

Seven Beauties of the Gay Quarters: Shinohara of the Tsuruya
Large format, polychrome woodblock print on paper, Edo period, ca. 1794 – 1795, Yamatane Museum of Art

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) (1753?-1806): Seven Beauties of the Gay Quarters

The name of Utamaro Kitagawa sounds familiar to you – of course. Even if you are not an expert in Japanese paintings, you may remember a recent posting related to him:

Okada Museum of Art (岡田美術館)
– The reunification of three masterpieces by Utamaro Kitagawa

Shunsō Hishida

(菱田春草) (1894 – 1911)

Women Viewing Cherry Blossoms
Colour on silk, Meiji period, 1894, Yamatane Museum of Art

Shunsō Hishida (菱田春草) (1894 – 1911): Women Viewing Cherry Blossoms

Eisaku Wada

(和田英作) (1874 – 1959)

Girl in a Yellow Dress
Oil on canvas, Shōwa period, 1931, Yamatane Museum of Art

Eisaku Wada (和田英作) (1874 – 1959): Girl in a Yellow Dress

Terukata Ikeda

(池田輝方) (1883 – 1921)

Evening Shower
Colour on silk, Taishō period, 1916, Yamatane Museum of Art

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Evening Shower

After the Edo-period artist Itchō Hanabusa had created his paintings on the subject of “taking shelter from the rain”, it became a favourite theme for genre paintings depicting the lives of common people. The painting you can see above – it actually right side part of two large folding screen – shows six persons gathered in a shrine hall filled with votive plagues. The lightweight fabrics and cool colour combinations of their clothing suggest summer.

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Evening Shower

The second part of the folding screen (i.e. the left one) is dominated by a shrine gate (torii) and a gingkgo tree growing vigorously above it. You also see a young woman of the townsmen class in a privat conversation with a young man, perhaps a servant. Terukata Ikeda has captured, with rich lyricism, the complex patterns of human relationships that can come about by chance in momentary encounters.

Japanese Confectionery – matching the exhibition

And finally, let’s also have a look at the Japanese confectionery that was created to match the current exhibition.

Address of the Museum:

Yamatane Museum of Art
3-12-36 Hiro-o, Shibuya-ku
Tōkyō 150-0012

₸150-0012
東京都渋谷区広尾3-12-36
山種美術館

http://www.yamatane-museum.jp

Opening Hours of the Museum:

Open daily, except on Mondays (closed on the day after a national holiday) from 10:00 am to  5:00 pm (last admission at 4:30 pm).
Also closed during the New Year holidays (29 December – 2 January) and for exhibition installations.

This exhibition can be visited from 29th August 2017 to 22nd October 2017.

Admission Fees:

For the exhibition “Uemura Shōen and Quintessental Bijinga, Paintings of Beautiful Women”:

  • Adults: 1,000 Yen (800 Yen per person for groups of 20 or more visitors)
  • University and high school students: 800 Yen (700 Yen per person for groups of 20 or more visitors)
  • Middle school and younger children: free of charge
  • Disability ID Holders and one person accompanying them are admitted free of charge.

How to get there:

Take the lines of Japan Rail (JR) or the Tōkyō Metro Hibiya line to Ebisu (恵比寿 / えびす) and head in eastern direction towards the Meiji Dōri (明治通り / めいじどおり). Cross the Meiji Dōri in north-eastern direction and follow the right side of the street for some hundred metres (passing the “Ebisu Prime Square” and the impressive building of “Papas Company”)..

And since you want to be a good citizen, here are some of the rules you want to adhere to, when you visit the Yamatane Museum of Art:

  • Do not touch the artworks and cases.
  • Hold the hand of young children.
  • Keep quite in the gallery.
  • Do not run in the gallery.
  • No photographing, video recording, or copying the artworks in the gallery.
  • When taking notes in the gallery, use pencils only – no pens, no ink.
  • Swith off your mobile phone in the gallery.
  • No eating or drinking in the gallery (that includes water, candy and chewing gums).
  • No smoking anywhere in the museum.

Schöne Frauen im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)

1. September 2017

Shōen Uemura und auserlesene “Bijinga” – Gemälde schöner Frauen

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Nachdem ich im Frühjahr auf eine Sonderausstellung zur bunten Welt der Blumen in Nihonga im Yamatane Kunstmuseum hingewiesen hatte…

Hinweis: Neue Ausstellung im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Eine Welt voller Blumen – von der Rimpa-Schule zu zeitgenössischer Kunst

… geht es in der am 29. August 2017 eröffneten (und noch bis zum 22. Oktober 2017 laufenden) Ausstellung über die ultimative Schönheit japanischer Frauen (und die gelegentliche Wohlgestalt des ebenso gelegentlichen japanischen Mannes).

Bevor ich darauf etwas näher eingehen, möchten Sie sich vielleicht noch einmal mit dem Yamatane Kunstmuseum (山種美術館 / やまたねびじゅつかん) und der dort in erster Linie anzutreffenden Kunstform der “Nihonga” (日本画 / にほんが) vertraut machen:

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Meisterwerke beweisen die Fortführung einer alten japanischen Tradition

Auch diesmal bin ich wieder dank des Yamatane Kunstmuseums (mein besonderer Dank gilt der Direktorin des Museums, Frau Taeko Yamazaki und ihre Mitarbeiterinnen, Frau Takahashi und Frau Noda) in der Lage, Ihnen hier ein paar der Höhepunkte der Ausstellung im Detail vorzustellen (klicken Sie die in diesem Artikel veröffentlichten Bilder an, um sie zu vergrößern und die feinen Details zu genießen).

Die diese Ausstellung dominierende Künstlerin, Shōen Uemura (上村 松園 / うえむらしょうえん) (geboren am 23. April 1875 in Kyōto; gestorben am 27. August 1949), war eine der ersten national und international bekannten japanischen Malerinnen. Sie war die erste weibliche Malerin in der Kaiserlichen Akademie der Künste, Trägerin des Kulturordens und stand unter der besonderen Förderung durch den Tennō bzw. des Kaiserlichen Hofamtes. Viele ihrer Werke im Nihonga-Stil gelten heute als Wichtige Kulturgüter Japans (重要文化財 / じゅうようぶんかざい). Und obwohl die atemberaubende Schönheit ihrer Bilder es kaum vermuten lassen würden, war sie während des 2. Weltkriegs doch auch glühende Patriotin und Nationalistin.

Der Gründer des Yamatane Kunstmuseums, Taneji Yamazaki (山崎種二 / やまざきたねじ) (1893-1983) und Shōen Uemura verband eine herzliche Freundschaft. So ist es auch zu erklären, dass das Museum heute im Besitz von achtzehn Werken der großen Meisterin ist. Diese sind komplett in der Ausstellung zu sehen – zusammen mit Gemälden schöner Frauen, die von anderen namhaften Künstlern (auch solchen, die sich mit “ukiyo-e” – Bilder einer fließenden Welt, oft auch vereinfacht “Farbholzschnitt” genannt – einen Namen macht haben)  stammen. Es sind diese meist farbfrohen Darstellungen graziler und eleganter Frauen, gekleidet in feinsten Kimono, die diese Ausstellung so besonders macht. Im Folgenden zeige ich Ihnen ein paar Beispiele, muss aber auch gestehen, dass die Fotografien den Charme der Bilder nicht einmal ansatzweise wiedergeben kann. Ich kann einen Besuch des Museums besten Gewissens ans Herz legen.

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館), Taeko Yamazaki (山崎妙子)

Und am 30. August 2017 wurde die neue Ausstellung der staunenden Öffentlichkeit von der Direktorin des Museums, Frau Taeko Yamazaki (山﨑妙子 / やまざきたえこ) persönlich vorgestellt.

Shōen Uemura

( 上村松園) (1875 – 1949)

Glühwürmchen
Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1913, Yamatane Kunstmuseum

Schauen Sie genau hin! Finden Sie das Glühwürmchen auf dem Bild?

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Glühwürmchen (Detail)

Schon mehr als 100 Jahre zuvor hatte Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) ein verblüffend ähnliches Motiv seinem Bild “Frauen unter einem Moskitonetz während eines Gewitters”, das sich in der Gerhard Pulverer Collection befindet, benutzt:

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿), “Frauen unter einem Moskitonetz während eines Gewitters” (Gerhard Pulverer Collection)

Glühwürmchen
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1929, Yamatane Kunstmuseum

Auch hier können Sie wieder auf die Suche gehen. Finden Sie das Glühwürmchen!

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Glühwürmchen (Detail)

Dieses Bild hat übrigens auch als Inspiration für eines der fünf japanischen Konfekte gedient, die im Zusammenhang mit dieser Ausstellung im Foyer des Museums erworben werden können.

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館), Konfekt

Abend
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1935, Yamatane Kunstmuseum

Öde Stunden
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1941, Yamatane Kunstmuseum

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949): Öde Stunden

Szene aus dem Nō-Stück “Kinuta”
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1938, Yamatane Kunstmuseum

Dieses ist übrigens das einzige Gemälde in der Ausstellung, das auch bei regulären Besuchen fotografiert werden darf.

Eikyū Matsuoka

(松岡映丘) (1881 – 1938)

Saigū no Nyōgo, Poetin
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, ca. 1929 – 1932, Yamatane Kunstmuseum

Saigū no Nyōgo lebte in der Heian-Zeit (794–1185) und war die bildschöne Enkelin des Kaisers Daigo. Sie war bekannt für ihr brillantes Koto-Spiel und gilt als eine der angesehensten Vertreterinnen japanischer Poesie dieser Zeit. Wenngleich vor weniger als hundert Jahren entstanden, zeigt das Bild Matsuokas den Stil der Heian-Zeit.

Kokei Kobayashi

(小林古径) (1883 – 1957)

Flussbrise
Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1915, Yamatane Kunstmuseum

Kokei Kobayashi (小林古径) (1883 – 1957): Flussbrise

Ningyū Koyatsu

(小谷津任牛) (1901 – 1966)

Abend, aus “Morgen und Abend” (“Legende von Tanabata”)
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1951, Yamatane Kunstmuseum

Ningyū Koyatsu (小谷津任牛) (1901 – 1966): “Legende von Tanabata”

Die “Legende von Tanabata” bildet den Hintergrund für dieses Kunstwerk – die Geschichte einer romantischen Liebe eines jungen Kuhhirten und einer jungen  Weberin, denen es nur einmal im Jahr, am 7. Tag des 7. Monats, gestattet, sich zu treffen (andernfalls hätte sich die Weberin zu sehr von ihrem Tagewerk ablenken lassen). Für den Rest des Jahres waren beide durch unsere Galaxie, die Milchstraße getrennt. Bei der Weberin handelte es sich um Orihimeboshi (織姫星 / おりひめぼし) wörtlich: Stern der Weberprinzessin – die Wega im Sternbild der Lyra. Und bei dem Kuhhirten um Hikoboshi ( 彦星 / ひこぼし) , Altair im Sternbild Aquila.

Und wenn bei dieser Geschichte Erinnerungsglocken bei Ihnen zu schwingen anfangen, dann ist es vielleicht dieses Artikels wegen, den ich vor zwei Jahren veröffentlicht habe:

Asagaya Tanabata Festival (阿佐ヶ谷七夕祭り)
– Bunte Farben und eine tragische Liebe im Universum

Eigetsu Kitazawa

(北沢映月) (1907 – 1990)

In Gedanken vertieft
(Ichiyō Higuchi, Schriftstellerin der Meiji-Zeit)
Farbe auf Papier, Shōwa-Zeit, 1973, Yamatane Kunstmuseum

Eigetsu Kitazawa (北沢映月) (1907 – 1990): In Gedanken vertieft

Die Meiji-zeitliche Schriftstellerin und Poetin Ichiyō Higuchi hatte eine tiefe Zuneigung für ihren Lehrer Nakarai. An einem schneereichen Tag diskutierten die beiden Romane im Haus ihres Lehrers, als es unbemerkt spät geworden war. Der Lehrer lud Ichiyō ein, die Nacht zu bleiben (er würde anderswo schlafen, meinte er), aber Ichiyō erwiderte, dass dazu kein Notwendigkeit bestehe und machte sich auf ihren Weg nach Hause.

Eigetsu Kitazawa entschied sich dafür, Ichiyo mit Schnee im Hintergrund und Charakteren aus ihren Romanen inmitten des Schnees zu malen, weil er ihre Empfindsamkeit und ihren Sinn für Anstand bewunderte.

Togyū Okumura

(奥村土牛) (1889 – 1990)

Maiko, Geisha-Schülerin
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1954, Yamatane Kunstmuseum

Meiji Hashimoto

(橋本明治) (1904 – 1991)

Maiko, Geisha-Schülerin
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1976, Yamatane Kunstmuseum

Meiji Hashimoto (橋本明治) (1904 – 1991): Maiko, Geisha-Schülerin

Auch dieses Bild hat zu einer der oben erwähnten Süßigkeiten die passende Inspiration abgegeben.

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館), Konfekt

Utamaro Kitagawa

(喜多川歌麿) (1753?-1806)

Sieben Schönheiten im Vergnügungsviertel
Mehrfarben-Holzschnittdruck auf Papier, Edo-Zeit, ca. 1794 – 1795, Yamatane Kunstmuseum

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) (1753?-1806): Sieben Schönheiten im Vergnügungsviertel

Der Name kommt Ihnen natürlich aus guten Grund bekannt vor – auch wenn Sie kein Kenner der Materie sein, denn hier habe ich unlängst schon einmal von ihm geschrieben:

Okada Kunstmuseum (岡田美術館)
– Die Wiedervereinigung dreier Meisterwerke Utamaro Kitagawas

Shunsō Hishida

(菱田春草) (1894 – 1911)

Frauen beim Betrachten der Kirschblüte
Farbe auf Seide, Meiji-Zeit, 1894, Yamatane Kunstmuseum

Shunsō Hishida (菱田春草) (1894 – 1911): Frauen beim Betrachten der Kirschblüte

Eisaku Wada

(和田英作) (1874 – 1959)

Mädchen in gelbem Kleid
Ölfarbe auf Leinwand, Shōwa-Zeit, 1931, Yamatane Kunstmuseum

Eisaku Wada (和田英作) (1874 – 1959): Mädchen in gelbem Kleid

Terukata Ikeda

(池田輝方) (1883 – 1921)

Abendschauer
Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1916, Yamatane Kunstmuseum

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Abendschauer

Nachdem der Maler Itchō Hanabusa in der Edo-Zeit eine Serie von Bildern zum Thema “Zuflucht vor dem Regen” geschaffen hatte, wurde dies auch ein beliebtes Sujet für Bilder, die sich dem Leben der “normalen Leute” annahmen. Das hier zu sehende Werk besteht aus zwei Wandschirmen. Auf dem rechten (dem ersten, den Sie hier sehen können) sind sechs Personen in einer Votivtafelhalle zu sehen. Die leichten Stoffe der Kimono und die frischen Farben weisen darauf hin, dass Sommer ist.

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Abendschauer

Auf dem zweiten (eigentlich: dem linken) der beiden Wandschirme sind ein Torii (Schreintor) und ein Ginkgo-Baum zu sehen, unter dem sich eine junge Bürgersfrau mit einem jungen Mann in einem offensichtlich vertraulichen Gespräch befindet. Terukata hat hier die komplexen Muster menschlicher Beziehungen eingefangen, die durch zufällige Begegnungen zustande kommen können.

Japanisches Konfekt – passend zur Ausstellung

Und zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf die Kollektion japanischen Konfekts, die eigens für diese Ausstellung kreiert wurde.

Adresse des Museums:

Yamatane Museum of Art
3-12-36 Hiro-o, Shibuya-ku
Tōkyō 150-0012

₸150-0012
東京都渋谷区広尾3-12-36
山種美術館

http://www.yamatane-museum.jp

Öffnungzeiten des Museums:

Geöffnet täglich außer montags von 10 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass um 16.30 Uhr)
Fällt ein Nationalfeiertag auf Montag, bleibt das Museum stattdessen am folgenden Werktag geschlossen.
Diese Ausstellung kann vom 29. August 2017 bis zum 22. Oktober 2017 besucht werden.

Eintrittsgebühr:

Für die Ausstellung “Shōen Uemura und auserlesene “Bijinga” – Gemälde schöner Frauen” (Uemura Shōen and Quintessental Bijinga, Paintings of Beautiful Women):

Erwachsene: 1.000 [800] Yen
Oberschüler und Studenten: : 800 [700] Yen
Mittelschüler und Jüngere: freier Eintritt

*Die Beträge in Klammern beziehen sich auf Gruppen von 20 und mehr Personen, Eintrittskarten aus dem Vorverkauf und Besucher in Kimono.
*Inhaber von Behindertenausweisen und je eine Begleitperson: Eintritt frei.

Wie man hinkommt:

Nehmen Sie die Bahnen von Japan Rail (JR) oder der Tōkyō Metro Hibiya-Linie nach Ebisu (恵比寿 / えびす) und halten Sie sich von dort in östlicher Richtung, um zur Meiji Dōri (明治通り / めいじどおり) zu gelangen. Überqueren Sie die Meiji Dōri in nordöstlicher Richtung und folgen Sie der rechten Straßenseite einige hundert Meter (sie kommen dabei am “Ebisu Prime Square” und dem eindrucksvollen Gebäude der “Papas Company” vorbei).

Und weil wir alle ja zivilisierte Zeitgenossen und -innen sein möchten, hier gleich noch ein paar Regeln, die beim Besuch des Museums zu beachten sind:

  • Berühren Sie die Ausstellungsstücke und Schaukästen nicht.
  • Halten Sie jüngere Kinder an der Hand.
  • Seien sie ruhig in der Galerie.
  • Rennen Sie in der Galerie nicht  umher.
  • Keine Fotografie, keine Videoaufnahmen, kein Kopieren der Ausstellungsstücke.
  • Wenn Sie sich in der Ausstellung Notizen machen möchten, bitte nur mit Bleistift – keine anderen Schreibwerkzeuge (Federhalter, Kugelschreiber etc.).
  • Schalten Sie Ihr Mobiltelefon in der Ausstellung aus.
  • Essen und Trinken sind in der Ausstellung nicht gestattet (das schließt auch Wasser, Süßigkeiten und Kaugummis mit ein).
  • Im Museum gilt absolutes Rauchverbot.

Kōenji Awa Odori (高円寺阿波踊り) 2017 (Video)

28. August 2017

Alle Jahre wieder… und doch immer wieder neu!
The same procedure as every year… and yet always something new!

Kōenji Awa Odori / 高円寺阿波踊り2017

Weitere Informationen zum Thema:

Kōenji Awa Odori (高円寺阿波踊り) 2011
– Sommerliche Tanzfeste in Tōkyō (Teil 2)

Kōenji Awa Odori (高円寺阿波踊り) 2013
– Tōkyōs größtes Awa-Tanz-Festival – ausgelassener denn je

Kōenji Awa Odori (高円寺阿波踊り) 2015 (Bilder/Pictures/Video)
– Tōkyōs großes Straßentanzfest – dieses Jahr in angenehmer Kühle

Further reading:

Kōenji Awa Odori (高円寺阿波踊り) 2011
– Summerly Dance Festivals in Tōkyō (Part 2)

Kōenji Awa Odori (高円寺阿波踊り) 2013
– Tōkyō’s biggest Awa-Dance-Festival – jollier than ever

Kōenji Awa Odori (高円寺阿波踊り) 2015 (Bilder/Pictures/Video)
– Tōkyō’s big street dance festival – this year pleasantly chilly


Tōkyō Olympics 2020 – Baufortschritt/Construction Progress

23. August 2017

Tōkyō National Stadium (東京国立競技場) (22 August 2017)

Seit April 2017 habe ich folgenden Artikel fortlaufend aktualisiert, um den Fortschritt bei den Bauarbeiten für das Hauptstadion für die olympischen Sommerspiele 2020 in Tōkyō zu dokumentieren.

Schauen Sie selbst! Das Bauwerk entwickelt sich stetig – Veränderungen sind inzwischen sogar “mit bloßem Auge” sichtbar!

Tōkyō Olympics 2020 – es bewegt sich was!

Since April 2017 the following posting has been updated continuously to reflect the progress in the construction work for the main stadium for the Tōkyō Olympics and Paralympics 2020.

Have a look! Things are moving steadily – and, in the meantime, changes can be seen with the naked eye!

Tōkyō Olympics 2020 – something is moving!


Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘)

10. August 2017

The Sahara, in the middle of Japan?

Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘)

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

Sand, as far as the eye can see – high dunes – azure skies – deep blue sea. These are the ingredients that, mixed together in the right proportion, make a place that you may imagine in many places around the world. But – most likely – not in Japan.

Well, I’ve told you some months ago that there is a lot to be seen in Tottori prefecture (鳥取県 / とっとりけん) – things that one might not expect in this rather remote part of the country (check the links at the end of this posting). The Sand Dunes of Tottori (鳥取砂丘 / とっとりさきゅう) are certainly among those surprising places, even though they were already mentioned in the posting for the nearby Sand Museum of Tottori (砂の美術館 / すなのびじゅつかん).

Tottori SandDunes (鳥取砂丘) – Entrace area

But talking about them and seeing them in nature are things that are worlds apart – or, as in this case, separated be the most impressive sand dunes Japan has to offer. The sheer size of the area is remarkable: 16 km from west to east and more than 2 km from south to north. However, to conclude that there is uninterrupted landscape of dunes of more than 30 square kilometres, would cut the story a bit too short. Until the end of World War II the area that was covered by sand was about double as large as it is today. And there is a simple reason for it: It became inevitable to focus more on an agricultural use of the scarce land, hence also the dunes were, step by step, transformed in to farmland. Even parts of Tottori’s largest city, its capital Tottori City (鳥取市 / とっとりし) have been built on grounds that originally belonged to the sand dunes.

Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘)

Actually, what is called “Tottori Sand Dunes” nowadays, is (more or less) a rather small part of the geological system, it’s “just” the “Hamasaka Dune” (浜坂砂丘 / はまさかさきゅう), which, by itself, has the breathtaking latitude of 545 hectare (i.e. 5.45 sqkm). And this part of the Tottori Sand Dunes also includes the most colossal dunes of them all, which is called “horse’s back” (馬の背 / うまのせ). That is exactly the place, where most of the visitors trudge through the sands.

Partially surrounded by the dune is the so called “Oasis” (オアシス), an area of about 5430 sqm that also includes a lake (or rather a puddle). Its waters are usually about 1.4 metres deep. Differences in height are up to 90 meters in the complete expanse of the dunes. So, don’t be fooled by the diminutive size of these pictures. The actual landscape is by far more impressive!

But where do all those masses of sand come from, that don’t seem to belong to this part of the world? Well, one could just say: The sand had lots of time to accumulate. About 100,000 years, to be precise. It all began with the fact that 100,000 years ago in the region of the city of Tottori the sea level was quite some metres higher than today, forming a large bay where lots of sediments accumulated. During the Ice Age, when the sea levels sank dramatically, those sediments emerged as sandy islands in the sea. On those islands wind-borne sand settled down. The numerous active volcanoes of the region, first of all the nearby Daisen (大山 / だいせん) contributed largely to that process by adding lots of volcanic ashes.

After the Ice Age sea levels rose again, old dunes vanished into the sea, but also new masses of sand accumulated right in this area – among others, washed up be the nearby Sendai river (千代川 / せんだいがわ). When sea levels began to sink again, the old dunes and the new ones merged – and since then the landscape has remained in a state of constant change. The dunes became larger and larger. However, due to reforestation and river regulation the natural supply of sand has been interrupted. In our days the dunes are no longer growing.

As untouched as the sand landscape may look like, it keeps on being threatened by various influences. In the 70s of the last century plants not indigenous to the region kept spreading. These plants were about to harm the natural movement dunes have to have. Hence, in the 80s those plants were eradicated by using herbicides. But before long it was realised that herbicides are not the solution for natural environments. Since 2004 every year thousands of volunteers are engaged in weeding – and also in cleaning the dunes from the trash visitors left behind. That may the price Tottori’s prime tourist attaction has to pay – already a few years ago about two million visitors were counted every year.

Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘)

All those who need more than just “desert feeling” may find some further attraction (at least during the main season) by riding a camel (1,300 Yen per person for a short ride) or by riding on a horse-drawn buggy. As far as the other activities that are being offered here are concerned (paragliding, sandboarding), it shall be everybody’s own decision, whether a wonder of nature requires some further thrill or not.

How to get there:

Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘) – Layout

At Tottori station’s bus terminal you can take e.g. the “Loop Kirinjishi Bus” or a Bus of the “Sakyū-Linie” from bus stop “0”. It takes about 20 to 25 minutes from the station to the dunes.

For taxis to the sand dunes, you have to expect about 2,000 to 2,500 yen per route.

Tottori Sand Dunes (鳥取砂丘) – Parking Area / Entrance

Google-Maps:

The song for the dunes:

Kaori Mizumori (水森かおり / みずもりかおり) and her big hit “Tottori Sakyū” (Tottori Sand Dunes) (鳥取砂丘):

Other places in Tottori you should not miss:

Kotoura-chō (琴浦町)
– Stucco plasterers of the world – watch out!

Kurayoshi (倉吉)
– The town of white walls and red roofs

Tottori Sand Museum (砂の美術館)
-Travel Around the World in Sand

Tottori: Wakasa (鳥取・若桜)
– A gem, hidden in the mountains

Tottori Folk Crafts Museum (鳥取民芸美術館)
– Have a look and be amazed – thanks to Shōya Yoshida