Ein Spaziergang durch Yoyogi

12. February 2012

… mitten in der Metropole, aber eher kleinstädtisch

Yoyogi (代々木)

Yoyogi (代々木)

Dass Tōkyō eine der faszinierendsten Städte dieser Welt ist, lässt sich nicht nur an weltberühmten Bauwerken, Stadtvierteln, atemberaubender Kultur und alles in den Schatten stellender Gastronomie festmachen. Auch die Tatsache, dass es keine zweite Stadt auf dieser Welt gibt, die solche Größendimensionen erreicht hat, ohne von einem Gürtel von Slums umgeben zu sein, unterscheidet Tōkyō vom Rest der Welt.

Dass hier aber auch in den zentralsten Stadtteilen Wohn- und Geschäftsviertel zu finden sind, die so gar nichts „Weltstädtisches“ an sich haben, macht das besondere Flair Tōkyōs aus. Diese oft fast dörflichen oder doch zumindest nur kleinstädtisch wirkenden Viertel sind nicht immer „schön“ (im klassischen Sinn), aber sehr oft schon von ihrer Bebauung her unerhört interessant, von ganz besonderem Flair und nicht selten fast ein bisschen schrullig.

Yoyogi Sangubashi (代々木参宮橋)

Yoyogi Sangubashi (代々木参宮橋)

Yoyogi Sangubashi (代々木参宮橋)

Yoyogi Sangubashi (代々木参宮橋)

Da wird dann auch schon mal internationales Flair mit in Japan eher exotischer Küche unter Bewis gestellt, wie z.B. unten in Form eines spanischen Restaurants.

Yoyogi Sangubashi (代々木参宮橋)

Yoyogi Sangubashi (代々木参宮橋)

Und was wäre ein Wohngebiet mit Anspruch, wenn es nicht auch einen französischen Bäcker gäbe (deutsche Bäcker, die diese Bezeichnung auch verdienen, sind nicht so zahlreich gesät).

Yoyogi Sangubashi (代々木参宮橋)

Yoyogi Sangubashi (代々木参宮橋)

Als einer der Stellvertreter dieser Stadtviertel möchte ich heute das Wohngebiet rund um den Bahnhof Sangūbashi in Yoyogi (代々木 / よよぎ) vorstellen. Ich tue das anhand einiger Bilder – denn das, was man über Yoyogi selbst unbedingt in Worte kleiden müsste, ist schnell zusammengefasst:

Es liegt im Nordwesten von Tōkyōs innerstädtischem Stadtteil Shibuya (渋谷 / しぶや), allerdings zum größten Teil schon außerhalb des die Innenstadt umzingelnden Kreises der Yamanote-Linie (山手線 / やまのてせん). Zu den berühmten Sehenswürdigkeiten Yoyogis gehören der Meiji-Schrein (明治神宮 / めいじじんぐう) und der Yoyogi-Park (代々木公園 / よよぎごうえん) – aber von diesen soll heute nicht die Rede sein.

Park des Meiji Schreins (明治神宮公園)

Park des Meiji Schreins (明治神宮公園)

Auf dem Gebiet befinden sich Bahnstationen, die von einer ziemlichen Anzahl an Bahnlinien (Yamanote Linie (山手線 / やまのてせん), Chūō-Sōbu Linie (中央総武線 / ちゅうおうそうぶせん), Odakyū Odawara Linie (小田急小田原線 / おだきゅうおだわらせん), Keiō Linie (京王線 / けいおうせん) und U-Bahn-Linien (Toei Ōedo Linie (都営大江戸線 / とえいおおえどせん), Chiyoda Linie (千代田線 / ちよだせん) bedient werden. Mit anderen Worten: Es gibt kaum eine Ecke in Yoyogi, in der man nicht in Bahnhofsnähe wohnen würde.

Aber genießen sie einfach den kleinen Spaziergang durch die Gassen von Yoyogi – auch wenn die Fotos hier den Flair des Viertels sicher nur ansatzweise wiedergeben können.

Die Wohngebäude reichen von japanisiertem, westlichen Stil…

Yoyogi (代々木)

Yoyogi (代々木)

… über Reihenhäuser neueren Baustils…

Yoyogi (代々木)

Yoyogi (代々木)

… bis hin zu Gebäuden, in denen man auch nach japanischem Standard nicht unbedingt wohnen möchte:

Yoyogi (代々木)

Yoyogi (代々木)

Und so mancher Wohnkomplex erinnert ein bisschen an Ferienanlage in Spanien:

Yoyogi (代々木)

Yoyogi (代々木)

Ein kleines Schmankerl in dem Viertel ist der Tōkyō Reiterclub (東京乗馬倶楽部 / とうきょうじょうばらくぶ), der sich direkt am nordwestlichen Ende des Parks rund um den Meiji Schrein befindet. Hier können Kinder zweimal am Tag auf Ponys reiten. Es gibt sogar ein besonderes Angebot für ein „Eltern & Kind“-Reiten, wobei die begleitenden Eltern maximal 60 kg wiegen dürfen. Ein begnadetes Land, in dem es offensichtlich noch viele Erwachsene gibt, die diese Gewichtsmarke spielend einhalten.

Tōkyō Reiterclub (東京乗馬倶楽部)

Tōkyō Reiterclub (東京乗馬倶楽部)

Und die Clubmitglieder haben hier mitten in der Großstadt ihr exklusives Areal, ihre Pferde auszureiten. Schon allein der Grund und Boden, auf dem sich dieser Reiterclub befindet, ist mehrere Vermögen wert.

Tōkyō Reiterclub (東京乗馬倶楽部)

Tōkyō Reiterclub (東京乗馬倶楽部)

Wie man hinkommt:

Mit der Odakyū Odawara Linie (小田急小田原線 / おだきゅうおだわらせん) zwei Stationen von Bahnhof Shinjuku (新宿駅 / しんじゅくえき) nach Sangūbashi (参宮橋 / さんぐうばし) – und dann einfach kreuz und quer durch die Gassen.


Deutsch in Japan – Teil 3: Gebäude

16. December 2011

Im dritten und letzten Teil gibt es nun auch noch ein paar Bilder mit Gebäudenamen. Hier scheint sich das deutsche “Heim” ebenso großer Beliebtheit zu erfreuen wie das deutsche “Haus”. Leider lässt sich letzteres, wenn es in japanischen Schriftzeichen geschrieben wird, nicht mehr vom englischen “house” unterscheiden – deswegen gibt es hier nur ein Beispiel für die ganz eindeutig deutsche Schreibweise.

Heim” (gesehen in Sendagaya, Shibuya, Tōkyō)

"Heim" (Sendagaya, Shibuya, Tōkyō)

"Heim" (Sendagaya, Shibuya, Tōkyō)

Harajuku Siedlung” (gesehen in Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

"Harajuku Siedlung" (Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

"Harajuku Siedlung" (Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

und noch einmal “Harajuku Siedlung” – nun aber in japanischen Schriftzeichen geschrieben (das liest sich dann so: Harajuku Jiidorungu)

"Harajuku Siedlung" (Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

"Harajuku Siedlung" (Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

Star Heim” (gesehen in Shinjuku, Tōkyō)

"Star Heim" (Shinjuku, Tōkyō)

"Star Heim" (Shinjuku, Tōkyō)

Bach Haus” (gesehen in Mejirodai, Bunkyō, Tōkyō)

"Bach Haus" (Mejirodai, Bunkyō, Tōkyō)

"Bach Haus" (Mejirodai, Bunkyō, Tōkyō)


Deutsch in Japan – Teil 2: Gastronomie

11. December 2011

Nachdem ich im ersten Artikel ein paar doch sehr deutsch anmutende Geschäftsnamen präsentiert habe, sind heute gastronomische Betriebe an der Reihe. Dass hier durch deutsche Namen auch ein bisschen von der berühmten “deutschen Gemütlichkeit” zum Ausdruck gebracht werden soll, versteht sich von selbst. Und nicht selten verbirgt sich hinter dem deutschen Namen auch eine Gaststätte, der Küche sich zumindest an deutsche Gaumengenüsse anlehnt.

Um eine Langeweile aufkommen zu lassen, diesmal auch nicht in alphabetischer Reihenfolge….:

Café-Restaurant “Märchen” (gesehen in Kobe)

Café-Restaurant "Märchen" (Kobe)

Café-Restaurant "Märchen" (Kobe)

Die Pflanze Kaffee “Flik Flak” (gesehen in Shinjuku, Tōkyō)

Die Pflanze Kaffee "Flik Flak" (Shinjuku, Tōkyō)

Die Pflanze Kaffee "Flik Flak" (Shinjuku, Tōkyō)

Restaurant “Pause” (gesehen in Kyōto)

Restaurant "Pause" (Kyōto)

Restaurant "Pause" (Kyōto)

Bierlokal “Beer Keller” (gesehen in Kyōto)

Bierlokal "Beer Keller" (Kyōto)

Bierlokal "Beer Keller" (Kyōto)

Patisserie “Tante Marie” (gesehen in Marunouchi, Tōkyō)

Patisserie "Tante Marie" (Marunouchi, Tōkyō)

Patisserie "Tante Marie" (Marunouchi, Tōkyō)

Bäckerei/Konditorei “Juchheim’s” (gesehen in Sendagaya, Shibuya, Tōkyō)
(hier ist übrigens noch das alte Firmenlogo zu sehen, auf dem die Firmentradition bis in das Jahr 1921 zurück geht – die neuen Firmenzeichen ziert die Aufschrift “seit 1909″…..)

Bäckerei/Konditorei "Juchheim's" (Sendagaya, Shibuya, Tōkyō)

Bäckerei/Konditorei "Juchheim's" (Sendagaya, Shibuya, Tōkyō)

Im Jahre 2010 hat man das Logo geändert, dabei das falsche “Apostroph-s” entfernt und das Alter der Café-Konditorei-Kette einfach mal um 12 Jahre erhöht…. Seither besteht das Firmenlogo aus einem stilisierten Baumkuchen (gerade so, als sei der Baumkuchen eine Frankfurter Spezialität…..)

Bäckerei/Konditorei "Juchheim" (Sendagaya, Shibuya, Tōkyō)

Bäckerei/Konditorei "Juchheim" (Sendagaya, Shibuya, Tōkyō)

Restaurant “Langsam Langsam” (gesehen in Nakano, Tōkyō)

Restaurant "Langsam Langsam" (Nakano, Tōkyō)

Restaurant "Langsam Langsam" (Nakano, Tōkyō)

Deutsches Bierlokal “Zum Eichen Platz” (gesehen in Akasaka, Tōkyō)

Deutsches Bierlokal "Zum Eichen Platz" (Akasaka, Tōkyō)

Deutsches Bierlokal "Zum Eichen Platz" (Akasaka, Tōkyō)

Liefer-Bäckerei “Essen” (gesehen in Nihombashi, Tōkyō)

Liefer-Bäckerei "Essen" (Nihombashi, Tōkyō)

Liefer-Bäckerei "Essen" (Nihombashi, Tōkyō)

Deutsche Spezialitäten “Rosenheim” (gesehen in Shibuya, Tōkyō)

Deutsche Spezialitäten "Rosenheim" (Shibuya, Tōkyō)

Deutsche Spezialitäten "Rosenheim" (Shibuya, Tōkyō)

Bier- und Weinlokal “Kneipe Gengenbach” (gesehen in Nagoya)

Bier- und Weinlokal "Kneipe Gengenbach" (Nagoya)

Bier- und Weinlokal "Kneipe Gengenbach" (Nagoya)

Café “Mozart” (gesehen in Kamakura)

Café "Mozart" (Kamakura)

Café "Mozart" (Kamakura)

Restaurant “Berg” (gesehen in Shinjuku, Tōkyō)

Restaurant "Berg" (Shinjuku, Tōkyō)

Restaurant "Berg" (Shinjuku, Tōkyō)

 Café “Morgen” (gesehen in Jinumae, Shibuya, Tōkyō)

Café "Morgen" (Jingumae, Shibuya, Tōkyō)

Café "Morgen" (Jingumae, Shibuya, Tōkyō)


Deutsch in Japan – Teil 1: Geschäfte

7. December 2011

Es soll ja keiner sagen, die deutsche Sprache sei dem Untergang geweiht – zumindest im allerfernsten Osten gibt es noch Inseln, wo sie sichtlich gedeiht.

Auf meinen Reisen durch Japan stolpere ich immer wieder über deutsche Wortbrocken. Auch wenn diese nicht immer von einem tieferen Sinn begleitet werden, so zeigen sie doch sehr schön, dass Deutsch hier im Land der aufgehenden Sonne immer noch einen sehr exotischen Reiz hat. Deutsch hat mit Beginn der Öffnung Japans (vor etwa 150 Jahren) zwar seinen Eingang in die japanische Sprache gefunden, beschränkt sich aber im Grunde auf bestimmte Fachgebiete (wie z.B. die Medizin und einzelne Berg-Sportarten). Wenn z.B. das japanische Wort “arubaito” (アルバイト) sehr nach “Arbeit” klingt, dann ist das kein Wunder. Dass man hierunter in Japan aber “Teilzeitarbeit” versteht, vielleicht schon eher.

Aber um solche Bereicherungen des japanischen Wortschatzes geht es hier nicht. Hier sollen zunächst einmal Geschäfte, die sich mit deutschen Namen schmücken, vorgestellt werden (ich gehe in alphabetischer Folge vor – irgend eine Ordnung muss so ein Artikel ja schließlich haben….).

Antrag (gesehen in Yoyogi, Tōkyō)

Antrag (Co., Yoyogi, Tōkyō)

Antrag (Co., Yoyogi, Tōkyō)

Arbeit Club (gesehen in Shinjuku, Tōkyō)

"Arbeit Club" (Shinjuku, Tōkyō)

"Arbeit Club" (Shinjuku, Tōkyō)

Ausdruck (Kosmetik, gesehen in Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

"Ausdruck" (Kosmetik, Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

"Ausdruck" (Kosmetik, Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

Berg (Zahnmedizin, gesehen in Higashi Nakano, Tōkyō)

"Berg" (Zahnmedizin, Higashi Nakano, Tōkyō)

"Berg" (Zahnmedizin, Higashi Nakano, Tōkyō)

Blaue Wiese (Kosmetiksalon, gesehen in Meguro, Tōkyō)

"Blaue Wiese" (Kosmetik, Meguro, Tōkyō)

"Blaue Wiese" (Kosmetik, Meguro, Tōkyō)

Freiheit (Schreibwaren, gesehen in Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

"Freiheit" (Schreibwaren, Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

"Freiheit" (Schreibwaren, Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

Glas Hütte (Optik, gesehen in Nagoya)

"Glas Hütte" (Optik, Nagoya)

"Glas Hütte" (Optik, Nagoya)

Helfen (Massage, gesehen in Yotsuya, Tōkyō)

"Helfen" (Massage, Yotsuya, Tōkyō)

"Helfen" (Massage, Yotsuya, Tōkyō)

Meister (Metzgerei, gesehen in Kyōto)

"Meister" (Metzgerei, Kyōto)

"Meister" (Metzgerei, Kyōto)

Mögen Sie Kino? (gesehen in Kyōto)

"Mögen Sie Kino?" (Kyōto)

"Mögen Sie Kino?" (Kyōto)

Popo (2nd-Hand-Shop, gesehen in Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

"Popo" (Second Hand Shop, Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

"Popo" (Second Hand Shop, Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

Spiegel (Firmenname, gesehen in Sendagaya, Shibuya, Tōkyō)

"Spiegel" (Sendagaya, Shibuya, Tōkyō)

"Spiegel" (Sendagaya, Shibuya, Tōkyō)

Tulpe (Kosmetik/Drogerie, gesehen in Omotesandō, Shibuya, Tōkyō)

"Tulpe" (Kosmetik/Drogerie, Omotesandō, Shibuya, Tōkyō)

"Tulpe" (Kosmetik/Drogerie, Omotesandō, Shibuya, Tōkyō)

Think! (ja, ich weiß, das Wort ist jetzt nicht besonders deutsch – aber der Rest…. Schuhgeschäft gesehen in Harajuku, Shibuya, Tōkyō)

Think (Schuhgeschäft, Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

Think (Schuhgeschäft, Jingūmae, Shibuya, Tōkyō)

Zoff (Firmenname, gesehen in Shibuya, Tōkyō)

"Zoff" (Shibuya, Tōkyō)

"Zoff" (Shibuya, Tōkyō)

Und, obwohl das Wort gar keinen Sinn macht:
Amtteliebe (Textilien, gesehen in Nara)

"Amtteliebe" (Textilien, Nara)

"Amtteliebe" (Textilien, Nara)


Ebisu Garden Place – 恵比寿ガーデンプレイス

4. December 2011

Weihnachtsbeleuchtung unter dem Sapporo-Stern, dem Schutz der Glücksgötter und dem Prunk französischer Lüster

Ebisu Garden Place – 恵比寿ガーデンプレイス

Ebisu Garden Place – 恵比寿ガーデンプレイス

Auch in Zeiten, in denen eigentlich in erster Linie an das Einschränken des Stromverbrauchs gedacht werden soll, will die Seele des Menschen durch jahresendzeitliches Lichterspiel verwöhnt werden. Das ist hier in Japan nicht anders als in den Ländern, in denen man einen etwas direkteren Bezug zum Weihnachtsfest hat.

Ebisu Garden Place – 恵比寿ガーデンプレイス

Ebisu Garden Place – 恵比寿ガーデンプレイス

Besonders hier in Tōkyō, wo die Gefahren einer aufgrund von Lichtmangel hervorgerufenen Herbst- und Winterdepression eigentlich nicht allzu groß sind (weil die Tage eben lang genug und meist auch sonnig genug sind), trägt man schon seit Jahren einen regelrechten Wettstreit um die schönste „kurisumasu irumineeshon“ (Christmas Illumination) aus. Und darauf soll auch vor dem Hintergrund verordneter Stromeinsparungsziele nicht verzichtet werden. Dank LED-Beleuchtungstechnik dienen die verschwenderischen Glitzerlichter zwar nicht gerade einer Verbrauchsreduktion, blähen den Stromverbrauch aber auch nicht mehr in der unverantwortlichen Weise auf, wie man es früher beobachten konnte, wo die Glühbirne noch das einzig seligmachende Beleuchtungsmittel war.

Nachdem ich 2009 schon Beispiele für die Weihnachtsbeleuchtung an der „Southern Terrace“ und dem „Takashimaya Times Square“ in Shinjuku, „Roppongi Hills“ und „Tōkyō Midtown“ in Roppongi gezeigt habe, ist dieses Mal der „Ebisu Garden Place“ (恵比寿ガーデンプレイス / えびすガーデンプレイス) an der Reihe.

Ebisu Garden Place – 恵比寿ガーデンプレイス

Ebisu Garden Place – 恵比寿ガーデンプレイス

Die zum großen Konzern der Sapporo Holdings Ltd. gehörende Yebisu Garden Place Co. Ltd. hat den Komplex am 8. Oktober 1994 feierlich eröffnet – der Name soll an die Yebisu-Brauerei erinnern, die sich ursprünglich einmal hier befunden hat.
Ebisu Garden Place liegt sowohl auf dem Gebiet des Innenstadtbezirks Shibuya-ku (渋谷区 / しぶやく) als auch des Innenstadtbezirks Meguro-ku (目黒区 / めぐろく) und bietet, neben einem Mitsukoshi-Kaufhaus, dem Westin Hotel und dem städtischen Fotografiemuseum, einige gastronomische Betriebe und natürlich auch zwei Bierlokale der Sapporo-Brauerei. Die 1876 gegründete Brauerei hat sich übrigens von Anfang an dem Brauen in Anlehnung an die deutsche Biertradition verschrieben – ihr erster Braumeister war in Deutschland ausgebildet worden.

Das dem Stadtteil und dem hier beschriebenen Komplex den Namen gebende „Yebisu“ Bier wurde seit dem späten 19. Jahrhundert alledings ursprünglich von der „Japan Beer Brewery Company“ gebraut.

Falls sich jemand über die Schreibweise gewundert haben sollte: Dieses „Yebisu“ wird wie „Ebisu“ gesprochen (“Ebisu” ist außerdem die ”moderne” Schreibweise von “Yebisu”) – und „Ebisu“ wiederum erinnert an einen der sieben Glückgötter Japans, der für die Fischer zuständig ist. Ein Bildnis dieses Ebisu ziert alle Dosen und Flaschen des Yebisu-Bieres.
Damit dürften alle Klarheiten restlos beseitigt sein…..

Ebisu Garden Place – 恵比寿ガーデンプレイス

Ebisu Garden Place – 恵比寿ガーデンプレイス

Nach einer Monopolisierung des japanischen Biermarktes unter einem Firmendach („Dai-Nippon“) 1906 und der Zerschlagung dieses Monopols nach dem 2. Weltkrieg, wird seit 1956 wieder Bier unter dem Namen „Sapporo“ gebraut. 1971 kam es dann auch zu einer Wiederauferstehung des „Yebisu“-Bieres, das sozusagen als „Nobelmarke“ von Sapporo aus der Taufe gehoben wurde.

Zentraler Magnet der weihnachtlichen Beleuchtung von Ebisu Garden Place ist der gigantische Baccarat-Kronleuchter („Baccarat Eternal Lights“), der vom 3. November dieses Jahres bis zum 9. Januar des kommenden Jahres im Glanz von 250 Lampen erstrahlt. Dass er zusätzlich noch von wechselnden Farben illuminiert wird, macht die Sache nicht weniger aufdringlich.
Regelrecht gelungen kann aber die Beleuchtung der Bäume bezeichnet werden – hier verhelfen ca. 60.000 LED-Lämpchen für weihnachtliches Funkeln und Strahlen.

Ebisu Garden Place – 恵比寿ガーデンプレイス

Ebisu Garden Place – 恵比寿ガーデンプレイス

Wie man hinkommt:
Mit der JR Yamanote-Linie (山手線 / やまのてせん) oder der Tōkyō Metro Hibiya-Linie (東京メトロ日比谷線 / とうきょうメトロひびやせん) nach Ebisu (恵比寿 / えびす) und von dort der Beschilderung über einen lang gestreckten, von die Strecke etwas abkürzenden Personen-Förderbändern durchzogenen Gang zum Ebisu Garden Place.


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