Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 5)

6. October 2017

Die Heimreise

Asuka II (飛鳥II)

Abschied von Takamatsu

Nach diesem gestrafften Besichtigungsprogramm stand am Nachmittag des vierten Tages der Abschied vom Hafen von Takamatsu an, der in wirklich „klassischer“ Art und Weise über die Bühne ging. Alle, die sich am Promenadedeck des Schiffes zur Abfahrt eingefunden hatten, wurden mit bunten Luftschlangen ausgestattet, die dann hinunter zu den Besuchern auf dem Pier geworfen werden konnten. Diese hielten das Schiff dann – zumindest symbolisch – anhand dieser Streifen von der Abfahrt ab.

Natürlich haben die über 44.000 PS der Maschine der Asuka II ein leichtes Spiel gegen ein paar hundert Papierstreifen – aber ein sehenswertes Schauspiel ist das allemal.

Akashi-Kaikyō-Brücke (明石海峡大橋)

Am Abend passierten wir dann die Akashi-Kaikyō-Brücke (明石海峡大橋 / あかしかいきょうおおはし), die Kōbe (神戸 / こうべ) auf der Honshū-Seite mit Awajishima (淡路島 / あわじしま), der Insel zwischen Shikoku (四国 / しこく) und Honshū (本州 / ほんしゅう) verbindet.

Waren die Brücken, die wir zwei Tage zuvor zu sehen bekommen hatten, schon gewaltig, legt diese hier noch mal eine Schippe drauf, denn sie ist mit einer Stützweite von 1.991 Metern die längste Hängebrücke der Welt. Ursprünglich war die Spannweite „nur“ mit 1.990 Metern geplant gewesen. Während der Bauarbeiten ereignet sich aber das große Erdbeben von Kōbe (17. Januar 1995), das die Insel Awajishima fast einen Meter vom Festland entfernte – der Bauplan erfuhr also noch mal eine geringfügige Änderung. Die Stützpfeiler sind fast 300 Meter hoch. Für den Autoverkehr stehen übrigens zweimal drei Fahrspuren zur Verfügung – und im Schnitt verkehren 23.000 Fahrzeuge täglich über die Brücke.

Hachijōjima (八丈島)

Vorbei an den Inseln Hachijōjima (八丈島 / はちじょうじま) und Hachijō Kojima (八丈小島 / はちじょうこじま), die, wenngleich weit draußen im Pazifik liegend (knapp 300 km von Tōkyō entfernt) zu Tōkyō gehören, ging’s schließlich bis zum Morgen des sechsten Tages zurück nach Yokohama, wo natürlich auch das Ausschiffen genauso reibungslos über die Bühne ging, wie das bei einem japanischen Kreuzfahrtschiff erwartet werden kann.

Die komplette Kreuzfahrt auf einen Blick

Asuka II – Kreuzfahrtverlauf 11.8.-16.8.2017

Und, wie sicher war nun das Schiff?

Wie es sich für ein modernes Kreuzfahrtschiff gehört, ist die Asuka II mit den unterschiedlichsten Rettungssystemen ausgestattet – die offensichtlichsten davon möchte ich hier kurz vorstellen. Zu den Unerlässlichkeiten bei einer Kreuzfahrt gehört natürlich die Rettungsübung, die gleich nach der Abfahrt stattfand. In unserem Fall fand diese, aufgrund schlechten Wetters beim Auslaufen aus dem Hafen von Yokohama, nicht im Freien, sondern im “Club 2100” statt. Hier hatten sich die Passagiere, die sich im Ernstfall den Rettungsbooten 9 und 10 zugeteilt worden wären, zur Erklärung der Rettungsprozeduren (nur auf Japanisch!) einzufinden.

Asuka II – Seenotübung im Club 2100

Die Rettungsboote Nr. 9 und 10 gehören zu den vier größeren der Asuka II und sind auf je 150 Passagiere ausgelegt. Daneben gibt es noch einmal vier leicht kleinere Rettungsboote, die maximal 132 Passagiere aufnehmen können und zwei weitere mit einem Fassungsvermögen von je 60 Personen. Wer mitgerechnet hat, weiß: Das reicht schon mal für 1.248 Personen. Mit anderen Worten: Das reicht schon mal für alle Passagiere und den ganz überwiegenden Teil der Besatzung.

Hinzu kommen noch mindestens 12 Rettungs-Schlauchboote (ich habe die Gesamtzahl leider nicht gezählt), die auch noch einmal je 25 Personen aufnehmen können. Das macht dann also summa summarum insgesamt mindestens 1.548 Plätze auf Rettungsbooten. Außerdem stehen auf dem Promenadendeck auch noch Kisten mit zusätzlichen Schwimmwesten zur Verfügung.

An dieser Stelle wird auch klar: Wenn es wirklich um Leben und Tod geht, ist man doch nicht auf Kenntnis der japanischen Sprache angewiesen. Die Beschreibungen der Rettungseinrichtungen sind selbstverständlich zweisprachig gehalten.

Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, sollte doch eigentlich auch dem Wasserscheuesten inzwischen die Argumente gegen eine Kreuzfahrt abhanden gekommen sein…

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

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Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)

30. September 2017

Die Burg von Takamatsu (高松城)
Ritsurin Kōen (栗林公園)

Der vierte Tag der Kreuzfahrt brachte ein Erkundung der näheren Umgebung mit sich. Hier stand als erstes auf dem Programm:

Die Burg von Takamatsu (高松城)

Die Burg von Takamatsu (高松城)

Die Burg, die sich auch „Tamamo Castle“ (玉藻城 / たまもじょう) genannt wird, geht auf ein Lehen an Chikamasa Ikoma (生駒親正 / いこまちかまさ) aus dem Jahre 1587 zurück, das ihm von Hideyoshi Toyotomi (豊臣秀吉 / とよとみひでよし) gewährt worden war. Sie galt außerdem als eine von Japans drei größten Wasserburgen.

Im darauffolgenden Jahr begann Ikoma mit dem Bau der Festungsanlage, bei der offensichtlich nur spekuliert werden kann, wer für deren Architektur verantwortlich zeichnete (Takatora Todo, Yoshitaka Kuroda oder Tadaoki Hosokawa stehen zur Auswahl). Takamatsu blieb für 54 Jahre unter der Regentschaft der Ikoma, bis diese nach Yajima in der Provinz Dewa (出羽国 / でわのくに) (in der heutigen Präfektur Akita / 秋田県 / あきたけん) versetzt wurden. 1642 übernahm Yorishige Matsudaira (松平頼重 / まつだいらよりしげ) die Burg mit einem jährlichen Einkommen von 120.000 koku (1 koku entspricht in etwa 180 Litern Reis, bzw. ursprünglich einmal knapp 280 Liter – die Menge Reis, die als ausreichend angesehen wurde, einen Menschen für ein Jahr zu ernähren) – 12 mal mehr, als die Ikoma in Yajima bekamen. Von da an blieb die Burg für 228 Jahre im Besitz der Matsudaira bis zum zweiten Jahr der Meiji-Restauration (1869).

1644 hatte Yorishige Matsudaira eine Renovierung angemahnt, 1670 war auch der Hauptturms der Burg (天守閣 / てんしゅかく) erneuert. Nach 1671 wurde begonnen, den östlichen Teil der Festungsanlage (東の丸 / ひがしのまる) und den nördlichen Teil der Befestigungsanlage (北の丸 / きたのまる) neu zu errichten und schließlich von der zweiten Generation der Matsudaira, von Yoritsune Matsudaira fertiggestellt. Bei der Gelegenheit wurde auch das Haupttor vom Süden in den Südwesten verlegt und der Palast, der sowohl Regierungssitz als auch Residenz war, im San-no maru errichtet.

Die Burg von Takamatsu (高松城)

Die Burg von Takamatsu (高松城)

In der Edozeit war die Burg von drei Wassergräben umgeben (die die Anlage an drei Seiten schützten – die Nordflanke der Burg grenzte direkt an die See – das ist heute nicht mehr der Fall, da im Norden der Burg schon in der Meiji-Zeit Land aufgeschüttet wurde; heute wird das Wasser für die Gräben unter der Straße hindurch zugeführt), und das komplette Areal der Festung belief sich auf 660.000 Quadratmeter. In der frühen Meiji-Zeit wurde der äußere Graben zugeschüttet. Und als die Gegend mehr und mehr dem urbanen Lebensraum zugeführt wurde, wurde auch der mittlere Graben nach und nach geschlossen. So bleiben vom ehemaligen Burgareal heute nur noch 80.000 Quadratmeter übrig. Die Burg gehört seit 1954 der Stadt Takamatsu und wurde 1955 als nationaler historischer Ort anerkannt.

Interessant ist vielleicht noch, dass der Honmaru (本丸 / ほんまる) (der Bergfried der Burg) nur über die hölzerne Saya-Brücke (鞘橋 / さやばし) zu erreichen ist – und auch in alten Tagen war. Man hätte also nur die Brücke opfern müssen und hätte sich im Bergfried unangreifbar gemacht. Die ursprünglich nicht überdachte Brücke muss irgendwann vor 1823 ein Dach erhalten haben. Außerdem sagt man, dass die alte Saya-Brücke 1884 durch eine neue ersetzt wurde, als man die Burg schleifte – seither ruht die Brücke auf Steinpfeilern (früher Holzpfeilern). 1971 wurde die Brücke, die inzwischen stark verwittert war, ersetzt – und das geschah teilweise nach 2006 auch noch einmal, als die Festungsmauern des Bergfrieds abgetragen und erneuert wurden. Seit 2011 ist diese Grundmauer wieder in neuwertiger Schönheit zu sehen.

Lage der Burg:

Öffnungszeiten:

April und Mai: 5:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Juni bis August: 5:30 Uhr bis 19 Uhr
September: 5:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Oktober: 6 Uhr bis 17.:30 Uhr
November: 6:30 Uhr bis 17 Uhr
Dezember und Januar: 7 Uhr bis 17 Uhr
Februar: 7 Uhr bis 17:30 Uhr
März: 6:30 Uhr bis 18 Uhr

(Bitte beachten Sie, dass das Osttor von April bis September von 7 Uhr bis 18 Uhr und von Oktober bis März von 8:30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet ist.)

Eintrittsgeld:

Erwachsene (ab 16 Jahren): 200 Yen
(Gruppen von 20 und mehr Personen: 140 Yen)
Kinder (6 bis 16 Jahre): 100 Yen
(Gruppen von 20 und mehr Personen: 70 Yen)
Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt.

Jahreskarten (Erwachsene, ab 16 Jahren): 1.200 Yen
Jahreskarten (Kinder, 6 bis 16 Jahre): 600 Yen

Von der Burg von Takamatsu sind es glücklicherweise nur ein paar Minuten mit der Bahn bis zu einem der größten Highlights dieser Region, dem Ritsurin Kōen (栗林公園 / りつりんこうえん) – von der gleichnamigen Bahnstation läuft man keine 10 Minuten.

Ritsurin Kōen (栗林公園)

Takamatsu – Ritsurin Kōen (高松・栗林公園)

Der Ritsurin Park (wörtlich übersetzt: Kastanienwäldchen-Park), der unter den als besonderes Kulturdenkmal des Landes ausgezeichneten Landschaftsgärten die größte Fläche besitzt (750.000 qm), kombiniert auf raffinierte Weise sechs Teiche mit 13 künstlich angelegten Bergen im Hintergrund. Als Anlage diente seit der frühen Edo-Zeit den Feudalherrschern zum Spazieren und Genießen unterschiedlicher Szenerien. Kein Wunder also, dass der Ritsurin Kōen mit seiner geschickten Flächennutzung und seinen Pflanzen- und Steinarrangements durch eine besondere Eleganz besticht.

Takamatsu – Ritsurin Kōen (高松・栗林公園)

Er ist reich an Landschaftsbildern, die sich der jeweiligen Jahreszeit anpassen – wie z.B. der Pflaumen- und Kirschblüte im Frühling, der Schwertlinien und Lotos im Sommer, dem Ahorn im Herbst und den Kamelien im Winter. Die hier blühenden Blumen bringen die abwechslungsreiche Schönheit, die auch als „mit jedem Schritt einen neue Landschaft“ bezeichnet wird, noch mehr zur Geltung.

Es wird angenommen, dass die Entstehung des Parks in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit der Anlage eines Gartens im südwestlichen Teil (in der Nähe von Shōfuda) durch die ansässige, einflussreiche Familie Satō begann . Anschließend erfolgte um das Jahr 1625 die Gestaltung des Bereiches um den südlichen See (南湖 / なんこ) (der auch heute noch den wahrscheinlich eindrucksvollsten Teil des ganzen Gartens ausmacht) durch den Feudalherrn von Sanuki (讃岐国 / さぬきのくに), Takatoshi Ikoma (生駒高俊 / いこまたかとし) und wurde im Jahre 1642 von dem neu ernannten Feudalherrscher Yorishige Matsudaira (松平頼重 / まつだいらよりしげ) (einem älteren Bruder von Mitsukuni Tokugawa / 徳川光圀 / とくがわみつくに) weitergeführt. Die Namen sind Ihnen ja von der weiter oben beschriebenen Burg schon bekannt.

In den folgenden 100 Jahren, bis zum fünften Herrscher aus dem Geschlecht der Matsudaira (Yoritaka Matsudaira / 松平頼恭 / まつだいら よりたか), nahmen die Machthaber wiederholt Ausbesserungsarbeiten vor und führten den Park 1745 zu seiner Vollendung. Der Park wurde über einen Zeitraum von 228 Jahren und elf Generationen hinweg bis zur Meji-Restauration von Matsudaira-Herrschern als Nebenresidenz genutzt.

1871 wurde das Lehen Takamatsu abgeschafft, und der Park ging in den Besitz der neu gebildeten Regierung über. Am 16. März 1875 wurde der Park als Präfekturbesitz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und besteht in dieser Form bis heute.

D.h. man hat schon seine Zweifel an dem „seit 1875 bis heute“, denn der ganze Park ist in einem dermaßen peinlich sauberen Zustand, dass man eher den Eindruck gewinnen könnte, er sei gestern erst erschaffen worden.

Takamatsu – Ritsurin Kōen – Hokko (高松・栗林公園・北湖)

Wie oben erwähnt, zählt der Garten zu den „Orten besonderer landschaftlicher Schönheit Japans (日本の特別名勝 / にほんのとくべつめいしょう) – seit 1953.

Wie man hinkommt:

Mit der Kotohira-Linie (琴平線 / ことひらせん) der Takamatsukotohira Eisenbahn (高松琴平電気鉄道 / たかまつことひらでんてつどう) – etwas „griffiger“ auch „Kotoden Kotohira-Linie“ (琴電琴平線 ことでんことひらせん) genannt – z.B. von der Station Takamatsu-Chikkō (高松築港駅 / たかまつちっこうえき) (direkt neben der Burg von Takamatsu) drei Stationen nach Ritsurin Kōen (栗林公園 / りつりんこうえん).

Takamatsu – Ritsurin Kōen – Touristenbüro (高松・栗林公園)

Öffnungszeiten:

Täglich geöffnet

Dezember und Januar: 7 Uhr bis 17 Uhr
Februar: 7 Uhr bis 17:30 Uhr
März: 6:30 Uhr bis 18 Uhr
April, Mai, September: 5:30 Uhr bis 18:30 Uhr
Juni, Juli, August: 5:30 Uhr bis 19 Uhr
Oktober: 6 Uhr bis 17:30 Uhr
November: 6:30 Uhr bis 17 Uhr

Eintrittsgeld:

Erwachsene: ¥410/adult (bei Gruppen von 20 oder mehr Personen: ¥320)
Kinder: ¥170 (bei Gruppen von 20 oder mehr Personen: ¥140)
Mehrfachkarten: ¥4.100 für 11 Eintrittskarten
Jahreskarte: ¥2.570 (pro Person)
Jahreskarte: ¥5.140 (für max. drei Personen)

Freier Eintritt: 1. Januar (Neujahrstag), 16. März (Eröffnungs-Jahrestag)

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise


Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)

23. September 2017

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
Kurashiki (倉敷)
Zentsū-ji (善通寺)
Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Takamatsu (高松)

Am Morgen des dritten Reisetages erreichten wir Takamatsu (高松 / たかまつ), in der Präfektur Kagawa (香川県 / かがわけん), ebenfalls auf Shikoku gelegen. Die Hafenstadt ist mit über 400.000 Einwohnern die zweitgrößte auf Shikoku. Eine ihrer Hauptsehenswürdigkeiten ist – neben dem Hafen selbst – die Burgruine direkt daneben. Auf diese komme ich im nächsten Artikel noch zu sprechen. Bis zur Fertigstellung der Großen Seto-Brücke (瀬戸大橋 / せとおおはし) (von ihr wird weiter unten noch die Rede sein), die heute Takamatsu auf Shikoku mit der Präfektur Okayama (岡山県 / おかやまけん) auf der Hauptinsel Honshū (本州 / ほんしゅう) verbindet, war Takamatsu einer der wichtigen Fährhäfen zur Verbindung der beiden Landesteile. Völlig zurecht noch berühmter ist allerdings der Landschaftsgarten Ritsurin Kōen (栗林公園 / りつりんこうえん), der von meiner Berichterstattung auch nicht verschont bleiben soll.

Weil es hier ja in erster Linie um eine Kreuzfahrt mit der Asuka II geht, zunächst noch einmal ein paar Ansichten des im Hafen von Takamatsu eben doch etwas „malerischer“ liegenden Schiffes:

Mit einem gemieteten Wagen ging’s am Tag der Ankunft in Takamatsu zunächst einmal über die Große Seto-Brücke / Seto Ōhashi (瀬戸大橋 / せとおおはし) hinüber auf die japanische Hauptinsel Honshu, wo das malerische Kurashiki (倉敷 / くらしき) unser Ziel war. Aber beim Überqueren dieser Brücke, ist der Weg natürlich schon ein Teil des Ziels.

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Die Seto Ōhashi gehört mit einer Gesamtlänge von 13,1 km zu den beeindruckendsten des Landes. Man hat insgesamt 10 Jahre an dem gesamten Brückenkomplex gearbeitet (von 1978 bis 1988). Auf der Fahrt von der Präfektur Kagawa zur Präfektur Okayama befährt man folgende Brückenteile nacheinander:

Bannosu-Viadukt (番の州高架橋 / ばんのすこうかきょう)
Ein eher plump wirkendes Viadukt von 2.939 Metern Länge

Minami Bisan Seto-Brücke (南備讃瀬戸大橋 / みなみびさんせとおおはし)
Mit einer Gesamtlänge von 1.723 Meter und einer Spannweite von 1.100 Metern war sie von ihrer Eröffnung bis 1997 die fünftgrößte Hängebrücke der Welt. Sie bietet mit einer Duchfahrthöhe von 65 Metern auch größeren Schiffen Durchlass.

Kita Bisan Seto-Brücke (北備讃瀬戸大橋 / きたびさんせとおおはし)
Sie ist sozusagen die „kleine Schwester“ der zuvor befahrenen Hängebrücke und bringt es immerhin auf eine Gesamtlänge von 1.611 Metern bei einer Spannweite von 990 Meter (deswegen war sie bei ihrer Eröffnung auch „nur“ die elfgrößte Hängebrücke der Welt) – auch sie bietet eine Durchfahrthöhe von 65 Metern.

Yoshima-Viadukt (与島高架橋 / よしまこうかきょう)
Dieses wiederum etwas unansehnlichere Beton-Verbindungsstück mit einer Länge von 717 Metern führt über die gleichnamige Insel.

Yoshima Brücke (与島橋 / よしまばし)
Diese Stahlfachwerkbrücke führt zu der größten der von dem Brückenkomplex überquerten Inseln, Yoshima (与島 / よしま). Mit einer Länge von 877 Metern und eine Spannweite von 245 Metern gehört sie zu den „kleineren“. Allerdings befindet sich hier auch eine Abfahrt zu der auf Yoshima angelegten Raststätte, die wirklich atemberaubende Blicke auf die Brücke bietet.

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Seto Ōhashi (瀬戸大橋)

Iwakurojima-Brücke (岩黒島橋 / いわくろじまばし)
Mit einer Gesamtlänge von 792 Metern und einer Spannweite von 420 Meter, ist diese Schrägseilbrücke so etwas wie die Zwillingsschwester der sich weiter nördlich anschließenden Hitsuishijima Brücke. Bevor man diese erreicht, geht die Fahrt aber über das

Iwakurojima-Viadukt (岩黒島高架橋 / いわくろじまこうかきょう)
Mit seinen 93 Metern Länge ist es das Verbindungsstück zur

Hitsuishijima-Brücke (櫃石島橋 / ひついしじまばし)
Sie ähnelt der Iwakurojima-Brücke, wie erwähnt, wie ein Ei dem anderen.

Hitsuishijima-Viadukt (櫃石島高架橋 / ひついしじまこうかきょう)
Dieses Viadukt ist das zweitlängste des Brückenensembles mit einer Länge von 1.316 Metern.

Shimotsui-Seto-Brücke (下津井瀬戸大橋 / しもついせとおおはし)
Diese eindrucksvolle Hängebrücke mit einer Spannweite von 940 Metern und einer Gesamtlänge von 1.447 Metern stellt schließlich die Verbindung zum Festland Honshūs her. Da ihre Durchfahrthöhe „nur“ 31 Meter beträgt, ist sie für größere Schiffe nicht passierbar.

Lage der Seto Ōhashi:

Kurashiki (倉敷)

Auf so schnelle und komfortable Weise auf japanisches Festland gelangt, war es nicht mehr weit bis zum nächsten Etappenziel, der Stadt Kurashiki (倉敷 / くらしき) in der Präfektur Okayama (岡山県 / おかやまけん). Kurashiki ist nicht nur die Heimat von etwa einer halben Million Einwohner, sondern auch ein Touristenmagnet der besonderen Art. Hier haben sich während der Heian-Zeit (794 bis 1185) die Clans der Taira (平 / たいら) – auch bekannt als „Heike“ (平家 / へいけ) und der Minamoto (源 / いなもと) – bekannt auch als „Genji“ (源氏 / げんじ) – heftige Scharmützel geliefert. In der Edo-Zeit (1603-1868) unterstand die Gegend der direkten Kontrolle durch das Shōgunat.

Am bekanntesten ist Kurashiki aber für seine hervorragend erhaltenen Gebäude im Kura (倉 / くら) (Lagerhaus)-Stil aus dem 17. Jahrhundert im Bikan-Viertel (美観地区 / びかんちく) (wörtlich übersetzt: ästetisches Gebiet) der Stadt. Hier hat man schon vor Jahren dafür gesorgt, dass der historische Eindruck nicht durch die andernorts in Japan noch so zahlreich anzutreffenden oberirdischen Versorgungsleitungen verschandelt wird. Die alten, hölzernen Kura entlang eines Kanals sind weiß getüncht und teilweise mit schwarzen Kacheln versehen.

Hier findet der Kunstkenner auch Japans erstes Museum für westliche Kunst, das 1930 von Magosaburō Ōhara (大原 孫三郎 / おおはら まごさぶろう) eröffnete Ōhara Kunstmuseum (大原美術館 / おおはらびじゅつかん), dessen neoklassisches Gebäude im Innern mit Gemälden von El Greco, Monet, Matisse, Gauguin und Renoir ebenso punkten kann, wie mit zeitgenössischer asiatischer Kunst.
Wenn in Kurashiki die Touristenströme (einheimische ebenso wie solche aus Übersee) ganz besonders massiv auftreten, ist das wohl auch dem Umstand zu verdanken, dass es in Japan nicht mehr allzu viele alte Stadtkerne mit traditioneller Bebauung zu sehen gibt.

Lage des touristisch interessanten Teils Kurashikis:

Zurück auf Shikoku lag es nahe, einem weiteren, besonders geschichtsträchtigen Ort eine Aufwartung zu machen – Zentsūji (善通寺 / ぜんつうじ) in der Präfektur Kagawa (香川県 / かがわけん).

Zentsū-ji (善通寺)

Der kleine Ort mit ca. 40.000 Einwohnern wurde nach dem hier befindlichen, gleichnamigen buddhistischen Tempel benannt. Der Zentsū-ji (善通寺 / ぜんつうじ) ist nicht nur eine beeindruckende, weitläufige Tempelanlage, sondern auch der 75. von insgesamt 88 Tempeln des Shikoku-Pilgerweges (四国八十八箇所 / しこくはちじゅうはっかしょ). Aber damit nicht genug der historisch-religiösen Bedeutung! Hier befindet sich auch der Geburtsort des großen japanischen Religionsstifters, Kōbō Daishi (弘法大師 / こうぼうだいし) (eigentlich hieß er Kūkai / 空海 / くうかい) – dem Begründer des Shingon-Buddhismus (真言宗 / しんごんしゅう), der „Schule des wahren Wortes“.
Es existieren mehrere Variationen der Entstehungsgeschichte des Tempels. Das deutsche Wikipedia will uns z.B. glauben machen, dass Kōbō Daishi den Tempel um das Jahr 900 errichtet (als er schon seit fast 50 Jahren tot war!) hat, um darin seine Familie zu ehren. Die englische Ausgabe von Wikipedia schreibt den Tempel dem Vater Kōbō Daishis zu, der ihn im Jahre 813 errichtet haben soll.
Die Webseite des Tempels selbst spricht davon, dass es Kōbō Daishi selbst war, der von 807 bis 813 den Tempel gebaut und nach seinem Vater benannt hat. Gehen wir also einmal davon aus, dass der Tempel selbst am besten wissen wird, wie es um seine Entstehungsgeschichte bestellt ist.

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Jedenfalls dehnt sich die Tempelanlage über ein Areal von 45.000 Quadratmetern, aufgeteilt in ein östliches und ein westliches Gelände aus. Höhepunkt der Anlage (wenngleich historisch nicht das wichtigste Gebäude) ist natürlich die 45 Meter hohe, fünfstöckige Pagode, ein wichtiges Kulturgut Japans, bei deren Entstehungsgeschichte sich die öffentlich zugänglichen Quellen auch nicht so recht festlegen mögen.

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Zentsū-ji (善通寺)

Besonders Wikipedia ist sich ganz offensichtlich nicht so ganz sicher, von welchen (falschen) Quellen es abschreiben soll: In der englischen Ausgabe spricht von von einer Wiederrichtung im Jahre 1884 (was dann auch in Baskisch und Französisch nachgeplappert wird), im Deutschen ist von einem kaiserlichen Erlass aus dem Jahre 1845 die Rede, der schließlich zur Fertigstellung im Jahre 1902 führte, und das japanische Wikipedia macht’s konsequent: Beginn der Konstruktionsarbeiten im Jahr 1854, Fertigstellung 1902 – gleichzeitig aber „Rekonstruktion“ im Jahr 1884 – suchen Sie sich ein Datum aus, das Ihnen am besten gefällt; der Tempel selbst behauptet jedenfalls, die Pagode sei von 1845 bis 1902 wiedererrichtet worden, nachdem sie, wie viele der maßgeblichen Tempelgebäude bei einem Großbrand im Jahre 1558 vernichtet worden waren.

Lage des Zentsū-ji:

Öffnungszeiten:

Das Tempelgelände ist jeden Tag geöffnet.
Die Haupthalle kann täglich von 7 Uhr bis 17 Uhr besucht werden.

Der Zutritt zum Tempelgelände ist frei.

Tagesabschluss: Dondon Großfeuerwerk

Zum Abschluss des dritten Tages der Kreuzfahrt gab es im Hafen von Takamatsu das „52. Sanuki Takamatsu Festival Dondon-Großfeuerwerk“ (第52回さぬき高松祭り花火大会どんどん高松 / だい52さぬきたかまたすまつりはなびたいかいどんどんたかまつ) am Hafen von Takamatsu zu bestaunen. In diesem Jahre sind angeblich 8.888 Feuerwerkskörper auf überaus effektvolle Art und Weise in den nächtlichen Himmel geschossen worden – und wir hatten sozusagen einen Logenplatz auf dem Balkon des Schiffes. Es werden wohl auch wieder an die 300.000 Zuschauer gewesen sein, die sich hierzu, wie im vergangenen Jahr zu diesem Spektakel am Strand und Hafenpark Takamatsus eingefunden hatten.

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise


Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)

17. September 2017

Yokohama (横浜)
Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Yokohama Ōsanbashi / Asuka II (横浜大さん橋/飛鳥II)

Unsere Reise beginnt im Hafen von Yokohama (横浜 / よこはま). Und das dortige Passagierterminal „Ōsanbashi“ (大さん橋国際客船ターミナル / おおさんばしこくさいきゃくせんたーみなる) allein ist schon die Reise wert (Sie müssen auch nicht extra an Bord eines Schiffes gehen, um dieses einzigartige Gebäude kennenzulernen). Das zwischen 1988 und 2002 errichtete neue Pier ist dafür ausgelegt, bis zu vier 30.000-Tonnen-Schiffe oder zwei 70.000-Tonnen-Schiffe gleichzeitig abzuwickeln. Sie werden sagen: Na, und was ist mit den noch größeren? Spätestens ab 90.000 Tonnen müssen diese Monsterkähne leider im weit weniger ansehnlichen Frachthafen abgefertigt werden, da ihnen die Durchfahrthöhe der Yokohama Bay Bridge (55 Meter) den Weg versperren würde (hier passt maximal die „Queen Elizabeth 2“ durch). Und auf Deck 12 der Asuka II hat man auch schon (fast) das Gefühl, nach dem unteren Deck der Brücke greifen zu können.

Hier aber zunächst einmal ein paar Eindrücke vom Passagierterminal in Yokohama, besagtem/r „Ōsanbashi“

Während der Fahrt von Yokohama nach Komatsushima (小松島 / こまつしま), dem Hafen, der am zweiten Tag angelaufen wurde, konnten die Decks der Asuka II bei herrlichstem Sonnenschein bestaunt werden:

Und nach der Ankunft im (allerdings wirklich nicht gerade schönen) Hafen von Komatsushima (小松島 / こまつしま) auf der Insel Shikoku (四国 / しこく) in der Präfektur Tokushima (徳島県 / とくしまけん) konnten wir die ersten Blicke auf das Schiff in seiner ganzen Majestät werfen.

Aber dafür hat man nicht den Pazifik befahren. Das Ziel und erste Highlight der Kreuzfahrt war das Awa Odori-Fest in Tokushima (徳島 / とくしま) in der gleichnamigen Präfektur. Wer meine Artikel über Awa Odori kennt, weiß, wovon ich hier spreche – schauen Sie vielleicht noch hier vorbei:

Kagurazaka Awa Odori (神楽坂阿波踊り)
– Sommerliche Ausgelassenheit mitten in Tōkyō

Kōenji Awa-Odori (高円寺阿波踊り)
Tōkyōs größtes Awa-Tanz-Festival – ausgelassener denn je

Aber der Awa Odori (阿波踊り / あわおどり) in Tokushima ist nun mal die „Mutter“ aller Awa Odori-Feste – und zudem noch das wahrscheinlich größte im ganzen Land. Es findet jedes Jahr vom 12. bis zum 15. Januar statt und zieht weit mehr als eine Million Besucher an. Der offiziellen Lesart nach ist der Awa Odori ein traditioneller Tanz, mit dem die Geister der Toten, die in dieser Zeit (Obon / 御盆 / おぼん) in ihre Heimatstädte zurückkehren, willkommen geheißen werden. Diese spezielle Form des volkstümlichen Straßentanzes geht auf das ausgehende 16. Jahrhundert zurück – angeblich erstmals aufgeführt zur Fertigstellung der Burg von Tokushima (徳島城 / とくしまじょう) 1587. Und wenn man sich den Tanz heute betrachtet, kann man sich schon vorstellen, dass er die Ausgelassenheit (na ja, vielleicht auch das Geschwipstsein) der damaligen Festlichkeit repräsentiert. Wenn Sie sich jetzt fragen, warum der Tanz dann nicht „Tokushima Odori“ hießt, gibt es eine ganz einfache Erklärung: Das, was wir heute „Präfektur Tokushima“ (徳島県 / とくしまけん) nennen, hieß bis 1868 „Provinz Awa“ (阿波国 / あわのくに).
Ein besonderes Erlebnis ist es natürlich, die Tanzgruppen von reservierten Plätzen auf Schauertribünen (1.800 Yen) beobachten zu können. Hier mischen sich „professionelle“ Gruppen, bei denen die Kombination aus Präzision und Geschmeidigkeit des Tanzes eine wahre Freude ist, mit eher laienhaften Gruppen, die einfach Spaß an der Freude haben. Viele Tanzgruppen werden von ihren Arbeitgebern unterstützt – und laufen dann natürlich auch nach Kräften Reklame für sie. Es gab sogar eine vergleichsweise große Tanzgruppe unseres Schiffes, der Asuka II, die sich aus Crew-Mitgliedern und Gästen zusammensetzte.

Die Aufnahmen, die Sie hier sehen können, entstanden während der ersten abendlichen Tanzzeit zwischen 18 Uhr und 20 Uhr.

Und wem statische Bilder dieses quirligen Tanzvergnügens nicht genug sind, kann sich hier meinen halbstündigen Mitschnitt der Gesamtveranstaltung anschauen:

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)
– Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise

 


Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 1)

11. September 2017

Das Kreuzfahrtschiff – ganz japanisch

Asuka II (Takamatsu Hafen)

Asuka II (Takamatsu Hafen)

Japaner stehen nicht gerade in dem Ruf, Weltmeister im Urlaubmachen zu sein. Und diejenigen unter uns, die schon ein paar Jahre in Japan und mit Japanern leben, wissen, dass Urlaubmachen auch nicht unbedingt zum „guten Ton“ gehört, vielen sogar fast etwas peinlich ist, da berufsmäßige Emsigkeit nun mal das höchste aller Lebensideale darstellt (zumindest ist das der Nimbus, von dem man oft den Eindruck gewinnt, er werde wie eine Monstranz vor dem eigenen Tun und Lassen einher getragen).

Andererseits gibt es auch wahrscheinlich kein Land (von Deutschland vielleicht mal abgesehen), in dem Klischee und Wirklichkeit dann aber doch immer wieder so weit von einander abweichen, dass man Zweifel an beiden bekommen darf.

Langer Rede kurzer Sinn: Natürlich machen Japaner auch Urlaub! Und natürlich versuchen sie dabei, eine möglichst gute Zeit zu haben. Sie lassen sich nur vielleicht nicht ganz so viel Zeit dafür. Deswegen kann ich heute über eine Kreuzfahrt berichten, die in deutschen Augen vielleicht lächerlich kurz wirken mag, in Japan aber doch in die Kategorie „Jahresurlaub“ fällt. Es geht um eine Kreuzfahrt mit dem ganzen Stolz der japanischen Kreuzfahrtindustrie, mit der Asuka II (飛鳥II / あすかII), die vom 11. bis zum 16. August von Yokohama (横浜 / よこはま) nach Shikoku (四国 / しこく) und wieder zurück führte.

Wenden Sie sich nicht gleich gelangweilt ab unter dem Motto: „Kreuzfahrt? Kenn’ ich schon!“ Gerade wenn Sie sich als gewiefter Kreuzfahrer bezeichnen, werden Sie merken: Japanische Kreuzfahrten sind ein bisschen anders! Und wenn Sie mit Kreuzfahrten bisher nichts an der Mütze hatten, bekommen Sie im Laufe dieses Artikels vielleicht einen etwas anderen Blick auf diese Form des Reisens.

Werfen wir also zunächst einen Blick auf das Schiff, die Asuka II und vergleichen wir sie dabei mit ein paar anderen Schiffen (zum Vergrößern anklicken):

Die Zahlen führen einen ein bisschen aufs Glatteis, weil sie den Eindruck erwecken, als sei das Rennen für die Asuka II gelaufen. Schauen Sie aber genauer hin – und die Gegebenheiten an Bord untermauern eine eher gegenteilige Erkenntnis: Kein anderes der oben aufgeführten Schiffe bietet z.B. so viel „Platz pro Passagier“ wie die Asuka II. Dass die „Color Fantasy“ hier am schlechtesten abschneiden muss, liegt daran, dass sie kein Kreuzfahrtschiff, sondern ein (allerdings vergleichsweise luxuriöses) Fährschiff ist und nur deswegen in der Liste erscheint, weil ich sie kenne.

Die ursprüng­lich als „Crystal Harmony“ im Jahre 1990 für die Reederei „Crystal Cruises“ in Dienst gestellt worden (ihr fünf Jahre später in Dienst gestelltes Schwesterschiff, die „Crystal Symphony“ ist heute noch unter ihrem ursprünglichen Namen auf den Weltmeeren unterwegs). Bis 2015 war „Crystal Cruises“ ein Tochterunternehmen von Nippon Yūsen Kaisha (日本郵船会社 / 日本ズ失せんかいしゃ), kurz NYK genannt. Und seit Februar 2006 fährt das bei der Gelegenheit in „Asuka II“ umgetaufte Schiff für NYK direkt. Es gilt heute als das größte japanische Kreuzfahrtschiff.
Für Kreuzfahrer wahrscheinlich weniger interessant: Der Eigentümer des Schiffes, besagte NYK, ist eine der ältesten und größten Reedereien der Welt. Und was besonders den deutschen Leser und Globetrotter interessieren wird: Das ursprünglich von NYK betriebene, wesentlich kleinere Vorgängerschiff der „Asuka II“, die „Asuka“, ist derzeit als „Amadea“ für „Phoenix Reisen“ in Bonn unterwegs und hat es als neues „Traumschiff“ zu deutscher TV-Berühmtheit gebracht.

Und vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an dieses Kleinod brillanter Seefahrtsgeschichte von NYK, das in Yokohama vor Anker liegt und dort als Museum besichtigt werden kann:

Yokohama: Hikawa Maru (氷川丸)
– Das bewegte Leben der „Königin des Pazifiks“

So weit so gut. Und warum ist die Asuka II nun japanischer als andere Schiffe?

Nun, das fängt schon mit der Bordsprache auf der hier beschriebenen Kreuzfahrt an. Sie war Japanisch! Alle Hinweise (auch Sicherheitshinweise!) und Bordzeitungen werden auf Japanisch angeboten. Wer die Sprache nicht wenigstens ansatzweise in Schrift und Wort beherrscht, wird also nur eingeschränkte Freude am Aufenthalt an Bord haben. Und insofern darf es auch nicht verwundern, dass auch die Passagiere an Bord ganz überwiegend japanisch sind (außer mir waren nur zwei weitere „erkennbar“-nichtjapanische Fahrgäste an Bord).

Was man auf anderen Schiffen dieser Welt wahrscheinlich eher vergeblich sucht (oder erst ab einer bestimmten Kabinenklasse findet), gehört hier zum Standard in allen Kabinen: Washlet (für Nichtjapaner: Toilette mit eingebauter Dusche) und Badewanne. Und die typisch japanische Bäderanlage mit Waschplätzen und heißen Sitzbädern darf auf der Asuka II natürlich auch nicht fehlen, ja hat sogar sozusagen einen Logenplatz auf Deck 11. Innenkabinen gibt es an Bord der Asuka II nicht. Werfen wir einen Blick in das Innere der von mir bewohnten Kabinenklasse „E Balkon“ auf Deck 8 (dem „Horizon Deck“):

Auf hohem Standard bewegt sich auch die Organisation der Abläufe an Bord – wie immer, wenn es darum geht, etwas größere oder ganz große Menschenmengen zu „kanalisieren“, zeigt sich das besondere japanische Talent. „Reibungslosigkeit“ ist hier das Schlagwort.

Vergleichbar mit anderen Schiffen dürfte die große Anzahl an philippinischen Crewmitgliedern sein, die aber natürlich auch hier an die Bordsprache „Japanisch“ gebunden sind.

Bevor wir auf die Reise gehen, schauen wir uns doch mal an, mit welchen Einrichtungen das Schiff aufwartet (klicken Sie die Bilder an und lassen Sie sich weitere Informationen anzeigen).

Restaurants und Cafés: 

Asuka II – Restaurants

Lounges & Bars: 

Asuka II – Lounges & Bars

Entertainment: 

Asuka II – Entertainment

Zeitvertreib:

Asuka II – Zeitvertreib

Sport & Bewegung:

Asuka II – Sport & Bewegung

Entspannung & Körperpflege:

Asuka II – Entspannung & Körperpflege

Shopping:

Asuka II – Shopping

Kultur & Bildung:

Asuka II – Kultur & Bildung

Sonstiges:

Außerdem gibt es auf dem Hauptdeck (Deck 5) natürlich auch eine freundliche Reception (レセプション) an der wirklich atemberaubenden „Asuka Plaza“ (アスカプラザ) und ein „Medical Center“ (メディカルセンター) auf Deck 4, dem „Tender Deck“ (タンダーデッキ).

Haben Sie doch nicht genug Kleidung eingepackt? Auch das ist kein Problem. Auf allen Kabinendecks gibt 24 Stunden am Tag gratis zu benutzende Waschmaschinen (inkl. Waschmittel und Weichspüler), Trockner und Bügeleisen. Falls Sie bisher noch keinen Kontakt mit japanischen Waschmaschinen hatten: Das ist ihre Chance! Und glauben Sie mir: Sie werden Ihre Miele anschließend noch mehr zu schätzen wissen!

Wenn Sie sich diese Arbeit ersparen möchten, können Sie Ihre Kleidung natürlich auch in die bordeigene chemische Reinigung geben – die dann allerdings nicht gratis ist.

Nach meinem laienhaften Dafürhalten, ist für alles gesorgt, was zu einer komfortablen Reise gehört. Es kann also heißen: Leinen los! – Teil 2 nimmt Sie mit auf den Weg… Und dann gibt es auch weitere Bilder von der äußeren Erscheinung des Schiffs selbst.

Sehen Sie auch die anderen Kapitel dieser Reisebeschreibung (Links werden im Laufe der anstehenden Veröffentlichungen ergänzt)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 2)
– Yokohama (横浜)
– Tokushima Awa Odori (徳島阿波踊り)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 3)
– Seto Ōhashi (瀬戸大橋)
– Kurashiki (倉敷)
– Zentsū-ji (善通寺)
– Takamatsu-Feuerwerk (高松祭り花火大会)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt (Teil 4)
– Die Burg von Takamatsu (高松城)
– Ritsurin Kōen (栗林公園)

Asuka II (飛鳥II) – eine Kreuzfahrt  (Teil 5)
– Die Heimreise


Beautiful Women at the Yamatane Museum of Art (山種美術館)

3. September 2017

Shōen Uemura and Quintessential “Bijinga” – Paintings of Beautiful Women

Eine deutsche Version dieses Artikels finden Sie hier.
A German version of this posting you can find here.

In spring this year, I drew your attention to a special exhibition of the colourful world of flowers and blossoms at the Yamatane Museum of Art…

Tip: New Exhibition at the Yamatane Museum of Art (山種美術館)
– A World of Flowers – from the Rimpa School to Contemporary Art

… and today it is all about another marvellous exhibition that was opened on 29th August 2017 and that can be seen until 22nd October 2017. It is dedicated to the ultimate beauty of Japanese women (and the occasional shapeliness of the just as occasional man).

Before we have a closer look at the new exhibition, you may wish to make yourself accquainted (again) with the Yamatane Museum of Art (山種美術館 / やまたねびじゅつかん) and its prime genre of art, the “nihonga” (日本画 / にほんが):

Yamatane Museum of Art (山種美術館)
– Masterpieces demonstrate the continuation of an old Japanese tradition

Thanks to the Yamatane Museum of Art (special thanks to the Director and CEO of the Museum, Ms. Taeko Yamazaki and Ms. Takahashi and Ms. Noda of the Yamatane Museum of Art), I am again in the position to show you some of the highlights of the present exhibition (please click on the pictures in this posting to enlarge them and to enjoy further detail).

This time’s exhibition has its emphasis on works of Shōen Uemura (上村 松園 / うえむらしょうえん) (born on 23 April 1875 in Kyōto; deceased on 27 August 1949), the first female Japanese painter of national and international repute. She also was the first female painter at the Imperial Academy of Fine Arts, as well as the first woman to be awarded Japan’s prestigious Order of Culture. In 1944 she was appointed a court painter to the Imperial Household Agency. Many of her works are Important Cultural Assets (重要文化財 / じゅうようぶんかざい) of Japan. And even though the breathtaking beauty of her paintings would hardly support the assumption, during World War II she was an ardent partiot and nationalist.

The museum’s founder and first director, Taneji Yamazaki (山崎種二 / やまざきたねじ) (1893-1983) and Shōen Uemura had close ties. Thanks to their friendship, the museum’s collections comprise eighteen of her works – all of them can be admired in this exhibition. The works by artists other than Shōen include bijinga (paintings of beautiful women) by ukiyo-e artists. They include images of slender and elegant young women in fashionable kimono – each single of them would make a visit to the museum worthwhile.

I am showing you some examples here, but I have to admit: None of the photographs does any credit to these works of art. You should really go there and have a look for yourself!

Yamatane Museum of Art (山種美術館), Taeko Yamazaki (山崎妙子)

On 30th August 2017 the new exhibition was presented by the Director of the museum herself, Ms Taeko Yamazaki (山﨑妙子 / やまざきたえこ).

Shōen Uemura

( 上村松園) (1875 – 1949)

Firefly
Colour on silk,  Taishō period, 1913, Yamatane Museum of Art

Have a very close look! Can you find the firefly in the picture?

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Firefly (detail)

Here is a tip: Follow the direction the young lady is looking!
If you know a little bit about Japanese traditional clothing, you even know in with time of the day the scene is set. The young beauty is wearing her obi (the wide textile belt that keeps her kimono together) in the front. Which means: She is planning to go to sleep (otherwise she would wear it in the back) – and, of course, that’s also why she is preparing the mosquito-net in order to ensure a good night sleep, undisturbed by mosquitoes.

Already more than 100 years earlier, the great artist Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) used an astonishingly similar theme in his picture “Women Inside a Mosquito-net during a Thunderstorm”, that can now be found in the Gerhard Pulverer Collection befindet:

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿), “Women Inside a Mosquito-net during a Thunderstorm” (Gerhard Pulverer Collection)

Firefly
Colour on silk, Shōwa period, 1929, Yamatane Museum of Art

Here, again, you can give the photo a closer inspection. Try to find the firefly! How about following the young lady’s eyes… That worked to perfectly before.

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Firefly (detail)

This painting also served as an inspiration for one of the five pieces of Japanese confectionery that have been created for this exhibition and that can be purchased in the foyer of the museum.

Yamatane Museum of Art (山種美術館), Confectionery

Evening
Colour on silk, Shōwa period, 1935, Yamatane Museum of Art

Tedious Hours
Colour on silk, Shōwa period, 1941, Yamatane Museum of Art

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949): Tedious Hours

As in the paintings before, also observe the fine transparency of the hair decoration.

Scene from the Nō Play “Kinuta”
Colour on silk, Shōwa period, 1938, Yamatane Museum of Art

Based on the costume and especially on the hair style, one can tell that this painting shows a woman in the Tokugawa period (in this case: late 17th/early 18th century). In reference to the Nō Play “Kinuta” (a “kinuta” is a tool for washing/cleaning the textile of a kimono) the woman is a symbol of a wife, wearily awaiting the return of her husband, who hears her beating the “kinuta” from afar.

By the way: This is the only exhibit that can be photographed during regular visiting hours.

Eikyū Matsuoka

(松岡映丘) (1881 – 1938)

Saigū no Nyōgo, Poetess
Colour on silk, Shōwa period, ca. 1929 – 1932, Yamatane Museum of Art

Saigū no Nyōgo lived during Heian period (794–1185) and was the beautiful grandchild of the Emperor Daigo. She was renowned for her brilliant koto play and is regarded as one of the “Thirty-Six Immortal Poets” of the 11th century. Even though this painting was created less than hundred years ago, Matsuoka’s style resembles the paintings of those times long gone.

Kokei Kobayashi

(小林古径) (1883 – 1957)

River Breeze
Colour on silk, Taishō period, 1915, Yamatane Museum of Art

Kokei Kobayashi (小林古径) (1883 – 1957): River Breeze

Ningyū Koyatsu

(小谷津任牛) (1901 – 1966)

Evening, from “Morning and Evening” (The Tale of Tanabata”)
Colour on silk, Shōwa period, 1951, Yamatane Museum of Art

Ningyū Koyatsu (小谷津任牛) (1901 – 1966): “The Tale of Tanabata”

The background for this large folding screen is the “Legend of Tanabata” – ths story of a romantic love of a young cowboy and a weaver girl. They were allowed to meet only once a year – on the 7th day of the 7th month (otherwise, the young man would have diverted too much of the girl’s attention – attention she was supposed to pay to her loom). For the remainder of the year both youngsters were separated by our galaxy, the milkyway. And to make things even more galactic, the weaver girl was Orihimeboshi (織姫星 / おりひめぼし) literally: the star of the weaver princess – which is Vega in the constellation of Lyra. And the cowboy was Hikoboshi ( 彦星 / ひこぼし), Altair in the constellation of Aquila.

Does that story ring a bell? If so, that might be due to a 2015-posting on this website:

Asagaya Tanabata Festival (阿佐ヶ谷七夕祭り)
– Lots of colours and a tragic love in the universe

Eigetsu Kitazawa

(北沢映月) (1907 – 1990)

Deep in Thought
(Ichiyō Higuchi, a Meiji-period Woman Novelist)
Colour on paper, Shōwa period, 1973, Yamatane Museum of Art

Eigetsu Kitazawa (北沢映月) (1907 – 1990): Deep in Thought

The Meiji-period novelist and poet Ichiyō Higuchi held a deep affection for her teacher Tōsui Nakarai. One snowy day they were discussing novels at Tōsui’s home when the hour grew late. Tōsui urged Ichiyō to stay the night, saying he would sleep elsewhere. But Ichiyō said there was no need and made her way home.

Eigetsu chose to paint Ichiyō because she admired that ensitivity and sense of propriety, and depicted her with snow in the background and characters from her novels.

Should, by any chance, this face ring a bell in your memory, don’t be surprised. It is the same face that is gracing the 5.000-Yen-bill.

Togyū Okumura

(奥村土牛) (1889 – 1990)

Maiko, Apprentice Geisha
Colour on silk, Shōwa period, 1954, Yamatane Museum of Art

Meiji Hashimoto

(橋本明治) (1904 – 1991)

Maiko, Apprentice Geisha
Colour on silk, Shōwa period, 1976, Yamatane Museum of Art

Meiji Hashimoto (橋本明治) (1904 – 1991): Maiko, Apprentice Geisha

Also this painting inspired to one of special confectioneries created for this exhibition.

Yamatane Museum of Art (山種美術館), Confectionery

Utamaro Kitagawa

(喜多川歌麿) (1753?-1806)

Seven Beauties of the Gay Quarters: Shinohara of the Tsuruya
Large format, polychrome woodblock print on paper, Edo period, ca. 1794 – 1795, Yamatane Museum of Art

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) (1753?-1806): Seven Beauties of the Gay Quarters

The name of Utamaro Kitagawa sounds familiar to you – of course. Even if you are not an expert in Japanese paintings, you may remember a recent posting related to him:

Okada Museum of Art (岡田美術館)
– The reunification of three masterpieces by Utamaro Kitagawa

Shunsō Hishida

(菱田春草) (1894 – 1911)

Women Viewing Cherry Blossoms
Colour on silk, Meiji period, 1894, Yamatane Museum of Art

Shunsō Hishida (菱田春草) (1894 – 1911): Women Viewing Cherry Blossoms

Eisaku Wada

(和田英作) (1874 – 1959)

Girl in a Yellow Dress
Oil on canvas, Shōwa period, 1931, Yamatane Museum of Art

Eisaku Wada (和田英作) (1874 – 1959): Girl in a Yellow Dress

Terukata Ikeda

(池田輝方) (1883 – 1921)

Evening Shower
Colour on silk, Taishō period, 1916, Yamatane Museum of Art

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Evening Shower

After the Edo-period artist Itchō Hanabusa had created his paintings on the subject of “taking shelter from the rain”, it became a favourite theme for genre paintings depicting the lives of common people. The painting you can see above – it actually right side part of two large folding screen – shows six persons gathered in a shrine hall filled with votive plagues. The lightweight fabrics and cool colour combinations of their clothing suggest summer.

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Evening Shower

The second part of the folding screen (i.e. the left one) is dominated by a shrine gate (torii) and a gingkgo tree growing vigorously above it. You also see a young woman of the townsmen class in a privat conversation with a young man, perhaps a servant. Terukata Ikeda has captured, with rich lyricism, the complex patterns of human relationships that can come about by chance in momentary encounters.

Japanese Confectionery – matching the exhibition

And finally, let’s also have a look at the Japanese confectionery that was created to match the current exhibition.

Address of the Museum:

Yamatane Museum of Art
3-12-36 Hiro-o, Shibuya-ku
Tōkyō 150-0012

₸150-0012
東京都渋谷区広尾3-12-36
山種美術館

http://www.yamatane-museum.jp

Opening Hours of the Museum:

Open daily, except on Mondays (closed on the day after a national holiday) from 10:00 am to  5:00 pm (last admission at 4:30 pm).
Also closed during the New Year holidays (29 December – 2 January) and for exhibition installations.

This exhibition can be visited from 29th August 2017 to 22nd October 2017.

Admission Fees:

For the exhibition “Uemura Shōen and Quintessental Bijinga, Paintings of Beautiful Women”:

  • Adults: 1,000 Yen (800 Yen per person for groups of 20 or more visitors)
  • University and high school students: 800 Yen (700 Yen per person for groups of 20 or more visitors)
  • Middle school and younger children: free of charge
  • Disability ID Holders and one person accompanying them are admitted free of charge.
  • If you want to see the same exhibition once again, bring along your (regular) ticket from your first visit and you well receive a “repeater discount”.

How to get there:

Take the lines of Japan Rail (JR) or the Tōkyō Metro Hibiya line to Ebisu (恵比寿 / えびす) and head in eastern direction towards the Meiji Dōri (明治通り / めいじどおり). Cross the Meiji Dōri in north-eastern direction and follow the right side of the street for some hundred metres (passing the “Ebisu Prime Square” and the impressive building of “Papas Company”)..

And since you want to be a good citizen, here are some of the rules you want to adhere to, when you visit the Yamatane Museum of Art:

  • Do not touch the artworks and cases.
  • Hold the hand of young children.
  • Keep quite in the gallery.
  • Do not run in the gallery.
  • No photographing, video recording, or copying the artworks in the gallery.
  • When taking notes in the gallery, use pencils only – no pens, no ink.
  • Swith off your mobile phone in the gallery.
  • No eating or drinking in the gallery (that includes water, candy and chewing gums).
  • No smoking anywhere in the museum.

Schöne Frauen im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)

1. September 2017

Shōen Uemura und auserlesene “Bijinga” – Gemälde schöner Frauen

Eine englische Version dieses Artikels finden Sie hier.
An English version of this posting you can find here.

Nachdem ich im Frühjahr auf eine Sonderausstellung zur bunten Welt der Blumen in Nihonga im Yamatane Kunstmuseum hingewiesen hatte…

Hinweis: Neue Ausstellung im Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Eine Welt voller Blumen – von der Rimpa-Schule zu zeitgenössischer Kunst

… geht es in der am 29. August 2017 eröffneten (und noch bis zum 22. Oktober 2017 laufenden) Ausstellung über die ultimative Schönheit japanischer Frauen (und die gelegentliche Wohlgestalt des ebenso gelegentlichen japanischen Mannes).

Bevor ich darauf etwas näher eingehen, möchten Sie sich vielleicht noch einmal mit dem Yamatane Kunstmuseum (山種美術館 / やまたねびじゅつかん) und der dort in erster Linie anzutreffenden Kunstform der “Nihonga” (日本画 / にほんが) vertraut machen:

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館)
– Meisterwerke beweisen die Fortführung einer alten japanischen Tradition

Auch diesmal bin ich wieder dank des Yamatane Kunstmuseums (mein besonderer Dank gilt der Direktorin des Museums, Frau Taeko Yamazaki und ihre Mitarbeiterinnen, Frau Takahashi und Frau Noda) in der Lage, Ihnen hier ein paar der Höhepunkte der Ausstellung im Detail vorzustellen (klicken Sie die in diesem Artikel veröffentlichten Bilder an, um sie zu vergrößern und die feinen Details zu genießen).

Die diese Ausstellung dominierende Künstlerin, Shōen Uemura (上村 松園 / うえむらしょうえん) (geboren am 23. April 1875 in Kyōto; gestorben am 27. August 1949), war eine der ersten national und international bekannten japanischen Malerinnen. Sie war die erste weibliche Malerin in der Kaiserlichen Akademie der Künste, Trägerin des Kulturordens und stand unter der besonderen Förderung durch den Tennō bzw. des Kaiserlichen Hofamtes. Viele ihrer Werke im Nihonga-Stil gelten heute als Wichtige Kulturgüter Japans (重要文化財 / じゅうようぶんかざい). Und obwohl die atemberaubende Schönheit ihrer Bilder es kaum vermuten lassen würden, war sie während des 2. Weltkriegs doch auch glühende Patriotin und Nationalistin.

Der Gründer des Yamatane Kunstmuseums, Taneji Yamazaki (山崎種二 / やまざきたねじ) (1893-1983) und Shōen Uemura verband eine herzliche Freundschaft. So ist es auch zu erklären, dass das Museum heute im Besitz von achtzehn Werken der großen Meisterin ist. Diese sind komplett in der Ausstellung zu sehen – zusammen mit Gemälden schöner Frauen, die von anderen namhaften Künstlern (auch solchen, die sich mit “ukiyo-e” – Bilder einer fließenden Welt, oft auch vereinfacht “Farbholzschnitt” genannt – einen Namen macht haben)  stammen. Es sind diese meist farbfrohen Darstellungen graziler und eleganter Frauen, gekleidet in feinsten Kimono, die diese Ausstellung so besonders macht. Im Folgenden zeige ich Ihnen ein paar Beispiele, muss aber auch gestehen, dass die Fotografien den Charme der Bilder nicht einmal ansatzweise wiedergeben kann. Ich kann einen Besuch des Museums besten Gewissens ans Herz legen.

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館), Taeko Yamazaki (山崎妙子)

Und am 30. August 2017 wurde die neue Ausstellung der staunenden Öffentlichkeit von der Direktorin des Museums, Frau Taeko Yamazaki (山﨑妙子 / やまざきたえこ) persönlich vorgestellt.

Shōen Uemura

( 上村松園) (1875 – 1949)

Glühwürmchen
Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1913, Yamatane Kunstmuseum

Schauen Sie genau hin! Finden Sie das Glühwürmchen auf dem Bild?

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Glühwürmchen (Detail)

Ein Tipp: Folgen Sie der Blickrichtung der abgebildeten Schönen!
Wenn man ein bisschen was von traditioneller japanischer Kleidung versteht, kann man diesem Bild sogar ansehen, zu welcher Tageszeit seine Szene spielt. Die junge Frau trägt ihren Obi (der breite Stoffgürtel, der ihren Kimono zusammenhält) vorne. Sie schickt sich also wahrscheinlich an, zu Bett zu gehen (sonst trüge sie ihn hinten) – denn natürlich spannt sie das Moskitonetz für eine von Mücken ungestörte Nachtruhe auf.

Schon mehr als 100 Jahre zuvor hatte Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) ein verblüffend ähnliches Motiv seinem Bild “Frauen unter einem Moskitonetz während eines Gewitters”, das sich in der Gerhard Pulverer Collection befindet, benutzt:

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿), “Frauen unter einem Moskitonetz während eines Gewitters” (Gerhard Pulverer Collection)

Glühwürmchen
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1929, Yamatane Kunstmuseum

Auch hier können Sie wieder auf die Suche gehen. Finden Sie das Glühwürmchen! Versuchen Sie’s mal mit dem Trick vom vorangegangenen Bild!

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949) Glühwürmchen (Detail)

Dieses Bild hat übrigens auch als Inspiration für eines der fünf japanischen Konfekte gedient, die im Zusammenhang mit dieser Ausstellung im Foyer des Museums erworben werden können.

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館), Konfekt

Abend
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1935, Yamatane Kunstmuseum

Öde Stunden
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1941, Yamatane Kunstmuseum

Shōen Uemura ( 上村松園) (1875 – 1949): Öde Stunden

Wie auch bei den zuvor gezeigten Bildern, ist hier besonderes Augenmerk auf die anschauliche Darstellung der feinen Transparenz des Haarschmucks gelegt.

Szene aus dem Nō-Stück “Kinuta”
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1938, Yamatane Kunstmuseum

Anhand der Kleidung und insbesondere aufgrund der Haartracht, kann man erkennen, dass die Künstlerin eine Frau in der Tokugawa-Zeit darstellt (spätes 17./frühes 18. Jahrhundert). Sie referenziert in das Nō-Stück “Kinuta” (“Kinuta” ist Tuchwalkkeule, die früher zum Reinigen von Kimonostoffen benutzt wurde) und ist somit ein Sinnbild für die Sehnsucht einer Frau nach der Rückkehr ihres Gatten, der ihr Wäschenklopfen aus der Ferne hört.

Dieses ist übrigens das einzige Gemälde in der Ausstellung, das auch bei regulären Besuchen fotografiert werden darf.

Eikyū Matsuoka

(松岡映丘) (1881 – 1938)

Saigū no Nyōgo, Poetin
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, ca. 1929 – 1932, Yamatane Kunstmuseum

Saigū no Nyōgo lebte in der Heian-Zeit (794–1185) und war die bildschöne Enkelin des Kaisers Daigo. Sie war bekannt für ihr brillantes Koto-Spiel und gilt als eine der angesehensten Vertreterinnen japanischer Poesie dieser Zeit. Wenngleich vor weniger als hundert Jahren entstanden, zeigt das Bild Matsuokas den Stil der Heian-Zeit.

Kokei Kobayashi

(小林古径) (1883 – 1957)

Flussbrise
Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1915, Yamatane Kunstmuseum

Kokei Kobayashi (小林古径) (1883 – 1957): Flussbrise

Ningyū Koyatsu

(小谷津任牛) (1901 – 1966)

Abend, aus “Morgen und Abend” (“Legende von Tanabata”)
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1951, Yamatane Kunstmuseum

Ningyū Koyatsu (小谷津任牛) (1901 – 1966): “Legende von Tanabata”

Die “Legende von Tanabata” bildet den Hintergrund für dieses Kunstwerk – die Geschichte einer romantischen Liebe eines jungen Kuhhirten und einer jungen  Weberin, denen es nur einmal im Jahr, am 7. Tag des 7. Monats, gestattet, sich zu treffen (andernfalls hätte sich die Weberin zu sehr von ihrem Tagewerk ablenken lassen). Für den Rest des Jahres waren beide durch unsere Galaxie, die Milchstraße getrennt. Bei der Weberin handelte es sich um Orihimeboshi (織姫星 / おりひめぼし) wörtlich: Stern der Weberprinzessin – die Wega im Sternbild der Lyra. Und bei dem Kuhhirten um Hikoboshi ( 彦星 / ひこぼし) , Altair im Sternbild Aquila.

Und wenn bei dieser Geschichte Erinnerungsglocken bei Ihnen zu schwingen anfangen, dann ist es vielleicht dieses Artikels wegen, den ich vor zwei Jahren veröffentlicht habe:

Asagaya Tanabata Festival (阿佐ヶ谷七夕祭り)
– Bunte Farben und eine tragische Liebe im Universum

Eigetsu Kitazawa

(北沢映月) (1907 – 1990)

In Gedanken vertieft
(Ichiyō Higuchi, Schriftstellerin der Meiji-Zeit)
Farbe auf Papier, Shōwa-Zeit, 1973, Yamatane Kunstmuseum

Eigetsu Kitazawa (北沢映月) (1907 – 1990): In Gedanken vertieft

Die Meiji-zeitliche Schriftstellerin und Poetin Ichiyō Higuchi hatte eine tiefe Zuneigung für ihren Lehrer Nakarai. An einem schneereichen Tag diskutierten die beiden Romane im Haus ihres Lehrers, als es unbemerkt spät geworden war. Der Lehrer lud Ichiyō ein, die Nacht zu bleiben (er würde anderswo schlafen, meinte er), aber Ichiyō erwiderte, dass dazu kein Notwendigkeit bestehe und machte sich auf ihren Weg nach Hause.

Eigetsu Kitazawa entschied sich dafür, Ichiyo mit Schnee im Hintergrund und Charakteren aus ihren Romanen inmitten des Schnees zu malen, weil sie ihre Empfindsamkeit und ihren Sinn für Anstand bewunderte.

Sollte Ihnen das Gesicht unbestimmt bekannt vorkommen, dann hat das einen guten Grund: Es schaut uns auch vom 5.000-Yen-Geldschein an.

Togyū Okumura

(奥村土牛) (1889 – 1990)

Maiko, Geisha-Schülerin
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1954, Yamatane Kunstmuseum

Meiji Hashimoto

(橋本明治) (1904 – 1991)

Maiko, Geisha-Schülerin
Farbe auf Seide, Shōwa-Zeit, 1976, Yamatane Kunstmuseum

Meiji Hashimoto (橋本明治) (1904 – 1991): Maiko, Geisha-Schülerin

Auch dieses Bild hat zu einer der oben erwähnten Süßigkeiten die passende Inspiration abgegeben.

Yamatane Kunstmuseum (山種美術館), Konfekt

Utamaro Kitagawa

(喜多川歌麿) (1753?-1806)

Sieben Schönheiten im Vergnügungsviertel
Mehrfarben-Holzschnittdruck auf Papier, Edo-Zeit, ca. 1794 – 1795, Yamatane Kunstmuseum

Utamaro Kitagawa (喜多川歌麿) (1753?-1806): Sieben Schönheiten im Vergnügungsviertel

Der Name kommt Ihnen natürlich aus guten Grund bekannt vor – auch wenn Sie kein Kenner der Materie sein, denn hier habe ich unlängst schon einmal von ihm geschrieben:

Okada Kunstmuseum (岡田美術館)
– Die Wiedervereinigung dreier Meisterwerke Utamaro Kitagawas

Shunsō Hishida

(菱田春草) (1894 – 1911)

Frauen beim Betrachten der Kirschblüte
Farbe auf Seide, Meiji-Zeit, 1894, Yamatane Kunstmuseum

Shunsō Hishida (菱田春草) (1894 – 1911): Frauen beim Betrachten der Kirschblüte

Eisaku Wada

(和田英作) (1874 – 1959)

Mädchen in gelbem Kleid
Ölfarbe auf Leinwand, Shōwa-Zeit, 1931, Yamatane Kunstmuseum

Eisaku Wada (和田英作) (1874 – 1959): Mädchen in gelbem Kleid

Terukata Ikeda

(池田輝方) (1883 – 1921)

Abendschauer
Farbe auf Seide, Taishō-Zeit, 1916, Yamatane Kunstmuseum

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Abendschauer

Nachdem der Maler Itchō Hanabusa in der Edo-Zeit eine Serie von Bildern zum Thema “Zuflucht vor dem Regen” geschaffen hatte, wurde dies auch ein beliebtes Sujet für Bilder, die sich dem Leben der “normalen Leute” annahmen. Das hier zu sehende Werk besteht aus zwei Wandschirmen. Auf dem rechten (dem ersten, den Sie hier sehen können) sind sechs Personen in einer Votivtafelhalle zu sehen. Die leichten Stoffe der Kimono und die frischen Farben weisen darauf hin, dass Sommer ist.

Terukata Ikeda (池田輝方) (1883 – 1921): Abendschauer

Auf dem zweiten (eigentlich: dem linken) der beiden Wandschirme sind ein Torii (Schreintor) und ein Ginkgo-Baum zu sehen, unter dem sich eine junge Bürgersfrau mit einem jungen Mann in einem offensichtlich vertraulichen Gespräch befindet. Terukata hat hier die komplexen Muster menschlicher Beziehungen eingefangen, die durch zufällige Begegnungen zustande kommen können.

Japanisches Konfekt – passend zur Ausstellung

Und zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf die Kollektion japanischen Konfekts, die eigens für diese Ausstellung kreiert wurde.

Adresse des Museums:

Yamatane Museum of Art
3-12-36 Hiro-o, Shibuya-ku
Tōkyō 150-0012

₸150-0012
東京都渋谷区広尾3-12-36
山種美術館

http://www.yamatane-museum.jp

Öffnungzeiten des Museums:

Geöffnet täglich außer montags von 10 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass um 16.30 Uhr)
Fällt ein Nationalfeiertag auf Montag, bleibt das Museum stattdessen am folgenden Werktag geschlossen.
Diese Ausstellung kann vom 29. August 2017 bis zum 22. Oktober 2017 besucht werden.

Eintrittsgebühr:

Für die Ausstellung “Shōen Uemura und auserlesene “Bijinga” – Gemälde schöner Frauen” (Uemura Shōen and Quintessental Bijinga, Paintings of Beautiful Women):

Erwachsene: 1.000 [800] Yen
Oberschüler und Studenten: : 800 [700] Yen
Mittelschüler und Jüngere: freier Eintritt

*Die Beträge in Klammern beziehen sich auf Gruppen von 20 und mehr Personen, Eintrittskarten aus dem Vorverkauf und Besucher in Kimono.
*Inhaber von Behindertenausweisen und je eine Begleitperson: Eintritt frei.
*Wollen Sie dieselbe Ausstellung ein zweites Mal besuchen, bringen Sie bitte Ihr (reguläres) Ticket vom vorangegangenen Besuch mit. Mit Vorlage dieses Tickets erhalten Sie einen “Wiederholer-Rabatt”.

Wie man hinkommt:

Nehmen Sie die Bahnen von Japan Rail (JR) oder der Tōkyō Metro Hibiya-Linie nach Ebisu (恵比寿 / えびす) und halten Sie sich von dort in östlicher Richtung, um zur Meiji Dōri (明治通り / めいじどおり) zu gelangen. Überqueren Sie die Meiji Dōri in nordöstlicher Richtung und folgen Sie der rechten Straßenseite einige hundert Meter (sie kommen dabei am “Ebisu Prime Square” und dem eindrucksvollen Gebäude der “Papas Company” vorbei).

Und weil wir alle ja zivilisierte Zeitgenossen und -innen sein möchten, hier gleich noch ein paar Regeln, die beim Besuch des Museums zu beachten sind:

  • Berühren Sie die Ausstellungsstücke und Schaukästen nicht.
  • Halten Sie jüngere Kinder an der Hand.
  • Seien sie ruhig in der Galerie.
  • Rennen Sie in der Galerie nicht  umher.
  • Keine Fotografie, keine Videoaufnahmen, kein Kopieren der Ausstellungsstücke.
  • Wenn Sie sich in der Ausstellung Notizen machen möchten, bitte nur mit Bleistift – keine anderen Schreibwerkzeuge (Federhalter, Kugelschreiber etc.).
  • Schalten Sie Ihr Mobiltelefon in der Ausstellung aus.
  • Essen und Trinken sind in der Ausstellung nicht gestattet (das schließt auch Wasser, Süßigkeiten und Kaugummis mit ein).
  • Im Museum gilt absolutes Rauchverbot.