Tōkyō Midtown – 東京ミッドタウン

17. October 2010

Ein Höhepunkt in Tōkyōs Hochhauslandschaft
A highlight in Tōkyō’s landscape of highrise buildings
(Der englische Text folgt dem deutschen)
(The English text follows the German text)

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Der im März 2007 fertiggestellte Hochhaus-Komplex „Tōkyō Midtown“ (東京ミッドタウン) gehört noch immer zu den beeindruckendsten architektonischen Edelsteinen der Stadt. Die Planer mögen sich ursprünglich noch mehr Leben in dem Gebäudeensemble vorgestellt haben, als die wirtschaftliche Situation schließlich gestattet hat. Aber es ist nicht ohne Grund, wenn dieser Komplex als abgeschlossene Einheit innerhalb der Stadt mit dem Ensemble des Rockefeller Centers in New York verglichen wird. 

Tōkyō Midtown befindet sich auf einem ca. 7 Hektar großen Gelände, das früher dem Japanischen Verteidigungsministerium (genauer: Japan Defence Agency / 防衛庁 / ぼうえいちょう) als Heimstätte diente. Neben kleineren Gebäuden setzt sich der Komplex aus folgenden Komponenten zusammen:

The complex of high-rise buildings, called “Tōkyō Midtown“ (東京ミッドタウン), was completed in March 2007 and may still be regarded as one of the the most impressive architectural gems of the city. I assume the planners hoped for a more lively acceptance of the ensemble of buildings than the economic situation allowed when it was opened. But it isn’t without reason, if some people compare this unit of buildings within a city with Rockefeller Center in New York.

Tōkyō Midtown was built on a roughly 7 hectare large areal which was previously occupied by the Japan Defence Agency (防衛庁 / ぼうえいちょう). Beside some smaller buildings the whole complex of Tōkyō Midtown consists of the following elements: 

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Midtown Tower:
Mit 54 Stockwerken und einer Höhe von 247,90 Meter ist dieses Hochhaus das derzeit höchste Tōkyōs und (nach dem Yokohama Landmark Tower) das zweithöchste des Landes. Vom 45. bis zum 53 Stockwerk beherbergt der das Gebäudeensemble beherrschende Turm das noble Ritz-Carlton Hotel mit seinen 250 Zimmern, einem 2.000 qm großen Spa-Bereich auf dem 46. Stockwerk und einer mindestens zwei Stockwerke hohen Bar und Lounge auf dem 45. Stockwerk, die einen wirklich grandiosen Blick auf die Stadt bietet.
Außerdem beherbergt der Midtown Tower das Tōkyō Midtown Medical Center, das Tōkyō Midtown Design Hub und Konferenzfazilitäten.

Midtown Tower:
With its 54 floors and a height of 247.90 meters, Midtown Tower presently is the tallest in Tōkyō and (after Yokohama Landmark Tower) the second tallest of the country. Between the 45th and 53rd floor it houses the luxurious Ritz-Carlton Hotel with its 250 rooms, a 2,000 sqm Spa on the 46th floor and an at least two stories tall bar and lounge on the 45th floor. From there you have one of the most spectacular views of Tōkyō.
In addition the Midtown Tower provides space for the Tōkyō Midtown Medical Center, the Tōkyō Midtown Design Hub and various conference facilities. 

Ritz-Carlton Hotel Lobby Bar

Ritz-Carlton Hotel Lobby Bar

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Mit einer Höhe von 113,35 Metern ist das Gebäude „Midtown East“ das zweithöchste des Komplexes. Es beherbergt Wohnungen, Büros und u.a. auch die die „Tōkyō Midtown Hall“. Letztere bietet zwei große Hallen für verschiedene Zwecke, deren Flächen auch geteilt werden kann. Die „Halle A“ bietet auf 770 qm Platz für Veranstaltungen (Schule, Theater, Empfänge, Büfetts) für 200 bis 820 Personen. „Halle B“ mit ihren 540 qm kann für Gruppen zwischen 200 und 560 Personen hergerichtet werden.

With a height of 113.35 meters the building called „Midtown East“ is the second tallest of the complex. It houses apartments, offices and among other facilities the “Tōkyō Midtown Hall”. Apart from smaller rooms, it offers two large halls for various purposes. Both halls offer dividable space. “Hall A” offers space for all sorts of events (school, theatre, receptions, buffets) for 200 to 820 people on 770 sqm of space. “Hall B” is just as fexible for groups between 200 and 560 people on 540 sqm of space.

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Die dritte, größere Einheit wird „Parkside“ genannt und ist mit 30 Stockwerken und einer Höhe von 100 Meter den „Ritz-Carlton Park Residences“ vorbehalten, Appartements, die vom Ritz-Carlton-Hotel unterhalten werden. Weitere Büroräume sind in den Gebäuden Midtown Front (13 Stockwerke, 66,10 Meter hoch) und Midtown West (9 Stockwerke, 47,50 Meter hoch) untergebracht.

The third bigger unit is called „Parkside“ with 30 floors and a height of 100 metres. Here you’ll find the „Ritz-Carlton Park Residences“ – apartments run by the Ritz-Carlton Hotel. Further office space is available in the „Midtown Front“ (13 floors, 66.10 meters tall) and „Midtown West“ (9 floors, 47.40 meters high).

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Neben einer schier unzählbaren Anzahl an internationalen Boutiquen, Restaurants und Cafés ist in Tōkyō Midtown auch das „Suntory Museum of Art“ untergebracht. Wie überhaupt Kunst ein fester Bestandteil des ganzen Komplexes zu sein scheint – und wenn es schon nicht Kunst ist, so doch ein ganz dem Zeitgeschmack gewidmetes Design. Künftige Generationen werden darüber zu richten haben, was man davon zu halten hat. Mir ist jedenfalls heute schon eines klar: Ich finde Tōkyō Midtown schicker und architektonisch gelungener als z.B. das etwas verwinkelte Innenleben des großen “Konkurrenten” des Komplexes, Roppongi Hills, gerade ein paar hundert Meter entfernt.

Beside a virtually uncountable number of international boutiques, restaurants and cafés Tōkyō Midtown also houses the „Suntory Museum of Art“. In any case, art seems to be an integral part of the whole complex – and if it isn’t „art“, it’s at least design dedicated to the spirit of our times. Future generations will have to be the judge of that. For me one thing is already clear now: I like Tōkyō Midtown’s style and architectual charme much more than the slighly confusing interiour of its great “rival”, Roppongi Hills, just a couple of hundred meters away.

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Tōkyō Midtown / 東京ミッドタウン

Wie man hinkommt:
Direkten Zugang zu Tōkyō Midtown hat man von der U-Bahnstation „Roppongi” (六本木 / ろっぽんぎ) der Ōedo-Linie der Toei-U-Bahn (都営地下鉄大江戸線 / とえいちかてつおおえどせん). Einen kleinen über- oder unterirdischen Umweg muss man in Kauf nehmen, wenn man mit der Hibiya-Linie der Tōkyō Metro (東京メトロ日比谷線 / とうきょうメトロひびやせん) zu deren Station „Roppongi” fährt.

How to get there:
You’ll have direct access to Tōkyō Midtown from the subway station „Roppongi” (六本木 / ろっぽんぎ) of the Ōedo-line of the Toei Subway (都営地下鉄大江戸線 / とえいちかてつおおえどせん). It’s a tiny detour you’ll have to deal with, if you take Tōkyō Metro’s Hibiya-line (東京メトロ日比谷線 / とうきょうメトロひびやせん) to their station with the same name.


U-Bahn-Benutzung / Einzelfahrscheine

14. August 2010

(Information in English is available from the Tōkyō Metro’s website: http://www.tokyometro.jp/global/en/)
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U-Bahn-Linien in Tōkyō
Neben den zahlreichen privaten Bahnunternehmen und den Zügen von Japan Rail (JR), gibt es in Tōkyō zwei U-Bahnsysteme: Die mehrheitlich dem Staat gehörende „Tōkyō Metro“ (東京メトロ) und die von der Stadt (bzw. Metropolregierung) betriebene „Toei Subway“ (都営地下鉄 / とえいちかてつ / Toei Chikatetsu). Jede Linie hat ihre eigene Erkennungsfarbe – mit ihr kann sie nicht nur im Linienplan schnell gefunden werden, sondern auch die U-Bahnstationen sind mit entsprechenden Farbsymbolen gekennzeichnet.

Zur Tōkyō Metro gehören die folgenden Linien:
Ginza Linie (orange) (銀座線) (14,3 km)
Marunouchi Linie (rot) (丸ノ内線) (24,2 km)
Hibiya Linie (grau) (日比谷線) (20,3 km)
Tōzai Linie (hellblau) (東西線) (30,8 km)
Chiyoda Linie (grün) (千代田線) (24 km)
Yurakuchō Linie (olivgelb) (有楽町線) (28,3 km)
Hanzōmon Linie (violett) (半蔵門線) (16,8 km)
Namboku Line (blaugrün) (南北線) (21,3 km)
Fukutoshin Linie (braun) (副都心線) (20,2 km)

Linienplan Tōkyō Metro / 東京メトロ

Linienplan Tōkyō Metro / 東京メトロ

Zur Toei Subway gehören folgende Linien:
Asakusa Linie (blassrot) (浅草線) (18,3 km)
Mita Linie (blau) (三田線) (26,5 km)
Shinjuku Linie (gelbgrün) (新宿線) (23,5 km)
Ōedo Linie (magenta-rot) (大江戸線) (40,7 km)

Linienplan Tōei Subway / 東映地下鉄

Linienplan Tōei Subway / 東映地下鉄

Für all diejenigen, die nicht mit einer „Suica“- oder „Pasmo“-Karte unterwegs sind (siehe mein Artikel „Öffentlicher Nahverkehr – Fahrscheine (Suica)“ ), kommt dann irgendwann die Frage: Wie kaufe ich ein Ticket für die Fahrt mit der U-Bahn?

Nichts (oder sagen wir mal besser: wenig) ist leichter als das! Solange man nicht zwischen den Linien der Tōkyō Metro oder der Toei Subway (bzw. anderen Betreibern des öffentlichen Personennahverkehrs) wechselt, ist es wirklich einfach. Und da es auf den Webseiten der jeweiligen Verkehrsbetriebe keine deutsche Beschreibung für den Kauf und die Verwendung von Fahrscheinen gibt, hier eine kleine Zusammenfassung anhand des Ticketsystems der Tōkyō Metro (bei der Toei Subway funktioniert das alles natürlich genauso).

Fahrpreis ermitteln:
In den meisten Stationen gibt es neben oder über den Fahrscheinautomaten eine Tabelle mit den wichtigsten U-Bahn-Stationen im Metropolgebiet und den jeweils zu entrichtenden Fahrpreisen. Wer einen Internetzugriff parat hat, kann sich auch den „Tōkyō Transfer Guide“ (allerdings nur in Englisch) dienen lassen. Leider ist diese Fahrpreistabelle oft nur (wie unten zu sehen) in Japanisch vorhanden (dafür aber auch mit Blindenschrift ausgestattet).

Fahrpreistabelle (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Fahrpreistabelle (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Fahrschein kaufen:
An den Fahrscheinautomaten kann man sowohl Einzelfahrttickets, als auch Tageskarten, als auch andere Karten zu Sondertarifen erwerben. Mehrere zusammen reisende Personen können ihre Fahrscheine „in einem Aufwasch“ kaufen, indem vor dem Geldeinwurf die Personenzahl gewählt wird. Die Maschinen nehmen Münzen und Scheine an (einzelne Maschinen können die Annahme von 2.000 Yen-Scheinen, 5.000 Yen-Scheinen oder 10.000 Yen-Scheinen verweigern).

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Fahrscheinauswahl)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Fahrscheinauswahl)

Werfen Sie den von der Tariftabelle abgelesenen Fahrpreis ein (wenn Sie den Betrag nicht passend haben: kein Problem! Die Maschine gibt Wechselgeld!). Auf dem Display erscheinen die Beträge in den Preisstufen der Fahrpreise simultan mit ihrem Geldeinwurf. Drücken Sie auf den Betrag, der Ihrem gewünschten Fahrpreis entspricht. Ticket und Wechselgeld werden ausgeworfen.

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Münzeinwurf)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Münzeinwurf)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Detail)

Fahrscheinautomat Tōkyō Metro / 東京メトロ (Detail)

Sollten Sie Probleme haben, den für Ihr Fahrziel richtigen Fahrpreis zu ermitteln – kein Grund zur Sorge! Kaufen Sie einfach das jeweils günstigste Ticket (160 Yen bei der Tōkyō Metro, 170 Yen bei der Tōei Subway) – den Rest können Sie am Ziel ihrer Reise entrichten (wie das funktioniert, wird weiter unten beschrieben).

U-Bahnbereich betreten:
An der Zugangsschranke zum U-Bahnbereich führen Sie Ihren Fahrschein in den Schlitz oberhalb eines mit 投入口 (Einwurf) bezeichneten großen, grünen Pfeils ein (die Bedienelemente der Schranken befinden sich immer rechts – widerstehen Sie also dem Versuch, „alles mit links“ erledigen zu wollen). Während Sie durch die Zugangsschranke gehen, erscheint Ihr Fahrschein wieder im hinteren Drittel derselben oben. Nehmen Sie den Fahrschein wieder an sich und behandeln Sie ihn während der Fahrt pfleglich – Sie brauchen ihn beim Aussteigen wieder.

Sollte Ihr Fahrschein einen Fehler aufweisen, schließt sich die Zugangsschranke und ein Warnsignal ertönt. Gehen Sie dann wieder zurück und wenden Sie sich an das freundliche Personal, das es in jeder Station gibt (hier wird Ihnen auch geholfen, wenn Sie kein Japanisch können).

U-Bahnzugang (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

U-Bahnzugang (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

U-Bahn-Zugang (Fahrscheineinwurf)

U-Bahn-Zugang (Fahrscheineinwurf)

Benutzen der U-Bahnen:
Während Sie sich auf den U-Bahn-Plattformen bewegen, halten Sie sich immer hinter der weißen bzw. gelben Linie, die einen Sicherheitsabstand bei einfahrenden Zügen gewährleisten soll. Viele Bahnhöfe sind inzwischen mit automatischen Zugangstüren am Bahnsteigrand versehen – die Gefahr, versehentlich auf die Gleise zu geraten, besteht dort nicht mehr. Überall aber halten die Züge genau an der Stelle, an der sich die Zugangstüren bzw. entsprechende Markierungen am Bahnsteigrand befinden. Sie können sich also ganz ordentlich – wie das hier Sitte ist – in einer, bzw. zwei Reihen an den jeweiligen Waggon-Zugängen „in Position bringen“.

Ihr Aussteigen oder Umsteigen im U-Bahnbereich können Sie übrigens vorausschauend planen und sich Wege ersparen: In allen U-Bahnstationen hängen Stationsverzeichnisse der jeweiligen Linie, in denen auch verzeichnet ist, welcher Waggon in welcher Station dem Ausgang, der Rolltreppe oder dem Aufzug am nächsten ist, bzw. von welchem Waggon aus der Umsteigeweg in eine andere Linie besonders kurz ist. Das ist schon deswegen hilfreich, weil die U-Bahnen in Tōkyō immer mit acht bzw. zehn Waggons fahren – also entsprechend lang sind.

Wagenstandsanzeiger (Fukutoshin-sen)

Wagenstandsanzeiger (Fukutoshin-sen)

Beim Ein- und Aussteigen nehmen Sie Rücksicht auf die anderen Reisenden – auch wenn diese nicht immer mit gutem Beispiel voran gehen. In den Hauptverkehrszeiten kann es schon mal etwas ruppiger zugehen – aggressives Verhalten ist aber auch hier nicht angebracht. Vertrauen Sie immer darauf: Im Bewegen von Menschenmassen sind Japaner unerreicht!

Bitte achten Sie auch darauf, dass es auf einigen Linien während der morgendlichen Rush Hour Waggons gibt, die nur von Frauen und kleinen Kindern benutzt werden dürfen – sie befinden sich meist am Anfang oder am Ende des Zuges. Die Bahnsteige sind dort ebenfalls gekennzeichnet.

Hinweis auf Waggon nur für Frauen / Women Only

Hinweis auf Waggon nur für Frauen / Women Only

Das Telefonieren mit Mobiltelefonen ist in den meisten U-Bahnen zwar möglich, wird aber – um es einmal freundlich auszudrücken – nicht gern gesehen. Online-Dienste und E-Mails, die sich in Japan auch auf dem Mobiltelefon großer Beliebtheit erfreuen, dürfen aber genutzt werden. Ausnahme: Wenn Sie sich in der Nähe der so genannten „Courtesy Seats“ (für ältere Mitreisende, Fahrgäste mit körperlichen Gebrechen, Schwangere oder Erwachsene mit Kleinkindern) aufhalten, sollten Sie Ihr Mobiltelefon ganz abschalten.

Im Übrigen gilt: Mobiltelefone sind im „mana mode“ (manner mode) zu betreiben. Sprich: Klingeltöne sind verpönt (sie gelten ganz allgemein als störend) – das Mobiltelefon sollte nur Vibrationsalarme oder Lichtsignale abgeben.

Gutes Benehmen ist in Japan fast schon eine Selbstverständlichkeit – auch in den U-Bahnen. Werfen Sie auch einen Blick auf meinen Artikel: U-Bahn-Etikette.

Fahrpreis-Korrektur:
Zum Verlassen der U-Bahnbereiche führen Sie Ihren Fahrschein wieder in eine der Ausgangsschranken ein.

Sollte Sie Ihre U-Bahnfahrt weiter geführt haben, als Sie ursprünglich geplant hatten (bzw. falls Sie von vornherein ohnehin nur den günstigsten Fahrschein gekauft haben), wird die Ausgangsschranke am Ziel Ihnen das Verlassen des U-Bahnbereichs verweigern. Auch das ist kein Grund zur Panik – man muss auch nicht peinlich berührt deswegen sein, denn das passiert selbst dem gewieftesten U-Bahnfahrer (Einheimischen genauso wie Fremden).

Sollte dies passieren, gehen Sie wieder zurück und suchen Sie den „Fahrpreiskorrektur-Automaten“ (Fare Adjustment Machine) in der Nähe der Ausgangsschranken. Führen Sie ihren Fahrschein in den entsprechenden Schlitz der Maschine ein. Auf dem Bildschirm erscheint der noch zu entrichtende Fahrpreis, den Sie bitte einwerfen (falls Sie den Betrag nicht passend haben – kein Problem, auch hier gibt es Wechselgeld). Anschließend wirft der Automat Ihren Fahrschein wieder aus, mit dem Sie nun ungehindert durch die Ausgangsschranke kommen sollten. Auch hier gilt: Sollte ausnahmsweise mal etwas nicht funktionieren: An jedem Zugang/Ausgang gibt es Personal, das Ihnen weiterhilft.

Die Ausgangsschranken behalten Einzelfahrscheine übrigens ein und bedanken sich auf einem entsprechenden Display.

"Fare Adjustment"-Automat

"Fare Adjustment"-Automat

Umsteigen in andere Linien (auch in Linien der Toei Subway):
Beim Umsteigen in eine andere Linie der Tōkyō Metro müssen Sie meist keine Schranke passieren – die U-Bahnbereiche der Linien sind meist miteinander verbunden, auch wenn Sie unterirdisch schon mal längere Wege zurücklegen müssen.

In einigen Stationen müssen allerdings auch dann die Ausgangssperren passiert werden, wenn in eine andere Linie der Tōkyō Metro umgestiegen werden soll. Passieren Sie in diesem Fall (wie auch, wenn Sie in die Linie eines anderen Betreibers umsteigen) die orange gekennzeichneten Ausgangssperren (die Ihren Fahrschein dann auch nicht „verschlucken“).

Allerdings darf der Umsteigevorgang nicht mehr als 30 Minuten in Anspruch nehmen – sonst ist der Erwerb eines neuen Fahrscheins unumgänglich.

Hinter den Ausgangssperren befinden sich in allen Stationen Lagepläne der näheren Umgebung sowie eine Liste der Ausgänge und Orte, die sich in der Nachbarschaft dieser Ausgänge befinden. Ein tolles System, das auch dem Ortsunkundigen die Orientierung leicht macht. Meist sind die Beschreibungen auch in Englisch vorhanden.

Umgebungsplan (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Umgebungsplan (Beispiel: Bahnhof Kita Sandō)

Lesen Sie auch:

Öffentlicher Nahverkehr – Tickets (Suica)

U-Bahn-Etikette / Subway Etiquette

U-Bahnen in Tōkyō: Teil 1: Fukutoshin-Linie – Kita-Sandō

U-Bahnen in Tōkyō: Teil 2: Fukutoshin-Linie – Shibuya

U-Bahnen in Tōkyō: Teil 3: Fukutoshin-Linie – Shinjuku-sanchōme


National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

2. August 2009

Eine glasgewordene Woge im Häusermeer
A Wave of Glass in an Ocean of Houses
(Der englische Text folgt dem deutschen)
(English text follows the German text)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

Ein in seiner Art einzigartiger Solitär im Häusermeer Tōkyōs ist das „National Art Center“ (こくりつしんびじゅつかん / 国立新美術館) mit seiner ungewöhnlichen, geschwungenden Glasfassade – ein Gebäude, das mir förmlich den Atem vor Begeisterung stocken ließ, als ich es zum ersten Mal sah.

Das Bauwerk geht auf einen Entwurf des berühmten Architekten, Kishō Kurokawa (黒川 紀章, 8.4.1934 – 12.10.2007), zurück und wurde am 21. Januar 2007 eröffnet – auf einem Areal, das früher Forschungseinheiten der Universität von Tōkyō beherbergte. Auf vier oberirdischen und einem unterirdischen Stockwerk bietet das Museumsgebäude hochmoderne und sehr funktionale Ausstellungssäle (insgesamt knapp 48.000 m²).

Dabei verfügt das Museum über keine eigenen Sammlungen, sondern widmet sich temporären, ständig wechselnden Ausstellungen und bietet Künstlervereinigungen die Plattform, sich darzustellen, Workshops und Seminare anzubieten. Außerdem gibt es eine Kunstbibliothek für weiterführende Studien.

The “National Art Center“ (こくりつしんびじゅつかん / 国立新美術館) is a unique landmark in Tōkyō’s ocean of buildings with its unusual, curved glass front – a building that took my breath away the first time I saw it.

The building was designed by the famous Japanese architect, Kishō Kurokawa (黒川 紀章, 4 Apr. 1934 – 12 Oct. 2007) and was opened on January 21st, 2007 on a site formerly occupied by a research facility of the University of Tōkyō. With four stories above ground and one below it offers highly modern and functional exhibition halls (all together roughly 48,000 m²).

The “National Art Center” doesn’t possess any own collections, but is dedicated to temporary exhibitions, workshops and platforms for artist associations. Furthermore, it provides an art library for further studies. 

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

Die geschwungene Fassade aus Glaslamellen erweckt den Anschein eines mehr dem architektonischen Schein dienenden Gebäudes – dabei dient sie tatsächlich nur als Front für lichtdurchflutete Ausstellungsräume und einen Komplex, der sich mehr der Funktion verschreibt, als dem äußeren Schein. Mit ihren 21 Metern Höhe ist sie wahrlich beeindruckend. Die ungewöhnliche Konstruktion lässt einerseits möglichst viel Licht in die Vorhallen des Gebäudes, verhindert andererseits aber auch eine starke Aufheizung der Räume.

The curved front consisting of glas gills may give the misleading impression of a building that serves architectonic pretense – however, it’s not more (and not less) that a facade for light-flooded exhibition halls and a building that is much more dedicated to function than to appearance. With its height of 21 meters it is truly impressive. The unusual constructions opens the vestibule for as much light as possible, on the other hand it protects the inside of the building from the summer’s heat. 

Ganz in der Nähe befindet sich das Vergnügungsviertel Roppongi (六本木) und die riesige (260.000 m²), parkähnliche Anlage des Friedhofs von Aoyama (あおやまれいえん / 青山霊園).

Nearby you’ll also find the nightlife district of Roppongi (六本木) and the spacious (260,000 m²), park-like area of the Aoyama Cemetery (あおやまれいえん / 青山霊園). 

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

Einfach zu erreichen:
Mit der Tōkyō Metro Chiyoda Linie (とうきょうメトロちよだせん / 東京メトロ千代田線), Ausstieg am Bahnhof Nogizaka (のぎざかえき / 乃木坂駅), Ausgang 6.

Easy Access:
Take the Tōkyō Metro Chiyoda line (とうきょうメトロちよだせん / 東京メトロ千代田線) and leave at Nogizaka station (のぎざかえき / 乃木坂駅), exit no. 6.
 

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

National Art Center, Tōkyo (国立新美術館)

Öffnungszeiten

Sonderausstellungen:
10:00 – 18:00 Uhr (letzter Einlass: 17:30 Uhr)
Freitags: bis 20:00 Uhr (letzter Einlass: 19:30 Uhr)

Ausstellungen von Kunstvereinen:
10:00 – 18:00 Uhr (letzter Einlass: 17:30 Uhr)

Kunstbibliothek:
11:00 – 18:00 Uhr

Cafés:
10:00 – 18:00 Uhr

Restaurant:
Mittagstisch: 11:00 – 16:00 Uhr (letzte Bestellung)
Abendessen: 16:00 – 21:00 Uhr (19:30 Uhr letzte Bestellung)
                      Freitag bis 22:00 Uhr (20:30 Uhr letzte Bestellung)

Dienstags geschlossen (fällt ein Feiertag auf einen Dienstag, ist das Museum am Feiertag geöffnet und am darauf folgenden Tag geschlossen).

Eintrittspreise in Abhängigkeit von der jeweiligen Ausstellung.

Opening Hours

Special Exhibitions:
10:00 a.m. – 6:00 p.m. (last entry: 5:30 p.m.)
         Friday: – 8:00 p.m. (last entry: 7:30 p.m.)

Artist Associations’ Exhibitions:
10:00 a.m. – 6:00 p.m. (last entry: 5:30 p.m.)

Art Library:
11:00 a.m. – 6:00 p.m.

Cafés:
10:00 a.m. – 6:00 p.m.

Restaurant:
Lunch: 11:00 a.m. – 4:00 p.m. (last order)
Dinner: 4:00 p.m. – 9:00 p.m. (7:30 p.m. last order)
                    Friday: – 10:00 p.m. (8:30 p.m. last order)

Closed on Tuesdays. Tuesdays that fall on holidays will be open; the Center will close the next day instead.

Admission fees depend on current exhibitions.

Adresse / Address:
The National Art Center, Tōkyō
7-22-2 Roppongi, Minato-ku
Tōkyō 106-8558


U-Bahnen in Tōkyō (Teil 1)

21. May 2009

Beispiel: Fukutoshin-Linie (副都心線)
Teil 1: Kita-Sandō (北参道)

01-Kita-Sandou

Tōkyō ist eine in besonderem Maße „mobile“ Stadt – und auf den täglichen Wegen durch die Metropole spielt die U-Bahn eine zentrale Rolle. Sie ist zwar nicht immer ein schnelles, dafür aber verlässliches Fortbewegungsmittel, das die Stadt vor dem permanenten Verkehrskollaps bewahrt.

Das U-Bahn-System Tōkyōs wird von zwei unterschiedlichen Betreibergesellschaften zur Verfügung gestellt:

So gibt es nicht nur die acht Linien der “Tōkyō Metro”(東京メトロ), einer Aktiengesellschaft im Besitz der öffentlichen Hand, sondern auch noch vier weitere Linien der “Toei Chikatetsu” (都営地下鉄), die vom Verkehrsamt der Präfektur Tōkyō betrieben werden. Beide Unternehmen haben ihr eigenes Preis- und Fahrkartensystem, was U-Bahnfahrten innerhalb der Stadt nicht gerade leichter macht. Aber der gewiefte Leser dieses Blogs weiß spätestens seit dem Artikel zum Fahrkartenkauf (Öffentlicher Nahverkehr), dass er sich darüber keine Gedanken zu machen braucht.

Hier ein Überblick über das gesamte Streckennetz der U-Bahnen von Tōkyō:
Tokyo Metro Network

Anhand der im Juni 2008 eröffneten U-Bahnstrecke der Fukutoshin-Linie (副都心線), die zum Verbund der “Tōkyō Metro”(東京メトロ) gehört, möchte ich einen kleinen Einblick in die Welt “unter Tage” geben und fange damit mit meiner “Haus”-Station, Kita-Sandō (北参道) an. Bevor wir allerdings die U-Bahn-Station betreten, wollen wir uns auf das richtige Benehmen in den U-Bahnen der Stadt vorbereiten. Deswegen gibt es hier erst mal einen

U-Bahn-Knigge

Mobiltelefone
Mobiltelefone immer auf „silent mode“ (in Japaner auch „manner mode“ genannt) schalten und während der Fahrt von Telefonaten Abstand nehmen. Die in Deutschland zum “guten Ton” gehörenden Klingeltöne bei Mobiltelefonen sind in der Öffentlichkeit ebenso verpöhnt wie laute, lange Telefonate.
In der Nähe der so genannten „Höflichkeits“-Sitzplätze (Courtesy Seats) (siehe unten) das Mobiltelefon ganz abschalten.

„Höflichkeits“-Sitzplätze (Courtesy Seats)
Am Ende jedes Waggons befinden sich die so genannten „Höflichkeits“-Sitzplätze. Diese sind für diejenigen frei zu machen, die sie nötiger haben als man selbst (was man selbstverständlich auch auf allen anderen Sitzplätzen in den U-Bahnen so halten sollte). Die „Courtesy Seats“ erkennt man an dem entsprechenden Aufkleber am Fenster.

Höflichkeits-Sitze / Courtesy Seats

Höflichkeits-Sitze / Courtesy Seats

Waggons nur für Frauen (Women-only cars)
Während der morgendlichen Hauptverkehrszeiten (üblicherweise bis 9.30 Uhr) sind bestimmte Waggons in den U-Bahnen Frauen und Kindern vorbehalten. Man erkennt die Abschnitte, in denen diese Waggons halten, anhand von entsprechenden Markierungen auf den Bahnsteigen.

Waggon nur für Frauen

Waggon nur für Frauen

Zurück zur Fukutoshin-Linie (副都心線):
Sie verbindet auf ihrer ca. 20 Kilometer langen Strecke den westlichen Teil der Innenstadt Tōkyōs zwischen Ikebukuro (池袋) im Norden und Shibuya (渋谷) im Südwesten. Die nördlichen Stationen bieten direkten Anschluss an die Yūrakuchō-Linie (有楽町線), deren Bahnhöfe zwischen Wakōshi (和光市) und Kotake-Mukaihara (小竹向原) gemeinsam genutzt werden. Auf ihrer Strecke entlastet sie in erster Linie die oft heillos überfüllten Züge der Yamanote-Linie (山手線), die die Innenstadt Tōkyōs umkreist. Gleichzeitig soll mit ihr der Autoverkehr auf der Meiji Dōri (明治通り) (deren Straßenverlauf sie unterirdisch folgt) entlastet werden.

Kita-Sandō (北参道) - Wandrelief
Kita-Sandō (北参道) – Wandrelief

 Hier ein Blick auf den Bahnsteig der Züge in Richtung Shinjuku-sanchōme:

Kita-Sandō

Kita-Sandō

Weitere optische Eindrücke von der Station Kita-Sandō (北参道) und den dort verkehrenden, verschiedenen Bahnen. Übrigens: Die anderen U-Bahn-Linien Tōkyōs sind ganz leicht anhand ihrer Waggon-Farben zu identifizieren – nicht so die Züge der Fukutoshin-Linie.

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