Takao-san (高尾山)

26. September 2009

Ein (manchmal) überlaufenes Refugium
A (sometimes) crowded hideway
(Der englische Text folgt dem deutschen)
(English Text follows the German Text) 00 Takaosan Yakuōin Yūkiji

Selbst dem eingefleischtesten Stadtmenschen kann es passieren, dass ihm die Betonwüste Tōkyōs zu viel wird, dass die zauberhaften Parks und Gärten der Stadt nicht mehr genug “Grün” bieten und man sich einfach nach einer kräftigeren Ladung “Natur” sehnt.
Für all jene ist der “Hausberg Tōkyōs”, der Takao-san (高尾山 / たかおさん) das wohl populärste Ziel. Er liegt am Rand des westlichen Stadtteils Hachiōji (八王子 / はちおうじ), eines Vorortes mit etwa 600.000 Einwohnern und ist kinderleicht vom Zentrum Tōkyōs in weniger als einer Stunde von Shinjuku Bahnhof aus zu erreichen (weitere Details für die Anreise sind im Abschnitt „Wie man zum Takao-san kommt“ am Ende des Artikels zusammen gefasst).

Takao-san - Cable Car/Seilbahn

Takao-san - Cable Car/Seilbahn

It may happen at times that the concrete jungle of Tōkyō gets too much for even the most confirmed urbanite, when the lovely parks and gardens are simply not “green enough” any more, when one yearns for a stronger “touch of nature”. One of the most popular destinations for all those is Mt. Takao (高尾山 / たかおさん) – in the western part of Tōkyō, in the city of Hachiōji (八王子 / はちおうじ), a suburb with roughly 600,000 inhabitants. It’s easy to reach from the centre of Tōkyō, and less than an hour away from Shinjuku Station (for further details, please refer to the “how to get there”-section below).

Takao-san Wanderkarte/Hiking Map

Takao-san Wanderkarte/Hiking Map

Man kann den Gipfel des Takao-san auf neun verschiedene Arten erreichen: Eine Seilbahn und ein Sessellift, die den Besucher ungefähr auf halbe Höhe des Berges bringen (und dabei auch den steilsten Teil des Auf- oder Abstiegs ersparen), und sieben verschiedene Wege für vergleichsweise leichte Wanderungen – bei der Ausrüstung muss man lediglich an ein paar bequeme Laufschuhe denken.
Mein Vorschlag: Man nehme die „Inariyama-Route“ (稲荷山コース / いなりやまコース) (3,1 km / 90 Minuten) auf der Westseite des Berges für den Aufstieg. Auch wenn dieser Aufstieg vielleicht ein bisschen felsiger und anstrengender als die anderen ist, so empfand ich ihn doch immer als besonders angenehm, auch weil er der am wenigsten überlaufene ist. Auf dem Weg nach oben eröffnen sich atemberaubende Blicke hinunter nach Hachiōji und – falls man Glück hat – bis nach Shinjuku im Osten und Mt. Fuji im Südwesten. Der Wanderweg Nr. 6 (3,3 km, auch ungefähr 90 Minuten) hat ebenfalls seinen Charme, da er vorbei an einem kleinen Schrein und einem romantischen Wasserfall führt und sich über den ersten Teil des Aufstiegs entlang eines Bergbachs den Berg hinauf windet.
Große Übersichtstafeln an den Talstationen der Seilbahn und des Sessellifts erleichtern übrigens die Orientierung und die Auswahl des gewünschten Wanderweges.

Blick nach Hachiōji / View to Hachiōji

Blick nach Hachiōji / View to Hachiōji

Herbst am Takao-san / Autumn on Mt. Takao

Herbst am Takao-san / Autumn on Mt. Takao

There are nine different ways to reach the summit of Takao-san: a cable car and a lift take you half way up (sparing you the steepest part of your hiking tour) and seven different trails suited for every kind of fairly easy hiking – all you should consider is a pair of comfortable walking shoes. My recommendation would be: Take the „Inariyama Route“ (稲荷山コース / いなりやまコース) (3.1 km / 90 minutes) on the west side of the mountain for your way up, even though it is maybe the a bit more rocky than the others, but it’s most likely the most enjoyable way up – and one of the less crowded ones. The way opens spectacular views back to Hachiōji and – if you’re lucky – to Shinjuku in the east and Mt. Fuji in the south west. Route no. 6 (3.3 km, also about 90 minutes) has its charm, too, as it passes a small shrine and very romantic waterfall and follows the way of a small mountain creek.
There are large maps around the area of the cable car/lift stations to make orientation easy.

Inariyama-Route (稲荷山コース)

Inariyama-Route (稲荷山コース)

Aber egal, wie beschaulich auch der Aufstieg gewesen sein mag – man ist gut beraten, sich vor dem Erreichen des Gipfels auf Menschenmengen vorzubereiten (schließlich besuchen über 2,5 Millionen Wanderer den Berg jedes Jahr – Tendenz: steigend, nachdem der Berg in den Michelin-Führer aufgenommen wurde). Dort findet man eine Anzahl kleiner Restaurants und Läden und meist auch eine Heerschar von Bergbesuchern, die sich des Picknicks im Freien erfreuen.
Mit einer Höhe von nur 599 Metern, würde man den Takao-san sicher nicht als „spektakulär“ bezeichnen, aber immerhin ragt der Berg praktisch aus Meerspiegel-Höhe auf. Außerdem bietet der Gipfel des Takao-san den fanastischsten Blick auf den Mt. Fuji – sofern die Witterung dies gestattet (siehe auch den Abschnitt „Besondere Aussichten“, unten).

Auf dem Gipfel / At the summit

Auf dem Gipfel / At the summit

Takao-san

Takao-san

No matter how peaceful your way up was – be prepared to see a rather crowded top of Takao-san (after all, the mountain sees more than 2.5 million visitors every year – and numbers are increasing, since the mountain has been rewarded in the Michelin-Guidebook). Here you’ll find small restaurants and shops and lot of people enjoying their pick-nick. With an altitude of just 599 meters one wouldn’t call Takao-san “spectacular”, but remember that it all starts at almost sea level. If you’re lucky and the weather permits it, you can enjoy the most fascinating view to Mt. Fuji (see also the section “Special Views” below).

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Spätestens auf dem Rückweg sollte man aber die besonders gut ausgebaute Route Nr. 1 wählen (3,8 km, reine Gehzeit auf dem Weg nach unten: ca. 40 Minuten), weil dieser vorbei an den eigentlichen Attraktionen führt: Den ausgedehnten Schrein- und Tempelanlagen am Osthang des Berges. Kernstück der Tempelanlagen ist der Yakuōin-Tempel (offiziell: Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺 / たかおさんやくおういんゆうきじ), bei dem man davon ausgeht, dass er im Jahre 744 von Gyoki Bosatsu auf Weisung des Kaisers Shomu errichtet worden ist. Wie der Name des Tempels schon sagt: Er ist dem Buddha der Medizin gewidmet.
In ihrer langen Geschichte hat die Tempelanlage mehrere verheerende Zerstörungen erfahren (große Feuer in den Jahren 1504, 1677 und 1929, ein Taifun im Jahre 1717). Dennoch konnten mehr als 2.500 Dokumente bewahrt werden, die bis weit ins japanische Mittelalter zurück datieren. U.a. lässt sich in den hier verwahrten Unterlagen nachverfolgen, dass die Wälder des Takao-san lange Zeit als Lieferanten des Bauholzes für Burgen und Schlösser her gehalten haben.
Heute kann man sich darüber freuen, dass die Gebäude des Tempels wieder hergestellt sind und teilweise in den prächtigsten Farben erstrahlen – und praktisch an allen kommt man während seines Abstiegs vom Takao-san vorbei (oder eben auch während des Aufstiegs, wenn man hierfür den Weg Nr. 1 gewählt hat). Für mich zählen die Tempel am Takao-san zu den romantischsten in Japan, weil sie mit den Wäldern und der Landschaft eine ganz besonders harmonische Symbiose eingehen. Und natürlich zeigen die Farben des Herbstes alle in ihrem besten Licht.

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

At least for your way down you should take route Nr. 1 which is particularly well-constructed and convenient (3.8 km, walking time on the way down about 40 minutes), because this is the one that brings you to the real attactions of Takao-san: the large grounds of shrines and temples on the estern mountainside. The core of these sacred grounds is the Yakuōin-Temple (officially: Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺 / たかおさんやくおういんゆうきじ), which is believed to be constructed in the year 744 by Gyoki Bosatsu at the behest of the Emperor Shomu. As the name of the temple already indicates, it is dedicated to the Buddha of medicine.
In its long history, the temple has seen various ruinous destructions (devastating fires in 1504, 1677 and 1929, a typhoon in 1717). Nevertheless, more than 2.500 historic documents could be preserved, dating back into Japan’s middle ages. Among other things the documents also show that the forests around Takao-san were, for a very long period of time, a source for timber for castles, palaces and other buildings.
Today the visitor can enjoy the skilfully restored buildings of the temple. Some of them shining in the most gorgeous colours. And while descending from the top of Takao-san one passes each and every one of them (or while ascending, should one chose route no. 1 for the way up to the summit of Takao-san). For me, the temples of Takao-san belong to the most romantic in Japan, as they form a particularly harmonic symbiosis with the forests and the landscape. And, naturally, the colours of autumn bring out the best in all of them.

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Takaosan Yakuōin Yūkiji (高尾山薬王院有喜寺)

Fahrpreise für Seilbahn / Sessellift:
Erwachsene
(Mittelstufe-Schüler oder älter)
Einfache Fahrt: ¥470
Berg- und Talfahrt: ¥900

Kinder (3 Jahre oder älter)
Einfache Fahrt: ¥230
Berg- und Talfahrt: ¥450

Cable Car / Lift Fares
Adults
(Junior Highschool or older)
One-Way : ¥470
Round-Trip : ¥900

Children (3 years or older)
One-Way : ¥230
Round-Trip : ¥450

Betriebszeiten der Bergbahnen
Seilbahn
Erste Bahn: 8:00 Uhr – und danach alle 15 Minuten
Letzte Bahn: 17:00 Uhr / 18:30 Uhr (je nach Saison und Wochentag)

  • Während des „Beer Mount“ (Sommer-Bierfest, 1. Juli bis 30. September) wird der Seilbahnbetreib bis 21:40 Uhr aufrecht erhalten.
  • Während der “Diamond Fuji View” Saison (20. bis 24. Dezember) gibt es zusätzliche, viertelstündig verkehrende Seilbahnen von 17:15 bis 18:00 Uhr, sofern die Witterung das Beobachten des Sonnenuntergangs über dem Berg Fuji erlaubt.

Sessellift
Erster Lift: 9:00 Uhr
Letzter Lift: 16:00 Uhr / 16:30 Uhr (je nach Saison; sonntags je nach Bedarf).

  • Während des „Beer Mount“ (Sommer-Bierfest, 1. Juli bis 30. September) steht der Sessellift je nach Bedarf zur Verfügung.

Operating Hours of the Cable Car/Lift
Cable Car
First: 8.00 a.m. and then every 15 Minutes
Last: 5:00 p.m. / 6:30 p.m. (depending on season/day of the week)

  • During the „Beer Mount“ (summer beer festival, 1st July – 30th September), last cable car: 9:40 p.m.
  • During the Diamond Fuji view season (20th to 24th December) there will be additional cable cars at 5:15 p.m., 5:30 p.m., 5:45 p.m. and 6:00 p.m., unless the weather doesn’t allow to watch sunset over Mount Fuji.

Lift
First 9:00 a.m.
Llast 4:00 p.m./4:30 p.m. (depending on the season, on Sundays depending on the demand).

  • During the „Beer Mount“ (summer beer festival, 1st July – 30th September), lift will operate in line with the festival’s demand
Takao-san - Route 1

Takao-san - Route 1

Takao-san - Route 1

Takao-san - Route 1

Takao-san - Route 1

Takao-san - Route 1

Besondere Aussichten:
Diamant-Fuji
(ダイヤモンド富士)-Blick (wenn die Sonne genau über dem Fuji-san untergeht)
Beobachtungszeit: während der Wintersonnenwende im Dezember, zwischen 16:00 und 16:30 Uhr
Beobachtungsorte: Gipfel des Takao-san und der Momijidai (もみじだい) (Herbstlaub-Aussichtspunkt) auf der Westseite des Bergs.

Special Views:
Diamond Fuji
(ダイヤモンド富士) View (when the sun sets exactly over Mr. Fuiji)
Viewing Season: Around the Winter Solstice in December.
Viewing time: Around 4:00 p.m. to 4:30 p.m.
Viewing spots: Summit of Mt. Takao and Momijidai (もみじだい) (area for viewing the autumn foliage) on the west side of the mountain.

Takao-san guchi (高尾山口)

Takao-san guchi (高尾山口)

Wie man zum Takao-san kommt:
Die Züge der Keiō Linie (京王線) von Shinjuku Bahnhof (新宿駅) bringen am schnellsten und am billigsten zum Takao-san. Die Fahrt dauert weniger als eine Stunde bis nach Takao-san guchi Bahnhof (高尾山口駅) und kostet nur ¥370 (Stand: 2012). Und wer eine Suica hat, braucht sich um die Preisgestaltung ohnehin nicht zu kümmern.
Außerdem kann man mit der JR Chūō Linie (中央本線) von Shinjuku Bahnhof nach Takao-san Bahnhof (高尾山駅) fahren. Diese kostet aber ungefährt das Doppelte des Keiō-Fahrpreises. Außerdem muss man für die eine Station bis Takao-san guchi Bahnhof in Takao-san Bahnhof umsteigen (Fahrpreis: ¥120). Allerdings ist diese Variante für Inhaber eines Japan Rail-Passes die günstigere Variante.
Von Takao-san guchi Bahnhof sind es nur noch ein paar Minuten zu Fuß zum Ausgangspunkt der Wanderwege auf den Takao-san. Dort befinden sich auch die Talstationen der Seilbahn und des Sesselliftes.

How to get to Takao-san:
The Keiō Line (京王線) is the fastest and cheapest way from Shinjuku Station (新宿駅). The journey takes less than one hour to Takao-san guchi Station (高尾山口駅) and costs only ¥370 (as per 2012). If you have your Suica with you, you won’t have to worry about the fares.
Also there is the JR Chūō Line (中央本線) from Shinjuku to Takao-san Station (高尾山駅) which costs about double the price of the Keiō Line and requires to you to change trains here for one more stop to go to Takao-san guchi Station (¥120). But visitors with the Japan Rail Pass may still prefer this route.
From Takao-san guchi Station it’s just a few minutes walk up to the starting point of all the hiking trails up to the summit of Takao-san – also the cable car and the lift start from there.

Und für alle, die sich weniger für die Natur interessieren, gibt es gleich gegenüber dem Bahnhof Takao-san guchi das “Trick Art Museum” (siehe unten).
And for all those who are less interested in nature, just opposite of Takao-san guchi station you’ll find the “Trick Art Museum” (see below).

Takao-san guchi - Trick Art Museum

Takao-san guchi - Trick Art Museum


Automatische Erfrischung / Automated Refreshment

6. September 2009

Getränkeautomaten in Japan
Vending Machines in Japan

(Der englische Text folgt dem deutschen)
(English text follows the German text)

00 Vending Machines

Was für den Alltag in Japan schon seit vielen Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden ist, wirkt in den Augen so manchen Europäers noch immer als ziemlich „exotisch“: Getränkeautomaten an wirklich jeder Straßenecke, in jeder Bahn- und U-Bahnstation. Und dabei stehen oft nicht einfach nur einsame Automaten in einer Ecke, sondern mitunter auch schon mal ganze Armeen. Die Auswahl ist so groß, dass sie auf den ersten Blick zu verwirren vermag. Und sie wird nicht übersichtlicher, wenn man bedenkt, dass die Automaten nicht nur Kaltgetränke, sondern auch Heißgetränke anbieten (je nach Jahreszeit überwiegen entweder die Kaltgetränke oder die Heißgetränke). Vom Erfrischungsgetränk, über Vitamin- und Joghurtgetränke, über Tees, bis hin zu den verschiedensten Kaffees.

Even though Japanese have been taking them for granted for a great number of years, in the eyes of most Europeans it still looks rather „exotic“: Vending machines for soft drinks on virtually every street corner, every train- or subway station. And they are not standing around in boring solitude, very often they come in groups of machines. There is such a vast range of different machines that one may have difficulties in making the right choice. And it’s not being made easier by the fact that the machines offer both, cold and hot drinks (depending on the season either more cold or more hot drinks). There is everything from the standard refreshment drink, to yoghurt drinks, vitamine drinks, all sorts of teas and coffees.

Letztere wurden bis vor ein paar Jahren überwiegend gesüßt und mit Milch angeboten; inzwischen kommen allerdings immer mehr Kaffees „schwarz“ in die Automaten. Und wenn man bei diesen Automaten von „Heißgetränken“ spricht, so ist das durchaus wörtlich zu nehmen: Manche Kaffeedosen werden so heiß ausgeworfen, dass die Hände sich freuen würden, wenn sie mit einer natürlichen Asbestbeschichtung versehen wären. In den (auch in Tōkyō) kalten Wintermonaten ein willkommener Handwärmer

The latter used to be strongly sweetened and whitened with lots of milk a few years ago. In the meantime the choice of purely black coffees has been increased. And „hot drinks“ from these vending machines really mean hot. Some of the canned coffees are so hot that you’d prefer to have your hands covered with asbestos. During the winter months (which are, by the way, also cold in Tōkyō), a welcome hand-warmer. No, and they don’t come with the American style warning: „The beverage you’re about to enjoy may be hot!“

Dafür sind Bier- und Sakeautomaten in den vergangenen Jahren seltener geworden, seit die 24 Stunden geöffneten „Convenience Stores“ (die es in der Stadt übrigens ebenfalls an jeder Straßenecke gibt) auch mit Lizenzen zum Verkauf alkoholischer Getränke ausgestattet wurden. Ebenfalls verschwunden sind die Automaten, die zu Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts den Automatenverkauf mit dem Slogan „no bending vending“ (sinngemäß: Verkauf ohne Bücken) furore machen wollten. Bei diesen Automaten wurden die Dosen und Flaschen in Brusthöhe „angeliefert“. Inzwischen kommt man beim Automateneinkauf um das Bücken aber nicht herum. Eine Übung, die Japanern ja ohnehin leicht fallen sollte.
Da es in Japan weder Dosen- noch Flaschenpfand gibt (Japaner entsorgen ihren Abfall auch ohne Pfand-Terror so, wie sich’s gehört), wird der Automatenverkauf auch nicht vor zusätzliche Hindernisse gestellt. Ein weiteres Indiz für die unvergleichliche Disziplin in Japan: Es geschieht praktisch nie, das man einen Automaten sieht, der Opfer von Vandalismus geworen wäre.

On the other hand the number of vending machines for beer and sake has seen a rapid decline in recent years, since also 24-hour convenience stores (which you’ll find on every corner as well – at least in the cities) also have been provided with licenses to sell liquor.
Also the vending machines which had entered the market in order to „revolutionize“ it with the slogan „no bending vending“ in the early 90ies of the last century seem to have vanished. Which is a shame, since they really delivered the bottles and cans in breast height. Now also Japanese vending machines are back to the good old days, i.e. you’ll have to bend down, if you want to get your drink. Well, Japanese are used to taking a bow, are they not?
And there can be no doubt about the extraordinary discipline of people in Japan: You’ll hardly ever see a vending machine that has been damaged by vandalism.

Übrigens sind die Getränke aus den Automaten landesweit nicht auffallend teurer als in den Geschäften – in der Regel kosten sie weniger als einen Euro. Mit Wechselgeld gibt es an diesen Automaten auch niemals Schwierigkeiten. Sie alle akzeptieren Münzgeld und Scheine, die meisten sogar die „Suica“ (mit der deutschen „GeldKarte“ vergleichbar – ursprünglich von Japan Rail für das „fahrscheinlose“ Bezahlen im Nahverkehr in Umlauf gebracht; mein Artikel zu dem Thema gibt weitere Informationen). Und auch wenn es letztendlich eine Geschmacksfrage bleibt, bin ich der Meinung, dass gerade die schwarzen Dosenkaffees in den letzten Jahren immer besser geworden sind.

By the way, drinks from vending machines are not considerably more expensive than those you’d buy in a store – most of them cost less than one Euro. And you’d also have no problems with change with these machines. They all accept coins, bills and the ever-popular „Suica“ (originally distributed by Japan Rain for automated train-fare payments; have a look at my article on the topic). And even though it’ll be a matter of taste, I’m still of the opinion that especially the back canned coffees have become better and better lately.

Im Folgenden zeige ich ein paar Automaten verschiedener Getränkehersteller. Das Angebot der Hersteller unterscheidet sich nicht wesentlich – letzten Endes entscheidet der persönliche Geschmack und nicht selten vielleicht auch die ansprechende Art der Verpackungsgestaltung.
Übrigens: blau markierte Getränke kommen kalt aus der Maschine, rot markierte heiß.

Below you’ll see some examples of vending machines of different beverage companies. There isn’t such a great difference in the products the companies offer – in the end it’ll be a matter of personal taste which ones you’ll like better, or the way the cans and bottles have been designed.
By the way: drinks marked with blue are sold cold, red ones hot.

Automaten der Firma Asahi / Asahi Vending Machines 01 Asahi

02 Asahi

03 Asahi

Automaten der Firma Coca Cola / Coca Cola Vending Machines

04 Coca Cola

05 Coca Cola

Automaten der Firma JT / JT Vending Machines

07 JT

08 JT

Automaten der Firma Kirin / Kirin Vending Machines

09 Kirin

10 Kirin

Automaten der Firma Sapporo / Sapporo Vending Machines

11 Sapporo

Automaten der Firma Suntory / Suntory Vending Machines

12 Suntory

Automaten der Firma Ito-en / Ito-en Vending Machines

15 Itoen

16 Itoen

Automaten der Firma Yakult / Yakult Vending Machines

14 Yakult

Zum Abschluss kommt noch ein Automat, der auch in Japan eher zu einer Seltenheit gehört: ein „Hot Menu“-Automat, an dem frisch zubereitete, heiße Speisen gezogen werden können.

And finally I would like to show another kind of vending machine that’s rather a rarity, even in Japan: A „Hot Menu“-machine from which you can buy freshly prepared hot food.

 17-Hot-Menue

Der oben abgebildete Automat bietet z.B.:

  1. 150 Gramm Pommes Frites zu 350 Yen
    Zubereitungsdauer 110 Sekunden
  2. Acht Takoyaki (Oktopusstücke in Teig) zu 420 Yen
    Zubereitungsdauer 120 Sekunden
  3. Zwei Nikuman („Dampfnudel“ mit Hackfleischfüllung), zwei Shumai (Nudeltaschen mit Fleischfüllung) zu 400 Yen
    Zubereitungszeit 95 Sekunden
  4. 230 Gramm gebratener Reis zu 420 Yen
    Zubereitungszeit 130 Sekunden
  5. Drei Reisbällchen (195 Gramm) zu 400 Yen
    Zubereitungszeit 120 Sekunden
  6. Zwei Hotdogs (140 Gramm) zu 420 Yen
    Zubereitungszeit 85 Sekunden

The vending machine in the picture above offers:

  1. 150 grams of French fries, 350 Yen
    time for preparation: 110 seconds
  2. Eight Takoyaki (pieces of octopus fritter), 420 Yen
    time for preparation: 120 seconds
  3. Two Nikuman (dumpling stuffed with minced meat), two Shumai (pasta dumplings with meat filling), 400 Yen
    time for preparation: 95 seconds
  4. 230 grams of fried rice, 420 Yen
    time for prepartion: 130 seconds
  5. Three Onigiri (rice balls, 195 grams), 400 Yen
    time for preparation: 120 seconds
  6. Two Hotdogs (140 grams), 420 Yen
    time for preparation: 85 seconds

Public Transport – Tickets

27. April 2009

(Example for the Tōkyō/Kanto Area: Suica)
(deutsche Ausgabe hier)

The Tōkyō/Kanto area (like the rest of the country) provides an excellent network of public transport and at the same time does not allow (and makes it virtually impossible) to use any of those modes of transportation with the “wrong” or without the respective ticket. Nevertherless, even those who don’t know the area and don’t speak Japanese needn’t worry about being confronted with huge problems when it comes to “buying the right ticket”.

I’ve read about various ways to buy tickets for the trains, subways and busses, and I don’t want  repeat them here. Should you stay in Tōkyō and the area around for more than just a couple of days, I would like to recommend to get yourself a „Suica”-Card (“Super Urban Intelligent Card”) (Picture) when you arrive in Tōkyō.

The “Suica” is a credit-card-sized pre-paid chip card which can be charged with cash. When you pass the entrance gates of the trains or subways or when you enter a bus, you simply “touch” a card reader (illuminated in blue) with your “Suica”. The card “remembers” the station you’ve entered and automatically calculates the correct fee when you leave the station at your destination. Busses mostly charge a standard ticket price when you enter the bus.

Just remember: There are various public transport companies in Tōkyō and the Kanto area (just to name some: 2 subway systems, Japan Rail (JR East), various private railway companies) – they all have their own ticket- and price system. And the “Suica” “knows” them all. You can travel around without having to worry which of the various systems you’re in or change to.

But how does one get such a „Suica”? Japan Rail (JR East) has already some vending machines from which also these cards can be “bought” (there is an initial fee of 500 Yen for the card itself). An example for such a vending machine can be seen  here (picture 1).
Should vending machines like that not exist at your nearest JR-station, almost every station of Japan Rail has a „midori-no-madoguchi” (picture 2) – there you can get your „Suica” from one of the friendly JR-people.

Charging the card is one of the easiest things, since almost all vending machines at railway- or subway stations also “speak” English. Based on an Japan Rail (JR East) example I have tried to document the charging procedure (other public transport companies have different vending machines with also slightly different interfaces, but basically, the charging process is the same everywhere). The Label „Suica” and/or „PASMO”) (picture 3) indicates the vending machine you’ll need..

  • To start, you have to press the “language” button first (picture 4) (many machines have the “language” button on the touch screen).
  • Insert the „Suica” in the appropriate slot (the number of slots may confuse you, but don’t worry: the card won’t fit the “wrong” slot) (picture 5).
  • On the touch screen indicate the amout you would like to charge (picture 6); many screens also show the amount presently available from your “Suica”.
  • The machine will then ask you to insert the amount you would like to charge (picture 7 and picture 8). Don’t worry, if you don’t have the exact amount - all vending machines provide change.
  • At the end of the charging process most of the vending machines offer a receipt (picture 9) – after touching the respective selection the “Suica” will be ejected – together with the respective change (if applicable).

By the way: The exit gates at subway and railway stations will remain closed should your “Suica’s” balance not suffice to debit the fare amount due. But that’s no problem! Close to every exit you will find “Fare Adjustment Machines” where you can charge your “Suica” with the amount due..

A system which really is fool-proof.

And also: With the “Suica” issued by JR East you can also pay in most of the super markets, convenience stores, taxis etc.

(Thumbnails of the pictures mentioned above are – for the time being – only available via the German version of this article.)

Please also read:
U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette


Öffentlicher Nahverkehr – Fahrscheine

14. April 2009

(Beispiel für den Großraum Tōkyō/Kanto: Suica)
(English version here)

Der Großraum Tōkyō/Kanto (wie das ganze Land) verfügt über eine erstklassige Nahverkehrsinfrastruktur und gleichzeitig auch auch über ein System, das ein Fahren mit dem “falschen Fahrschein” nicht gestattet (und praktisch auch unmöglich macht). Befürchtungen, als wenig Orts- und Sprachkundiger vor unüberwindbare Hürden beim Kauf des “richtigen Fahrscheins” gestellt zu werden, sind allerdings unbegründet.

Ich möchte auf die verschiedenen Hinweise, die man bezüglich des Fahrscheinkaufs immer wieder mal liest, hier nicht weiter eingehen, sondern jedem Besucher, der sich für länger als nur zwei, drei Tage in der Kanto-Region (die Region rund um Tōkyō) aufhält, empfehlen, sich gleich nach der Ankunft eine „Suica”-Karte (“Super Urban Intelligent Card”) (Bild) zu besorgen.

Es handelt sich hierbei um kreditkartengroße Chipkarten, die mit Bargeld „aufgeladen” werden können. Beim Passieren der Zugangssperren zu den Bahnanlagen, bzw. beim Betreten der Busse, hält man diese Karten auf eine blau leuchtende Lesefläche, die dann den der Fahrt entsprechenden Preis vom auf der Karte gespeicherten Guthaben abbucht. D.h. bei Bahnfahrten „merkt” sich die Karte die Einstiegsstation und bucht dann beim Verlassen der Zielstation den entsprechenden Fahrpreis automatisch ab. Bei Busfahrten wird i.d.R. ein Universalfahrpreis (er ist im Raum Tōkyō meist unabhängig von der Fahrstrecke) beim Besteigen des Busses abgebucht.

Ein unerhört unkompliziertes Verfahren, da die Karte Nahverkehrsbetriebs-übergreifend eingesetzt werden kann und die Karte auch Umsteigeaktionen zwischen den Betreibern der einzelnen Fuhrunternehmen „beherrscht”. Im Großraum Tōkyō operieren nämlich nicht nur Japan Rail (JR East) und zwei verschiedene U-Bahnbetreiber, sondern auch mehrere Privatbahnen und Busbetriebe, die alle ihr eigenes Fahrpreissystem haben.

Aber wie kommt man an eine solche „Suica”? Bei Japan Rail (JR East) gibt es bereits Automaten, an denen man solche Karten „kaufen” kann (die Karte selbst kostet eine einmalige Gebühr von 500 Yen). Ein Beispiel eines solchen Automaten sieht man auf Bild 1.
Sollten derartige Automaten nicht vorhanden sein, gibt es in fast jedem Bahnhof von Japan Rail (JR East) ein „midori-no-madoguchi” (Bild 2) – dort bekommt man seine „Suica” auf jeden Fall.

Der Aufladevorgang für diese Karten ist denkbar einfach, weil fast alle Automaten der Bahn- und U-Bahnbetreiber auch Englisch „sprechen”. Anhand eines Automaten von Japan Rail (JR East) habe ich den Aufladevorgang bildhaft dokumentiert (die Automaten der anderen Betreiber sehen etwas anders aus, die Bedienmenüs sind auch ein bisschen anders aufgebaut, aber der Aufladevorgang geht überall gleich vonstatten). Die richtigen Automaten erkennt man an der Aufschrift „Suica” und/oder „PASMO”) (Bild 3).

  • Zunächst drückt man den Knopf zu Sprachanwahl (Bild 4) (bei vielen Automaten wird die Sprache per Touchscreen ausgewählt).
  • Anschließend führt man seine „Suica” in den entsprechend gekennzeichneten Eingabeschlitz ein (keine Angst davor, den „falschen Schlitz” zu erwischen – die anderen „passen” ganz einfach nicht) (Bild 5).
  • Anschließend erscheint ein Bildschirm, auf dem der gewünschte Aufladebetrag angetippt werden kann (Bild 6); viele Automaten zeigen auch das noch vorhandene Guthaben an.
  • Daraufhin wird man aufgefordert, den gewünschten Betrag über den entsprechenden Eingabeschlitz zuzuführen (Bild 7 und Bild 8). Sollte man nicht die passende Stückelung mit sich führen – kein Problem! Die Automaten geben Wechselgeld in Scheinen aus.
  • Am Ende des Aufladevorgangs fragen fast alle Automaten danach, ob man eine Quittung wünscht oder nicht (Bild 9) – spätestens, wenn man hier entsprechend bestätigt hat, spuckt der Automat die Suica (sowie ggf. Wechselgeld und Quittung) wieder aus. Und schon kann man wieder völlig unbeschwert seine Reise fortsetzen.

Übrigens: Sollte die Suica beim Verlassen von Bahn- oder U-Bahnstationen feststellen, dass das vorhandene Guthaben für den Gesamtfahrpreis nicht ausreicht: Kein Problem! Die Ausgangsschranke bleibt dann verschlossen, und man kann an einer „Fare Adjustment Machine”, die sich im Ausgangsbereich jeder Station befindet, das fehlende Restgeld auf die Karte laden.

Das System ist wirklich narrensicher und bequemer als alles, was ich in Deutschland je erlebt habe.

Übrigens sind die Karten, die JR East ausgibt, nicht nur auch weit über das Stadtgebiet von Tōkyōs einsetzbar, sondern werden auch in Supermärkten, Convenience-Stores, Taxis etc. als Zahlmittel akzeptiert.

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