Sanja Matsuri – 三社祭 (Video)

20. May 2012

Das diesjährige Sanja-Matsuri (eines der ganz großen Sommerfestivals in Tōkyō) liegt in seinen letzten Zügen – höchste Zeit, den vorletztjährigen Eintrag um eine Videosequenz zu ergänzen. Es ist natürlich wieder nichts in TV-Qualität zu erwarten, aber immerhin doch ein kleiner Einblick in das bunte Treiben rund um den Sensō-ji (浅草寺 / せんそうじ) und den Asakusa-Schrein (浅草神社 / あさくさじんじゃ).

This year’s Sanja-Matsuri (one of the big summer festivals in Tōkyō) is as good as over – highest time to complete my 2010-entry about the festival with a video sequence. Again, nothing in TV quality is to be expected, but at least a glimpse of the hustle and bustle in the area around Sensō-ji (浅草寺 / せんそうじ) and the Asakusa Shrine (浅草神社 / あさくさじんじゃ).

Und weil es so schön ist, hier gleich noch ein Schmankerl für Ohren und Augen, über das ich anlässlich des letzten Sanja Matsuri (2010) gestolpert bin.

And because it’s so beautiful, here comes another delicacy for your ears and eyes, which I happened to come across during the last Sanja Matsuri (2010).

Wie man hinkommt:
Am einfachsten kommt man mit den U-Bahnlinien “Ginza-sen” (銀座線 / ぎんざせん) oder “Asakusa-sen” (浅草線 / あさくさせん) zur Station “Asakusa” (浅草 / あさくさ).

How to get there:
The easiest way is by subway lines “Ginza-sen” (銀座線 / ぎんざせん) or “Asakusa-sen” (浅草線 / あさくさせん) to Station “Asakusa”-station (浅草 / あさくさ).

Wenn Sie mehr über das Sanja Matsuri erfahren möchten, sehen Sie auch:
If you want to learn more about the Sanja Matsuri, please also have a look at:

Sanja Matsuri (三社祭)
Ein Fest für die Götter, das Volk, die Augen und das Ohr
A festival for the gods, the people, the eyes and the ear


Jingū Gaien Fireworks – 神宮外苑花火

8. August 2011

Wie man den Sommer auch feiern kann
Yet another way to celebrate the summer

Während der Sommermonate erfreuen sich Großfeuerwerke in Japan großer Beliebtheit. Und komplett wollen die Menschen auch in Zeiten der Krise nicht darauf verzichten. So fand auch in diesem Jahr wieder das große „Jingū Gaien Feuerwerk“ (神宮外苑花火 / じんぐうがいえんはなび) statt. Es gehört zwar zu den „kleineren“ in Tōkyō, ist deswegen aber nicht weniger hübsch.

Natürlich kann man ein Feuerwerk nicht allen Ernstes auf einer Webseite darstellen wollen. Der oben eingefügte Videoclip gibt nur einen müden Abklatsch des tatsächlichen Spektakels wieder, lässt aber vielleicht schon erahnen, dass es guten Anlass in den umliegenden Vierteln um den Jingū Gaien (神宮外苑 / じんぐうがいえん), die äußeren Gärten des Meiji-Schreins (明治神宮 / めいじじんぐう), gibt, ordentlich zu feiern.

During the summer months fireworks are quite popular in Japan. And even in times of crisis the people are hardly prepared to do completely without. Hence, also this year the big “Jingū Gaien Fireworks“ (神宮外苑花火 / じんぐうがいえんはなび) were celebrated. Even though these fireworks are among the smaller ones in Tōkyō, they are not less pretty.

Naturally, nobody would seriously consider documenting such fireworks on a website. And also the attached video-clip provides a poor example only of what the whole spectacle really meant. However, it may provide at least an idea of why these fireworks give the quarters of the city surrounding the “Jingū Gaien” (神宮外苑 / じんぐうがいえん), the outer gardens of the Meiji-Shrine (明治神宮 / めいじじんぐう) a good reason for celebration.

Ort / Zeit der Veranstaltung:
Tōkyō, Shibuya-ku, Jingū Gaien
U-Bahnen: Hanzōmon-Linie (半蔵門線 / はんぞうもんせん) oder Ginza-Linie (銀座線 / ぎんざせん)
Haltestelle: Gaienmae (外苑前がいえんまえ)
Üblicherweise im August – die Termine wechseln von Jahr zu Jahr

Location & Schedule:
Tōkyō, Shibuya-ku, Jingū Gaien
Subway: Hanzōmon line (半蔵門線 / はんぞうもんせん) or Ginza line (銀座線 / ぎんざせん)
Station: Gaienmae (外苑前がいえんまえ)
Usually somewhen in August – schedule changes from year to year


U-Bahn-Benutzung / Einzelfahrscheine

14. August 2010

(Information in English is available from the Tōkyō Metro’s website: http://www.tokyometro.jp/global/en/)
Die Ansicht der Bilder in diesem Artikel kann vergrößert werden, indem man sie durch Anklicken in einem neuen Fenster öffnet und dort nochmals anklickt. Mit zweimal “zurück” kommen Sie wieder in den Artikel.

U-Bahn-Linien in Tōkyō
Neben den zahlreichen privaten Bahnunternehmen und den Zügen von Japan Rail (JR), gibt es in Tōkyō zwei U-Bahnsysteme: Die mehrheitlich dem Staat gehörende „Tōkyō Metro“ (東京メトロ) und die von der Stadt (bzw. Metropolregierung) betriebene „Toei Subway“ (都営地下鉄 / とえいちかてつ / Toei Chikatetsu). Jede Linie hat ihre eigene Erkennungsfarbe – mit ihr kann sie nicht nur im Linienplan schnell gefunden werden, sondern auch die U-Bahnstationen sind mit entsprechenden Farbsymbolen gekennzeichnet.

Zur Tōkyō Metro gehören die folgenden Linien:
Ginza Linie (orange) (銀座線) (14,3 km)
Marunouchi Linie (rot) (丸ノ内線) (24,2 km)
Hibiya Linie (grau) (日比谷線) (20,3 km)
Tōzai Linie (hellblau) (東西線) (30,8 km)
Chiyoda Linie (grün) (千代田線) (24 km)
Yurakuchō Linie (olivgelb) (有楽町線) (28,3 km)
Hanzōmon Linie (violett) (半蔵門線) (16,8 km)
Namboku Line (blaugrün) (南北線) (21,3 km)
Fukutoshin Linie (braun) (副都心線) (20,2 km)

Linienplan Tōkyō Metro / 東京メトロ

Linienplan Tōkyō Metro / 東京メトロ

Zur Toei Subway gehören folgende Linien:
Asakusa Linie (blassrot) (浅草線) (18,3 km)
Mita Linie (blau) (三田線) (26,5 km)
Shinjuku Linie (gelbgrün) (新宿線) (23,5 km)
Ōedo Linie (magenta-rot) (大江戸線) (40,7 km)

Linienplan Tōei Subway / 東映地下鉄

Linienplan Tōei Subway / 東映地下鉄

Für all diejenigen, die nicht mit einer „Suica“- oder „Pasmo“-Karte unterwegs sind (siehe mein Artikel „Öffentlicher Nahverkehr – Fahrscheine (Suica)“ ), kommt dann irgendwann die Frage: Wie kaufe ich ein Ticket für die Fahrt mit der U-Bahn?

Nichts (oder sagen wir mal besser: wenig) ist leichter als das! Solange man nicht zwischen den Linien der Tōkyō Metro oder der Toei Subway (bzw. anderen Betreibern des öffentlichen Personennahverkehrs) wechselt, ist es wirklich einfach. Und da es auf den Webseiten der jeweiligen Verkehrsbetriebe keine deutsche Beschreibung für den Kauf und die Verwendung von Fahrscheinen gibt, hier eine kleine Zusammenfassung anhand des Ticketsystems der Tōkyō Metro (bei der Toei Subway funktioniert das alles natürlich genauso).

Fahrpreis ermitteln:
In den meisten Stationen gibt es neben oder über den Fahrscheinautomaten eine Tabelle mit den wichtigsten U-Bahn-Stationen im Metropolgebiet und den jeweils zu entrichtenden Fahrpreisen. Wer einen Internetzugriff parat hat, kann sich auch den „Tōkyō Transfer Guide“ (allerdings nur in Englisch) dienen lassen. Leider ist diese Fahrpreistabelle oft nur (wie unten zu sehen) in Japanisch vorhanden (dafür aber auch mit Blindenschrift ausgestattet).

Fahrpreistabelle (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Fahrpreistabelle (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Fahrschein kaufen:
An den Fahrscheinautomaten kann man sowohl Einzelfahrttickets, als auch Tageskarten, als auch andere Karten zu Sondertarifen erwerben. Mehrere zusammen reisende Personen können ihre Fahrscheine „in einem Aufwasch“ kaufen, indem vor dem Geldeinwurf die Personenzahl gewählt wird. Die Maschinen nehmen Münzen und Scheine an (einzelne Maschinen können die Annahme von 2.000 Yen-Scheinen, 5.000 Yen-Scheinen oder 10.000 Yen-Scheinen verweigern).

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Fahrscheinauswahl)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Fahrscheinauswahl)

Werfen Sie den von der Tariftabelle abgelesenen Fahrpreis ein (wenn Sie den Betrag nicht passend haben: kein Problem! Die Maschine gibt Wechselgeld!). Auf dem Display erscheinen die Beträge in den Preisstufen der Fahrpreise simultan mit ihrem Geldeinwurf. Drücken Sie auf den Betrag, der Ihrem gewünschten Fahrpreis entspricht. Ticket und Wechselgeld werden ausgeworfen.

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Münzeinwurf)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Münzeinwurf)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Detail)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Detail)

Sollten Sie Probleme haben, den für Ihr Fahrziel richtigen Fahrpreis zu ermitteln – kein Grund zur Sorge! Kaufen Sie einfach das jeweils günstigste Ticket (160 Yen bei der Tōkyō Metro, 170 Yen bei der Tōei Subway) – den Rest können Sie am Ziel ihrer Reise entrichten (wie das funktioniert, wird weiter unten beschrieben).

U-Bahnbereich betreten:
An der Zugangsschranke zum U-Bahnbereich führen Sie Ihren Fahrschein in den Schlitz oberhalb eines mit 投入口 (Einwurf) bezeichneten großen, grünen Pfeils ein (die Bedienelemente der Schranken befinden sich immer rechts – widerstehen Sie also dem Versuch, „alles mit links“ erledigen zu wollen). Während Sie durch die Zugangsschranke gehen, erscheint Ihr Fahrschein wieder im hinteren Drittel derselben oben. Nehmen Sie den Fahrschein wieder an sich und behandeln Sie ihn während der Fahrt pfleglich – Sie brauchen ihn beim Aussteigen wieder.

Sollte Ihr Fahrschein einen Fehler aufweisen, schließt sich die Zugangsschranke und ein Warnsignal ertönt. Gehen Sie dann wieder zurück und wenden Sie sich an das freundliche Personal, das es in jeder Station gibt (hier wird Ihnen auch geholfen, wenn Sie kein Japanisch können).

U-Bahnzugang (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

U-Bahnzugang (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

U-Bahn-Zugang (Fahrscheineinwurf)

U-Bahn-Zugang (Fahrscheineinwurf)

Benutzen der U-Bahnen:
Während Sie sich auf den U-Bahn-Plattformen bewegen, halten Sie sich immer hinter der weißen bzw. gelben Linie, die einen Sicherheitsabstand bei einfahrenden Zügen gewährleisten soll. Viele Bahnhöfe sind inzwischen mit automatischen Zugangstüren am Bahnsteigrand versehen – die Gefahr, versehentlich auf die Gleise zu geraten, besteht dort nicht mehr. Überall aber halten die Züge genau an der Stelle, an der sich die Zugangstüren bzw. entsprechende Markierungen am Bahnsteigrand befinden. Sie können sich also ganz ordentlich – wie das hier Sitte ist – in einer, bzw. zwei Reihen an den jeweiligen Waggon-Zugängen „in Position bringen“.

Ihr Aussteigen oder Umsteigen im U-Bahnbereich können Sie übrigens vorausschauend planen und sich Wege ersparen: In allen U-Bahnstationen hängen Stationsverzeichnisse der jeweiligen Linie, in denen auch verzeichnet ist, welcher Waggon in welcher Station dem Ausgang, der Rolltreppe oder dem Aufzug am nächsten ist, bzw. von welchem Waggon aus der Umsteigeweg in eine andere Linie besonders kurz ist. Das ist schon deswegen hilfreich, weil die U-Bahnen in Tōkyō immer mit acht bzw. zehn Waggons fahren – also entsprechend lang sind.

Wagenstandsanzeiger (Fukutoshin-sen)

Wagenstandsanzeiger (Fukutoshin-sen)

Beim Ein- und Aussteigen nehmen Sie Rücksicht auf die anderen Reisenden – auch wenn diese nicht immer mit gutem Beispiel voran gehen. In den Hauptverkehrszeiten kann es schon mal etwas ruppiger zugehen – aggressives Verhalten ist aber auch hier nicht angebracht. Vertrauen Sie immer darauf: Im Bewegen von Menschenmassen sind Japaner unerreicht!

Bitte achten Sie auch darauf, dass es auf einigen Linien während der morgendlichen Rush Hour Waggons gibt, die nur von Frauen und kleinen Kindern benutzt werden dürfen – sie befinden sich meist am Anfang oder am Ende des Zuges. Die Bahnsteige sind dort ebenfalls gekennzeichnet.

Hinweis auf Waggon nur für Frauen / Women Only

Hinweis auf Waggon nur für Frauen / Women Only

Das Telefonieren mit Mobiltelefonen ist in den meisten U-Bahnen zwar möglich, wird aber – um es einmal freundlich auszudrücken – nicht gern gesehen. Online-Dienste und E-Mails, die sich in Japan auch auf dem Mobiltelefon großer Beliebtheit erfreuen, dürfen aber genutzt werden. Ausnahme: Wenn Sie sich in der Nähe der so genannten „Courtesy Seats“ (für ältere Mitreisende, Fahrgäste mit körperlichen Gebrechen, Schwangere oder Erwachsene mit Kleinkindern) aufhalten, sollten Sie Ihr Mobiltelefon ganz abschalten.

Im Übrigen gilt: Mobiltelefone sind im „mana mode“ (manner mode) zu betreiben. Sprich: Klingeltöne sind verpönt (sie gelten ganz allgemein als störend) – das Mobiltelefon sollte nur Vibrationsalarme oder Lichtsignale abgeben.

Gutes Benehmen ist in Japan fast schon eine Selbstverständlichkeit – auch in den U-Bahnen. Werfen Sie auch einen Blick auf meinen Artikel: U-Bahn-Etikette.

Fahrpreis-Korrektur:
Zum Verlassen der U-Bahnbereiche führen Sie Ihren Fahrschein wieder in eine der Ausgangsschranken ein.

Sollte Sie Ihre U-Bahnfahrt weiter geführt haben, als Sie ursprünglich geplant hatten (bzw. falls Sie von vornherein ohnehin nur den günstigsten Fahrschein gekauft haben), wird die Ausgangsschranke am Ziel Ihnen das Verlassen des U-Bahnbereichs verweigern. Auch das ist kein Grund zur Panik – man muss auch nicht peinlich berührt deswegen sein, denn das passiert selbst dem gewieftesten U-Bahnfahrer (Einheimischen genauso wie Fremden).

Sollte dies passieren, gehen Sie wieder zurück und suchen Sie den „Fahrpreiskorrektur-Automaten“ (Fare Adjustment Machine) in der Nähe der Ausgangsschranken. Führen Sie ihren Fahrschein in den entsprechenden Schlitz der Maschine ein. Auf dem Bildschirm erscheint der noch zu entrichtende Fahrpreis, den Sie bitte einwerfen (falls Sie den Betrag nicht passend haben – kein Problem, auch hier gibt es Wechselgeld). Anschließend wirft der Automat Ihren Fahrschein wieder aus, mit dem Sie nun ungehindert durch die Ausgangsschranke kommen sollten. Auch hier gilt: Sollte ausnahmsweise mal etwas nicht funktionieren: An jedem Zugang/Ausgang gibt es Personal, das Ihnen weiterhilft.

Die Ausgangsschranken behalten Einzelfahrscheine übrigens ein und bedanken sich auf einem entsprechenden Display.

"Fare Adjustment"-Automat

"Fare Adjustment"-Automat

Umsteigen in andere Linien (auch in Linien der Toei Subway):
Beim Umsteigen in eine andere Linie der Tōkyō Metro müssen Sie meist keine Schranke passieren – die U-Bahnbereiche der Linien sind meist miteinander verbunden, auch wenn Sie unterirdisch schon mal längere Wege zurücklegen müssen.

In einigen Stationen müssen allerdings auch dann die Ausgangssperren passiert werden, wenn in eine andere Linie der Tōkyō Metro umgestiegen werden soll. Passieren Sie in diesem Fall (wie auch, wenn Sie in die Linie eines anderen Betreibers umsteigen) die orange gekennzeichneten Ausgangssperren (die Ihren Fahrschein dann auch nicht „verschlucken“).

Allerdings darf der Umsteigevorgang nicht mehr als 30 Minuten in Anspruch nehmen – sonst ist der Erwerb eines neuen Fahrscheins unumgänglich.

Hinter den Ausgangssperren befinden sich in allen Stationen Lagepläne der näheren Umgebung sowie eine Liste der Ausgänge und Orte, die sich in der Nachbarschaft dieser Ausgänge befinden. Ein tolles System, das auch dem Ortsunkundigen die Orientierung leicht macht. Meist sind die Beschreibungen auch in Englisch vorhanden.

Umgebungsplan (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Umgebungsplan (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Lesen Sie auch:

Öffentlicher Nahverkehr – Tickets (Suica)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette

U-Bahnen in Tōkyō: Teil 1: Fukutoshin-Linie – Kita-Sandō

U-Bahnen in Tōkyō: Teil 2: Fukutoshin-Linie – Shibuya

U-Bahnen in Tōkyō: Teil 3: Fukutoshin-Linie – Shinjuku-sanchōme


Sanja Matsuri – 三社祭

17. May 2010

Ein Fest für die Götter, das Volk, die Augen und das Ohr
A festival for the gods, the people, the eyes and the ear

(Der englische Text folgt dem deutschen)
(The English text follows the German text)

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Was wäre Japan ohne seine großen, religiösen Volksfeste? Das Wesen des Landes und seiner Leute ist nicht zu ergründen, wenn man sich auf das Erscheinungsbild von Geschäftsleuten, Manga-Liebhabern und Freaks (die das Außenbild Japans stärker prägen, als sie im Land selbst in Erscheinung treten) beschränkt. Wer einmal die ausgelassene Fröhlichkeit, ja nicht selten auch die auf solchen Festen an den Tag gelegte Inbrunst beobachtet hat, sieht Japan mit anderen Augen.

What would Japan be without its gorgeous, religious festivals? The spirit of the country and its people cannot be understood, if one is restricted to contact with business people, manga-fans and freaks (which possibly have a stronger presence in foreigners’ reception of Japan than they are really visible here). One starts to see things from a different angle, after one has experienced the hilarious cheerfulness and fervour displayed by Japanese on occasions like these.

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Zu den größten aller Feste im Lande (wahrscheinlich das größte der Stadt) gehört das Sanja Matsuri (三社祭 / さんじゃまつり) in Asakusa (浅草 / あさくさ), das normalerweise jährlich um den 17. Mai herum gefeiert wird. Die meisten Touristen laufen wahrscheinlich am Dreh- und Angelpunkt dieses Festivals, dem Asakusa-Schrein (浅草神社 / あさくさじんじゃ), fast achtlos vorbei, weil sie der nebenan stehende Sensō-Tempel (浅草寺 / せんそうじ) schon seiner schieren Ausmaße wegen überwältigt. Dabei werden in dem Schrein der spirituelle Geist der drei Männer verehrt, ohne den es den benachbarten Tempel überhaupt nicht gäbe: zwei Fischer-Brüder, die am 17. Mai des Jahres 628 die heute im Sensō-ji aufbewahrte Kannon-Statue im Fluss gefunden habe, und ein Großgrundbesitzer, den Tempel hat bauen lassen.
Während des Sanja Matsuri ist ganz Asakusa im Bann der Shintō-Schreine – der Sensō-ji bildet bestenfalls noch die Kulisse.

One of the biggest Festivals of Japan (and most likely the biggest in Tōkyō) is the Sanja Matsuri (三社祭 / さんじゃまつり) in Asakusa (浅草 / あさくさ), an annual festival usually celebrated around May 17th. Most of the usual tourists may pass the lynchpin of the festival, the Asakusa shrine (浅草神社 / あさくさじんじゃ) without even noticing it, because they will be overwhelmed by the sheer size of the neighbouring Sensō temple (浅草寺 / せんそうじ). But without the three men whose spirits are worshipped at the Asakusa shrine, the temple wouldn’t even exist: two fishermen brothers who found the famous kannon statue on May 17th in the year 628 (now enshrined in the Sensō temple,) and the landlord who had the temple built.
During the Sanja Matsuri the whole of Asakusa is under the spell of the Shinō shrines – Sensō temple is merely reduced to backdrop.

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Das Sanja Matsuri ist das Fest der Ujiko (氏子 / うじこ), die Bewohner der Bezirke um den Asakusa Jinja (Schrein). Aber schon zu den Zeiten, als Tōkyō noch Edo (江戸 / えど) hieß (also vor 1868), lockte es viele Tausend Besucher an. Wahrscheinlich geht das Fest aber schon auf das 7. Jahrhundert zurück.

Wörtlich übersetzt heißt das Sanja Matsuri „Drei-Schreine-Festival“ und gehört, zusammen mit dem Kanda Matsuri (神田祭 / かんだまつり)und dem Sannō Matsuri (山王祭 / さんのうまつり) zu den wichtigsten der Stadt – und es gilt als das größte und wildeste von allen. An die 2 Millionen Besucher zählt das Festival gewöhnlich – und das innerhalb eines Wochenendes; am Sonntag ist Asakusa dann regelrecht verstopft (aber auf fröhliche und überaus interessante Art und Weise).

The Sanja Matsuri is the festival of the Ujiko (氏子 / うじこ) – the people who live in the area around Asakusa shrine. But already when Tōkyō was still called Edo (江戸 / えど) (i.e. before 1868) the festival attracted many thousands of visitor. Presumably, the festival even dates back to the 7th century.

Literally translated „Sanja Matsuri“ means „Three Shrines Festival“. It is, together with the Kanda Matsuri (神田祭 / かんだまつり) and the Sannō Matsuri (山王祭 / さんのうまつり), the most inportant of its kind in the city – and it is the largest and wildest of them all. It usually sees nearly 2 million visitors – within the short period of time of a weekend. On Sunday Asakusa is virtually stuffed with people (but in a most delightful and interesting way).

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Hauptattraktion des Festivals sind die drei Mikoshi (神輿 / みこし) des Asakusa-Schreins – zusammen mit etwa 100 weiteren Mikoshi aus allen Teilen Asakusas.

Ein Mikoshi (神輿 / みこし), auch: Shin’yo genannt, bedeutet wörtlich „Göttersänfte“. Gemeinhin nennt man sie aber höflich „Omikoshi“, was man dann ungefähr mit „ehrwürdige Göttersänfte“ übersetzen könnte. Es handelt sich hierbei um tragbare, über die Maßen prächtige Shintō-Schreine, mit denen die Götter „auf Reisen gehen“ können. Während eines solchen Festivals ist die Reise allerdings eine eher unruhige, da die Träger alles daran legen, den Schrein während der Prozession durch die Stadt ordentlich schaukeln oder hüpfen zu lassen (allerdings soll damit die Gottheit nicht gestört, sondern ihre wundertätige Kraft noch gesteigert werden).

Die Mikoshi sind meist über und über mit Gold und schwarzem Lack verziert, wiegen nicht selten fast eine Tonne und sind mehrere hunderttausend Euro wert. Je nach Größe des Mikoshi werden sie über zwei oder vier Balken von 40 oder mehr Trägern und Trägerinnen transportiert. Diese wechseln sich während des Tragens immer wieder ab – zu den Trägern zu gehören, ist eine große Ehre, um die man/frau sich reißt.

The main attraktion of the festival are the three mikoshi (神輿 / みこし) of the Asakusa shrine – together with roughly 100 more mikoshi from all over Asakusa.

„Mikoshi“ (神輿 / みこし), also called „shin’yo“, literally translates into „palaquin of the Gods“. Usually the mikoshi are courteously called „omikoshi“, which could then be translated into „dignified palaquin of gods“. These mikoshi are portable and gorgeously decorated shintō shrines, used if „Gods want to go on a trip“. During such a festival, however, such a „trip“ could be a rather unsettled one, as it’s carriers do everything to shake and to bump the shrine on its procession through the city (this, however, does not aim at disturbing the peace of the respective God, but to enhance his spiritual powers).

The mikoshi are usually lavishly covered and decorated with gold and black laquer. Quite a few weight almost a ton and have a value of several hundred thousand Euros. Depending on their size the mikoshi are carried with two or four beams by 40 or more carriers who frequently take it in turns. It’s one of the highest honours to be allowed to carry a mikoshi – and people are virtually crazy about it.

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Die Parade der Mikoshi wird begleitet durch mitreißende Festivalmusik (hauptsächlich Schlaginstrumente und Flöten), der sich niemand entziehen kann. Im ersten Moment mag diese Musik auf westliche Ohren schrill klingen, aber spätestens beim zweiten Hinhören merkt man: Sie ist Sinnbild für das Temperament der Feiernden.

Und natürlich quillt die Stadt und besonders der Schrein- und Tempelbezirk über mit allen Arten von Imbiss-Ständen – Feiern macht schließlich sowohl hungrig als auch durstig. Aber, anders als bei solchen Großveranstaltungen anderswo auf der Welt, auf dem Sanja Matsuri geht es fast schon „gesittet“ zu. Massenbesäufnisse sind eher eine Ausnahme.

The parade of mikoshi is accompanied by rousing festival music (mainly percussion and flute) which cannot be resisted. It may sound a bit shrill first, but soon one realises that this music reflects very much of the mood of the celebrating masses.

And, naturally, the city and especially the shrine and temple district of Asakusa is packed with all kinds of food- and drink stalls. After all, celebrating makes hungry and thirsty. Other than on big festivals elsewhere in this world, the jolly of the Sanja Matsuri is a rather civilised one. It usually does not turn into one big boozing party.

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Sanja Matsuri - 三社祭

Sanja Matsuri – 三社祭

Wie man hinkommt:
Am einfachsten kommt man mit den U-Bahnlinien “Ginza-sen” (銀座線 / ぎんざせん) oder “Asakusa-sen” (浅草線 / あさくさせん) zur Station “Asakusa” (浅草 / あさくさ).

How to get there:
The easiest way is by subway lines “Ginza-sen” (銀座線 / ぎんざせん) or “Asakusa-sen” (浅草線 / あさくさせん) to Station “Asakusa”-station (浅草 / あさくさ).

Sehen Sie auch / also see:

Sanja Matsuri (三社祭) – Video

Asakusa Sensō-ji (浅草寺)
Tōkyōs ältester und berühmtester Tempel – oder: vom „Fang des Tages“ zur touristischen Berühmtheit
Tōkyō’s oldest and most famous temple – or: from “catch of the day” to touristy fame

Hallo Hasenjahr! / Hello Year of the Rabbit!
Neujahr am Sensō-ji (浅草寺)
New Year at the Sensō-ji (浅草寺)


U-Bahnen in Tōkyō (Teil 2)

23. May 2009

Beispiel: Fukutoshin-Linie (副都心線)
Teil 2: Shibuya (渋谷)

Shibuya eki

Shibuya eki

Nachdem ich im ersten Teil dieser Artikel-Trilogie meinen “Haus”-Bahnhof, Kita-Sandō, und die neue Fukutoshin-Linie allgemein vorgestellt habe, gibt dieser Artikel einen optischen Eindruck von der aufwändig gestalteten Endstation der Fukutoshin-Linie in Shibuya wieder.
Hier haben sich die Architekten austoben dürfen – das Ergebnis ist eine leicht futuristische, großzügige U-Bahnstation, die raschen Zugang zu den anderen hier verkehrenden U-Bahnlinien der “Tōkyō Metro” ermöglicht:

- Ginza-Linie (銀座線)
- Hanzōmon-Linie (半蔵門線).

Außerdem bietet sie Anschluss an den Bahnhof von Shibuya, der zu den belebtesten der Stadt gehört. Hier verkehren folgende Linien:

- JR East, Saikyō-Linie (埼京線)
- JR East, Shōnan-Shinjuku-Linie (湘南新宿ライン)
- JR East, Yamanote-Linie (山手線)
- JR East, Narita Express (成田エクスプレス)
- Tōkyū Tōyoko-Linie (東急東横線)
- Tōkyū Den’entoshi-Linie (東急田園都市線)
- Keiō Dentetsu Inokashira-Linie (京王井の頭線)

Fahrkartenautomaten am Haupteingang zur U-Bahnstation:

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Zugänge zu den U-Bahnsteigen:

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Hohe, helle, geräumige Bahnsteige:

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Modell des architektonischen Entwurfes der Station Shibuya (渋谷) der Fukutoshin-Linie (副都心線):

副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Und hier noch ein Blick auf die Gleisanlagen, die erkennen lassen, dass hier zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Anschlüsse geschaffen werden sollen:

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Und los geht die Fahrt in den Tunnel in Richtung Norden:

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Shibuya eki/Fukutoshin-sen - 渋谷駅/副都心線

Weitere Artikel zum Thema:

U-Bahnen in Tōkyō – Teil 1: Fukutoshin-Linie, Kita Sandō
U-Bahnen in Tōkyō – Teil 3: Fukutoshin-Linie, Shinjuku-sanchōme
Öffentlicher Nahverkehr – Fahrscheine

U-Bahn-Etikette / Subway-Etiquette


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