U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette

7. June 2010

Gutes Benehmen kommt nicht von ungefähr
There is a good reason for good behaviour

(Der englische Text folgt dem deutschen)
(The English text follows the German text)

あっ!危ないですよ (Ah! Das ist aber gefährlich!)

あっ!危ないですよ (Ah! Das ist aber gefährlich!)

Dass Japaner sich im Allgemeinen sehr „zivilisiert“ benehmen, ist ja fast schon sprichwörtlich. Doch auch im Land der allenthalben gelebten Disziplin gibt es immer noch Verbesserungspotenzial. Gerade in den Städten, wo schon allein die unvorstellbare Menschenmenge ein ganz besonderes Maß an Rücksichtnahme und Benimm verlangt, lässt man nichts unversucht, um auf möglichst unaufdringliche Art und Weise ein gedeihliches Miteinander zu fördern. So gibt es gerade im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel eine Fülle von Hinweisschildern, die offensichtlich auf nur scheinbar Selbstverständliches aufmerksam machen

It’s almost common knowledge that the Japanese are usually very civilised people. But even in a country with such an exemplary discipline there is always room for improvement. Especially in the cities with their huge crowds of people considerateness and proper conduct is essential. Hence various measures are taken in order to achieve a smooth way of dealing with a life in the crowds. Public transport is particularly crucial in this respect. That’s why this is the area where one would find a vast number of instructive signs which draw the reader’s attention to rules obviously not observed by everybody. 

Benutzung der Rolltreppe / Use of the Escalator

Benutzung der Rolltreppe / Use of the Escalator

Bahnsteig-Regeln / Platform Rules

Bahnsteig-Regeln / Platform Rules

Pfiffig gemacht sind die saisonal wechselnden Benimm-Plakate in den U-Bahnstationen, von denen ich unten vier aus der jüngeren Vergangenheit zum Allerbesten geben möchte (zur vergrößerten Ansicht bitte anklicken – danach öffnet sich das jeweilige Bild, das dann noch einmal angeklickt und zum Originalformat vergrößert werden kann)

Die Hinweise in englischer Sprache tun ganz besonders Not, da in Japan Ausländer oft nicht nur aufgrund ihres Aussehens erkannt werden können (was z.B. bei Koreanern und Chinesen selbst Einheimischen bisweilen schwer fällt), sondern meist aufgrund ihres „schlechten“ Benehmens.

Ein bisschen dieses wohlmeinenden, nicht mit allzu viel Bierernst daher kommenden „U-Bahn-Knigge“ würde in anderen Ländern dieser Welt sicher noch viel weniger schaden können als hier. Hier ein paar Beispiele aus dem Bereich der “Tokyo Metro”.

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (03/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (03/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (04(2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (04/2010)

The seasonal „manner“-posters found at subway stations are rather cute. I’m going to show you some examples of the recent past (click the images in order to enlarge them – once clicked the pictures are being extracted from the article and can be enlarged to their original format by clicking them once again).

It’s absolutely worthwhile that these posters also include English explanations, as one very often distinguishes foreigners in Japan by their „bad“ manners rather than their looks (after all, even Japanese have their difficulties distinguishing Koreans or Chinese from their own folks.

A little of this well-meaning „Subway Ms Manners“ which doesn’t come along too deadly seriously would harm other countries even less than Japan. Here are some examples of the Tokyo Metro’s campaign.

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (05/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (05/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (06/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (06/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (07/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (07/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (08/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (08/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (09/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (09/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (10/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (10/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (11/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (11/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (12/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (12/2010)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (01/2011)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (01/2011)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (02/2011)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (02/2011)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (03/2011)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette (03/2011)

Ab April 2011 wartet die Tokyo Metro mit einer neuen Kampagne für gutes Benehmen in der U-Bahn auf.
From April 2011 the Tokyo Metro has started a new campain for good behaviour on the subway.

April 2011 / Apil 2011

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (04/2011)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (04/2011)

Mai 2011/May 2011

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (05/2011)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (05/2011)

Juni 2011 / June 2011

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (06/2011)

Juli 2011 /July 2011

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (07/2011)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (07/2011)

August 2011 / August 2011

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (08/2011)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (08/2011)

September 2011/September 2011

 

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (09/2011)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (09/2011)

Oktober 2011/October 2011

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (10/2011)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (10/2011)

November 2011/November 2011

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (11/2011)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (11/2011)

Dezember 2011 / December 2011

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (12/2011)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (12/2011)

Januar 2012 / January 2012

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (01/2012)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (01/2012)

Februar 2012 / February 2012

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (02/2012)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (02/2012)

März 2012 / March 2012

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (03/2012)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (03/2012)

Mit dem Ablauf des Fiskaljahres 2011/2012 am 31. März hat Tokyo Metro anscheinend eingesehen, dass die Tierbilder des vergangenen Jahres viel zu niedlich waren, als dass sie wirklich eine ermahnende Wirkung hätten entfalten können. Jedenfalls ist man mit dem April 2012 wieder zu den etwas plakativeren Aufforderungen übergegangen.

With the end of the fiscal year 2011/2012 on March 31st Tokyo Metro has appearantly realised that last year’s animal pictures were – maybe – a touch to cute to really have an admonishing effect. Anyway, with April 2012 they went back to the somewhat more striking kind of request.

April 2012 / April 2012

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (04/2012)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (04/2012)

Mai 2012 / May 2012

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (05/2012)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (05/2012)

Hier noch ein paar Beispiele einer ähnlichen Aktion, die in den Bahnhöfen und Bahnen des zweiten U-Bahn-Betreibers, Toei Subway, zu sehen ist. Die Toei-Subway verzichtet meist auf Zweisprachigkeit – welches Fehlverhalten angeprangert wird, erschließt sich aber auch dem nicht Sprachkundigen.

Here are some examples of a similar campaign in the stations and trains of the second subway-company in the city, Toei Subway. The Toei Subway usually does without bilingual explanations – but also here it’s pretty obvious what kind of misbehaviour should be avoided.

Geben Sie die so genannten “Courtesy Seats” für Bedürftige frei / Keep the so-called courtesy seats free for those who really need them.

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (Toei Subway)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (Toei Subway)

Stören Sie Ihre Mitreisenden nicht durch rücksichtsloses Verhalten (rücksichtsloses Sitzen, Essen in der U-Bahn, übergroßes Gepäck, lautes Musikhören, Versperren des Eingangs etc. / Don’t inconvenience others by incosiderate behavious (ruthless sitting behaviour, eating on the subway, oversized luggage, listening to loud music, blocking the enties etc.)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (Toei Subway)

Benutzen Sie Ihr Mobiltelefon nicht in der Nähe der “Courtesy Seats” / Don’t use your mobile phone while next to “courtesy seats”

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (Toei Subway)

U-Bahn-Etikette /Subway Etiquette (Toei Subway)


U-Bahnen in Tōkyō (Teil 3)

26. May 2009

Beispiel: Fukutoshin-Linie (副都心線)
Teil 3: Shinjuku-sanchōme (新宿三丁目)

Shinjuku-sanchōme eki (新宿三丁目駅)

Shinjuku-sanchōme eki (新宿三丁目駅)

Zum Abschluss meiner kleinen U-Bahn-Trilogie schauen wir uns heute die Station Shinjuku-sanchōme (新宿三丁目) etwas näher an. Auf der Strecke von Shibuya (渋谷) nach Ikebukuro (池袋) ist sie nach Shibuya (渋谷) der erste Halt für Expresszüge. Für die regulären U-Bahnen folgt sie nach der Station Kita-sandō (北参道).

Shinjuku-sanchōme (新宿三丁目) - Zugang

Shinjuku-sanchōme (新宿三丁目) - Zugang

Wie auch die anderen Stationen entlang der 2008 eingeweihten Fukutoshin-Linie (副都心線), ist die U-Bahnstation Shinjuku-sanchōme (新宿三丁目) funkel-nagelneu und stellt dabei ein schönes Beispiel für das Lebensgefühl in Tōkyō dar, das von Funktionalität und peinlicher Sauberkeit geprägt ist.

Shinjuku-sanchōme (新宿三丁目) - Glasmalerei

Shinjuku-sanchōme (新宿三丁目) - Glasmalerei

Neben der Fukutoshin-Linie (副都心線) verkehren hier folgende U-Bahnlinien:

- Tokyo Metro Marunouchi Line (東京地下鉄丸ノ内線)
- Toei Shinjuku Line (新宿線)

Und hier noch ein paar weitere Eindrücke von der strahlenden Erscheinung, die die U-Bahnsteige von Shinjuku-sanchōme (新宿三丁目) machen:

Shinjuku-sanchōme eki (新宿三丁目駅)

Shinjuku-sanchōme eki (新宿三丁目駅)

Shinjuku-sanchōme eki (新宿三丁目駅)

Shinjuku-sanchōme eki (新宿三丁目駅)

Shinjuku-sanchōme eki (新宿三丁目駅)

Shinjuku-sanchōme eki (新宿三丁目駅)

Jenseits der Bahnsteig sperren, geht es rings um die Gleise etwas “sachlicher” zu:

Shinjuku-sanchōme eki (新宿三丁目駅)

Shinjuku-sanchōme eki (新宿三丁目駅)

Übrigens: Bei Fahrten mit den U-Bahnen der Stadt muss man keine Angst haben, selbst in überfüllten Waggons keine Möglichkeit zu finden, sich festzuhalten. Halteschlaufen und -Stangen sind in ausreichender Anzahl in allen Bereichen der Waggons vorhanden.

Fukutoshin Linie (副都心線)

Fukutoshin Linie (副都心線)

Weitere Artikel zu diesem Thema:
U-Bahnen in Tōkyō – Teil 1: Fukutoshin-Linie, Kita-Sandō
U-Bahnen in Tōkyō – Teil 2: Fukutoshin-Linie, Shibuya
Öffentlicher Nahverkehr – Fahrscheine

U-Bahn-Etikette / Subway-Etiquette


U-Bahnen in Tōkyō (Teil 1)

21. May 2009

Beispiel: Fukutoshin-Linie (副都心線)
Teil 1: Kita-Sandō (北参道)

01-Kita-Sandou

Tōkyō ist eine in besonderem Maße „mobile“ Stadt – und auf den täglichen Wegen durch die Metropole spielt die U-Bahn eine zentrale Rolle. Sie ist zwar nicht immer ein schnelles, dafür aber verlässliches Fortbewegungsmittel, das die Stadt vor dem permanenten Verkehrskollaps bewahrt.

Das U-Bahn-System Tōkyōs wird von zwei unterschiedlichen Betreibergesellschaften zur Verfügung gestellt:

So gibt es nicht nur die acht Linien der “Tōkyō Metro”(東京メトロ), einer Aktiengesellschaft im Besitz der öffentlichen Hand, sondern auch noch vier weitere Linien der “Toei Chikatetsu” (都営地下鉄), die vom Verkehrsamt der Präfektur Tōkyō betrieben werden. Beide Unternehmen haben ihr eigenes Preis- und Fahrkartensystem, was U-Bahnfahrten innerhalb der Stadt nicht gerade leichter macht. Aber der gewiefte Leser dieses Blogs weiß spätestens seit dem Artikel zum Fahrkartenkauf (Öffentlicher Nahverkehr), dass er sich darüber keine Gedanken zu machen braucht.

Hier ein Überblick über das gesamte Streckennetz der U-Bahnen von Tōkyō:
Tokyo Metro Network

Anhand der im Juni 2008 eröffneten U-Bahnstrecke der Fukutoshin-Linie (副都心線), die zum Verbund der “Tōkyō Metro”(東京メトロ) gehört, möchte ich einen kleinen Einblick in die Welt “unter Tage” geben und fange damit mit meiner “Haus”-Station, Kita-Sandō (北参道) an. Bevor wir allerdings die U-Bahn-Station betreten, wollen wir uns auf das richtige Benehmen in den U-Bahnen der Stadt vorbereiten. Deswegen gibt es hier erst mal einen

U-Bahn-Knigge

Mobiltelefone
Mobiltelefone immer auf „silent mode“ (in Japaner auch „manner mode“ genannt) schalten und während der Fahrt von Telefonaten Abstand nehmen. Die in Deutschland zum “guten Ton” gehörenden Klingeltöne bei Mobiltelefonen sind in der Öffentlichkeit ebenso verpöhnt wie laute, lange Telefonate.
In der Nähe der so genannten „Höflichkeits“-Sitzplätze (Courtesy Seats) (siehe unten) das Mobiltelefon ganz abschalten.

„Höflichkeits“-Sitzplätze (Courtesy Seats)
Am Ende jedes Waggons befinden sich die so genannten „Höflichkeits“-Sitzplätze. Diese sind für diejenigen frei zu machen, die sie nötiger haben als man selbst (was man selbstverständlich auch auf allen anderen Sitzplätzen in den U-Bahnen so halten sollte). Die „Courtesy Seats“ erkennt man an dem entsprechenden Aufkleber am Fenster.

Höflichkeits-Sitze / Courtesy Seats

Höflichkeits-Sitze / Courtesy Seats

Waggons nur für Frauen (Women-only cars)
Während der morgendlichen Hauptverkehrszeiten (üblicherweise bis 9.30 Uhr) sind bestimmte Waggons in den U-Bahnen Frauen und Kindern vorbehalten. Man erkennt die Abschnitte, in denen diese Waggons halten, anhand von entsprechenden Markierungen auf den Bahnsteigen.

Waggon nur für Frauen

Waggon nur für Frauen

Zurück zur Fukutoshin-Linie (副都心線):
Sie verbindet auf ihrer ca. 20 Kilometer langen Strecke den westlichen Teil der Innenstadt Tōkyōs zwischen Ikebukuro (池袋) im Norden und Shibuya (渋谷) im Südwesten. Die nördlichen Stationen bieten direkten Anschluss an die Yūrakuchō-Linie (有楽町線), deren Bahnhöfe zwischen Wakōshi (和光市) und Kotake-Mukaihara (小竹向原) gemeinsam genutzt werden. Auf ihrer Strecke entlastet sie in erster Linie die oft heillos überfüllten Züge der Yamanote-Linie (山手線), die die Innenstadt Tōkyōs umkreist. Gleichzeitig soll mit ihr der Autoverkehr auf der Meiji Dōri (明治通り) (deren Straßenverlauf sie unterirdisch folgt) entlastet werden.

Kita-Sandō (北参道) - Wandrelief
Kita-Sandō (北参道) – Wandrelief

 Hier ein Blick auf den Bahnsteig der Züge in Richtung Shinjuku-sanchōme:

Kita-Sandō

Kita-Sandō

Weitere optische Eindrücke von der Station Kita-Sandō (北参道) und den dort verkehrenden, verschiedenen Bahnen. Übrigens: Die anderen U-Bahn-Linien Tōkyōs sind ganz leicht anhand ihrer Waggon-Farben zu identifizieren – nicht so die Züge der Fukutoshin-Linie.

Weitere Artikel zum Thema:

U-Bahnen in Tōkyō - Teil 2: Fukutoshin-Linie, Shibuya
U-Bahnen in Tōkyō – Teil 3: Fukutoshin-Linie, Shinjuku-sanchōme
Öffentlicher Nahverkehr – Fahrscheine

U-Bahn-Etikette / Subway-Etiquette


Öffentlicher Nahverkehr – Fahrscheine

14. April 2009

(Beispiel für den Großraum Tōkyō/Kanto: Suica)
(English version here)

Der Großraum Tōkyō/Kanto (wie das ganze Land) verfügt über eine erstklassige Nahverkehrsinfrastruktur und gleichzeitig auch auch über ein System, das ein Fahren mit dem “falschen Fahrschein” nicht gestattet (und praktisch auch unmöglich macht). Befürchtungen, als wenig Orts- und Sprachkundiger vor unüberwindbare Hürden beim Kauf des “richtigen Fahrscheins” gestellt zu werden, sind allerdings unbegründet.

Ich möchte auf die verschiedenen Hinweise, die man bezüglich des Fahrscheinkaufs immer wieder mal liest, hier nicht weiter eingehen, sondern jedem Besucher, der sich für länger als nur zwei, drei Tage in der Kanto-Region (die Region rund um Tōkyō) aufhält, empfehlen, sich gleich nach der Ankunft eine „Suica”-Karte (“Super Urban Intelligent Card”) (Bild) zu besorgen.

Es handelt sich hierbei um kreditkartengroße Chipkarten, die mit Bargeld „aufgeladen” werden können. Beim Passieren der Zugangssperren zu den Bahnanlagen, bzw. beim Betreten der Busse, hält man diese Karten auf eine blau leuchtende Lesefläche, die dann den der Fahrt entsprechenden Preis vom auf der Karte gespeicherten Guthaben abbucht. D.h. bei Bahnfahrten „merkt” sich die Karte die Einstiegsstation und bucht dann beim Verlassen der Zielstation den entsprechenden Fahrpreis automatisch ab. Bei Busfahrten wird i.d.R. ein Universalfahrpreis (er ist im Raum Tōkyō meist unabhängig von der Fahrstrecke) beim Besteigen des Busses abgebucht.

Ein unerhört unkompliziertes Verfahren, da die Karte Nahverkehrsbetriebs-übergreifend eingesetzt werden kann und die Karte auch Umsteigeaktionen zwischen den Betreibern der einzelnen Fuhrunternehmen „beherrscht”. Im Großraum Tōkyō operieren nämlich nicht nur Japan Rail (JR East) und zwei verschiedene U-Bahnbetreiber, sondern auch mehrere Privatbahnen und Busbetriebe, die alle ihr eigenes Fahrpreissystem haben.

Aber wie kommt man an eine solche „Suica”? Bei Japan Rail (JR East) gibt es bereits Automaten, an denen man solche Karten „kaufen” kann (die Karte selbst kostet eine einmalige Gebühr von 500 Yen). Ein Beispiel eines solchen Automaten sieht man auf Bild 1.
Sollten derartige Automaten nicht vorhanden sein, gibt es in fast jedem Bahnhof von Japan Rail (JR East) ein „midori-no-madoguchi” (Bild 2) – dort bekommt man seine „Suica” auf jeden Fall.

Der Aufladevorgang für diese Karten ist denkbar einfach, weil fast alle Automaten der Bahn- und U-Bahnbetreiber auch Englisch „sprechen”. Anhand eines Automaten von Japan Rail (JR East) habe ich den Aufladevorgang bildhaft dokumentiert (die Automaten der anderen Betreiber sehen etwas anders aus, die Bedienmenüs sind auch ein bisschen anders aufgebaut, aber der Aufladevorgang geht überall gleich vonstatten). Die richtigen Automaten erkennt man an der Aufschrift „Suica” und/oder „PASMO”) (Bild 3).

  • Zunächst drückt man den Knopf zu Sprachanwahl (Bild 4) (bei vielen Automaten wird die Sprache per Touchscreen ausgewählt).
  • Anschließend führt man seine „Suica” in den entsprechend gekennzeichneten Eingabeschlitz ein (keine Angst davor, den „falschen Schlitz” zu erwischen – die anderen „passen” ganz einfach nicht) (Bild 5).
  • Anschließend erscheint ein Bildschirm, auf dem der gewünschte Aufladebetrag angetippt werden kann (Bild 6); viele Automaten zeigen auch das noch vorhandene Guthaben an.
  • Daraufhin wird man aufgefordert, den gewünschten Betrag über den entsprechenden Eingabeschlitz zuzuführen (Bild 7 und Bild 8). Sollte man nicht die passende Stückelung mit sich führen – kein Problem! Die Automaten geben Wechselgeld in Scheinen aus.
  • Am Ende des Aufladevorgangs fragen fast alle Automaten danach, ob man eine Quittung wünscht oder nicht (Bild 9) – spätestens, wenn man hier entsprechend bestätigt hat, spuckt der Automat die Suica (sowie ggf. Wechselgeld und Quittung) wieder aus. Und schon kann man wieder völlig unbeschwert seine Reise fortsetzen.

Übrigens: Sollte die Suica beim Verlassen von Bahn- oder U-Bahnstationen feststellen, dass das vorhandene Guthaben für den Gesamtfahrpreis nicht ausreicht: Kein Problem! Die Ausgangsschranke bleibt dann verschlossen, und man kann an einer „Fare Adjustment Machine”, die sich im Ausgangsbereich jeder Station befindet, das fehlende Restgeld auf die Karte laden.

Das System ist wirklich narrensicher und bequemer als alles, was ich in Deutschland je erlebt habe.

Übrigens sind die Karten, die JR East ausgibt, nicht nur auch weit über das Stadtgebiet von Tōkyōs einsetzbar, sondern werden auch in Supermärkten, Convenience-Stores, Taxis etc. als Zahlmittel akzeptiert.

Lesen Sie auch:
U-Bahn-Etikette / Subway-Etiquette


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.