Tōkyō Gate Bridge – 東京ゲートブリッジ

30. March 2012

Tōkyōs „Dinosaurier“ gegen den Verkehrsinfarkt
Tōkyō’s „Dinosaur“ for the prevention of traffic gridlocks

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

Seit dem 12. Februar 2012 steht ein weiteres architektonisches Highlight in der Bucht von Tōkyō zur „Benutzung“ zur Verfügung. An diesem Tag wurde nämlich die Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ) dem Verkehr übergeben. Sie verbindet die in der Bucht von Tōkyō liegenden künstlichen Inseln mit dem Stadtteil Kōtō-ku (江東区 / こうとうく)(im Norden der Brücke gelegen). Von den künstlichen Inseln aus führen Tunnelsysteme im Westen und Norden weiter in die Stadt (bzw. aus ihr hinaus). Wer heute auf den Stadtplan von Tōkyō sieht, versteht allerdings den tieferen Sinn dieser gigantischen Brücke nicht auf den ersten Blick, da sie ins „Nirgendwo“ gebaut zu sein scheint. Die Brücke ist allerdings Teil des zweiten Bauabschnitts der Küstenstraße, mit der Tōkyō einen weiteren Schritt zur Vermeidung eines Verkehrsinfarktes gehen will.

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

On Februar 12th 2012 Tōkyō has handed over to the public yet another architectural highlight in the Tōkyō Bay: the Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ). This bridge is connecting the man-made islands in the Tōkyō Bay with the Kōtō ward (江東区 / こうとうく)(in the North of the bridge). The islands on the other hand are connected with the city itself by a system of tunnels to the West and North. If you have a look at Tōkyō’s map today, you may feel that the bridge was just built into nowhere. Nevertheless, Tōkyō Gate Bridge is part of the immense efforts undertaken to prevent a traffic’s gridlock in the megalopolis of Tōkyō.

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

Die Tōkyō Gate Bridge basiert auf einer Fachwerk-Stahlkonstruktion und ist insgesamt 2.612 Meter lang. Der zentrale Teil der Brücke zwischen den beiden imposanten Stahlfachwerkkonstruktionen, die ihr den schmückenden inoffiziellen Namen „Der Dinosaurier“ eingebracht haben, bringt es auf eine Länge von 760 Metern. An ihrer höchsten Stelle ist die Brücke 87,8 Meter hoch.

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

Fußgänger können heute schon den Brückenabschnitt zwischen den beiden Fahrstuhltürmen am Wakasu Küstenpark (若洲海浜公園 / わかすかいひんこうえん) im Nordosten und an der Chūō-Mole (中央防波堤 / ちゅうおうぼうはてい) (inzwischen mehr eine Insel als eine Mole) im Südwesten benutzten, der sich immerhin auf 1.600 Meter Länge erstreckt (und damit sogar noch ein bisschen länger ist, als der Fußgängerweg über die Tōkyō Rainbow Bridge). Dabei beginnt er auf einer Höhe von 30 Metern über dem Wasser und steigt bis auf schwindelerregende 61 Meter an der höchsten Stelle der Brücke.

 

The Tōkyō Gate Bridge is based on a truss construction made of steel and spans a total of 2,612 meters. The central part of the bridge with its two impressive steel-truss constructions (which also have led some people to give the bridge the unofficial name „the dinosaur“) alone is 760 meters long and towers up to 87.8 meters at its tallest point.

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

The bridge has been opened for pedestrians between the two elevator towers at its North-Eastern end at the Wakasu Coast Park (若洲海浜公園 / わかすかいひんこうえん) and the South-Western exit to the Chōū breakwater wall (中央防波堤 / ちゅうおうぼうはてい) (actually, now more an island than a wall) on a total length of 1,600 meters (hence it’s even a touch longer than the pedestrian’s part of the Tōkyō Rainbow Bridge). The footpath starts at a height of 30 meters above sea-level and rises up to dizzy 61 meters at the highest point of the bridge.

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

D.h. ein bisschen Zeit ist für eine komplette Überquerung der Brücke schon mitzubringen – es bleibt einem nämlich (vorerst) nichts anderes übrig, als den ganzen Weg wieder zurück zu laufen, da es für Fußgänger derzeit keine Möglichkeit gibt, die Brücke auf der Chūō-Molen-Seite (Südwest-Ende der Brücke) wieder zu verlassen. Der einzige Zugang befindet sich auf der Wakasu-Seite (Nordost-Ende der Brücke).

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

With other words: You should bring a little time with you if you want to cross the whole bridge. For the time being you have no other choice but to walk the whole way back to where you started, as there is no means for pedestrians to leave the bridge on the Chūō breakwater wall-end of the bridge in the South-West. The only access to the bridge is from the Wakasu-side in the North-East.

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ) - Skyline

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ) - Skyline

Dennoch erfreut sich die Brücke großer Beliebtheit bei den einheimischen Besuchern – und das nicht umsonst. Schließlich lieben die Tōkyōter (besonders die älteren Semester) ihre neuen Großbauwerke. Und wer wirklich die komplette Skyline Tōkyōs auf einen Blick sehen möchte, findet wohl keinen zweiten Punkt im Stadtgebiet. An klaren Tagen kommt noch hinzu: Kaum irgendwo in der Stadt kann der Fuji-san (富士山 / ふじさん) so grandios gesehen werden wie vom höchsten Punkt der Tōkyō Gate Bridge. Auch der Tōkyō Sky Tree (東京スカイツリー) ragt besonders majestätisch aus dem Häusermeer. Und wer einen Blick auf  den Kasai Rinkai Kōen (葛西臨海公園 / かさいりんかいこうえん), Tōkyō Disneyland (東京ディズニーランド) und Tōkyō Disneysea (東京ディズニーシー) werfen möchte, ist hier auch am richtigen Ort. Und das sollten schon schlagende Argumente für einen Besuch sein, auch wenn die Anreise ein bisschen beschwerlich ist (siehe unten). All diejenigen, die sich eine Erlaubnis dazu besorgt haben, finden offensichtlich auch ein Anglerparadies auf der Mole unterhalb der Brücke.

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ) - Kasai Rinkai Kōen (葛西臨海公園)

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ) Kasai Rinkai Kōen (葛西臨海公園)

 

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ) - Tōkyō Disneysea (東京ディズニーシー)

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ) - Tōkyō Disneysea (東京ディズニーシー)

Nevertheless, the bridge enjoys great popularity with local people – and for good reasons. After all the Tōkyōites (especially the elderly ones) love their new mega-buildings. And everyone who wants to see the total of Tōkyō’s skyline at a glace may very well not find another spot that suitable. On clear days one can also enjoy the most spectacular view of Mt. Fuji (富士山 / ふじさん) from the top of the Tōkyō Gate Bridge. Also the Tōkyō Sky Tree (東京スカイツリー) pokes out of the sea of buildings in quite a majestic way. If you want to have a look at the Kasai Rinkai Kōen (葛西臨海公園 / かさいりんかいこうえん), Tōkyō Disneyland (東京ディズニーランド) and Tōkyō Disneysea (東京ディズニーシー), the bridge is also the right location for you. And that should be pretty strong arguments for a visit, even though it’s a bit more troublesome to get to the bridge (see below). All those who have obtained the necessary permit, obviously find an angler’s heaven at the breakwater wall beneath the bridge.

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ) - Sky Tree

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ) - Sky Tree

Tōkyō Gate Bridge (東京ゲートブリッジ)

Öffnungszeiten /Eintritt:
Geöffnet täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass: 16.30 Uhr)
Während des Sommers (1. Juli – 30. September) bleibt die Brücke freitags und samstags von 10 Uhr bis 20 Uhr für Fußgänger geöffnet (letzter Einlass: 19.30 Uhr).
Jeden dritten Dienstag im Monat geschlossen, sowie zusätzlich am 1. Dienstag im Dezember. Fällt einer dieser Tage auf einen Feiertag, bleibt die Brücke an diesem Tag geöffnet, dafür aber am darauf folgenden Werktag geschlossen.
Die Fußgängerpromenade auf der Westseite der vier Fahrbahnen darf nur von Fußgängern benutzt werden. Das Mitbringen (geschweige denn Fahren) von Fahrrädern ist nicht gestattet.

Die Benutzung der Brücke ist für Fußgänger kostenlos.

Übrigens: Die vier Fahrbahnen der Brücke dürfen nur mit Kraftfahrzeugen und Motorrädern über 50ccm befahren werden (Geschwindigkeitsbegrenzung: 50 km/h).

Opening Hours / Admission:
Open daily from 10 am to 5 pm (last entry: 4:30 pm)
During the summer (from July 1st to September 30th) the bridge remains open for visitors from 10 am to 8 pm on Fridays and Saturdays (last entry: 7:30 pm).
The bridge is closed for pedestrians on every third Tuesday of a month and, additionally, on the first Tuesday in December. Should one of those Tuesday be a national holiday, the bridge will be closed on the following day.
The footpath on the westside of the four lanes for car traffic may only be used by pedestrians. It is not allowed to bring along bicycles (let alone ride them).

There is no admission charge for pedestrians.

By the way: The four lanes on the bridge may only be used by cars and motor bikes (more than 50cc), the speed limit is 50 km/h.

Wie man hinkommt:
Mit der Yūrakuchō-Linie (有楽町線 / ゆうらくちょうせん) bis Shin-Kiba (新木場 / しんきば) und von dort mit dem Bus der Linie 11 nach Wakasu-kyanpujō (若洲キャンプ場 / わかすキャンプじょう) an der Südspitze des Wakasu Küstenparks (若洲海浜公園 / わかすかいひんこうえん)(die Busse verkehren allerdings nur ein-, zweimal die Stunde).

Wer gut zu Fuß ist, kann die ca. 4,5 km vom Bahnhof natürlich auch in südlicher Richtung zu Fuß zurück legen, vorbei am Tōkyō Heliport (東京ヘリポート / とうきょうヘリポート) und dem großen Golfplatz, Wakasu Golf Links (若洲ゴルフリンクス / わかすゴルフリンクス). Seien Sie nicht überrascht, wenn die Sie die Zufahrtsstraße parallel zum Golfplatz von gigantischen Netzkonstruktionen überspannt sehen. Sie verhindern, dass Autofahrer (und auch Fußgänger) unverhofft von umherfliegenden Golfbällen heimgesucht werden.

How to get there:
Take the Yūrakuchō line (有楽町線 / ゆうらくちょうせん) to bis Shin-Kiba (新木場 / しんきば) and from there a bus of the line no. 11 to Wakasu-kyanpujō (若洲キャンプ場 / わかすキャンプじょう) at the South side of the Wakasu Coast Park (若洲海浜公園 / わかすかいひんこうえん)(these buses run only once or twice an hour!).

If you don’t mind a little walk, you may also walk the roughly 4.5 km from Shin-Kiba station in southern direction, passing the Tōkyō Heliport (東京ヘリポート / とうきょうヘリポート) and the large golf course, Wakasu Golf Links (若洲ゴルフリンクス / わかすゴルフリンクス). Don’t be surprised to find the streets next to the golf course spanned by rather enormous net-constructions. They prevent golf balls from interfering with the traffic.

Sehen Sie bitte auch / Please also have a look at:
Tōkyō Sky Tree (東京スカイツリー) 
und / and
 Tōkyō Rainbow Bridge (東京レインボーブリッジ)


Koishikawa Kōrakuen – 小石川後楽園

29. November 2010

Gartenbaukunst der Edo-Zeit vom Feinsten
Edo-Era’s Horticulture as its finest
(Der englische Text folgt dem deutschen)
(The English text follows the German text)

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Eines der schönsten Beispiele der Gartenbaukunst aus der Zeit der Tokugawa Shōgune (1603 bis 1868) ist sicher der Koishikawa Kōrakuen (小石川後楽園 / こいしかわこうらくえん), im Zentrum Tōkyōs, im Stadteil Bunkyō (文京 / ぶんきょう) gelegen. Dieser im Jahre 1629 unter Tokugawa Yorifusa (徳川 頼房; dem neunten Sohn des ersten Tokugawa Shōguns, Ieyasu, 徳川 家康) begonnene und von seinem Nachfolger, Tokugawa Mitsukuni (徳川 光圀; dieser wiederum war der dritte Sohn des Tokukawa Yorifusa) fertiggestellte Garten zeigt sich dem Besucher auch heute noch in einer so makellosen Schönheit, dass man glauben könnte, er sei erst gestern angelegt worden. Die knapp 71.000 qm Fläche wurden 1938 der Öffentlichkeit übergeben.

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Surely one of the most beautiful examples of horticulture of the time of the Tokugawa Shōgunes (1603 to 1868) is the Koishikawa Kōrakuen (小石川後楽園 / こいしかわこうらくえん), located in the centre of Tōkyō, in the Bunkyō district (文京区 / ぶんきょうく). Tokugawa Yorifusa (徳川 頼房; the ninth son of the first Tokugawa Shōgun, Ieyasu, 徳川 家康) set the foundations for this garden in 1629. His successor, Tokugawa Mitsukuni (徳川 光圀; his third son) completed it. And still today it is setting an example of the impeccable beauty of Japnese gardens – just as if it was completed only yesterday. The 71,000 sqm of garden grounds were handed over to the public in 1938.

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Der Park steht unter dem besonderen Schutz des japanischen Gesetzes zur Bewahrung der Kulturgüter, sowohl als wichtiges historisches Gut, als auch als Ort von besonderer historischer Bedeutung.
Dieser Park kennt im Grunde überhaupt keine Jahreszeit, in der nicht irgendwo etwas grünt und blüht. Im Herbst aber hüllt er sich in ein festlich-herbstliches Kleid, dessen Farben von frischem Gelbgrün bis zu kräftig dunklem Rot reichen und zieht die Besucher besonders zahlreich an. Auch wenn der Koishikawa Kōrakuen während der Kirschblüte (März/April) besonders sehenswert ist, zeigt er wahrscheinlich nur zur Zeit der Herbstfärbung (später November/früher Dezember), was wirklich in ihm steckt.

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

The park is protected by the Japanese Law for the Preservation of Cultural Assets – as an important historical asset as well as as site of special historical significance.
It doesn’t seem to know a season during the year that doesn’t produce any blossoms. However, during the autumn months Koishikawa Kōrakuen puts on its most festive garnment with a variety of colours expanding from fresh greenish yellow to dark red. And even though the park has its particular charm during the cherry blossom season (March/April), it may only be the autumn foliage (late November/early December) that brings out the best in it.

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Wie man hinkommt:

U-Bahnanbindung:
Toei Ōedo-Linie (大江戸線), U-Bahnhof Iidabashi (飯田橋) – ca. 2 Minuten zu Fuß von dort.
Tōkyō Metro Tōzai-Linie (東西線), Yūrakuchō-Linie (有楽町線) und Namboku-Linie (南北線), U-Bahnhof Iidabashi (飯田橋) – ca. 8 Minuten zu Fuß von dort

Bahnen der Japan Railways (JR):
JR Chūō Sōbu Kankō-Linie (中央・総武緩行線) – kurz: Sōbu-Linie, JR-Bahnhof Iidabashi (飯田橋) – ca. 8 Minuten zu Fuß von dort
JR Chūō Sōbu Kankō-Linie (中央・総武緩行線) – kurz: Sōbu-Linie, JR-Bahnhof Suidobashi (水道橋) (am Tōkyō Dome) – ca. 9 Minuten zu Fuß von dort.

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

How to get there:

Subway-connection:
Toei Ōedo-line (大江戸線), subway station Iidabashi (飯田橋) – about 2 minutes walking distance.
Tōkyō Metro Tōzai-line (東西線), Yūrakuchō-line (有楽町線) and Namboku-line (南北線), subway station Iidabashi (飯田橋) – about 8 minutes walking distance.

Japan Railways (JR)
JR Chūō Sōbu Kankō-line (中央・総武緩行線) – short: Sōbu-line, JR-station Iidabashi (飯田橋) – about 8 minutes walking distance.
JR Chūō Sōbu Kankō-line (中央・総武緩行線) – short: Sōbu-line, JR-station Suidobashi (水道橋) (am Tōkyō Dome) – about 9 minutes walking distance.

Öffnungszeiten / Eintrittsgebühr:

Geöffnet täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr (letzter Einlass um 16.30 Uhr).
Geschlossen während der Neujahrsfeiertage (29. Dezember bis 1. Januar)

Erwachsene: 300 ¥
Senioren (65 Jahre und älter): 150 ¥
Kinder bis einschl. Grundschulalter: frei
Mittelschüler aus Tōkyō bzw. von Tōkyōter Schulen: Frei

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Koishikawa Korakuen - 小石川後楽園

Opening Hours / Admission Fee:

Open daily from 9 a.m. to 5 p.m. (last entry 4.30 p.m.)
Closed during the Year-end holidays (December 29 to January 1)

Adults: ¥300
Seniors (65 and over): ¥150)
No charge for primary school children or younger, and junior high school students living or attending school in Tōkyō).


U-Bahn-Benutzung / Einzelfahrscheine

14. August 2010

(Information in English is available from the Tōkyō Metro’s website: http://www.tokyometro.jp/global/en/)
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U-Bahn-Linien in Tōkyō
Neben den zahlreichen privaten Bahnunternehmen und den Zügen von Japan Rail (JR), gibt es in Tōkyō zwei U-Bahnsysteme: Die mehrheitlich dem Staat gehörende „Tōkyō Metro“ (東京メトロ) und die von der Stadt (bzw. Metropolregierung) betriebene „Toei Subway“ (都営地下鉄 / とえいちかてつ / Toei Chikatetsu). Jede Linie hat ihre eigene Erkennungsfarbe – mit ihr kann sie nicht nur im Linienplan schnell gefunden werden, sondern auch die U-Bahnstationen sind mit entsprechenden Farbsymbolen gekennzeichnet.

Zur Tōkyō Metro gehören die folgenden Linien:
Ginza Linie (orange) (銀座線) (14,3 km)
Marunouchi Linie (rot) (丸ノ内線) (24,2 km)
Hibiya Linie (grau) (日比谷線) (20,3 km)
Tōzai Linie (hellblau) (東西線) (30,8 km)
Chiyoda Linie (grün) (千代田線) (24 km)
Yurakuchō Linie (olivgelb) (有楽町線) (28,3 km)
Hanzōmon Linie (violett) (半蔵門線) (16,8 km)
Namboku Line (blaugrün) (南北線) (21,3 km)
Fukutoshin Linie (braun) (副都心線) (20,2 km)

Linienplan Tōkyō Metro / 東京メトロ

Linienplan Tōkyō Metro / 東京メトロ

Zur Toei Subway gehören folgende Linien:
Asakusa Linie (blassrot) (浅草線) (18,3 km)
Mita Linie (blau) (三田線) (26,5 km)
Shinjuku Linie (gelbgrün) (新宿線) (23,5 km)
Ōedo Linie (magenta-rot) (大江戸線) (40,7 km)

Linienplan Tōei Subway / 東映地下鉄

Linienplan Tōei Subway / 東映地下鉄

Für all diejenigen, die nicht mit einer „Suica“- oder „Pasmo“-Karte unterwegs sind (siehe mein Artikel „Öffentlicher Nahverkehr – Fahrscheine (Suica)“ ), kommt dann irgendwann die Frage: Wie kaufe ich ein Ticket für die Fahrt mit der U-Bahn?

Nichts (oder sagen wir mal besser: wenig) ist leichter als das! Solange man nicht zwischen den Linien der Tōkyō Metro oder der Toei Subway (bzw. anderen Betreibern des öffentlichen Personennahverkehrs) wechselt, ist es wirklich einfach. Und da es auf den Webseiten der jeweiligen Verkehrsbetriebe keine deutsche Beschreibung für den Kauf und die Verwendung von Fahrscheinen gibt, hier eine kleine Zusammenfassung anhand des Ticketsystems der Tōkyō Metro (bei der Toei Subway funktioniert das alles natürlich genauso).

Fahrpreis ermitteln:
In den meisten Stationen gibt es neben oder über den Fahrscheinautomaten eine Tabelle mit den wichtigsten U-Bahn-Stationen im Metropolgebiet und den jeweils zu entrichtenden Fahrpreisen. Wer einen Internetzugriff parat hat, kann sich auch den „Tōkyō Transfer Guide“ (allerdings nur in Englisch) dienen lassen. Leider ist diese Fahrpreistabelle oft nur (wie unten zu sehen) in Japanisch vorhanden (dafür aber auch mit Blindenschrift ausgestattet).

Fahrpreistabelle (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Fahrpreistabelle (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Fahrschein kaufen:
An den Fahrscheinautomaten kann man sowohl Einzelfahrttickets, als auch Tageskarten, als auch andere Karten zu Sondertarifen erwerben. Mehrere zusammen reisende Personen können ihre Fahrscheine „in einem Aufwasch“ kaufen, indem vor dem Geldeinwurf die Personenzahl gewählt wird. Die Maschinen nehmen Münzen und Scheine an (einzelne Maschinen können die Annahme von 2.000 Yen-Scheinen, 5.000 Yen-Scheinen oder 10.000 Yen-Scheinen verweigern).

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Fahrscheinauswahl)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Fahrscheinauswahl)

Werfen Sie den von der Tariftabelle abgelesenen Fahrpreis ein (wenn Sie den Betrag nicht passend haben: kein Problem! Die Maschine gibt Wechselgeld!). Auf dem Display erscheinen die Beträge in den Preisstufen der Fahrpreise simultan mit ihrem Geldeinwurf. Drücken Sie auf den Betrag, der Ihrem gewünschten Fahrpreis entspricht. Ticket und Wechselgeld werden ausgeworfen.

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Münzeinwurf)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Münzeinwurf)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Detail)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Detail)

Sollten Sie Probleme haben, den für Ihr Fahrziel richtigen Fahrpreis zu ermitteln – kein Grund zur Sorge! Kaufen Sie einfach das jeweils günstigste Ticket (160 Yen bei der Tōkyō Metro, 170 Yen bei der Tōei Subway) – den Rest können Sie am Ziel ihrer Reise entrichten (wie das funktioniert, wird weiter unten beschrieben).

U-Bahnbereich betreten:
An der Zugangsschranke zum U-Bahnbereich führen Sie Ihren Fahrschein in den Schlitz oberhalb eines mit 投入口 (Einwurf) bezeichneten großen, grünen Pfeils ein (die Bedienelemente der Schranken befinden sich immer rechts – widerstehen Sie also dem Versuch, „alles mit links“ erledigen zu wollen). Während Sie durch die Zugangsschranke gehen, erscheint Ihr Fahrschein wieder im hinteren Drittel derselben oben. Nehmen Sie den Fahrschein wieder an sich und behandeln Sie ihn während der Fahrt pfleglich – Sie brauchen ihn beim Aussteigen wieder.

Sollte Ihr Fahrschein einen Fehler aufweisen, schließt sich die Zugangsschranke und ein Warnsignal ertönt. Gehen Sie dann wieder zurück und wenden Sie sich an das freundliche Personal, das es in jeder Station gibt (hier wird Ihnen auch geholfen, wenn Sie kein Japanisch können).

U-Bahnzugang (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

U-Bahnzugang (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

U-Bahn-Zugang (Fahrscheineinwurf)

U-Bahn-Zugang (Fahrscheineinwurf)

Benutzen der U-Bahnen:
Während Sie sich auf den U-Bahn-Plattformen bewegen, halten Sie sich immer hinter der weißen bzw. gelben Linie, die einen Sicherheitsabstand bei einfahrenden Zügen gewährleisten soll. Viele Bahnhöfe sind inzwischen mit automatischen Zugangstüren am Bahnsteigrand versehen – die Gefahr, versehentlich auf die Gleise zu geraten, besteht dort nicht mehr. Überall aber halten die Züge genau an der Stelle, an der sich die Zugangstüren bzw. entsprechende Markierungen am Bahnsteigrand befinden. Sie können sich also ganz ordentlich – wie das hier Sitte ist – in einer, bzw. zwei Reihen an den jeweiligen Waggon-Zugängen „in Position bringen“.

Ihr Aussteigen oder Umsteigen im U-Bahnbereich können Sie übrigens vorausschauend planen und sich Wege ersparen: In allen U-Bahnstationen hängen Stationsverzeichnisse der jeweiligen Linie, in denen auch verzeichnet ist, welcher Waggon in welcher Station dem Ausgang, der Rolltreppe oder dem Aufzug am nächsten ist, bzw. von welchem Waggon aus der Umsteigeweg in eine andere Linie besonders kurz ist. Das ist schon deswegen hilfreich, weil die U-Bahnen in Tōkyō immer mit acht bzw. zehn Waggons fahren – also entsprechend lang sind.

Wagenstandsanzeiger (Fukutoshin-sen)

Wagenstandsanzeiger (Fukutoshin-sen)

Beim Ein- und Aussteigen nehmen Sie Rücksicht auf die anderen Reisenden – auch wenn diese nicht immer mit gutem Beispiel voran gehen. In den Hauptverkehrszeiten kann es schon mal etwas ruppiger zugehen – aggressives Verhalten ist aber auch hier nicht angebracht. Vertrauen Sie immer darauf: Im Bewegen von Menschenmassen sind Japaner unerreicht!

Bitte achten Sie auch darauf, dass es auf einigen Linien während der morgendlichen Rush Hour Waggons gibt, die nur von Frauen und kleinen Kindern benutzt werden dürfen – sie befinden sich meist am Anfang oder am Ende des Zuges. Die Bahnsteige sind dort ebenfalls gekennzeichnet.

Hinweis auf Waggon nur für Frauen / Women Only

Hinweis auf Waggon nur für Frauen / Women Only

Das Telefonieren mit Mobiltelefonen ist in den meisten U-Bahnen zwar möglich, wird aber – um es einmal freundlich auszudrücken – nicht gern gesehen. Online-Dienste und E-Mails, die sich in Japan auch auf dem Mobiltelefon großer Beliebtheit erfreuen, dürfen aber genutzt werden. Ausnahme: Wenn Sie sich in der Nähe der so genannten „Courtesy Seats“ (für ältere Mitreisende, Fahrgäste mit körperlichen Gebrechen, Schwangere oder Erwachsene mit Kleinkindern) aufhalten, sollten Sie Ihr Mobiltelefon ganz abschalten.

Im Übrigen gilt: Mobiltelefone sind im „mana mode“ (manner mode) zu betreiben. Sprich: Klingeltöne sind verpönt (sie gelten ganz allgemein als störend) – das Mobiltelefon sollte nur Vibrationsalarme oder Lichtsignale abgeben.

Gutes Benehmen ist in Japan fast schon eine Selbstverständlichkeit – auch in den U-Bahnen. Werfen Sie auch einen Blick auf meinen Artikel: U-Bahn-Etikette.

Fahrpreis-Korrektur:
Zum Verlassen der U-Bahnbereiche führen Sie Ihren Fahrschein wieder in eine der Ausgangsschranken ein.

Sollte Sie Ihre U-Bahnfahrt weiter geführt haben, als Sie ursprünglich geplant hatten (bzw. falls Sie von vornherein ohnehin nur den günstigsten Fahrschein gekauft haben), wird die Ausgangsschranke am Ziel Ihnen das Verlassen des U-Bahnbereichs verweigern. Auch das ist kein Grund zur Panik – man muss auch nicht peinlich berührt deswegen sein, denn das passiert selbst dem gewieftesten U-Bahnfahrer (Einheimischen genauso wie Fremden).

Sollte dies passieren, gehen Sie wieder zurück und suchen Sie den „Fahrpreiskorrektur-Automaten“ (Fare Adjustment Machine) in der Nähe der Ausgangsschranken. Führen Sie ihren Fahrschein in den entsprechenden Schlitz der Maschine ein. Auf dem Bildschirm erscheint der noch zu entrichtende Fahrpreis, den Sie bitte einwerfen (falls Sie den Betrag nicht passend haben – kein Problem, auch hier gibt es Wechselgeld). Anschließend wirft der Automat Ihren Fahrschein wieder aus, mit dem Sie nun ungehindert durch die Ausgangsschranke kommen sollten. Auch hier gilt: Sollte ausnahmsweise mal etwas nicht funktionieren: An jedem Zugang/Ausgang gibt es Personal, das Ihnen weiterhilft.

Die Ausgangsschranken behalten Einzelfahrscheine übrigens ein und bedanken sich auf einem entsprechenden Display.

"Fare Adjustment"-Automat

"Fare Adjustment"-Automat

Umsteigen in andere Linien (auch in Linien der Toei Subway):
Beim Umsteigen in eine andere Linie der Tōkyō Metro müssen Sie meist keine Schranke passieren – die U-Bahnbereiche der Linien sind meist miteinander verbunden, auch wenn Sie unterirdisch schon mal längere Wege zurücklegen müssen.

In einigen Stationen müssen allerdings auch dann die Ausgangssperren passiert werden, wenn in eine andere Linie der Tōkyō Metro umgestiegen werden soll. Passieren Sie in diesem Fall (wie auch, wenn Sie in die Linie eines anderen Betreibers umsteigen) die orange gekennzeichneten Ausgangssperren (die Ihren Fahrschein dann auch nicht „verschlucken“).

Allerdings darf der Umsteigevorgang nicht mehr als 30 Minuten in Anspruch nehmen – sonst ist der Erwerb eines neuen Fahrscheins unumgänglich.

Hinter den Ausgangssperren befinden sich in allen Stationen Lagepläne der näheren Umgebung sowie eine Liste der Ausgänge und Orte, die sich in der Nachbarschaft dieser Ausgänge befinden. Ein tolles System, das auch dem Ortsunkundigen die Orientierung leicht macht. Meist sind die Beschreibungen auch in Englisch vorhanden.

Umgebungsplan (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Umgebungsplan (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Lesen Sie auch:

Öffentlicher Nahverkehr – Tickets (Suica)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette

U-Bahnen in Tōkyō: Teil 1: Fukutoshin-Linie – Kita-Sandō

U-Bahnen in Tōkyō: Teil 2: Fukutoshin-Linie – Shibuya

U-Bahnen in Tōkyō: Teil 3: Fukutoshin-Linie – Shinjuku-sanchōme


U-Bahnen in Tōkyō (Teil 1)

21. May 2009

Beispiel: Fukutoshin-Linie (副都心線)
Teil 1: Kita-Sandō (北参道)

01-Kita-Sandou

Tōkyō ist eine in besonderem Maße „mobile“ Stadt – und auf den täglichen Wegen durch die Metropole spielt die U-Bahn eine zentrale Rolle. Sie ist zwar nicht immer ein schnelles, dafür aber verlässliches Fortbewegungsmittel, das die Stadt vor dem permanenten Verkehrskollaps bewahrt.

Das U-Bahn-System Tōkyōs wird von zwei unterschiedlichen Betreibergesellschaften zur Verfügung gestellt:

So gibt es nicht nur die acht Linien der “Tōkyō Metro”(東京メトロ), einer Aktiengesellschaft im Besitz der öffentlichen Hand, sondern auch noch vier weitere Linien der “Toei Chikatetsu” (都営地下鉄), die vom Verkehrsamt der Präfektur Tōkyō betrieben werden. Beide Unternehmen haben ihr eigenes Preis- und Fahrkartensystem, was U-Bahnfahrten innerhalb der Stadt nicht gerade leichter macht. Aber der gewiefte Leser dieses Blogs weiß spätestens seit dem Artikel zum Fahrkartenkauf (Öffentlicher Nahverkehr), dass er sich darüber keine Gedanken zu machen braucht.

Hier ein Überblick über das gesamte Streckennetz der U-Bahnen von Tōkyō:
Tokyo Metro Network

Anhand der im Juni 2008 eröffneten U-Bahnstrecke der Fukutoshin-Linie (副都心線), die zum Verbund der “Tōkyō Metro”(東京メトロ) gehört, möchte ich einen kleinen Einblick in die Welt “unter Tage” geben und fange damit mit meiner “Haus”-Station, Kita-Sandō (北参道) an. Bevor wir allerdings die U-Bahn-Station betreten, wollen wir uns auf das richtige Benehmen in den U-Bahnen der Stadt vorbereiten. Deswegen gibt es hier erst mal einen

U-Bahn-Knigge

Mobiltelefone
Mobiltelefone immer auf „silent mode“ (in Japaner auch „manner mode“ genannt) schalten und während der Fahrt von Telefonaten Abstand nehmen. Die in Deutschland zum “guten Ton” gehörenden Klingeltöne bei Mobiltelefonen sind in der Öffentlichkeit ebenso verpöhnt wie laute, lange Telefonate.
In der Nähe der so genannten „Höflichkeits“-Sitzplätze (Courtesy Seats) (siehe unten) das Mobiltelefon ganz abschalten.

„Höflichkeits“-Sitzplätze (Courtesy Seats)
Am Ende jedes Waggons befinden sich die so genannten „Höflichkeits“-Sitzplätze. Diese sind für diejenigen frei zu machen, die sie nötiger haben als man selbst (was man selbstverständlich auch auf allen anderen Sitzplätzen in den U-Bahnen so halten sollte). Die „Courtesy Seats“ erkennt man an dem entsprechenden Aufkleber am Fenster.

Höflichkeits-Sitze / Courtesy Seats

Höflichkeits-Sitze / Courtesy Seats

Waggons nur für Frauen (Women-only cars)
Während der morgendlichen Hauptverkehrszeiten (üblicherweise bis 9.30 Uhr) sind bestimmte Waggons in den U-Bahnen Frauen und Kindern vorbehalten. Man erkennt die Abschnitte, in denen diese Waggons halten, anhand von entsprechenden Markierungen auf den Bahnsteigen.

Waggon nur für Frauen

Waggon nur für Frauen

Zurück zur Fukutoshin-Linie (副都心線):
Sie verbindet auf ihrer ca. 20 Kilometer langen Strecke den westlichen Teil der Innenstadt Tōkyōs zwischen Ikebukuro (池袋) im Norden und Shibuya (渋谷) im Südwesten. Die nördlichen Stationen bieten direkten Anschluss an die Yūrakuchō-Linie (有楽町線), deren Bahnhöfe zwischen Wakōshi (和光市) und Kotake-Mukaihara (小竹向原) gemeinsam genutzt werden. Auf ihrer Strecke entlastet sie in erster Linie die oft heillos überfüllten Züge der Yamanote-Linie (山手線), die die Innenstadt Tōkyōs umkreist. Gleichzeitig soll mit ihr der Autoverkehr auf der Meiji Dōri (明治通り) (deren Straßenverlauf sie unterirdisch folgt) entlastet werden.

Kita-Sandō (北参道) - Wandrelief
Kita-Sandō (北参道) – Wandrelief

 Hier ein Blick auf den Bahnsteig der Züge in Richtung Shinjuku-sanchōme:

Kita-Sandō

Kita-Sandō

Weitere optische Eindrücke von der Station Kita-Sandō (北参道) und den dort verkehrenden, verschiedenen Bahnen. Übrigens: Die anderen U-Bahn-Linien Tōkyōs sind ganz leicht anhand ihrer Waggon-Farben zu identifizieren – nicht so die Züge der Fukutoshin-Linie.

Weitere Artikel zum Thema:

U-Bahnen in Tōkyō - Teil 2: Fukutoshin-Linie, Shibuya
U-Bahnen in Tōkyō – Teil 3: Fukutoshin-Linie, Shinjuku-sanchōme
Öffentlicher Nahverkehr – Fahrscheine

U-Bahn-Etikette / Subway-Etiquette


Jōren-ji (乗蓮寺) / Tōkyō Daibutsu (東京大仏)

25. April 2009

Tōkyōs große Buddha-Statue

00-jorenjiWenn in Japan über große Buddhastatuen gesprochen wird, denken viele an den im Freien sitzenden Daibutsu (大仏) in Kamakura oder seinen noch mächtigeren „Bruder” in Nara. Dass Tōkyō aber seinen eigenen Daibutsu hat, wissen nicht ganz so viele. Und der ist mit gewaltigen 13 Metern Höhe sogar der drittgrößte des Landes. Er residiert auf dem Gelände des Jōren-ji (乗蓮寺 / じょうれんじ) im nordwestlichen Stadtteil Itabashi (板橋 / いたばし) und ist, obwohl (und vielleicht weil) man über ihn in vielen Reiseführern wenig oder auch gar nichts lesen kann, mehr als einfach nur einen Ausflug wert.

Jōren-ji Haupttor

Jōren-ji Haupttor

Die vielleicht etwas längere Anfahrt und der kleine Fußmarsch (den der Fußkranke natürlich auch durch eine Busfahrt abkürzen kann) zum Jōren-ji und seinem Daibutsu lohnen auf jeden Fall, denn die gesamte Tempelanlage ist sehenswert. Sie gehört zu meinen Lieblingsorten in Tōkyō; ein Platz für alle, die nicht nur etwas Hübsches sehen, sondern auch die Seele baumeln lassen wollen. Zudem kann der Jōren-ji auf eine – im wahrsten Sinne des Wortes – bewegte Vergangenheit zurück blicken. Er wurde vor ungefähr 800 Jahren während der Kamakura-Periode (1185 bis 1333) an der stark frequentierten Nakasendo Fernstraße gegründet, was dafür sorgte, dass er im ganzen Land bekannt wurde.

Während der Edo-Zeit (1600 bis 1868) war der Jōren-ji ein bevorzugter Ruheort der Tokugawa Shōgune. Noch heute werden dort elegante Tische und Geschirr aus dieser Zeit aufbewahrt.

Als die alte Fernstraße durch einen modernen Expressway ersetzt wurde (1973), musste der komplette Tempel an einen neuen Ort (den jetzigen) verlegt werden. Man entschied sich für das Areal, auf dem einst die Burg von Akatsuka gestanden hatte, einen Ort schwerer Gefechte in alten Zeiten. Um die Geister der hier gefallenen Soldaten zu beruhigen, stellte man 1977 den großen Buddha auf. Er soll ursprünglich mal goldfarben gewesen sein – davon ist heute nichts mehr zu sehen. Er ist wirklich sehr ebenmäßig graphitfarben, fast schwarz. Die 22 Tonnen der Skulptur strahlen Ruhe und Ausgeglichenheit aus.

Tōkyō Daibutsu / 東京大仏

Tōkyō Daibutsu / 東京大仏

Tōkyō Daibutsu / 東京大仏

Tōkyō Daibutsu / 東京大仏

Tōkyō Daibutsu / 東京大仏

Tōkyō Daibutsu / 東京大仏

Auf dem Gelände des  Jōren-ji sind u.a. auch die sieben Glücksgötter (Shichifukujin / 七福神 / しちふくじん) zu finden.

Shichifukujin / 七福神

Shichifukujin / 七福神

Außerdem einen ganz besonders fröhlichen Hotei und die etwas gruselig wirkende Statute des “Dämons der Geduld”.

Hotei

Hotei

Demon of Patience

Demon of Patience

Die gepflegte Tempelanlage ziert ein kleiner Teich, in dem die wohl „frechsten” Karpfen der Stadt wohnen – schon allein das Nahen eines Besuchers nehmen sie zum Anlass, förmlich aus dem Wasser zu springen. Mitten in dem von einem Fels-Landschaftsgarten umgebenen Teich thront ein goldener Schrein auf einer kleinen Insel.

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji / 乗蓮寺

Jōren-ji / 乗蓮寺

Wie kommt man zum Tōkyō Daibutsu?
Am besten mit der U-Bahnlinie Fukutoshin (副都心線) bzw. der ab Ikebukuro die gleiche Strecke befahrenden Yūrakuchō-Linie (有楽町線 / ゆうらくちょうせん) in Richtung Wakōshi (和光市 / わこうし) bis Chikatetsu Akatsuka (地下鉄赤塚 / ちかてつ あかつか). Hier nimmt man den nordöstlichen Ausgang (Zugende) und biegt gleich bei nächster Gelegenheit in nördlicher Richtung (i.e. nach links) von der  Kawagoe Kaido (川越街頭 / かわごえかいとう) in die Akatsuka Chūō Dōri (赤塚中央通り / あかつかちゅうおうどおり) ab. Nach ca. 100 Metern überquert man die Schienen der Tōbu Tōjō-Linie (東武東上線) an der Station Shimo-Akatsuka (下赤塚 / しもあかつか) und folgt weiter der Akatsuka Chūō Dōri, bis man nach ca. 1,5 km von Schildern in Richtung Akatsuka Botanical Garden (板橋区立赤塚植物園) und Tōkyō Daibutsu (東京大仏) gewiesen wird.

Auf dem Weg dorthin kommt man kurz vor dem Tōkyō Daibutsu auf einer leichten Anhöhe an der sehenswerten Tempelanlage des Shōgetsu-in vorbei, die einen Abstecher lohnt.

Öffnungszeiten des Jōren-ji:
April bis September: 8 Uhr bis 16.30 Uhr
Oktober bis März: 8 Uhr bis 16 Uhr
Eintritt frei

Auch ganz in der Nähe:

Botanischer Garten von Akatsuka (板橋区立赤塚植物園)
Öffnungszeiten:
März bis November: 9 Uhr bis 16.30 Uhr
Dezember bis Februar: 9 Uhr bis 16 Uhr
Eintritt frei


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